Klima der letzten 1000 Jahre: Unterschied zwischen den Versionen

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== Entwicklung des Klimas in Europa ==
== Entwicklung des Klimas ==
Während der letzten 1200 Jahre hat es auf der Nordhalbkugel drei klimatisch unterschiedliche Epochen gegeben (Abb. 1):
Das globale Klima der letzten 100 Jahre zu bestimmen ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Messdaten reichen nur bis etwa 1850 zurück. Für die Zeit davor ist man auf sogenannte Proxydaten (Stellvertreterdaten waus Baumringen, Sedimenten und Eisborhkernen) angewiesen sowie auf Modellberechnungen, die sich auf Proxydaten stützen. Ein weiteres Problem besteht darin, das sich das Klima nur in den letzten 100-200 Jahren global einheitlich verändert hat. Davor hat es große räumliche und zeitliche Unterschiede gegeben. Hinzu kommt, dass die vorliegenden Daten sich hauptsächlich auf die Nordhalbkugel beziehen und die Kenntnisse über die Klimaänderungen der Südhemisphäre gering sind.
* eine warme Periode vom 9. bis zum 13. Jahrhundert, die [[Mittelalterliche Warmzeit]] bzw. das Mittelalterliches Klimaoptimum,  
 
Auf der Nordhalbkugel hat es während der letzten 1200 Jahre drei klimatisch unterschiedliche Epochen gegeben (Abb. 1):
* eine warme Periode vom 9. bis zum 13. Jahrhundert, die sogenannte [[Mittelalterliche Warmzeit]] bzw. das Mittelalterliches Klimaoptimum,  
* eine kühle Klimaepoche vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, die [[Kleine Eiszeit]],  
* eine kühle Klimaepoche vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, die [[Kleine Eiszeit]],  
* und wieder eine [[Klima im 20. Jahrhundert|warme Phase im 20. Jahrhundert]].  
* und wieder eine [[Klima im 20. Jahrhundert|warme Phase vom 20. bis ins 21. Jahrhundert]].  
Das auffälligste Merkmal des Klimas in den letzten 1000 Jahren ist der [[Aktuelle Klimaänderungen|Temperaturanstieg am Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts]], der nach heutiger Auffassung auf anthropogene [[Treibhausgase|Treibhausgasemissionen]] zurückzuführen ist. Als sehr außergewöhnlich ist dabei die Erwärmungsrate der jüngsten Zeit einzustufen, die global überall ähnlich verlief. Sie betrug im letzten Jahrzehnt 0,26 °C pro Jahrzehnt<ref name="Forster 2025">Forster, P. M., C.J. Smith, T. Walsh et al. (2025): [https://doi.org/10.5194/essd-17-2641-2025 Indicators of Global Climate Change 2024: Annual update of large-scale indicators of the state of the climate system and the human influence], Earth System Science Data 16, 2625–2658</ref> und war damit so hoch wie nie zuvor in den letzten Tausenden von Jahren. Davor vollzogen sich die Temperaturänderungen wesentlich langsamer und global nicht überall gleichmäßig. Über einen längeren Zeitraum von 2000 Jahren und global betrachtet (Abb. 2), zeigt sich, dass die Mittelalterliche Warmzeit überhaupt nicht als solche hervortritt, sondern Teil eines mehrere Jahrhunderte langen Abkühlungstrends ist.<ref name"IPCC 2021">IPCC AR6 WGI (2021): Changing State of the Climate System, FAQ 2.1</ref> Das liegt daran, dass sich zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert vor allem die Nordatlantik-Region erwärmt hat, während es in den meisten anderen Regionen der Welt deutlich kühler als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war.
Das auffälligste Merkmal des Klimas in den letzten 1000 Jahren ist der [[Aktuelle Klimaänderungen|Temperaturanstieg am Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts]], der nach heutiger Auffassung auf anthropogene [[Treibhausgase|Treibhausgasemissionen]] zurückzuführen ist. Als sehr außergewöhnlich ist dabei die Erwärmungsrate der jüngsten Zeit einzustufen, die global überall ähnlich verlief. Sie betrug im letzten Jahrzehnt (2025-2024) 0,26 °C pro Jahrzehnt<ref name="Forster 2025">Forster, P. M., C.J. Smith, T. Walsh et al. (2025): [https://doi.org/10.5194/essd-17-2641-2025 Indicators of Global Climate Change 2024: Annual update of large-scale indicators of the state of the climate system and the human influence], Earth System Science Data 16, 2625–2658</ref> und war damit so hoch wie nie zuvor in den letzten Tausenden von Jahren. Davor vollzogen sich die Temperaturänderungen wesentlich langsamer und global uneinheitlich.
 
Um die vom Menschen verursachte Moderne Warmzeit angemessen zu verstehen, ist es wichtig, sie mit den Klimaschwankungen in den letzten 1000 Jahren und davor zu vergleichen. Über einen längeren Zeitraum von 2000 Jahren und global betrachtet (Abb. 2), zeigt sich, dass die Mittelalterliche Warmzeit überhaupt nicht als solche hervortritt, sondern Teil eines mehrere Jahrhunderte langen Abkühlungstrends ist.<ref name"IPCC 2021">IPCC AR6 WGI (2021): Changing State of the Climate System, FAQ 2.1</ref> Das liegt daran, dass sich zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert vor allem die Nordatlantik-Region erwärmt hat, während es in den meisten anderen Regionen der Welt deutlich kühler als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war.
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=== Ursachen der mittelalterlichen Klimaverhältnisse ===
=== Ursachen der mittelalterlichen Klimaverhältnisse ===
* Hauptartikel: [[Mittelalterliche Warmzeit]]
* Hauptartikel: [[Mittelalterliche Warmzeit]]
Als Ursachen für die mittelalterlichen Klimaverhältnisse werden sowohl externe Antriebe wie [[Natürliche Klimaschwankungen|interne Klimaschwankungen]] diskutiert. Lange Zeit wurde die [[Sonnenenergie|Sonnenaktivität]] für die höheren Temperaturen verantwortlich gemacht. Allerdings werden die komplizierten Wechselwirkungen zwischen Sonneneinstrahlung und dem Klima, insbesondere der atmosphärischen Zirkulation, immer noch unzureichend verstanden. Möglicherweise haben interne klimatische Mechanismen relativ kleine Änderungen der Sonneneinstrahlung erheblich verstärkt. Der 11jährige Sonnenfleckenzyklus bewirkt z.B. nur eine Differenz von 0,2 W/m<sup>2</sup>. Seine Wirkung auf die [[Nordatlantische Oszillation]] (NAO), [[ENSO]] oder die [[Natürliche_Klimaschwankungen#Dekadenschwankungen_im_Nordatlantikraum|Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO)]] könnten jedoch zu deutlicheren Klimaänderungen geführt haben.<ref name="Diaz 2011">Diaz, H. F., et al. (2011): Spatial and temporal characteristics of climate in Medieval times revisited, Bulletin of the American Meteorological Society, 92, 1487–1500</ref>
 
 
<ref name="Diaz 2011">Diaz, H. F., et al. (2011): Spatial and temporal characteristics of climate in Medieval times revisited, Bulletin of the American Meteorological Society, 92, 1487–1500</ref>


Tatsächlich scheint die NAO während der Mittelalterlichen Warmzeit in einem anderen Zustand gewesen zu sein als z.B. in der Kleinen Eiszeit.<ref>Trouet, V., J. Esper, N. E. Graham, A. Baker, J. D. Scourse, and D. C. Frank, 2009: Persistent positive North Atlantic Oscillation mode dominated the medieval climate anomaly. Science, 324, 78–80</ref> Eine starke NAO hat im Mittelalter vor allem im Nordwesten Europas für recht milde und feuchte Winter gesorgt, während in Südeuropa eher Trockenheit herrschte. Bei den Westwinden deuten die Rekonstruktionen der früheren Klimaverhältnisse auf eine Abnahme von 10-20 % im Übergang zur Kleinen Eiszeit. Stärkere Westwinde könnten die [[Meridionale Umwälzzirkulation (MOC)]] im Nordatlantik intensiviert haben, was wiederum positiv auf die NAO zurückwirkt. Dadurch wurden die Temperaturverhältnisse in Europa nicht nur zusätzlich erhöht, sondern auch stabilisiert. Der Anstoß zu der mittelalterlichen Erwärmung lag sicherlich in einer Verstärkung der Solarstrahlung. Die Rückwirkungen im Klimasystem haben aber hiernach erst zu der eigentlichen Temperaturerhöhung geführt.
Tatsächlich scheint die NAO während der Mittelalterlichen Warmzeit in einem anderen Zustand gewesen zu sein als z.B. in der Kleinen Eiszeit.<ref>Trouet, V., J. Esper, N. E. Graham, A. Baker, J. D. Scourse, and D. C. Frank, 2009: Persistent positive North Atlantic Oscillation mode dominated the medieval climate anomaly. Science, 324, 78–80</ref> Eine starke NAO hat im Mittelalter vor allem im Nordwesten Europas für recht milde und feuchte Winter gesorgt, während in Südeuropa eher Trockenheit herrschte. Bei den Westwinden deuten die Rekonstruktionen der früheren Klimaverhältnisse auf eine Abnahme von 10-20 % im Übergang zur Kleinen Eiszeit. Stärkere Westwinde könnten die [[Meridionale Umwälzzirkulation (MOC)]] im Nordatlantik intensiviert haben, was wiederum positiv auf die NAO zurückwirkt. Dadurch wurden die Temperaturverhältnisse in Europa nicht nur zusätzlich erhöht, sondern auch stabilisiert. Der Anstoß zu der mittelalterlichen Erwärmung lag sicherlich in einer Verstärkung der Solarstrahlung. Die Rückwirkungen im Klimasystem haben aber hiernach erst zu der eigentlichen Temperaturerhöhung geführt.

Version vom 3. Januar 2026, 13:54 Uhr

Entwicklung des Klimas

Das globale Klima der letzten 100 Jahre zu bestimmen ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Messdaten reichen nur bis etwa 1850 zurück. Für die Zeit davor ist man auf sogenannte Proxydaten (Stellvertreterdaten waus Baumringen, Sedimenten und Eisborhkernen) angewiesen sowie auf Modellberechnungen, die sich auf Proxydaten stützen. Ein weiteres Problem besteht darin, das sich das Klima nur in den letzten 100-200 Jahren global einheitlich verändert hat. Davor hat es große räumliche und zeitliche Unterschiede gegeben. Hinzu kommt, dass die vorliegenden Daten sich hauptsächlich auf die Nordhalbkugel beziehen und die Kenntnisse über die Klimaänderungen der Südhemisphäre gering sind.

Auf der Nordhalbkugel hat es während der letzten 1200 Jahre drei klimatisch unterschiedliche Epochen gegeben (Abb. 1):

Das auffälligste Merkmal des Klimas in den letzten 1000 Jahren ist der Temperaturanstieg am Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts, der nach heutiger Auffassung auf anthropogene Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist. Als sehr außergewöhnlich ist dabei die Erwärmungsrate der jüngsten Zeit einzustufen, die global überall ähnlich verlief. Sie betrug im letzten Jahrzehnt (2025-2024) 0,26 °C pro Jahrzehnt[1] und war damit so hoch wie nie zuvor in den letzten Tausenden von Jahren. Davor vollzogen sich die Temperaturänderungen wesentlich langsamer und global uneinheitlich.

Um die vom Menschen verursachte Moderne Warmzeit angemessen zu verstehen, ist es wichtig, sie mit den Klimaschwankungen in den letzten 1000 Jahren und davor zu vergleichen. Über einen längeren Zeitraum von 2000 Jahren und global betrachtet (Abb. 2), zeigt sich, dass die Mittelalterliche Warmzeit überhaupt nicht als solche hervortritt, sondern Teil eines mehrere Jahrhunderte langen Abkühlungstrends ist.[2] Das liegt daran, dass sich zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert vor allem die Nordatlantik-Region erwärmt hat, während es in den meisten anderen Regionen der Welt deutlich kühler als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war.

Abb. 1: Temperaturveränderung der letzten 1200 Jahre auf der Nordhemisphäre im Vergleich zu 1850–1900
Abb. 2: Globale Temperatur der letzten ca. 2000 Jahre. Hervorgehoben sind einzelne Vulkanausbrüche, die Mittelalterliche Warmperiode und die Kleine Eiszeit. Die Mittelalterliche Warmperiode sticht nicht besonders hervor, weil sie kein globales Phänomen war.

Ursachen der mittelalterlichen Klimaverhältnisse


[3]

Tatsächlich scheint die NAO während der Mittelalterlichen Warmzeit in einem anderen Zustand gewesen zu sein als z.B. in der Kleinen Eiszeit.[4] Eine starke NAO hat im Mittelalter vor allem im Nordwesten Europas für recht milde und feuchte Winter gesorgt, während in Südeuropa eher Trockenheit herrschte. Bei den Westwinden deuten die Rekonstruktionen der früheren Klimaverhältnisse auf eine Abnahme von 10-20 % im Übergang zur Kleinen Eiszeit. Stärkere Westwinde könnten die Meridionale Umwälzzirkulation (MOC) im Nordatlantik intensiviert haben, was wiederum positiv auf die NAO zurückwirkt. Dadurch wurden die Temperaturverhältnisse in Europa nicht nur zusätzlich erhöht, sondern auch stabilisiert. Der Anstoß zu der mittelalterlichen Erwärmung lag sicherlich in einer Verstärkung der Solarstrahlung. Die Rückwirkungen im Klimasystem haben aber hiernach erst zu der eigentlichen Temperaturerhöhung geführt.

Simulation des Temperaturunterschieds zwischen der Mittelalterlichen Warmzeit (950-1250)und der Kleinen Eiszeit (1400-1700) mit einem Hamburger Klimamodell.[5]

Kleine Eiszeit

Zwischen 1200 und 1400 veränderte sich das Klima in Europa rapide, und nach dieser "Klimawende" begann die sogenannte "Kleine Eiszeit", die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts andauerte und danach von dem "Modernen Optimum" (Christian Schönwiese), d.h. der gegenwärtig noch andauernden Erwärmung, abgelöst wurde. Der Beginn der "Kleinen Eiszeit" war gekennzeichnet durch intensive Sturmfluten an der deutschen und holländischen Küste im 14. Jahrhundert, denen Tausende von Menschen zum Opfer fielen und die den Küstenverlauf stark veränderten. Ganz Europa war im 14. Jahrhundert von kalten Sommern und Missernten heimgesucht, und viele Regionen, z.B. in England, verzeichneten Bevölkerungsrückgänge, die die durch die Pest sogar noch übertrafen.[6] Die normannische Besiedlung Grönlands endete so mit einer Katastrophe.

Die Kleine Eiszeit ist keineswegs einheitlich abgelaufen, sondern zeigt vor allem über den Landgebieten der Nordhalbkugel deutliche Schwankungen. So war das ganze 17. Jahrhundert wahrscheinlich die längste Periode anhaltend kalter Bedingungen während des Jahrtausends. Die Temperaturen lagen um bis zu 1 °C unter dem Mittel der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts (1961-1990) und waren besonders niedrig im Späten Maunder-Minimum (1675-1715). Darauf folgte ein milderes 18. und ein wieder kühleres 19. Jahrhundert.[7] Die Entwicklung lief jedoch weder hemisphärisch noch global synchron ab. Die Kleine Eiszeit zeigte sich am deutlichsten in der Nordatlantikregion. So gab es in Mitteleuropa ungewöhnlich kalte und trockene Winter mit 1-2 °C unter den normalen Werten des 17. Jahrhunderts. Das kühle 19. Jahrhundert war dagegen mehr in Nordamerika als in Eurasien ausgeprägt.

Die wesentlich spärlicheren Daten der Südhalbkugel zeigen keine sichtbaren Schwankungen zwischen den Jahrhunderten, auch wenn ein etwas kühleres 19. Jahrhundert erkennbar ist. Eine global einheitliche Klimaänderung scheint es im letzten Jahrtausend nur in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gegeben zu haben.

20. Jahrhundert

Ursachen der Klimaänderungen der letzten 1000 Jahre

Als Ursachen für die Klimaänderungen der letzten 1000 Jahre werden neben anthropogenen Faktoren vor allem Schwankungen der Sonneneinstrahlungen und Vulkanausbrüche diskutiert.[8] Daneben spielten offensichtlich auch interne Klimaschwankungen und Rückkopplungsmechanismen, wie z.B. die Eis-Albedo-Rückkopplung, eine gewichtige Rolle. Die Untersuchungen von grönländischen und antarktischen Eisbohrkernen haben ein ziemlich lückenloses Bild vulkanischer Eruptionen während der letzten 1000 Jahre entstehen lassen. Darin zeigt sich der Ausbruch des Krakatau (1883) ebenso wie der des Tambora (1815) und die wahrscheinlich größte Eruption der letzten 7000 Jahre auf der indonesischen Insel Lombok im Jahre 1257, deren Sulfat-Emissionen in die Stratosphäre achtmal höher als beim Ausbruch des Krakatau geschätzt werden.[9] Die Sonneneinstrahlung weist während der letzten 1000 Jahre zwei Maxima auf, das eine während des Mittelalters, das andere im 20. Jahrhundert, während sie während der kleinen Eiszeit relativ niedrig war. Das Minimum lag im 15. Jahrhundert.

In der vorindustriellen Zeit wurde die klimatische Variabilität nahezu ausschließlich durch den Vulkanismus und die Schwankungen in der Sonneneinstrahlung bestimmt. Die Variabilität der Solarstrahlung hatte einen Klimaeffekt von ca. 0,2-0,4 °C. Der Vulkanismus hat wahrscheinlich die spätmittelalterliche "Klimawende" ausgelöst und war auch für das Klima der "Kleinen Eiszeit" weitgehend mitverantwortlich. Der vulkanische Anteil an den Klimaänderungen zwischen 1400 und 1850 wird auf 41-49 % geschätzt. Im 20. Jahrhundert hatte die solare Einstrahlung einen relativ großen Einfluss von ca. 0,15-0,2 °C auf die Erwärmung in der ersten Jahrhunderthälfte, während die Erwärmung gegen Ende des Jahrhunderts und zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch anthropogene Treibhausgas-Emissionen verursacht wurde. In jüngster Zeit ist noch die Abnahme anthropogener Aerosole als durch den Menschen verursachter Erwärmungsfaktor hinzugekommen.[1]

Quellen

  1. 1,0 1,1 Forster, P. M., C.J. Smith, T. Walsh et al. (2025): Indicators of Global Climate Change 2024: Annual update of large-scale indicators of the state of the climate system and the human influence, Earth System Science Data 16, 2625–2658
  2. IPCC AR6 WGI (2021): Changing State of the Climate System, FAQ 2.1
  3. Diaz, H. F., et al. (2011): Spatial and temporal characteristics of climate in Medieval times revisited, Bulletin of the American Meteorological Society, 92, 1487–1500
  4. Trouet, V., J. Esper, N. E. Graham, A. Baker, J. D. Scourse, and D. C. Frank, 2009: Persistent positive North Atlantic Oscillation mode dominated the medieval climate anomaly. Science, 324, 78–80
  5. Jungclaus, J. H., et al. (2010): Climate and carbon-cycle variability over the last millennium, Clim. Past, 6, 723–737, doi:10.5194/cp-6-723-2010
  6. Schönwiese, Christian (1995): Klimaänderungen. Daten, Analysen, Prognosen, Berlin Heidelberg
  7. Jones, P. D., T. J. Osborn, and K. R. Briffa (2001): The Evolution of Climate Over the Last Millennium, Science 292, 662-667
  8. T.J. Crowley (2000): Causes of Climate Change Over the Past 1000 Years, Science 2000 289, 270-277; IPCC 2001: Climate Change 2001: The Scientific Basis. Contribution of the Working Group I to the Third Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (Houghton, J.T. et al., eds), Cambridge and New York 2001, 2.3.3
  9. Lavigne, F., Degeai, J.P. et al. 2013. Source of the great AD 1257 mystery eruption unveiled, Samalas volcano, Rinjani Volcanic Complex, Indonesia. Proceedings of the National Academy of Sciences, 110, 16742–16747

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