Hitzewellen Europa

Aus Klimawandel
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Der extrem heiße Sommer 2003 in Europa hat nach Einschätzung der World Health Organization (WHO) in allen betroffenen Ländern zusammen zwischen 40 000 und 70 000 zusätzliche Todesopfer gekostet, woran Frankreich und Italien am stärksten beteiligt waren.[1]

1 Höchsttemperaturen

Meteorologisch ist der Sommer 2003 als ein äußerst seltenes Ereignis einzustufen, das statistisch unter den bis in die 1970er Jahre herrschenden Klimabedingungen höchstens alle 10 000 Jahre einmal vorkommen sollte und damit nahezu unwahrscheinlich ist. Die mittleren Sommertemperaturen lagen über großen Gebieten Kontinentaleuropas um 3 oC über dem Mittel der Periode 1961-19903 und waren damit bei weitem die höchsten Sommertemperaturen seit 1500. In einzelnen Regionen und an einzelnen Stationen waren die Abweichungen vor allem während der heißesten Periode im August 2003 noch wesentlich höher. So lagen die Temperaturen im August in Zentral-Frankreich um bis zu 14 oC über dem August-Mittel von 1971-2000. In Deutschland lagen die Sommertemperaturen um 3,4 oC über dem Mittel von 1961-1990 und waren damit eindeutig die höchsten seit dem Beginn der Flächenmittel-Abschätzungen, d.h. seit 1761. Die Zahl der extremen Hitzetage mit einer Temperatur von über 36 oC war z.B. an der Station Karlsruhe mit 16 deutlich höher als bei dem bisherigen Spitzenreiter 1952 (10 Tage). An zahlreichen Stationen wurden die bisherigen Höchstwerte überschritten, an einigen sogar die 40 oC-Marke.

2 Großwetterlage

Die Großwetterlage über Europa zeigte das übliche Muster bei sommerlichen Hitzewellen: einen blockierenden Hochdruckrücken über West- und Mitteleuropa, der die sonst vom Atlantik heranziehenden Tiefdrucksysteme in einem großen Bogen um sich herumlenkte und in dem absteigende Luftmassen für eine längere Periode mit klarem Himmel und hoher Sonneneinstrahlung sorgten. Hinzu kam in den betroffenen Regionen eine längere Trockenperiode seit Februar 2003, die den Boden und die Vegetation ausgetrocknet hatte, so dass während der Hitzewelle im August kaum noch Feuchte zum Verdunsten zur Verfügung stand. In Deutschland war es - im Widerspruch zum langfristigen Trend - die längste Trockenperiode seit 100 Jahren.

3 Literatur

4 Weblinks

5 Quellen


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