Energierevolution
Nicht allen ist es bewusst. Aber wir befinden uns in einer Energierevolution. Und das ist eine Revolution, wie sie die Menschheit seit Tausenden von Jahren nicht erlebt hat. Seit der Agrar-Revolution vor 8000 Jahren. Bis dahin sind die Menschen als Jäger und Sammler durch die Wälder gezogen, um Tiere zu jagen und nach Früchten zu suchen. Andernfalls wären sie verhungert. Dann lernten sie, Nahrungsmittel anzubauen und Tiere zu züchten. Und sie lernten Vorräte anzulegen, um Zeiten der Not zu überstehen. Heute jagen wir immer noch rund um den Globus, um Energierohstoffe tief aus der Erde zu holen. Damit wir im Winter nicht frieren, im Sommer unsere Vorräte kühlen können und um uns überall hinzubewegen, wohin es uns treibt.
Aber zugleich stecken wir in einer völlig neuen dynamischen Entwicklung, Energie gänzlich anders zu erzeugen. Aus der Kraft der Sonne, aus Wind und Erdwärme. Und wenn wir es uns genau überlegen, ist dieser Schritt in der Energiegewinnung für die Menschheitsgeschichte noch bedeutender als die Agrarrevolution vor 8000 Jahren. Seit seinem Bestehen hat der Mensch das Feuer genutzt, um Energie zu gewinnen. Und er tut es noch immer. Immer noch verbrennen wir Pflanzen und Pflanzenreste. In Kraftwerken, die Strom erzeugen, und in Motoren, die Bewegungsenergie erzeugen. Wenn wir heute Kohle, Öl und Gas verbrennen, tun wir im Prinzip nichts anderes als die Menschen der Urzeit, die Äste und Zweige verbrannten. Wir nehmen die Pflanzenreste nur nicht mehr aus dem Wald, sondern aus unterirdischen Lagerstätten, wo sie in Millionen von Jahren zu Kohle, Öl und Gas geworden sind.
Gleichzeitig wandeln wir aber schon die Kraft der Sonne und des Windes in Elektrizität um – ohne Pflanzen und deren Reste zu verbrennen. Und wir können immer besser den Strom speichern und ihn dann nutzen, wenn wir ihn brauchen. Wir schaffen das Verbrennen ab, wir verabschieden uns von dem Geschenk des Prometheus. Aber wir entwickeln die Vorratshaltung der Agrar-Revolution weiter. Unsere Vorratskammern heißen heute Batterien. Dabei übertreffen unsere neuen Energiequellen alles, was uns die fossilen Energien aus den Tiefen der Erde überhaupt bieten können. Die Sonne liefert der Erde in nur 5 Tagen so viel Energie, wie sämtliche Kohle-, Öl- und Gasvorräte bis zu ihrer vollständigen Erschöpfung überhaupt zur Verfügung stellen können. Was die fossilen Energien zu bieten haben, reicht für den menschlichen Energiehunger höchstens einige Hundert Jahre, und dann ist Schluss! Die Energie der Sonne, die letztlich auch den Wind antreibt, ist dagegen nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich. Gibt es da noch eine Frage, wem die Zukunft gehört? Den Fossil-Gesellschaften oder den Elektro-Gesellschaften? Wenn auch vielleicht erst eine ferne Zukunft. Denn der Abwehrkampf der fossilen Gesellschaften ist heftig - aber aussichtslos.
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