Das Energie-Ungleichgewicht der Erde
In der Erwärmung des Ozeans zeigt sich auch die zunehmend unausgewogene Energiebilanz der Erde durch das Ungleichgewicht zwischen der Einstrahlung der Sonne und der Wärmeabstrahlung der Erde in den Weltraum. Dieses Energieungleichgewicht ist ein Ergebnis des Klimawandels durch die Emission von Treibhausgasen durch den Menschen. Es wird an der Obergrenze der Atmosphäre gemessen und beträgt inzwischen 1,24 W/m2. Es lag 2001-2014 bei 0,6 W/m2 und hat sich seitdem mehr als verdoppelt,[1] nach anderen Autoren sogar verdreifacht (Abb. 14).[2]
Abb. 1 zeigt die Wärmeabstrahlung der Erde in den letzten 25 Jahren (blau). Sie nimmt von 240,2 W/m2 Anfang der 2010er Jahre auf 241,5 W/m2 um 2025 zu, weil die sich erwärmende Erde mehr Energie an den Weltraum abgibt und sich dadurch abkühlt. Zugleich nimmt aber auch der Anteil der Sonneneinstrahlung zu, der von der Erde absorbiert wird (gelb). Die Ursache ist nicht, dass mehr Strahlung von der Sonne die Erde erreicht, sondern dass weniger Solarstrahlung reflektiert und mehr absorbiert wird. Und das hängt damit zusammen, dass sich das Reflexionsvermögen bzw. die Albedo der Erde verändert hat. Dafür gibt es wiederum verschiedene Ursachen: 1. schmelzen die Eis- und Schneeflächen durch die Erwärmung der Erde, wodurch die Oberfläche dunkler wird und weniger Strahlung reflektiert und mehr absorbiert. 2. hat die Emission von Aerosolen und ihrer Vorläuferstoffe seit den 2010er Jahren abgenommen, weil auch China aus gesundheitspolitischen Gründen die Luftbelastung durch das Verbrennen fossiler Energieträger einzudämmen versucht. Dadurch wird 3. die Wolkenbildung verringert, was ebenfalls dazu führt, dass die Reflexion von Sonnenstrahlen abnimmt. Und 4. hat eine internationale Verordnung ab 2020 dazu geführt, dass die Bekämpfung der Luftverschmutzung sich jetzt auch auf die Schifffahrt auf den Weltmeeren auswirkt.[1][3]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Rohde, R., Berkeley Earth (2026): Global Temperature Report for 2025
- ↑ Ospina, D., P. Mirazo, R.P. Allan et al. (2026): Ten new insights in climate science 2025. Global Sustainability, 9, 1–37
- ↑ Hansen, J. E., P. Kharecha, M. Sato et al. (2025): Global Warming Has Accelerated: Are the United Nations and the Public Well-Informed? Environment: Science and Policy for Sustainable Development, 67(1), 6–44, https://doi.org/10.1080/00139157.2025.2434494
Lizenzhinweis
| Dieser Artikel ist ein Originalartikel des Klima-Wiki und steht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland. Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können in den meisten Fällen durch Anklicken dieser Mediendateien abgerufen werden und sind andernfalls über Dieter Kasang zu erfragen. |
