Mikroplastik und Klimawandel

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Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen

Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.[1] Sowohl die wichtigsten Treibhausgase als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die globale Mitteltemperatur ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um 1,5 °C zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015 möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.

1950 wurden lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.[2] Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.[3] Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.

Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu Treibhausgas-Emissionen kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.[4] Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.

Mikroplastik verstärkt den Klimawandel

Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus. Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff. Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.


Einzelnachweise

  1. Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward & G.C. Fussell (2025): Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems. Front Sci 3:1636665
  2. Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): The world of plastic waste: A review. Clean. Mater. 11
  3. Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov & V. Polyakov (2025): Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO2 and/or CH4 Emission in Agricultural Soils, Applied Sciences 15, no. 20: 11025. https://doi.org/10.3390/app152011025
  4. da Fonseca, E.M. & C.C. Gaylarde (2025): Climate change and microplastics: a two-way interaction. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15. https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09

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