Klimawandel und Welternährung: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 24. Januar 2026, 12:19 Uhr
Hunger durch Klimakrise. Klimawandel macht Hunger. Wie der Klimawandel Dürren und Hunger verstärkt. - So oder ähnlich gehen immer wieder Meldungen um die Welt, die den Klimawandel als Bedrohung für die Ernährung der Weltbevölkerung benennen. Es gibt aber auch andere Stimmen, nach denen durch die globale Erwärmung neue Anbauflächen in hohen Breiten entstehen. Und die behaupten, dass mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre ein Segen sei, weil dadurch das Pflanzenwachstum verstärkt wird und die Ernteerträge höher ausfallen.
Die Weltbevölkerung nimmt zu. Können alle ernährt werden?
Worum geht es eigentlich bei der Welternährung? Es geht ganz einfach um die Frage, ob alle Menschen der Welt ausreichend ernährt werden können. Gegenwärtig leben auf der Erde 8,3 Milliarden Menschen. Und jedes Jahr kommen so viele Menschen hinzu, wie Deutschland Einwohner hat. Schon heute leiden 8% der globalen Bevölkerung an Hunger.[1]

Der Grund ist allerdings nicht, dass nicht genügend Nahrung produziert wird. Die Produktion von Nahrungsmitteln hat sich seit 1960 durch Bewässerung, Mechanisierung, Dünge- und Pflanzenschutzmittel um fast das Dreifache erhöht. Aber die Ergebnisse sind ungleich verteilt. Viele Menschen leben im Überfluss und werfen Massen von Lebensmitteln weg. Dagegen leiden und sterben fast 700 Millionen Menschen an Hunger. Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, müssen nicht nur zunehmend mehr Nahrungsmittel produziert werden. Die Nahrung muss auch zu den Menschen gelangen, die sie brauchen. Warum das nicht gelingt, ist bekannt: Kriege und Konflikte, Flucht und Vertreibung, politische und soziale Machtverhältnisse, ungleiche Handelsbeziehungen.
CO2: Segen und Fluch
Welche Rolle spielt in dieser Situation der Klimawandel? Das ist nicht einfach zu beantworten. In jeder Region wirken sich Klimaänderungen verschieden aus. Und in jeder Region trifft der Klimawandel auf unterschiedliche Verhältnisse.
Von Bedeutung für die Landwirtschaft ist zum einen die wichtigste Ursache des Klimawandels, die höhere Konzentration von CO2 in der Atmosphäre. CO2 fördert das Pflanzenwachstum, auch das von Pflanzen, die der Ernährung dienen. Außerdem wird die Wassernutzung verbessert. Auf der anderen Seite nimmt z.B. bei Getreide durch schnelleres Wachstum die Kornqualität ab.
Wichtiger ist allerdings die indirekte Wirkung von Kohlendioxid. CO2 ist hauptverantwortlich für die globale Erwärmung und alle ihre Folgen. Durch mehr CO2 in der Atmosphäre kommt es zu Hitzestress und zu mehr und intensivere Dürren. Vor allem Dürren werden in Zukunft zunehmen und den Wasserstress für Anbaupflanzen erheblich verschärfen.[2] Höhere Temperaturen verlängern zwar in manchen Regionen die Wachstumsperiode, fördern aber auch die Verbreitung und Aktivität von Schädlingen. Außerdem führt der Anstieg des Meeresspiegels zu Versalzungen landwirtschaftlicher Böden in Küstennähe. Viele Experten schätzen daher, dass die Ernten wichtiger Anbaufrüchte wie Weizen, Reis, Sojabohnen und Mais trotz des Düngeeffekts von CO2 zurückgehen werden.[3]
Der Klimawandel wird schon zur Mitte des Jahrhunderts die Zahl der Menschen erhöhen, die einem Hungerrisiko ausgesetzt sind. Das wird schon deshalb so sein, weil die große Mehrheit der Menschen in den Regionen lebt, in denen sich die negativen Auswirkungen des Klimawandels am stärksten zeigen, in Afrika und Südasien, in Mittel- und Südamerika. Die Ausweitung der Anbauzone im Norden Kanadas und Sibiriens kommt dagegen nur wenigen Menschen zugute.
Einzelnachweise
- ↑ FAO (2025): World Food and Agriculture – Statistical Yearbook 2025. Rome
- ↑ Gerten, D. (2021): Wassermangel, Dürren und Welternährung. In: Lozán J. L., S.-W. Breckle, H. Graßl & D. Kasang (Hrsg.). Warnsignal Klima: Boden & Landnutzung. S. 285-290
- ↑ IPCC AR6 WGII (2022): Food, Fibre, and Other Ecosystem Products, 5.4.3.2
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