Vladimir Nabokov

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Vladimir Nabokov (* 11. April/23. April 1899 in Sankt Petersburg; † 2. Juli 1977 in Lausanne) war ein russisch-amerikanischer Schriftsteller.

1 Biographie

1.1 Kindheit und Jugend

Nabokov wuchs in einer wohlhabenden Aristokratenfamilie auf. Sein Vater war ein bedeutender Reformer des russischen Strafrechtes und hat sich sein Leben lang für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt. Schon früh interessierte sich der Sohn für das Schachspiel und für Schmetterlinge und Bücher. Die Bibliothek des Hauses erlaubte ihm die Lektüre Puschkins und Tolstois, aber auch von ausländischen Schriftstellern wie Flaubert, Baudelaire, Shakespeare, Poe und Melville in der Originalsprache.

Auf dem Sommersitz in Wyra in der Nähe von St. Petersburg verliebte sich der 16jährige Vladimir in Walentina Schulgin, für die er seine ersten Gedichte schrieb und im Eigenverlag veröffentlichte. Sie ist als Figur auch in mehrere seiner späteren Werke eingegangen. Der Ausbruch der Oktoberrevolution trieb die Familie in die Flucht, zunächst auf die Krim, später über England nach Deutschland. Vladimir beginnt in Cambridge ein Studium über französische und russische Literatur. 1922 fällt der Vater in Berlin einem Attentat zum Opfer. Vladimir siedelt nach Beendigung des Studiums nach Berlin über.

1.2 Berliner Jahre

In Berlin widmet sich Nabokov immer mehr dem Schreiben. Unter dem Pseudonym W. Sirin veröffentlicht er Gedichte und Erzählungen und schreibt für russische Exilzeitschriften. Vera Slonim wird seine Frau. Der 1934 geborene gemeinsame Sohn Dmitri wird später ein erfolgreicher Opersänger und übersetzt viele der russischen Werke seines Vaters ins Englische.

In der Berliner Zeit verfasst Nobokov seine ersten Romane: 1926 den Erstlingsroman Maschenka, dann folgen u.a. Lushins Verteidigung (1930), Der Späher (1930), Verzweiflung (1934) und Einladung zur Enthauptung (1938). Die Machtergreifung Hitlers zwang die Familie zu einer zweiten Flucht, nicht zuletzt weil Nabokovs Frau Vera jüdischer Herkunft war. Die Familie ließ sich in Paris nieder, wo Nabokov an seinem letzten russischsprachigen Roman Die Gabe schrieb. Da sich die europäische Leserschaft kaum für die russische Migrantenliteratur interessierte, musste Nabokov, um von der Schriftstellerei leben zu können, die Sprache wechseln und schrieb zunächst kurzfristig auf Französisch, um sich dann dem Englischen zuzuwenden.

1.3 In den USA

Der Zweite Weltkrieg trieb die Familie erneut in die Flucht. Der Kontakt zu russischen Emigrantenkreisen ermöglichte die Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Hier erschien 1941 Nabokovs erster englischsprachiger Roman, Das wahre Leben des Sebastian Knight. In Amerika befreundete sich Nabokov mit dem Literaturkritiker und Schriftsteller Edmund Wilson, der ihm in den ersten Jahren dabei half, sich und seine Familie durch verschiedene Jobs über Wasser zu halten, u.a. als Schmetterlingsexperte am Museum of Natural History in New York. 1948 erhält Nabokov eine Professur für europäische und russische Literatur. Bis zum Erscheinen seines inzwischen weltberühmten Romans Lolita im Jahre 1955 hatte Nabokov weder als Schriftsteller noch als Professor nennenswerte Erfolge aufzuweisen.

Mit Lolita erlangte Nabokov Weltruhm. Amerikanische Verleger weigerten sich zunächst aus Angst vor Strafverfolgung die Geschichte der Liebe und sexuellen Beziehung eines 40jährigen Mannes zu einem 12jährigen Mädchen zu veröffentlichen. So kam das Buch zuerst in Paris heraus, eroberte wenige Jahre später aber auch den amerikanischen Markt. Mit diesem Erfolg wurde Nabokov finanziell unabhängig, konnte seine Professur aufgeben und widmete sich ganz dem Schreiben.

1.4 Rückkehr nach Europa

1961 verlässt Nabokov die USA und siedelt sich mit seiner Frau in der Schweiz am Genfer See an. Er stirbt in Lausanne 1977.

2 Werke

3 Bedeutung und Wirkung

4 Literatur

5 Weblinks


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