Phaedra

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Phaedra und Hippolyt ist eine Tragödie in fünf Akten von Jean Racine. Sie wurde am 1.1.1677 in Paris uraufgeführt. Eine von Mitgliedern des Hochadels inszenierte Kampagne verhinderte zunächst den Erfolg des Stückes und veranlasste Racine, sich vom Theater zurückzuziehen. Später wurde Phaedra das erfolgreichste Theaterstück des Dichters.

Der Stoff geht auf das Drama Hippolytos von Euripides zurück, das 428 v. Chr. uraufgeführt wurde.

1 Inhalt

Die Tragödie beginnt mit einer ausweglosen Situation der beiden Hauptfiguren. Hippolyt, der Sohn des mythischen Helden Theseus, liebt die athenische Prinzessin Aricie, die als einzige aus ihrem Geschlecht den Kampf gegen Theseus überlebt hat und Gefangene seines Vaters ist. Um vor dieser verbotenen Liebe zu fliehen, will sich Hippolyt auf die Suche nach seinem in unbekannter Ferne verschollenen Vater begeben. Auch Phädra, seine Stiefmutter, ist in eine leidenschaftliche und verbotene Liebe verfallen, nämlich zu ihrem Stiefsohn. Sie vertraut das Geheimnis der Amme Oenone an. Als die (falsche) Nachricht vom Tod des Theseus eintrifft, überredet die Amme sie, sich gegenüber Hippolyt zu bekennen. Hippolyt hat jedoch inzwischen Aricie eigenständig die Freiheit geschenkt und ihr seine Liebe gestanden. Als schließlich Phädra ihm ihre Liebe beichtet, weist er sie schroff ab und treibt sie damit in Verzweiflung. Phädra entreißt ihm das Schwert und fordert ihn auf, sie zu töten. Hippolyt flieht entsetzt.

Überraschend kehrt der tot geglaubte Theseus an den Hof zurück und erlebt, wie Sohn und Gemahlin ihm ausweichend begegnen. Die Amme Oenone überredet die verzweifelte und schuldbewusste Phädra, Theseus gegenüber das Geschehen so darzustellen, als ob sein Sohn ihr nachgestellt habe, und berichtet Theseus das angebliche Vergehen seines Sohnes. Als Theseus Hippolyt zur Rede stellt und dieser die Wahrheit verschweigt, um die Stiefmutter zu schützen, verflucht er den Sohn und bittet Poseidon, ihn durch Seeungeheuer vernichten zu lassen. Hippolyt läst sich auch durch Aricie nicht dazu überreden, dem Vater die Wahrheit zu sagen, und will mit ihr übers Meer fliehen. Als Phädra, die zuerst entschlossen ist, ihre Leidenschaft zu Hippolyt zu bekennen, von dessen Liebe zu Aricie erfährt, verfällt sie in Eifersucht und beklagt Oenones falsche Ratschläge und die eigene Schuld. Die von Phädra verstoßene Oenone stürzt sich ins Meer. Als Theseus die Unschuld seines Sohnes zu ahnen beginnt, ist es zu spät. Hippolyt ist durch ein Meeresungeheuer umgekommen. Phädra hat Gift genommen und gesteht sterbend dem Gatten die ehebrecherische Leidenschfaft zu seinem Sohn.

2 Interpretation

3 Unterricht

4 Literatur

5 Weblinks


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