Rayuela

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Rayuela ist ein Roman von Julio Cortázar. Der Roman erschien 1963 und gilt als Cortázars wichtigster und einer der bedeutendsten Romane der sogenannten "Boom"-Phase der lateinamerikanischen Literatur, in der diese mit Autoren wie Márquez, Llosa, Asturias, Cortázar u.a. Anschluss an die Weltliteratur gefunden hat.

1 Aufbau

Vor der Lektüre werden dem Leser zwei Vorgehensweisen vorgeschlagen: Entweder liest er den Roman vom 1. bis zum 56. Kapitel und lässt den letzten, mit „Entbehrliche Kapitel“ überschriebenen Teil weg, oder er folgt den Anweisungen am Ende jedes Kapitels auf einem verschlungenen Weg durch den Roman mit Vorgriffen und Rückgriffen und der Lektüre aller 155 Kapitel.

Der Roman besteht insgesamt aus drei Teilen. Der erste Teil (überschrieben mit „Vom anderen Ufer“) spielt in Paris, der zweite (überschrieben mit „Vom hiesigen Ufer“) in Buenos Aires. Der dritte Teil (überschrieben mit „Von anderen Ufern“)enthält die unterschiedlichsten Textteile: Einige Kapitel gehören inhaltlich zu den beiden ersten Romanteilen, andere enthalten die Romanpoetik des fiktiven Autors Morelli, die dem Roman Rayuela zugrunde zu liegen scheinen, weitere bringen Zitate anderer Schriftsteller und Philosophen, Zeitungsnotizen, innere Monologe und Gedanken nicht identifizierbarer Personen.

2 Inhalt

Die Hauptperson des Romans, Horacio Oliveira, stammt aus Buenos Aires, lebt im ersten Teil des Romans aber als Bohéme in Paris. Er gehört mit einer Gruppe Gleichgesinnter zum „Club der Schlange“, der sich im Atelier zweier Künstler trifft, Wodka trinkt, Gauloise raucht, Jazz hört und philosophische und ästhetische Fragen diskutiert. Intensiv werden die Theorien des von allen verehrten Romanschriftstellers Morelli erörtert. Horacio und der Maler Etienne werden zufällig Zeuge eines Verkehrsunfalls, bei dem ein alter Mann verletzt wird und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Ohne zu wissen warum, besuchen sie den Alten im Krankenhaus, der sich überraschend als Morelli entpuppt. Morelli beauftragt seine beiden Bewunderer, sich um seine Manuskripte zu kümmern, und gibt ihnen den Schlüssel zu seiner Wohnung. Dort trifft sich gegen Ende des ersten Teils der ganze Club, um Morellis Manuskripte zu sichten und zu diskutieren.

Ein anderer Handlungsstrang dreht sich um die Liebesbeziehung zwischen Horacio und Lucía, die „die Maga“ genannt wird. Die Maga stammt aus Montevideo und ist ebenfalls in Paris gestrandet. Sie hat eine schwere Kindheit hinter sich, mit einer früh gestorbenen Mutter, einem ständig betrunkenen und sie misshandelnden Vater und einem schwarzen Hausangestellten, der sie mit 14 vergewaltigt hat. Mit einem gerade geborenen Kind unter dem Arm ist sie mittellos nach Paris gegangen, um Gesang zu studieren. Horacio und die Maga treffen sich oft gewollt zufällig in den Straßen von Paris und erleben leidenschaftliche Begegnungen. Die Liebe zwischen beiden wird jedoch bald getrübt durch Eifersüchteleien. Horacio hat eine Geliebte mit dem Namen Pola, die er heimlich trifft. Er selbst verdächtigt die Maga, mit dem Clubmitglied Gregorovius zu schlafen.

Ein größeres Problem zwischen beiden entsteht, als die Maga ihren dreijährigen, ernsthaft erkrankten Sohn, den sie zunächst in Pflege aufs Land gegeben hatte, in die gemeinsame Einzimmerwohnung holt. Horacio flieht vor der Enge mit dem Kind, irrt durch die Straßen von Paris und gerät durch Zufall in das Konzert einer drittklassigen Pianistin. Aus Mitleid nimmt er sich der Dame an, die ihn jedoch schließlich als Wüstling missversteht und abweist. Währenddessen besucht Gregorovius und der ganze Club die Maga; auch Horacio stößt dazu. Während der Club über metaphysische Fragen diskutiert, stirbt unbemerkt im Hintergrund des Zimmers der Sohn der Maga. Als der Tod des Kindes entdeckt wird, bricht die Mutter zusammen, und Horacio verlässt die Wohnung. Als er einige Tage später zurückkommt, ist die Maga verschwunden, wohin weiß niemand.

Bei dem letzten Zusammentreffen des Clubs in Morellis Wohnung kommt es zum Eklat wegen Haracios Verhalten zu seinen beiden Frauen. Horacio erklärt seinen Austritt aus dem Club, irrt erneut durch Paris und lässt sich mit einer Clocharde ein. Dabei wird er von der Polizei aufgriffen und offensichtlich ausgewiesen.

Der zweite Teil des Romans beginnt mit Horacios Ankunft in Südamerika. Nach einer kurzen Suche nach der Maga in Montevideo landet Horacio in Buenos Aires und wird von seinem Jugendfreund Traveler und dessen Freundin Talita empfangen. Beide arbeiten in einem Zirkus, bei dem auch Horacio einen Job finden wird. Er quartiert sich in ein Hotelzimmer im 6. Stock gegenüber der Wohnung von Horacio und Talita ein. Als er eines Tages gerade Nägel und Mate von beiden braucht, bauen die drei, statt sechs Stockwerke runter und wieder rauf zu laufen, aus Brettern eine Brücke quer über die Straße. In einer halsbrecherischen Aktion bringt Talita Horacio die gewünschten Dinge. In dieser höchst symbolischen Szene wird deutlich, dass Horacio in Talita zunehmend die Maga sieht und Traveler zeitweise als seinen eigenen Doppelgänger erlebt.

Der Zirkus, bei dem die drei arbeiten, wird von seinem Direktor verkauft, der stattdessen eine Irrenanstalt erwirbt, den neuen Arbeitsplatz für Horacio, Talita und Traveler. Zwischen Horacio und Talita kommt es zu einer ebenso engen wie undurchsichtigen Beziehung. Horacio steigert sich zunehmend in eine Phantasiewelt, in der Talita und die Maga verschmelzen und er in Traveler seinen Gegner sieht. Ihm versucht er eines Tages eine Falle zu stellen, indem er sein Zimmer mit Fäden, Kugeln und Wasserbehältern auslegt und Traveler hineinlockt, damit dieser sich darin verfängt. Doch der phantastische Plan misslingt. Es kommt zu einem langen Gespräch zwischen Horacio und Traveler, während Talita, von Horacio nun gänzlich als die Maga wahrgenommen, unterhalb des Fensters von Horacios Zimmer auf dem Feld jenes Hüpfspiels steht, der dem Roman seinen Namen gegeben hat.

3 Weblinks

  • Rayuela Kurzbesprechung bei Wikipedia
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