Nana

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Nana ist ein Roman von Émile Zola. Er ist der neunte Roman des zwanzigbändigen Werkes Das Leben der Familie Rougon-Macquart.

1 Inhalt

Der Roman beginnt mit dem Auftritt der Exprostituierten Nana als Titelheldin in der Operette "Die blonde Venus", bei dem fast die gesamte korrupte Oberschicht zugegen ist. Nanas freizügiges Erscheinen auf der Bühne weckt trotz ihrer schlechten Qualitäten als Schauspielerin das Begehren sämtlicher Männer. Der Tochter einer Wäscherin und eines Alkoholikers werfen sich Minister, Bankiers, Aristokraten und Beamte zu Füßen und überhäufen sie mit Geschenken. In Nana selbst wird dadurch der Wunsch geweckt, reich zu sein und in der vornehmen Gesellschaft akzeptiert zu werden. Doch bei einem von ihr gegebenem Souper zeigt sich, dass ihre Gönner sie nur als Kokotte akzeptieren und sich lieber von ihr herabziehen lassen als sie zu sich hinaufziehen wollen.

Nana beginnt nun, ihre Verehrer berechnend auszunutzen. Die Beziehung zu dem reichen Bankier Steiner verhilft ihr zu dem Besitz eines Landgutes. Hierin zieht sich zurück, als sie von dem Pariser Leben genug hat. Sie geht hier zunächst eine Affäre mit dem jungen und verliebten Nachbarn Georges Hugon ein, opfert diese aber, als frühere Verehrer auftauchen, Steiner, dem sie das Landgut verdankt, und der fromme Graf Muffat, der ihr noch im Theater verfallen war. Indessen verliert sie ihre Stelle am Theater. Zwischen Steiner und Muffat kommt es zum Streit, als beide entdecken, dass Nana sie mit dem jeweils anderen betrügt. Nana jagt beide davon, verkauft ihren Besitz und zieht zu ihrem neuen Liebhaber, dem Schauspieler Fontan, in eine ärmliche Behausung auf dem Montmartre. Trotz seiner Hässlichkeit verfällt Nana dem brutalen Fontan, der sie misshandelt und sich ihr Geld aneignet.

Nana zieht zu ihrer früheren Freundin Satin, die als Straßendirne arbeitet, und geht mit ihr eine lesbische Beziehung ein. Sie kann sich jedoch aus diesem Sturz in die Niederung ihres Anfangs befreien, erhält durch eine Intrige erneut eine Rolle auf der Bühne und gewinnt den Grafen Muffat zurück. Dieser ermöglicht ihr erneut ein Leben im Luxus. Nana muss ihm dafür Treue versprechen, die sie jedoch bald bricht und so die Zuneigung des Grafen gefährdet. Als dieser jedoch den Beweis auch für die Untreue seiner Frau erhält, gibt er seine moralischen Bedenken auf und akzeptiert, dass Nana neben ihm noch weitere Liebhaber hat, die sie alle nicht weniger ausnimmt als ihn selbst. Erst als der Graf seinen eigenen Vater als Geliebten Nanas erlebt, besinnt er sich seiner früheren Frömmigkeit und gibt Nana auf. Diese verkauft ihr Hab und Gut und reist irgendwohin ins Ausland. Bei ihrer Rückkehr infiziert sie sich mit Pocken und stirbt einsam in einem ärmlichen Hotelzimmer. Gleichzeitig ertönt auf der Straße der Ruf "A Berlin! A Berlin!", der den Deutsch-Französischen Krieg ankündigt.

2 Weblinks

  • Nana Text in deutscher Übersetzung bei Zeno.org


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