Kalidasa

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Kalidasa gilt als der berühmteste Dichter der klassischen Sanskrit-Zeit und lebte zwischen 200 und 600 n.Chr., möglicherweise während des Gupta-Großreiches im 4. Jahrhundert. Er schrieb Epen, Dramen und Gedichte und wurde oft als der altindische Shakespeare bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

1 Leben

Über Kalidasas Leben ist wenig bekannt. Er soll ursprünglich der Kaste der Brahmanen angehört haben, wurde jedoch nach der Überlieferung früh Waise und von Hirten großgezogen. Die ausführlichen Beschreibungen der Hauptstadt des Gupta-Reiches in Kalidasa Werk lassen vermuten, dass er die größte Zeit seines Lebens hier verbrachte und möglicherweise Dichter am Hof des Gupta-Kaisers Chandragupta II. Vikrmadrya war, unter dessen Herrschaft die indische Kunstdichtung ihre Blüte erlangte. Die Göttin Kali (sein Name bedeutet 'Diener der Göttin Kali') soll ihn mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet haben. Um seine Gestalt ranken sich etliche Mythen und Legenden. So soll er mit einer Prinzessin verheiratet gewesen und von einer Kurtisane auf Sri Lanka ermordet worden sein.

2 Werk

Kalidasa schrieb Dramen, Epen und Gedichte. Die Stoffe entstammen der altindischen Mythologie und Sagenwelt. Seine Dramen drehen sich um Frauengestalten, die mit Königen verheiratet sind bzw. sich in sie verlieben. Ihre Gefühlsstärke und moralische Integrität hebt sie weit über das gängige Frauenbild der Zeit, das von der Minderwertigkeit der Frau gegenüber dem Mann ausging. Der Aufbau der Dramen orientiert sich an festgelegten Regeln. Nach dem obligatorischen Gebet lenkt ein Schauspieldirektor die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den Autor und das Stück. Die auftretenden Personen sprechen je nach ihrer sozialen Stellung verschiedene Sprachen, Sanskrit die Herrscher und Brahmanen, Volksdialekt die niederen Personen. Kalidasas Epen handeln von bekannten Herrscherhäusern und deren möglicherweise historisch realen Schicksalen, aber auch von Vorkommnissen zwischen den Göttern. Berühmt ist Kalidasa auch für seine Lyrik, die Natur und menschliche Siedlungen eindrucksvoll beschreibt.

Kalidas ist in seinem Werk stark der hinduistischen Religion verhaftet. Menschen- und Götterwelten sind ähnlich wie bei den Dichtern des alten Griechenland miteinander verwoben. Kalidas Werke enthalten außerdem Lehren über das richtige Ausüben von Herrschaft, deren Rolle vor allem darin gesehen wird, ihre Untertanen zu beschützen.

3 Werke

4 Literatur

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