Exemplarische Novellen

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Die Exemplarischen Novellen (span. Novelas Ejemplares) sind eine Sammlung von zwölf Novellen von Miguel de Cervantes, die 1613 erschienen sind.

Im Vorwort betont Cervantes, er sei der erste, der Novellen in spanischer Sprache geschrieben habe. Alle anderen auf Spanisch erschienenen Novellen seien "allesamt Übersetzungen aus fremden Sprachen, während diese hier meine eigenen sind, nicht nachgeahmt und nicht gestohlen. Mein Geist hat sie gezeugt, meine Feder sie zur Welt gebracht." Cervantes distanziert sich damit vehement von der Nachahmung klassischer Vorbilder, wie sie in der spanischen Novellistik seiner Zeit, die die Werke der italienischen Novellisten Boccacio, Bandello oder Cintios nachahmten, üblich war, und betont die originäre schöpferische Leistung des dichterischen Genies.

Die Bezeichnung als "exemplarische" Novellen im titel bezieht sich auf Cervantes Absicht, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu belehren. Die Novellen sollten als Exempel, die entweder abschrecken oder zur Nachahmung aufrufen, geeignet sein. Allerdings sind Cervantes Novellen meist so interessant und lebendig erzählt, dass die belehrende Absicht in den Hintergrund tritt.

Die zwölf Novellen gliedern sich in zwei Gruppen. Bei der einen geht es um handlungsreiche, z.T. märchenhafte Geschichten, die sich um Liebesverwicklungen drehen, die meist ein glückliches Ende finden. Hierzu gehören die Novellen: Der edelmütige Liebhaber, Die englische Spanierin, Die Stimme des Blutes, Die beiden Nebenbuhlerinnen und Das Fräulein Cornelia.

In der zweiten Gruppe geht es um die realistische und satirische Darstellung des spanischen Volkes: Das Zigeunermädchen, Die vornehme Küchenmagd, Der Eifersüchtige von Extremadura, Die trügerische Heirat, Der Lizenziat Vidriera, Riconet und Cortadillo, Zwiegespräch der Hunde.

Literatur

  • Novelas Ejemplares, Artikel in Kindlers Literaturlexikon, Bd. 16, München 1974, S. 6820 f.


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