Die Perser

Aus Weltliteratur
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Die Perser ist eine der großen Tragödien des griechischen Autors Aischylos und gilt als das älteste erhaltene Drama der Welt. Das Stück beruht auf der historischen Niederlage des persischen Großkönigs Xerxes I. in der Seeschlacht von Salamis im Jahre 480 v. Chr., an der Aischylos selbst auf griechischer Seite teilnahm. Es wurde im Jahr 472 v. Chr. erstmalig aufgeführt und bei den Dionysien mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zusammen mit den verlorengegangenen Dramen Phineus und Glaukos bildete es eine Trilogie.


1 Inhaltsangabe

Das Stück beginnt mit einem Monolog des Chorführers, der als Vertreter der persischen Edelleute ausführlich erzählt, wie das gewaltige Heer des Perserkönigs Xerxes I. sich auf den Weg nach Griechenland macht, um die Niederlage seines Vaters Darius I. bei Marathon (Griechenland) zu sühnen und die griechischen Städte seinem Reich anzuschließen. Darauf fällt der restliche Chor ein und führt die Erzählung weiter, berichtet dabei nicht nur von ersten Siegen, sondern auch von der Unterjochung des Meeres selbst - gemeint ist der Bau einer Brücke über den Hellespont, der die Erdteile Asien und Europa voneinander trennt. Doch auch die Sorge der einsam leidenden Perserfrauen um ihre in den Krieg gezogenen Männer bleibt nicht unerwähnt.

Nun tritt die Königinmutter Atossa, Frau des verstorbenen Darius, auf, die den versammelten Chor der Edelleute um Rat bittet. In einem Traum hat sie zwei Schwestern gleichen Stammes gesehen, die eine in persischem, die andere in griechischem Gewand, die bald in Streit und Zank geraten. Xerxes versucht, sie zu besänftigen und den Streit dadurch zu schlichten, dass er beide durch ein Joch vor seinen Wagen spannt. Doch wo die eine dieses willig annimmt, zerreißt die andere ihre Bande und schleift den Wagen zügellos davon. Als Folge stürzt Xerxes unter den Augen seines Vaters vom Wagen. Dessen gewahr zerreißt er aus Scham seine Kleider.

Als Atossa daraufhin den Göttern opfern will, um mögliches Leid von ihrem Sohn abzuwenden, sieht sie einen Adler, der vergeblich versucht sich am Altar vor dem angreifenden Habicht in Sicherheit zu bringen und sich diesem dann willenlos preisgibt.

Nach dem Rat der Chorherren, in Demut vor die Götter zu treten, entspinnt sich ein Zwiegespräch zwischen Atossa und dem Chor, in der sie ihn über Athen und seine Gebräuche ausfragt. Auf die Mitteilung, Athen habe keinen Gebieter, reagiert sie mit Unverständnis.

Nun tritt ein Bote auf, der kommentiert vom Wehklagen des Chores und später im Gespräch mit Atossa ausführlich vom schmachvollen Untergang der persischen Flotte erzählt, den allein Xerxes mit wenigen Getreuen überlebt hat. Nach seinem und Atossas Abgang bricht der Chor abermals in Wehklagen aus, weist auf die unzähligen von bitterem Leid getroffenen Mütter hin, die jung verheirateten Frauen, aber auch den Verlust der Schiffe und die schmachvolle Flucht des Herrschers. Selbst in Asien verweigern die Völker nun die Tribute.

Atossa kehrt schlicht gekleidet zurück, um unterstützt durch den Chor ihren toten Gemahl Darius heraufzubeschwören. Diesem ist für kurze Zeit erlaubt, von den Toten zurückzukehren. Im Gesprach mit Atossa prangert er den Frevel des Xerxes an, der mit dem Brückenschlag am heiligen Hellespont das Meer mit Ketten fesseln wollte und so vermessen den Gott Poseidon selbst herausgefordert hat. Aber auch die gotteslästerlichen wüsten Zerstörungen der Heiligtümer und das Rauben der Götterbilder beklagt er als Hochmut, der noch durch schlimmes Leid zu büßen sein wird. Mit der Bitte, seinen Sohn dennoch eines Königs würdig zu empfangen, versinkt er wieder im Boden.

Nach einem Loblied des Chors auf den weisen Darius, der mit Einsicht und Klugheit regierte, tritt endlich Xerxes selbst in zerrissenen Kleidern und einem leeren Köcher in der Hand auf. Sein Schicksal beklagend und mit sich selbst hadernd, nähert er sich dem Chor, der ihm vorwirft die Blüte seines Volkes in das Totenreich, den Hades, hinabgeschickt zu haben. Xerxes sieht sich durch einen Gott selbst besiegt und in bitterem Wehklagen zwischen ihm und dem Chor klingt das Stück aus.

2 Interpretation

Die Tragödie Die Perser gilt trotz des offen zu Tage tretenden Stolzes über den errungenen Sieg als herausragendes Beispiel dafür, wie auch der im Triumph geschlagene Feind nicht herabgesetzt werden muss, sondern durch die kunstvolle Spiegelung der "Gegenseite" inmitten der ganzen Tragik seiner Niederlage gesehen werden kann. Nicht das eigene Handeln, sondern die Taten der durch Frevel und Hybris erzürnten Götter entscheiden das Schicksal des tragischen Helden Xerxes, dessen Volk, die Perser, hier als Schwestervolk gesehen wird.

3 Übersetzungen

Eine bekannte Übertragung des Stoffes ins Deutsche stammt von Lion Feuchtwanger, die Annie Rosar am 23. März 1916 in München als Rezitation uraufführte. Daneben entstanden im 20. Jahrhundert viele weitere Übersetzungen, z.B. die von Wolfgang Schadewaldt von 1983. Weitere stammen von M. Braun (1961), D. Ebner (1990), G. Kelling (1993) und Durs Grünbein (2001). Die verbreitetste dürfte jedoch Emil Staigers aus Reclams Universalbibliothek sein.

4 Literatur

5 Weblinks

  • Die Perser Text der deutschen Übersetzung im Projekt Gutenberg


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