Der Kirschgarten

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Der Kirschgarten ist eine Komödie in vier Akten von Anton Tschechow. Es ist Tschechows letztes Werk und wurde zu seinem 44. Geburtstag 1904 in Moskau uraufgeführt. Der Autor starb ein halbes Jahr nach der Uraufführung an Tuberkulose.

1 Entstehung

Die Idee, für das Moskauer Künstlertheater unter der Leitung von Stanislawskij und Nemirowitsch-Dantschenko eine Komödie zu schreiben, geht auf den Beginn des Jahres 1901 zurück. Aber erst im Februar 1903 begann Tschechow mit der Niederschrift und brauchte acht Monaten zur Fertigstellung des Stückes. Die Arbeit an der Komödie war überschattet von Tschechows Lungentuberkolose, die ihm seit Jahren zu schaffen machte und um die Jahrhundertwende immer stärker zum Ausdruck kam und der er im Juli 1904 erlag. So ist die Untergangsthematik dieser tragischen Komödie auch durch Tschechows eigene Lebenssituation geprägt.

2 Inhalt

Das Stück spielt um 1900 auf einem russischen Adelssitz mit einem großen Kirschgarten. Die Besitzerin, Ljubow Andrejewna, lebt nach dem Tod ihres Mannes und nach dem tödlichen Unfall ihres Sohnes seit fünf Jahren in einer unglücklichen Beziehung mit ihrem Geliebten in Paris. Sie wird von ihrer Tochter Anja nach Russland zurückgerufen, da das Langut hoch verschuldet ist und versteigert werden soll. Bei ihrer Ankunft zu Beginn des Stückes wird Ljubow Andrejewna von Kindheitserinnerungen überwältigt. Aber das Landgut scheint nicht mehr zu retten zu sein. Sie selbst und ihr Bruder Gajew haben ihr Vermögen verschwendet, sie an ihren Geliebten, Gajew durch seine leichtsinnige Lebensweise. Lopachin, der Sohn eines früheren Leibeigenen, der es als Kaufmann zu einem gewissen Wohlstand gebracht hat, macht ihr den Vorschlag, den Kirschgarten abzuholzen, das Land zu parzellieren und für Datschen (Ferienhäuser) zu verpachten. Die Erinnerung an die alte Zeit und der blühende Kirschgarten lässt die Geschwister den Vorschlag zurückweisen. So kommt es zur Versteigerung, bei der das Gut an Lopachin fällt. Zum Abschied gibt die Gutsbesitzerin ein großes Fest, bei der jedoch keine festliche Stimmung aufkommen will, da der Grund und Boden, auf dem man tanzt, unrettbar verloren ist. Nach einer langen Abschiedszene, bei der im Hintergrund bereits die Axtschläge der Holzfäller im Kirschgarten zu hören sind, zerstreut sich die Familie in alle Richtungen. Ljubow Andrejewna geht zu ihrem untreuen und sie ausnutzenden Geliebten nach Paris zurück, Gajew tritt eine Stelle in einer Bank an und die Dienerschaft begibt sich auf die Suche nach neuen Beschäftigungen.

3 Interpretation

4 Wirkung

5 Unterricht

6 Literatur

  • Bodo Zelinsky (2003): Der Kirschgarten, in: Bodo Zelinsky (Hrg.): Tschechows Dramen, Stuttgart 2003, S. 103-142

7 Weblinks

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