Der Glöckner von Notre-Dame

Aus Weltliteratur
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Glöckner von Notre-Dame ist ein 1831 erschienener historischer Roman des französischen Schriftstellers Victor Hugo (1802-1885).

Illustration von Alfred Barbou

1 Inhalt

Quasimodo wurde als missgestaltetes Findelkind von Dom Claude Frollo, dem im Ruf eines Hexenmeisters stehenden Dompropst von Notre-Dame, aufgezogen und zum Glöckner von Notre-Dame ausgebildet.

Mit Quasimodo ist Victor Hugo eine phantastische Kombination von hässlichem Äußeren und hintergründigem Charakter gelungen. Im spätmittelalterlichen Paris wird Quasimodo am Tag des Narrenfestes (am 6. Januar) bei einem derben Volksfest zum Narrenpapst gewählt, während der Dichter Pierre Gringoire mit seinem Mysterienspiel beim Publikum unbeliebt geworden war. Eine wichtige Figur des Narrenfestes ist die Zigeunerin Esmeralda, die durch ihren Tanz Zuschauer gewinnt und Verfolger anlockt, so auch Dom Frollo. Als Gringoire ihr folgt, beobachtet er, wie Quasimodo Esmeralda entführen will.

Da es Dom Frollo nicht schafft, Esmeralda für sich zu gewinnen, treibt er sie in die Gewalt der Inquisition. Es gelingt Quasimodo, vorübergehend Kirchenasyl in Notre-Dame für die Verehrte zu ermöglichen. Die Kathedrale 'Notre-Dame de Paris' – hier eine Ansicht aus dem Jahr 1776 – gab dem Roman seinen Titel. Die Kathedrale 'Notre-Dame de Paris' – hier eine Ansicht aus dem Jahr 1776 – gab dem Roman seinen Titel.

Vor ihrer Hinrichtung kann er sie aber nicht retten. Quasimodo stürzt seinen Herrn Dom Frollo daraufhin von einem Turm der Kathedrale in die Tiefe. Er selbst stirbt am Grab der Esmeralda.

2 Charaktere

Pierre Gringoire
Pierre Gringoire ist der Sohn des Pächters der Amtsschreiberei von Gonesse, doch sein Vater wurde von den Burgundern gehenkt. Weil auch seine Mutter starb (sie wurde von den Pikarden bei der Belagerung von Paris ungefähr 20 Jahre zuvor getötet), war er seit seinem 6. Lebensjahr ein Waise. Bis zum sechzehnten Lebensjahr schlug er sich mit Betteln durch. Abends ließ er sich von der Wache aufgreifen, um nachts ein Strohbett in einer Zelle zu haben. Nachdem er erfahren musste, dass er zum Soldaten, Mönch, und zum Zimmermann nicht taugte, stieß er auf die Schulmeisterei, die ihm mehr zusagte. Sein Analphabetismus war für ihn kein Hindernis, so machte er sich zum Dichter und Tonsetzer, was er als besser als das Stehlen empfand. Der Priester Claude Frollo machte ihn schließlich zu seinem Lehrling, so dass er heute - mit 26 Jahren - sehr gebildet und kreativ ist.

Inzwischen ist Gringoire ein erfolgloser Dichter und Philosoph und der Ehemann von La Esmeralda. Er beherrscht viele Fremdsprachen, darunter Altgriechisch und Latein. Pierre Gringoire ist groß, dünn, hat blondes Haar und für sein Alter zu viele Falten. Er hält sich selbst für einen großen Künstler und reagiert sehr gereizt, wenn jemand seine Werke kritisiert. Sonst ist er ein eher ruhiger und sehr lebensfroher Mann, der stets auf der Suche nach neuen Wegen und Zielen ist. Des Weiteren ist er kein großer Frauenheld und ziemlich egoistisch. Letzteres lässt ihn schließlich gar zu einem richtigen „Kameradenschwein“ werden.

Pierre Gringoire hatte in das Rotwelschenreich eingeheiratet. Als er durch Zufall in den „Wunderhof“ der Bettler hineingerät und daraufhin gehenkt werden soll, erbarmt sich La Esmeralda und ehelicht ihn, um ihm so das Leben zu retten. Allerdings führen die beiden eine recht unpersönliche und lieblose Beziehung ohne jeglichen Körperkontakt. Pierre findet mehr Gefallen an der Ziege Djali. Auch während er dem Hexenprozess gegen Esmeralda und Djali beiwohnt, hat er mehr Mitleid mit der Ziege. Letztendlich entscheidet sich Pierre Gringoire, lieber Djali als die Zigeunerin vor ihrer Hinrichtung zu retten.

Obgleich sie ihn aufgrund seiner hohen Bildung und seiner philosophischen Gedankenwelt nicht immer verstehen, mögen die Rotwelschen Pierre Gringoire gut leiden und behandeln ihn sehr freundlich. Das macht schwer verständlich, dass sie der Dichter schließlich verrät und viele von ihnen ins Verderben stürzt.

Quasimodo
Diesen Namen bekam er von seinem Ziehvater Claude Frollo, der sich seiner annahm, als Quasimodo als Baby auf den Treppen Notre Dames gefunden wurde. Quasimodo ist das Abbild der Hässlichkeit, denn er ist schrecklich deformiert, hat einen Buckel und eines seiner Augen ist mit einer Warze bedeckt. Des Weiteren ist er durch das jahrelange Glockengeläut taub. Seine Liebe zu den Glocken Notre Dames und ihrem schönen Klang sind seine einzige Form der Kommunikation. Die Pariser Bürger genießen das Glockengeläut, sozusagen das Singen Quasimodos, dennoch verabscheuen sie ihn aufgrund seiner Hässlichkeit.

(La) Esmeralda
Die Esmeralda ist das uneheliche Kind eines französischen Freudenmädchens aus Reims und hieß eigentlich Agnès. Schon als kleines Kind war sie von überragender Schönheit. Als nun eines Tages ein Zigeunerstamm in die Stadt kam, stahlen sie das hübsche kleine Mädchen und tauschten es gegen den verkrüppelten und hässlichen Quasimodo ein, so dass Agnès bei den Zigeunern zu einer jungen Frau heranwuchs, ihre Bräuche und Lebensarten übernahm und den Namen 'La Esmeralda' bekam. Ihre Mutter war jedoch davon überzeugt, dass die Zigeuner ihre Tochter getötet hatten, betete und fastete daher für den Rest ihres Lebens als Klausnerin und verehrt einen Schuh, den das Kind bei seiner Entführung verloren hatte, wie eine Reliquie. Den zweiten Schuh trägt Esmeralda in einem kleinen Perlensäckchen um den Hals, in dem Glauben, dass sie dadurch eines Tages ihre wahre Mutter wieder finden könne. Erst kurz vor La Esmeraldas Hinrichtung kommen Mutter und Tochter wieder zusammen.

In Paris bekommt sie stark den damalig vorherrschenden Antiziganismus zu spüren. Esmeralda ist 16 Jahre alt und verdient ihr Geld als Tänzerin. Sie hat langes, schwarzes, gelocktes Haar, goldbraune Haut, große schwarze Augen und samtig-lange Wimpern. Sie ist schlank, zierlich und hat eine schmale Taille. Ihr Merkmal sind ihre niedlichen kleinen Füße. Viele Männer verlieben sich in sie. Neben Gringoire, der sich jedoch schnell damit abfindet, dass sie nicht an ihm interessiert ist, sind dabei hauptsächlich noch der Glöckner Quasimodo und der Priester Claude Frollo zu nennen, die aber darüber, dass das Mädchen sie nicht mag oder gar hasst, nie hinwegkommen. Doch La Esmeralda respektiert die Gefühle ihrer Mitmenschen wenig. Man muss fast sagen, dass ihr Verhalten wohl mehr von der Pubertät als von ihrem Herzen geleitet wird. So liebt sie nur schöne, starke und heldenhafte Männer, wie ihren Hauptmann Phöbus, auf dessen schlechten Charakter sie jedoch wenig achtet.

La Esmeralda ist furchtbar abergläubisch, was auf ihre Kindheit bei den Zigeunern zurückzuführen ist. So bemüht sie sich stets keusch zu bleiben, zumal sie der festen Überzeugung ist, nur so ihre Mutter je zu finden. Doch Phöbus schafft es fast, sie zu entjungfern. Allerdings wird er, noch ehe ihm das gelingt, von Claude Frollo außer Gefecht gesetzt. Matthias Hunyadi Spicali ist der Anführer von La Esmeraldas Stamm. Sie sind seit etwa einem Jahr in Paris.

Dom Claude Frollo
Archidiakon Frollo ist der Antagonist des Romans. Dennoch verkörpert er nicht den typischen schlechten Charakter. Aufopfernd kümmert er sich um seinen jüngeren Bruder Jean, der ihm dankt, indem er sein ganzes Geld verspielt und seine Studien vernachlässigt. Ebenfalls versucht er Quasimodo zu unterrichten, was durch dessen Taubheit erheblich erschwert wird. Der Abstieg Frollos in die schwarze Magie und in den Wahnsinn wird durch seinen Misserfolg erklärt, Jean oder Quasimodo nach seinen Vorstellungen zu formen. Quasimodo ist für ihn ein willenloses Werkzeug, das seinen Befehlen zu gehorchen hat und dennoch versucht er ihn vor der Abscheu der Pariser zu schützen. Sein Herz entbrennt für Esmeralda, als er ihr zum ersten Mal begegnet. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen zu Esmeralda und seinem kirchlichen Gelübde.

Clopin Trouillefou
Clopin Trouillefou ist der König von Tunesien und der Bettler und der erhabene Selbstherrscher über das Königreich der Rotwelschen. Er ist ein wahrer Verwandlungskünstler und guter Schauspieler was zum einen sein Äußeres, zum anderen seinen Charakter betrifft. Einerseits hat er viele schlechte Eigenschaften und Unarten wie die Reizbarkeit und Arroganz. Andererseits ist er aber auch ein sehr guter Freund und hält viel auf Kameradschaftlichkeit, was wichtige Eigenschaften eines Bettlerkönigs sind, da ihr „Königreich“ nur auf Kameradschaft aufbaut. Mit Esmeralda verbindet ihn eine fast väterliche Beziehung, er ist eifersüchtig auf Gringoire als dieser Esmeralda heiratet, doch käme ihm nie in den Sinn, Esmeralda selbst zu seiner Geliebten zu machen.

Phoebus de Châteaupers
Phoebus de Châteaupers ist Hauptmann der 'Archers du Roy' (etwa königliche Leibgarde). Er ist mit Fleur de Lys verlobt, was ihn von seinen Affären nicht abhält. Er selbst wirkt anziehend auf Frauen, was er stark ausnutzt. Auch La Esmeralda verliebt sich zu ihrem Unglück in den schönen und jungen Hauptmann, dessen Vorname so gut passend zu seinen blonden Haaren „Sonne“ bedeutet. Doch Phoebus interessiert sich nur für eine Nacht mit ihr. Er ignoriert ihren Wunsch, jungfräulich zu bleiben, da sie glaubt, nur als Jungfrau ihre Mutter wiederfinden zu können. Als Esmeralda des Mordes und der Hexerei bezichtigt wird, steht er ihr nicht zur Seite, sondern kehrt zu Fleur de Lys zurück.

Er ist gut mit Jean Frollo befreundet.

Von Phoebus heißt es zum Schluss des Buches, er endete tragisch: Er heiratete.

Jean Frollo
(frz.= Johannes) Frollo du Moulin starben, als er noch ein kleines Baby war, bei einer Pestepidemie. Daraufhin nahm sich sein großer Bruder, der verteufelte Priester und Alchimist Claude Frollo, seiner an, der zu ihm eine innige Beziehung hatte und dessen größtes Ziel und Lebenswerk es war, aus Jean einen gelehrten und kultivierten Menschen zu machen. Er schickte ihn daher zur Schule und ließ ihn studieren. Doch Johannes macht Claude stets großen Kummer. Er ist frech und vernachlässigt sein Studium. Darüber hinaus ist Jean faul und undankbar. So wird er letztendlich auch Landstreicher und zieht in den Hof der Wunder ein. Jean ist sechzehn Jahre alt, hat blonde Locken, rosige Lippen, kecke blaue Augen und eine Stupsnase. Er ist sehr von sich selbst überzeugt, schwärmt davon, dass alle Mädchen in ihn verliebt wären und hält sich für allmächtig. Diese Arroganz führt schließlich zu seinem Tod. Obwohl Jean Frollo du Moulin den Bettlerkönig sehr respektlos behandelt, bringt ihm Clopin Trouillefou eine relativ große Zuneigung entgegen. Beim Sturm auf Notre-Dame wird er von Quasimodo getötet, der ihn für einen Soldaten hält.

Mathias Hunyadi Spicali
Der zweite Rotwelschenanführer ist Spicali. Er ist der Herzog von Böhmen und Ägypten und Zigeunerhauptmann. Er ist schon recht alt und gebrechlich, sehr abergläubisch und weiß vor allem über weiße und schwarze Zauberkunst Bescheid. Er trägt immer einen Lumpen um den Kopf gewickelt.

Guillaume Rousseau
Guillaume Rousseau ist der Kaiser von Galiläa. Er will immer Spaß haben, beschäftigt sich deshalb oft mit Dirnen, ist dick und stets betrunken. Er ist der dritte große Herrscher über das Rotwelschenreich.

Djali
Djali ist die kleine Ziege von La Esmeralda. Sie ist hübsch, zierlich und geschmeidig, hat ein ganz und gar schneeweißes Fell und ihre Hufe und Hörner sind vergoldet. Durch ihre Niedlichkeit erobert sie schnell das Herz von Pierre Gringoire und er liebt sie schließlich mehr als Esmeralda, so dass er letztendlich auch das Tier anstelle von Esmeralda vor dem Tod rettet. Djali beherrscht eine Menge kleiner Kunststücke wie das Nachahmen bestimmter Leute oder das Bilden von Wörtern mit Buchstabensteinchen, womit sie La Esmeralda allerdings ziemlich in Schwierigkeiten bringt. Djali folgt ihrer Herrin stets und kam mit ihr in den Wunderhof.

Andry le Rouge, Bellevinge de l'Etoile & Francois Chante-Prune
Diese drei Rotwelschen sind die Handlanger Clopin Trouillefous. Sie sind für das Hängen der „Wunderhof-Eindringlinge“ verantwortlich. Während der hünenhafte Bellevigne de l'Etoile dabei auf den Querbalken des Galgens klettern muss und bei Trouillefous Signal auf die Schultern des Opfers springen, um einen schnellen und sicheren Tod zu garantieren, ist es die Aufgabe des roten Andrys im selben Moment den Schemel, auf dem das Opfer steht, mit einem Kniestoß umzukippen und schließlich hat sich ebenfalls beim Ertönen des Klatschens François Chante-Prune (von uns liebevoll 'Pflaume' genannt) an die Beine des Hinzurichtenden zu hängen. Bellevigne de l'Etoile stirbt beim Angriff der Landstreicher auf die Kathedrale.

Fleur de Lys
Fleur de Lys ist eine Adelige und die Verlobte von Phoebus de Châteupers. Sie ist ungefähr 14 Jahre alt und kokett. Ihre Haare sind hellblond und die Haut zart und weiß. Sie liebt Phoebus sehr treu und zärtlich, ahnt jedoch, dass er eine Affäre mit Esmeralda hat. Am Schluss vergibt sie ihm alles und heiratet Phoebus.

3 Unterricht

4 Literatur

5 Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Der Glöckner von Notre-Dame aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Meine Werkzeuge