Aeneis

Aus Weltliteratur
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Die Aeneis ist das Hauptwerk des antiken Dichters Vergil und gilt als das römische Nationalepos.

1 Inhalt

Der Aufbau der Aeneis verbindet mehrere Gliederungskonzepte. Am auffälligsten ist die Aufteilung in eine „odysseische“ und eine „iliadische“ Hälfte: Die ersten sechs Bücher der Aeneis übernehmen viele Motive aus Homers Odyssee (z.B. Seesturm, Irrfahrten, Abstieg in die Unterwelt). In den weiteren sechs Büchern, die die Kämpfe in Latium beschreiben, orientiert Vergil sich an der Ilias. Ferner gibt es Vierer-, Dreier-und Zweiergruppen.

Die Bücher 1 und 4 bilden einen Rahmen: Aeneas landet nach einem Seesturm, den er dem Zorn der Juno verdankt, an der Küste Karthagos. Dort wird er von Königin Dido gastlich aufgenommen. Venus, die Mutter Aeneas’, sorgt aus Angst um ihren Sohn dafür, dass sich Dido in den Gast verliebt.

In den Büchern 2 und 3 erzählt Aeneas am Hofe Didos rückblickend vom Untergang Trojas und seinen Irrfahrten: Auf Geheiß Jupiters flieht er aus der brennenden Stadt, um ein neues Troja zu gründen. Er kann seinen Sohn Ascanius (Iulus), seinen Vater Anchises und die Penaten retten, nicht aber seine Frau Kreusa. Nach vielen Abenteuern (u. a. Harpyien, Skylla und Charybdis, Kyklopen) gelangt er nach Karthago.

Im vierten Buch entbrennt Dido offen für Aeneas. Venus und Juno, die Beschützerin Didos, schließen ein Zweckbündnis und es kommt während eines Unwetters bei einer Jagd zur Liebesvereinigung in einer Höhle, begleitet von einer Art kosmischen Parodie eines Hochzeitsritus. Aeneas und Dido werden ein Paar; Dido nennt ihr Zusammensein „eheähnliche Verbindung“ (coniugium im Gegensatz zu conubium, der Rechtsform der Ehe), verbrämt damit aber, so der Dichter, nur ihre Schuld: denn sie hat geschworen, ihrem ermordeten Gatten Sychaeus eine univira (Frau eines Mannes) zu bleiben. Das Gerücht von der Affäre gelangt schließlich zu den Ohren Jupiters. Der sendet Merkur los, um Aeneas an seinen Schicksalsauftrag zu erinnern. Aeneas gehorcht sofort und rüstet zur Abfahrt. Als Dido davon erfährt, macht sie ihm verzweifelte Vorhaltungen. Aeneas aber bleibt fest. Heimlich reist er ab. Darauf tötet Dido sich mit einem Schwert, einem Geschenk Aeneas', selbst auf einem Scheiterhaufen. Doch zuvor schwört sie Rache und schafft so die Grundlage für den späteren Konflikt zwischen Rom und Karthago.

Im fünften Buch hält Aeneas auf Sizilien Leichenspiele für seinen inzwischen verstorbenen Vater Anchises ab. Als auf Veranlassung Junos die reisemüden Frauen beginnen, die Schiffe zu verbrennen, lässt er einen Teil seiner Gefolgschaft auf der Insel zurück und segelt mit dem Rest an die italische Küste. Nach der Landung (Buch 6) steigt Aeneas mit der Sibylle von Cumae in die Unterwelt ab. Dort erfährt er durch Anchises von der künftigen Größe und dem Geschichtsauftrag Roms, der Stadt, die aus seiner Gründung entstehen wird.

Mit Buch 7 beginnt die Geschichte der Kämpfe Aeneas’. Er landet in Latium, dem verheißenen Land, und wird dort von König Latinus freundlich aufgenommen. Latinus verspricht ihm seine Tochter Lavinia zur Frau. Juno interveniert vermittels der Furie Allecto und hetzt den Fürsten der Rutuler, Turnus, der seinerseits Lavinia begehrt, zum Krieg gegen Aeneas auf.

In Buch 8 sucht Aeneas Verbündete bei Euander von Arkadien und bei den Etruskern. Zwischenzeitlich (Buch 9) geraten die Trojaner in größte Gefahr, als Turnus ihr Lager angreift.

In Buch 10 beendet Jupiter eine Götterversammlung damit, dass er den Kampfparteien freie Hand gibt: Das Schicksal wird seinen Weg finden. Das Kriegsglück wendet sich für die Trojaner: Aeneas kommt zurück und verteidigt das Lager. Dabei stirbt Pallas, der jugendliche Sohn des Euander, im Kampf gegen Turnus. Buch 11 berichtet von Leichenfeiern und einem Waffenstillstand, daneben von weiteren Kämpfen.

Im letzten Buch greift Juno anfangs noch einmal für Turnus ein. Danach kommt es aber zum entscheidenden Zweikampf zwischen ihm und Aeneas. Aeneas siegt; Turnus fleht um Gnade. Aeneas hält inne; da fällt sein Blick auf das Wehrgehenk, das Turnus dem getöteten Pallas abgenommen hat, und zornentflammt tötet er den besiegten Gegner.

2 Interpretation

3 Unterricht

4 Literatur

5 Weblinks

  • Aeneis Text in der Übersetzung von Wilhelm Hertzberg bei Zeno.org


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