<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-x-formal">
	<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Dieter+Kasang</id>
	<title>Weltliteratur - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Dieter+Kasang"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Dieter_Kasang"/>
	<updated>2026-04-30T18:22:40Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.45.3</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Rayuela&amp;diff=4539</id>
		<title>Rayuela</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Rayuela&amp;diff=4539"/>
		<updated>2010-01-03T09:33:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Rayuela&#039;&#039;&#039; ist ein Roman von [[Julio Cortázar]]. Der Roman erschien 1963 und gilt als Cortázars wichtigster und einer der bedeutendsten Romane der sogenannten &amp;quot;Boom&amp;quot;-Phase der lateinamerikanischen Literatur, in der diese mit Autoren wie Márquez, Llosa, Asturias, Cortázar u.a. Anschluss an die Weltliteratur gefunden hat.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Lektüre werden dem Leser zwei Vorgehensweisen vorgeschlagen: Entweder liest er den Roman vom 1. bis zum 56. Kapitel und lässt den letzten, mit „Entbehrliche Kapitel“ überschriebenen Teil weg, oder er folgt den Anweisungen am Ende jedes Kapitels auf einem verschlungenen Weg durch den Roman mit Vorgriffen und Rückgriffen und der Lektüre aller 155 Kapitel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman besteht insgesamt aus drei Teilen. Der erste Teil (überschrieben mit „Vom anderen Ufer“) spielt in Paris, der zweite (überschrieben mit „Vom hiesigen Ufer“) in Buenos Aires. Der dritte Teil  (überschrieben mit „Von anderen Ufern“)enthält die unterschiedlichsten Textteile: Einige Kapitel gehören inhaltlich zu den beiden ersten Romanteilen, andere enthalten die Romanpoetik des fiktiven Autors Morelli, die dem Roman Rayuela zugrunde zu liegen scheinen, weitere bringen Zitate anderer Schriftsteller und Philosophen, Zeitungsnotizen, innere Monologe und Gedanken nicht identifizierbarer Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptperson des Romans, Horacio Oliveira, stammt aus Buenos Aires, lebt im ersten Teil des Romans aber als Bohéme in Paris. Er gehört mit einer Gruppe Gleichgesinnter zum „Club der Schlange“, der sich im Atelier zweier Künstler trifft, Wodka trinkt, Gauloise raucht, Jazz hört und philosophische und ästhetische Fragen diskutiert. Intensiv werden die Theorien des von allen verehrten Romanschriftstellers Morelli erörtert. Horacio und der Maler Etienne werden zufällig Zeuge eines Verkehrsunfalls, bei dem ein alter Mann verletzt wird und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Ohne zu wissen warum, besuchen sie den Alten im Krankenhaus, der sich überraschend als Morelli entpuppt. Morelli beauftragt seine beiden Bewunderer, sich um seine Manuskripte zu kümmern, und gibt ihnen den Schlüssel zu seiner Wohnung. Dort trifft sich gegen Ende des ersten Teils der ganze Club, um Morellis Manuskripte zu sichten und zu diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Handlungsstrang dreht sich um die Liebesbeziehung zwischen Horacio und Lucía, die „die Maga“ genannt wird. Die Maga stammt aus Montevideo und ist ebenfalls in Paris gestrandet. Sie hat eine schwere Kindheit hinter sich, mit einer früh gestorbenen Mutter, einem ständig betrunkenen und sie misshandelnden Vater und einem schwarzen Hausangestellten, der sie mit 14 vergewaltigt hat. Mit einem gerade geborenen Kind unter dem Arm ist sie mittellos nach Paris gegangen, um Gesang zu studieren. Horacio und die Maga treffen sich oft gewollt zufällig in den Straßen von Paris und erleben leidenschaftliche Begegnungen. Die Liebe zwischen beiden wird jedoch bald getrübt durch Eifersüchteleien. Horacio hat eine Geliebte mit dem Namen Pola, die er heimlich trifft. Er selbst verdächtigt die Maga, mit dem Clubmitglied Gregorovius zu schlafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein größeres Problem zwischen beiden entsteht, als die Maga ihren dreijährigen, ernsthaft erkrankten Sohn, den sie zunächst in Pflege aufs Land gegeben hatte, in die gemeinsame Einzimmerwohnung holt. Horacio flieht vor der Enge mit dem Kind, irrt durch die Straßen von Paris und gerät durch Zufall in das Konzert einer drittklassigen Pianistin. Aus Mitleid nimmt er sich der Dame an, die ihn jedoch schließlich als Wüstling missversteht und abweist. Währenddessen besucht Gregorovius und der ganze Club die Maga; auch Horacio stößt dazu. Während der Club über metaphysische Fragen diskutiert, stirbt unbemerkt im Hintergrund des Zimmers der Sohn der Maga. Als der Tod des Kindes entdeckt wird, bricht die Mutter zusammen, und Horacio verlässt die Wohnung. Als er einige Tage später zurückkommt, ist die Maga verschwunden, wohin weiß niemand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem letzten Zusammentreffen des Clubs in Morellis Wohnung kommt es zum Eklat wegen Haracios Verhalten zu seinen beiden Frauen. Horacio erklärt seinen Austritt aus dem Club, irrt erneut durch Paris und lässt sich mit einer Clocharde ein. Dabei wird er von der Polizei aufgriffen und offensichtlich ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil des Romans beginnt mit Horacios Ankunft in Südamerika. Nach einer kurzen Suche nach der Maga in Montevideo landet Horacio in Buenos Aires und wird von seinem Jugendfreund Traveler und dessen Freundin Talita empfangen. Beide arbeiten in einem Zirkus, bei dem auch Horacio einen Job finden wird. Er quartiert sich in ein Hotelzimmer im 6. Stock gegenüber der Wohnung von Horacio und Talita ein. Als er eines Tages gerade Nägel und Mate von beiden braucht, bauen die drei, statt sechs Stockwerke runter und wieder rauf zu laufen, aus Brettern eine Brücke quer über die Straße. In einer halsbrecherischen Aktion bringt Talita Horacio die gewünschten Dinge. In dieser höchst symbolischen Szene wird deutlich, dass Horacio in Talita zunehmend die Maga sieht und Traveler zeitweise als seinen eigenen Doppelgänger erlebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zirkus, bei dem die drei arbeiten, wird von seinem Direktor verkauft, der stattdessen eine Irrenanstalt erwirbt, den neuen Arbeitsplatz für Horacio, Talita und Traveler. Zwischen Horacio und Talita kommt es zu einer ebenso engen wie undurchsichtigen Beziehung. Horacio steigert sich zunehmend in eine Phantasiewelt, in der Talita und die Maga verschmelzen und er in Traveler seinen Gegner sieht. Ihm versucht er eines Tages eine Falle zu stellen, indem er sein Zimmer mit Fäden, Kugeln und Wasserbehältern auslegt und Traveler hineinlockt, damit dieser sich darin verfängt. Doch der phantastische Plan misslingt. Es kommt zu einem langen Gespräch zwischen Horacio und Traveler, während Talita, von Horacio nun gänzlich als die Maga wahrgenommen, unterhalb des Fensters von Horacios Zimmer auf dem Feld jenes Hüpfspiels steht, der dem Roman seinen Namen gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Rayuela Rayuela] Kurzbesprechung bei Wikipedia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinamerikanische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tennessee_Williams&amp;diff=4527</id>
		<title>Tennessee Williams</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tennessee_Williams&amp;diff=4527"/>
		<updated>2009-12-17T09:01:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tennessee Williams&#039;&#039;&#039; (* 26. März 1911 in Columbus, Bundesstaat Mississippi; † 25. Februar 1983 in New York City; eigentlich Thomas Lanier Williams) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Den Spitznamen „Tennessee“ erhielt er von Collegefreunden an der University of Missouri, weil sein Vater im Bundesstaat Tennessee geboren wurde. Seine Großeltern, bei denen er oft und gern zu Besuch war, lebten immer noch dort, was für seinen Akzent prägend war. Das in Hollywood zunächst abgelehnte Script für Die Glasmenagerie markierte 1944 in Chicago Williams’ ersten Bühnenerfolg. Das Stück Die tätowierte Rose (seinem Lebensgefährten Frank Merlo gewidmet) erhielt den Tony Award für bestes Schauspiel. Es wurde 1950 ebenfalls in Chicago uraufgeführt. Kritiker rechnen Williams’ Stil der Südstaatengothik zu. 1956 Träger des Pulitzer-Preises.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
Tennessee Williams wuchs in Columbus/Mississippi auf und erlebte dort eine relativ glückliche Kindheit, obwohl sein Vater als reisender Schuhverkäufer oft abwesend war und ein recht unstetes Leben führte. 1918 musste er mit seiner Familie nach St. Louis ziehen, wo er seine Jugend verbrachte und in beengten, ärmlichen Verhältnissen lebte. Von 1929 bis 1932 studierte er Publizistik und Theaterwissenschaften an der Columbia University (Missouri); nach Abbruch des Studiums jobbte er als Arbeiter in einer Schuhfabrik. In New York besuchte er die Kurse von Erwin Piscator für junge Dramatiker. Bevor Williams 1944 mit The Glass Menagerie seinen ersten Bühnenerfolg feiern konnte, wurde das Script für dieses Stück während eines kurzen, erfolglosen Gastspiels in Hollywood abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine schwierigen Familienverhältnisse finden teilweise Widerhall in seinem schriftstellerischen Werk. Sein Vater, Cornelius Williams, ein Handelsreisender für Schuhe, schlug seine Kinder. Die Mutter, Edwina Williams, stammte aus einer vormals wohlhabenden Südstaatenfamilie. Sein Bruder, Dakin Williams, wurde vom Vater gegenüber Tennessee bevorzugt. Seine Schwester, Rose Williams, war psychisch krank und emotional instabil. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens unter ärztlicher Aufsicht. Eine von den Eltern letztendlich erlaubte Lobotomie hat Tennessee ihnen nie verziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Figuren in Tennessee Williams’ Schauspielen werden oft vor seinem Familienhintergrund gesehen. Laura Wingfield in The Glass Menagerie wird oft als von seiner Schwester Rose inspiriert angesehen und Amanda Wingfield von seiner Mutter. Andere Figuren, wie etwa Tom Wingfield in The Glass Menagerie und Sebastian in Suddenly Last Summer, gelten ebenfalls als autobiographisch. Auch die Hauptfigur in Cat on A Hot Tin Roof, Brick Pollitt, weist starke autobiographische Züge auf. Vor allem war Williams jedoch ein Autor des Südens der USA. New Orleans, das Delta des Mississippi River und die Küste des Golfs von Mexiko sind Schauplätze seiner Stücke. Und so diente neben den autobiographischen Bezügen vor allem das Bild der puritanisch-bürgerlichen Südstaatengesellschaft als Vorlage zahlreicher seiner Theaterstücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Memoiren behauptet Williams, er sei schon als Teenager sexuell aktiv geworden. Dagegen verlegt sein Biograph Lyle Leverich dies in seine späten 20er Jahre. Die wichtigste homosexuelle Beziehung Williams’ war die zu seinem Sekretär Frank Merlo. Sie begann 1947 und endete mit Merlos Krebstod im Jahre 1961, der Tennessee in jahrelange Depressionen stürzte. Während ihres Zusammenseins gab Merlo Williams emotionale Stabilität. Die Werke dieser Zeit gelten als seine besten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Williams wurde Opfer eines Gay-bashings im Januar 1979 in Key West. Fünf Teenager schlugen ihn zusammen, aber er wurde nicht ernsthaft verletzt. Die Episode war Teil einer Serie von anti-schwuler Gewalt, die dort stattfand, nachdem ein örtlicher Baptistenprediger eine Zeitungsanzeige gegen Homosexualität schaltete. Viele seiner Kritiker haben vermeintliche „Exzesse“ in seinem Werk kritisiert; es wird allgemein angenommen, damit seien Angriffe auf Williams’ sexuelle Identität gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1955 gewann Williams den Pulitzer-Preis für das Drama „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (Cat on A Hot Tin Roof), und im Jahre 1948 für „Endstation Sehnsucht“ (A Streetcar Named Desire). Kritiker ordnen seine Schauspiele dem „Southern Gothic“ Stil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Williams verbrachte viele Jahre in Rom, ihn verband eine tiefe Freundschaft mit der berühmten italienischen Schauspielerin Anna Magnani. Für sie schrieb er zwei Stücke, „The Rose Tattoo“ und „Orpheus Descending“, in denen sie jeweils die Hauptrolle spielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tennessee Williams erstickte am 24. Februar 1983 im Alter von 71 Jahren an einem Flaschenverschluss in seiner New Yorker City-Residenz im Hotel Elysee. Andere (u. a. sein Bruder Dakin Williams) nehmen an, er sei ermordet worden. Beerdigt wurde er in St. Louis, Missouri.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Die Glasmenagerie]] 1944&lt;br /&gt;
* [[Endstation Sehnsucht]] 1947&lt;br /&gt;
* [[Die tätowierte Rose]] 1950&lt;br /&gt;
* [[Die Katze auf dem heißen Blechdach]] 1955&lt;br /&gt;
* [[Plötzlich letzten Sommer]] 1958&lt;br /&gt;
* [[Die Nacht des Leguan]] 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.williams Tennessee Williams] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur|Williams, Tennessee]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tennessee_Williams&amp;diff=4526</id>
		<title>Tennessee Williams</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tennessee_Williams&amp;diff=4526"/>
		<updated>2009-12-17T09:00:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 87.186.36.22 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von 85.182.13.248 wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tennessee Williams&#039;&#039;&#039; (* 26. März 1911 in Columbus, Bundesstaat Mississippi; † 25. Februar 1983 in New York City; eigentlich Thomas Lanier Williams) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Den Spitznamen „Tennessee“ erhielt er von Collegefreunden an der University of Missouri, weil sein Vater im Bundesstaat Tennessee geboren wurde. Seine Großeltern, bei denen er oft und gern zu Besuch war, lebten immer noch dort, was für seinen Akzent prägend war. Das in Hollywood zunächst abgelehnte Script für Die Glasmenagerie markierte 1944 in Chicago Williams’ ersten Bühnenerfolg. Das Stück Die tätowierte Rose (seinem Lebensgefährten Frank Merlo gewidmet) erhielt den Tony Award für bestes Schauspiel. Es wurde 1950 ebenfalls in Chicago uraufgeführt. Kritiker rechnen Williams’ Stil der Südstaatengothik zu. 1956 Träger des Pulitzer-Preises.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
Tennessee Williams wuchs in Columbus/Mississippi auf und erlebte dort eine relativ glückliche Kindheit, obwohl sein Vater als reisender Schuhverkäufer oft abwesend war und ein recht unstetes Leben führte. 1918 musste er mit seiner Familie nach St. Louis ziehen, wo er seine Jugend verbrachte und in beengten, ärmlichen Verhältnissen lebte. Von 1929 bis 1932 studierte er Publizistik und Theaterwissenschaften an der Columbia University (Missouri); nach Abbruch des Studiums jobbte er als Arbeiter in einer Schuhfabrik. In New York besuchte er die Kurse von Erwin Piscator für junge Dramatiker. Bevor Williams 1944 mit The Glass Menagerie seinen ersten Bühnenerfolg feiern konnte, wurde das Script für dieses Stück während eines kurzen, erfolglosen Gastspiels in Hollywood abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine schwierigen Familienverhältnisse finden teilweise Widerhall in seinem schriftstellerischen Werk. Sein Vater, Cornelius Williams, ein Handelsreisender für Schuhe, schlug seine Kinder. Die Mutter, Edwina Williams, stammte aus einer vormals wohlhabenden Südstaatenfamilie. Sein Bruder, Dakin Williams, wurde vom Vater gegenüber Tennessee bevorzugt. Seine Schwester, Rose Williams, war psychisch krank und emotional instabil. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens unter ärztlicher Aufsicht. Eine von den Eltern letztendlich erlaubte Lobotomie hat Tennessee ihnen nie verziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Figuren in Tennessee Williams’ Schauspielen werden oft vor seinem Familienhintergrund gesehen. Laura Wingfield in The Glass Menagerie wird oft als von seiner Schwester Rose inspiriert angesehen und Amanda Wingfield von seiner Mutter. Andere Figuren, wie etwa Tom Wingfield in The Glass Menagerie und Sebastian in Suddenly Last Summer, gelten ebenfalls als autobiographisch. Auch die Hauptfigur in Cat on A Hot Tin Roof, Brick Pollitt, weist starke autobiographische Züge auf. Vor allem war Williams jedoch ein Autor des Südens der USA. New Orleans, das Delta des Mississippi River und die Küste des Golfs von Mexiko sind Schauplätze seiner Stücke. Und so diente neben den autobiographischen Bezügen vor allem das Bild der puritanisch-bürgerlichen Südstaatengesellschaft als Vorlage zahlreicher seiner Theaterstücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Memoiren behauptet Williams, er sei schon als Teenager sexuell aktiv geworden. Dagegen verlegt sein Biograph Lyle Leverich dies in seine späten 20er Jahre. Die wichtigste homosexuelle Beziehung Williams’ war die zu seinem Sekretär Frank Merlo. Sie begann 1947 und endete mit Merlos Krebstod im Jahre 1961, der Tennessee in jahrelange Depressionen stürzte. Während ihres Zusammenseins gab Merlo Williams emotionale Stabilität. Die Werke dieser Zeit gelten als seine besten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Williams wurde Opfer eines Gay-bashings im Januar 1979 in Key West. Fünf Teenager schlugen ihn zusammen, aber er wurde nicht ernsthaft verletzt. Die Episode war Teil einer Serie von anti-schwuler Gewalt, die dort stattfand, nachdem ein örtlicher Baptistenprediger eine Zeitungsanzeige gegen Homosexualität schaltete. Viele seiner Kritiker haben vermeintliche „Exzesse“ in seinem Werk kritisiert; es wird allgemein angenommen, damit seien Angriffe auf Williams’ sexuelle Identität gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1955 gewann Williams den Pulitzer-Preis für das Drama „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (Cat on A Hot Tin Roof), und im Jahre 1948 für „Endstation Sehnsucht“ (A Streetcar Named Desire). Kritiker ordnen seine Schauspiele dem „Southern Gothic“ Stil zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Williams verbrachte viele Jahre in Rom, ihn verband eine tiefe Freundschaft mit der berühmten italienischen Schauspielerin Anna Magnani. Für sie schrieb er zwei Stücke, „The Rose Tattoo“ und „Orpheus Descending“, in denen sie jeweils die Hauptrolle spielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tennessee Williams erstickte am 24. Februar 1983 im Alter von 71 Jahren an einem Flaschenverschluss in seiner New Yorker City-Residenz im Hotel Elysee. Andere (u. a. sein Bruder Dakin Williams) nehmen an, er sei ermordet worden. Beerdigt wurde er in St. Louis, Missouri.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Die Glasmenagerie]] 1944&lt;br /&gt;
* [[Endstation Sehnsucht]] 1947&lt;br /&gt;
* [[Die tätowierte Rose]] 1950&lt;br /&gt;
* [[Die Katze auf dem heißen Blechdach]] 1955&lt;br /&gt;
* [[Plötzlich letzten Sommer]] 1958&lt;br /&gt;
* [[Die Nacht des Leguan]] 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
ficky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.williams Tennessee Williams] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur|Williams, Tennessee]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Nora_oder_ein_Puppenheim&amp;diff=4525</id>
		<title>Nora oder ein Puppenheim</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Nora_oder_ein_Puppenheim&amp;diff=4525"/>
		<updated>2009-12-17T09:00:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von Caroline (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Nora&#039;&#039;&#039; ist ein Theaterstück von [[Henrik Ibsen]]. Das 1879 erschienene &amp;quot;Schauspiel in drei Akten&amp;quot; trägt im norwegischen Original den Titel Et dukkehjem (deutsch: Ein Puppenheim). Dieser beschreibt die Situation, aus der die Protagonistin Nora auszubrechen versucht. Sowohl ihr Vater, als auch ihr gut situierter und streng konservativer Mann Torvald Helmer behandeln sie stets besitzergreifend. Das Stück hatte seine Uraufführung am 21. Dezember 1879 in Kopenhagen am Det Kongelige Teater. Die deutsche Erstaufführung war 1880 in Hamburg. Für diese Aufführungen musste zu Gunsten der Ehe jedoch der Schluss verändert werden. Vorgesehen war, dass Nora schließlich Helmer und die Kinder verlässt. In diesen Aufführungen jedoch blieb Nora der Kinder wegen. Die erste Aufführung mit dem Originalschluss fand 1880 in München statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Torvald Helmer ist seit acht Jahren mit Nora verheiratet und hat mit ihr drei Kinder. Sie leben gutbürgerlich in einer großen Wohnung. Es ist Weihnachten. Weil Torvald am Neujahrstag zum Bankdirektor befördert wird, freut sich Nora, endlich nicht mehr sparen zu müssen. Ihr Mann gemahnt sie, vernünftig zu bleiben: Sein erstes Gehalt in der neuen Position werde er erst in einem Vierteljahr erhalten. Falls ihm vorher etwas zustoße, dürfe sie keinesfalls mit Schulden dastehen. Torvald behandelt Nora wie ein Püppchen, mit dem er spielen kann, er nennt sie &amp;quot;Singlerche&amp;quot; und nimmt sie nicht ernst, genauso wie ihr Vater früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem dieser weihnachtlichen Tage kommt Noras frühere Freundin Christine Linde zu Besuch. Nora und ihre Bekannte haben sich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen und erzählen sich, was in der Zwischenzeit alles geschah. Christine hat ebenfalls acht Jahre zuvor einen wohlhabenden Mann geheiratet. Sie brauchte sein Geld, um für ihre Mutter und ihre jüngeren Brüder sorgen zu können. Bei seinem Tod drei Jahre zuvor hinterließ er ihr nichts. Sie musste pausenlos arbeiten, um sich und ihre Angehörigen zu versorgen. Inzwischen starb die Mutter, und die Brüder sind erwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nora entgegnet, da müsse sie sehr erleichtert sein, aber ihre Freundin empfindet nur die Leere: &amp;quot;Niemanden haben, dem man sein Leben widmen kann!&amp;quot; Nun braucht Christine wieder Arbeit, denn schließlich braucht ja auch sie Geld. Nora verspricht Christine ihren Mann zu fragen, ob er der Freundin eine Stelle verschaffen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun berichtet auch Nora von ihren letzten zehn Jahren. Ihr Mann Torvald suchte sich nach der Eheschließung eine besser bezahlte Stelle. Im ersten Jahr überanstrengte er sich so, dass die Ärzte um sein Leben fürchteten und dringend zu einer Erholungsreise in den Süden rieten. Gleich nach der Geburt des ersten Kindes fuhr die Familie deshalb für ein Jahr nach Italien. Noch heute glaubt Torvald, dass Noras Vater die teure Reise bezahlt habe. Christine ist der erste Mensch, dem Nora die Wahrheit erzählt. Sie nahm bei Rechtsanwalt Krogstad ein Darlehen auf. Den Schuldschein sollte ihr Vater als Bürge unterschreiben. Aber der lag auf dem Sterbebett, und Nora wollte nicht, dass er sich Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes machte. Deshalb fälschte sie die Signatur ihres Vaters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich bemerkt Krogstad aber genau an diesen Weihnachtstagen die Wahrheit: Obwohl Noras Vater bereits seit drei Tagen tot war, hatte er seine Unterschrift hergegeben. Krogstad war sich bewusst, dass Nora sie gefälscht haben muss. Trotz allem ist die Frau sich keiner Schuld bewusst, denn sie habe das Beste für ihren Mann und ihren Vater gewollt, aber der Anwalt erklärt ihr: &amp;quot;Die Gesetze fragen wenig nach den Beweggründen.&amp;quot; Er versucht Nora zu erpressen: Sie soll ihren Mann davon abbringen, Krogstad zu entlassen, der als Bürokraft in der gleichen Bank wie Torvald beschäftigt ist. Torvald geht jedoch nicht auf Noras Bitten ein, denn auch Krogstad soll eine Unterschrift gefälscht haben. Wenn er wenigstens die Tat nicht geleugnet und eine Strafe dafür verbüßt hätte, meint Torvald. Er stellt Christine Linde als Ersatz für Krogstad ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun schreibt Krogstad einen Brief, in dem er Torvald über die Urkundenfälschung Noras informiert. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Brief gelesen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krogstad hatte vor Jahren um Christine Linde geworben. Die aber wies ihn ab, weil sein Verdienst nicht ausgereicht hätte, um ihre Mutter und ihre beiden Brüder mit zu ernähren. Nun gesteht sie ihm aber ihre Liebe. Damit macht sie Krogstad so glücklich, dass er Nora (und somit Christine, die beiden sind ja schließlich Freundinnen) einen Gefallen tun und seinen Brief ungeöffnet von Torvald zurückverlangen will. Christine bringt ihn jedoch davon ab: Sie ist überzeugt, dass es zwischen Nora und Torvald nicht bei den Heimlichkeiten bleiben kann und es zu einer Aussprache kommen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem weihnachtlichen Fest liest Torvald den Brief und schimpft: &amp;quot;O, welch ein entsetzliches Erwachen! Diese ganzen acht Jahre hindurch -- sie, die meine Freude und mein Stolz war -- eine Heuchlerin, eine Lügnerin -- ja noch Schlimmeres, Schlimmeres -- eine Verbrecherin! [...] Alle die leichtsinnigen Grundsätze deines Vaters -- schweig! Deines Vaters leichtsinnige Grundsätze -- du hast sie alle geerbt. Keine Religion, keine Moral, kein Pflichtgefühl -- [...] Mein ganzes Glück hast du vernichtet. Die ganze Zukunft hast du mir verdorben. [...] Und so jämmerlich muss ich sinken und zugrunde gehen eines leichtsinnigen Weibes wegen!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hält Nora zurück, die vorhatte, sich zu ertränken, denn er will alles vertuschen. Sie soll im Hause bleiben und nach außen so tun, als sei nichts geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wird ein weiterer Brief von Krogstad abgegeben. Torvald entnimmt den Schuldschein Noras und liest das Begleitschreiben, das wahre Geschehen und damit auch, dass Nora ihm das Leben gerettet hat. Mit einem Schlag fühlt sich Torvald gerettet. In bester Stimmung wirft er den Schuldschein ins Feuer, vergibt Nora und glaubt, damit sei alles wieder gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Helmers egoistische Haltung ist Nora tief enttäuscht. Sie merkt jetzt, dass es ihm nur um seine Ehre und Karriere ging und dass er sie ebenso wenig liebt, wie ihr Vater es tat. Ihr wird bewusst, dass sie nie als Partnerin anerkannt wurde. &amp;quot;Unser Heim war nichts andres als eine Spielstube. Zu Hause, bei Papa, wurde ich wie eine kleine Puppe behandelt, hier wie eine große. Und die Kinder wiederum waren meine Puppen. Ich war recht vergnügt, wenn du mit mir spieltest, so wie die Kinder vergnügt waren, wenn ich mit ihnen spielte. Das war unsere Ehe, Torvald.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun verlässt sie ihren Mann und die Kinder. Sie hinterfragt die gesellschaftliche Moral und die vorgegebenen Rollenerwartungen: &amp;quot;Ich muss herauskriegen, wer Recht hat, die Gesellschaft oder ich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charaktere ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nora Helmer:&#039;&#039;&#039; Die Protagonistin des Stücks erfährt eine starke Wandlung. Von einer ursprünglich kapriziösen, kindlichen und allzeit-vergnügten Person verändert sie sich in eine zunehmend nachdenkliche Frau mit einem Verlangen nach mehr Selbstbestimmung. Sie fühlte sich bereits durch ihren Vater eingeengt und erfährt selbiges seit einigen Jahren auch durch ihren Mann Torvald Helmer. Sie soll seine &amp;quot;Lerche&amp;quot;, &amp;quot;kleine Nora&amp;quot; sein, immer froh gelaunt und um ihn tanzend. Besonders stolz ist sie darauf, ihrem Torvald das Leben gerettet zu haben, als dieser todkrank war. In finanziell knappen Zeiten rettete ihn nur ein Kuraufenthalt im Süden, den sie über einen Kredit finanzierte. Allerdings musste sie hierfür die Unterschrift ihres im Sterben liegenden Vaters fälschen, was sie später noch stark unter Druck setzen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Torvald Helmer&#039;&#039;&#039; ist der Ehemann von Nora. Der Rechtsanwalt arbeitet als Advokat und soll nach Neujahr eine Stelle als Bankdirektor einer Aktienbank erhalten, was der Familie zukünftig ein höheres Einkommen verschaffen wird, was wiederum seine gesellschaftliche Position verbessert. Er ist sehr fixiert auf das Recht und scheint kaum die Gefühle anderer bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen. Er ist ein Mann, der sehr gewissenhaft mit seinem Leben und sparsam mit Geld umgeht. Dazu ist er strebsam, denn er hat sein Berufsziel (die Beförderung zum Bankdirektor) erreicht. Torvald hat kein gutes Bild von Frauen, da er seine Frau Nora als Singlerche (ein lebensfroher Vogel, der seine Lust austrällert) bezeichnet. Mit seinem Geld und seinem gespielten Charme versucht er, die Liebe seiner Frau zu erkaufen. Er geht mit ihr um wie mit einem Kind, in dem er sie ausfragt, ob sie wieder genascht hätte und gibt ihr kein Geld, da er dann nicht kontrollieren könnte, was sie sich dafür kauft. Somit würde sie nämlich ihren eigenen Willen durchsetzen, was gegen das damalige Rollenbild einer Frau war. Er ergreift von seiner Frau Nora als seiner &amp;quot;Puppe&amp;quot; (vgl. Alternativtitel &amp;quot;Das Puppenhaus&amp;quot;) Besitz. Als er sich jedoch schützend vor sie stellen müsste, nämlich als Krogstad sie mit einer gefälschten Unterschrift erpresst, denkt er lediglich an seinen Ruf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Christine Linde:&#039;&#039;&#039; Eine Jugendfreundin von Nora, die in ihrer finanziellen Not eine Nutzehe einging. Ihr Mann starb jedoch bald und hinterließ ihr nichts. Ihre eigentliche Liebe Krogstad verstieß sie damals, weil er ihr keine finanzielle Sicherheit bieten konnte. Während des Stücks finden die beiden jedoch wieder zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Krogstad&#039;&#039;&#039; ist derjenige, bei dem Nora heimlich das Geld für die Reise mit Helmer geliehen hat. Er ist ebenfalls Jurist und arbeitet auch in der Aktienbank, soll jedoch auf Grund seiner Vergangenheit (auch er hat Unterschriften gefälscht) entlassen werden. Er versucht dies zu verhindern, indem er Nora, die Frau des Direktors Helmer, mit der von ihr eindeutig gefälschten Unterschrift erpresst. Nachdem er jedoch wieder mit seiner Jugendliebe, Noras Freundin Christine Linde, zusammen gekommen ist, vollzieht auch er eine Wandlung. Er schickt die Urkunde an Nora zurück und zieht somit auch seine Erpressungsversuche zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doktor Rank:&#039;&#039;&#039; Der Doktor ist ein Jugendfreund von Helmer, der nahezu täglich zu Gast bei Helmer und Nora ist. Wie sich im Stück herausstellt, macht er das nicht zuletzt, weil er in Nora verliebt ist. Der Todkranke, der letztendlich in gewollter Einsamkeit stirbt, spielt jedoch keine entscheidende Rolle. Es ist aber zu bemerken, dass er der Einzige ist, mit dem Nora reden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Noras Kinder&#039;&#039;&#039; Ivar (kurz vor der Italienreise als Erster geboren), Bob und Emmy sind zwar nur im ersten Akt zu sehen, werden aber später häufig erwähnt. Als Nora ihre eigene Zukunft bedroht sieht, denkt sie immer als erstes auch gleich an sie. Als sie ihren Mann verlässt, verlässt sie jedoch auch ganz bewusst ihre Kinder, ohne sie vorher noch einmal gesehen oder sich von ihnen verabschiedet zu haben. So wie Torvald Nora als Puppe behandelt hat, hat Nora die Kinder als Puppen behandelt und sieht sich außerstande, sie zu Menschen und nicht zu Puppen zu erziehen, da sie selbst nie eine solche Erziehung genießen durfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anne-Marie&#039;&#039;&#039; ist das Kindermädchen der Familie Helmer. Dadurch ist sie fast wie eine zweite Mutter für Noras Kinder. Außerdem war sie bereit ihr eigenes Kind zu verlassen um Noras Kindermädchen zu sein. Sie kennt Nora von Kindesbeinen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Helene&#039;&#039;&#039; ist das Hausmädchen bei Helmers. Sie spielt eigentlich nur eine Nebenrolle. Das Buch beschreibt sie fast gar nicht. Anne-Marie, das Kindermädchen, wird viel mehr beschrieben obwohl sie beide eine ähnliche Rolle spielen. Sie helfen beide der Familie Helmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Stadtbote&#039;&#039;&#039; tritt nur ganz kurz am Anfang des Stückes auf, als er Nora hilft, die mit ihm vom Einkaufen der Weihnachtsgeschenke und des Weihnachtsbaumes kommt. Er spielt inhaltlich keine weitere Rolle. Nur wird durch den Wortlaut Noras &amp;quot;Da ist eine Krone. Nein - behalten Sie den Rest&amp;quot; dem Zuschauer/Leser nochmals unterbreitet, dass die Familie dem höheren Mittelstand angehört, da zu der damaligen Zeit der durchschnittliche Tagesverdienst eines solchen Dienstboten 2,22 Kronen betrug, Nora ihm also ein sehr hohes Trinkgeld gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interpretation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
* [http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/ibsen/nora/ibs_nora_0.htm Nora (Ein Puppenheim)] Materialien zur Interpretation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Ibsen,+Henrik/Dramen/Nora+oder+Ein+Puppenheim Nora oder ein Puppenheim] deutsche Übersetzung bei Zeno.org&lt;br /&gt;
* [http://gutenberg.spiegel.de/ibsen/puppenh/puppenh.htm Nora oder ein Puppenheim] deutsche Übersetzung im Projekt Gutenberg&lt;br /&gt;
* [http://www.ibsen.net/index.gan?id=2009&amp;amp;subid=0 Ein Puppenheim (Nora)] materialreiche Seite zu Nora auf der deutschsprachigen Ibsen-Homepage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Henrik Ibsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skandinavische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=V%C3%A4ter_und_S%C3%B6hne&amp;diff=4524</id>
		<title>Väter und Söhne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=V%C3%A4ter_und_S%C3%B6hne&amp;diff=4524"/>
		<updated>2009-12-17T08:59:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 84.176.251.51 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Väter und Söhne&#039;&#039;&#039; ist der bekannteste Roman von [[Iwan Turgenjew]]. Er wurde 1861 geschrieben; im selben Jahr hatte der russische Zar die Leibeigenschaft abgeschafft. Turgenew stellte in diesem Roman schon die neuen Verhältnisse und Anschauungen der jüngeren intellektuellen Generation dar, die der „Söhne“ (korrekt übersetzt heißt der Roman eigentlich „Väter und Kinder“). Der Romanstoff behandelt die gesellschaftlichen Konflikte zwischen den liberalen Slawophilen und den westlich orientierten Nihilisten und führte nach der Veröffentlichung im zaristischen Russland zu literarischen Kontroversen, die Turgenew veranlassten, sein Land zu verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Generationsroman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältere Generation der „Väter“ wird im Roman von dem Landbesitzer Nikolai Kirssanow und seinem Bruder Pawel Kirssanow, sowie dem Landarzt Wassili Iwanowitsch Basarow und seiner Ehefrau vertreten. Die Nihilisten Arkadi Kirssanow und Jewgeni Basarow sind Söhne des Liberalen Nikolai Kirssanow und des konservativen Landarztes Wassili Basarow.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Romanhandlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jewgeni Basarow hat gerade sein Medizinstudium beendet und will keine Autorität anerkennen. Er bezeichnet sich selbst als Nihilist, der alles ablehnt und nichts, aber auch gar nichts für richtig anerkennt, was seiner Ansicht nach nicht wahr und richtig ist. Der noch junge Arkadi folgt den Ideen seines intelligenten Mentors. Die revolutionären Ideen stehen gegen den Adel, auch wenn dieser sich liberal gibt, wie Nikolai, Arkadis Vater und Arkadis Onkel Pawel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während einer mehrtägigen Landpartie der beiden jungen Männer verliebt sich Arkadi in die verwitwete junge, schöne Gutsbesitzerin Anna Odinzowa, die seinen Rivalen Jewgeni, der ihr vorbehaltlos seine Liebe gesteht, abweist. Als dieser der jungen, nicht ranggleichen Lebensgefährtin Nikolai Kirssanows einen Kuss stiehlt, wird er von Pawel, dem Bruder des Gutsherrn, zum Duell herausgefordert. Pawel wird dabei verwundet, und Jewgeni Basarow reist ab zu seinem Vater, dem Landarzt, um ihm bei der Bekämpfung einer Typhus-Epidemie behilflich zu sein. Er stirbt hier bald infolge einer Blutvergiftung, die aus Missgeschick bei der Autopsie einer Leiche verursacht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Odinzowa besucht ihn am Sterbebett, und Katerina, ihre Schwester, verlobt sich mit Arkadi, der nun nicht mehr seinen nihilistischen Ideen huldigt und das alltägliche aristokratische Familienleben akzeptiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Leser erzählt Turgenew im Epilog, dass Anna Odinzowa sich wieder verheiratete, mit einem tüchtigen Rechtsanwalt, nicht aus erneuter Liebe, sondern aus praktischen Erwägungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolai Kirssanow wird ein leidenschaftlicher Verfechter der Landreform und heiratet seine Lebensgefährtin, und Katerina, die Schwiegertochter, wird Mutter eines Sohnes. Pawel Kirssanow verlässt am Tag nach der Hochzeit den Gutshof. Er reist nach Deutschland; auf der Brühlschen Terrasse in Dresden begegnet man ihm wieder, dem Herrn Baron Kirssanow, ein gern gesehener Gast in den höfischen Restaurants und im königlichen Opernhaus. Zu guter Letzt führt uns der Autor auf den Dorffriedhof zur Grabstätte Jewgenis, wo seine Eltern in stiller Andacht verweilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Giovanni_Boccaccio&amp;diff=4523</id>
		<title>Giovanni Boccaccio</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Giovanni_Boccaccio&amp;diff=4523"/>
		<updated>2009-12-17T08:52:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 79.192.217.223 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Giovanni Boccaccio&#039;&#039;&#039; (* 1313 in Florenz oder Certaldo; † 21. Dezember 1375 in Certaldo bei Florenz) war ein italienischer Schriftsteller, Dichter und bedeutender Vertreter des Humanismus. Sein Meisterwerk, das Decameron, porträtiert mit bis dahin unbekanntem Realismus und Witz die facettenreiche Gesellschaft des 14. Jahrhunderts und erhebt ihn zum Begründer der prosaischen Erzähltradition in Europa.&lt;br /&gt;
[[Bild:Andrea del Castagno Giovanni Boccaccio c 1450.jpg|thumb|200px|Giovanni Boccaccio]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Die genauen Umstände von Boccaccios Geburt sind nicht gesichert. Er wurde 1313 geboren, wahrscheinlich in Florenz, möglicherweise aber auch im nahe gelegenen Bergdorf Certaldo, als unehelicher Sohn des Kaufmanns Boccaccio di Chellino. Später kam die in vielen Quellen zitierte und auch von ihm selbst geförderte Legende auf, er sei in Paris geboren worden, hervorgegangen aus einer Beziehung zwischen seinem Vater und einer französischen Adligen namens Giovanna. Doch dies wurde bis jetzt noch nie bewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Kindheit verlebte er in Florenz im Haus des Vaters, der für die &#039;&#039;Compagnia dei Bardi&#039;&#039;, eine Bankgesellschaft arbeitete. Noch als Jugendlicher &amp;amp;ndash;&amp;amp;nbsp;ungefähr vierzehn Jahre alt&amp;amp;nbsp;&amp;amp;ndash; wurde er nach Neapel zur Arbeit in eine Filiale der &#039;&#039;Compagnia dei Bardi&#039;&#039; geschickt, um sich im Beruf des Kaufmanns zu üben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Neapel verbrachten Jahre (bis 1340) hatten großen Einfluss auf die persönliche und intellektuelle Entwicklung Boccaccios. Anstatt sich mit dem Studium der Handelstätigkeit oder des kanonischen Rechts zu beschäftigen, wie es der Vater gewollt hätte, widmete er sich seiner Leidenschaft für die Literatur. Dank seines guten Namens erhielt er Zugang zum neapoletanischen Hof des Robert von Anjou, wo er den eleganten, höfischen Lebensstil kennenlernte, mit Intellektuellen verkehrte und sich autodidaktisch eine breitgefächerte Bildung aneignete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diese Zeit fallen auch seine ersten Werke in Versform und Prosa, in denen Boccaccio mit verschiedenen Genres und Stilen experimentierte. Dem Geschmack der Zeit entsprechend entwarf er das wiederkehrende Bild einer idealen Geliebten, die er Fiammetta nannte und deren reales Vorbild vermutlich eine neapoletanische Adlige namens Maria d&#039;Aquino ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1340 kehrte er nach Florenz zurück. Wegen finanzieller Schwierigkeiten trat er in den Staatsdienst ein und bekleidete mehrere Ämter. Zwischen 1345 und 1346 begab er sich an den Hof des Ostasio da Polenta in Ravenna, während er im nächsten Jahr im Dienst des Francesco Ordelaffi in Forlì stand. Das bürgerliche-städtische Umfeld, sehr verschieden vom höfischen Leben, war eine bedeutende Inspirationsquelle für seine fruchtbare literarische Tätigkeit in jenem Jahrzehnt, die ihren Höhepunkt im [[Decamerone]] fand, geschrieben in den Jahren nach der Pestepidemie, die Italien 1348 heimsuchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Meisterwerk war indes sicher schon abgeschlossen, als er im Herbst 1350 erstmals [[Francesco Petrarca]] traf. Boccaccio schloss mit ihm eine tiefe Freundschaft. Beiden war die Verehrung für die klassischen Autoren gemein, wie ihr Briefwechsel bezeugt, in dem sie sich über literarische Erfahrungen austauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt, wo sein Ruhm gewachsen war, vertraute ihm die florentinische Stadtverwaltung verschiedene diplomatische Aufträge an, die ihn auf viele Reisen führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Jahren widmete sich Boccaccio &amp;amp;ndash;&amp;amp;nbsp; auch beeinflusst von seinem Freund Petrarca&amp;amp;nbsp;&amp;amp;ndash; verstärkt seinem Studium der klassischen Texte. Um 1355 erhielt er freien Zugang zur Bibliothek von Montecassino, in der viele Meisterwerke aus der Antike die Zeiten überdauert hatten. Einige der kostbaren Kodizes schrieb Boccaccio sogar eigenhändig ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald entstand um Petrarca und Boccaccio ein Kreis von Intellektuellen, denen wir die Wiederentdeckung einiger bedeutender klassischer Werke verdanken, darunter die &#039;&#039;Annalen&#039;&#039; des Tacitus und die &#039;&#039;Metamorphosen&#039;&#039; des Apuleius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Boccaccio um 1360 mit dem Studium des Griechischen begonnen hatte, erwirkte er, dass in Florenz der erste Lehrstuhl für jene Sprache eingerichtet wurde. Der Lehrstuhl wurde an Leontius Pilatus vergeben, dem Boccaccio darüber hinaus die Übersetzung der [[Ilias]] und der [[Odyssee]] des [[Homer]] ins Lateinische anvertraute. Diese Werke konnten somit von einem weitaus breiteren Publikum gelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Interesse für die Antike beeinflusste auch die Literaturproduktion gegen Ende seines Lebens. In seinen späteren Lebensjahren schrieb er nämlich weniger im &#039;&#039;Volgare&#039;&#039; gehaltene erzählerische Texte, sondern mehr Werke, die sich in lateinischer Sprache mit enzyklopädischen oder philologischen Themen befassten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise ist diese Veränderung auch auf eine religiöse Krise im Leben Boccaccios zurückzuführen. Diese Krise soll so tiefgreifend gewesen sein, dass Boccaccio sogar einige seiner Werke zerstören wollte, die er nun für unmoralisch hielt, und nur von Petrarca zurückgehalten wurde. Diese Darstellung wird in Frage gestellt durch die Tatsache, dass er noch um 1370 eigenhändig Abschriften seines Decameron verfertigte. Auf jeden Fall war er bereits 1360 in den minderen Geistlichenstand eingetreten, wenn auch wahrscheinlich aufgrund finanzieller Nöte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1373 wurde ihm, der bereits zwanzig Jahre zuvor mit seiner Dante-Biographie den Kult um [[Dante Alighieri]] angefacht hatte, von der Stadt Florenz aufgetragen, öffentlich die [[Die Göttliche Komödie|Divina Commedia]] zu lesen, zu erklären und zu kommentieren. 1374 verschlechterte sich allerdings sein gesundheitlicher Zustand (er war wahrscheinlich an Wassersucht erkrankt, eine Krankheit, bei der sich die Bauchhöhle mit Wasser füllt) und er musste diese Tätigkeit abbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er sich schließlich in Certaldo niedergelassen hatte, führte er die Arbeit an einigen Werken bis zum Tod fort, der ihn am 21. Dezember 1375 ereilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
[[Decamerone]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.boccaccio Boccaccio] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italienische_Literatur|Bocaccio, Giovanni]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Medea&amp;diff=4522</id>
		<title>Medea</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Medea&amp;diff=4522"/>
		<updated>2009-12-17T08:50:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 94.134.24.162 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von 93.223.251.66 wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Medea&#039;&#039;&#039; ist das zweite erhaltene Werk des griechischen Tragödiendichters [[Euripides]]. Es belegte bei seiner Aufführung 431 v. Chr. nur den 3. Platz, war seit dem 4. Jahrhundert aber eine der beliebtesten attischen Tragödien und wurde später bis ins 20. Jahrhundert hinein von zahlreichen Autoren neu bearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
[[Bild:De_Morgan_Medea.jpg|thumb|240px|Medea mit einem Giftbecher]]&lt;br /&gt;
Der Stoff der Tragödie entstammt einer der ältesten und bekanntesten griechischen Mythen, der Argonautensage um die Rückeroberung des von einem Drachen bewachten Goldenen Fließes. Dem jungen Helden Jason gelingt nach einer langen Reise von Griechenland nach Kolchis am Schwarzen Meer die Eroberung des Goldenen Fließes mit Hilfe der Zauberkünste der jungen Königstochter Medea, die sich in Jason leidenschaftlich verliebt hat. Medea und Jason werden ein Paar. In Jasons Heimat vernichtet Medea dessen Onkel, der Jason auf die gefährliche Reise geschickt hatte, um ihn aus dem Weg zu räumen und so den eigentlich Jason zustehenden Thron für sich zu behalten. Medea und Jason fliehen darauf an den Hof des Königs Kreon in Korinth. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Hier beginnt die Tragödie des Euripides. Medea und Jason haben inzwischen drei gemeinsame Söhne. Jason jedoch hat Medea verlassen und die Tochter des Königs Kreon geheiratet, angeblich um die wirtschaftliche Not der Familie zu beheben. Medea, die für ihn alles aufgegeben und ihre Heimat verlassen hat, wird von ihm verstoßen, und Kreon droht, sie zu verbannen. Medea fühlt sich zutiefst verletzt und verraten und beschließt, sich an Jason, ihrer Nebenbuhlerin und dem König zu rächen, und entwirft einen ausgefeilten Racheplan.  Sie lässt die eigenen Kinder der Tochter Kreons als Hochzeitsgeschenk ein vergiftetes Kleid und einen vergifteten Haarkranz überbringen. Daran stirbt nicht nur die Nebenbuhlerin, sonder auch der ihr zu Hilfe eilende Vater.  Um Jason noch tiefer zu treffen, tötet Medea auch die gemeinsamen Kinder. Zum Schluss entflieht sie, Jason verhöhnend, auf einem von dem Sonnengott Helios, ihrem Großvater, geschickten Drachenwagen zu Aigeus, dem König Athens, der ihr zuvor das Asyl angeboten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterricht ==&lt;br /&gt;
*[http://www.ekg-koeln.de/deutsch/index.html Medea - Stimmen] Projekt eines Deutsch-Grundkurses des Erich Kästner-Gymnasiums in Köln über Christa Wolfs Roman, mit Vergleichen zur Medea des Euripides&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Munaretto, Stefan: Medea. Ein Mythos und seine Bearbeitungen. Bange Verlag: Hollfeld, 2009. Reihe Königs Erläuterungen Spezial.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.zeno.org/Literatur/M/Euripides/Trag%C3%B6dien/Medea Medea] Text in der Übersetzung von J.A. Hartung bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Die_M%C3%B6we&amp;diff=4521</id>
		<title>Die Möwe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Die_M%C3%B6we&amp;diff=4521"/>
		<updated>2009-12-17T08:45:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 88.75.32.86 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Möwe&#039;&#039;&#039; ist ein Drama von [[Anton Tschechow]] aus dem Jahre 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Tschechows Stück spielt auf dem Land im zaristischen Russland der Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert). In schrecklicher Langeweile öden die Gäste auf einem Landsitz einander an: Sie gehen sich mit kleinen Sticheleien auf die Nerven und machen sich so das Leben zur Hölle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn einer Schauspielerin Konstantin Gavrilovič Treplev will Schriftsteller werden und hat ein kleines Theaterstück geschrieben, welches am Abend auf einer improvisierten Bühne den anderen Gästen vorgespielt werden soll. Die Hauptrolle spielt dabei seine Geliebte und Muse Nina. Treplev leidet jedoch unter der ständigen Nörgelei seiner Mutter, die sein schriftstellerisches Talent und sein ganzes Leben in Frage stellt. Außerdem hat sie einen Freund, Boris Alekseevič Trigorin, der ebenfalls und bereits sehr erfolgreich Schriftsteller ist. Diesen Trigorin führt sie immer wieder an, wenn sie versucht, Treplevs Selbstvertrauen in sich und seine Arbeit zu schwächen. Bei der Aufführung von Treplevs Stück kommt es schließlich zum Eklat, Mutter und Sohn geraten in Streit... Mehr und mehr zeigt sich, dass Nina sich zu Trigorin hingezogen fühlt, zu seinem Charme und seinem Erfolg, der Treplev bisher versagt war. Als Treplevs Mutter und Trigorin abreisen, um zurück nach Moskau zu gehen, verlässt Nina Treplev und schließt sich Trigorin an, um fortan als Schauspielerin an seiner Seite zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahre vergehen und Treplev ist inzwischen ein erfolgreicher aber einsamer Schriftsteller. Unerwartet taucht Nina wieder auf. Sie hat enttäuscht Trigorin verlassen. Sie hatte nur einen kleinen Erfolg als Schauspielerin und das Leben in Moskau hat sie sich anders vorgestellt. Sie ist am Versuch, ihre Träume zu verwirklichen gescheitert. Dennoch will sie nicht zu Treplev zurückkehren und verlässt ihn abermals. Treplev, der zwar den ersehnten Erfolg als Schriftsteller erreicht hat, als Mensch aber unfreiwillig an der Realität scheitern musste, erschießt sich schließlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interpretation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Alexandr Čudakow (2003): Die Möwe, in: Bodo Zelinsky (Hrg.): Tschechows Dramen, Stuttgart 2003, S. 23-46&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=William_Golding&amp;diff=4520</id>
		<title>William Golding</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=William_Golding&amp;diff=4520"/>
		<updated>2009-12-17T08:44:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 212.117.124.226 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;William Gerald Golding&#039;&#039;&#039; (* 19. September 1911 in St. Columb Minor, Cornwall; † 19. Juni 1993 in Perranarworthal, Cornwall) war ein britischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
William Golding wurde am 19. September 1911 in Newquay, in Cornwall, geboren. Er wuchs in Marlborough (Wiltshire) auf, wo sein Vater, ein wissenschaftlich denkender Rationalist und Sozialist, an der Grammar School lehrte. 1930 ging Golding an die Oxford University, wo er zunächst Naturwissenschaften, dann Englische Literatur studierte. Sein erster Gedichtband erschien 1934.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1939 heiratete er die Chemikerin Ann Brookfield. Im 2. Weltkrieg kämpfte er in der Royal Navy und war an der Schlacht gegen die Bismarck beteiligt. Nach dem Krieg lebte Golding vom Unterricht. 1954 veröffentlichte er [[Herr der Fliegen]], das bald zum Erfolgsbuch wurde und es ihm erlaubte, den Lehrberuf aufzugeben. 1980 gewann er den Booker Prize und erhielt 1983 den Nobelpreis für Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Künstlerisches Schaffen ==&lt;br /&gt;
Im Alter von 7 Jahren begann Golding zu schreiben. Er begann widerwillig ein Studium der Naturwissenschaft, lehnte sich jedoch dagegen auf und änderte seinen Studienschwerpunkt von Naturwissenschaften zu englischer Literatur. Noch ein Jahr vor seinem Studienabschluss in Naturwissenschaften und Englisch am Oxforder Brasenose College erschien sein erstes Buch mit Gedichten. Golding war damals 23 Jahre alt. Ab 1939 lehrte er in Salisbury Englisch. Sein künstlerisches Schaffen wurde unterbrochen von seiner Teilnahme als Marineoffizier am Zweiten Weltkrieg. Die Kriegserfahrungen waren prägend für seine weitere Arbeit. 1961 erlaubten ihm die Einnahmen seiner erfolgreichen Bücher, seinen Beruf als Lehrer aufzugeben. Nach einem Jahr als Writer-in-residence am Hollins College in Virginia wurde er freier Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Golding geht in seinen Romanen in symbolischer-allegorischer Gestaltung metaphysischen Grundlagen der Existenz, wie Überleben, Schuld, Sühne, Erlösung nach. Seine Manuskripte waren zunächst nicht sehr gefragt, so wurde sein größter späterer Erfolg [[Herr der Fliegen]] von mehr als zwanzig Verlagen abgelehnt. 1954 erschien seine Geschichte über die Erlebnisse einer Gruppe von gestrandeten Schülern und wurde in Großbritannien und den USA zum Bestseller. Seine weiteren Bücher konnten an diesen Erfolg nicht anschließen. 1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur &amp;quot;für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
* [[Herr der Fliegen]] (Lord of the Flies, 1954)&lt;br /&gt;
* Der Felsen des zweiten Todes (Pincher Martin, 1956)&lt;br /&gt;
* Der Turm der Kathedrale (The Spire, 1964)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.golding  William Golding] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Englische_Literatur|Golding, William]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Moli%C3%A8re&amp;diff=4519</id>
		<title>Molière</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Moli%C3%A8re&amp;diff=4519"/>
		<updated>2009-12-17T08:43:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 164.133.91.1 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Molière&#039;&#039;&#039; (eigentlich Jean-Baptiste Poquelin; * vermutlich am 14. Januar 1622 in Paris; getauft am 15. Januar; † 17. Februar 1673 in Paris) war ein französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er gilt den Franzosen als einer ihrer großen Klassiker und vielen als ihr größter Autor überhaupt. Seine bahnbrechende Leistung bestand darin, die Komödie zu einer der Tragödie potenziell gleichwertigen Gattung zu machen und das Theater zumindest für einige Jahre zum Diskussionsforum auch für gesellschaftliche Probleme zu erheben.&lt;br /&gt;
[[Bild:Moliere2.jpg|thumb|180px|Moliére]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
===Jugend und Wanderjahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molière (wie er sich vermutlich bereits ab 1643, spätestens jedoch ab Juni 1644 nannte) wurde als ältester Sohn eines wohlhabenden Pariser Händlers für Heimtextilien (tapissier), der 1631 das Amt eines Tapissier du Roi kaufte, d. h. eines königlichen Raumausstatters und Dekorateurs, geboren. Mit 10 Jahren verlor er seine Mutter, mit knapp 15 auch seine Stiefmutter, beide im Kindbett. Seine Schulzeit absolvierte er auf dem von Jesuiten geführten Pariser Collège de Clermont, wo er eine solide klassische Bildung erhielt und einige später für ihn interessante Mitschüler hatte. Von seinem Großvater mütterlicherseits, einem Theaternarren, wurde er häufig zu Aufführungen mitgenommen und gewann so erste Einblicke in eine Welt, die ihn offenbar schon früh faszinierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit knapp 16 legte er den Amtseid als künftiger Nachfolger seines Vaters ab und studierte wenig später Jura in Orléans. Zurück in Paris, erhielt er die Zulassung als Anwalt. Ob er den Beruf je ausgeübt hat, ist nicht bekannt. Um dieselbe Zeit fand er Zugang zum Diskussionskreis um den Naturforscher und Philosophen Pierre Gassendi, was ihm eine gewisse Distanz zu den Dogmen der Kirche vermittelte. Offenbar verfasste er damals eine Übersetzung von De Rerum Natura des römischen Philosophen Lukrez, die aber verlorengegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1642, mit 21, lernte er die zwei Jahre ältere Schauspielerin Madeleine Béjart kennen, die ihn in seinem Drang zum ===Theater bestärkte – zweifellos gegen den Willen seines Vaters, von dem er beauftragt wurde, in Ausübung seines Tapissier-Amtes Ludwig XIII. auf einer längeren Reise als Einrichter der wechselnden königlichen Nachtquartiere zu begleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1643 übertrug Molière das ungeliebte Amt auf seinen jüngeren Bruder, ließ sich einen Vorschuss auf das Erbe seiner Mutter auszahlen und gründete zusammen mit den drei Geschwistern Béjart und fünf weiteren Komödianten eine Theatertruppe: L&#039;Illustre Théâtre. Diese ging schon 1645 pleite, wobei Molière, wie er sich inzwischen – eventuell nach einem südfranzösischen Dorf dieses Namens – nannte, vorübergehend in Schuldhaft genommen wurde. Danach schlossen er und die Béjarts sich der Wandertruppe des Schauspielers Charles Dufresne an, die vom Duc d&#039;Épernon protegiert wurde und hauptsächlich in West- und Südfrankreich umherzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relativ schnell arbeitete er sich in der Truppe zum Direktor hoch und gewann 1653 für einige Jahre den Gouverneur der Provinz Languedoc, den ihm aus der Schulzeit bekannten Prince (Fürst) de Conti, als Sponsor. Spezialität der Truppe waren, neben dem gängigen Tragödien-Repertoire, komische Farcen und lustige Stücke im Stil der italienischen Commedia dell&#039;arte. Spätestens 1655 begann Molière, mit der in Versen verfassten Komödie L&#039;Étourdi ou Les Contretemps (Der Tolpatsch oder die Querstreiche), auch eigene Werke ins Programm aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rückkehr nach Paris und erste Erfolge===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1658, nach 13 Wanderjahren, in denen er Menschen aus allen Schichten begegnet war und von Grund auf sein Handwerk als Schauspieler, Theaterdirektor und schließlich auch Autor gelernt hatte, gastierte er in Rouen und bekam Kontakt zu Herzog Philipp I. d&#039;Orléans, dem jüngeren Bruder von Ludwig XIV. Er wurde von ihm nach Paris eingeladen und spielte vor dem Hof, zuerst mit mäßigem Erfolg die Tragödie Nicomède von Pierre Corneille, dann die eigene Farce Le medecin amoureux (Der verliebte Arzt). Diese gefiel dem jungen, gerade erst 20-jährigen König so sehr, dass er der Truppe erlaubte, im Saal des an den Louvre grenzenden, zum Abriss bestimmten Petit-Bourbon zu spielen. Die Sonntage, Dienstage und Freitage gehörten allerdings schon einer italienischen Truppe um den berühmten Komödianten Scaramouche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Durchbruch erzielte Molière im November 1659 mit seiner in Prosa verfassten KomödieLes précieuses ridicules (Die lächerlichen feinen Damen). In Gestalt der beiden Heldinnen, zweier vornehm und gebildet tuender Bürgermädchen, verspottete er die gekünstelte Sprechweise und die wirklichkeitsfremden Denkweisen der Preziösen (einer Art frühzeitiger Emanzenbewegung). Der Erfolg des Stücks verschaffte ihm erste Neider, das Thema erste Feinde, darunter den Verwaltungschef der königlichen Schlösser, der pünktlich zu Beginn der Spielzeit 1660/61 den Abriss des Petit-Bourbon verfügte. Molière blieb drei Monate ohne Spielstätte, bis er vom König den Saal des Palais-Royal zugewiesen bekam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nächste große Erfolg war Ende 1662 L&#039;École des femmes (Die Schule der Frauen), eine Verskomödie, in der Molière (der soeben die 19-jährige Armande Béjart, eine Schwester oder eher Tochter Madeleines, geheiratet hatte) für eine gemäßigte Emanzipation der jungen Frauen und ihr Recht auf eine Liebesheirat wirbt. Die heftige Kontroverse, die er hiermit auslöste, heizte er 1663 weiter an mit den Prosastücken La Critique de l&#039;École des femmes (Kritik der Schule der Frauen) und L&#039;Impromptu de Versailles (Das Stegreifspiel von Versailles). Dem König scheint dies gefallen zu haben, denn er setzte Molière eine Pension von 1000 Livres jährlich aus und wurde im Januar 1664 sogar Taufpate seines ersten Kindes (das allerdings bald danach starb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die schwierigen Jahre 1664–1669===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1664 – inzwischen war er zum Vergnügungsdirektor Ludwigs XIV. avanciert – organisierte Molière ein siebentägiges Hoffest im neuangelegten Park von Versailles. Dort spielte er zunächst, mit Balletteinlagen, die sein jüngerer Freund Lully komponiert und choreographiert hatte, die unverfänglichen (eigenen) Komödien La Princesse d&#039;Élide (Die Fürstin von Elis), Le Mariage forcé (Die Zwangsheirat) und Les fâcheux (Die Lästigen). Am sechsten Tag führte er eine neue Verskomödie auf, die zum Politikum wurde: Le Tartuffe. Schon im Vorfeld der Aufführung hatten etliche fromme Leute am Hof gegen dieses Stück um einen scheinbar strenggläubigen, in Wahrheit aber herrschsüchtigen, raffgierigen und lüsternen Schwindler gewettert. Nach der Aufführung brach Empörung beim gesamten „alten Hof“ aus, einer Gruppierung meist älterer Höflinge, die sich um die fromme Königinmutter Anna von Österreich scharten und der Zeit vor 1661 nachtrauerten, wo man unter ihr und ihrem Minister Kardinal Mazarin die Macht gehabt hatte. Der König, dem Molières Attacke auf die Frömmler und damit durchaus auch auf den ihm lästigen „alten Hof“ zunächst sehr recht gewesen war, hielt es nun, unter dem Druck dieser Leute für geraten, das Stück zu verbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächsten Jahre Molières waren bestimmt von seinem Kampf für den Tartuffe, d. h. gegen die Intrigen der Cabale des dévots („Klüngel der Frommen“), die z. T. in einem bigotten Geheimbund organisiert waren, der Compagnie du Saint-Sacrement, der z. B. auch sein ehemaliger Gönner angehörte, der nach einer Syphilisinfektion fromm gewordene Prince de Conti. Immerhin sah sich Molière vom König insofern unterstützt, als er im Sommer 1665 seine Jahrespension von 1000 auf 6000 Pfund erhöht bekam und mit seiner Truppe den Titel troupe du roi annehmen durfte, beides übrigens kurz nach der Geburt seiner Tochter Esprit-Madeleine, die als einziges Kind überleben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1667 nahm Molière eine überarbeitete und in L&#039;Imposteur (Der Schwindler) umbetitelte Version des Tartuffe in sein Programm auf, wobei er den Protagonisten in „Panulphe“ umbenannte und nicht mehr priesterähnlich, sondern als Adeligen kostümierte. Doch der Präsident des Pariser Obersten Gerichtshofs (der für den auf einem Feldzug in Flandern befindlichen König die Polizeigewalt ausübte) reagierte sofort mit einem Verbot, der Erzbischof von Paris drohte Molière sogar mit Exkommunikation. Als dieser zwei Schauspieler mit einer Bittschrift zum König schickte, signalisierte der zwar Wohlwollen, tat aber nichts. Immerhin duldete er, dass sein Bruder Philippe und danach der Prince de Condé (der ältere Bruder Contis) 1668 das Stück privat aufführen ließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst am 5. Februar 1669, als der „alte Hof“ nach Annas Tod 1666 endgültig entmachtet war und Ludwig nach innen- und außenpolitischen Erfolgen fest im Sattel saß und keine Rücksicht mehr auf die frommen Gegner Molières nehmen musste, konnte dieser das nochmals überarbeitete, von 3 auf 5 Akte verlängerte und nun als Tartuffe, ou l&#039;Imposteur betitelte Stück frei aufführen – mit triumphalem Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit hatte er übrigens das Thema der Heuchelei weiterverfolgt: Ende 1664, also bald nach dem ersten Verbot des Tartuffe, hatte er Dom Juan verfasst, ein Prosastück über einen hochadligen Heiratsschwindler, Betrüger und Libertin (Freigeist), der, um sich den Nachstellungen empörter Geschädigter zu entziehen, eine Bekehrung zu christlicher Moral und Frömmigkeit vortäuscht, aber schließlich zur Hölle fährt. (Auch dieses Stück wurde nach wenigen Aufführungen verboten, vermutlich wegen der nicht eindeutig negativen Darstellung von Dom Juans Freidenkertum.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1666 hatte Molière die Verskomödie Le Misanthrope (Der Menschenfeind) herausgebracht, eine Satire auf die geheuchelte Nettigkeit und unehrliche Schmeichelei am Hof sowie in den Pariser Salons. Die ungewöhnlich stark autobiographisch geprägte Figur des Misanthropen Alceste spiegelt sichtlich Molières eigenes Unvermögen und seine Unlust, sich auf dem glatten Parkett der Hofgesellschaft opportunistisch und angepasst zu verhalten. In der enttäuschten Liebe Alcestes zu der koketten jungen Célimène spiegelt sich die Enttäuschung Molières durch seine 21 jüngere Frau Armande, die sich gerade (vorübergehend) von ihm getrennt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die letzten Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1668, nach dem Verbot auch der zweiten Tartuffe-Version, hatte Molière in der Verskomödie Amphitryon erstmals leise Kritik an seinem hochmögenden, aber wenig zuverlässigen Gönner Ludwig geübt, der verschlüsselt in der Rolle Jupiters alias Amphitryons ganz ungeniert seinem sexuellen Lustgewinn nachgeht. In Georges Dandin (Prosa, ebenfalls 1668) hatte er bitter die Arroganz gebrandmarkt, mit der Adlige, selbst wenn sie verarmt waren, die gesellschaftlich nützliche Bourgeoisie glaubten verachten und ausbeuten zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt aber hatte er sich nach 1667 mehr und mehr auf unverfängliche Themen zu verlegen begonnen und versuchte, durch gefällige Stücke, insbesondere sog. Ballettkomödien mit Musik von Lully, sein Theater zu füllen und den König bei Laune zu halten. Neben etlichen anderen, heute vergessenen Stücken schrieb Molière in diesen Jahren:&lt;br /&gt;
Iffland als Fegesack und Franz Labes als Pfeil in Molières „Der Geizige“, I. Akt, 3. Auftritt, Lithographie von Friedrich Weise nach einer Berliner Aufführung um 1810&lt;br /&gt;
Iffland als Fegesack und Franz Labes als Pfeil in Molières „Der Geizige“, I. Akt, 3. Auftritt, Lithographie von Friedrich Weise nach einer Berliner Aufführung um 1810&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1668 L&#039;Avare (Der Geizige), eine Prosakomödie, in der er den Typ des reich gewordenen, aber engstirnig und geizig gebliebenen Bürgers karikiert, der seine lebensfroheren und konsumfreudigeren Kinder fast erstickt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1669 Monsieur de Pourceaugnac, eine Prosakomödie, in der er einen dümmlichen Provinzler die quasi schon eingekaufte Braut an einen klügeren Rivalen verlieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1670 Le Bourgeois gentilhomme (Der Bürger als Edelmann), eine Prosakomödie mit Gesang- und Balletteinlagen, in der Molière die naive Sucht der Bourgeoisie nach Adelstiteln verspottet. (Musik von Lully)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1671 Les fourberies de Scapin (Scapins Schelmenstreiche), eine Prosakomödie, worin er in einer turbulenten Handlung um den pfiffigen Diener Scapin alle Mittel der Situationskomik anwendet, die der Gattung Farce zur Verfügung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1672 Les femmes savantes (Die gelehrten Frauen), eine Verskomödie, in der er das gewissermaßen falsche Bewusstsein dreier eingebildeter und pseudoemanzipierter Bürgerinnen karikiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1673 Le Malade imaginaire (ins Deutsche fälschlicherweise als Der eingebildete Kranke statt „Der eingebildet Kranke“ übersetzt), eine Prosakomödie über ein altes Thema, das Molière auch selbst schon bearbeitet hatte: die naive Medizingläubigkeit reicher Kranker und vor allem die Unfähigkeit der keine Selbstzweifel kennenden Ärzte – eine Unfähigkeit, die der Autor, der selbst häufig krank war, nur zu gut kannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt verdüsterte sich in diesen Jahren rasch sein Horizont: Der ständige berufliche Stress sowie das lange Hin und Her um den Tartuffe hatten seine Gesundheit zerstört. Häufige Eheschwierigkeiten setzten ihm zu. 1671 kam es bei der Einstudierung der Ballett-Tragödie (!) Psyché zum Bruch mit Partner Lully. Anfang 1672 erkrankte und verstarb seine langjährige Weggefährtin Madeleine Béjart. Ende desselben Jahres starb ein drittes Kind bald nach der Geburt, und er musste erleben, wie Lully zum Rivalen wurde, den der König vorzuziehen begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Le Malade imaginaire sollte in bitterer Ironie das letzte Stück Molières bleiben und die Hauptrolle des eingebildet Kranken seine letzte Rolle. Bei der vierten Aufführung am 17. Februar 1673 brach er zusammen und starb noch im Theater. Nur mühsam gelang es seiner Frau Armande, den Widerstand des Gemeindepfarrers zu brechen und über den König beim Erzbischof von Paris zu erreichen, dass eine halbwegs ehrbare Bestattung genehmigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Truppe Molières blieb unter Armandes Leitung zunächst bestehen, schloss sich aber, als Rivale Lully den Saal des Palais-Royal zugesprochen bekam, der Truppe des Théâtre du Marais an. 1680 verschmolz diese auf Anweisung von Ludwig XIV. mit der Truppe des Hôtel de Bourgogne: Die noch heute bestehende Comédie-Française war geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Der Menschenfeind]]&lt;br /&gt;
* [[Der eingebildete Kranke]]&lt;br /&gt;
* [[Der Geizige]]&lt;br /&gt;
* [[Tartuffe]]&lt;br /&gt;
* [[Die Schule der Frauen]]&lt;br /&gt;
* [[Don Juan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.moliere Molière ] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Selma_Lagerl%C3%B6f&amp;diff=4495</id>
		<title>Selma Lagerlöf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Selma_Lagerl%C3%B6f&amp;diff=4495"/>
		<updated>2009-08-19T11:59:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von Dieter Kasang (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von 188.60.118.33 wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf&#039;&#039;&#039; (* 20. November 1858 auf Gut Mårbacka in der Gemeinde Östra Ämtervik, Värmland, Schweden; † 16. März 1940 ebenda) war eine schwedische Schriftstellerin. Sie ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen des Landes und gehört zu den wenigen schwedischen Autoren, deren Werke unbestritten zur Weltliteratur zählen. Am 10. Dezember 1909 erhielt sie – als erste Frau – den Nobelpreis für Literatur.&lt;br /&gt;
[[Bild:Selma_Lagerl%C3%B6f.jpg|thumb|200px|Selma Lagerlöf 1909]]&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wurde 1858 als Tochter des Gutsbesitzers Leutnant Erik Gustaf Lagerlöf geboren. Ihre Mutter Loise Lagerlöf, geborene Wallroth, stammte aus einer vermögenden Kaufmannsfamilie aus Filipstad. Selma Lagerlöfs Großeltern väterlicherseits, Daniel Lagerlöf, Regimentsschreiber und Gutsverwalter, und Lisa Maja Lagerlöf, geborene Wennerwik, stammten beide aus Pfarrersfamilien. Aus der Familie Lisa Maja Lagerlöfs stammte auch der Besitz des Guts Mårbacka, das vor der Großmutter bereits seit drei Generationen jeweils an die Töchter der Familie, die alle einen Pfarrer geheiratet hatten, weitervererbt worden war. Selma Lagerlöfs Großmutter war die erste, die nicht Frau eines Pfarrers wurde. Die Geschichte ihrer Großeltern väterlicherseits erzählte Selma Lagerlöf in Liljecronas Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf war das zweitjüngste von fünf Geschwistern. Der älteste Bruder, Daniel, wurde später Arzt in Kungälv, der zweitälteste Bruder, Johan, emigrierte nach Amerika. Das dritte Kind ihrer Eltern war Anna, die jung an Tuberkulose starb – das Thema Tuberkulose beschäftigte Selma Lagerlöf später in Nils Holgersson und Der Fuhrmann des Todes. Selma Lagerlöf hatte noch eine vier Jahre jüngere Schwester, Gerda, die ihr von allen Geschwistern am nächsten stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf ging, anders als ihre Brüder, nicht zur Schule, sondern wurde mit ihren Schwestern von Gouvernanten zu Hause unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wurde mit einem Hüftleiden geboren, wobei sich heute kaum beurteilen lässt, wie schwerwiegend es wirklich war. Einerseits schildert sie in ihrem autobiographischen Werk Aus meinen Kindertagen, wie sie ihren Vater vergebens angefleht hat, nicht mit zum Ball nach Sunne mitfahren zu müssen, da sie nicht tanzen kann. Anderseits gibt es Äußerungen von ihr, dass sie sich auf einen Ball freut, und nach anderen Zeugnissen war sie beim Spielen mit anderen Kindern kaum behindert. Im Alter von drei Jahren waren ihre Beine nach einer Krankheit vollständig gelähmt, später verschwand die Lähmung jedoch wieder (eine Episode, die sie in Mårbacka schildert). Mit neun und dann noch einmal mit vierzehn Jahren erhielt Selma Lagerlöf in Stockholm eine Physiotherapie, die ihr anscheinend geholfen hat. Ein leichtes Hinken blieb zurück. Ihr (leichte) körperliche Behinderung stilisierte Selma Lagerlöf bewusst in ihrer Autobiografie: Gerade ihr Schicksal als Außenseiterin - Außenseiter spielen in Selma Lagerlöfs Werk eine wichtige Rolle, exemplarisch ist hier Jan i Skrolycka in Der Kaiser von Portugallien zu nennen - prädestinierte sie zum Schriftstellerberuf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich die wirtschaftliche Lage in Värmland in den 1860er Jahren verschlechterte, war davon auch das Gut der Familie betroffen. In den 1870er Jahren verschlimmerte sich die Situation immer mehr. Selma Lagerlöf erlebte dies als Jugendliche mit, und die Angst vor dem Verlust des Heims verarbeitete sie später in vielen Werken. 1890, nach dem Tod des Vaters und als Selma Lagerlöf dort schon nicht mehr lebte, musste Mårbacka wegen Schulden verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon als junges Mädchen las Selma Lagerlöf leidenschaftlich gern und interessierte sich für die Sagen und Geschichten ihrer Heimat, die sie von ihrem Vater und ihrer Großmutter hörte. Auf dem Dachboden führte sie gern selbstgeschriebene Puppentheaterstücke auf. Für Hausarbeit und das, was als passende Beschäftigung für Mädchen angesehen wurde, zeigte sie hingegen kein Interesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ausbildung und Berufstätigkeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen den Wunsch ihres Vaters ging Selma Lagerlöf 1881 nach Stockholm und besuchte bis 1882 ein Mädchengymnasium. Von 1882 bis 1885 machte sie eine Ausbildung zur Volksschullehrerin am Königlichen Höheren Lehrerinnenseminar in Stockholm. 1885 starb Selma Lagerlöfs Vater. Im gleichen Jahr trat sie eine Stelle als Volksschullehrerin in Landskrona an. Diese Tätigkeit übte sie bis 1895 aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ihrer Zeit in Landskrona schrieb Selma Lagerlöf ihren ersten Roman, Gösta Berling. Dem Roman lagen Geschichten über die Menschen ihrer Heimat zu Grunde, die Selma Lagerlöf als Kind gehört hatte. 1890 nahm sie mit fünf Kapiteln aus dem entstehenden Roman an einem Novellenwettbewerb der Zeitschrift Idun teil und gewann. 1891 erschien schließlich der fertige Roman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman erhielt zunächst überwiegend negative Kritiken und verkaufte sich schlecht. Entgegen Selma Lagerlöfs ursprünglichen Erwartung reichten die Einnahmen zunächst bei weitem nicht dafür aus, den Lehrerinnenberuf aufzugeben. Erst nach einer außerordentlich positiven Rezension des bekannten dänischen Literaturkritikers Georg Brandes im Jahr 1893 setzte sich Gösta Berling auch in Schweden allmählich durch und ist heute eines der am meisten gelesenen schwedischen Bücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Freie Schriftstellerin===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 gab Selma Lagerlöf den Lehrerinnenberuf auf und unternahm zunächst bis 1896 eine große Reise durch Südeuropa. Ergebnis dieser Reise war der Roman Die Wunder des Antichrist. 1897 zog Selma Lagerlöf nach Falun in Dalarna, einerseits, weil ihre Schwester Gerda sie darum gebeten hatte, anderseits, weil Dalarna als Zentrum schwedischen Brauchtums und schwedischer Volkskultur galt. In der Gemeinde Nås in der Nähe von Falun war im Jahr 1896 eine Gruppe von Bauern in Folge einer religiösen Erweckung nach Jerusalem ausgewandert, um sich dort einer amerikanischen Sekte anzuschließen. Dies machte Selma Lagerlöf zum Thema ihres Romans Jerusalem – neben Vilhelm Mobergs Auswandererromanen das zweite große Auswandererepos in der schwedischen Literatur. Der erste Band von Jerusalem war bereits unmittelbar nach seinem Erscheinen einen großer Erfolg bei Kritikern und Publikum und bedeutete Selma Lagerlöfs endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 schrieb Selma Lagerlöf ihr bekanntestes Buch, Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. Dieser Roman entstand im Auftrag des schwedischen Volkschullehrerverbandes und sollte in den Schulen als Lesebuch verwendet werden. Nils Holgersson ist die phantastische Geschichte eines vierzehnjährigen Jungen, der zur Strafe für seine Bösartigkeit in ein Wichtelmännchen verwandelt wird und gemeinsam mit den Wildgänsen durch ganz Schweden reist, wobei er in vielerlei moralische Konflikte gerät. Nils Holgersson stellt gleichzeitig einen Erziehungs- und Entwicklungsroman und ein liebevolles Porträt Schwedens dar. Die einzelnen Landschaften werden, häufig in Form von Sagen und Märchen, vorgestellt, wobei auch damals aktuelle Informationen beispielsweise über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Schwedens eingestreut werden. Nils Holgersson wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Bedeutung erlangte der Roman auch dadurch, dass zum ersten Mal in einem literarischen Werk die neue schwedische Rechtschreibung angewendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde Selma Lagerlöf die Ehrendoktorwürde der Philosophie von der Universität Uppsala verliehen. 1909 erhielt Selma Lagerlöf – als erste Frau – den Literaturnobelpreis, „auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“, wie es in der Begründung hieß. 1914 wurde Selma Lagerlöf als erste Frau zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gutsbesitzerin===&lt;br /&gt;
Am Neujahrstag des Jahres 1908 kaufte Selma Lagerlöf das Gutshaus von Mårbacka zurück. 1910 konnte sie mit dem Nobelpreisgeld auch das Land zurückkaufen, 1914 schließlich konnte sie durch erneute Aufkäufe das Land verdoppeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf betrieb in Mårbacka Landwirtschaft sowie eine Fabrik zur Produktion von Hafermehl und widmete ihrem Gut viel Zeit, Energie und nicht zuletzt Geld. Gleichzeitig hatte sie aber zunächst ihren Lebensmittelpunkt weiter in Falun, wo sie eine kleine Villa gekauft hatte. Nach einem kleineren Umbau von 1908-1909 ließ Selma Lagerlöf Mårbacka von 1921-1923 schließlich zu einem repräsentativen Herrenhaus im historisierenden Stil umbauen, das mit dem bescheidenen roten Holzhaus, das es vorher war, nicht mehr viel gemein hatte. Seit dieser Zeit lebte Selma Lagerlöf das ganze Jahr auf Mårbacka.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf veröffentlichte auch nach dem Nobelpreis bedeutende Romane, darunter 1911 Liljecronas Heim und 1914 Der Kaiser von Portugallien, zwei Werke, in denen sie von ihrer Heimat und deren Menschen erzählt. Ihr letztes großes Romanprojekt war die 1925-1928 erschiene Trilogie Die Löwenskölds, die sich gleichzeitig als Geschichte eines schicksalsmächtigen Fluches und als hellsichtige Analyse des Narzissmus’ der Zentralfigur lesen lässt. Ein geplanter vierter Band kam nicht mehr zustande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren späteren Jahren schrieb sie eine dreiteilige Autobiographie: Mårbacka, Aus meinen Kindertagen sowie Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf, ihr letztes vollendetes Werk. Die Autobiograpie ist keine Schilderung des eigenen Lebens im herkömmlichen Sinne, sondern besteht aus Erzählungen aus ihrer Kindheit, die einem bestimmten Zweck dienen: Die Hintergründe ihres schriftstellerischen Wirkens dazustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf war eine enge Freundin Sophie Elkans. Ebenfalls eine enge Freundschaft verband Selma Lagerlöf mit Valborg Olander. Sophie Elkan und Valborg Olander waren recht eifersüchtig aufeinander und gingen einander aus dem Weg. Der 1990 veröffentlichte Briefwechsel Selma Lagerlöfs mit Sophie Elkan ist eine wichtige Quelle für Leben und Werk Selma Lagerlöfs. Mindestens ebenso wichtig sind ihre Briefe an Valborg Olander, die Ying Toijer-Nilsson 2006 herausgegeben hat. Nicht nur ihr Alltagsleben auf Mårbacka schildert Selma mit all seinen Facetten, die Sammlung enthält auch eine große Zahl an Liebesbriefen Selmas an Valborg, aus denen deutlich wird, dass die beiden Frauen über Jahrzehnte bis zu Selmas Tod eine heimlich gehaltene enge Beziehung unterhielten. Aus den Briefen geht ebenfalls hervor, dass Selmas Beziehung zu Sophie Elkan nur platonisch war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde Selma Lagerlöf gebeten, einen sechsjährigen Jungen namens Nils Holgersson aufzunehmen, wobei die zufällige Namensgleichheit mit Selma Lagerlöfs Romanheld die Ursache dafür war, dass man sich gerade an Selma Lagerlöf wandte. Sie widmete ihrem Pflegesohn viel Engagement, wenn auch ihre Pläne, ihn zu einem intellektuell gebildeten Menschen und potentiellen Erben von Mårbacka zu erziehen, fehlschlugen. Nils Holgersson wurde schließlich Bauarbeiter, wanderte nach Amerika aus und war in Chicago am Bau vieler Wolkenkratzer beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziales und politisches Engagement===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf engagierte sich insbesondere in Frauenfragen. 1911 hielt sie in Stockholm bei einem internationalen Frauenkongress die vielbeachtete Rede Hem och stat („Heim und Staat“), in welcher sie die „weibliche“ Schöpfung des Heimes, in dem Frieden und Geborgenheit herrschen, der „männlichen“ Schöpfung des von Macht und Gewalt geprägten Staates gegenüberstellt. Dass eine weltbekannte Frau, Nobelpreisträgerin und Gutsbesitzerin, sprach, der das elementare staatsbürgerliche Recht, nämlich das Wahlrecht, verweigert wurde, machte die Rede besonders brisant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 beteiligte sich Selma Lagerlöf an einem Komitee zur Rettung jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland. 1940 half sie der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs nach Schweden zu fliehen, und rettete so deren Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen war Selma Lagerlöf aktiv: In ihrer Heimatgemeinde Östra Ämtervik saß sie im Gemeinderat und war Mitglied der Armenverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund ihrer Popularität bekam Selma Lagerlöf zahllose Bitt- und Bettelbriefe aus dem In- und Ausland. Sie half, so gut sie konnte, und schickte oft kleine oder auch nicht so kleine Geldbeträge. Auch in den Krisenjahren in der Weltwirtschaftskrise entließ sie keine Arbeiter, sondern stellte in Mårbacka sogar neue ein, um die Not der Menschen zu lindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus heutiger Sicht kaum verständlich ist, dass Selma Lagerlöf - wie viele andere Angehörige der schwedischen Kulturelite (z. B. Anders Zorn, Carl Larsson und Ellen Key) - Sympathien für so genannte „rassenhygienische Maßnahmen“ hatte und sogar das „Rassenbiologische Institut“ des Nazi-Sympathisanten Herman Lundborg unterstützte [1].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Thematik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wird häufig in erster Linie als Schriftstellerin betrachtet, die ihre värmländische Heimat schildert. Tatsächlich spielt die Schilderung ihrer Heimat in ihrem Werk – beispielsweise in Gösta Berling, Liljecronas Heim und Der Kaiser von Portugallien – auch eine große Rolle. Selma Lagerlöf sah es als eine Lebensaufgabe an, die Lebensweise in ihrer Heimat und auf dem Gut ihrer Eltern zu darzustellen und so für spätere Generationen zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bandbreite der von Selma Lagerlöf behandelten Themen geht aber weit darüber hinaus: Ein immer wiederkehrendes Motiv in ihrem Werk ist die Notwendigkeit, Schuld zu sühnen, einerseits und die versöhnende und erlösende Kraft der Liebe andererseits. Auch interessierte sich Selma Lagerlöf lebhaft für die menschliche Psychologie und die Schilderung von Seelenzuständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Thema für Selma Lagerlöf ist das Heim und die durch ein Heim vermittelte Geborgenheit und Sicherheit. In dem Roman Liljecronas Heim wird dies schon im Titel deutlich. Vorbild ist hier wie auch in anderen Werken des elterliche Gut Mårbacka, das geradezu als Musterbild eines Heimes gefeiert und bewusst idealisiert wird. Auch in Nils Holgersson findet sich (im Kapitel En liten herrgård) eine liebevolle Beschreibung des Guts, auf dem Selma Lagerlöf aufgewachsen ist. Im Zusammenhang mit dem Heim wird häufig die Bedrohung des Heims und die Angst vor dem Verlust des Heimes behandelt. In Gösta Berling wird dies gleich mehrfach thematisiert: Über die Majorin heißt es, sie sei nicht die einzige, die den Verlust eines geliebten Heimes erleben musste, und die Schrecken einer Auktion, bei der das Heim versteigert wird, werden im Kapitel Auktionen på Björne geschildert. Auch in Jerusalem wird die Versteigerung des heimatlichen Hofs eindrucksvoll dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes häufig vorkommendes Thema ist die Konfrontation weiblich–männlich, archetypisch etwa in Herrn Arnes Schatz. Die weiche, hingebungsvolle, liebende Elsalill stößt auf den grausamen, bösartigen und verschlagenen Sir Archie und geht hieran zu Grunde. Häufig sind es bei Selma Lagerlöf starke, tüchtige und selbstbewusste Frauen, die sich gegen schwache und unfähige Männer durchsetzen müssen: Von der Majorin in Gösta Berling über Micaela Palmeri in Die Wunder des Antichrist und Karin Ingmarsdotter in Jerusalem bis hin zu Charlotte Löwensköld und Anna Svärd in der Löwensköld-Trilogie kehrt diese Konstellation immer wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls häufig wiederkehrende Thematik ist die problematische Vater-Tochter-Beziehung: Melchior Sinclaire und Marianne Sinclaire in Gösta Berling, Cavaliere Palmeri und Micaela Palmeri in Die Wunder des Antichrist, Pfarrer Lyselius und Maja Lisa Lyselius in Liljecronas Heim und Jan i Skrolycka und Klara Gulla in Der Kaiser von Portugallien: Immer sind diese Beziehungen von inniger Liebe, aber auch schweren Konflikten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf behandelt gerne auch aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen: In Die Wunder des Antichrist versucht sie, Christentum und Sozialismus miteinander auszusöhnen, in Jerusalem behandelt sie den Verfall der Autorität der lutherischen schwedischen Staatskirche und das Aufkommen neuer Volksbewegungen, Das heilige Leben ist ein ergreifendes pazifistisches Plädoyer angesichts der Schrecken des Ersten Weltkriegs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schreibweise===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Romane und Erzählungen von Selma Lagerlöf wirken auf den ersten Blick naiv und erwecken den Anschein, in einer uralten mündlichen Erzähltradition geschrieben zu sein. So ist es typisch, dass ihre Romane aus einzelnen Kapiteln bestehen, die in sich jeweils abgeschlossene Episoden darstellen. Das Einleitungskapitel von Jerusalem I etwa, Ingmarssönerna („Die Ingmarssöhne“), fungierte ursprünglich sogar als selbstständige Novelle. Dies verführte viele Kritiker, Selma Lagerlöf für eine naive Märchentante zu halten. Oscar Levertin bezeichnete 1903 Selma Lagerlöf als „literarische Anomalie“, die „alleine aus der Einfalt ihres Herzens“ spreche, und noch 1989 nannte sie Sven Delblanc einen „Atavismus“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit arbeitet Selma Lagerlöf jedoch äußerst bewusst mit raffinierten erzähltechnischen Methoden. Dies zeigt sich beispielsweise an der anspruchsvollen Konstruktion von Jerusalem, wo sie scheinbar zusammenhanglose Einzelkapitel zu einem komplexen Bau, dessen Grundstruktur sich erst nach und nach erschließt, zusammensetzt, oder an dem geschickte Wechsel der Erzählperspektive in Der Kaiser von Portugallien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das für die Werke von Selma Lagerlöf charakteristische Auftreten übernatürlicher Mächte und Erscheinungen darf nicht als Wunderglaube missverstanden werden, sondern hat immer einen ganz gezielten, häufig symbolischen Zweck im Rahmen der Komposition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gösta Berling schreibt Selma Lagerlöf in einem hochgestimmten, überschwänglichen, emphatischen Ton, häufig mit direkten Anrufen an den Leser (Beispiel: O sena tiders barn! – O Kinder späterer Zeiten!) In späteren Werken ändert sie ihren Stil und pflegt eine lakonische, schlichte, an die isländische Saga gemahnende Schreibart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöfs scheinbar naive Sprache ist in Wahrheit alles andere als naiv. Ein Vergleich ihrer Literatur mit ihren privaten Äußerungen etwa in Briefen, in denen sie natürlich und zwanglos schreibt, zeigt, wie kunstvoll ihre Sprache ist. „Es strengt an, einfach zu sein“, schrieb sie einmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf gestaltet Menschenschicksale mit großer elementarer Kraft. Es gelingt ihr, ohne Längen Spannung zu erzeugen und von der ersten bis zur letzten Seite durchzuhalten. Dass sie bis heute Leser zu fesseln vermag, belegt die Qualität ihrer Werke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Romanen schrieb sie ihr ganzes Leben auch Kurzgeschichten, Erzählungen und Legenden. Einmal wagte sie sich sogar an ein Gedicht in Alexandrinern, Slåtterkarlar på Ekolsund aus Troll och människor I. Die dramatische Form lag ihr hingegen nicht. Sie selbst bearbeitete ihre Erzählungen Dunungen und Herrn Arnes Schatz für das Theater. Beide Theaterstücke waren bei Publikum und Kritik ein Misserfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* Gösta Berling&lt;br /&gt;
* Jerusalem&lt;br /&gt;
* Löwenskölds-Trilogie&lt;br /&gt;
* Christuslegenden&lt;br /&gt;
* Herrn Arnes Schatz&lt;br /&gt;
* Der Fuhrmann des Todes&lt;br /&gt;
* Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skandinavische Literatur|Lagerlöf, Selma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Selma_Lagerl%C3%B6f&amp;diff=4494</id>
		<title>Selma Lagerlöf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Selma_Lagerl%C3%B6f&amp;diff=4494"/>
		<updated>2009-08-19T11:55:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 188.60.118.33 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf&#039;&#039;&#039; (* 20. November 1858 auf Gut Mårbacka in der Gemeinde Östra Ämtervik, Värmland, Schweden; † 16. März 1940 ebenda) war eine schwedische Schriftstellerin. Sie ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen des Landes und gehört zu den wenigen schwedischen Autoren, deren Werke unbestritten zur Weltliteratur zählen. Am 10. Dezember 1909 erhielt sie – als erste Frau – den Nobelpreis für Literatur.&lt;br /&gt;
[[Bild:Selma_Lagerl%C3%B6f.jpg|thumb|200px|Selma Lagerlöf 1909]]&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wurde 1858 als Tochter des Gutsbesitzers Leutnant Erik Gustaf Lagerlöf geboren. Ihre Mutter Loise Lagerlöf, geborene Wallroth, stammte aus einer vermögenden Kaufmannsfamilie aus Filipstad. Selma Lagerlöfs Großeltern väterlicherseits, Daniel Lagerlöf, Regimentsschreiber und Gutsverwalter, und Lisa Maja Lagerlöf, geborene Wennerwik, stammten beide aus Pfarrersfamilien. Aus der Familie Lisa Maja Lagerlöfs stammte auch der Besitz des Guts Mårbacka, das vor der Großmutter bereits seit drei Generationen jeweils an die Töchter der Familie, die alle einen Pfarrer geheiratet hatten, weitervererbt worden war. Selma Lagerlöfs Großmutter war die erste, die nicht Frau eines Pfarrers wurde. Die Geschichte ihrer Großeltern väterlicherseits erzählte Selma Lagerlöf in Liljecronas Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf war das zweitjüngste von fünf Geschwistern. Der älteste Bruder, Daniel, wurde später Arzt in Kungälv, der zweitälteste Bruder, Johan, emigrierte nach Amerika. Das dritte Kind ihrer Eltern war Anna, die jung an Tuberkulose starb – das Thema Tuberkulose beschäftigte Selma Lagerlöf später in Nils Holgersson und Der Fuhrmann des Todes. Selma Lagerlöf hatte noch eine vier Jahre jüngere Schwester, Gerda, die ihr von allen Geschwistern am nächsten stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf ging, anders als ihre Brüder, nicht zur Schule, sondern wurde mit ihren Schwestern von Gouvernanten zu Hause unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wurde mit einem Hüftleiden geboren, wobei sich heute kaum beurteilen lässt, wie schwerwiegend es wirklich war. Einerseits schildert sie in ihrem autobiographischen Werk Aus meinen Kindertagen, wie sie ihren Vater vergebens angefleht hat, nicht mit zum Ball nach Sunne mitfahren zu müssen, da sie nicht tanzen kann. Anderseits gibt es Äußerungen von ihr, dass sie sich auf einen Ball freut, und nach anderen Zeugnissen war sie beim Spielen mit anderen Kindern kaum behindert. Im Alter von drei Jahren waren ihre Beine nach einer Krankheit vollständig gelähmt, später verschwand die Lähmung jedoch wieder (eine Episode, die sie in Mårbacka schildert). Mit neun und dann noch einmal mit vierzehn Jahren erhielt Selma Lagerlöf in Stockholm eine Physiotherapie, die ihr anscheinend geholfen hat. Ein leichtes Hinken blieb zurück. Ihr (leichte) körperliche Behinderung stilisierte Selma Lagerlöf bewusst in ihrer Autobiografie: Gerade ihr Schicksal als Außenseiterin - Außenseiter spielen in Selma Lagerlöfs Werk eine wichtige Rolle, exemplarisch ist hier Jan i Skrolycka in Der Kaiser von Portugallien zu nennen - prädestinierte sie zum Schriftstellerberuf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich die wirtschaftliche Lage in Värmland in den 1860er Jahren verschlechterte, war davon auch das Gut der Familie betroffen. In den 1870er Jahren verschlimmerte sich die Situation immer mehr. Selma Lagerlöf erlebte dies als Jugendliche mit, und die Angst vor dem Verlust des Heims verarbeitete sie später in vielen Werken. 1890, nach dem Tod des Vaters und als Selma Lagerlöf dort schon nicht mehr lebte, musste Mårbacka wegen Schulden verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon als junges Mädchen las Selma Lagerlöf leidenschaftlich gern und interessierte sich für die Sagen und Geschichten ihrer Heimat, die sie von ihrem Vater und ihrer Großmutter hörte. Auf dem Dachboden führte sie gern selbstgeschriebene Puppentheaterstücke auf. Für Hausarbeit und das, was als passende Beschäftigung für Mädchen angesehen wurde, zeigte sie hingegen kein Interesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ausbildung und Berufstätigkeit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen den Wunsch ihres Vaters ging Selma Lagerlöf 1881 nach Stockholm und besuchte bis 1882 ein Mädchengymnasium. Von 1882 bis 1885 machte sie eine Ausbildung zur Volksschullehrerin am Königlichen Höheren Lehrerinnenseminar in Stockholm. 1885 starb Selma Lagerlöfs Vater. Im gleichen Jahr trat sie eine Stelle als Volksschullehrerin in Landskrona an. Diese Tätigkeit übte sie bis 1895 aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ihrer Zeit in Landskrona schrieb Selma Lagerlöf ihren ersten Roman, Gösta Berling. Dem Roman lagen Geschichten über die Menschen ihrer Heimat zu Grunde, die Selma Lagerlöf als Kind gehört hatte. 1890 nahm sie mit fünf Kapiteln aus dem entstehenden Roman an einem Novellenwettbewerb der Zeitschrift Idun teil und gewann. 1891 erschien schließlich der fertige Roman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman erhielt zunächst überwiegend negative Kritiken und verkaufte sich schlecht. Entgegen Selma Lagerlöfs ursprünglichen Erwartung reichten die Einnahmen zunächst bei weitem nicht dafür aus, den Lehrerinnenberuf aufzugeben. Erst nach einer außerordentlich positiven Rezension des bekannten dänischen Literaturkritikers Georg Brandes im Jahr 1893 setzte sich Gösta Berling auch in Schweden allmählich durch und ist heute eines der am meisten gelesenen schwedischen Bücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Freie Schriftstellerin===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 gab Selma Lagerlöf den Lehrerinnenberuf auf und unternahm zunächst bis 1896 eine große Reise durch Südeuropa. Ergebnis dieser Reise war der Roman Die Wunder des Antichrist. 1897 zog Selma Lagerlöf nach Falun in Dalarna, einerseits, weil ihre Schwester Gerda sie darum gebeten hatte, anderseits, weil Dalarna als Zentrum schwedischen Brauchtums und schwedischer Volkskultur galt. In der Gemeinde Nås in der Nähe von Falun war im Jahr 1896 eine Gruppe von Bauern in Folge einer religiösen Erweckung nach Jerusalem ausgewandert, um sich dort einer amerikanischen Sekte anzuschließen. Dies machte Selma Lagerlöf zum Thema ihres Romans Jerusalem – neben Vilhelm Mobergs Auswandererromanen das zweite große Auswandererepos in der schwedischen Literatur. Der erste Band von Jerusalem war bereits unmittelbar nach seinem Erscheinen einen großer Erfolg bei Kritikern und Publikum und bedeutete Selma Lagerlöfs endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 schrieb Selma Lagerlöf ihr bekanntestes Buch, Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. Dieser Roman entstand im Auftrag des schwedischen Volkschullehrerverbandes und sollte in den Schulen als Lesebuch verwendet werden. Nils Holgersson ist die phantastische Geschichte eines vierzehnjährigen Jungen, der zur Strafe für seine Bösartigkeit in ein Wichtelmännchen verwandelt wird und gemeinsam mit den Wildgänsen durch ganz Schweden reist, wobei er in vielerlei moralische Konflikte gerät. Nils Holgersson stellt gleichzeitig einen Erziehungs- und Entwicklungsroman und ein liebevolles Porträt Schwedens dar. Die einzelnen Landschaften werden, häufig in Form von Sagen und Märchen, vorgestellt, wobei auch damals aktuelle Informationen beispielsweise über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Schwedens eingestreut werden. Nils Holgersson wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Bedeutung erlangte der Roman auch dadurch, dass zum ersten Mal in einem literarischen Werk die neue schwedische Rechtschreibung angewendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde Selma Lagerlöf die Ehrendoktorwürde der Philosophie von der Universität Uppsala verliehen. 1909 erhielt Selma Lagerlöf – als erste Frau – den Literaturnobelpreis, „auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“, wie es in der Begründung hieß. 1914 wurde Selma Lagerlöf als erste Frau zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gutsbesitzerin===&lt;br /&gt;
Am Neujahrstag des Jahres 1908 kaufte Selma Lagerlöf das Gutshaus von Mårbacka zurück. 1910 konnte sie mit dem Nobelpreisgeld auch das Land zurückkaufen, 1914 schließlich konnte sie durch erneute Aufkäufe das Land verdoppeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf betrieb in Mårbacka Landwirtschaft sowie eine Fabrik zur Produktion von Hafermehl und widmete ihrem Gut viel Zeit, Energie und nicht zuletzt Geld. Gleichzeitig hatte sie aber zunächst ihren Lebensmittelpunkt weiter in Falun, wo sie eine kleine Villa gekauft hatte. Nach einem kleineren Umbau von 1908-1909 ließ Selma Lagerlöf Mårbacka von 1921-1923 schließlich zu einem repräsentativen Herrenhaus im historisierenden Stil umbauen, das mit dem bescheidenen roten Holzhaus, das es vorher war, nicht mehr viel gemein hatte. Seit dieser Zeit lebte Selma Lagerlöf das ganze Jahr auf Mårbacka.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf veröffentlichte auch nach dem Nobelpreis bedeutende Romane, darunter 1911 Liljecronas Heim und 1914 Der Kaiser von Portugallien, zwei Werke, in denen sie von ihrer Heimat und deren Menschen erzählt. Ihr letztes großes Romanprojekt war die 1925-1928 erschiene Trilogie Die Löwenskölds, die sich gleichzeitig als Geschichte eines schicksalsmächtigen Fluches und als hellsichtige Analyse des Narzissmus’ der Zentralfigur lesen lässt. Ein geplanter vierter Band kam nicht mehr zustande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren späteren Jahren schrieb sie eine dreiteilige Autobiographie: Mårbacka, Aus meinen Kindertagen sowie Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf, ihr letztes vollendetes Werk. Die Autobiograpie ist keine Schilderung des eigenen Lebens im herkömmlichen Sinne, sondern besteht aus Erzählungen aus ihrer Kindheit, die einem bestimmten Zweck dienen: Die Hintergründe ihres schriftstellerischen Wirkens dazustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf war eine enge Freundin Sophie Elkans. Ebenfalls eine enge Freundschaft verband Selma Lagerlöf mit Valborg Olander. Sophie Elkan und Valborg Olander waren recht eifersüchtig aufeinander und gingen einander aus dem Weg. Der 1990 veröffentlichte Briefwechsel Selma Lagerlöfs mit Sophie Elkan ist eine wichtige Quelle für Leben und Werk Selma Lagerlöfs. Mindestens ebenso wichtig sind ihre Briefe an Valborg Olander, die Ying Toijer-Nilsson 2006 herausgegeben hat. Nicht nur ihr Alltagsleben auf Mårbacka schildert Selma mit all seinen Facetten, die Sammlung enthält auch eine große Zahl an Liebesbriefen Selmas an Valborg, aus denen deutlich wird, dass die beiden Frauen über Jahrzehnte bis zu Selmas Tod eine heimlich gehaltene enge Beziehung unterhielten. Aus den Briefen geht ebenfalls hervor, dass Selmas Beziehung zu Sophie Elkan nur platonisch war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde Selma Lagerlöf gebeten, einen sechsjährigen Jungen namens Nils Holgersson aufzunehmen, wobei die zufällige Namensgleichheit mit Selma Lagerlöfs Romanheld die Ursache dafür war, dass man sich gerade an Selma Lagerlöf wandte. Sie widmete ihrem Pflegesohn viel Engagement, wenn auch ihre Pläne, ihn zu einem intellektuell gebildeten Menschen und potentiellen Erben von Mårbacka zu erziehen, fehlschlugen. Nils Holgersson wurde schließlich Bauarbeiter, wanderte nach Amerika aus und war in Chicago am Bau vieler Wolkenkratzer beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziales und politisches Engagement===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf engagierte sich insbesondere in Frauenfragen. 1911 hielt sie in Stockholm bei einem internationalen Frauenkongress die vielbeachtete Rede Hem och stat („Heim und Staat“), in welcher sie die „weibliche“ Schöpfung des Heimes, in dem Frieden und Geborgenheit herrschen, der „männlichen“ Schöpfung des von Macht und Gewalt geprägten Staates gegenüberstellt. Dass eine weltbekannte Frau, Nobelpreisträgerin und Gutsbesitzerin, sprach, der das elementare staatsbürgerliche Recht, nämlich das Wahlrecht, verweigert wurde, machte die Rede besonders brisant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 beteiligte sich Selma Lagerlöf an einem Komitee zur Rettung jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland. 1940 half sie der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs nach Schweden zu fliehen, und rettete so deren Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen war Selma Lagerlöf aktiv: In ihrer Heimatgemeinde Östra Ämtervik saß sie im Gemeinderat und war Mitglied der Armenverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund ihrer Popularität bekam Selma Lagerlöf zahllose Bitt- und Bettelbriefe aus dem In- und Ausland. Sie half, so gut sie konnte, und schickte oft kleine oder auch nicht so kleine Geldbeträge. Auch in den Krisenjahren in der Weltwirtschaftskrise entließ sie keine Arbeiter, sondern stellte in Mårbacka sogar neue ein, um die Not der Menschen zu lindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus heutiger Sicht kaum verständlich ist, dass Selma Lagerlöf - wie viele andere Angehörige der schwedischen Kulturelite (z. B. Anders Zorn, Carl Larsson und Ellen Key) - Sympathien für so genannte „rassenhygienische Maßnahmen“ hatte und sogar das „Rassenbiologische Institut“ des Nazi-Sympathisanten Herman Lundborg unterstützte [1].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Thematik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf wird häufig in erster Linie als Schriftstellerin betrachtet, die ihre värmländische Heimat schildert. Tatsächlich spielt die Schilderung ihrer Heimat in ihrem Werk – beispielsweise in Gösta Berling, Liljecronas Heim und Der Kaiser von Portugallien – auch eine große Rolle. Selma Lagerlöf sah es als eine Lebensaufgabe an, die Lebensweise in ihrer Heimat und auf dem Gut ihrer Eltern zu darzustellen und so für spätere Generationen zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bandbreite der von Selma Lagerlöf behandelten Themen geht aber weit darüber hinaus: Ein immer wiederkehrendes Motiv in ihrem Werk ist die Notwendigkeit, Schuld zu sühnen, einerseits und die versöhnende und erlösende Kraft der Liebe andererseits. Auch interessierte sich Selma Lagerlöf lebhaft für die menschliche Psychologie und die Schilderung von Seelenzuständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Thema für Selma Lagerlöf ist das Heim und die durch ein Heim vermittelte Geborgenheit und Sicherheit. In dem Roman Liljecronas Heim wird dies schon im Titel deutlich. Vorbild ist hier wie auch in anderen Werken des elterliche Gut Mårbacka, das geradezu als Musterbild eines Heimes gefeiert und bewusst idealisiert wird. Auch in Nils Holgersson findet sich (im Kapitel En liten herrgård) eine liebevolle Beschreibung des Guts, auf dem Selma Lagerlöf aufgewachsen ist. Im Zusammenhang mit dem Heim wird häufig die Bedrohung des Heims und die Angst vor dem Verlust des Heimes behandelt. In Gösta Berling wird dies gleich mehrfach thematisiert: Über die Majorin heißt es, sie sei nicht die einzige, die den Verlust eines geliebten Heimes erleben musste, und die Schrecken einer Auktion, bei der das Heim versteigert wird, werden im Kapitel Auktionen på Björne geschildert. Auch in Jerusalem wird die Versteigerung des heimatlichen Hofs eindrucksvoll dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes häufig vorkommendes Thema ist die Konfrontation weiblich–männlich, archetypisch etwa in Herrn Arnes Schatz. Die weiche, hingebungsvolle, liebende Elsalill stößt auf den grausamen, bösartigen und verschlagenen Sir Archie und geht hieran zu Grunde. Häufig sind es bei Selma Lagerlöf starke, tüchtige und selbstbewusste Frauen, die sich gegen schwache und unfähige Männer durchsetzen müssen: Von der Majorin in Gösta Berling über Micaela Palmeri in Die Wunder des Antichrist und Karin Ingmarsdotter in Jerusalem bis hin zu Charlotte Löwensköld und Anna Svärd in der Löwensköld-Trilogie kehrt diese Konstellation immer wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ebenfalls häufig wiederkehrende Thematik ist die problematische Vater-Tochter-Beziehung: Melchior Sinclaire und Marianne Sinclaire in Gösta Berling, Cavaliere Palmeri und Micaela Palmeri in Die Wunder des Antichrist, Pfarrer Lyselius und Maja Lisa Lyselius in Liljecronas Heim und Jan i Skrolycka und Klara Gulla in Der Kaiser von Portugallien: Immer sind diese Beziehungen von inniger Liebe, aber auch schweren Konflikten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf behandelt gerne auch aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen: In Die Wunder des Antichrist versucht sie, Christentum und Sozialismus miteinander auszusöhnen, in Jerusalem behandelt sie den Verfall der Autorität der lutherischen schwedischen Staatskirche und das Aufkommen neuer Volksbewegungen, Das heilige Leben ist ein ergreifendes pazifistisches Plädoyer angesichts der Schrecken des Ersten Weltkriegs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schreibweise===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Romane und Erzählungen von Selma Lagerlöf wirken auf den ersten Blick naiv und erwecken den Anschein, in einer uralten mündlichen Erzähltradition geschrieben zu sein. So ist es typisch, dass ihre Romane aus einzelnen Kapiteln bestehen, die in sich jeweils abgeschlossene Episoden darstellen. Das Einleitungskapitel von Jerusalem I etwa, Ingmarssönerna („Die Ingmarssöhne“), fungierte ursprünglich sogar als selbstständige Novelle. Dies verführte viele Kritiker, Selma Lagerlöf für eine naive Märchentante zu halten. Oscar Levertin bezeichnete 1903 Selma Lagerlöf als „literarische Anomalie“, die „alleine aus der Einfalt ihres Herzens“ spreche, und noch 1989 nannte sie Sven Delblanc einen „Atavismus“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit arbeitet Selma Lagerlöf jedoch äußerst bewusst mit raffinierten erzähltechnischen Methoden. Dies zeigt sich beispielsweise an der anspruchsvollen Konstruktion von Jerusalem, wo sie scheinbar zusammenhanglose Einzelkapitel zu einem komplexen Bau, dessen Grundstruktur sich erst nach und nach erschließt, zusammensetzt, oder an dem geschickte Wechsel der Erzählperspektive in Der Kaiser von Portugallien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das für die Werke von Selma Lagerlöf charakteristische Auftreten übernatürlicher Mächte und Erscheinungen darf nicht als Wunderglaube missverstanden werden, sondern hat immer einen ganz gezielten, häufig symbolischen Zweck im Rahmen der Komposition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gösta Berling schreibt Selma Lagerlöf in einem hochgestimmten, überschwänglichen, emphatischen Ton, häufig mit direkten Anrufen an den Leser (Beispiel: O sena tiders barn! – O Kinder späterer Zeiten!) In späteren Werken ändert sie ihren Stil und pflegt eine lakonische, schlichte, an die isländische Saga gemahnende Schreibart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöfs scheinbar naive Sprache ist in Wahrheit alles andere als naiv. Ein Vergleich ihrer Literatur mit ihren privaten Äußerungen etwa in Briefen, in denen sie natürlich und zwanglos schreibt, zeigt, wie kunstvoll ihre Sprache ist. „Es strengt an, einfach zu sein“, schrieb sie einmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selma Lagerlöf gestaltet Menschenschicksale mit großer elementarer Kraft. Es gelingt ihr, ohne Längen Spannung zu erzeugen und von der ersten bis zur letzten Seite durchzuhalten. Dass sie bis heute Leser zu fesseln vermag, belegt die Qualität ihrer Werke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Romanen schrieb sie ihr ganzes Leben auch Kurzgeschichten, Erzählungen und Legenden. Einmal wagte sie sich sogar an ein Gedicht in Alexandrinern, Slåtterkarlar på Ekolsund aus Troll och människor I. Die dramatische Form lag ihr hingegen nicht. Sie selbst bearbeitete ihre Erzählungen Dunungen und Herrn Arnes Schatz für das Theater. Beide Theaterstücke waren bei Publikum und Kritik ein Misserfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* Peer Gynt&lt;br /&gt;
* Nora oder ein Puppenheim&lt;br /&gt;
* Gespenster&lt;br /&gt;
* Die Wildente&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skandinavische Literatur|Lagerlöf, Selma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Ilias&amp;diff=4486</id>
		<title>Ilias</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Ilias&amp;diff=4486"/>
		<updated>2009-06-08T12:17:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Historisch-mythologischer Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Ilias&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist das früheste bekannte Epos [[Homer]]s und wahrscheinlich um 730 v. Chr. entstanden. Sie ist damit das älteste erhaltene griechische und zugleich abendländische Werk der Weltliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Titel==&lt;br /&gt;
Der Titel &amp;quot;Ilias&amp;quot; stammt nicht von [[Homer]] selbst, sondern ist eine spätere Erfindung. Er bedeutet soviel wie die Dichtung von Ilion, wobei Ilion ein anderer Name für Troja ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historisch-mythologischer Kontext==&lt;br /&gt;
Troja ist eine sagenumwobene Stadt der frühen Antike, deren historische Existenz bis heute nicht als gesichert gilt. Sie soll um 1200 v. Chr. durch ein griechisches Heer zehn Jahre lang belagert und am Ende erobert worden sein. Es gab bereits vor Homer eine breite Erzähltradition um den Trojanischen Krieg, die auch nach Homer noch ausgeweitet wurde, z.B. durch die [[Aeneis]] von [[Vergil]]. Schon in der vorhomerischen Zeit wurde die Geschichte um Troja von fahrenden Sängern, sog. Rhapsoden, überliefert, die zu Instrumentalbegleitung über die Taten der mythischen Helden bei festlichen Gelegenheiten an Fürstenhöfen berichteten. Als Grund des Krieges um Troja gilt die Entführung der schönen Helena durch den troischen Königssohn Paris. Helena ist die Frau des Menelaos und damit die Schwägerin des mächtigen Griechen-Königs Agamemnon. Die Griechen sammeln darauf eine gewaltige Streitmacht und eine große Flotte, mit der sie vor die Tore Trojas ziehen, um Helena zurück zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Thema==&lt;br /&gt;
Die Ilias setzt zu Beginn des zehnten Kriegsjahres ein und stellt 51 Tage des Krieges dar. Trotz der zahlreichehn  Kampfszenen geht es in ihr jedoch nicht primär um die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Griechen und Troern, sondern um den persönlichen Konflikt zwischen dem griechischen Heerführer Agamemnon und seinem stärksten Krieger Achill. Und das eigentlich Thema der Ilias ist der aus diesem Konflikt entspringende Zorn des Achill. Es wird gleich zu Beginn der Ilias benannt:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Den Zorn singe, Göttin, des Peleus-Sohn Achilleus&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Die Ilias beginnt mit dem Konflikt zwischen dem Heerführer Agamemnon und seinem stärksten Krieger Achill vor den Toren Trojas. Anlass ist der Streit um eine erbeutete Frau. Nachdem Agamemnon seine eigene Kriegsbeute, die Tochter eines Apollonpriesters, freigeben musste, will er sich aus Prestigegründen an Agamemnons weiblicher Beute schadlos halten. Dadurch fühlt sich Achill in seiner Ehre gekränkt und verfällt in blindwütigen Zorn. Er weigert sich, an den Kämpfen der Griechen gegen Troja weiter teilzunehmen, und droht mit der Abreise nach Griechenland. Achills Ausscheiden ermuntert die Troer nach neun Jahren Belagerung, zur offenen Feldschlacht vor der Stadt anzutreten. Es gelingt ihnen, die Griechen bis zu ihren an Land gezogenen Schiffen zurückzudrängen und einige der Schiffe in Brand zu stecken. Auch in dieser Situation ist Achill nicht bereit, seinen Landsleuten beizustehen, erlaubt aber seinem Freund Patroklos, in die Kämpfe einzugreifen. Patroklos kann die Troer von den Schiffen zurückdrängen. Er wird dann aber von Hektor, dem besten troischen Kämpfer, erschlagen. Erst jetzt kommt es zum Sinneswandel Achills. Er söhnt sich mit Agamemnon aus und tritt gegen die Troer an, um Patroklos zu rächen. Hektor tritt gegen Achill an, wird von ihm jedoch dreimal um die Stadt getrieben und schließlich erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Handlung der Ilias spielt in der Welt der Götter, die mehrfach in das Geschehen eingreifen. Gleich zu Beginn schickt Apollon eine Seuche über das griechische Heer, weil Agamemnon die Tochter eines Priesters geraubt hat und sich weigert, sie zurück zu geben. Hinter den zeitweiligen Niederlagen der Griechen steckt ein Plan des Zeus, des unumschränkten Herrschers der Götterfamilie, für Achills Demütigung an Agamemnon Rache zu nehmen. Gelegentlich arbeiten die Götter auch gegeneinander und setzten sich für ihre jeweiligen Lieblinge in der Menschenwelt ein. Da Zeus nicht alle Götter in seinen Plan eingeweiht hat, helfen seine Frau Hera und sein Bruder Poseidon z.T. durch geschickte Täuschungen des obersten Gottes den Griechen. Als Troer und Griechen dem drohenden totalen Krieg durch einen Zweikampf zwischen Menelaos, dem einstigen, und Paris dem jetzigen Ehemann Helenas, zu entgehen versuchen, verleitet Zeus&#039; Tochter Athene einen Troer dazu, den verabredeten Waffenstillstand durch einen hinterhältigen Pfeilschuss zu brechen. Zeus&#039; Sohn Apollon kämpft eindeutig für die Troer und ist entscheidend am Tod des Achilles-Freundes Patroklos beteiligt. Die Zeus-Kinder Aphrodite und Ares setzen  sich ebenfalls für die Troer ein. Auch das versöhnliche Ende der Ilias ist Verdienst der Götter. Als Achill in seinem Groll über den Tod des Freundes die Leiche Hektors schändet, regt sich Mitleid bei den Göttern und sie veranlassen Achill, die Leiche an Priamos, den Vater Hektors und König der Troer, zur Bestattung frei zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interpretation==&lt;br /&gt;
Den Stoff der Ilias bilden zahlreiche Heldenlieder und Mythen aus vorhomerischer Zeit, die über die Jahrhunderte von Rhapsoden tradiert worden waren. Die besondere Leistung Homers besteht darin, diese Fülle an Geschichten über Götter und Helden zu einem einzigen Werk zusammengefügt und zu einem einzigen Thema integriert zu haben. Dieses Thema ist nicht der politisch-historische Kampf um Troja, sondern eine menschliche Regung, Achills Zorn. Damit verabschiedet sich die Ilias von Preis und Ruhm übermenschlicher Kriegs- und Heldentaten und geht den Gründen und den Folgen menschlicher Gefühle und Beziehungen nach. Sie zeigt, wie aus verletztem Ehrgefühl und Geltungssucht bei Agamemnon das Bedürfnis nach Demütigung Achills resultiert. Auch Achills Groll über Agamemnons Verhalten ist aus der Sache und angesichts der Aufgabe, nach neun Jahren Belagerung endlich Troja zu erobern, nicht gerechtfertigt. Die Konsequenzen, die Achill zieht, gleichen eher kindlicher Trotzhaltung und sind eines großen Helden, der auch an die Folgen seines Tuns denken sollte, nicht würdig. Auch bei dem weiteren Verhalten des großen Helden betont die Ilias seine menschlichen Schwächen. Der Höhepunkt ist in dieser Hinsicht sicher die Schändung der Leiche Hektors, die Achill immer wieder um das Grab seines Freundes Patroklos schleift. Konsequent folgt auf die Hybris die Ankündigung seines baldigen Todes. Strukturell ist damit die Grundkonzeption der großen griechischen Tragödien des 5. Jahrhunderts von Aischylos, Sophokles und Euripides vorweggenommen, in denen ebenso  auf Maßlosigkeit und Hybris der Untergang folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der menschliche Blick trifft nicht nur die Griechen vor Troja, sondern auch deren Gegner. Beispielhaft ist die anrührende Szene, in der Hektor sich vor seinem Kampf gegen Achill von Frau und Kind verabschiedet. Hier wird Trojas bester Kämpfer von seiner privatesten Seite gezeigt. Der große Held tritt als liebender Ehemann und Vater auf, seine Frau Andromache als angstvolle Mutter und später als trauernde Gattin. Die Ilias ist anders als manche moderne Heldengeschichte weit davon entfernt, die Gegner einer kriegerischen Auseinandersetzung als die Guten einerseits und Bösen andererseits zu dämonisieren. Die Protagonisten beider Seiten werden in ihren menschlichen Stärken und Schwächen dargestellt. Und das gilt erstaunlicherweise auch für die dritte Gruppe von Akteuren in dem Kampf um Troja, die Götter. Die Götterwelt ist in der Ilias nach dem Muster einer menschlichen Familie geordnet, mit Zeus als Familienoberhaupt, Hera als dessen Gattin und einer ganzen Reihe von Töchtern und Söhnen wie z.B. Athene, Aphrodite, Apollon und Hermes. Und in dieser großen Familie gibt es allerlei Zwist, Eifersüchteleien, Täuschungsmanöver, Betrug, aber auch Mitleid, Hilfsbereitschaft und Verzeihen - ganz wie im normalen menschlichen Leben. So ist die Ilias durch alle Göttermythen und Heldensagen hindurch letztlich eine Geschichte menschlicher Auseinandersetzungen, Konflikte und Versöhnungen, wie sie auch jenseits der großen überlieferten Ereignisse das Alltagsleben der Meschen bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkungen==&lt;br /&gt;
Der Stoff der Ilias hat schon in der Antike zahlreiche Neubearbeitungen und Fortsetzungen erfahren. [[Aischylos]] hat in der [[Orestie]] die  tragische Rückkehr Agamemnons behandelt, bei der der Griechen-König von seiner Frau und deren Geliebten ermordet wird und diese wiederum von dem Sohn Agamemnons, Orest, umgebracht werden. [[Die Troerinnen]] des [[Euripides]] widmen sich dem Schicksal der Frauen Trojas nach dessen Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
Interessant ist ein Vergleich der &amp;quot;Ilias&amp;quot; mit der modernen Fantasy-Literatur, z.B. Tolkiens &amp;quot;Herr der Ringe&amp;quot;, aber auch mit Filmen wie &amp;quot;Krieg der Sterne&amp;quot; von George Lukas oder den zahlreichen, Motive der Mythologie aufgreifenden Brett- und Computerspielen. Vor allem im Hinblick auf die Darstellung und Bewertung gegnerischer Parteien kann hier die Besonderheit der &amp;quot;Ilias&amp;quot; deutlich gemacht werden.&lt;br /&gt;
Schwieriger ist ein Vergleich mit dem ebenfalls vielschichtigen &amp;quot;Nibelungenlied&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias Homer: Ilias] Vollständiger Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss in der Freien digitalen Bibliothek&lt;br /&gt;
* [http://gutenberg.spiegel.de/homer/ilias/ilias.xml Ilias] Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss im Projekt Gutenberg&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Homer/Epen/Ilias Ilias] Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Ilias&amp;diff=4485</id>
		<title>Ilias</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Ilias&amp;diff=4485"/>
		<updated>2009-06-08T12:16:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderung 4480 von 94.216.209.150 (Diskussion) wurde rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Ilias&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; ist das früheste bekannte Epos [[Homer]]s und wahrscheinlich um 730 v. Chr. entstanden. Sie ist damit das älteste erhaltene griechische und zugleich abendländische Werk der Weltliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Titel==&lt;br /&gt;
Der Titel &amp;quot;Ilias&amp;quot; stammt nicht von [[Homer]] selbst, sondern ist eine spätere Erfindung. Er bedeutet soviel wie die Dichtung von Ilion, wobei Ilion ein anderer Name für Troja ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historisch-mythologischer Kontext==&lt;br /&gt;
Troja ist eine sagenumwobene Stadt der frühen Antike, deren historische Existenz bis heute nicht als gesichert gilt. Sie soll um 1200 v. Chr. durch ein griechisches Heer zehn Jahre lang belagert und am Ende erobert worden sein. Es gab bereits vor Homer eine breite Erzähltradition um den Trojanischen Krieg, die auch nach Homer noch ausgeweitet wurde, z.B. durch die [[Äneis]] von [[Vergil]]. Schon in der vorhomerischen Zeit wurde die Geschichte um Troja von fahrenden Sängern, sog. Rhapsoden, überliefert, die zu Instrumentalbegleitung über die Taten der mythischen Helden bei festlichen Gelegenheiten an Fürstenhöfen berichteten. Als Grund des Krieges um Troja gilt die Entführung der schönen Helena durch den troischen Königssohn Paris. Helena ist die Frau des Menelaos und damit die Schwägerin des mächtigen Griechen-Königs Agamemnon. Die Griechen sammeln darauf eine gewaltige Streitmacht und eine große Flotte, mit der sie vor die Tore Trojas ziehen, um Helena zurück zu holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Thema==&lt;br /&gt;
Die Ilias setzt zu Beginn des zehnten Kriegsjahres ein und stellt 51 Tage des Krieges dar. Trotz der zahlreichehn  Kampfszenen geht es in ihr jedoch nicht primär um die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Griechen und Troern, sondern um den persönlichen Konflikt zwischen dem griechischen Heerführer Agamemnon und seinem stärksten Krieger Achill. Und das eigentlich Thema der Ilias ist der aus diesem Konflikt entspringende Zorn des Achill. Es wird gleich zu Beginn der Ilias benannt:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Den Zorn singe, Göttin, des Peleus-Sohn Achilleus&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Die Ilias beginnt mit dem Konflikt zwischen dem Heerführer Agamemnon und seinem stärksten Krieger Achill vor den Toren Trojas. Anlass ist der Streit um eine erbeutete Frau. Nachdem Agamemnon seine eigene Kriegsbeute, die Tochter eines Apollonpriesters, freigeben musste, will er sich aus Prestigegründen an Agamemnons weiblicher Beute schadlos halten. Dadurch fühlt sich Achill in seiner Ehre gekränkt und verfällt in blindwütigen Zorn. Er weigert sich, an den Kämpfen der Griechen gegen Troja weiter teilzunehmen, und droht mit der Abreise nach Griechenland. Achills Ausscheiden ermuntert die Troer nach neun Jahren Belagerung, zur offenen Feldschlacht vor der Stadt anzutreten. Es gelingt ihnen, die Griechen bis zu ihren an Land gezogenen Schiffen zurückzudrängen und einige der Schiffe in Brand zu stecken. Auch in dieser Situation ist Achill nicht bereit, seinen Landsleuten beizustehen, erlaubt aber seinem Freund Patroklos, in die Kämpfe einzugreifen. Patroklos kann die Troer von den Schiffen zurückdrängen. Er wird dann aber von Hektor, dem besten troischen Kämpfer, erschlagen. Erst jetzt kommt es zum Sinneswandel Achills. Er söhnt sich mit Agamemnon aus und tritt gegen die Troer an, um Patroklos zu rächen. Hektor tritt gegen Achill an, wird von ihm jedoch dreimal um die Stadt getrieben und schließlich erschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Handlung der Ilias spielt in der Welt der Götter, die mehrfach in das Geschehen eingreifen. Gleich zu Beginn schickt Apollon eine Seuche über das griechische Heer, weil Agamemnon die Tochter eines Priesters geraubt hat und sich weigert, sie zurück zu geben. Hinter den zeitweiligen Niederlagen der Griechen steckt ein Plan des Zeus, des unumschränkten Herrschers der Götterfamilie, für Achills Demütigung an Agamemnon Rache zu nehmen. Gelegentlich arbeiten die Götter auch gegeneinander und setzten sich für ihre jeweiligen Lieblinge in der Menschenwelt ein. Da Zeus nicht alle Götter in seinen Plan eingeweiht hat, helfen seine Frau Hera und sein Bruder Poseidon z.T. durch geschickte Täuschungen des obersten Gottes den Griechen. Als Troer und Griechen dem drohenden totalen Krieg durch einen Zweikampf zwischen Menelaos, dem einstigen, und Paris dem jetzigen Ehemann Helenas, zu entgehen versuchen, verleitet Zeus&#039; Tochter Athene einen Troer dazu, den verabredeten Waffenstillstand durch einen hinterhältigen Pfeilschuss zu brechen. Zeus&#039; Sohn Apollon kämpft eindeutig für die Troer und ist entscheidend am Tod des Achilles-Freundes Patroklos beteiligt. Die Zeus-Kinder Aphrodite und Ares setzen  sich ebenfalls für die Troer ein. Auch das versöhnliche Ende der Ilias ist Verdienst der Götter. Als Achill in seinem Groll über den Tod des Freundes die Leiche Hektors schändet, regt sich Mitleid bei den Göttern und sie veranlassen Achill, die Leiche an Priamos, den Vater Hektors und König der Troer, zur Bestattung frei zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interpretation==&lt;br /&gt;
Den Stoff der Ilias bilden zahlreiche Heldenlieder und Mythen aus vorhomerischer Zeit, die über die Jahrhunderte von Rhapsoden tradiert worden waren. Die besondere Leistung Homers besteht darin, diese Fülle an Geschichten über Götter und Helden zu einem einzigen Werk zusammengefügt und zu einem einzigen Thema integriert zu haben. Dieses Thema ist nicht der politisch-historische Kampf um Troja, sondern eine menschliche Regung, Achills Zorn. Damit verabschiedet sich die Ilias von Preis und Ruhm übermenschlicher Kriegs- und Heldentaten und geht den Gründen und den Folgen menschlicher Gefühle und Beziehungen nach. Sie zeigt, wie aus verletztem Ehrgefühl und Geltungssucht bei Agamemnon das Bedürfnis nach Demütigung Achills resultiert. Auch Achills Groll über Agamemnons Verhalten ist aus der Sache und angesichts der Aufgabe, nach neun Jahren Belagerung endlich Troja zu erobern, nicht gerechtfertigt. Die Konsequenzen, die Achill zieht, gleichen eher kindlicher Trotzhaltung und sind eines großen Helden, der auch an die Folgen seines Tuns denken sollte, nicht würdig. Auch bei dem weiteren Verhalten des großen Helden betont die Ilias seine menschlichen Schwächen. Der Höhepunkt ist in dieser Hinsicht sicher die Schändung der Leiche Hektors, die Achill immer wieder um das Grab seines Freundes Patroklos schleift. Konsequent folgt auf die Hybris die Ankündigung seines baldigen Todes. Strukturell ist damit die Grundkonzeption der großen griechischen Tragödien des 5. Jahrhunderts von Aischylos, Sophokles und Euripides vorweggenommen, in denen ebenso  auf Maßlosigkeit und Hybris der Untergang folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der menschliche Blick trifft nicht nur die Griechen vor Troja, sondern auch deren Gegner. Beispielhaft ist die anrührende Szene, in der Hektor sich vor seinem Kampf gegen Achill von Frau und Kind verabschiedet. Hier wird Trojas bester Kämpfer von seiner privatesten Seite gezeigt. Der große Held tritt als liebender Ehemann und Vater auf, seine Frau Andromache als angstvolle Mutter und später als trauernde Gattin. Die Ilias ist anders als manche moderne Heldengeschichte weit davon entfernt, die Gegner einer kriegerischen Auseinandersetzung als die Guten einerseits und Bösen andererseits zu dämonisieren. Die Protagonisten beider Seiten werden in ihren menschlichen Stärken und Schwächen dargestellt. Und das gilt erstaunlicherweise auch für die dritte Gruppe von Akteuren in dem Kampf um Troja, die Götter. Die Götterwelt ist in der Ilias nach dem Muster einer menschlichen Familie geordnet, mit Zeus als Familienoberhaupt, Hera als dessen Gattin und einer ganzen Reihe von Töchtern und Söhnen wie z.B. Athene, Aphrodite, Apollon und Hermes. Und in dieser großen Familie gibt es allerlei Zwist, Eifersüchteleien, Täuschungsmanöver, Betrug, aber auch Mitleid, Hilfsbereitschaft und Verzeihen - ganz wie im normalen menschlichen Leben. So ist die Ilias durch alle Göttermythen und Heldensagen hindurch letztlich eine Geschichte menschlicher Auseinandersetzungen, Konflikte und Versöhnungen, wie sie auch jenseits der großen überlieferten Ereignisse das Alltagsleben der Meschen bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkungen==&lt;br /&gt;
Der Stoff der Ilias hat schon in der Antike zahlreiche Neubearbeitungen und Fortsetzungen erfahren. [[Aischylos]] hat in der [[Orestie]] die  tragische Rückkehr Agamemnons behandelt, bei der der Griechen-König von seiner Frau und deren Geliebten ermordet wird und diese wiederum von dem Sohn Agamemnons, Orest, umgebracht werden. [[Die Troerinnen]] des [[Euripides]] widmen sich dem Schicksal der Frauen Trojas nach dessen Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
Interessant ist ein Vergleich der &amp;quot;Ilias&amp;quot; mit der modernen Fantasy-Literatur, z.B. Tolkiens &amp;quot;Herr der Ringe&amp;quot;, aber auch mit Filmen wie &amp;quot;Krieg der Sterne&amp;quot; von George Lukas oder den zahlreichen, Motive der Mythologie aufgreifenden Brett- und Computerspielen. Vor allem im Hinblick auf die Darstellung und Bewertung gegnerischer Parteien kann hier die Besonderheit der &amp;quot;Ilias&amp;quot; deutlich gemacht werden.&lt;br /&gt;
Schwieriger ist ein Vergleich mit dem ebenfalls vielschichtigen &amp;quot;Nibelungenlied&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias Homer: Ilias] Vollständiger Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss in der Freien digitalen Bibliothek&lt;br /&gt;
* [http://gutenberg.spiegel.de/homer/ilias/ilias.xml Ilias] Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss im Projekt Gutenberg&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Homer/Epen/Ilias Ilias] Text der deutschen Übersetzung von Johann Heinrich Voss bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Homer&amp;diff=4484</id>
		<title>Homer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Homer&amp;diff=4484"/>
		<updated>2009-06-08T12:13:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 80.228.76.70 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;(8. Jahrhundert v. Chr.)&lt;br /&gt;
[[Bild:Homeros_Glyptothek_Munich_273_copy_Staatliche_Antikensammlungen.jpg|thumb|200px|Homer]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Homer lebte wahrscheinlich gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. im ionischen Kleinasien. Schon im Altertum war über seine Person wenig bekannt, und es rankten sich zahlreiche Legenden um seine Gestalt. Lange Zeit wurde bezweifelt, ob es sich bei Homer überhaupt um eine historische Persönlichkeit handele, was aber aus heutiger Sicht wenig begründet erscheint. Homer war, wie sich aus seinem Werk ableiten lässt, hoch gebildet, entstammte wahrscheinlich der gehobenen Gesellschaftsschicht und wurde möglicherweise auf der Insel Chios, vor der Küste Kleinasiens, geboren. Auch eine Reihe anderer Orte beanspruchte bereits in der Antike, Homers Geburtsort zu sein, z.B. Smyrna und Kolophon. Schon für die Antike war Homer &amp;quot;der Dichter&amp;quot; schlechthin, der die Götter- und Menschenwelt der griechischen Frühzeit gültig gestaltet hatte. Er war bis in die Spätantike Gegenstand des Schulunterrichts und wurde in allen Lebenslagen als Klassiker zitiert. Die Legende besagt, Homer sei im fortgeschrittenen Alter ein blinder Wandersänger gewesen. Gestorben soll er auf der Insel Íos im Ägäischen Meer sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Ist Homer überhaupt der Verfasser von [[Ilias]] und [[Odyssee]]? Hierin besteht der Kern der sog. [[Homer#Die_Homerische_Frage|&amp;quot;Homerischen Frage&amp;quot;]]. Sie wurde bereits im 3. und 2. Jahrhundert v.Chr. diskutiert und in der Neuzeit wieder aufgegriffen. Eine wesentliche Grundlage des Zweifels an der Autorschaft Homers war die Vorstellung, dass es in der griechischen Antike des 8. Jahrhunderts noch keine Schrift gegeben habe und die beiden Werke in der bekannten Form erst ca. 200 Jahre spätere niederschrieben worden seien. Diese Annahme ist aber inzwischen durch archäologische Funde widerlegt. Dennoch hat der Zweifel an einer einheitlichen Verfasserschaft an beiden Werken bis ins 20. Jahrhundert angehalten. Diese vor allem an der Sprache orientierte analytische Homerforschung hat sich seit dem 18. Jahrhundert darum bemüht, Ilias und Odyssee in Einzelteile zu zerlegen und deren Herkunft aus der mündlichen Tradition bzw. von verschiedenen Verfassern nachzuweisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Homeranalyse stehen die Vertreter des Homerunitarismus gegenüber, denen es um den Nachweis geht, dass Ilias und Odyssee einheitliche Dichtungen sind, die von einem Verfasser geschrieben wurden. Die großen Unterschiede sowohl im Erzählstil wie im Menschenbild beider Epen werden dadurch erklärt, dass Ilias und Odyssee als ein Jugend- bzw. Alterswerk Homers betrachtet werden. Gegenstand der Untersuchung der Unitarier waren vor allem der Stil und die Bauformen des Erzählens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute geht man davon aus, dass Homer der Schöpfer zumindest der Ilias, wahrscheinlich auch der Odyssee ist und erkennt an, dass beide Werke als Ganzheit entworfen sind, was nur auf der Grundlage der Schrift möglich gewesen sein kann. Unbestritten ist aber, dass er auf eine jahrhundertelange Tradition mündlichen Erzählens zurückgegriffen und deren Stoffe und Erzählweisen zu einem einheitlichen Werk gestaltet hat. Bereits während der mykenischen Kultur im 13. und 12 vorchristlichen Jahrhundert gab es ein mündliche Heldenepik, die von fahrenden Sängern an Fürstenhöfen  vorgetragen wurde. Die formelhafte Verwendung vieler Sprachelemente in Homers Werk, das als einzigartiges Zeugnis des Übergangs von der Mündlichkeit der Sänger zur Schriftlichkeit gilt, verweist auf die Nähe zur mündlichen Dichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Ilias]] (um 730 v.Chr.)&lt;br /&gt;
*[[Odyssee]] (um 700 v.Chr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
Mit Homer beginnt die abendländische Literaturgeschichte. Er gilt als Verfasser der beiden ersten großen literarischen Werke des Abendlandes, der Ilias und der Odyssee, und zugleich als Begründer der abendländischen Erzähltradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen griechischen Tragödiendichter entnahmen ihre Stoffe teilweise den Epen Homers, deren Kenntnis sie bei ihren Zuschauern voraussetzen konnten. Die Bewunderung der Antike für Homer war allerdings nicht einhellig. So hat der Vorsokratiker Xenophanes Kritik an Homers Götterbild geübt: &amp;quot;Alles haben Homer und Hesiod den Göttern angehängt, was nur bei Menschen Schimpf und Schande ist: Stehlen und Ehebrechen und sich gegenseitig Betrügen.&amp;quot; In römischer Zeit schließt [[Vergil]] mit seiner &amp;quot;Aeneis&amp;quot; an die homerischen Epen als Vorbilder an. Im 18. Jahrhundert sorgte die deutsche Übersetzung Homers durch Johann Heinrich Voss für eine weitreichende Verbreitung unter der gebildeten bürgerlichen Schicht. Zusammen mit [[William Shakespeare|Shakespeare]] und dem schotttischen Dichter Ossian gehörte Homer zu den literarischen Vorbildern des Sturm und Drang. So ist der Held in Goethes &amp;quot;Die Leiden des jungen Werthers&amp;quot; ein begeisterter Leser Homers. Und der Theoretiker des Sturm und Drang, Johann Gottfried Herder, sah in Homer nicht nur den Dichter des griechischen Nationalruhms und der griechischen Nationalweisheit, sondern auch den Dichter des Menschlichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert zeugen zahlreiche Wiederverwendungen vor allem des Odysseus-Stoffes davon, dass Homers Werk auch noch im Bewusstsein des modernen Menschen lebendig geblieben ist. Das berühmteste Beispiel ist sicherlich der 1922 erschienene Roman &amp;quot;Ulysses&amp;quot; von [[James Joyce]], der als Prototyp des modernen experimentellen Romans gilt. Auch das Heimkehrerdramen &amp;quot;Draußen vor der Tür&amp;quot; des deutschen Nachkriegsschriftstellers Wolfgang Borchert enthält unverkennbar Bezüge auf die Odyssee. Hinzu kommen zahlreiche Verfilmungen beider Werke sowie Verarbeitungen in Comics. Künstlerisch hochwertig ist davon sicherlich Stanley Kubricks &amp;quot;Odyssee im Weltraum&amp;quot;, die allerdings den Stoff stark verfremdet verarbeitet. In jüngster Zeit hat die Ilias-Verfilmung durch Wolfgang Petersen von 2004 auch durch Homer-Experten großes Lob geerntet ([http://www.klassphil.uni-muenchen.de/%7Ewaiblinger/Latacz1.html Kein gewöhnlicher Sandalenfilm]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Homerische Frage===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Material:&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am Beginn der neuzeitlichen Homerforschung stand Friedrich August Wolf (1759-1824), Professor aus Halle. Er ging davon aus, das es zur Zeit Homers noch keine Schrift im antiken Griechenland gab. Ilias und Odyssee seien auf der Grundlage von mündlich überlieferten Gesängen verschiedener Rhapsoden erst im 6. Jahrhundert v. Chr. schriftlich als ein Ganzes fixiert worden. Auf Wolfs Thesen bezieht sich &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Goethe&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; in dem Gedicht &#039;&#039;&#039;Homer wieder Homer&#039;&#039;&#039; und in seinen &#039;&#039;&#039;Tag- und Jahresheften&#039;&#039;&#039; von 1821.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| {{Prettytable}}&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Homer wieder Homer&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Scharfsinnig habt ihr, wie ihr seid,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Von aller Verehrung uns befreit,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wir bekannten überfrei,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß Ilias nur ein Flickwerk sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| {{Prettytab}}&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Tag- und Jahreshefte 1821&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Man erinnert sich, welch ein schmerzliches Gefühl über die Freunde der Dichtkunst und des Genusses an derselben sich verbreitete, als die Persönlichkeit des Homer, die Einheit des Urhebers jener weltberühmten Gedichte, auf eine so kühne und tüchtige Weise bestritten wurde. Die gebildete Menschheit war im tiefsten aufgeregt, und wenn sie schon die Gründe des höchst bedeutenden Gegners nicht zu entkräften vermochte, so konnte sie doch den alten Sinn und Trieb, sich hier nur eine Quelle zu denken, woher soviel Köstliches entsprungen, nicht ganz bei sich auslöschen. Dieser Kampf währte nun schon über zwanzig Jahre, und es war eine Umwälzung der ganzen Weltgesinnung nötig, um der alten Vorstellungsart wieder einigermaßen Luft zu machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus dem Zerstörten und Zerstückten wünschte die Mehrheit der klassisch Gebildeten sich wiederherzustellen, aus dem Unglauben zum Glauben, aus dem Sondern zum Vereinen, aus der Kritik zum Genuß wieder zu gelangen. Eine frische Jugend war herangewachsen, unterrichtet wie lebenslustig; sie unternahm mit Mut und Freiheit, den Vorteil zu gewinnen, dessen wir in unsrer Jugend auch genossen hatten, ohne die schärfste Untersuchung selbst den Schein eines wirksamen Ganzen als ein Ganzes gelten zu lassen. Die Jugend liebt das Zerstückelte überhaupt nicht, die Zeit hatte sich in manchem Sinne kräftig hergestellt, und so fühlte man schon den früheren Geist der Versöhnung wiederum walten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragestellung:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Welche Haltung nimmt Goethe zur Homerischen Frage in den vorliegenden Texten ein?&lt;br /&gt;
* Mit welchen Argumenten begründet Goethe seine Einstellung?&lt;br /&gt;
* Formuliere eine eigene begründete Meinung zur Homerischen Frage und beziehe dich dabei kritisch auf Goethes Argumentation. (Als Hilfe zur Meinungsbildung kann der Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Homerische_Frage Die Homerische Frage] herangezogen werden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Homer in der Geschichte===&lt;br /&gt;
* Fertige eine Tabelle über die historische Entwicklung an, in die Homer einzuordnen ist. Die Tabelle sollte die Spalten Zeit, Geschichte, Literatur, Philosophie enthalten. In ihr sollten mindestens die folgenden Stichworte vorkommen: Troja, mykenische Zeit, Dunkle Jahrhunderte, archaisches Zeitalter, klassische Zeit, Hellenismus, Mündliche Dichtung, schriftliche Literatur, Homer, [[Aischylos]], [[Sophokles]], [[Euripides]], [[Aristophanes]], Sokrates, Platon, Aristoteles.&lt;br /&gt;
* Entwirf einen mündlichen Vortrag als Erläuterung der Tabelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Gustav Adolf Seeck: Homer. Eine Einführung, Stuttgart 2004&lt;br /&gt;
* Thomas Paulsen: Geschichte der griechischen Literatur, Stuttgart 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.homer Homer] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Arthur_Rimbaud&amp;diff=4475</id>
		<title>Arthur Rimbaud</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Arthur_Rimbaud&amp;diff=4475"/>
		<updated>2009-05-11T12:09:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Jean Nicolas Arthur Rimbaud (* 20. Oktober 1854 in Charleville; † 10. November 1891 in Marseille) war ein französischer Dichter.&lt;br /&gt;
[[Bild:Arthur_Rimbaud_01.PNG|thumb|200px|Arthur Rimbaud, 1871]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Jean Nicolas Arthur Rimbaud wurde am 20. Oktober 1854 in Charleville in den Ardennen im Nordosten Frankreichs geboren. Sein Vater Frédéric war Hauptmann der Infanterie, seine Mutter Tochter eines Bauern. Sie bekamen fünf Kinder: Frédéric, Arthur, Victorine (gestorben im Alter von einem Monat), Vitalie und Isabelle. Der Vater verließ die Familie, als Arthur sechs Jahre alt war. Schon in frühester Jugend schrieb er seine ersten Verse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mutter, Vitalie Cuif, litt sehr unter dem Verlust des Mannes und bezeichnete sich vom Tag seiner Abreise als Witwe. Sie erzog Arthur, seinen Bruder und seine beiden Schwestern nach strengen religiösen Grundsätzen, doch sie erstickte mit ihrer Ernsthaftigkeit viele von Arthurs Ideen. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn war stets angespannt, sie gingen nicht liebevoll miteinander um. Dennoch respektierte der junge Rimbaud seine Mutter und wandte sich ihr in Krisensituationen immer wieder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schloss Freundschaft mit dem Lehrer Georges Izambard. Von seinen Lehren beeinflusst, veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs verließ Izambard Charleville. Rimbaud floh zum ersten Mal, gelangte nach Douai und trat dort in die Nationalgarde ein, mit der er die Schrecken des Krieges erlebte. Damals schrieb er Le Dormeur du Val. Seine dritte Flucht aus Charleville führte ihn nach Paris, um Journalist zu werden.&lt;br /&gt;
[[Bild:Rimbaud_par_Verlaine1.JPG|thumb|200px|Rimbaud - Zeichnung von Paul Verlaine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Paris nahm Rimbaud auch am Aufstand der Pariser Kommune teil. Diesen Aufstand verherrlichte er im Mai 1871 in L&#039;orgie parisienne ou Paris se repeuple (dt. Die Pariser Orgie oder Paris bevölkert sich wieder). Im August 1871, im Alter von siebzehn Jahren, nahm er Briefkontakt zum arrivierten Dichter Paul Verlaine auf, der ihn nach Paris einlud, ihn unterstützte und förderte. Rimbaud und Verlaine hatten eine leidenschaftliche homoerotische Beziehung. Im selben Jahr schloss er sich dem von Charles Cros gegründeten Dichterkreis Cercle des poètes Zutiques an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arthur reiste in Begleitung von Verlaine, der seinetwegen seine Frau verlassen hatte, nach London und hielt sich längere Zeit in Belgien auf. An beiden Orten experimentierte er mit Drogen und besonders mit Absinth. Während eines Streits zog Verlaine plötzlich eine Pistole, schoss und verletzte Rimbaud an der Hand. Dies war ihre letzte Begegnung, und Verlaine verbrachte die nächsten zwei Jahre im Gefängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rimbaud kehrte nach Roche auf den Bauernhof seiner Familie zurück und vollendete – als Reflexion auf diese Zeit – sein bedeutendstes Werk Une saison en enfer (1873).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinen Illuminations (1873-1875) gab Rimbaud das Schreiben auf – er war damals erst 21 ! – und führte bis 1880 ein unstetes Wanderleben, das ihn nicht nur durch ganz Europa, sondern auch bis nach Aden führte. In Afrika, hauptsächlich in Ägypten, Abessinien (Äthiopien) und Jemen, betrieb er Handel mit Kaffee, Gewürzen, Gold, Elfenbein, Fellen und Waffen. Eine Geschwulst im Knie führte zur Amputation des Beines, nachdem er in Marseille wieder französischen Boden betreten hatte. Seine kleine Schwester Isabelle kümmerte sich in Roche um ihn. Nach einem Monat kehrte er nach Marseille zurück, &amp;quot;um einen schönen Tod zu sterben&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. November 1891 starb er in Marseille im Alter von 37 Jahren nach längerem Leiden an Knochenkrebs. Er wurde auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Charleville begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* Das Trunkene Schiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.rimbaud Arthur Rimbaud] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Rimbaud, Arthur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Paul_Verlaine&amp;diff=4474</id>
		<title>Paul Verlaine</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Paul_Verlaine&amp;diff=4474"/>
		<updated>2009-05-09T09:36:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Paul Verlaine&#039;&#039;&#039; (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) war ein bedeutender französischer Lyriker des Symbolismus.&lt;br /&gt;
[[Bild:Netsurf17_-_Paul_Verlaine.png|thumb|200px|Paul Verlaine]]&lt;br /&gt;
== Leben und Schaffen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaine war das einzige lebend zur Welt gekommene, spät geborene Kind seiner Eltern. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Metz, Montpellier, Nîmes und wieder Metz, wo sein Vater, ein Offizier, jeweils stationiert war. Nachdem dieser den Dienst 1851 quittiert hatte, ließ die durchaus wohlhabende Familie sich in Paris nieder. Hier wurde Verlaine 1853 Internatsschüler in einer Privatschule (pension) und besuchte von dort aus später zugleich das Lycée Bonaparte (heute Condorcet). Er war zunächst ein guter Schüler, ließ um die 14 aber stark nach und fing an Gedichte zu schreiben, deren ältestes bekanntes von Ende 1858 stammt und dank seiner Zusendung an [[Victor Hugo]] erhalten ist. Nach dem Baccalaureat, das er per Kraftakt 1862 doch noch passabel absolvierte, immatrikulierte Verlaine sich als Jurastudent, verkehrte vor allem aber in Pariser Literatencafés und literarischen Zirkeln. Hier lernte er praktisch alle Autoren seiner Generation kennen und schrieb, überwiegend Lyrik. Im August 63 erschien erstmals ein Gedicht von ihm in einer Zeitschrift. Allerdings begann er auch zu trinken. Sein inzwischen stark kränkelnder Vater war besorgt und zwang ihn, den noch Minderjährigen, nach längerem Hausarrest, eine Stelle bei einer Versicherung anzunehmen. Von dort wechselte Verlaine Anfang 1864 in die mittlere Angestelltenlaufbahn bei der Pariser Stadtverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Berufstätigkeit war er weiter literarisch aktiv. Schon mit 16 war er auf [[Charles Baudelaire|Baudelaires]] Gedichtband &#039;&#039;Les Fleurs du mal&#039;&#039; (1857) gestoßen, der sein wichtigstes Vorbild wurde. 1865 war ein Aufsatz über Baudelaire sein erster längerer gedruckter Text. 1866 nahm die neue Zeitschrift Le Parnasse contemporain sieben Gedichte von ihm an, im selben Jahr publizierte er einen ersten Sammelband seiner Gedichte als Privatdruck unter dem Titel &#039;&#039;Poèmes saturniens&#039;&#039;. Der Einfluss von Baudelaire ist deutlich, doch sind Verlaines Gedichte elegischer, melodischer, weicher. In der Sammlung &#039;&#039;Fêtes galantes&#039;&#039; (1869) versuchte er, die verspielten Figuren und die wehmütig-heitere Stimmung der Bilder Antoine Watteaus (1684-1721) lyrisch einzufangen, die ihn im Louvre fasziniert hatten. Zugleich verfasste er auch sozialistisch orientierte politische Gedichte, die eine Sammlung mit dem Titel &#039;&#039;Les Vaincus&#039;&#039; (dt. die Besiegten) ergeben sollten. Seine psychische Verfassung war wenig stabil: Immer wieder verfiel er seit dem Tod seines Vaters (1865) in Alkoholexzesse, die ihn im Juli 1869 sogar zu zwei Mordversuchen an seiner Mutter führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zuvor hatte er sich in Mathilde Meuté de Fleurville verliebt, die 16-jährige Halbschwester eines Freundes. Die Beziehung stabilisierte ihn offenbar, und da er als wohlhabender Erbe in spe gelten konnte, durfte er sich trotz starker Bedenken von Mathildes Vater Ende des Jahres mit ihr verloben und sie im Juni 70 (mit einer vorsichtshalber nur aus Pachteinnahmen bestehenden Mitgift) heiraten. Fast am selben Tag erschien die Sammlung &#039;&#039;La bonne chanson&#039;&#039;, die das Glück seiner Liebe und vorübergehenden Abstinenz spiegelt und die er Mathilde widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im Jahr darauf endete die kurze halbwegs bürgerliche Phase seines Lebens. Im März 71 schloss er sich nach der Niederlage Frankreichs im preußisch/deutsch-französischen Krieg den marxistisch inspirierten Revolutionären der Pariser Commune an, dem ersten kommunistischen Experiment in der Geschichte Europas. Als die provisorische französische Regierung die Commune blutig niederschlug und die Verlierer bestrafte, verlor Verlaine im Juli 1871 seinen Posten bei der Stadtverwaltung.&lt;br /&gt;
[[Bild:Henri Fantin-Latour 005.jpg|thumb|420px|Vorne links: Verlaine und Rimbaud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September begann er ein leidenschaftliches Verhältnis mit dem 17-jährigen [[Arthur Rimbaud]], der ihm Gedichte zugeschickt und den er nach Paris eingeladen hatte. Ende Oktober wurde er Vater eines Sohnes, doch war seine Ehe schon so gut wie zerbrochen. Nach langen verworrenen Monaten, in denen er hin und her pendelte zwischen Rimbaud, seiner Mutter und Mathilde (die er des Öfteren bedrohte und misshandelte und zur Flucht zu ihren Eltern zwang), verließ Verlaine Paris im Juli 1872 zusammen mit Rimbaud. Anschließend vagabundierte er mit ihm durch Nordostfrankreich, England und Belgien, sich mehrfach trennend und versöhnend, immer wieder von seiner Mutter aufgesucht und unterstützt, vergeblich seine Frau kontaktierend, häufig depressiv und suizidgefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dichterisch war es (wie auch für Rimbaud) durchaus eine fruchtbare Zeit, er verfasste u.a. die &#039;&#039;Ariettes oubliées&#039;&#039; (dt. kleine vergessene Arien) und die &#039;&#039;Romances sans paroles&#039;&#039; (dt. Romanzen ohne Worte, erschienen 1874). Am 4. Juli 73 schrieb er, allein und verlassen in Brüssel, Abschiedsbriefe an seine Frau (die die Scheidung eingereicht hatte), seine Mutter und Rimbaud. Die beiden letzteren reisten sofort an, Rimbaud allerdings, um endgültig mit ihm zu brechen. Der verzweifelte Verlaine schoss hierauf betrunken in Gegenwart seiner Mutter auf den Freund, verletzte ihn jedoch nur leicht. Als er nach dem gemeinsamen Aufsuchen einer Ambulanz nochmals auf ihn zu schießen drohte, flüchtete Rimbaud zu einem Polizisten. Verlaine wurde festgenommen und zu zwei Jahren Haft verurteilt. In diesen Jahren war seine Mutter einmal mehr sein psychologischer und finanzieller Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in der Untersuchungshaft hatte er viele Gedichte verfasst. Im Gefängnis (1873/75) wurde er mit Hilfe des Gefängnispfarrers fromm und schrieb religiöse Gedichte, die er später (1880) in dem Band &#039;&#039;Sagesse&#039;&#039; (dt. Weisheit) vereinte. Auch das berühmte Gedicht &#039;&#039;Art poétique&#039;&#039; (dt. Dichtkunst), das zu einer Art Manifest des Symbolismus wurde, stammt aus der Haftzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der vorzeitigen Entlassung Anfang 1875 besuchte Verlaine Rimbaud in Stuttgart, die erhoffte Versöhnung blieb jedoch aus. Im März ging er nach England und hielt sich dort mit Französisch- und Zeichenunterricht über Wasser, war aber kurz auch angestellter Lehrer. 1877 erhielt er vertretungsweise eine Lehrerstelle in Rethel (Ardennes), die aber 1878 nicht verlängert wurde, wohl wegen vermuteter homosexueller Beziehungen zu einem Schüler, Lucien Létinois. Er ging nun mit diesem, den er als Ziehsohn betrachtete, einmal mehr nach England, kehrte aber Ende 79 zurück. Anfang 1880 übernahm er dank einem Zuschuss seiner Mutter mit Létinois und dessen Eltern einen Pachthof und versuchte sich als Landwirt. Schon Anfang 82 ging der Hof Bankrott. Verlaine schlüpfte in Paris bei seiner Mutter unter. Seine Bemühungen, wieder Lehrer zu werden, scheiterten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lebte hiernach schlecht und recht bei seiner Mutter, zunächst in Paris, dann auf einem kleinen Anwesen, das sie in Coulommes von den Eltern des 1883 an Typhus verstorbenen Létinois gekauft hatte. Er trank jedoch wieder und versuchte einmal mehr, sie zu erwürgen, was ihm kurze Haft und eine Geldstrafe eintrug und zur vorübergehenden Trennung führte (1885). Gegen Jahresende erkrankte er und wurde in der Folgezeit, vielleicht z.T. aufgrund einer fortschreitenden Syphilis, nie mehr völlig gesund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als seine Mutter Anfang 1886 starb, fiel der schmale Rest ihres Vermögens an den Sohn von Verlaine. Dieser war nun endgültig verarmt. Die nächsten Jahre verbrachte er elend unter ständig wechselnden, meist Pariser Adressen in Armenasylen, Spitälern, Absteigen oder, wenn er über etwas Geld verfügte, bei Prostituierten oder in kleinen Hotels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Autor allerdings begann er nun endlich bekannter zu werden. 1884 hatte er einen Band mit Dichterporträts unter dem Titel &#039;&#039;Les Poètes maudits&#039;&#039; (dt. die verfemten Dichter) veröffentlicht sowie den Gedichtband &#039;&#039;Jadis et naguère&#039;&#039; (dt. einst und vor kurzem). Auch in den Jahren seiner Verelendung blieb er erstaunlich kreativ und schrieb: Lyrik, Essayistisches, Autobiografisches, Autorenporträts, Reiseberichte usw. Ab 1888 wurde er zunehmend von jüngeren Kollegen und Bewunderern hofiert. 1892 wurde er erstmals zu einer Serie von Vorträgen nach Holland eingeladen, 1893 nach Belgien, Lothringen und England. 1893 auch versuchte er, für die Académie française zu kandidieren, stieß aber schon im Vorfeld auf starken Widerstand. Immerhin erachtete ihn das Unterrichtsministerium wiederholter stattlicher Gratifikationen für würdig, und ein eigens gegründeter Freundeskreis zahlte ihm eine monatliche Pension von 150 Frs. Auch wurde erstmals (in Nancy) eine Straße nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1894 wurde er als Nachfolger des kurz zuvor verstorbenen Lyrikers Charles Leconte de Lisle zum „Prince des poètes“ (Dichterfürsten) gewählt, und 1895 verbürgerlichte er fast, indem er mit einer langjährigen Freundin einen gemeinsamen Hausstand gründete. Die Normalität sollte aber nicht von Dauer sein. Ende des Jahres erkrankte Verlaine und schrieb zwei letzte Gedichte: &#039;&#039;Mort!&#039;&#039; (dt. Tod!) und Désappointement (dt. Enttäuschung). Er starb am 8. Januar 1896. Dem Trauerzug am 12.1. zum Cimetière des Batignolles folgten mehrere tausend Personen und bekannte Autoren hielten Totenreden auf ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaine schloss sich den Parnassiens an, bei denen er sein poetisches Handwerk lernte. Er wurde zum führenden Lyriker des Symbolismus und beeinflusste viele spätere französische Dichter. Seine hochmusikalischen Verse bringen feinste Gefühlsregungen und Zwischentöne zum Ausdruck. Verlaines Maxime lautete: &amp;quot;De la musique avant toute chose.&amp;quot; Die Thematik reicht von morbider Erotik bis zu ekstatischer Frömmigkeit. Er hat besonders die Kunst der Neuromantik beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W. Berger, der auch eine Auswahl Verlaine&#039;scher Gedichte übersetzt hat, schreibt: &amp;quot;Von Baudelaire und den Parnassiens beeinflusst, gehört Verlaine zu den Wegbereitern des Symbolismus, dessen erster bedeutender Vertreter er selbst ist. Sein musikalischer, auf raffinierteste Klangeffekte abgestimmter Vers gewann der französischen Sprache bis dahin unerhörte euphonische Möglichkeiten ab. Sein Gedicht Art poétique wurde zum poetologischen Manifest der Symbolisten...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klang seiner Gedichte ist meistens wichtiger als ihr Inhalt, was dazu führt, dass sie schwer zu übersetzen sind. An diese schwierige Aufgabe wagten sich beispielsweise Hermann Hesse (&amp;quot;Mon Rêve Familier&amp;quot;), Rainer Maria Rilke (&amp;quot;Agnus Dei&amp;quot;) und Paul Zech.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Notizen zu den wichtigsten Werken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Gedichte der ersten Sammlung sind noch wenig kennzeichnend für die spätere Eigenart Verlaines. Die &#039;&#039;Poèmes saturniens&#039;&#039; - in der Titelgebung an eine Gedichtgruppe aus den &#039;&#039;Fleurs du Mal&#039;&#039; anknüpfend - stehen bezüglich Themenwahl und Gedankenführung stark unter dem Einfluss Baudelaires, während sie in der Kunst des Versbaus die Schule Banvilles erkennen lassen. Die baudelaireschen Motive sind ins Zarte und Spielerische aufgelöst, die Melancholie entspringt nicht der Bitternis der Vereinsamung, sondern einer seelischen Erschöpfung, die dem Dichter neue Sensationen bietet und ihn befähigt, alltägliche Dinge in neuem Licht zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den &#039;&#039;Fêtes galantes&#039;&#039; hat Verlaine im Sinne der baudelaireschen Forderung, dass die Lyrik ein Kollektiverlebnis der Sinne sein soll, versucht, die Malkunst Watteaus dichterisch wiederzugeben, die damals gerade durch die kunstkritischen Arbeiten der Goncourts und einen eigenen Saal im Louvre eine Renaissance erlebte. Dem Geist des Malers wie dem des 18. Jahrhunderts und der Rokokoepoche überhaupt werden die Gedichte besonders dadurch gerecht, dass sie Gedanken an den Tod und Vergänglichkeit mit tändelnder Ironie in die Stimmung des &amp;quot;carpe diem&amp;quot; überleiten. Zu dem spielerisch-frivolen Inhalt der Gedichte steht die noch streng parnassische Form in einem - wohl gewollten - Gegensatz. Über dieser Sammlung und den &#039;&#039;Poèmes saturniens&#039;&#039; lastet das Gefühl der Bedrohung, die Ahnung des Untergangs und kompensatorisch dazu die Erfahrung der Unerfüllbarkeit des Traumes (&#039;&#039;Mon rêve familier&#039;&#039;) und der Bitterkeit der Erinnerung (&#039;&#039;Colloque sentimental&#039;&#039;). Der frühe Verlaine steht zwischen Dekadenz und Symbolismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sammlung &#039;&#039;La Bonne Chanson&#039;&#039; enthält Liebesgedichte an seine Braut und spätere Gattin Mathilde Mauté und ist von spontan empfundenem Glück und der Sehnsucht nach einer bürgerlichen Existenz geprägt. Sie bildet zugleich den Abschluss der Dichtungsperiode Verlaines, in der er sich noch in herkömmlichen Bahnen bewegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Begnung mit dem 10 Jahre jüngeren Rimbaud hat die Kräfte seines Verstandes und seiner Phantasie zu höchster Leistung entfaltet. Er suchte eine Lebensform, die mit seinem bisherigen Leben, seiner Zeit, mit allem, was Durchschnitt und Bürgerlichkeit hieß, nichts mehr gemeinsam hatte. Dies führte aber auch dazu, dass ihm das Unterscheidungsvermögen zwischen Wirklichkeit und Wahn allmählich verlorenging. In den &#039;&#039;Romances sans Paroles&#039;&#039; wandte Verlaine erstmals die Theorie an, die er in einem später (1882) veröffentlichten Gedicht &#039;&#039;Art poétique&#039;&#039; (entstanden 1874) niedergelegt hat: der Vers soll Musik sein, eine Harmonie von Tönen, ein flüchtiger Rausch, der die Grenzen der Form verwischt und die Farben nur als Nuancen wiedergibt (&amp;quot;Pas la couleur, rien que la nuance!&amp;quot;). Der Reim wird als billiges Effektmittel beiseite geschoben, das Gedicht soll in seinem Aufbau durchaus frei sein und seine Wirkung lediglich durch die geschickt Komposition von Lauten zu erreichen suchen. Diese Auflockerung des traditionellen Vers- und Strophenbaus, wie sie sich erstmalig in den Romances findet, wirkt aber keineswegs wie Formlosigkeit, denn die musikalische Harmonie erweist sich als ein ebenso starkes konstruktives Prinzip wie eine vorgeschriebene Zahl von Silben oder Folge von Reimen. In diesem Manifest fordert er den &amp;quot;vers impair&amp;quot;. Er versteht darunter sowohl den Vers mit ungerader Silbenzahl als auch die Ungleichsilbigkeit der Verse innerhalb einer Strophe. Hinzu kommt im Bereich der Wortwahl die beabsichtigte Mehrdeutigkeit. Das im Schwebezustand verharrende Gedicht wird zum Pendant einer begrifflich nicht mehr fassbaren Welt. Rhetorische Mittel wie Pointen, Satire und Ironie sind verbannt. In Abgrenzung gegen die rationale, konturenscharfe, kühle Lyrik der Parnassiens, doch auch gegen die emphatische Rhetorik der Romantik postuliert Verlaine also eine Dichtung, in der die Form - im weitesten Sinn verstanden - auf Kosten des Inhalts Autonomie erlangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeitweilige Rückkehr zum Glauben, die Verlaine während seiner Gefängnishaft vollzog, fand ihren Ausdruck in den Gedichten der Sammlung &#039;&#039;Sagesse&#039;&#039;. Inhaltlich sind diese Gedichte auf das Problem des Kampfes zwischen Gut und Böse abgestellt. Mittelalterliche Motive klingen auf, das Gedicht wird zum Gebet, zur Lobpreisung Gottes, und die zartesten Marienlieder gelangen ihm in dieser Zeit, da er tatsächlich an seine Umkehr glaubte. Auch in der Form zeigen die Sagesse-Gedichte eine Rückkehr zur Tradition, die meisten sind in Alexandrinern verfasste Sonette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1883 setzte er in dem Essay &#039;&#039;Les Poètes maudits&#039;&#039; (dt. Die verfemten Dichter) u.a. Rimbaud und Mallarmé ein Denkmal. Amours handelt vor allem von seinem 1883 verstorbenen Schüler Létinois. In den späteren Jahren verfasste er mehrere autobiographische Prosaschriften wie Mes Épitaux, Mes prisons und Confessions.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.verlaine Paul Verlaine] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Verlaine, Paul]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Die_W%C3%B6rter&amp;diff=4473</id>
		<title>Die Wörter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Die_W%C3%B6rter&amp;diff=4473"/>
		<updated>2009-05-09T09:18:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Wörter&#039;&#039;&#039;, frz. Les mots, ist eine 1964 erschienene autobiografische Schrift von [[Jean-Paul Sartre]] über seine ersten zehn Lebensjahre in der Zeit von 1905 bis etwa 1915, dem Jahr seiner Einschulung in das elitäre Gymnasium Lycée Henri IV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Nach einer kurzen, etwa 1850 einsetzenden Rückschau auf die Familiengeschichten der Schweitzers (Albert Schweitzer war ein Großcousin von ihm) und Sartres beginnt der kleine Jean-Paul sein vaterloses Leben unter dem Zepter seines tyrannenhaften elsässischen Großvaters Charles Schweitzer, der nach dem frühen Tod von Jean-Pauls Vater die Rolle des „pater familias“ okkupiert. Der Tod des Vaters „wurde das große Ereignis meines Lebens: er legte meine Mutter in Ketten und gab mir die Freiheit...Ich mußte also nicht im Schatten eines Vaterbildes aufwachsen.&amp;quot; In dieser großväterlich dominierten Familie schlafen der kleine Jean-Paul und seine Mutter, die „Kinder“ der Familie, in einem Raum, während die Großmutter und vor allem der Großvater zusammen den eingedeutschten kindlichen Götternamen „Karlundmami“ tragen. Jean Paul lebt eingeschlossen und einsam, er hat keinerlei Freunde: „Bis zum Alter von zehn Jahren blieb ich allein zwischen einem Greis und zwei Frauen. [...] ich war ein Kind, ein Monstrum, das sie mit Hilfe ihrer eigenen Sorgen fabrizierten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Großvater ist ein promovierter Deutschlehrer mit einem gut laufenden eigenen Sprachinstitut in Paris. Während ihn seine eigenen Kinder langweilen, himmelt er seinen Enkel auf maßlose, im Grunde eigennützige, Weise an und baut die Familie für den kleinen Jean-Paul wie ein Paradies. Jean-Paul lernt seine „Rolle“ als Geschenk an den Großvater zu spielen, er ist klug und (noch) hübsch, ein überfördertes Kind, das sich unter dem Druck der Familie in verschiedenen Eindrucksrollen übt: der des Frühreifen, des Angepassten, des kleinen Verseschmieds, des Schauspielers und des Autors von Abenteuergeschichtchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser ihn von allen anderen Kontakten abschneidenden Familieninsel erlebt er seine permanente Berufung zum „Wunderkind“: „Es genügt, dass ich eine Tür aufmache, um selbst das Gefühl zu haben, ich vollzöge eine ‚Erscheinung’.“ Da der kleine „Poulou“ im Arbeitszimmer seines Großvaters auf Berge von Büchern trifft, erscheint ihm deren Handhabung wie eine heilige Handlung: „Ich hatte meine Religion gefunden; nichts erschien mir wichtiger als ein Buch; die Bibliothek sah ich als Tempel.“ Nun gewinnt seine frühe Berufung an Bestimmtheit und an Fahrt: „Schon früh wurde ich darauf vorbereitet, die Professur wie ein Priestertum und die Literatur wie eine Leidenschaft zu behandeln.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jean-Paul bringt sich selbst das Lesen bei und arbeitet sich ab an den so schwierigen Wörtern wie „Idiosynkrasie“, „Geliebte“ und an vielen anderen. Er kämpft mit Wörtern, mit Sätzen und mit merkwürdigen Zusammenhängen: Eine Romanfigur „fand Briefe, war das ein Grund, sich nicht mehr zu rasieren?“ „Auf alle Fälle bearbeitete mein Blick die Wörter: man musste versuchen, ihren Sinn zu bestimmen; mit der Zeit wurde ich durch diese Kulturkomödie kultiviert“ – eine Komödie, die ihm die Aufmerksamkeit der Familie sichert, ihn aber sich selbst entfremdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleine Sartre liest bald schon [[Pierre Corneille|Corneille]], [[Gustave Flaubert|Flaubert]], [[Victor Hugo]]: „Ich lebte über mein Alter, wie man über seine Verhältnisse lebt.“ Viel lieber aber las Poulou unter dem Tisch im Esszimmer Magazine und Abenteuerromane – und der alte Sartre gesteht: „Es hat niemals aufgehört: auch heute lese ich lieber Kriminalromane als Wittgenstein.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder angestoßen von seinem Großvater, beginnt Jean-Paul in eine Kladde erste Geschichten zu schreiben, in denen er zunächst Bekanntes nacherzählt und dann allmählich Figuren erschafft, die seine Einsamkeit sowohl spiegeln als auch verringern. Der Großvater, der seinen Enkel aber nicht als Schriftsteller verhungern, sondern lieber als Literaturprofessor Meriten sammeln sehen will, bestärkt paradoxerweise durch seine vorsichtigen Hinweise Jean-Pauls Berufswunsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sartre, der sein kindliches Lebensgefühl im Rückblick in die Worte „Überzähliger“ und „Schlechtgeborener“ fasst, sieht als Kind in der Schriftstellerei die beste Möglichkeit, seinem Leben eine Daseinsberechtigung zu geben: „Indem ich schrieb, existierte ich.“ So übt er sich früh in der Kunst, „die lebendigen Dinge mit der Schlinge der Sätze“ einzufangen und lebt für seinen baldigen Tod, um als Schriftsteller unsterblich zu werden: „Zwischen neun und zehn Jahren wurde ich vollständig postum.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Phase der im Familientreibhaus ausufernden Phantasien endet mit dem Eintritt in die Vorschule des Lycée Henri IV, wo Jean-Paul zum ersten Mal mit Gleichaltrigen zusammenkommt und sich neben anderen mit Paul-Yves Nizan anfreundet. Die Traumen seiner einsamen Kindheit treten in den Hintergrund, von wo sie aber den frühen Faden seiner Berufung zu einem so nicht gemeinten Erfolg weiterspinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erzählweise und Deutung ==&lt;br /&gt;
Das Werk ist in zwei etwa gleich umfangreiche Teile, Lesen und Schreiben, gegliedert. Es ist keine Autobiografie, sondern ein auf die Kinderjahre reduzierter Ausschnitt. Und es ist nicht einmal ein Ausschnitt, sondern eine auf das Psychogramm der Familie reduzierte Facette dieser Kinderjahre. Äußere Daten und eine chronologische Ordnung sind selten, familiäre Ereignisse und selbst gesellschaftliche Katastrophen wie der Beginn des ersten Weltkrieges spielen kaum eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit viel Ironie seziert und inszeniert der Autor seine Jugend, die er „verabscheut, mit all ihren Überresten“, von denen er sich aber bis in sein reifes Alter in seinem Werk vorangetrieben sieht. Diese Selbstanalyse ist die schmerzhafte Erinnerung an einen Lebensanfang, der Sartre zuerst fast um den Verstand gebracht und später in den Olymp der französischen Intellektuellen versetzt hat: „Vor allem meine ersten Lebensjahre habe ich durchgestrichen: als ich dieses Buch begann, brauchte ich viel Zeit, um sie unter den Durchstreichungen zu entziffern.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thema ist der in seiner bildungsbürgerlichen Familie aufwachsende, sich selbst das Lesen beibringende und ins Erfinden von Geschichten einübende kleine Jean-Paul. Hauptthema aber ist die von seinem Großvater ausgehende Berufung zu Höherem, die der Junge übernimmt, die sich zur Obsession der eigenen Auserwähltheit steigert und den Jungen in ein „Delirium“, einen „langen, bitteren und süßen Wahn“ und eine „Neurose“ führt, „an der ich dreißig Jahre gelitten habe.“ Seine langsame Genesung beginnt erst nach der Konfrontation mit dem wirklichen Leben: Mit seiner Kleinwüchsigkeit (mit acht Jahren war er noch ein Tragekind), mit der Erkrankung eines Auges, mit seiner Hässlichkeit und mit seinen nur mittelmäßigen Schulerfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zwangsvorstellung einer Sonderrolle erscheint Sartre im Rückblick sowohl als Ursache seiner literarischen Kompetenz als auch seiner sich gegen sein Herkunftsmilieu richtenden späteren Kritik: „Da ich von Hause aus fügsam war, [...] bin ich später nur dadurch zum Rebellen geworden, dass ich die Unterwürfigkeit bis zum Äußersten trieb.“ Zwar endet der biografische Ausschnitt weit vor der Zeit seiner politischen Reifung, aber die vernarbende Gesundung seiner Psyche brachte ihn dazu, „systematisch gegen sich selbst zu denken: so stark, dass mir ein Gedanke umso einleuchtender erschien, je mehr er mir missfiel.“ Die psychotische Störung seiner Jugendjahre mit ihren Halluzinationen, mit seiner frühen literarischen Überaktivität und der Erfahrung von Kultur als Verstellung wird Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen intellektuellen Karriere, die bis ins reife Alter immer wieder und immer noch durch die frühen Pflichten seiner familiären Berufung gesäubert wird: „Ich bin ein Schriftsteller der Fleißübungen.“ Anders als Albert Camus sich seinen Sisyphos können wir uns Jean-Paul Sartre daher keineswegs als „glücklichen Menschen“ vorstellen. Aber doch als einen, dessen rücksichtslose Selbstanalyse den Leser tief beeindruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Signatur dieser Biographie ist die einer Ironie der Geschichte, die den angepassten und einsamen kleinen Jean-Paul zum revoltierenden Vordenker der Massen des Pariser Mai 1968 werden ließ. Auf seinen ersten zehn Lebensjahren und ihren Nachwirkungen beruht seine umfassende Bildung, seine stilistische Finesse, seine Selbstkritik, seine Produktivität und damit seine Stellung als einer der wichtigsten französischen Intellektuellen des 20. Jh. Es ist das Verdienst dieses Werkes, die Dialektik der Geschichte auch in Sartres eigenem Lebensweg aufgezeigt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische_Literatur|Wörter, Die]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Henry_James&amp;diff=4472</id>
		<title>Henry James</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Henry_James&amp;diff=4472"/>
		<updated>2009-05-09T09:15:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:James%2C_Henry_(1843-1916)_-1913-_by_Sargent%2C_John_Singer_(1856-1925).jpg|thumb|200px|Henry James, Porträt von John Singer Sargent]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Henry James&#039;&#039;&#039; (* 15. April 1843 in New York; † 28. Februar 1916 in Chelsea, Großbritannien) war amerikanischer Schriftsteller. Er war der jüngere Bruder des Philosophen William James.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebenslauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry James wuchs in einer wohlhabenden Familie auf; sein Vater, Henry James Sr., war einer der angesehensten Intellektuellen, zu dessen Freunden und Bekannten Thoreau, Emerson und Hawthorne zählten. Von früher Jugend an wurde James mit den Klassikern britischer, amerikanischer, französischer und deutscher Literatur vertraut gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Jugend bereiste Henry Jr. Europa und studierte in New York, London, Paris, Bologna, Bonn und Genf. Im Alter von 19 Jahren begann er ein Jura-Studium an der Harvard Law School, stellte aber bald fest, dass ihm die Literatur näher lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits als 20-Jähriger begann James, Beiträge für amerikanische Zeitschriften zu verfassen; im Alter von 21 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte A Tragedy of Errors. 1866 bis 1869 und 1871 bis 1872 war er Mitarbeiter des Magazins The Atlantic Monthly und der Zeitung Nation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine erste Erzählung, Watch and ward, erschien 1871 als Fortsetzungsgeschichte im Atlantic Monthly. James schrieb sie auf seiner Reise durch Venedig und Paris und erzählte in ihr die Geschichte eines Junggesellen, der eine Zwölfjährige adoptiert und später gar heiraten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er eine Zeit lang in Paris gelebt hatte und von dort aus diverse Artikel für den New Yorker Tribune verfasst hatte, wurde er schließlich 1875 in England sesshaft und 1915 britischer Staatsbürger. Dort schreibt er unter anderem für The Yellow Book.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner ersten Jahre in Europa porträtierte James hauptsächlich das Leben von Amerikanern in der Fremde, insbesondere eben in Europa. 1905 besuchte er zum ersten Male seit 25 Jahren wieder sein Heimatland und schrieb Jolly Corner, das auf seinen Beobachtungen in und um New York basiert und die alptraumartige Geschichte eines Mannes erzählt, der von seinem Doppelgänger verfolgt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1906 und 1910 überarbeitete er diverse Erzählungen und Geschichten für die „New York-Edition“ seiner gesammelten Werke, die 1911 bei Charles Scribner&#039;s Son erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1913-1914 erschienen die ersten beiden Bände seiner Autobiographie, A small boy and others sowie Notes Of A Son And Brother. Der dritte Band erschien postum 1917.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schock des beginnenden Ersten Weltkrieges veranlasste James dazu, britischer Staatsbürger zu werden, unter anderem, um damit gegen die Nichteinmischungspolitik der USA zu protestieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry James starb am 28. Februar 1916, nachdem er kurz zuvor einen Herzanfall erlitten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In James&#039; vielschichtigem Werk spielt der Antagonismus zwischen der „Alten Welt“ Europa mit seiner langen kulturellen Tradition und der Naivität der „Neuen Welt“ Amerika eine wichtige, vielleicht sogar die zentrale Rolle. Ein weiteres Charakteristikum seines Schaffens sind die psychologisch vielschichtigen und sorgfältig gezeichneten Frauenfiguren, wie beispielsweise in Portrait of a Lady.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Vorbilder bezeichnete er [[Honoré de Balzac]] und George Eliot; über Balzac sagte er einmal, er habe von diesem mehr über das Schreiben gelernt als von irgendjemandem sonst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wahrscheinlich bekannteste Zitat über sein eigenes Schreiben stammt aus Die Kunst der Dichtung von 1885:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;“A novel is in its broadest sense a personal, a direct impression of life: that, to begin with, constitutes its value, which is greater or less according to the intensity of the impression.”&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
– Henry James: The Art of Fiction, 1885&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt veröffentlichte James 20 Romane, 112 Novellen, 12 Dramen sowie diverse Reisebücher und Literaturkritiken. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Daisy Miller]] (1878)&lt;br /&gt;
* Bildnis einer Dame (1881)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die äußerst detailreiche Schilderung des Innenlebens seiner Figuren lässt James als modernen Schriftsteller erscheinen. Er gilt als Meister der indirekten Charakterisierung und wurde unter anderem ein Vorbild für den Bewusstseinsstrom-Stil (stream of consciousness); besonders bekannte Beispiele dieser Technik finden sich in James Joyce&#039;s Ulysses sowie in Manhattan Transfer von John Dos Passos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Henry James in der angelsächsischen Welt geradezu als Kultautor galt, ist er im deutschen Sprachraum in den Hintergrund geraten. Eine kleinere Henry-Renaissance wurde nicht nur durch verschiedene verlegerische Aktivitäten (Manesse, Aufbau Verlag u.a.), sondern auch durch die vielfältigen Literaturverfilmungen hervorgerufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.james Henry James] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur|James, Henry]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=James_Fenimore_Cooper&amp;diff=4471</id>
		<title>James Fenimore Cooper</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=James_Fenimore_Cooper&amp;diff=4471"/>
		<updated>2009-05-09T09:15:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;James Fenimore Cooper&#039;&#039;&#039; (* 15. September 1789 in Burlington, New Jersey; † 14. September 1851 in Cooperstown, New York) war ein amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb sowohl Indianer-, See- und Grenzerromane als auch kritische Essays und Satiren über Amerika und Europa. Er gilt als Begründer des historischen Romans in der amerikanischen Literatur. Cooper ließ erst im Jahr 1826 dem väterlichen Namen den Namen der Mutter, Fenimore, hinzufügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cooper war der jüngste Sohn des Richters und wohlhabenden Grundbesitzers William Cooper. Er wuchs in der nach seinem Vater benannten Stadt Cooperstown, in der Nähe des Lake Otsego im Staat New York auf. Der Grundbesitz der Coopers, er wurde auf ca. 300.000 ha geschätzt, gründete sich auf die Landnahme ihrer Vorfahren, einer englischen Quäkerfamilie, die 1679 nach Amerika gekommen war. Otsego Hall, der Familiensitz war zugleich das politische Zentrum, in dem sich die Föderalisten der Gegend regelmäßig trafen. Coopers Mutter stammte aus Schweden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1800 erhielt Cooper in Albany regelmäßig Unterricht und trat als 13-Jähriger in das College Yale ein, das zur damaligen Zeit eher den Charakter einer Oberschule hatte. Bereits im dritten Ausbildungsjahr wurde er der Schule verwiesen, angeblich wegen groben Unfugs. (Kolportiert wird die Geschichte, er habe einem Esel beigebracht, auf einem Professorenstuhl Platz zu nehmen.) Mit 16 Jahren war er als Seekadett auf Segelschiffen der amerikanischen Marine im Atlantik unterwegs. Im Januar 1808 wurde Cooper zum Fähnrich ernannt und bekam in Folge Schiffskommandos am Lake Ontario und am Lake Champlain. Mit seiner Heirat endete seine nautische Karriere 1811.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Frau Susan Augusta entstammte der einflussreichen New Yorker Grundbesitzer-Familie De Lancey. (Im Gegensatz zu seiner eigenen Familie waren sie Loyalisten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater William starb 1809. Jeder seiner fünf Söhne erbte 50.000 Dollar und ein Fünftel des Grundbesitzes, das einen Wert von 700.000 Dollar hatte. Cooper beschäftigte sich in den folgenden Jahren mit der Verwaltung des ererbten Landbesitzes. Angeblich durch einen Zufall, nämlich durch eine Bemerkung, er könne selbst bessere Romane schreiben als die damals kursierenden englischen Gesellschaftsromane, kam Cooper zur Literatur. Diese Behauptung traf auf seinen ersten Roman Precaution (1820) sicherlich nicht zu. Aber schon sein zweiter Roman The Spy, der 1821 veröffentlicht wurde und den Cooper auf eigenes Risiko hatte drucken lassen, war ein riesiger Erfolg. Er gilt als der erste bedeutende historische Roman der amerikanischen Literatur. Von den Erfolgen angespornt, schrieb er nach und nach im Verlauf von etwa 30 Jahren eine Vielzahl von Romanen, wobei die fünf Lederstrumpf-Erzählungen einen besonderen Platz einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Coopers Liebe zum Meer sollte ein Leben lang erhalten bleiben. In The Pilot (1823) gestaltete er die historischen Ereignisse des Kaperkrieges der amerikanischen Flotte gegen die Engländer nach. Der Roman entstand nach der Lektüre von Walter Scotts The Pirate, in dem er zahlreiche nautische Unzulänglichkeiten entdeckt hatte. Noch zehn weitere Seeromane, z. B. The Two Admirals (1842) folgten. Das Genre „Seeroman“ erfreute sich bei den amerikanischen Lesern auch deshalb großen Interesses, weil die junge amerikanische Flotte im zweiten englisch-amerikanischen Krieg durchaus erfolgreich aufgetreten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1826 bis 1833 hielt sich Cooper in Europa auf, trieb gesellschaftliche Studien, verteidigte in sozialkritischen Schriften die amerikanische Demokratie und setzte sich in The Bravo (1831) u. a. mit der feudalistischen Vergangenheit auseinander. Er war u. a. Konsul der Vereinigten Staaten in Lyon. In die USA zurückgekehrt wandelte er sich mehr und mehr vom Amerika-Befürworter zum Amerika-Kritiker. Seine Skepsis gegenüber dem Industriekapitalismus – die bereits in dem ersten seiner Lederstrumpf-Romane angedeutet war – artikulierte er in verschiedenen kritischen Schriften und Satiren, z. B. A Letter to his Countrymen (1834), The American Democrat (1838). Scharfe, teils beleidigende Angriffe gegen alles und jeden, verbunden mit diversen Gerichtsprozessen zehrten an seinem Ruf und an seiner Schaffenskraft. Einige seiner nach 1842 erschienenen Werke (The Redskins 1846) kann man als stark tendenziös in Richtung einer Idealisierung der Latifundisten bezeichnen. Die Meisterschaft seiner früheren Werke erreichte er nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritische Würdigung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gilt als Coopers Verdienst, den historischen Roman in der amerikanischen Literatur begründet zu haben, nachdem der begabte Charles Brockden Brown ohne Erfolg geblieben war. Hierbei orientierte er sich an dem schottischen Schriftsteller Walter Scott. Durch die geschickte Auswahl von historischen Ereignissen, in denen sich der junge amerikanische Staat in den Augen seiner Bürger Ruhm und Ehre erworben hatte (Unabhängigkeitskrieg, zweiter englisch-amerikanischer Krieg), stärkte er mit seinen Romanen das amerikanische Nationalgefühl und den Patriotismus. Auch dies gilt als wesentlich für den Erfolg, den seine Bücher bei der Leserschaft hatten. Hervorzuheben ist auch Coopers Bemühen, die Indianer-Figuren in den Wildtöter-Romanen realistisch, weder als „edle Wilde“ noch als minderwertig, zu gestalten, auch wenn das Ergebnis teilweise halbherzig wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Wolfgang von Goethe las 1826 The Pioneers und dann in schneller Folge weitere in Weimar verfügbare Romane Coopers im Original. Er lobte das selbstständige Talent des Schriftstellers. Auch [[Honoré de Balzac]] und [[Victor Hugo]] äußerten sich sehr positiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Romane Coopers gefallen nicht durch ihre Kunst des Wortes sondern durch die breit angelegte, fesselnde Handlung. Oft verkannt jedoch wird die Philosophie, die in seinen Werken zum Ausdruck kommt (und die etwa von Ludwig Börne gewürdigt wurde): bereits in „The Pioneers“ stehen der Richter Temple und Lederstrumpf gemeinsam gegen die sittenlose Art, mit der die Siedler mit der Natur umgehen, als seien ihre Schätze unerschöpflich. Gleichzeitig aber befinden sie sich im Konflikt, weil der Richter das positive Recht (die Zivilisation) vertritt, Lederstrumpf dagegen das natürliche. Damit schilderte Cooper sehr plastisch einen Grundkonflikt des frühen Amerika. Kritiker seines Werkes führen als Schwächen die oft abenteuerlich anmutende Häufung von Zufällen in der Handlung, die wenig überzeugende Darstellung der weiblichen Charaktere und die teilweise grotesk gekünstelt wirkenden Dialoge der Romanhelden an. Auch Mark Twain äußerte negative Kritik an Coopers Werken („The Literary Offenses of James Fenimore Cooper“). Dies alles tat dem Welterfolg seiner Romane aber keinen Abbruch. Schließlich zählen Autoren wie Nathaniel Hawthorne und Herman Melville zu seinen Nachfolgern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Jonathan Swift und Daniel Defoe teilt er das Schicksal, „lediglich“ als Jugendbuchautor zu gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* [[Der letzte Mohikaner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.cooper James Fenimore Cooper] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur|Cooper, James Fenimore]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Stendhal&amp;diff=4470</id>
		<title>Stendhal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Stendhal&amp;diff=4470"/>
		<updated>2009-05-09T09:14:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Stendhal&#039;&#039;&#039; (* 23. Januar 1783 in Grenoble; † 23. März 1842 in Paris; eigentlich Marie-Henri Beyle) war ein französischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
[[Bild:Stendhal.jpg|thumb|200px|Stendhal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Schaffen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stendhal wurde geboren als ältestes von drei Kindern eines bürgerlichen, aber Adelsambitionen hegenden Anwalts am Obersten Gerichtshof (Parlement) der Provinz Dauphiné. Mit sechs verlor er seine Mutter bei der Geburt der jüngsten Schwester, was ihn traumatisierte, und er verargte es seinem Vater zutiefst, als der sich mit der Schwester der Mutter liierte und ihn der „Tyrannei“ eines ungeliebten Hauslehrers aussetzte, eines ehemaligen Geistlichen. Er wurde jedoch sehr gefördert von seinem Großvater mütterlicherseits, dem schöngeistig interessierten Arzt und [[Voltaire]]-Verehrer Gagnon, sowie dessen unverheiratet gebliebener Schwester. Während der Zeit der Schreckensherrschaft (Terreur) 1793/94 sympathisierte er aus Trotz gegen seinen royalistisch eingestellten Vater mit den revolutionären Jakobinern und freute sich geradezu, als jener verhaftet wurde und in Köpfungsgefahr schwebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1796-99 besuchte er die nach einer Schulreform neu eingerichtete Grenobler École centrale (wo er in Mathematik brillierte) und ging dann aus der ihm verhassten engen Provinzstadt nach Paris, um an der neuen École Polytechnique zu studieren. Er meldete sich aber nicht zur Aufnahmeprüfung (concours), sondern fing an, Theaterstücke und anderes zu schreiben. Bald danach erkrankte er in seinem kargen und kalten möblierten Zimmer und wurde daraufhin von entfernten Cousins, den etwas älteren Brüdern Daru, in ihr Haus aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darus gehörten zur näheren Umgebung Napoleon Bonapartes und partizipierten an dessen fulminantem Aufstieg zum Herrn von ganz Mitteleuropa. Als ihr Verwandter und Protégé profitierte auch Stendhal. Er nahm zunächst als blutjunger Offizier 1800 an Napoleons siegreichem Italienfeldzug teil, wobei er als Adjutant eines Generals das Land, insbesondere die Stadt Mailand, von der besten Seite kennenlernte und sich zum Liebhaber italienischer Kunst, Musik und Lebensart entwickelte. Allerdings infizierte er sich in einem Bordell auch mit Syphilis, deren akutes Stadium ihn 1802 zum Quittieren des Militärdienstes zwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorübergehend halbwegs gesundet, verbrachte er einige Jahre mit viel fruchtbarer Lektüre sowie allerlei fruchtlosen literarischen, geschäftlichen und amourösen Experimenten in Grenoble, Marseille und Paris. 1806, inzwischen war wieder Krieg, schloss er sich erneut den Darus an und avancierte, über Zwischenstufen in der Militärverwaltung, 1808 zum Kaiserlichen Intendanten (einer Art Oberaufseher und Verbindungsmann) für das Département Oker des 1807 gegründeten Königreichs Westfalen, eines kurzlebigen französischen Satellitenstaates, der von Napoleons jüngerem Bruder Jérôme Bonaparte regiert wurde. 1810/11 setzte er seine Karriere in Paris fort und wurde für kurze Zeit Chef der Verwaltung der kaiserlichen Liegenschaften (vor allem der Schlösser samt ihren Kunstschätzen). 1812 nahm er teil an Napoleons Russlandfeldzug und kam mit der „Grande Armée“ im September bis Moskau. Den anschließenden, äußerst verlustreichen Rückzug überstand er unbeschadet. 1813 war er kurz Kaiserlicher Intendant in Schlesien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach wurde er ein nächstes Mal von der Syphilis eingeholt und nahm 1813/14 einen längeren Urlaub, den er zum Teil in Italien, vor allem in Mailand, verbrachte, das er als jugendlicher Offizier lieben gelernt hatte. Den Zusammenbruch des napoleonischen Kaiserreichs erlebte er in Grenoble. Ob tatsächlich sein Adelsbrief fertig zur Unterschrift auf Napoleons Schreibtisch lag, als jener 1814 besiegt wurde und abdankte, ist eher fraglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie so viele hohe napoleonische Beamte fand auch Stendhal 1814 keinen Platz in der naturgemäß stark verkleinerten Beamtenschaft des „Restaurationsregimes“ von König Ludwig XVIII. und wurde daraufhin Napoleon-Fan und Liberaler, d.h. Oppositioneller. Er ging einmal mehr nach Mailand und wurde hier endgültig zum Literaten mit Biografien, kunsthistorischen Werken und Reisebüchern, die er zunächst unter wechselnden Pseudonymen und schließlich unter dem dauerhaft werdenden Namen „M[onsieur]. de Stendhal“ publizierte, und zwar: Lettres écrites de Vienne en Autriche sur le célèbre compositeur, Joseph Haydn, suivies d&#039;une vie de Mozart, et de considerations sur Métastase et l&#039;état présent de la musique en Italie (1815, 1817 neu aufgelegt als Vies de Haydn, Mozart et Métastase), Histoire de la peinture en Italie (1817) und Promenades dans Rome, Naples et Florence en 1817 (1817). Eine Vie de Napoléon, an der er 1817/18 arbeitete, stellte er nicht fertig (sie wurde erst postum 1929 gedruckt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1818 begegnete er in Mailand seiner großen, unerfüllten Liebe Metilda Dembowski, Gattin eines österreichischen Generals (die Lombardei war damals österreichische Provinz), was ihn sehr absorbierte und zu dem essayistischen Werk De l&#039;amour inspirierte (erschienen 1822). 1819 erlebte er eine andere Enttäuschung, als er beim Tod seines vermeintlich wohlhabenden Vaters feststellte, dass dieser fast nur Schulden hinterließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1821 wurde Stendhal wegen seiner Kontakte mit oppositionellen Intellektuellen wie Silvio Pellico oder Alessandro Manzoni von der österreichischen Polizei als Verschwörer verdächtigt. Er verließ Mailand und verlebte einige unstete Jahre in Paris, London und wieder Italien, bis er sich 1824 in Paris niederließ, wo er sich als Journalist über Wasser hielt (z.B. als Kunst- und Musikkritiker). Daneben bewegte er sich in den Kreisen der „Ideologen“ um ihren Vordenker Destutt de Tracy, aber auch der Romantiker, an deren Kampf gegen den noch vorherrschenden Klassizismus er mit der Streitschrift Racine et Shakespeare (1823) teilnahm. Ebenfalls 1823 erschien seine Vie de Rossini. 1825 mischte er sich auf Seiten der oppositionellen Saint-Simoniens in politische Diskussionen ein mit der Schrift Nouveau complot contre les industriels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1827 publizierte Stendhal seinen ersten Roman, Armance, die zarte, um 1820 in Paris spielende Liebesgeschichte der armen jungen Adeligen Armance und des reicheren, aber offenbar impotenten Octave, der sich nach ihrer Heirat auf einem Schiff in Richtung Griechenland das Leben nimmt. Hiernach ließ Stendhal ein neues Reisebuch folgen (Promenades dans Rome, 1829) und versuchte sich, wie sein jüngerer Freund Prosper Mérimée und andere Autoren, in der neuen Mode-Gattung Novelle, mit Vanina Vanini (1829), Le Coffre et le revenant und Le Philtre (beide 1830). Im Oktober 29 hatte er, während einer Reise, in Marseille die Idee zu dem Roman, der sein Meisterwerk werden sollte: Le Rouge et le Noir, das er sofort begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Juli-Revolution 1830 schöpfte er wieder Hoffnung auf einen höheren Posten im Staatsdienst, doch nach einem Zwischenspiel Ende 30 als Konsul im damals österreichischen Triest (wo man ihm als angeblichem einstigen Verschwörer die Zulassung verweigerte) wurde er 1831 schließlich nur Konsul in der kleinen Hafenstadt Civitavecchia im Kirchenstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1830, einige Monate nach der Juli-Revolution und durch sie eigentlich obsolet geworden, kam Le Rouge et Le Noir heraus. Es ist die tragische Geschichte des tüchtigen und ehrgeizigen jungen Kleinbürgers und Provinzlers Julien Sorel, der im (wie der Erzähler es sieht) von reaktionären Adeligen, intriganten Geistlichen und opportunistischen Bourgeois beherrschten Restaurationsregime trotz seiner Talente und Meriten und trotz beachtlicher Zwischenerfolge letztlich weder General (=rot) noch Bischof (=schwarz) zu werden schafft, sondern es nur zum Geliebten einer älteren und danach zum Verlobten einer jüngeren adeligen Frau bringt und schließlich einen heroisch akzeptierten Tod auf dem Schafott erleidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen weiteren Erzählungen verfasste Stendhal 1832 die autobiografischen Souvenirs d&#039;égotisme (erst postum publiziert) und begann 1834 den Roman Lucien Leuwen, der, obwohl weit fortgeschritten, unvollendet blieb. Er erzählt die Geschichte eines Pariser Bankierssohns, der gewissermaßen die Julien Sorel nicht mögliche Offiziers-Karriere verwirklichen sollte, unter der Hand jedoch ganz unzeitgemäße Sympathien für den nach 1830 entmachteten Adel entwickelt, sich in eine adelige junge Witwe verliebt, sie aber verlässt, als er sich betrogen glaubt, und danach in Paris als Adlatus eines Ministers die Politik von ihrer schmutzigen Innenseite kennenlernt – wonach er seinem Autor quasi entgleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf nahm Stendhal erneut sich selbst ins Visier und schrieb 1835/36 an einer wiederum unvollendet gebliebenen Geschichte seiner Jugend (Vie de Henry Brulard). Eine insgesamt dreijährige Beurlaubung nutzte er zu Reisen, aber auch zu ausgiebigen Aufenthalten in Paris, wo er 1835 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Im selben Zeitraum verfasste er eine Serie von historischen Novellen, deren Handlung er in die italienische Renaissance verlegte, wo seiner Meinung nach die Menschen noch Leidenschaft und Energie besaßen (Chroniques italiennes, 1837–39).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November/Dezember 1838 diktierte er in nur 53 Tagen in Civitavecchia den Roman La Chartreuse de Parme, die spannende Geschichte des jungen lombardischen Adeligen Fabrice del Dongo, der dem Napoleon der Hundert Tage zu Hilfe zu eilen versucht und es nach diesem kapitalen Fehler im reaktionären Oberitalien der Restauration lediglich – und auch das nur dank der Intrigen seiner schönen und energischen jungen Tante – bis zum Bischof bringt und zugleich allerdings zum Geliebten seines Jugendschwarms, der schönen Generalstochter Clélia Conti. Der Roman wurde von [[Honoré de Balzac|Balzac]] begeistert in der Revue Parisienne besprochen (1840) und war der einzige Bucherfolg Stendhals zu seinen Lebzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1839 arbeitete er an einem neuen Roman, Lamiel, den er aber nicht mehr fertigstellte. Nach einem ersten Schlaganfall im März 1841, starb er bei einer zweiten Attacke ein Jahr später in Paris während einer längeren Beurlaubung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beyles Pseudonym Stendhal leitet sich nach allgemeiner Auffassung von Stendal im heutigen Sachsen-Anhalt her, der Heimatstadt von Johann Joachim Winckelmann. Umstritten ist, wie der Autor selbst diesen Namen aussprach, ob vornehm mit e-Nasal (was heute die meisten gebildeten Franzosen tun) oder trivial mit a-Nasal (was einige Kenner für richtiger halten). Viele andere sprechen den Namen jedoch deutsch aus, weil er eben einen deutschen Ort bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Rot und Schwarz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.stendhal Stendhal] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Stendhal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=%C3%89mile_Zola&amp;diff=4469</id>
		<title>Émile Zola</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=%C3%89mile_Zola&amp;diff=4469"/>
		<updated>2009-05-09T09:13:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Émile Zola (* 2. April 1840 in Paris; † 29. September 1902 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Journalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich beteiligte er sich aktiv am politischen Leben und setzte sich für die Liberalisierung der Gesellschaft ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Artikel J&#039;accuse...! (Ich klage an...!) in der Dreyfus-Affäre führte zur Wiederaufnahme des Verfahrens und damit zur Haftentlassung und späteren Rehabilitierung des fälschlich angeklagten Offiziers Alfred Dreyfus.&lt;br /&gt;
[[Bild:Emile_Zola.jpg|thumb|200px|Émile Zola]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
===Jugend und literarische Anfänge===&lt;br /&gt;
Zola wurde in Paris als Sohn des italienisch-österreichischen Eisenbahningenieurs Franz Zola (1795-1847) geboren, der sich nach der aus Geldmangel gescheiterten Projektierung der Pferdeeisenbahn Linz-Gmunden in Südfrankreich niederließ. Er verstarb bereits 1847 und ließ seine Familie unversorgt zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Émile Zola wuchs in Aix-en-Provence auf, dem Ort des letzten Projekts seines Vaters, wo er mit dem späteren großen Maler Paul Cézanne befreundet war. Seine letzten Schuljahre verbrachte er wieder in Paris, wohin seine Mutter schon vor ihm zurückgekehrt war. Nachdem er 1859 durch das Baccalauréat gefallen war, nahm er verschiedene Arbeiten an. So war er z. B. längere Zeit Werbeleiter beim Verlag Hachette und betätigte sich als Schriftsteller in allen Genres, so auch als Lyriker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Durchbruch wurde 1867 der Roman Thérèse Raquin, der eine spannende Handlung um die zur Ehebrecherin und Mörderin werdenden Titelheldin mit einer ungeschönten Schilderung des Pariser Kleinbürgertums verbindet. Das Vorwort zur zweiten Auflage 1868, in dem Zola sich gegen seine gutbürgerlichen Kritiker und ihren Vorwurf der Geschmacklosigkeit verteidigt, wurde zum Manifest der jungen naturalistischen Schule, zu deren Oberhaupt Zola nach und nach avancierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Romancier===&lt;br /&gt;
Ab 1869 (bis 1893) konzipierte er, nach dem Vorbild von [[Honoré de Balzac]], die meisten seiner Romane als Teile einer Serie mit dem Titel Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d&#039;une famille sous le Second Empire/Die R.-M. Die Natur- und Sozialgeschichte einer Familie im Zweiten Kaiserreich. Die insgesamt 20 Romane des Zyklus sollten eine Art positivistisch begründeter Familiengeschichte sein, nämlich des der Bourgeoisie zuzuordnenden Rougon-Zweiges und des der Unterschicht angehörenden Macquart-Zweiges, wobei die einzelnen Figuren als durch ihre Erbanlagen (z. B. den Hang zum Alkoholismus), ihr Milieu (Bourgeoisie oder Unterschicht) und die historischen Umstände (die sozio-ökonomischen Verhältnisse des Zweiten Kaiserreichs, 1852-70) völlig determiniert vorgestellt werden. Glücklicherweise wirken sie, dank Zolas schriftstellerischem Temperament, menschlich und lebendig genug, um dem Leser nicht als bloße Marionetten und Demonstrationsobjekte zu erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erzählerische Werk Zolas ist, ähnlich wie das der Goncourts, eine Fundgrube für Sozialhistoriker. Allerdings sind die vom Autor geschilderten Verhältnisse naturgemäß eher die der 70er/80er Jahre, d.h. die der Entstehungszeit der Romane, und weniger die der 50er/60er, in denen die Handlungen angesiedelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die wichtigsten Romane===&lt;br /&gt;
Zu Zolas Lebzeiten am erfolgreichsten war La Débâcle/Das Debakel (1892), dessen Handlung vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und der blutig unterdrückten Pariser Commune spielt. Ebenfalls ein großer Erfolg war Nana (1879/80), die Geschichte einer jungen Frau aus dem Volk, die dank ihrer sexuellen Attraktivität einen Aufstieg zur kostenträchtigen Geliebten eines Grafen erlebt, durch ihren Hang zu Ausschweifungen aller Art jedoch in Niedergang, Krankheit und frühem Tod endet. Heute noch gelesen werden vor allem L&#039;Assommoir/Der Totschläger (1877), wo am Schicksal einer Pariser Wäscherin und ihrer Familie sehr eingängig die Auswirkungen des Alkoholismus im beengten und ärmlichen Pariser Unterschichtenmilieu beschrieben werden, und Germinal (1885), die dramatische Geschichte eines Bergarbeiterstreiks im Kräftefeld der wirtschaftlichen und ideologischen Antagonismen der Zeit, die Zola aus der Perspektive eines sozial engagierten Bourgeois beurteilt, der die Lehren der sozialistischen Denker Fourier, Proudhon und Marx zumindest in ihren Leitideen kennt und billigt. Besonders erwähnenswert auch ist L&#039;Œuvre/Das Werk (1886), weil sich mit dem im Zentrum stehenden manischen Maler Zolas Freund Paul Cézanne gemeint glaubte und empört mit ihm brach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere der Romane, u. a. Thérèse Raquin, Nana, L&#039;Assommoir und Germinal, wurden bald nach ihrem Erscheinen zu erfolgreichen Theaterstücken verarbeitet und später auch verfilmt.&lt;br /&gt;
[[Bild:J_accuse.jpg|thumb|300px|Zolas öffentlicher Brief &amp;quot;J&#039;accuse...!&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
===Der Publizist===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Anfang seiner schriftstellerischen Laufbahn an war Zola immer auch journalistisch aktiv. Am 13. Januar 1898 versuchte er mit einem offenen Brief an den Staatspräsidenten, sein persönliches Prestige für den zu Unrecht als angeblichen prodeutschen Spion verurteilten Hauptmann Alfred Dreyfus einzusetzen. Dieser Brief mit dem Titel J&#039;accuse...!/Ich klage an...! entfachte einen ungeahnten innenpolitischen Sturm, der Frankreich für Jahre, oft bis in die Familien hinein, spaltete in Dreyfusards und Antidreyfusards, d. h. ein progressives linkes Lager und ein konservatives rechtes, das zugleich militant nationalistisch und antisemitisch war. Zola selbst wurde noch 1898 vom Kriegsminister sowie von einigen Privatpersonen verklagt und in durchaus politischen Prozessen wegen Diffamierung zu einer Geld- und (kurzen) Gefängnisstrafe verurteilt, der er sich jedoch durch Flucht nach London entzog, wo er fast ein Jahr blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod Zolas durch eine Rauchvergiftung in seiner Pariser Wohnung zu Beginn der Heizperiode 1902 war möglicherweise das Werk eines nationalistischen Ofensetzers, der im Sommer eine Reparatur durchführte. Sechs Jahre nach seinem Tod wurden seine Überreste in das Panthéon überführt, auch in Erinnerung an sein Engagement in der Affaire Dreyfus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Regie von William Dieterle entstand 1937 unter dem Titel The Life of Emile Zola eine Filmbiografie mit Paul Muni in der Titelrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Nana]]&lt;br /&gt;
* [[Germinal]]&lt;br /&gt;
* [[Der Totschläger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.zola Émile Zola] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Zola, Émile]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Francesco_Petrarca&amp;diff=4468</id>
		<title>Francesco Petrarca</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Francesco_Petrarca&amp;diff=4468"/>
		<updated>2009-05-07T11:25:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Francesco Petrarca&#039;&#039;&#039; (auch Petrarca oder Petrarch, * 20. Juli 1304 in Arezzo; † 18. Juli 1374 in Arquà) war ein italienischer Dichter und Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
[[Bild:Petrarch_by_Bargilla.jpg|thumb|200px|Petrarca]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater, ein Notar, wurde als Papstanhänger aus Florenz verbannt. Mit sieben Jahren folgte Petrarca ihm nach Avignon. Petrarca studierte Jura in Montpellier und Bologna. Er kehrte 1326 nach Avignon zurück. Das Jurastudium brach er ab, erhielt die niederen Priesterweihen und hatte sein neues Domizil in einem Haus in Vaucluse. Petrarca wählte sich den Kirchenvater Augustinus zu seinem Vorbild und versuchte, dessen Lebenswandel nachzueifern. Als sein Vater starb, geriet Petrarca in wirtschaftliche Schwierigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Begegnung mit Laura===&lt;br /&gt;
Am 6. April 1327, nach seiner Angabe ein Karfreitag, tatsächlich aber ein Ostermontag, sah er eine verheiratete Frau, die er Laura nannte. Der Eindruck wirkte derartig stark auf ihn, dass er sie zeitlebens verehrte. Es ist jedoch auch möglich, dass die Begegnung mit Madonna Laura allein Petrarcas Phantasie entsprungen ist. Als Dichter strebte er nach Ruhm und Lorbeer und fand in dieser Frauengestalt eine dauerhafte Quelle seiner dichterischen Inspiration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besteigung des Mont Ventoux===&lt;br /&gt;
In einem auf den 26. April 1336 datierten Brief, der auf Latein verfasst und an den Frühhumanisten Francesco Dionigi gerichtet war, schildert Petrarca, wie er zusammen mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Provence bestieg. Als er oben angekommen war, betrachtete er die Landschaft und wandte sich, angeregt durch ein zufällig aufgeschlagenes Wort aus den Confessiones des Augustinus, sich selber und damit der radikalen Subjektivität seiner Dichtung zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.&#039;&#039; (Confessiones X, 8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenfallen von Naturerlebnis und Rückwendung auf das Selbst bedeutet eine geistige Wende, die Petrarca, das Bekehrungserlebnis betreffend, in eine Reihe mit Paulus von Tarsus, Augustinus und [[Jean-Jacques Rousseau]] stellt. Petrarca sah die Welt im Unterschied zu mittelalterlichen Vorstellungen nicht mehr als eine feindliche und für den Menschen verderbliche, die nur Durchgangsstation in eine jenseitige Welt ist, sondern sie besaß nun in seinen Augen eine eigene Wertigkeit. Wie in der Landschaftsmalerei dieser Zeit klingt bei Petrarca eine neue Natur- und Landschaftserfahrung an, bei der sich ästhetische und kontemplative Sichtweisen miteinander verbinden. Einige Gelehrte sehen deswegen in der Besteigung des Mont Ventoux einen kulturhistorischen Schlüsselmoment an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Daneben gilt Petrarca aufgrund dieser ersten &amp;quot;touristischen&amp;quot; Bergbesteigung als Vater der Bergsteiger und als Begründer des Alpinismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Spätere Jahre===&lt;br /&gt;
Petrarca zog sich nach Reisen durch Frankreich, Belgien und Deutschland in ein Dorf bei Avignon zurück, wo er von 1337-1349 lebte. 1341 wurde Petrarca auf dem Kapitol in Rom zum Dichter (poeta laureatus) gekrönt. Zwischendurch ging er an den Hof des Kardinals von Avignon, für acht Jahre war er Gesandter in Mailand. Das letzte Jahrzehnt lebte er abwechselnd in Venedig und Arquà. Zu seinem Freundeskreis gehörte u.a. Giovanni de Dondi (1318-1389), der Erfinder und Erbauer des „Astrariums“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken ==&lt;br /&gt;
Petrarca gilt als (Mit-)Begründer des Humanismus und als einer der größten Dichter Italiens. Sein Canzoniere, ein Zyklus von 366 Gedichten, darunter 317 Sonette, in denen er seine reine, ausdauernde Liebe zu Laura besingt, der madonna angelicata, prägte inhaltlich und formal die europäische Lyrik der Renaissance (Petrarkismus). Als Hilfe zum Verständnis des Canzoniere wird oft Petrarcas Traktat Secretum meum angesehen. Dieser ganz im Stil seines großen Vorbildes Cicero abgefasste lateinische Dialog bietet auch einige interessante Anhaltspunkte zu Petrarcas Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von großer Bedeutung auch für die Musik waren seine Madrigale als Textvorlagen sowohl für das Trecento-Madrigal wie auch das Madrigal des 16. und 17. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert vertonte der Komponist Franz Liszt mehrere Petrarca-Sonette für Klavier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt für seine Geschichtsschreibung war das Vorbild der Antike. Er versuchte, antike geschichtliche Beispiele auf die Gegenwart anzuwenden (viri illustres). Dabei wählte er die monographische Form oder reflektierte über wichtige Ereignisse (res memorandae). Petrarca verstand die Geschichte als Exemplum. Er nahm auf Moralvorstellungen beruhende Bewertungen vor. Geschichtsschreibung müsse den Menschen ermuntern und ihm Beispiele für sein Handeln geben. Er nahm keine Quellenkritik vor, sondern folgte der Quelle, die ihn am meisten überzeugte. Im Sinne eines Aufbruchs in der Renaissance neu war, dass Petrarca den Menschen in den Mittelpunkt des Weltgeschehens rückt - im Gegensatz zum mittelalterlichen Weltbild, in dem Gott als Weltenlenker fest verankert war. Dieser Perspektivenwechsel beeinflusste die Geschichte der Geschichtsschreibung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Petrarca ist ein bedeutender Literatur-Preis benannt. Der von Hubert Burda gestiftete Petrarca-Preis wurde von 1975 bis 1995 an zeitgenössische Dichter und Übersetzer vergeben und soll an die Geschichte der Poesie erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Graböffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Petrarca hat seine Grabstätte in Arqua-Petrarca nahe Padua gefunden. Eine Überraschung erlebten Forscher im Jahr 2004 bei einer Graböffnung. Der Schädel in dem Marmorsarg gehörte zu Lebzeiten offenbar zu einer Frau. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich ansonsten um die sterblichen Überreste des Dichters. Die Wissenschaftler wollten Klarheit gewinnen, ob die Petrarca nachgesagte Körpergröße von 1,84 Meter stimme. Er wäre damit im Vergleich zu seinen Zeitgenossen ein Riese gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einige Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Laura [...] erschien meinen Augen zum ersten Mal in meiner ersten Jünglingszeit, im Jahre des Herrn 1327, am sechsten Tag des Monats April, in der Kirche der heiligen Klara zu Avignon [...]. Und in derselben Stadt, im gleichen Monat April, auch am sechsten Tag, zur gleichen Stunde, jedoch im Jahr 1348, ist dem Licht dieser Welt jenes Licht entzogen worden [...].»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer schreiben, «daß sich ›Laura‹ unter dem unbefangenen Blick in reine Sprache auflöste, die in unendlichzähligen Bedeutungen spielt: L&#039;auro, das Gold von Amors ›aurato strale‹ (dem goldenen Pfeil) und der ›aurata piuma‹ (dem goldenen Federkleid des Phönix [...]»&amp;lt;ref&amp;gt;Francesco Petrarca: Canzoniere, zweisprachige Gesamtausgabe, nach einer Linearübersetzung von Geraldine Gabor und in deutsche Verse gebracht von Ernst-Jürgen Dreyer, nach der Ausgabe von Giuseppe Salvo Cozzo, Florenz 1904, [[Deutscher Taschenbuch Verlag]], München 1990, S. 1064; Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer im Nachwort, a. a. O., S. 1057 f.; Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer, a. a. O., S. 1063&amp;lt;/ref&amp;gt; Und Wolf-Dieter Lange fügt an: «Diese Worte, die eher verbergen als offenbaren, enthüllen die Stellung des Dichters zwischen Mittelalter und Renaissance. Die Zahlen, von denen er spricht, haben besonders seit den Kirchenvätern einen christlichen Symbolwert. Am 6. April ist Adam erschaffen, und am 6. April ist Christus gestorben. Zwischen dem Beginn der Liebe zu Laura 1327 und ihrem Tod 1348 liegen einundzwanzig, also drei mal sieben Jahre, auch dies christlich vielfach ausgedeutete Zahlen. Darüber hinaus besteht der ›Canzoniere‹ mit seinem scheinbar reumütigen Einleitungssonett aus 366 Gedichten. Zieht man dieses Sonett ab, könnte sich die Zahl symbolisch auf die Tage eines Jahres beziehen. Vielleicht aber verweist die Zahl 366 unmittelbar auf Lauras Todesjahr, denn 1348 war ein Schaltjahr. [...].»&amp;lt;ref&amp;gt;Wolf-Dieter Lange, in: PC-Bibliothek (CD ROM), Bibliographisches Institut &amp;amp; F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Petrarca selbst hat diese Rerum vulgarium fragmenta, Bruchstücke muttersprachlicher Dinge, «seinen Freunden gegenüber immer als zweitrangig, als Jugendtorheit, als ›nugellae‹ (Kleinigkeiten)» bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem Namen Laura verbirgt sich möglicherweise Laura de Sade, eine Vorfahrin des Marquis de Sade. &amp;quot;Laura (de Noves?) war nach einer schon im 18. Jahrhundert von Jacques François P.A. de Sade, Onkel des berühmten Marquis, verbreiteten These (Mémoires pour la vie de F. Pétrarque, Amsterdam 1764-67) die Frau von Ugo de Sade (Heirat 1325) und hatte elf Kinder.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhart Hoffmeister: Petrarca. Stuttgart, Weimar: Metzler 1997. (= Sammlung Metzler, Bd. 301) S.2-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.petrarca Francesco Petrarca] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italienische_Literatur|Petrarca, Francesco]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=August_Strindberg&amp;diff=4467</id>
		<title>August Strindberg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=August_Strindberg&amp;diff=4467"/>
		<updated>2009-05-07T11:24:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Johan August Strindberg&#039;&#039;&#039; (* 22. Januar 1849 in Stockholm – † 14. Mai 1912 ebenda) war ein schwedischer Schriftsteller und Künstler. Er gilt als einer der wichtigsten schwedischen Autoren, besonders seine Dramatik ist weltbekannt. Für vier Jahrzehnte um 1900 dominierte er das literarische Schweden, war ständig umstritten und oft in persönliche Konflikte involviert. Zu seinem umfangreichen literarischen Werk gehören Romane, Novellen und Dramen, die zu den Klassikern schwedischer Literatur zählen.&lt;br /&gt;
[[Bild:August_Strindberg.jpg|thumb|200px|Foto von Strindberg nach seinem 50. Geburtstag]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend (1849-1867)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johan August Strindberg kam in Stockholm als viertes von insgesamt 8 Kindern des Dampfschiffkommissionärs Carl Oscar Strindberg und der früheren Haushaltsangestellten und 12 Jahre jüngeren Ulrika Eleonora (Nora) Norling zur Welt. Die Familie führte ein mittelständisches Leben. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwankungen der väterlichen Schiffsagentur war sie zu zahlreichen Wohnungswechseln genötigt. Strindberg zog zehnmal um innerhalb der 20 Jahre, die er gemeinsam mit der Familie lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung und Kunst wurden im Elternhaus gepflegt, wenn auch in bescheidenem Maße. Der Vater spielte Klavier und Cello. Hausmusikabende fanden regelmäßig statt. Auch mit dem Theater kam die Familie in Berührung - der Neffe Ludvig Strindberg war Schauspieler und kam häufig zu Besuch. Strindbergs künstlerische Interessen wurden jedoch erst einige Zeit später geweckt. In der Kindheit beherrschte er als einziger der Familie kein Instrument. Strindberg wird als schüchternes, verschlossenes Kind beschrieben, das sich schon früh für die Naturwissenschaft interessierte. Zeit seines Lebens achtete er auf gute Kleidung. Seine Ansichten über Ehe und Familie galten als ähnlich streng wie die seines Vaters. Seine Mutter beschreibt er später in &#039;&#039;Tjänstekvinnans son&#039;&#039; (1886-1909, &#039;&#039;Sohn der Magd&#039;&#039;) als freundliche, aber auch sehr sensible Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1853 ging das Unternehmen des Vaters Konkurs, konnte sich jedoch sehr schnell erholen. Im Jahr 1856 zog die Familie aus dem Klaraviertel in den ländlichen Norden von Stockholm, später noch weiter aufs Land. Strindberg ging anfangs weiter in die streng geführte und nun recht weit entfernte Klaraschule. 1860 dann kam er auf die näher gelegene Jakobschule, wo er nach eigener Schilderung zum ersten Mal ein Bewusstsein für soziale Unterschiede bekam. Ab 1861 besuchte Strindberg das private Stockholmer &amp;quot;Lyceum&amp;quot; - ein liberal geführtes Gymnasium. Für Naturkunde und vor allem Französisch konnte er sich besonders begeistern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1862 starb Strindbergs Mutter vorzeitig an Tuberkulose. Das schwierige Verhältnis zum Vater besserte sich in der Zeit der Trauer nur kurzfristig. Mit der erneuten Heirat des Vaters - er ehelichte die 22jährige Erzieherin der Kinder Emma Charlotta Petterson - und der Geburt des gemeinsamen Sohnes Emil wurden die familiären Beziehungen zunehmend angespannter. Strindbergs Pubertät gestaltete sich folglich ausgesprochen schwierig. Er zog sich in den Pietismus zurück, mit dem er durch seine Mutter erstmals in Berührung gekommen war und übte sich in religiöser Enthaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Weg zum Schriftsteller (1867-1879)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1867 legte Strindberg sein Abitur ab und immatrikulierte sich in Uppsala für das Studium der &amp;quot;Ästhetik und lebenden Sprachen&amp;quot;. Neben Versuchen, sich als Scharfschütze und Prediger Geld zu verdienen, war er vor allem als Grundschul- und Hauslehrer tätig. Bald darauf nahm er außerdem ein Medizinstudium auf, brach die Studien jedoch 1869 ab, um sich an einer Karriere als Schauspieler zu versuchen, scheiterte aber. 1870 entschied er sich, stattdessen das Studium in Uppsala fortzusetzen. Während seiner Studienzeit begann Strindberg mit dem Schreiben. Nach zwei Jahren zwang ihn seine finanzielle Situation, das Studium entgültig abzubrechen und in die Hauptstadt zurückzukehren. Er versucht, als Journalist unterzukommen. Die erste Fassung von &#039;&#039;Mäster Olof&#039;&#039; (&#039;&#039;Meister Olof&#039;&#039;) entsteht. 1873 arbeitete er als Redakteur bei der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter. Ein Jahr später bekommt er bei der Königlichen Bibliothek eine Anstellung als &amp;quot;Sekretär&amp;quot;, die bis 1882 bestand. Strindbergs literarischer Durchbruch kam 1879 mit der Herausgabe von &#039;&#039;Röda rummet&#039;&#039; (&#039;&#039;Das rote Zimmer&#039;&#039;), ein satirischer Gesellschaftsroman, und der Aufführung von Meister Olof über den schwedischen Reformator Olaus Petri).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehejahre mit Siri von Essen (1877-1892)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877 heiratete Strindberg die Finnlandschwedin Siri von Essen, eine Schauspielerin des Königlichen Theaters. Mit ihr hatte er drei Kinder (Karin 1880, Greta 1881 und Hans 1884). Während der folgenden Jahre schrieb er ein historisches Werk, &#039;&#039;Svenska folket&#039;&#039; (&#039;&#039;Das schwedische Volk&#039;&#039;) und den Roman &#039;&#039;Det nya riket&#039;&#039; (&#039;&#039;Das neue Reich&#039;&#039;). Diese Werke waren in einem realistischen Stil geschrieben, der im Prinzip sämtliche gesellschaftlichen Institutionen kritisierte. Strindberg wurde so viel diskutiert und kritisiert, dass er sich 1883 genötigt sah, Schweden zu verlassen, um sich in Frankreich und später in der Schweiz niederzulassen. Zusammen mit Siri und den Kindern schloss sich Strindberg der skandinavischen Künstlerkolonie im französischen Grez an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anklage wegen Gotteslästerung=== &lt;br /&gt;
1884 wird die Novellensammlung &#039;&#039;Giftas&#039;&#039; (&#039;&#039;Heiraten&#039;&#039;) veröffentlicht. Der erste Teil der &#039;&#039;Dygdens lön&#039;&#039; (&#039;&#039;Lohn der Tugend&#039;&#039;) führt zu einer Anklage wegen &amp;quot;Gotteslästerung und Verspottung der Heiligen Schrift und der Sakramente&amp;quot;. Der Prozess wird auf schwedisch Giftasprocessen genannt. In der Geschichte erzählt Strindberg von den Folgen falscher Erziehung und religiöser Verkrampfung, insbesondere die Darstellung der Konfirmation als &amp;quot;erschütternder Akt&amp;quot;, &amp;quot;durch den die Oberklasse auf Christi Leib und Wort der Unterklasse den Eid abnimmt, daß diese sich nicht darum kümmern werde, was jene tut&amp;quot; provoziert die Anklage. Strindberg, zu diesem Zeitpunkt in Genf, muss in Stockholm vor Gericht erscheinen. Bei seiner Ankunft werden Kundgebungen veranstaltet, eine Festaufführung von &#039;&#039;Glückspeters Reise&#039;&#039; wird mit großen Erfolg gezeigt. Arbeiterorganisationen und Akademiker sprechen sich für den Schriftsteller aus. Letzten Endes spricht das Gericht Strindberg frei. Er kehrt zurück in die Schweiz. Trotz des Freispruchs bleibt die Anklage jedoch nicht ohne negative Folgen für ihn. In Schweden verliert man das Interesse an Strindberg, er wendet sich - zumindest vorläufig - von seinem Heimatland ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Werke machten Strindberg darüber hinaus in ganz Europa als Frauenfeind bekannt. Während des Auslandsaufenthalts fuhr Strindberg fort, autobiografische Romane zu schreiben und zu publizieren, u.a. Der Sohn der Magd und &#039;&#039;En dåres försvarstal&#039;&#039; (1895, &#039;&#039;Die Beichte eines Toren&#039;&#039;), Theaterstücke wie &#039;&#039;Fadren&#039;&#039; (1887, &#039;&#039;Der Vater&#039;&#039;) und &#039;&#039;Fröken Julie&#039;&#039; (1889, &#039;&#039;Fräulein Julie&#039;&#039;), sowie gesellschaftskritische Romane wie &#039;&#039;Utopier i verkligheten&#039;&#039; (1885, &#039;&#039;Utopien in der Wirklichkeit&#039;&#039;). Auf einer Reise nach Kopenhagen zur Aufführung des Vater lernt er Georg Brandes kennen, der ihm den Briefkontakt zu Friedrich Nietzsche vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis Ende 1889 blieb er im Ausland und kehrte schließlich nach Stockholm zurück. Seine Ehe mit Siri von Essen war in dieser Zeit immer angespannter geworden, so auch die Frauenportraits in seinen Romanen. August und Siri ließen sich 1891 scheiden. Der Aufbruch war von einer künstlerischen Krise begleitet. 1892 zog Strindberg nach Berlin, wo er u.a. mit Edvard Munch und Ola Hansson zu tun hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kurze Ehe mit Frida Uhl (1893-1894)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1893 lernt Strindberg die zwanzigjährige Journalistin Maria Friederike Uhl (Frida) aus Österreich kennen. Wenige Monate später nimmt er sie auf Helgoland zur Frau. 1894 wird Tochter Kerstin geboren. Zahlreiche Auseinandersetzungen und Streitereien begleiten die Beziehung, so dass es noch im selben Jahr zum endgültigen Bruch zwischen Strindberg und Uhl kommt. Erst 1897 wird die Ehe rechtskräftig geschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Ehe mit Frida Uhl durchlebt Strindberg eine ausgesprochen düstere Phase seines Lebens, in der er unter Wahnvorstellungen, Realitätsverlust und Depressionen leidet. Sie wird „Inferno-Krise“ genannt, da Strindberg die Erfahrungen dieser Zeit vor allem in dem Roman &#039;&#039;Inferno, Legender&#039;&#039; (1897, &#039;&#039;Inferno. Legenden&#039;&#039;) in Form von autobiografischen, teilweise verklärten Aufzeichnungen verarbeitet. Es ist auch die Zeit, in der Strindberg beginnt, wissenschaftliche und alchemistische Versuche zu machen. In gewisser Weise gelingt es ihm, sich „frei zu schreiben“. Nach 1897 gilt seine psychische Krise als überwunden, in den folgenden sechs Jahren schreibt er mehr als 25 Stücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die produktiven Jahre 1898-1907===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit zwischen 1898 und 1907 findet eine Neuausrichtung in Strindbergs Schreiben statt: Von Anarchismus, Realismus und Naturalismus hin zu Mystik, Symbolismus und Okkultismus. Seine in dieser Zeit entstandenen Dramen haben die europäische Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst. Zu nennen sind vor allem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Till Damaskus I-III&#039;&#039; (&#039;&#039;Nach Damaskus I-III&#039;&#039;) - 1898-1904&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dödsdansen&#039;&#039; (&#039;&#039;Der Totentanz&#039;&#039;) - 1901&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ett drömspel&#039;&#039; (&#039;&#039;Ein Traumspiel&#039;&#039;) - 1902&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spöksonaten&#039;&#039; (&#039;&#039;Gespenstersonate&#039;&#039;) - 1907&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit schrieb Strindberg zudem mehrere von [[William Shakespeare]] inspirierte Historiendramen mit Figuren der schwedischen Geschichte: Gustav Vasa (1899), Erik XIV (1899), Karl XII und Gustav Adolf (1900). Mit Svarta fanor (1907, Schwarze Fahnen) verfasste er ein Stück über das Kulturetablissement der Hauptstadt im Allgemeinen und der jüngeren Autorengeneration im Besonderen. 1906 entstehen die späten Novellen &#039;&#039;Takslagsöl&#039;&#039; (&#039;&#039;Richtfest&#039;&#039;) und &#039;&#039;Syndabocken&#039;&#039; (&#039;&#039;Der Sündenbock&#039;&#039;). 1904 erschien &#039;&#039;Götiska rummen&#039;&#039; (&#039;&#039;Die gotischen Zimmer&#039;&#039;). Außerdem schreibt er eine Reihe von Kammerspielen (1907): &#039;&#039;Oväder&#039;&#039; (&#039;&#039;Wetterleuchten&#039;&#039;), &#039;&#039;Brända tomten&#039;&#039; (&#039;&#039;Die Brandstätte&#039;&#039;) und &#039;&#039;Pelikanen&#039;&#039; (&#039;&#039;Der Pelikan&#039;&#039;, auf Deutsch auch &#039;&#039;Der Scheiterhaufen&#039;&#039;). Zu dieser Reihe gehört auch das schon erwähntes Werk &#039;&#039;Spöksonaten&#039;&#039; (&#039;&#039;Die Gespenstersonate&#039;&#039;), welches seine &amp;quot;bizarrste Symboldichtung&amp;quot; darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strindberg war jetzt ein berühmter Schriftsteller, was nicht verhinderte, dass er finanziell in der Krise war und weiterhin gegen alles und jeden einen Aufstand machte. 1897 beschloss er doch, sich mit seinem Land zu versöhnen und zog nach Lund, wo er über Bengt Lidforss mit dem Dichter Emil Kléen in Kontakt kam, einer der wenigen Freunde, mit denen Strindberg Freund blieb. Das folgende Jahr zog er nach Östermalm in Stockholm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Dritte Ehe mit Harriet Bosse====&lt;br /&gt;
1900 lernte Strindberg die junge Künstlerin Harriet Bosse bei einer Vorstellung des Sommernachtstraums kennen, in der sie die Rolle des Puck spielte. Fasziniert von ihrer exotischen Erscheinung bietet er ihr die Rolle der Dame in seinem Drama &#039;&#039;Nach Damaskus&#039;&#039; an. Im Anschluss an die Premiere schreibt er begeistert über ihre Darstellung: &amp;quot;Werden Sie jetzt bei uns die Schauspielerin des neuen Jahrhunderts! Sie haben uns neue Töne geschenkt, woher Sie sie auch genommen haben mögen.&amp;quot; 1901 heirateten Strindberg und Bosse. Im Jahr darauf wurde Tochter Anne-Marie geboren, später verheiratete Wyller und danach verheiratete Hagelin, die erst 2007 gestorben ist. Strindbergs Ehe mit Bosse hielt bis 1904. Grund für die Trennung war u.a. der große Altersunterschied, verbunden mit unterschiedlichen Vorstellungen der Beiden vom gemeinsamen Zusammenleben. Bosse fühlte sich eingesperrt und glaubte, ihre Ansprüche ans Leben für Strindberg aufgeben zu müssen. Strindberg verkraftet die Trennung nur schwer, er leidet unter Halluzinationen und erotischen Wahnvorstellungen und schickt ihr unablässig Briefe. Erst als Bosse wieder heiratet, kommt die Beziehung entgültig zu einem Ende. Im &#039;&#039;Okkulten Tagebuch&#039;&#039; verarbeitet Strindberg die Ehe zu Bosse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Intime Theater in Stockholm====&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung für Strindberg war die Gründung des &amp;quot;Intimen Theaters&amp;quot; am 26. November 1907 in Stockholm, wo er sich mit Begeisterung einbrachte, als Stifter, Dramaturg und Regisseur. Auch schrieb er zahlreiche Stücke eigens für die Bühne des Theaters.&lt;br /&gt;
Max Reinhardt hatte 1902 mit der Gründung seines &amp;quot;Kleinen Theaters&amp;quot; das deutsche Vorbild geliefert. Mit einer Serie von Strindberg-Stücken war hier der Durchbruch des Autors in Deutschland gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die letzten Jahre (1908-1912)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1908 zog Strindberg in die Drottninggatan 85, in den so genannten &amp;quot;Blauen Turm&amp;quot;, wo heute sein Museum und der Sitz der Strindberg-Gesellschaft ist. Er begegnete Bernhard Shaw und hatte eine letzte Romanze mit der jungen Künstlerin Fanny Falkner, die er u.a. als Sekretärin beschäftigte. Während seiner letzten Jahre nahm er die gesellschaftskritische Sparte wieder auf, was eine sehr intensive Debatte auslöste. Strindberg wurde eine Ikone der Arbeiterbewegung, besonders der radikalen Gruppe um die Zeitung Stormklockan und deren Kampf gegen konservative und liberale Stimmen. In seinen letzten Werken, &#039;&#039;En blå bok&#039;&#039; (&#039;&#039;Ein Blaubuch&#039;&#039;) 1907 und das Stationendrama &#039;&#039;Stora landsvägen&#039;&#039; (&#039;&#039;Die große Landstraße&#039;&#039;, 1909) kritisierte Strindberg die Wissenschaft und bezog Stellung für die Religion. Interne Streitigkeiten führten 1911 zur Schließung des Intimen Theaters. Im &amp;quot;Blauen Turm&amp;quot; hatte er wieder Kontakt zu Siri und den gemeinsamen Kindern, die er auch finanziell unterstützte. Strindberg litt zunehmend unter Krankheitsbeschwerden, er war an Magenkrebs erkrankt. Am 14. Mai 1912 stirbt er - kaum einen Monat nach dem Tod von Siri. Er wurde auf dem Nordfriedhof begraben, mit etwa 60.000 Trauernden im Gefolge; Ave Crux spes unica (Sei gegrüßt Kreuz, einzige Hoffnung) war die Inschrift auf dem Grabstein. Seinen Abschied vom Leben nahm er mit den ergreifenden Worten &amp;quot;jetzt ist alles Persönliche vernichtet&amp;quot;, worauf er eine Bibel auf die Brust legte. Strindberg wurde in Stockholm auf dem Nordfriedhof Norra begravningsplatsen, kvarter 13A, Grab Nr. 101 begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Strindbergs Ableben hatte Albert Bonniers Verlag die Rechte an Strindbergs gesammelten Werken gekauft. Karl Otto Bonnier hatte erst 150.000 Kronen für Strindbergs Werk geboten (aber ohne ausländische Rechte). Strindberg wies das Gebot ab, nachdem Bonniers 100.000 Kronen für Gustaf Frödings gesammelte Werke (6 Gedichtsammlungen) bezahlt hatte. Als Bonnier das Gebot auf 200.000 Kronen erhöhte, schlug Strindberg ein. Der Verlag kaufte dann auch die Rechte, die Strindberg an andere verkauft hatte, womit die Gesamtsumme fast 300.000 Kronen wurde. Nach Strindbergs Tod gab Bonniers Verlag Strindbergs Gesammelte Schriften in 55 Bänden heraus. Während der ersten 20 Jahre nach seinem Tod verkaufte der Verlag 1,7 Mio. Exemplare von Strindbergs Büchern. Zwischen 1912 und 1927 verkaufte der Verlag Bücher von Strindberg für fast 10 Mio. Kronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Psychotische Veranlagung===&lt;br /&gt;
Strindbergs Persönlichkeit wies deutliche Züge einer paranoiden Schizophrenie auf - immer wieder wurde er von Wahnvorstellungen, Realitätsverlust und Depressionen heimgesucht. Auch drohte er unzählige Male in Briefen damit, Selbstmord zu begehen, ein ernsthafter Selbstmordversuch ist jedoch nicht belegt. Seine psychische Instabilität erreicht zwischen 1895 und 1897, im Alter von fast 50 Jahren, ihren Höhepunkt mit der sog. &amp;quot;Inferno-Krise&amp;quot;. Strindbergs literarisches und künstlerisches Schaffen ist tief geprägt von seiner psychotischen Veranlagung und den gescheiterten Ehen. Literatur und Malerei dienten ihm als Mittel, um &amp;quot;dem Ansturm der Wirklichkeit zu begegnen und sich eine quasi-medizinische Kur zu verschaffen.&amp;quot; So enthalten zahlreiche seiner Werke autobiografische, teils verzerrte Züge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gesellschaftskritik und Verhältnis zur Religion===&lt;br /&gt;
Strindberg war ein „Suchender“ – sein Leben unstet, voller Wissbegier, Aufbegehren, Krisen und Wendungen. Von besonderer Bedeutung ist sein Verhältnis zur Religion, das sich im Verlauf seines Lebens mehrfach wandelte und sich in seinen Werken entsprechend niederschlägt. Als junger Mann wandte er sich zunächst der pietistischen Lehre zu. Später kritisierte er unter anderem das &amp;quot;Gewohnheitschristentum&amp;quot; seiner Zeit und die Institution der Kirche in satirischen Schriften aufs Schärfste. 1884 muss er sich sogar mit der Veröffentlichung von &#039;&#039;Heiraten&#039;&#039; aufgrund einer Anklage wegen Gotteslästerung vor Gericht verantworten. Schließlich ist es seine schonungslose Gesellschaftskritik mit der Strindberg über Schweden hinaus bekannt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Durchbruch, &#039;&#039;Das rote Zimmer&#039;&#039; 1897, kritisierte und karikierte er die etablierten Institutionen der Gesellschaft, mit &#039;&#039;Utopier i verkligheten&#039;&#039; (1884-85, &#039;&#039;Utopie und Wirklichkeit&#039;&#039;) redete er einem Anarchismus das Wort, der weder Sozialisten noch Konservativen gefiel. 1910 löste er mit dem Essay Pharaonenkult in der neu gegründeten &amp;quot;Afton-Tidningen&amp;quot; die sog. &amp;quot;Strindberg-Fehde&amp;quot; (Strindbergfejden) aus – eine hitzige Kulturdebatte, die im Schatten von Unionsauflösung, Großstreik und dem Hervortreten der Sozialdemokratie ein paar Jahre währte. Seine Kritik richtete sich anfangs gegen die Verherrlichung u.a. von Karl XII., dann besonders gegen Verner von Heidenstam, Oskar Levertin und Ellen Key. Aber auch das schwedische Militär, die Monarchie, der Asien-Forscher Sven Hedin und die Schwedische Akademie wurden in Artikeln angegriffen. Zum Teil waren die gegenseitigen Beschuldigungen ungerechtfertigt und hasserfüllt. Strindberg debattierte zum Teil mit zweifelhaften, religiös durchdrungenen Argumenten. Auch war seine Kritik nicht zuletzt beeinflusst von der stetigen Suche nach Anerkennung und dem Drang nach Selbstinszenierung, die oft herb enttäuscht wurden. Er sah sich oft übergangen und abgewertet. Besonders kränkte ihn die Tatsache, dass ihm nicht der Nobelpreis verliehen wurde. Trotzdem fand Strindberg zahlreiche Befürworter und Anhänger, insbesondere in der Arbeiterbewegung und bei den jungen Sozialdemokraten. Zumal sich die anfangs literarische Debatte in den 80er und 90er Jahren, als eine große Zahl Kritiker, Schriftsteller und Reichstagsmitglieder sich an ihr beteiligten, nach und nach zu einem Teil der Debatte über Wahlrecht, Landesverteidigung und Demokratie entwickelte, ein Stück des Vorspiels zum Bauernzug 1914. Die Essays aus dieser Zeit wurden in mehreren Sammelbänden veröffentlicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Tal till svenska nationen&#039;&#039; (1910, &#039;&#039;Reden an die schwedische Nation&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Folkstaten&#039;&#039; (1910, &#039;&#039;Der Volksstaat&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Religiös renässans&#039;&#039; (1910, &#039;&#039;Religiöse Renaissance&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Czarens kurir&#039;&#039; (1912, &#039;&#039;Der Kurier des Zaren&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Streit kann auch in Harry Järvs Zusammenstellung &#039;&#039;Strindbergsfejden&#039;&#039; und in Björn Meidals &#039;&#039;Från profet till folktribun&#039;&#039; nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaftliche Studien===&lt;br /&gt;
In den 80er und 90er Jahren widmet sich Strindberg außerdem vermehrt den Wissenschaften, speziell Evolutionstheorie, Soziologie, Psychiatrie und Chemie interessieren ihn. Unter anderem lehnte er das neuentdeckte Periodensystem und die Idee der Elemente ab und versuchte zu beweisen, daß man die verschiedenen Elemente ineinander &amp;quot;transmutieren&amp;quot; konnte. Er führte seine Experimente in der eigenen Wohnung oder in Hotelzimmern ohne Schutzkleidung aus und versuchte u.a. Gold herzustellen. Durch Zufall gelang es ihm, Katzengold aus Eisen und Schwefel zu produzieren, und meinte, echtes Gold vor sich zu haben. Strindberg setzte sich selbst verschiedenen Chemikalien aus, was 1895 zu einer Hautkrankheit führte, die mit einem Krankenhausbesuch endete. Seine Spekulationen wurden vom Verband der Chemiker geschlossen abgelehnt, u.a. The Svedberg: &amp;quot;Was davon richtig ist, ist nicht neu, und das was neu ist, ist nicht richtig.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mystik und Okkultismus===&lt;br /&gt;
Eine neue Wende tritt mit den Erfahrungen der &amp;quot;Inferno-Krise&amp;quot; ein. Strindberg begreift sein Dasein als den Weg eines irrenden Menschen, wie er es in Nach Damaskus schildert. Der alternde Strindberg wendet sich mehr und mehr der Religion zu. Als Anhänger des Symbolismus sucht er nach möglichen Deutungen für die Dinge und findet sie zum Teil in mystischen Erklärungen der Welt. Er beschäftigt sich mit Okkultismus und Monismus. Die Texte von Swedenborg beeinflussen ihn ebenso wie die Theosophie von Helena Blavatsky. Am Ende seines Lebens war er Synkretist und identifizierte sich mit einer Art Weltseele, mit der er durch das Unterbewusstsein in Verbindung zu stehen meinte. Diese existentiellen Spekulationen machen sich in seiner späteren Produktion bemerkbar (siehe z.B. im Traumspiel). Bei seinem Tod 1912 hatte Strindberg in seiner Bibliothek eine große Menge theosophischer Literatur, u.a. Annie Besant, A. P. Sinnett, zusammen mit Büchern über Mythologie und Religionsgeschichte. Strindbergs Interesse für Alchemie und Okkultismus waren zu seiner Zeit keineswegs eine Seltenheit. Im Gegenteil - gerade in Paris gab es eine blühende Bewegung, zahlreiche Schriften wurden veröffentlicht, u.a. in der Zeitschrift &amp;quot;L&#039;Initiation&amp;quot;, für die auch Strindberg einige Artikel schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Repräsentant seiner Zeit===&lt;br /&gt;
Strindberg wurde ein &amp;quot;radikaler Reaktionär&amp;quot; genannt. Zeit seines Lebens behielt er seinen vom Volk ausgehenden und gesellschaftskritischen Standpunkt bei. Die zahlreichen Wandlungen, die Strindbergs Denken und Werk kennzeichnen, müssen natürlich vor dem Hintergrund seines exzentrischen Charakters und pathologischen Persönlichkeitszügen gesehen werden. Dennoch sind sie vor allen Dingen Ausdruck seines Zeitalters, dem er mit Widerspruchsgeist und sensibler Beobachtungsgabe gegenübertrat. Peter Schütze in diesem Zusammenhang:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August Strindberg war ein unersättlicher Verwerter von Eindrücken, künstlerischen, politischen und ideologischen Tendenzen. [...] Dennoch war er kein Chamäleon des Zeitgeistes; seine sprunghaften, widersprüchlichen Metamorphosen heben die außerordentliche Stärke und Unverwechselbarkeit nicht auf [...] Sein Umgang mit den Lehren und Moden seines Zeitalters war höchst störrisch und diktatorisch; er selbst konnte daher, allen seelischen Schwankungen zum Trotz, eine zeitbestimmende Figur werden. Auch seine psychischen Defekte sind nicht nur individuelle Leiden, in ihnen wird Zeit-Charakter durchsichtig [...] [Sie] machen Strindberg ebenfalls zu einem typischen Repräsentanten seiner Epoche, zur &#039;personifizierten Summe aller Zeiterscheinungen&#039;, wie Ludwig Marcuse ihn einmal genannt hat.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strindbergs Verhältnis zu Frauen  ==&lt;br /&gt;
Der Feminismus der Zeit zieht sich durch Strindbergs Texte. Er polemisierte gegen allzu radikale Gleichheitsideen, z.B. war er sehr kritisch gegenüber [[Henrik Ibsen|Ibsen]]s &#039;&#039;Ett dockhem&#039;&#039; (&#039;&#039;Nora oder ein Puppenheim&#039;&#039;). Strindbergs Verhältnis zu Frauen wird im Allgemeinen als kompliziert eingeschätzt, wovon schon seine drei gescheiterten Ehen Zeugnis geben. Er wurde oft als Frauenfeind dargestellt. Anlass dazu gab er unter anderem in Heiraten, worin die Kritik an der Familie als Gesellschaftsinstitution in ausgesprochene Frauenverachtung übergeht. In den letzten Jahren hat man dieses Bild von Strindberg mehr und mehr revidiert bzw. korrigiert. Eivor Martinus beispielsweise beschäftigt sich in ihrem Buch &#039;&#039;Strindberg and Love&#039;&#039; (2001) mit einer Unzahl von Briefen zwischen Strindberg und den Frauen seines Lebens. Am Ende schreibt Martinus, Strindberg könne unmöglich Frauen gehasst haben, selbst wenn er oft mit ihnen im Konflikt stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strindbergs Verhältnis zu Frauen kann in erster Linie als ambivalent, nicht als absolut negativ, beschrieben werden und ist im Sinne seiner grundsätzlichen Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Geschlechtern zu verstehen. Thomas Mann äußerte sich dazu wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wie stark sich in seinen verzweifelten Kampf gegen diese [bürgerliche Gesellschaft], in der er doch immer nach &#039;Erfolgen&#039; strebt, ein Elementares und Dämonisches mischt, dafür ist das stärkste Beispiel sein Verhältnis zum Weibe, worin die Polemik gegen moderne Emanzipationsideen die geringste Rolle spielt und eine desto größere der ewige mythische Todhaß der Geschlechter. Es gibt in keiner Literatur eine teuflischere Komödie als seine Eheerfahrungen, als seine Verfallenheit an das Weib und sein Grauen vor ihm, seine heilig monogame Verehrung und Verklärung der Ehe und sein völliges Unvermögen, es darin auszuhalten. (August Strindberg. 1948)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Im Weib sah er Satan und Gott - und was er um diese Pole geschehen ließ, wies immer wieder zurück auf seine skeptische Grundhaltung und sein Sehnen nach Vollendung&#039;&#039;, schreibt Verner Arpe in &#039;&#039;Knaurs Schauspielführer&#039;&#039; im gleichen Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Während Strindbergs Frühwerk dem Naturalismus zuzuordnen ist, gehören seine späteren Werke dem Expressionismus an. In der Sekundärliteratur wird sein literarisches Schaffen entsprechend in eine naturalistische und eine expressionistische Phase unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Naturalistische Phase===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In frühen Werken kombinierte Strindberg Sozialismus und Realismus: Treffsichere und oft anachronistische Schilderungen stützen die schonungslose Kritik an Staat, Kirche, Schule, Presse, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Institutionen. Die Perspektive ist oft die des Arbeiters oder des „unverdorbenen“ Jungen. In dem Gedicht &#039;&#039;Esplanadsystemet&#039;&#039; feierte er die schonungslose Auseinandersetzung der neuen Zeit mit folgendem Ideal: „Hier wird zerrissen, um Luft und Licht zu kriegen.“ Mit dem satirischen Sittenroman &#039;&#039;Das rote Zimmer&#039;&#039; gelingt es Strindberg, erstmals das Aufsehen einer weiten Öffentlichkeit zu erregen. Mit &amp;quot;grimmigem, illusionslosem Sarkasmus&amp;quot; kritisiert er die gesellschaftlichen Umstände seiner Zeit, in der &amp;quot;des Jahrhunderts größte Entdeckung gemacht worden war, daß es nämlich billiger und angenehmer ist, vom Geld der anderen zu leben als von der eigenen Arbeit&amp;quot;. Wenn auch Strindbergs Kritiker gespalten waren, 7500 Exemplare des Romans wurden innerhalb von 6 Monaten verkauft, der Autor avanciert zum Wortführer der radikalen jungen Literaten und wird als Wegbereiter des Zola-Naturalismus in Schweden gefeiert. Strindberg, der [[Émile Zola]] bis dahin nie gelesen hatte, wird dadurch erst auf das Werk des Naturalismus-Begründers aufmerksam. Auch mit seinen darauf folgenden Werken handelte sich Strindberg heftige Kritik ein, insbesondere mit &#039;&#039;Das schwedische Volk&#039;&#039;, eine Art populärwissenschaftliches Sachbuch, und der satirischen Schrift &#039;&#039;Das neue Reich&#039;&#039;, mit der er die Konservativen offen angreift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspiriert von Nietzsche und [[Jean-Jacques Rousseau|Rousseau]] veranschaulichte Strindberg naturalistische und evolutionstheoretische Ideen, z.B. in der Novelle &#039;&#039;Odlad frukt&#039;&#039; (&#039;&#039;Gedüngte Frucht&#039;&#039;) und im Roman &#039;&#039;Hemsöborna&#039;&#039; (1887, &#039;&#039;Die Leute auf Hemsö&#039;&#039;): Erbe und Umwelt treiben die Charaktere durch die Handlung zu ihrem &amp;quot;natürlichen&amp;quot; Schicksal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutensten Dramen der naturalistischen Phase sind zweifelsohne Der Vater und der Einakter &#039;&#039;Fräulein Julie&#039;&#039;. Weiterhin schrieb Strindberg in dieser Zeit teils autobiografische Romane, mit denen er die Literatur von der Kunst zu emanzipieren versuchte. Insbesondere ist hier &#039;&#039;Tjänstekvinnans son. En själs utvecklingshistoria&#039;&#039; (&#039;&#039;Der Sohn einer Magd. Entwicklung einer Seele&#039;&#039;, 4 Bde. 1886-1909) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Expressionistische Phase===&lt;br /&gt;
Nach den psychischen Krisen in den 1890er Jahren (vgl. Inferno-Krise) wechselte Strindberg den Fuß: Mit religiösen Ideen inspiriert von Emanuel Swedenborg und Sören Kierkegaard löste Strindberg den früheren Realismus auf um dem mehr Expressionistischen Platz zu machen. Er entwickelte sich vom Naturalisten zum Mystiker, vom Zweifler zum Gläubigen, und um die Jahrhundertwende erklärte er sich als ein Schüler Maurice Maeterlincks, des Symbolisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Werk nach Inferno ist die Bekenntnis-Trilogie &#039;&#039;Nach Damaskus&#039;&#039;, worin sich der innere Streit um Schuld, Leiden und Versöhnung findet, den er während der letzten Jahre führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strindberg nahm seine frühere Rolle als Gesellschaftskritiker in den Jahren nach 1900 wieder auf mit Romanen wie &#039;&#039;Schwarze Fahnen&#039;&#039; und &#039;&#039;Die gotischen Zimmer&#039;&#039;. Sowohl Diskussionsgegner, Kollegen und Freunde wurden einer schonungslosen Satire ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Das rote Zimmer]] (Röda rummet)&lt;br /&gt;
* [[Fräulein Julie]] (Fröken Julie, 1889)&lt;br /&gt;
* [[Ein Traumspiel]] (Ett drömspel, 1902)&lt;br /&gt;
* [[Gespenstersonate]] (Spöksonaten, 1907)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Wirkung ==&lt;br /&gt;
Strindberg schrieb mehr als 60 Dramen, zehn Romane, zehn Novellensammlungen und mindestens 8000 Briefe. Das macht ihn ohne Zweifel zu einem der produktivsten Autoren Schwedens. Strindberg umfasste alle großen Ideenströmungen, die es zum Ende des 19. Jahrhunderts gab. Er erneuerte die schwedische Prosa, indem er die deklamatorische und rhetorische Sprache der älteren Prosa durch Umgangssprache und scharfe Beobachtungen direkt aus dem Alltag ersetzte. Außerdem hatte Strindberg für seine Zeit möglicherweise höchste Bedeutung als Dramatiker: Er war inspiriert von [[William Shakespeare|Shakespeare]] und dessen schnellen Szenenwechseln. Strindberg revolutionierte das Drama aber auch, indem er die Schauspieler eine natürliche Umgangssprache verwenden ließ. Die Handlung in seinen Stücken bewegt sich typischerweise in einer historischen Umgebung und veranschaulicht Klassenkampf und psychologischen Stellungskrieg. Strindberg gilt als einer der Wegbereiter des modernen europäischen Theaters des 20. Jahrhunderts, vor allem mit seinen Dramen &#039;&#039;Fräulein Julie&#039;&#039; und der Trilogie &#039;&#039;Nach Damaskus&#039;&#039;. Damit ist er im gleichen Atemzug mit dem norwegischen Schriftsteller [[Henrik Ibsen]] und dem Russen [[Anton Tschechow]] zu nennen. Im deutschsprachigen Raum nahm er insbesondere aufgrund seiner sozialkritischen Themen und der Erfindung des Stationendramas Einfluss auf die Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr noch als den Naturalismus beeinflusste Strindberg den Expressionismus durch seine späteren Werke.&lt;br /&gt;
Strindberg prägte das Werk der Expressionisten Georg Kaiser, Ernst Barlach, Robert Müller und Reinhard Goering sowie auch das Schaffen von Sean O’Casey, Eugene O’Neill, [[Luigi Pirandello]] und Pär Lagerkvist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Peter Schütze: August Strindberg. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 3. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 2002&lt;br /&gt;
* Klaus von See (Hrsg.): Die Strindberg-Fehde. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 1987&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.strindberg August Strindberg] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Strindberg,+August+Johan August Johan Strindberg] Biographie und Werktexte bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skandinavische Literatur|Strindberg, August]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Voltaire&amp;diff=4466</id>
		<title>Voltaire</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Voltaire&amp;diff=4466"/>
		<updated>2009-05-07T11:23:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Voltaire.jpg|thumb|200px|Voltaire]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
===Jugend===&lt;br /&gt;
Voltaire (wie er sich erst ab dem 24. Lebensjahr nannte) war das spätgeborene letzte von drei ins Erwachsenenalter gelangten Kindern von François und Marie Marguerite Arouet, geborene Daumart. Sein Vater war ein vermögender bürgerlicher Notar, der es zum Hohen Richter (Conseiller (du roi)) gebracht hatte und kurz nach der Geburt seines Jüngsten das einträgliche Amt eines Gebühreneinnehmers (receveur d&#039;épices) am Obersten Finanzgericht erhielt. Bereits mit sechs verlor Voltaire seine ebenfalls aus einer Pariser Juristenfamilie stammende Mutter, und da er sich von seinem autoritären, jansenistisch-frommen Vater wenig geliebt fühlte, hielt er sich später für den außerehelich gezeugten Sohn eines Freundes der Familie, des adeligen Ex-Offiziers und Gelegenheitsdichters de Rochebrune.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod der Mutter wurde er zunächst von seiner acht Jahre älteren Schwester betreut und kam 1704 als Internatsschüler auf das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand (heute Lycée Louis-le-Grand). Hier erwarb er eine solide humanistische Bildung. Früh schon zeigte er Talent zum Reimen und verfasste Gedichte. 1706 wurde er deshalb von seinem Patenonkel, dem Abbé de Châteauneuf, in den epikureisch-freidenkerischen Kreis um Philippe de Vendôme eingeführt, den Statthalter des Malteserordens in Frankreich. Auch seine Theaterbegeisterung nahm in diesen Jahren ihren Anfang. Wohl aus der späten Schulzeit stammen erhaltene Fragmente einer Tragödie. 1710 gaben seine Lehrer ein Gedicht von ihm gedruckt heraus, eine Ode auf die Hl. Genoveva. Im selben Jahr erhielt er mehrere Schulpreise und wurde dem seinerzeit bekanntesten Lyriker, Jean-Baptiste Rousseau, vorgestellt. Darüber hinaus gewann er unter seinen überwiegend adeligen Mitschülern einige Freunde, z. B. die Brüder René-Louis und Marc-Pierre d&#039;Argenson, die später Außen- bzw. Kriegsminister wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da er nach dem Willen des Vaters Jurist werden sollte wie schon sein neun Jahre älterer Bruder, schrieb er sich 1711 an der Pariser juristischen Hochschule ein. In der Hauptsache betätigte er sich aber als Verfasser eleganter und geistreicher Verse und machte sich in den literarischen Zirkeln von Paris einen Namen. Im Frühjahr 1713 wurde er deshalb vom Vater in die Provinzstadt Caen geschickt, um dort als Notariatsangestellter (clerc de notaire) zu arbeiten. Jedoch verkehrte er bald auch hier in schöngeistigen und freidenkerischen Kreisen, so dass ihn der Vater im Herbst dazu nötigte, den französischen Gesandten, einen Bruder seines Patenonkels, als Sekretär nach Den Haag zu begleiten. Als er dort eine Liebschaft mit einer jungen Hugenottin begann und deren Mutter sich beim Gesandten beschwerte, wurde er von diesem nach Paris zurückgeschickt und vom Vater mit Enterbung und Deportation nach Amerika bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erste Werke und Veröffentlichungen===&lt;br /&gt;
Zurück in Paris, arbeitete er 1714 nochmals kurz bei einem Anwalt, war aber zunehmend literarisch tätig, was sein Vater schließlich akzeptierte. Er verkehrte wie zuvor in literarischen und intellektuellen Zirkeln und machte sich erste Feinde, z.B. mit einem Pamphlet gegen die Académie française, die eine von ihm eingereichte Ode auf Ludwig XIII. nicht preisgekrönt hatte, oder mit einer Verssatire auf den arrivierten Autor und Literaturtheoretiker Antoine Houdar de la Motte, der für die Benutzung von Prosa statt Versen in erzählenden Werken eintrat – eine Ansicht, die Voltaire 30 Jahre später durchaus teilte. Die Ode Le vrai Dieu von 1715 ist vielleicht sein erster philosophischer Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend öffneten sich ihm auch adelige Häuser, wo man ihn als vielseitigen Lyriker, vor allem aber als Autor witziger, häufig spöttischer Gedichte schätzte. Eine seiner vornehmsten Adressen war der kleine Hof eines außerehelichen, aber legitimierten Sohnes von Ludwig XIV., des Duc du Maine, der 1715 von seinem sterbenden Vater zum Regenten für den jungen Ludwig XV. bestimmt, jedoch von seinem Cousin Herzog Philipp von Orléans mithilfe des Pariser Parlements verdrängt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Maine las er 1716 ein satirisches Gedicht vor, worin er auf das angebliche inzestuöse Verhältnis Philipps zu seiner Tochter anspielte. Natürlich erfuhr dieser davon, und Voltaire wurde für mehrere Monate aus Paris verbannt, die er größtenteils als Gast auf dem Schloss des jungen Duc de Sully verlebte. Nachdem er von dort erfolgreich eine Bitt- und Huldigungsepistel an Philipp gerichtet hatte und zurückgekehrt war, dichtete er eine neuerliche Satire auf ihn. Diesmal war die Strafe härter: Im Mai 1717 wurde er in der Bastille inhaftiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier las und reflektierte er und stellte seine mit Sophokles und Corneille wetteifernde erste Tragödie Œdipe fertig. Vor allem begann er unter dem Titel La Ligue ein Epos über die schlimmste Phase der Religionskriege und ihre Beendigung durch Heinrich IV., der 1597 die katholische Liga besiegt und mit dem Edikt von Nantes religiöse Toleranz in Frankreich eingeführt hatte. Das seinerseits mit Vergils Romgründungsepos, der Äneis, wetteifernde Werk war als eine Art nationales Epos gedacht und verschaffte Voltaire später in der Tat den Ruf des größten französischen Epikers der Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der Fürsprache einflussreicher Gönner wurde er nach elf Monaten aus der Haft entlassen, blieb aber zunächst noch aus Paris verbannt. Als er im Oktober 1718 nach fast anderthalb Jahren dorthin zurückkehrte, trat er unter dem neuen Namen „de Voltaire“ auf - wahrscheinlich einem Anagramm aus A-R-O-V-E-T--L[e]--I[eune] (mit Vertauschung der handschriftlich damals identischen Buchstaben v/u und j/i sowie vorangesetztem adeligen „de“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolgreiche Aufführung von Œdipe machte ihn im Herbst 1718 schlagartig berühmt. Wieder verkehrte er in literarischen Salons und war auch gerngesehener Gast in den Landschlössern des Hochadels rund um Paris. Hierbei lernte er den im Exil lebenden Politiker Lord Bolingbroke kennen, der ihm England näher brachte. In dieser Zeit entstanden die Tragödie Artémire (1720) und die Épître à Uranie (1722). Außerdem arbeitete er weiter an La Ligue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sein Vater 1722 starb, erbte Voltaire seinen Anteil an dessen Vermögen. Da er im gleichen Jahr vom Regenten Philipp eine „pension“ (jährliche Gratifikation) aus der königlichen Schatulle zugesprochen bekam, war er finanziell nun abgesichert. Ebenfalls 1722 unternahm er seine erste längere Reise, die ihn in die Niederlande führte, wo er in Brüssel den inzwischen aus Frankreich verbannten J.-B. Rousseau besuchte, der sich jedoch mit ihm zerstritt. 1723 ging er mit der adeligen Madame de Bernières ein Liebesverhältnis ein und demonstrierte damit seine erfreuliche soziale Position.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr machte er erstmals mit der Zensur Bekanntschaft, als ihm die Druckerlaubnis für La Ligue, ou Henri le Grand verweigert wurde, obwohl er darum ersucht hatte, das Werk dem König widmen zu dürfen. Er ließ es deshalb 1723 anonym in Rouen erscheinen mit dem gefälschten Impressum „Genève“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1724 fiel seine Tragödie Mariamne bei der Uraufführung durch. Sie erlebte jedoch nach einer Überarbeitung unter dem neuen Titel Hérode et Mariamne im folgenden Jahr 27 Aufführungen in Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1725 erhielt Voltaire dank der einflussreichen Marquise de Prie, der Geliebten des Ersten Ministers, des Duc de Bourbon, den Auftrag, Theateraufführungen zur Hochzeit Ludwigs XV. zu organisieren. Dies verschaffte ihm Zutritt zum Hof und brachte ihm eine zweite „pension“ ein, nunmehr aus der Schatulle der jungen Königin. Als einer der gefragtesten und gutbezahlter Dramatiker und Dichter Frankreichs schien er bestens in das herrschende System integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Voltaire in England===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1726 ließ ihn der Chevalier de Rohan, Spross eines alten Adelsgeschlechts, von seinen Dienern verprügeln. Voltaire hatte auf die spöttische Frage Rohans, wie er denn zu seinem neuen Namen komme, sarkastisch geantwortet: „Je commence mon nom, monsieur, vous finissez le vôtre“ (etwa: Ich bin der Erste meines Namens, Sie nur der Letzte). Der über die Prügel empörte Voltaire nahm Fechtunterricht, um den Chevalier zum Duell zu fordern. Die Rohans erwirkten jedoch einen königlichen Haftbefehl gegen ihn, und wieder kam er in die Bastille. Da er inzwischen berühmt war, bot ihm der König die Freiheit an unter der Bedingung, dass er Frankreich verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voltaire akzeptierte und ging nach England, das dabei war, in die industrielle Revolution einzutreten. Er war fasziniert von der intellektuellen und wirtschaftlichen Aufbruchstimmung sowie von der relativ großen geistigen Freiheit und sozialen Mobilität in dieser multikonfessionellen Gesellschaft, in der die Religion Privatangelegenheit war und die Macht des Königs und die Privilegien des Adels eingeschränkt waren. Besonders beeindruckten ihn das parlamentarische System und der Schutz der Bürger vor staatlicher Willkür. Lord Bolingbroke führte ihn in die besten gesellschaftlichen und intellektuellen Kreise Londons ein und auch dem König wurde er vorgestellt. Zudem durfte er sein Epos über Heinrich IV. der englischen Königin widmen, als er es 1728 überarbeitet und unter dem neuen Titel La Henriade in London drucken ließ, einem Titel, der sich sichtlich an dem des unvollendet gebliebenen Epos La Franciade von Pierre de Ronsard orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen Franzosen damals durchaus nicht selbstverständlich, lernte Voltaire in London Englisch sprechen, lesen und auch schreiben. So studierte er die Werke des Empiristen und Theoretikers des „common sense“ John Locke und die Dramen von [[William Shakespeare|Shakespeare]]. Außerdem befasste er sich mit den revolutionären Theorien des Physikers und Astronomen Newton sowie mit anderen neuen naturwissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen noch in England verfassten, aber erst später veröffentlichten „philosophischen Briefen“ (Lettres anglaises oder Lettres philosophiques) stellte er England seinen Landsleuten als Vorbild vor Augen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1728 kehrte er nach zweieinhalb Jahren nach Frankreich zurück, zunächst nur nach Dieppe, den Koffer voller fertiger und angefangener Manuskripte, darunter sein erstes historiografisches Werk Histoire de Charles XII, roi de Suède (=Karl XII. von Schweden), dessen erste Auflage 1730 beschlagnahmt wurde, oder die Tragödien Brutus und Zaïre, die 1730 bzw. 1732 erfolgreich aufgeführt wurden. Nebenher vermehrte er mit u. a. Hilfe der Brüder d&#039;Argenson geschickt sein Vermögen, so dass er bald mehr als nur wohlhabend war und sich eine gewisse Freiheit im Äußern seiner Meinungen leisten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1730 die junge Schauspielerin Adrienne Lecouvreur starb und ihre Leiche auf den Schindanger geworfen wurde, empörte sich Voltaire mit der Ode sur la mort de Mademoiselle Lecouvreur darüber, dass einer stadtbekannten und bewunderten Person eine würdige Bestattung verwehrt wurde, weil sie den von Vielen immer noch verachteten und vom Klerus angefeindeten Beruf einer Schauspielerin ausgeübt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1733 karikierte er mit dem satirischen Gedicht Le Temple du goût die Welt der Pariser Literaten und erregte deren Unmut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1734 erschienen zugleich in London und Paris die Lettres philosophiques, die von den Herrschenden in Frankreich erwartungsgemäß als Affront empfunden wurden. Besonders verärgert waren die meist jansenistisch-frommen Hohen Richter des Pariser Parlaments. Sie stießen sich an einer Diatribe gegen den anthropologischen Pessimismus des Jansenisten Blaise Pascal, die an die Briefe angehängt war. Das Parlament erließ einen Haftbefehl und das Buch wurde verboten, was seine Verbreitung eher förderte als verhinderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Jahre mit Émilie du Châtelet===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voltaire zog sich daraufhin auf das kleine Schloss Cirey in der Champagne zurück, das dem Ehemann seiner neuen Geliebten (seit Juni 1733) Émilie du Châtelet gehörte und von wo aus er notfalls ins nahe Lothringen flüchten konnte, das de jure noch zum Deutschen Reich gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten zehn Jahren führte er ein unstetes Wanderleben mit Cirey als Mittelpunkt und Émilie du Châtelet als engster Bezugsperson. Er besuchte Paris, wenn es ihm möglich schien, z. B. zu dortigen Uraufführungen seiner Stücke; er blieb in Cirey (oder floh weiter), wenn er sich gefährdet fühlte. Daneben war er viel auf Reisen. Er hielt sich aber länger auch in Brüssel sowie mehrmals in Holland auf, das zur Druckerei Europas avanciert war. Hier publizierte er insbesondere seine kritischeren Werke, die dann illegal nach Frankreich eingeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank Mme du Châtelet (1706–49), die aktive Naturforscherin und Mathematikerin war, entwickelte auch Voltaire vertieftes Interesse für die Naturwissenschaften. So reagierten sie 1734 beide auf eine Preisfrage der Académie des Sciences zur Natur des Feuers und reichten jeder eine Abhandlung ein, worin sie eine physikalische Erklärung versuchten. Angeregt durch ihre Beschäftigung mit dem englischen Physiker und Astronomen Isaac Newton (dessen Philosophiae naturalis principia mathematica sie später übersetzte), verfasste Voltaire 1736/37 das sachbuchartige Werk Éléments (=Grundlagen) de la philosophie de Newton, worin er in allgemeinverständlicher Form dessen bahnbrechende, in Frankreich noch wenig bekannten Theorien vorstellte. Seine philosophischen Diskussionen mit Mme du Châtelet, einer Verehrerin von Leibniz, könnten 1735 seinen religionskritischen „metaphysischen Traktat“ (Traité de métaphysique) angeregt haben, den er auf ihr Drängen aber unpubliziert ließ (gedruckt erst postum 1785).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Domäne blieb jedoch die Literatur. 1736 verfasste er das satirische Langgedicht Le Mondain, das mit seinem Lob des Diesseits auf Kosten des Jenseits den Unwillen vieler Frommer und Frömmler erregte. Des weiteren schrieb er Tragödien, die er mit Freunden und Bekannten sowie mit sich selbst in Nebenrollen in einem kleinen Theater im Schlösschen probeweise inszenierte. Die wichtigsten Titel dieser Zeit sind: Adélaïde du Guesclin, 1734; La Mort de César, 1735; Alzire, 1736; Zulime, 1740; Mahomet, 1741. Letzteres wurde 1742 trotz einer Widmung an den Papst nach der dritten Pariser Aufführung abgesetzt, da die negative Darstellung des Religionsgründers Mohammed vom katholischen Klerus ganz richtig als Kritik an Propheten und Priestern überhaupt verstanden wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich wandte Voltaire sich wieder der Geschichtsschreibung zu und arbeitete an dem seit 1732 geplanten Siècle de Louis XIV. Daneben begann er 1734 das bewusst respektlose burleske Epos La Pucelle (dt. Die Jungfrau [von Orléans]) über die mittelalterliche Kriegsheldin Jeanne d&#039;Arc, das er lange nur in privaten Abschriften zirkulieren ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Versailles===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon seit 1736 stand er in Briefkontakt mit dem knapp zwanzig Jahre jüngeren Kronprinzen Friedrich II. von Preußen und wurde von ihm umworben. Bald nach der Thronbesteigung Friedrichs hatte er ihn im September 1740 in Kleve getroffen und war im November sogar einer Einladung nach Berlin gefolgt. 1742 hatte er ihn in Aachen besucht. Im Juni 1743 wurde er deshalb vom neuen französischen Kriegsminister, seinem Schulfreund Marc-Pierre d&#039;Argenson, nach Potsdam entsandt mit dem Auftrag, er solle Friedrich, der 1742 seine Kriegsziele im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) erreicht hatte und aus dem Bündnis gegen Habsburg ausgetreten war, an die Seite Frankreichs zurückholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voltaire blieb zwar ohne konkreten Erfolg, doch galt er nun als Verbindungsmann zu Preußen und erhielt, obwohl König Ludwig XV. ihn nicht mochte, wieder Zutritt zum Hof. 1745 brachte er in Versailles zur Hochzeit des Dauphins (Kronprinzen) seine Ballettkomödie La Princesse de Navarre zur Aufführung und etwas später das Singspiel Le Temple de la Gloire (=der Ruhmestempel, Musik von Jean Philippe Rameau). Da ihn inzwischen auch die neue Mätresse Ludwigs, Madame de Pompadour, protegierte, wurde er zum Königlichen Chronisten (historiographe du roi) ernannt und zum Kandidaten für das begehrte Amt eines Königlichen Kammerherrn (gentilhomme de la chambre) bestimmt. 1746 erhielt er das Amt und wurde offiziell in den Adelstand erhoben. Im selben Jahr wurde er zum Mitglied der Académie française gewählt, was Ludwig 1743 noch verhindert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald hiernach fand seine Höflingskarriere ein plötzliches Ende. Schon länger hatte er Madame de Pompadours Unmut erregt mit seiner Eifersucht auf einen anderen ihrer Günstlinge, den Tragödienautor Crébillon, dessen neues Stück Catilina am Hof demonstrativ gelobt und beklatscht worden war, um Voltaire zu ärgern. Als dieser 1747 auf Englisch Madame du Châtelet am Spieltisch der Königin vor hochadeligen Falschspielern warnte, ließ ihn der König in Ungnade fallen. Er zog sich zurück auf Schloss Sceaux zur Duchesse du Maine, die er mit erzählenden Werken in schlichter Prosa unterhielt. Hierbei entstand z. B. Memnon, eine Vorstufe des späteren Kurzromans Zadig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Eifersucht auf Crébillon vergaß er übrigens nicht: In den Folgejahren verfasste er, um seine Überlegenheit zu beweisen, parallele eigene Versionen von nicht weniger als fünf Tragödien Crébillons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1748/49 lebte er mit Madame du Châtelet meist im Schloss von Lunéville/Lothringen, der Residenz des polnischen Ex-Königs Stanislaus I. Leszczynski. Dort verliebte sich Madame du Châtelet in den 10 Jahre jüngeren Offizier, Höfling und Dichter Saint-Lambert und wurde schwanger. Sie starb am 10. September 1749 im Kindbett; auch das Neugeborene, ein Mädchen, überlebte nicht. Voltaire war betroffen, obwohl er seit 1745 ein intimes Verhältnis mit seiner jung verwitweten Nichte Madame Denis unterhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Am Hof Friedrichs von Preußen===&lt;br /&gt;
[[Bild:Adolph-von-Menzel-Tafelrunde.jpg|thumb|420px|Tafelrunde König Friedrich II. in Sanssouci mit Voltaire (links)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach kurzem Aufenthalt in Paris folgte er im Sommer 1750 der Einladung Friedrichs nach Potsdam, wo schon andere französische Literaten und Gelehrte Hofämter innehatten. Er trat das gut dotierte Amt eines Königlichen Kammerherrn an und wurde behandelt wie ein hochrangiger Gast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zu Friedrich litt allerdings schon Anfang 1751, als dieser erfuhr, dass sein neuer Kammerherr sich in Berlin (wo er einen zweiten Wohnsitz unterhielt) auf ein unerlaubtes Wertpapiergeschäft mit sächsischen Staatsschuldverschreibungen (sog. Steuerantizipationsscheinen) eingelassen hatte. Die Sache kam heraus, weil Voltaire sich mit seinem Mittelsmann, dem Bankier Hirschel, zerstritten und, nachdem das Geschäft geplatzt war, einen Prozess gegen ihn angestrengt hatte, bei dem es u. a. um den Wert einiger Juwelen ging, die als Sicherheit gedient hatten. Als Voltaire versuchte, die Sache mit den Steuerscheinen zu verschweigen, packte Hirschel aus, und die Richter verdächtigten Voltaire überdies, er habe einen der beiderseitigen Verträge durch eine nachträgliche Manipulation zu seinen Gunsten verändert. Voltaire vermochte sich nur mühsam aus der Affäre zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1751 brachte er in Berlin sein Siècle de Louis XIV (=Das Jahrhundert Ludwigs XIV.) heraus, eine Darstellung der französischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Darin wies er der Kulturgeschichte eine zentrale Rolle zu und setzte so der Geschichtsschreibung neue Maßstäbe. Die kulturhistorische Ausrichtung wurde noch deutlicher im Abrégé de l&#039;Histoire universelle (=Abriss der Universalgeschichte), der 1750/51 abschnittweise im Mercure de France erschien. Ebenfalls 1751 ließ er eine dritte, elf Bände umfassende Gesamtausgabe seiner Werke drucken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer tiefen Verstimmung Friedrichs führten schließlich die Querelen Voltaires mit anderen Höflingen. Vor allem hatte dieser es auf einen alten Bekannten von Mme du Châtelet abgesehen, den Präsidenten der Berliner Akademie, Maupertuis, einen durchaus verdienten Mathematiker und Naturforscher, den er selber Friedrich einst empfohlen hatte. Die Feindschaft eskalierte, als Maupertuis die Akademiemitglieder zu einem Jugement gegen den Mathematiker Johann Samuel König nötigte. Dieser hatte Maupertuis die Priorität am Prinzip der kleinsten Wirkung abgesprochen und sie Leibniz zuerkannt und wurde nun zu Unrecht bezichtigt, einen Brief von Leibniz, auf den sich seine Argumentation stützte, gefälscht zu haben. Als Friedrich sich diesem Vorwurf öffentlich anschloss, widersprach Voltaire und verhöhnte Maupertuis in der Diatribe du Docteur Akakia (1752). Nachdem er die Schrift entgegen der Bitte Friedrichs hatte drucken lassen, wurde er von diesem kühl behandelt und musste erkennen, dass er in Potsdam nur einer unter anderen Höflingen war. Auch war ihm zu Ohren gekommen, dass der König über ihn gesagt habe: „J’aurai besoin de lui encore un an, tout au plus; on presse l’orange et on en jette l’écorce.“ (Ich brauche ihn noch höchstens ein Jahr; man presst die Orange aus und wirft die Schale weg.) Voltaire bat gekränkt um Entlassung aus seinem Hofamt, wurde aber zunächst nur für eine Kur beurlaubt. Als er von Leipzig aus Maupertuis nochmals angriff, wurde er in Unehren entlassen. In der freien Reichsstadt Frankfurt ließ Friedrich ihn sogar kurz festsetzen und sein Gepäck nach einem eigenen, unbefugt mitgenommenen Manuskript durchsuchen. Schon 1757 jedoch vermittelte Friedrichs Schwester Wilhelmine eine Versöhnung zwischen den beiden Männern und sie wechselten wieder höfliche Briefe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuerliche Wanderjahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Aufenthalten an einigen kleineren deutschen Höfen (Gotha, Kassel, Mainz, Mannheim) wartete Voltaire in den elsässischen Städten Straßburg und Kolmar vergeblich auf die Erlaubnis, nach Paris zurückkehren und wieder in seine Versailler Hofämter eintreten zu dürfen. 1755 schließlich kaufte er sich in der Stadtrepublik Genf ein Anwesen am Stadtrand. Auch in Lausanne erwarb er ein Haus. Doch während in Paris mit Erfolg sein neues Stück L&#039;Orphelin de la Chine (=das Waisenkind aus China) aufgeführt wurde, bekam er in Genf ersten Ärger mit dem theaterfeindlichen calvinistischen Kirchenrat, weil er, wie einst in Cirey, private Aufführungen in seinem Haus organisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele Autoren der Aufklärung war auch Voltaire 1755 erschüttert durch das zerstörerische Erdbeben von Lissabon. Er reagierte mit dem Langgedicht Poème sur le désastre de Lisbonne (1756). Hierin stellt er den grenzenlosen Optimismus des englischen Schriftstellers und Fortschrittsverneiners Alexander Pope und vieler seiner naturreligiösen Zeitgenossen in Frage, wonach alles was ist, gut und recht ist („Whatever is, is right“). Im selben Jahr veröffentlichte er seinen Essai sur l&#039;histoire générale et sur les mœurs et l&#039;esprit des nations (= Versuch über die allgemeine Geschichte und die Sitten und den Geist der Nationen), eine Universalgeschichte der Menschheit, die er insgesamt auf dem Weg des Fortschritts sieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 1756 begann er seine Mitarbeit an dem 1746 von Diderot und d&#039;Alembert initiierten Groß-Lexikon, der Encyclopédie. Zugleich bekämpfte er mit Pamphleten die Feinde des Unternehmens, die 1758 aber ein zweites Verbot und 1759 die Indizierung durch den Papst erwirkten. 1757 bekam er neuen Ärger in Genf wegen des kritischen Encyclopédie-Artikels „Genève“ von d&#039;Alembert, obwohl er diesen nur mit Informationen versorgt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er verließ die Stadt und ging einmal mehr auf Reisen. 1758 schrieb er den heute als sein bestes Werk geltenden philosophischen Kurzroman Candide, Ou l&#039;optimisme (teilweise verfasst im Schloss von Schwetzingen). In einer turbulenten Handlung, die den zeitgenössischen Liebes- und Abenteurroman mit seinen oft unwahrscheinlichen Wendungen parodiert, führt Voltaire sarkastisch-ironisch den ihm als unhaltbar erscheinenden Optimismus à la Leibniz („Unsere Welt ist die beste aller möglichen Welten“) und Wolff ad absurdum und empfiehlt am Ende, keine metaphysischen Luftschlösser zu bauen, sondern sich auf das sicherste Mittel gegen das Unglück in der Welt zu besinnen: die Arbeit. Nebenher nimmt er die Naturverklärung [[Jean-Jacques Rousseau]]s und seiner Jünger aufs Korn, indem er im Lissabon-Kapitel (Kap. V) die zerstörerische Wirkung der Naturgewalten Sturm und Erdbeben zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sesshaftigkeit und erfüllte letzte Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 64 Jahren befolgte Voltaire das Schlusswort von Candide, wonach man „seinen Garten bestellen“ soll, und kaufte im französischen Grenzgebiet nahe Genf die Landgüter Ferney und Tourney (1758 und 1759). Diese bewirtschaftete er bis zu seinem Tod sehr effizient und innovativ sowie auch zum Vorteil seiner Pächter und Landarbeiter, für die er im Winter zudem einträgliche Heimarbeit organisierte. Auch setzte er sich für die Abschaffung der Leibeigenschaft ein. Zusammen mit seiner Nichte Madame Denis, seinem treuen Sekretär Wagnière und einigen anderen Vertrauten verbrachte er in Ferney seinen letzten Lebensabschnitt, der den Zenit seiner Karriere bedeuten sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur schrieb und publizierte er weiterhin fleißig, sondern er empfing als „Patriarch von Ferney“ Besucher aus ganz Europa und pflegte einen regen Briefwechsel mit vielen herausragenden Geistern seiner Zeit. Vor allem aber kämpfte er mit der Macht seiner stetig wachsenden Autorität gegen staatliche Willkür und religiösen Obskurantismus. So startete er z. B. 1762 eine publizistische Kampagne zugunsten von Jean Calas, einem Protestanten, der beschuldigt wurde, er habe seinen Sohn ermordet, um ihn am Übertritt zum Katholizismus zu hindern. 1766 intervenierte er zugunsten eines Chevalier de la Barre, der angesichts einer Prozession nicht den Hut gezogen hatte. Er konnte zwar in beiden Fällen die Opfer nicht retten, erreichte aber unter dem Beifall des gesamten aufgeklärten Europas die nachträgliche Rehabilitierung zumindest von Calas. Im ähnlich gelagerten Fall des Protestanten Sirven (1764) erkämpfte er die Wiederaufnahme des Verfahrens mit anschließendem Freispruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erfolg von Candide verfasste Voltaire weitere Erzählungen, so den meisterhaften, empfindsamen Kurzroman L&#039;Ingénu (=Das Naturkind, eigentlich: Der Unbedarfte; 1767). Außerdem erschien 1760 und 1763 die Histoire de l&#039;Empire de Russie sous Pierre le Grand (=Geschichte des russischen Reiches unter Peter dem Großen). Er verfasste aber auch philosophische Werke wie den von der Calas-Affäre inspirierten Traité sur la tolérance (1763) oder das seine Bibel- und Religionskritik auf den Punkt bringende „tragbare philosophische Lexikon“ (Dictionnaire philosophique portatif, 1764), das zugleich das erste, häufig nachgedruckte einbändige Lexikon war. Es deckte die zahlreichen Widersprüche innerhalb der Bibel sowie auch Schwachstellen der katholischen Theologie auf und versorgte die Sympathisanten der Aufklärung mit bibel- und religionskritischen Argumenten. Noch im 19. Jh. wurde es von der laizistischen und antiklerikalen französischen Bourgeoisie benutzt im Kampf um die Trennung von Kirche und Staat. Es trug andererseits viel zu der hasserfüllten Ablehnung bei, die Voltaire zur selben Zeit in katholisch-konservativen Kreisen entgegengebracht wurde.&lt;br /&gt;
[[Bild:Voltaire&#039;s deathmask.jpg|thumb|240px|Voltaires Totenmaske]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1778 reiste er nach Paris, um der Uraufführung seines neuen Stücks Irène beizuwohnen. Er wurde wie in einem Triumphzug empfangen und konnte sich der Ehrungen und Einladungen kaum erwehren. So übertrug man ihm am 30. März für das kommende Trimester die Leitung der Académie française, und am 7. April wurde er in Gegenwart von etwa 250 Freimaurern in die Pariser Freimaurerloge „Les Neuf Sœurs“ aufgenommen. Meister vom Stuhl war der Astronom Jérome Lalande, Benjamin Franklin führte ihn in den Tempel, sein Bürge war der Historiker Abbé Cordier de St. Firmin und Graf Stroganow bereitete ihn auf die Aufnahme vor. Sein Maurerschurz stammte von Claude Adrien Helvétius. Drei Wochen später brach der 84-Jährige entkräftet zusammen und starb. Es bedurfte einer List seines Neffen, ihm gegen den Willen der Geistlichkeit zu einem kirchlichen Begräbnis in der Abtei Scellières in der Champagne zu verhelfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. Juli 1791 wurden die Gebeine Voltaires von dort in das Panthéon überführt. Sein Sarkophag erhielt die Inschrift: POETE HISTORIEN PHILOSOPHE IL AGRANDIT L&#039;ESPRIT HUMAIN ET LUI APPRIT QU&#039;IL DEVOIT ETRE LIBRE (Als Dichter, Historiker, Philosoph machte er den menschlichen Geist größer und lehrte ihn, dass er frei sein soll).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Tod wurde nach und nach seine umfängliche Korrespondenz publiziert. Sie umfasst mehr als 22.000 Briefe (darunter gut 15.000 eigene) und erscheint nachträglich als ein bedeutender Teil seines Schaffens. Zu seinen Briefpartnern zählte auch die russische Zarin Katharina II., in Voltaires Augen eine Philosophin auf dem Thron und der „strahlendste Stern des Nordens“. Sie erwarb nach seinem Tod seine Bibliothek, die sich heute in der Russischen Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Candide]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.voltaire Voltaire] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
*[http://www.lehrer-online.de/url/voltaire-menteur Voltaire: Un philosophe qui ment? Anregungen zu mediengestützter Textarbeit] Lehrer-Online &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Lu%C3%ADs_Vaz_de_Cam%C3%B5es&amp;diff=4465</id>
		<title>Luís Vaz de Camões</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Lu%C3%ADs_Vaz_de_Cam%C3%B5es&amp;diff=4465"/>
		<updated>2009-05-07T11:22:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Luís de Camões por François Gérard.jpg|thumb|240px|Luís de Camões]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luís Vaz de Camões&#039;&#039;&#039; (* 1524/1525 vermutlich in Coimbra oder Lissabon; † 10. Juni 1580 in Lissabon) gilt als portugiesischer Nationaldichter. Er ist der Verfasser des Nationalepos &#039;&#039;Os Lusíadas&#039;&#039; (1572), &#039;&#039;Die Lusiaden&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
Der Geburtsort des Dichters ist nicht endgültig geklärt. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er in jedem Fall in der Universitätsstadt Coimbra, wo sein Onkel Kanzler der Universität war. Anschließend ging Camões nach Lissabon, in die Stadt seines Vaters. Wahrscheinlich hatte Camões kein förmliches Studium absolviert, beherrschte aber dennoch die wichtigsten Sprachen seiner Zeit, Latein, Italienisch und Spanisch, und eine z.T. autodidaktisch erworbene umfangreiche klassisch humanistische Bildung. In Lissabon lebte er zwar in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen, nahm aber dennoch am gesellschaftlichen Leben in den Palästen der Stadt teil. Camões geriet anscheinend des öfteren mit den Regeln der damaligen Gesellschaft in Konflikt, weshalb er mehrfach verbannt wurde und 1553 für einige Monate im Gefängnis landete. Möglicherweise waren außerhalb der Norm liegende Liebesaffären die Ursache für das eine, ein handgreiflicher Streit mit einem Diener des königlichen Palastes die für das andere. Bei seiner Verbannung nach Nordafrika soll er in der Schlacht bei Ceuta sein rechtes Auge verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Gefängnisaufenthalt ging Camões im Dienste des Königs João III. für 16 Jahre in die portugiesischen Kolonien Goa und Macao, wo auch sein Hauptwerk &#039;&#039;Os Lusíadas&#039;&#039; entstand, das seinen Ruhm bis heute begründet. Beruflich und wirtschaftlichen waren die Jahre auf dem indischen Subkontinent wenig erfolgreich. Auf der Rückfahrt nach Portugal wurde er Opfer eines Schiffbruchs und konnte nur das Epos  retten. Bei dem Unglück verlor er seine &#039;geliebte Frau&#039;, vermutlich eine Chinesin, die er in Übersee kennengelernt hatte. Auch die anschließenden Jahre in Portugal verschafften ihm keinen Wohlstand. Nach der Veröffentlichung der &#039;&#039;Lusiaden&#039;&#039; erhielt er immerhin eine bescheidene Rente. Nach zeitgenössischen Aussagen starb er in Armut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
===Lyrik===&lt;br /&gt;
Camões Werk besteht hauptsächlich aus zahlreichen Gedichten und dem Epos &#039;&#039;Os Lusíadas&#039;&#039;. Daneben verfasste er auch einige Dramen. In seinem lyrischen Werk versuchte er sich mit den großen lateinischen Vorbildern [[Vergil]], [[Horaz]] und [[Ovid]] zu messen. Seine Verse behandeln häufig den Liebesschmerz in der Anbetung unerreichbarer Damen. Andererseits schrieb er Gedichte, in denen er die barocke Wechselhaftigkeit des Schicksals und Vergänglichkeit des Lebens vor Augen führt. Berühmt dafür ist sein Gedicht &#039;&#039;Babel e Sião&#039;&#039;, (1572; dt. &#039;&#039;An den Flüssen, die durch Babylon ziehen&#039;&#039; - nah dem ) das die Gefangenschaft der Juden in Babylon behandelt und in dem er einerseits die Vergänglichkeit alles Irdischen zeigt, aber auch deren Überwindung durch die Betrachtung des Absoluten. Trotz seiner Orientierung an der römischen Antike entwickelte Camões einen durchaus eigenständigen Stil, der eigenes Empfinden durch kraftvolle poetische Bilder auszudrücken imstande ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;Os Lusíadas&#039;&#039; (&#039;&#039;Die Lusiaden&#039;&#039;)===&lt;br /&gt;
Das Epos feiert die historischen Leistungen der Lusitanier (der Portugiesen), vor allem ihre verwegenen Seefahrten und großen Entdeckungen. Im Mittelpunkt steht die Entdeckungsreise Vasco da Gamas um Afrika herum nach Indien. Während dieser Reise macht die Expedition Station bei verschiedenen Herrschern, denen Vasco und sein Bruder Paolo die großen Ereignisse der portugiesischen Geschichte berichten, bis hin zu den mythologischen Anfängen durch den Gründer Lusitaniens, den sagenhaften Luso. In der Tradition der Antike, vor allem der [[Aeneis]] [[Vergil]]s, aber auch der Epen [[Homer]]s, denen Camões nacheiferte, bestimmen die Götter die irdischen Geschicke. Venus und Jupiter begünstigen die Portugiesen bei ihren seefahrerischen Unternehmungen, Bacchus dagegen will die Entdeckung des Seewegs nach Indien verhindern. So geraten die Portugiesen durch Bacchus und dessen Verbündeten Neptun oft in Schwierigkeiten und werden immer wieder durch Venus daraus befreit. Am Ende werden sie auf einer paradiesischen Insel von Venus durch ein Liebesmahl belohnt. Und es wird ihr Ruhm verkündet, der europäischen Menschheit ein neues Weltbild gegeben zu haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als Vergil oder Homer möchte Camões in seinem Epos nicht die großen Taten einzelner Helden verkünden, sondern die eines ganzen Volkes. Das gelingt ihm jedoch nicht, da auch er die großen Einzelnen, Könige, Fürsten, Entdecker, rühmt, während das Volk selbst gar nicht vorkommt. Auch die Vermischung geschichtlicher und mythologischer Handlungsebenen, das durchgehende Eingreifen der antiken Götter in das irdische Geschehen, war nicht mehr zeitgemäß und wurde später von [[Voltaire]] als &amp;quot;absurd&amp;quot; verspottet. Hinzu kommen Widersprüchlichkeiten in Camões Haltung zum Krieg oder zu den Entdeckungsfahrten, die schon früh Kritik hervorriefen. Dennoch hat er mit den &#039;&#039;Lusiaden&#039;&#039; ein bedeutendes Nationalepos geschaffen, dessen Einfluss auf die portugiesische Sprache, in die zahlreiche Wendungen aus dem Werk als Sprichwörter eingegangen sind, bis heute anhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
In Portugal genießt Camões große Verehrung und wird gelegentlich als portugiesischer Homer gelobt. Sein Todestag, der 10. Juni, ist portugiesischer Nationalfeiertag. &lt;br /&gt;
Auch der höchste portugiesische Literaturpreis, &#039;&#039;Prémio Camões&#039;&#039;, der seit 1989 jährlich verliehen wird, wurde nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Kurt Scharf: Camões, Luís Vaz de; in Metzler Lexikon Weltliteratur Band 1, Stuttgart 2006, S. 241--243 &lt;br /&gt;
* Os Lusíadas; Kindlers Literatur Lexikon, München 1974, 5853-5856&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Portugiesische Literatur|Camões, Luís Vaz de]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Stendhal&amp;diff=4464</id>
		<title>Stendhal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Stendhal&amp;diff=4464"/>
		<updated>2009-05-07T11:21:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Stendhal&#039;&#039;&#039; (* 23. Januar 1783 in Grenoble; † 23. März 1842 in Paris; eigentlich Marie-Henri Beyle) war ein französischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
[[Bild:Stendhal.jpg|thumb|200px|Stendhal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Schaffen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stendhal wurde geboren als ältestes von drei Kindern eines bürgerlichen, aber Adelsambitionen hegenden Anwalts am Obersten Gerichtshof (Parlement) der Provinz Dauphiné. Mit sechs verlor er seine Mutter bei der Geburt der jüngsten Schwester, was ihn traumatisierte, und er verargte es seinem Vater zutiefst, als der sich mit der Schwester der Mutter liierte und ihn der „Tyrannei“ eines ungeliebten Hauslehrers aussetzte, eines ehemaligen Geistlichen. Er wurde jedoch sehr gefördert von seinem Großvater mütterlicherseits, dem schöngeistig interessierten Arzt und [[Voltaire]]-Verehrer Gagnon, sowie dessen unverheiratet gebliebener Schwester. Während der Zeit der Schreckensherrschaft (Terreur) 1793/94 sympathisierte er aus Trotz gegen seinen royalistisch eingestellten Vater mit den revolutionären Jakobinern und freute sich geradezu, als jener verhaftet wurde und in Köpfungsgefahr schwebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1796-99 besuchte er die nach einer Schulreform neu eingerichtete Grenobler École centrale (wo er in Mathematik brillierte) und ging dann aus der ihm verhassten engen Provinzstadt nach Paris, um an der neuen École Polytechnique zu studieren. Er meldete sich aber nicht zur Aufnahmeprüfung (concours), sondern fing an, Theaterstücke und anderes zu schreiben. Bald danach erkrankte er in seinem kargen und kalten möblierten Zimmer und wurde daraufhin von entfernten Cousins, den etwas älteren Brüdern Daru, in ihr Haus aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darus gehörten zur näheren Umgebung Napoleon Bonapartes und partizipierten an dessen fulminantem Aufstieg zum Herrn von ganz Mitteleuropa. Als ihr Verwandter und Protégé profitierte auch Stendhal. Er nahm zunächst als blutjunger Offizier 1800 an Napoleons siegreichem Italienfeldzug teil, wobei er als Adjutant eines Generals das Land, insbesondere die Stadt Mailand, von der besten Seite kennenlernte und sich zum Liebhaber italienischer Kunst, Musik und Lebensart entwickelte. Allerdings infizierte er sich in einem Bordell auch mit Syphilis, deren akutes Stadium ihn 1802 zum Quittieren des Militärdienstes zwang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorübergehend halbwegs gesundet, verbrachte er einige Jahre mit viel fruchtbarer Lektüre sowie allerlei fruchtlosen literarischen, geschäftlichen und amourösen Experimenten in Grenoble, Marseille und Paris. 1806, inzwischen war wieder Krieg, schloss er sich erneut den Darus an und avancierte, über Zwischenstufen in der Militärverwaltung, 1808 zum Kaiserlichen Intendanten (einer Art Oberaufseher und Verbindungsmann) für das Département Oker des 1807 gegründeten Königreichs Westfalen, eines kurzlebigen französischen Satellitenstaates, der von Napoleons jüngerem Bruder Jérôme Bonaparte regiert wurde. 1810/11 setzte er seine Karriere in Paris fort und wurde für kurze Zeit Chef der Verwaltung der kaiserlichen Liegenschaften (vor allem der Schlösser samt ihren Kunstschätzen). 1812 nahm er teil an Napoleons Russlandfeldzug und kam mit der „Grande Armée“ im September bis Moskau. Den anschließenden, äußerst verlustreichen Rückzug überstand er unbeschadet. 1813 war er kurz Kaiserlicher Intendant in Schlesien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach wurde er ein nächstes Mal von der Syphilis eingeholt und nahm 1813/14 einen längeren Urlaub, den er zum Teil in Italien, vor allem in Mailand, verbrachte, das er als jugendlicher Offizier lieben gelernt hatte. Den Zusammenbruch des napoleonischen Kaiserreichs erlebte er in Grenoble. Ob tatsächlich sein Adelsbrief fertig zur Unterschrift auf Napoleons Schreibtisch lag, als jener 1814 besiegt wurde und abdankte, ist eher fraglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie so viele hohe napoleonische Beamte fand auch Stendhal 1814 keinen Platz in der naturgemäß stark verkleinerten Beamtenschaft des „Restaurationsregimes“ von König Ludwig XVIII. und wurde daraufhin Napoleon-Fan und Liberaler, d.h. Oppositioneller. Er ging einmal mehr nach Mailand und wurde hier endgültig zum Literaten mit Biografien, kunsthistorischen Werken und Reisebüchern, die er zunächst unter wechselnden Pseudonymen und schließlich unter dem dauerhaft werdenden Namen „M[onsieur]. de Stendhal“ publizierte, und zwar: Lettres écrites de Vienne en Autriche sur le célèbre compositeur, Joseph Haydn, suivies d&#039;une vie de Mozart, et de considerations sur Métastase et l&#039;état présent de la musique en Italie (1815, 1817 neu aufgelegt als Vies de Haydn, Mozart et Métastase), Histoire de la peinture en Italie (1817) und Promenades dans Rome, Naples et Florence en 1817 (1817). Eine Vie de Napoléon, an der er 1817/18 arbeitete, stellte er nicht fertig (sie wurde erst postum 1929 gedruckt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1818 begegnete er in Mailand seiner großen, unerfüllten Liebe Metilda Dembowski, Gattin eines österreichischen Generals (die Lombardei war damals österreichische Provinz), was ihn sehr absorbierte und zu dem essayistischen Werk De l&#039;amour inspirierte (erschienen 1822). 1819 erlebte er eine andere Enttäuschung, als er beim Tod seines vermeintlich wohlhabenden Vaters feststellte, dass dieser fast nur Schulden hinterließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1821 wurde Stendhal wegen seiner Kontakte mit oppositionellen Intellektuellen wie Silvio Pellico oder Alessandro Manzoni von der österreichischen Polizei als Verschwörer verdächtigt. Er verließ Mailand und verlebte einige unstete Jahre in Paris, London und wieder Italien, bis er sich 1824 in Paris niederließ, wo er sich als Journalist über Wasser hielt (z.B. als Kunst- und Musikkritiker). Daneben bewegte er sich in den Kreisen der „Ideologen“ um ihren Vordenker Destutt de Tracy, aber auch der Romantiker, an deren Kampf gegen den noch vorherrschenden Klassizismus er mit der Streitschrift Racine et Shakespeare (1823) teilnahm. Ebenfalls 1823 erschien seine Vie de Rossini. 1825 mischte er sich auf Seiten der oppositionellen Saint-Simoniens in politische Diskussionen ein mit der Schrift Nouveau complot contre les industriels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1827 publizierte Stendhal seinen ersten Roman, Armance, die zarte, um 1820 in Paris spielende Liebesgeschichte der armen jungen Adeligen Armance und des reicheren, aber offenbar impotenten Octave, der sich nach ihrer Heirat auf einem Schiff in Richtung Griechenland das Leben nimmt. Hiernach ließ Stendhal ein neues Reisebuch folgen (Promenades dans Rome, 1829) und versuchte sich, wie sein jüngerer Freund Prosper Mérimée und andere Autoren, in der neuen Mode-Gattung Novelle, mit Vanina Vanini (1829), Le Coffre et le revenant und Le Philtre (beide 1830). Im Oktober 29 hatte er, während einer Reise, in Marseille die Idee zu dem Roman, der sein Meisterwerk werden sollte: Le Rouge et le Noir, das er sofort begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Juli-Revolution 1830 schöpfte er wieder Hoffnung auf einen höheren Posten im Staatsdienst, doch nach einem Zwischenspiel Ende 30 als Konsul im damals österreichischen Triest (wo man ihm als angeblichem einstigen Verschwörer die Zulassung verweigerte) wurde er 1831 schließlich nur Konsul in der kleinen Hafenstadt Civitavecchia im Kirchenstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1830, einige Monate nach der Juli-Revolution und durch sie eigentlich obsolet geworden, kam Le Rouge et Le Noir heraus. Es ist die tragische Geschichte des tüchtigen und ehrgeizigen jungen Kleinbürgers und Provinzlers Julien Sorel, der im (wie der Erzähler es sieht) von reaktionären Adeligen, intriganten Geistlichen und opportunistischen Bourgeois beherrschten Restaurationsregime trotz seiner Talente und Meriten und trotz beachtlicher Zwischenerfolge letztlich weder General (=rot) noch Bischof (=schwarz) zu werden schafft, sondern es nur zum Geliebten einer älteren und danach zum Verlobten einer jüngeren adeligen Frau bringt und schließlich einen heroisch akzeptierten Tod auf dem Schafott erleidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einigen weiteren Erzählungen verfasste Stendhal 1832 die autobiografischen Souvenirs d&#039;égotisme (erst postum publiziert) und begann 1834 den Roman Lucien Leuwen, der, obwohl weit fortgeschritten, unvollendet blieb. Er erzählt die Geschichte eines Pariser Bankierssohns, der gewissermaßen die Julien Sorel nicht mögliche Offiziers-Karriere verwirklichen sollte, unter der Hand jedoch ganz unzeitgemäße Sympathien für den nach 1830 entmachteten Adel entwickelt, sich in eine adelige junge Witwe verliebt, sie aber verlässt, als er sich betrogen glaubt, und danach in Paris als Adlatus eines Ministers die Politik von ihrer schmutzigen Innenseite kennenlernt – wonach er seinem Autor quasi entgleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf nahm Stendhal erneut sich selbst ins Visier und schrieb 1835/36 an einer wiederum unvollendet gebliebenen Geschichte seiner Jugend (Vie de Henry Brulard). Eine insgesamt dreijährige Beurlaubung nutzte er zu Reisen, aber auch zu ausgiebigen Aufenthalten in Paris, wo er 1835 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Im selben Zeitraum verfasste er eine Serie von historischen Novellen, deren Handlung er in die italienische Renaissance verlegte, wo seiner Meinung nach die Menschen noch Leidenschaft und Energie besaßen (Chroniques italiennes, 1837–39).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November/Dezember 1838 diktierte er in nur 53 Tagen in Civitavecchia den Roman La Chartreuse de Parme, die spannende Geschichte des jungen lombardischen Adeligen Fabrice del Dongo, der dem Napoleon der Hundert Tage zu Hilfe zu eilen versucht und es nach diesem kapitalen Fehler im reaktionären Oberitalien der Restauration lediglich – und auch das nur dank der Intrigen seiner schönen und energischen jungen Tante – bis zum Bischof bringt und zugleich allerdings zum Geliebten seines Jugendschwarms, der schönen Generalstochter Clélia Conti. Der Roman wurde von Balzac begeistert in der Revue Parisienne besprochen (1840) und war der einzige Bucherfolg Stendhals zu seinen Lebzeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1839 arbeitete er an einem neuen Roman, Lamiel, den er aber nicht mehr fertigstellte. Nach einem ersten Schlaganfall im März 1841, starb er bei einer zweiten Attacke ein Jahr später in Paris während einer längeren Beurlaubung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beyles Pseudonym Stendhal leitet sich nach allgemeiner Auffassung von Stendal im heutigen Sachsen-Anhalt her, der Heimatstadt von Johann Joachim Winckelmann. Umstritten ist, wie der Autor selbst diesen Namen aussprach, ob vornehm mit e-Nasal (was heute die meisten gebildeten Franzosen tun) oder trivial mit a-Nasal (was einige Kenner für richtiger halten). Viele andere sprechen den Namen jedoch deutsch aus, weil er eben einen deutschen Ort bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Rot und Schwarz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.stendhal Stendhal] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Stendhal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean-Jacques_Rousseau&amp;diff=4463</id>
		<title>Jean-Jacques Rousseau</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean-Jacques_Rousseau&amp;diff=4463"/>
		<updated>2009-05-07T11:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Jean-Jacques Rousseau&#039;&#039;&#039; (* 28. Juni 1712 in Genf; † 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Paris) war ein französisch-schweizerischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Komponist. Er war einer der einflussreichsten europäischen Autoren des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
[[Bild:Jean-Jacques Rousseau (painted portrait).jpg|thumb|200px|Jean-Jacques Rousseau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Rousseau wurde in der calvinistischen Schweizer Republik Genf als Sohn des Uhrmachers Isaak Rousseau geboren, dessen Vorfahren als Hugenotten aus Frankreich dorthin ausgewandert waren. Rousseaus Mutter, Tochter eines protestantischen Pfarrers, starb wenige Tage nach seiner Geburt. Eine jüngere Schwester des Vaters zog in den Haushalt ein und kümmerte sich um das Kind. Der Vater selbst erzog den kränklichen Knaben offenbar im Rahmen seiner Möglichkeiten und förderte z. B. seine Leselust. Als er Genf 1722 wegen Tätlichkeiten bei einem Streit verlassen musste, kam der Zehnjährige zu einem Pastor in Pension und lebte später einige Zeit im Haushalt einer anderen Tante. Mit zwölf wurde er Lehrling bei einem Gerichtsschreiber, ein Jahr später bei einem Graveur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er 1728 bei der Rückkehr von einem Sonntagsausflug das Stadttor schon verschlossen fand, folgte er einem schon länger gehegten Wunsch und ging auf Wanderschaft. In Savoyen geriet er nach einigen Tagen an einen katholischen Geistlichen, der ihn an eine Madame de Warens in Annecy vermittelte, die gerade aus der Schweiz nach Savoyen ausgewandert und Katholikin geworden war. Sie nahm Rousseau auf, schickte ihn aber drei Tage später nach Turin, wo er sich nach kurzer Unterweisung im Hospice des catéchumènes katholisch taufen ließ. Er verdingte sich als Diener und später als Sekretär in adeligen Turiner Häusern. Ein Jahr später kehrte er zu Mme de Warens zurück. Ihrem Vorschlag folgend trat er in das Priesterseminar von Annecy ein, allerdings nur für kurze Zeit. Darauf vermittelte sie ihn an den Leiter der Dom-Musikschule, da er sich an ihren Hausmusikstunden gern singend beteiligt hatte. Dieser nahm ihn zu sich und unterrichtete ihn in Chorgesang und Flöte. Es folgten einige fruchtbare Monate, in denen Rousseau die theoretischen Grundlagen der Musik kennenlernte. Als sein Lehrer eine neue Stelle in Lyon antrat, blieb er zunächst bei ihm, kehrte dann aber nach Annecy zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort stellte er fest, dass Madame de Warens nach Paris abgereist war. Hierauf ging er erneut auf Wanderschaft, die ihn unter anderem nach Lausanne und Neuchâtel führte, wo er sich erfolglos als Musiklehrer versuchte, und erstmals auch nach Paris. Hier arbeitete er im Sommer 1731 als Diener eines jungen Schweizers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er erfahren hatte, dass Mme de Warens wieder in Savoyen war, nunmehr in Chambéry, wurde er wieder vorstellig bei ihr. In der Tat nahm sie ihn nun wie einen Ziehsohn bei sich auf und vermittelte ihm eine Schreiberstelle im Katasteramt, die er jedoch 1732 nach acht Monaten aufgab, um als Musiklehrer zu arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten fünf relativ glückliche, für seine Bildung – die er fast gänzlich autodidaktisch erwarb – sehr wichtige Jahre. Er las, musizierte, experimentierte und begann zu schreiben. Auch wurde er etwas widerstrebend von „Maman“, wie er sie nannte (obwohl sie nur 13 Jahre älter war als er), in die Liebe eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1737 erlitt er eine Augenverletzung bei einem chemischen Experiment und reiste im Herbst zu einem Arzt nach Montpellier. Als er Anfang 1738 zurückkehrte, hatte Madame de Warens mit ihrem neuen Sekretär und Hausverwalter ein Verhältnis begonnen. Rousseau blieb trotzdem noch zwei Jahre, bis er sich im Frühjahr 1740 als Hauslehrer in Lyon verdingte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1742 reiste er nach Paris, um ein von ihm entwickeltes Notensystem von der Académie des Sciences patentieren zu lassen. Er durfte es dort präsentieren, bekam auch ein Zertifikat und ließ Anfang 1743 seine Präsentation als Dissertation sur la musique moderne im Druck erscheinen, doch blieb die Sache folgenlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin erhielt er in Paris Zugang zum Salon von Madame Dupin und konnte einige Verbindungen knüpfen. Auch begann er eine Oper: Les Muses galantes. Im Sommer 1743 wurde er dem neuernannten französischen Botschafter in Venedig als Privatsekretär empfohlen und reiste dorthin. Das Verhältnis endete aber im Streit und Rousseau kehrte im Herbst 1744 nach Paris zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Paris===&lt;br /&gt;
Hier fand er 1745 Anschluss an diverse Mäzene (bei denen er seine fertige Oper aufführen konnte) und knüpfte Kontakte zu an anderen jungen Intellektuellen. So lernte er Denis Diderot und Jean le Rond d’Alembert, den Mitherausgeber der 1746 von Diderot initiierten Encyclopédie kennen. Daneben liierte er sich mit der 23-jährigen Wäscherin Thérèse Levasseur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten weitere Jahre der literarischen Gehversuche (z.B. schrieb er 1747 eine Komödie, L’Engagement téméraire) und der materiellen Unsicherheit. Letztere führte auch dazu, dass Thérèse ihre 1746 und 1748 geborenen Kinder jeweils bei den „Findelkindern“ (Enfants trouvés) abgab, wo sie wahrscheinlich nicht überlebten, so wie die meisten der so entsorgten Säuglinge. [[Voltaire]] machte dies dem späteren pädagogischen Theoretiker zum Vorwurf. Rousseau entschuldigte diese damals durchaus nicht ungewöhnliche Praxis damit, dass seine Arbeit schlecht oder gar nicht honoriert werde, so dass Thérèse auch für seinen Lebensunterhalt aufkommen müsse und sich nicht mit der Aufzucht belasten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1749 war ein entscheidendes Jahr für Rousseau. Zu Jahresbeginn wurde er von d&#039;Alembert mit der Abfassung musikologischer Artikel für die Encyclopédie betraut. Im Herbst besuchte er den in der Festung Vincennes inhaftierten Diderot und las unterwegs im Mercure de France die Preisfrage der Académie von Dijon: « Le Rétablissement des sciences et des arts a-t-il contribué à épurer les mœurs? » (deutsch: „Hat die Wiederherstellung der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Sitten zu reinigen?“). Er hatte die provokante Idee, die Frage zu verneinen, und schrieb seinen asketischen Discours sur les Sciences et les Arts („Abhandlung über die Wissenschaften und die Künste“), worin er die nach Luxus strebende zeitgenössische europäische Gesellschaft in die sittliche Dekadenz abgleiten sieht. Der Discours lief den Vorstellungen vieler Intellektueller der Zeit zwar völlig entgegen, wurde aber von den Vertretern des aufstrebenden französischen Bürgertums gut aufgenommen. Rousseau erhielt 1750 den ersten Preis und wurde, auch dank der Diskussion, die er auslöste, über Nacht europaweit bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen verdiente er auch etwas Geld und konnte mit Thérèse zusammenziehen, was sie beide nicht hinderte, sich 1751 auch von einem dritten Neugeborenen zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1752 wurde mit großem Erfolg seine Oper Le Devin de village („der Dorfwahrsager“) zunächst vor dem Hof und 1753 auch in Paris aufgeführt. Rousseau sollte sogar dem König vorgestellt werden, doch entzog er sich der Ehrung (und verpasste wahrscheinlich die Zuweisung einer jährlichen „Pension“). Nach dem Erfolg des Devin wurde vom Théâtre-Français auch seine Komödie Narcisse, ein Jugendwerk, angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beginnende Schwierigkeiten===&lt;br /&gt;
Rousseau hätte sich nun etablieren können, doch fing er im Gegenteil an, sich in eine Art Fundamentalopposition zu begeben. Noch 1753 begann er eine zweite kritische Preisschrift (s. u.). Daneben ließ er eine wenig schmeichelhafte Lettre sur la musique française erscheinen, auf die das Opernorchester mit dem Erhängen einer Rousseau-Puppe reagierte. 1754 reiste er (mit Zwischenstation bei Mme de Warens) ins protestantische Genf, nahm dort die Staatsbürgerschaft wieder an und schwor dem Katholizismus ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1755 publizierte er, vorsichtshalber in Amsterdam, seinen Discours sur l&#039;origine et les fondements de l&#039;inégalité parmi les hommes („Abhandlung über Ursprünge und Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“), der wiederum die Antwort auf eine Preisfrage der Académie de Dijon war: « Quelle est l&#039;origine de l&#039;inégalité parmi les hommes, et est-elle autorisée par la loi naturelle? » (deutsch: „Was ist der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen, und wird sie vom Naturrecht erlaubt?“). Rousseau, der Kleinbürger ohne Besitz, erklärt hierin die soziale Ungleichheit aus der Herausbildung der Arbeitsteilung und der dadurch ermöglichten Aneignung der Erträge der Arbeit Vieler durch einige Wenige, die anschließend auch die Herrschaft übernehmen und autoritäre Staatswesen organisieren, um ihren Besitzstand zu schützen. Rousseau wurde mit dieser wahrhaft revolutionären Schrift einer der Väter des europäischen Sozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1756 lehnte er den Bibliothekarsposten ab, den ihm die Stadt Genf anbot. Stattdessen siedelte er um nach Montmorency nördlich von Paris als Gast der vielseitig interessierten, selbst schriftstellernden Mme d&#039;Épinay, einer Freundin von Diderot. Mit diesem und dem Kreis der „philosophes“ um ihn verfeindete er sich allerdings 1758, als er auf den kritischen Genf-Artikel, den d’Alembert für die Encyclopédie verfasst hatte, mit der Lettre à d&#039;Alembert sur les spectacles reagierte, worin der Theaterautor das Theater, ein Lieblingskind der Aufklärung, als potentiell unsittlich und als unnütz angeprangerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Montmorency mietete 1758 er ein Häuschen und war vorübergehend auch Gast des hochadeligen Duc de Luxembourg. Innerhalb von knapp sechs Jahren schrieb er hier seine erfolgreichsten und langfristig wirksamsten Werke: den empfindsamen Briefroman La Nouvelle Héloïse („Die neue Heloise“, 1756–58, erschienen 1761), der die letztlich unmögliche Liebe des bürgerlichen Intellektuellen Saint-Preux zu der adligen Julie d&#039;Étanges darstellt und z. T. von Rousseaus Leidenschaft für die Schwägerin von Mme d’Épinay, Mme d’Houdetot, inspiriert war; weiter den Bildungsroman Émile (1759–61, erschienen 1762), indem dafür eintritt, dass Kinder und Jugendliche sich selbst und ihrer Natur überlassen und von zivilisatorischen Einflüssen abgeschottet werden, und drittens die staatstheoretische Schrift Du Contrat social („der Gesellschaftsvertrag“, 1760/61, erschienen 1762), die die Rechte der Individuen gegenüber dem Staat, aber auch dessen Ansprüche gegenüber den Individuen zu definieren und zu begründen versucht und den heute so wichtigen Begriff der Volkssouveränität prägt, auf dem die Legitimität von Volksentscheiden und allgemeinen Wahlen gründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während La Nouvelle Héloïse sofort nach ihrem Erscheinen Anfang 1761 ein großer Erfolg war und eine Welle von Briefromanen in ganz Europa auslöste (darunter Goethes Werther), wurde der Contrat social nach seinem Erscheinen im April 1762 verboten, ebenso die Schrift Émile, als sie Ende Mai erschien. Die Sorbonne verurteilte das Buch Anfang Juni, das Parlement von Paris verbot es wenige Tage danach und erließ einen Haftbefehl gegen den Autor. Stein des Anstoßes war vor allem die im Emile als Einschub enthaltene Profession de foi d&#039;un vicaire savoyard („Glaubensbekenntnis eines savoyischen Vikars“), worin Rousseau eine quasi religiöse Verehrung der vormenschlichen Natur propagiert. Auch die calvinistischen Oberen in Genf waren entrüstet. Sie verboten das Buch noch im Juli und erließen ebenfalls Haftbefehl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuerliches Wanderleben===&lt;br /&gt;
Rousseau, der sofort geflüchtet war, fand Aufnahme bei einem Freund im Kanton Bern, wurde aber sehr rasch ausgewiesen. Im Juli wandte er sich über den Gouverneur der damaligen preußischen Exklave Neuchâtel/Neuenburg an Friedrich den Großen, der ihm Asyl und etwas später sogar Bürgerrecht gewährte. Rousseau ließ sich nieder im neuenburgischen Städtchen Môtiers, wohin er Thérèse nachholte und wo er begann, sich als Armenier zu kleiden. Anfang 1763 stellte er hier sein wohl noch in Montmorency begonnenes Dictionnaire de la musique fertig. 1764 begann er mit botanischen Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er sich Ende 1765 auch in Môtiers unwillkommen und verfolgt fühlte, nahm er eine Einladung des Philosophen David Hume an und ließ sich einen Durchreise-Pass für Frankreich ausstellen. Bei einem Aufenthalt in Straßburg wurde er mit einer Aufführung des Devin de village geehrt, in Paris war er Gast des Prince de Conti und empfing bei ihm Besuche von Sympathisanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jahr 1766 und die erste Jahreshälfte 1767 verbrachte er überwiegend in England, anfangs bei Hume, mit dem er sich aber zerstritt und der ihn attackierte. Immerhin fand Rousseau in England auch Sympathisanten, die z.B. den König bewogen, ihm eine Pension zu gewähren. 1767 und 1768 lebte er an verschiedenen Orten Frankreichs, unter anderem auf einem Schloss von Conti. Da der Haftbefehl des Pariser Parlaments nicht aufgehoben war, reiste er unter einem Decknamen und gab Thérèse als seine Schwester aus. 1769 und 1770 lebten sie auf einem Bergbauernhof in der südostfranzösischen Dauphiné, nachdem sie im August 1768 daselbst geheiratet hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der zahlreichen Verunglimpfungen und tatsächlichen Verfolgungen seit 1762 entwickelte Rousseau nach und nach einen Verfolgungswahn. Dieser erzeugte einen Erklärungs- und Rechtfertigungsdrang, aus dem heraus er ab 1763 eine ganze Reihe kürzerer und längerer autobiografischer Texte verfasste. Der bekannteste und umfangreichste darunter waren die auch intime und für den Autor unvorteilhafte Details ausbreitenden Confessions („Bekenntnisse“, 1765–70), die erst posthum publiziert wurden und die Untergattung der selbstentblößenden Autobiografie begründeten. Den Titel wählte Rousseau in selbstbewusster Anspielung auf die Confessiones des Augustinus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Jean-Jacques Rousseau (photo of his crypt).jpg|thumb|200px|Grab von Jean-Jacques Rousseau im Pantheon, Paris]]&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1770 verließ Rousseau seinen Bauernhof Richtung Paris. Bei einem Aufenthalt in Lyon ließ der Vorsteher der Kaufmannschaft ihm zu Ehren seinen Devin und sein lyrisches Kleindrama Pygmalion aufführen. Ab Juni lebte er wieder, zurückgezogen und von den Behörden geduldet, mit Thérèse in Paris. Er wurde hin und wieder zu Lesungen eingeladen und es scharten sich einige Sympathisanten und Jünger um ihn, darunter ab 1771 der später sehr bekannte Autor Bernardin de Saint-Pierre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1772-1775 verfasste er den autobiografischen Dialog Rousseau juge de Jean Jacques. 1774 gab er sein Dictionnaire des termes d’usage en botanique in Druck. 1776-1778 schrieb er sein letztes längeres Werk: die in lyrischer Prosa gehaltenen Rêveries du promeneur solitaire, („Träumereien des einsamen Spaziergängers“), die auf ebenfalls neue Art Gegenwartsmomente zum Ausgangspunkt von autobiografischen Rückblicken machen und mit ihrem Einfangen von Naturstimmungen als eine Vorbereitung der Romantik gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1778 folgte er einer Einladung des Marquis de Girardin auf dessen Schloss Ermenonville, wo er kurz danach starb. Er wurde auf der Île des peupliers („Insel der Pappeln“) im Schlosspark begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1794 ließ der jakobinische Wohlfahrtsausschuss seine Gebeine triumphal ins Pariser Panthéon überführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen]]&lt;br /&gt;
* [[Julie oder Die neue Heloise]]&lt;br /&gt;
* [[Emil oder über die Erziehung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
Rousseaus gilt als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter der Französischen Revolution. Einen grossen Einfluss hatte er auch auf die politischen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.rousseau Jean-Jacques Rousseau] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Rousseau, Jean-Jacques]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Alexander_Puschkin&amp;diff=4462</id>
		<title>Alexander Puschkin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Alexander_Puschkin&amp;diff=4462"/>
		<updated>2009-05-07T11:19:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Alexander Sergejewitsch Puschkin&#039;&#039;&#039; (* 6. Juni 1799 in Moskau; † 29. Januar 1837, Sankt Petersburg) gilt als russischer Nationaldichter und Begründer der modernen russischen Literatur.&lt;br /&gt;
[[Bild:Puschkin.jpg|thumb|200px|Puschkin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Puschkin wurde am 6. Juni 1799 in Moskau geboren. Väterlicherseits stammt er aus einem alten Adelsgeschlecht. Mütterlicherseits war sein Urgroßvater ein äthiopischer Sklave, der dem Zaren Peter dem Großen geschenkt und sein Patenkind wurde. Er verbringt die Sommer von 1805 bis 1810 üblicherweise bei seiner Großmutter, Maria Alexejewna Gannibal, im Dorf Sacharow bei Svenigorod nahe Moskau. Diese frühen Kindheitseindrücke spiegeln sich in seinen ersten Versuchen als Dichter wieder, z.B. in den bald darauf entstandenen Gedichten Mönch, (Монах, 1813), Bowa, (Бова, 1814), sowie in seinen im Lyzeum entstandenen Poslanie k Judinu (Послание к Юдину 1815) und Traum (Сон, 1816).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs Jahre verbringt Puschkin im Lyzeum Zarskoje Selo (das heute seinen Namen trägt), einer Elite-Lehranstalt, die am 19. Oktober 1811 eröffnet worden ist. Von dort aus erlebt der Junge auch die Ereignisse des &amp;quot;Vaterländischen Krieges&amp;quot; gegen Napoleon (1812).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1815 schreibt Puschkin im Beisein G. R. Derschawins sein patriotisches Gedicht &amp;quot;Erinnerungen an Zarskoje Selo&amp;quot; (Воспоминание о Царском Селе), das in der Zeitschrift Russisches Museum (Русский Музей) gedruckt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler wird Puschkin in Abwesenheit in die Petersburger literarische Gesellschaft Arsamas des W. A. Schukowski aufgenommen, die sich gegen tradierte, verkrustete Sprachvorstellungen der etablierten Literatur wendet und sich für eine Weiterentwicklung der russischen Hoch-/Schriftsprache einsetzte. Die frühe Poesie des Dichters strahlt seine unstillbare Lebenslust aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1816 erfährt Puschkins Lyrik eine entscheidende Wendung, als die Elegie zu seiner Haupt-Dichtform wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Puschkin 1817 das Lyzeum abschließt, nimmt er mit dem Titel eines &amp;quot;Kollegiensekretärs&amp;quot; eine Stellung im Petersburger &amp;quot;Kollegium für Auswärtige Angelegenheiten&amp;quot; an. Er wird zum ständigen Theaterbesucher, nimmt an den Sitzungen der Arsamas-Gesellschaft teil und wird Mitglied der Literatur- und Theatergemeinschaft Grüne Lampe (Зеленая лампа), die von den Anfängen der Dekabristenbewegung beeinflusst ist. Obwohl Puschkin am frühen, geheimen Wirken der Dekabristen nicht teilnimmt, ist er doch mit vielen der aktiven Mitglieder in Freundschaft verbunden und schreibt politische Epigramme und Gedichte wie &amp;quot;К Чаадаеву&amp;quot; (Liebe, Hoffnung, stiller Ruhm...), Вольность, Н. Я. Плюсковой, (alle 1818), Деревня (1819). In diesen Jahren ist er beschäftigt mit der Abfassung des märchenhaften Versepos Ruslan und Ljudmila (Руслан и Людмила), das er schon im Lyzeum begonnen hat und mit dem er ganz auf der Linie von Arsamas bezüglich der Notwendigkeit der Schaffung nationaler Heldenepen liegt. Das Gedicht wird im Mai 1820 abgeschlossen und ruft ein erbittertes Echo in der Kritik hervor, die sich über den Niedergang des &amp;quot;Hohen Kanons&amp;quot; empört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1820 muss sich Puschkin für einige seiner Spottgedichte verantworten, in denen er Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie den Kriegsminister oder den Bildungsminister lächerlich macht. Einer Verbannung nach Sibirien entgeht er aufgrund der Protektion einflussreicher Freunde, muss Petersburg jedoch im Frühsommer des Jahres verlassen und wird auf die Krim versetzt. Er lebt einige Zeit bei seinem noch aus Petersburg stammenden Freund General Rajewskij und lernt dessen Tochter Maria kennen. Hier schreibt er das romantische Gedicht „Der Brunnen von Bachtschissaraj“. 1820 wird er Mitglied der Philiki Etaireia. In dieser Zeit forderte er 28 Duelle heraus. Bis 1824 lebt Puschkin an verschiedenen Orten im Süden Russlands, u.a. Odessa und Chişinău. 1823 beginnt er sein bedeutendstes Werk, das Versepos Eugen Onegin, das er erst 1830 abschließt. 1824 wollte er eigentlich am Dekrabristenaufstand teilnehmen, doch - so die Legende - auf dem Weg nach St. Petersburg überquerte eine schwarze Katze seinen Weg. Er kehrte daraufhin um. 1824 bis 1825 lebt Puschkin bei seinen Eltern auf dem Gut in Michajlowskoje, eine Zeit, die durch Konflikte mit dem Vater und einem intensiven literatischen Briefwechsel mit seinen Freunden geprägt ist. Seine Tragödie Boris Godunow, mit der er die eingefahrenen Wege der russischen Dichtung weit verlässt, erlebt in dieser Zeit ihre Anfänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Audienz bei Zar Nikolaus I. darf Puschkin von 1826 bis 1831 zwar wieder in Moskau und Petersburg leben, seine Werke werden aber vom Zaren persönlich zensiert und sein Werk und Leben stark kontrolliert (auch aufgrund seiner Verbindungen zu den Aktivisten des Dekabristenaufstands). Dies prägt auch die Weiterarbeit an Eugen Onegin. Puschkin ist unzufrieden, da er weder seine dichterischen noch seine privaten Vorstellungen verwirklichen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Wechsel in Puschkins Lebensumständen bewirkt seine Heirat mit Natalja Gontscharowa 1831. Sie hatten sich 1830 kennengelernt. Mit Blick auf die Hochzeit erhielt Puschkin von seinem Vater das Dorf Boldino 250 km von Nischni Nowgorod entfernt. Puschkin wollte es nur kurz besuchen, doch verhinderte eine Choleraepidemie die Rückkehr nach Moskau. Puschkin war gezwungen in der Provinz zu bleiben und es wurde seine größte Schaffensperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Paar zieht 1831 nach Petersburg, wo es mit Unterstützung von Gontscharowas wohlhabender Verwandtschaft am mondänen Leben des Zarenhofes teilnehmen kann - was Puschkin, der sich nach Unabhängigkeit sehnt, frustriert. Er streitet sich häufig und oft aus trivialen Gründen; seine Werke in dieser Zeit entstehen unter großem psychischen Druck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst 1836 darf er die Literaturzeitschrift Sowremennik (Der Zeitgenosse) herausgeben, ein Fortschritt in seiner stark von der Zensur beeinträchtigten Tätigkeit. Im Winter des Jahres 1836/1837 duelliert er sich in Folge einer Intrige mit dem französischen Gardeoffizier Georges-Charles d&#039;Anthès und wird dabei durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Am 29. Januar 1837, zwei Tage später, stirbt er. D&#039;Anthès, den die Kugel an Brust und Arm streifte, erlitt dagegen nur leichte Verletzungen. Aus Angst vor Sympathiekundgebungen überführt man Puschkin in das Swjatogorski-Kloster bei Pskow und beerdigt ihn dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Eugen Onegin]]&lt;br /&gt;
* Boris Godunow (1825)&lt;br /&gt;
* [[Der eherne Reiter]] (1833)&lt;br /&gt;
* Erzählungen Belkins&lt;br /&gt;
** Der Schneesturm&lt;br /&gt;
** Der Sargmacher&lt;br /&gt;
* [[Pique Dame]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Poesjkin-standbeeld.jpg|thumb|200px|Alexander Puschkin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
Puschkin gilt für die meisten seiner Landsleute als der russische Nationaldichter (mit weitem Abstand vor im Ausland wohl bekannteren Schriftstellern wie [[Lew Tolstoi|Tolstoi]], [[Fjodor Dostojewski|Dostojewski]], [[Nikolai Gogol|Gogol]] oder [[Boris Pasternak|Pasternak]]; im Deutschen vergleichbar nur einer Kombination aus Schiller und Goethe schlechthin). Bis zum Einmarsch Napoleons in Moskau 1812 sprach die russische Oberschicht Französisch. Nach dem darauf folgenden Brand Moskaus fragte man sich, warum man eigentlich die Sprache des Feindes spräche. Puschkin bereitete in seinen Gedichten, Dramen und Erzählungen der Verwendung der Umgangssprache den Weg; er schuf einen erzählerischen Stil, der Drama, Romantik und Satire mischte - ein Stil, der seitdem untrennbar mit der russischen Literatur verbunden ist und der zahlreiche russische Dichter massiv beeinflusste. Seine romantischen Zeitgenossen waren [[George Gordon Byron|Byron]] und Goethe; er wurde beeinflusst von [[Voltaire]] und den [[William Shakespeare|Shakespeare]]&#039;schen Tragödien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.puschkin Alexander Puschkin] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Literatur|Puschkin, Alexander]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=William_Shakespeare&amp;diff=4461</id>
		<title>William Shakespeare</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=William_Shakespeare&amp;diff=4461"/>
		<updated>2009-05-07T11:15:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Hw-shakespeare2.jpg|thumb|200px|William Shakespeare]]&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
===Das Shakespeare-Bild im Wandel der Zeiten===&lt;br /&gt;
Shakespeares Leben ist zwar so gut dokumentiert wie kein anderes eines Bürgers der englischen Renaissance. Spätere Epochen fanden die überlieferten Daten jedoch zu lückenhaft für die Biographie eines berühmten Dichters. Und nicht wenige Shakespeare-Bewunderer kommender Jahrhunderte konnten sich nicht damit abfinden, dass der verbürgte Teil von Shakespeares Leben so gar nicht das Bild eines Dichters von Weltrang wiedergab, sondern einen Aufsteiger, Grundstücksspekulanten und Besitzbürger zeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der dürftigen und die Phantasie wenig beflügelnden Lebensdaten schuf sich jede Epoche ihren eigenen Shakespeare, der der Bewunderung für das Werk mehr entsprach als der geschäftstüchtige Bürger der überlieferten Fakten. Im 17. Jahrhundert, unmittelbar nach Shakespeares Tod, waren zahlreiche Anekdoten über ihn im Umlauf, die schon im Jüngling den genialen Dichter zeichneten und die Lücken der Biographie zu schließen bemüht waren. Das 18. und frühe 19. Jahrhundert war eine Zeit der Idealisierung Shakespeares, ganz besonders in Deutschland. Shakespeare galt als Dichter schlechthin, als Originalgenie und unübertroffene Naturbegabung. Die biographischen Fakten ließ man beiseite und versuchte aus der Dichtung selbst, besonders aus den als Stimme des Dichters verstandenen Sonetten, einen anderen Shakespeare zu konstruieren, der dem eigenen Idol vom Dichter entsprach. Besonders Lessing, Herder und Goethe erhoben Shakespeares Werk in Abgrenzung gegen die französische Klassik zum Vorbild aller Dichtkunst. Das vom Sturm und Drang bis zur Romantik errichtete übermenschliche Shakespeare-Bild führte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dazu, dass den historischen Daten nicht mehr getraut wurde und selbst die Forschung sich dazu verstieg, dem biographisch überlieferten Shakespeare die Autorschaft über seine Werke abzuerkennen. Ein Grundstücksspekulant könnte unmöglich der Autor eines Hamlet oder Othello sein. So wurde denn nach würdigeren Verfassern gesucht, die man z.B. in dem Philosophen Francis Bacon oder dem Grafen Edward de Vere zu finden meinte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert hat man sich mit den Tatsachen abgefunden. Shakespeares wenig anregende Biographie ist das eine, seine reichhaltige Dichtung das andere. Man akzeptierte den Geschäftsmann Shakespeare, und man akzeptierte die Lücken in seiner Biographie. Nach Erklärungen des Werkes aus dem Leben des Dichters wurde nicht mehr gesucht, zumal die biographische Methode in der Literaturwissenschaft im allgemeinen zunehmend in Verruf geraten war. Dass das breite Publikum weiterhin den Dichter hinter dem Werk sucht, zeigt die begeisterte Aufnahme des Films &amp;quot;Shakespeare in Love&amp;quot; von 1998, in dem mit viel Phantasie die Entstehung von &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; aus einer frei erfundenen Liebesaffäre des Dichters abgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Frühe Jahre===&lt;br /&gt;
Shakespeares genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Das Datum seiner Taufe ist in den Taufregistern der Holy Trinity Church in Stratford mit dem 26. April 1564 eingetragen. Da es in jener Zeit allgemein üblich war, die Kinder drei Tage nach der Geburt zu taufen, ist anzunehmen, dass er am 23. April geboren wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
William Shakespeare ist der Sohn John Shakespeares und Mary Ardens; seine Mutter entstammt einer wohlhabenden Familie des niederen Adels. William besuchte vermutlich die Lateinschule in Stratford-upon-Avon. Genau weiß man das nicht, weil keine Aufzeichnungen oder Schülerlisten aus jener Zeit mehr vorhanden sind, aber für den Sohn eines erfolgreichen Bürgers der Stadt kam wohl kaum etwas anderes in Frage als die beste erreichbare Schulausbildung. Zudem zeugen zahlreiche Zitate aus Schulbüchern der grammar school von einem wahrscheinlichen Besuch. Sollte er tatsächlich diese Schule besucht haben, ist er in Latein, Geschichte, Morallehre und Dichtkunst unterrichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1582 heiratete Shakespeare, noch bevor er das 19. Lebensjahr vollendet hatte, die mit 26 Jahren acht Jahre ältere Bauerntochter Anne Hathaway. Das genaue Datum der Hochzeit ist unbekannt, aber das Aufgebot wurde am 28. November bestellt. Die Shakespeares hatten insgesamt drei Kinder. Sechs Monate nach Schließung der Ehe, am 26. Mai 1583, wurde das erste Kind Shakespeares, seine Tochter Susanna, getauft. Die Zwillinge Hamnet und Judith kamen am 2. Februar 1585 zur Welt; Hamnet starb 1596 im Alter von nur 11 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die verlorenen Jahre===&lt;br /&gt;
Nach der Geburt der Zwillinge verschwindet Shakespeare aus den offiziellen Dokumenten und wohl auch aus Stratford. Über die folgenden acht Jahre seines Lebens weiß man bis heute nichts. Diese Zeit wird deshalb the lost years (die verlorenen Jahre) genannt. Über die fragliche Zeit gibt es keine Tatsachen-Erkenntnisse, aber umso mehr Vermutungen. So soll William als Wilderer verhaftet worden sein und eine Zeit im Gefängnis verbracht haben. Oder er soll als Schulmeister gearbeitet haben. Dann wieder heißt es, er habe als Söldner in den Niederlanden gekämpft oder er habe sich als Diener bei einer adligen Familie verdingt. Auch wird vermutet, er habe längere Zeit auf einer Reise zum Kontinent verbracht und womöglich bedeutende Persönlichkeiten wie Michel de Montaigne und Giordano Bruno kennen gelernt. Am glaubwürdigsten ist die Geschichte, dass er sich einer reisenden Theatertruppe nach London anschloss und dort am Theater Hilfsdienste verrichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste schriftliche Dokument, das belegt, dass Shakespeare sich in London aufhielt, stammt von dem Dichter Robert Greene, der ihn 1592 in einem Pamphlet als Emporkömmling diffamierte, der sich Dinge anmaßte, die ihm nicht zustünden, da er ja nicht wie die angesehenen Dichter seiner Zeit seine Kunst an der Universität gelernt hätte: &amp;quot;There is an upstart crow, beautified with our feathers, that with his tygers heart wrapt in a Players hide supposes he is as well able to bombast out a blank verse as the best of you; and, being an absolute Johannes Factotum, is in his own conceit the only Shake-scene in a country&amp;quot;. – Das Wortspiel Shake-Scene ist dabei offensichtlich eine Anspielung auf Shakespeare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Pamphlet wurde nach dem Tode Greenes veröffentlicht, und der Herausgeber fügte gleich eine Entschuldigung bei, woraus man schließen kann, dass Shakespeare bereits bekannt, vielleicht sogar populär war und einflussreiche Gönner hatte. Er war zu dieser Zeit bereits Mitglied der Truppe Lord Strange&#039;s Men, die sich ab 1594 Lord Chamberlain&#039;s Men nannte; Shakespeares Schauspieltruppe war eine der führenden des elisabethanischen London. Kurz nach seiner Thronbesteigung macht Jakob I. sie als King&#039;s Men zu seiner eigenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stückeschreiber und Schauspieler===&lt;br /&gt;
Shakespeare arbeitete als Schauspieler in kleineren Rollen, war Teilhaber an der Theatertruppe und damit an allen Gewinnen beteiligt. Die immer noch herrschende Ansicht ist, dass er für seine Truppe Schauspiele schrieb. Diese Stücke waren überwiegend sehr erfolgreich und brachten hohe Einnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Shakespeare und viele andere waren als Stückeschreiber sehr begehrt. Es war durchaus üblich, ältere Stücke umzuschreiben und wieder neu aufzuführen; Shakespeares Hamlet ist eine Adaption eines älteren Stückes. Oder man verarbeitete Sagen und Märchen zu Dramen, wie etwa König Lear. Stücke entstanden auch nach gedruckten Quellen, etwa italienischen Novellensammlungen oder Chroniken. Eine ebenfalls gängige Methode war, von erfolgreichen Stücken Fortsetzungen zu schreiben. So war die Figur des Falstaff in Heinrich IV so populär, dass ihn Shakespeare in Die lustigen Weiber von Windsor wieder aufleben ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Theater dieser Zeit galt der Publikumserfolg eines Stückes als einziges Kriterium seiner Aufführbarkeit. Einen &amp;quot;Kulturbetrieb&amp;quot; in unserem Sinne oder ein künstlerisches Bewusstsein der zahlreichen Autoren gab es nicht. Stücke gingen in den Besitz der jeweiligen Schauspieltruppen über und wurden gehütet, damit kein anderes Theater an den Text gelangen und das Stück ebenfalls aufführen konnte. Dennoch entstanden inoffizielle Nachdrucke von Stücken, denn es herrschte eine rege Nachfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dichter und Geschäftsmann===&lt;br /&gt;
Shakespeare war mehr als nur ein Stückeschreiber. Er versuchte sich, zumal die Theater Londons wegen der Pest-Epidemien zeitweise schließen mussten, auch im eigentlichen Medium der Dichter jener Zeit, im epischen Gedicht und in der Lyrik. Er schrieb 1593 die zwei Verserzählungen Venus and Adonis und Lucrece, die er seinem adeligen Gönner Henry Wriothesley, Earl of Southampton, zueignete. Auch ein Zyklus von 154 Sonetten erschien 1609. Diese Arbeit umgeben zahlreiche Geheimnisse schon außerhalb des Textes, weil nicht klar ist, wer in einem kurzen Verleger-Vorspann, der meist als &amp;quot;Widmung&amp;quot; gelesen wird, mit &amp;quot;the only begetter&amp;quot; und &amp;quot;Mr. W.H.&amp;quot; gemeint ist. Vielleicht handelt es sich bei dieser Sonetten-Publikation auch um einen Raubdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1597 war Shakespeare bereits Mitbesitzer des Londoner Globe Theatre, das seine Truppe als Nachfolger für das Theatre baute, dessen Pachtvertrag ausgelaufen war. Die Lord Chamberlain’s Men benannten sich nach ihrem Mäzen und Sponsor, dem Lord Chamberlain, und sie waren auch am Hof der Königin Elisabeth gern gesehen. Später, unter Elisabeths Nachfolger Jakob I., durften sie sich sogar nach dem königlichen Gönner King’s Men nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Schauspieler, Stückeschreiber, vor allem aber als kaufmännischer Teilhaber des Globe erwarb sich Shakespeare Vermögen und Einfluss, so dass ihm 1596 für seine Verdienste ein Familienwappen gewährt wurde, das sein Vater schon 1576 erfolglos beantragt hatte. 1597 kaufte Shakespeare sich das zweitgrößte Haus in seiner Geburtsstadt Stratford, New Place. Aus dem Jahr 1598 ist ein Brief erhalten, in dem sich ein gewisser Richard Quiney bei Shakespeare für ein Darlehen von 30 Pfund bedankt. (18 Jahre später heiratete William Shakespeares Tochter Judith dessen Sohn Thomas.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1596 baute der Theaterunternehmer James Burbage das Blackfriars Theatre, an dem sich später auch Shakespeare beteiligte, ein im Gegensatz zum Globe überdachtes Theater, in dem seine Truppe von nun an während der Wintermonate spielte. Das Publikum dort war exklusiver als in den großen Freilichtbühnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die letzten Jahre===&lt;br /&gt;
Mit 46 Jahren kehrte Shakespeare als reicher Mann nach Stratford zurück, kaufte ein großes Haus (New Place) und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen nicht ganz abreißen ließ und bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Shakespeare starb mit 52 Jahren im Jahr 1616 in Stratford und wurde in der Holy Trinity Church beigesetzt. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer chemischen Untersuchung von Bruchstücken von Tabakspfeifen, die auf Shakespeares Grundstück in Stratford gefunden wurden, fanden sich Spuren von Marihuana und Kokain, das im 16. Jahrhundert erstmals von Südamerika nach Europa eingeführt wurde. Dies gab Anlass zu Spekulationen, Shakespeare habe womöglich Drogen konsumiert; es wird auch auf die Verwendung der Ausdrücke noted weed und compounds strange in Sonnet 76 verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1623 wurde von den Bürgern Stratfords in der Altarwand der Kirche ein Gedenkstein errichtet, mit einer steinernen Büste und einer lateinischen Inschrift. Shakespeares ehemalige Theaterkollegen John Heminges und Henry Condell veröffentlichten seine Werke unter dem Titel Mr William Shakespeare&#039;s Comedies, Histories and Tragedies in einem großformatigen Buch, Folio genannt - der erste Versuch einer Gesamtausgabe. Die Folio-Edition enthält nicht nur die Stücke, sondern auch ein Vorwort und ein Lobgedicht des zu jener Zeit populären Dichters Ben Jonson, worin Shakespeare wie folgt gewürdigt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Triumph my Britain, thou hast one to show&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;To whom all scenes of Europe homage owe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;He was not of an age, but for all time! ...&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(Triumphiere, mein Britannien, du hast einen,&lt;br /&gt;
:dem alle Bühnen Europas huldigen,&lt;br /&gt;
:er war nicht für eine Ära, sondern für alle Zeiten.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Porträt, das die Titelseite der Folio-Edition schmückt, ist das einzige Abbild Shakespeares, von dem man annehmen kann, dass der Künstler Martin Droeshout Shakespeare persönlich gesehen haben könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Shakespeares Sprache==&lt;br /&gt;
Shakespeares Dramen waren keine „Schau“spiele im modernen Sinn, sondern Sprach-Spiele. Man ging im elisabethanischen England nicht ins Theater, um ein Drama zu „sehen“, sondern zu „hören“ („hear a play“), und vieles wird in Shakespeares Stücken allein durch Worte dargestellt. „Word scenery“ bedeutet soviel wie „Kulissen aus Worten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aufführung im Globe fand am Nachmittag unter freiem Himmel statt, und so konnten beispielsweise Szenen, die in der Nacht spielen, nicht durch Abschalten der Beleuchtung erschaffen werden, sondern mussten durch Worte umschrieben werden. „There’s husbandry in heaven, their candles are all out“ (Es ist Sparsamkeit am Himmel, ihre Kerzen sind alle aus) sagt Banquo in „Macbeth“ und malt damit in der Vorstellung der Zuhörer die für den Mord am König so geeignete dunkle sternlose Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Shakespeare war vor allem ein Virtuose seiner Sprache. 34.000 verschiedene Wörter zählt man in seinen Werken – der geschätzte aktive Wortschatz eines gebildeten Engländers heutzutage ist nur etwa halb so groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab zu Shakespeares Zeit eine große Freiheit der Sprache, was man schon an der Tatsache erkennt, dass er seinen eigenen Namen nicht immer gleich schrieb. Und es war viel eher als heute möglich, neue Wörter zu erfinden, wenn sich die Notwendigkeit dazu ergab. Shakespeare erschuf mehr neue Wörter als jeder andere englische Dichter und bereicherte so seine Sprache in überwältigender Weise. Viele Wörter, die heute ganz alltäglich sind, wurden zum ersten Mal in einem seiner Stücke verwendet (zum Beispiel &#039;&#039;multitudinous&#039;&#039;, a&#039;&#039;ccommodation&#039;&#039;, &#039;&#039;premeditated&#039;&#039;, &#039;&#039;assassination&#039;&#039;, &#039;&#039;submerged&#039;&#039;, &#039;&#039;obscene&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urheberschaft seiner Werke ==&lt;br /&gt;
Der Kern einer Urheberschaftsdebatte um William Shakespeare rührt daher, dass seit mehr als 150 Jahren eine Gemeinde von sog. „Antistratfordianern“ die Auffassung entwickelt hat, die William Shakespeare zugeschriebenen Werke seien nicht von dem Mann gleichen Namens aus Stratford upon Avon verfasst worden. Hintergrund dieser immer wieder geführten Debatten ist die Behauptung, dass der Dichter der Shakespeare’schen Werke kein einfacher Mann von geringer Bildung aus der Provinz gewesen sein könne. Dabei war die Grammar School in Stratford keineswegs eine zweitklassige Ausbildungsstätte: Die Schüler lernten die klassischen Sprachen und schrieben schon während der Schulzeit kleine Dramen nach dem Muster der klassischen Stücke, die übersetzt und analysiert wurden; eine bessere Schulausbildung gab es gar nicht. Ein weiteres Argument ist, dass es – bei Autoren des sechzehnten Jahrhunderts allerdings keine Ausnahme – keine Original-Handschriften von Shakespeare gibt, sieht man von ein paar Unterschriften und dem umstrittenen Manuskript des Stücks &#039;&#039;Sir Thomas More&#039;&#039; ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der wissenschaftlichen Shakespeareforschung herrscht nicht mehr allgemein die Auffassung, dass Zweifel an Shakespeares Autorschaft als grundlos anzusehen sind und sämtliche Verfassertheorien einer näheren Überprüfung standhalten. Mit den neueren, an Michel Foucault anschließenden diskursanalytischen Theorien der Funktion des Autorbegriffs auch die „Shakespearefrage“ auf einer neuen Ebene wieder diskutabel geworden (Margreta de Grazia, Leah S. Marcus): Gefragt wird dann nicht nach der konkreten Identifikation einer bestimmten Person als Verfasser der Shakespeareschen Werke, sondern nach der Bedeutung, die eine Zuschreibung dieses Textkorpus an die Autorinstanz Shakespeare für das Verständnis der Texte hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Urheberschaftsdiskussion um die „wahre“ Verfasserschaft begann bereits im 18.Jahrhundert, als Rev. James Wilmot 1780 nach Feldforschungen im Umkreis von Stratford zu der Überzeugung gelangte, dass Shakespeare aus Stratford die Werke nicht geschrieben haben könne; er entwickelte mangels besserer Evidenzen die Theorie, dass es am ehesten Francis Bacon gewesen sein müsste. 1856 erhob erneut William Henry Smith für Francis Bacon eine Anwartschaft auf die Autorschaft der Shakespeare’schen Werke. Smith wurde ein Jahr später von der zu Francis Bacon zufällig namensgleichen Delia Bacon in ihrem Buch „The Philosophy of Shakespeare’s Plays“ (1857) unterstützt, der wohl frühesten Anti-Stratford Monographie, in dem sie die Hypothese entwickelte, dass sich hinter den Shakespearestücken eine Gruppe von Dichtern/Schriftstellern mit Francis Bacon, Sir Walter Raleigh und Edmund Spenser verbarg (sog. Gruppentheorie). Ihre Publikation löste eine ganze Welle von Spekulationen aus, bei denen bis heute immer neue mögliche Kandidaten ins Spiel gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meistgenannten Kandidaten sind neben Francis Bacon, William Stanley (6th Earl of Derby), Edward De Vere (17th Earl of Oxford) und Christopher Marlowe. Frauen befanden sich ebenfalls unter den letztlich nicht ernsthaft zu diskutierenden Anwärtern: Shakespeares Frau Anne Hathaway, eine wahrscheinlich fiktive Anne Whateley und sogar Königin Elisabeth. Im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert haben sich bekannte und angesehene Personen, unter den deutschsprachigen etwa Sigmund Freud und Georg Cantor, an der Debatte beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption in Deutschland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland hat die Shakespeare-Rezeption eine wechselvolle Geschichte, in der der Dichter für die verschiedensten Interessen in Dienst genommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von großer Bedeutung ist Shakespeare für die Literaturtheorie der Aufklärung bei Gotthold Ephraim Lessing (im &#039;&#039;17. Literaturbrief&#039;&#039; 1759), für die Dramatiker des Sturm und Drang etwa bei Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (&#039;&#039;Briefe über Merckwürdigkeiten der Litteratur&#039;&#039;, 1766/67), bei Johann Gottfried Herder (&#039;&#039;Von deutscher Art und Kunst&#039;&#039;, 1773) und Johann Wolfgang von Goethe (&#039;&#039;Rede zum Shäkespears Tag&#039;&#039;, 1771); jedoch ebenso für die deutsche Romantik und die Dramentheorie des 19. Jahrhunderts. Der im frühen 18. Jahrhundert noch tonangebende Theoretiker Johann Christoph Gottsched, der dem französischen Klassizismus des 17. Jahrhunderts verpflichtet war und dem folglich die den drei Aristotelischen Einheiten entsprechenden französischen Stücke viel eher zusagten, äußerte sich noch, wie [[Voltaire]] vor ihm, recht abfällig über Shakespeare. Doch nun wurde Shakespeare über die Bewunderung der neuen literarischen Wortführer zum Prototyp des Genies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Deutschen eine besondere Affinität zu Shakespeare haben, lässt sich auch an der bereits 1864 erfolgten Gründung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft erkennen. Im Zuge des deutschen Chauvinismus des neunzehnten Jahrhundert wurde Shakespeare sogar als der „dritte deutsche Klassiker“ neben Goethe und Schiller beansprucht (Wilhelm Jordan).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unübersehbar ist darum die Flut der Eindeutschungen Shakespeares seit über 250 Jahren. Infolge dessen wird der Dichter selbst in der Fachliteratur bisweilen als „dritter deutscher Klassiker“ bezeichnet. Bekannte Übertragungen der Dramen Shakespeares ins Deutsche sind die Ausgaben Christoph Martin Wielands, Eduard Wilhelm Sievers&#039;, diejenige von Johann Heinrich Voß und seiner Söhne Heinrich Voß und Abraham Voß, die Schlegel-Tieck-Ausgabe (August Wilhelm Schlegel, Wolf von Baudissin, Ludwig Tieck und Dorothea Tieck) sowie in neuerer Zeit die Übersetzungen von Erich Fried und Frank Günther. Eine Nacherzählung einzelner Werke von Shakespeare, die sich an Kinder richtet, gibt es von Franz Fühmann. Neuere Übersetzungen, die Aufsehen erregten, waren insbesondere die Übertragungen einiger Schauspiele durch Thomas Brasch und „Peter Handkes schöne, poetische genaue Übersetzung“ (so Rolf Michaelis in der Zeit) des Wintermärchens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren hat sich die Übersetzertätigkeit vor allem auf die Sonette konzentriert, an denen sich bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert viele Schriftsteller versucht haben und von denen inzwischen fast jedes Jahr neue Versionen erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
===Tragödien===&lt;br /&gt;
* [[Romeo und Julia]]&lt;br /&gt;
* [[Hamlet]]&lt;br /&gt;
* [[Macbeth]]&lt;br /&gt;
* [[Julius Caesar]]&lt;br /&gt;
* [[Othello]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historiendramen===&lt;br /&gt;
* [[König Johann]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich_VI._(Drama)|Heinrich VI.]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich_V._(Drama)|Heinrich V.]]&lt;br /&gt;
* [[Richard II. (Drama)|Richard II.]]&lt;br /&gt;
* [[Richard III.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Komödien===&lt;br /&gt;
* [[Viel Lärm um nichts]]&lt;br /&gt;
* [[Was ihr wollt]]&lt;br /&gt;
* [[Ein Sommernachtstraum]]&lt;br /&gt;
* [[Der Kaufmann von Venedig]]&lt;br /&gt;
* [[Wie es euch gefällt]]&lt;br /&gt;
* [[Der Sturm (Shakespeare)|Der Sturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lyrik===&lt;br /&gt;
* [[Die Sonette]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
*[http://www.bildungsserver.de/db/fachlist.html?fach=1840&amp;amp;current=18&amp;amp;second=1 Unterrichtsmaterialien zu William Shakespeare] Deutscher Bildungsserver&lt;br /&gt;
*[http://www.webenglishteacher.com/shakespeare.html Background Information &amp;amp; Teaching Ideas] von Web English Teacher&lt;br /&gt;
* [http://www.schulportal.de/030947/023835/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Gymnasium/Englisch/Klasse_13_LK/Unterrichtsentwurf_Lehrprobe_Musterstunde.html Charakterisierung des &amp;quot;Shylock&amp;quot; aus dem &amp;quot;Merchant of Venice&amp;quot; anhand interpretierender szenischer Darstellung] Unterrichtsentwurf für 13. Klasse, Englisch LK&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Ulrich Suerbaum: Der Shakespeare-Führer, Stuttgart 2006 (Reclam)&lt;br /&gt;
* Interpretationen. Shakespeares Dramen, Stuttgart 2000 (Reclam)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.shakespeare William Shakespeare] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Englische_Literatur|Shakespeare, William]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Sophokles&amp;diff=4460</id>
		<title>Sophokles</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Sophokles&amp;diff=4460"/>
		<updated>2009-05-07T11:12:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 88.75.134.40 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Sophokles.jpg|thumb|200px|Sophokles]]&lt;br /&gt;
(497/496 v. Chr. - 406/405 v. Chr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
Sophokles wurde 497/496 v. Chr. in dem Dorf Kolonos bei Athen geboren. Er gehörte mit Aischylos und Euripides, deren Zeitgenosse er war, zu den &amp;quot;Großen Drei&amp;quot; der griechischen Tragödiendichtung. Bei den Agonen (Wettkämpfen) auf der Theaterbühne in Athen errang er etwa zwanzig erste und über zehn zweite Plätze, wobei jeweils nur drei Dichter im Wettstreit miteinander standen. Sein erster Triumph gelang Sophokles 468 v. Chr. ausgerechnet über Aischylos, bei dem er einst das Schreiben von Tragödien gelernt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sophokles spielte im alten Athen aber nicht nur als Dichter eine herausragende Rolle. Er nahm auch am politischen Leben der Stadt teil und bekleidete verschiedene wichtige Ämter. So war er Finanzverwalter, politischer Berater, Kriegsstratege und übte eine zeitlang sogar das Priesteramt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sophokles war zwei Mal verheiratet und hatte zwei Söhne, die ebenfalls Tragödiendichter wurden, aber bei weitem nicht den Bekanntheitsgrad ihres Vaters erreichten. Als Sophokles 406 oder 405 v. Chr. starb, war er hoch berühmt und galt seinen Zeitgenossen wegen seiner Erfolge auf vielen Ebenen des Lebens als Liebling der Götter. Nach seinem Tod wurde er nahezu kultisch verehrt. Begraben ist Sophokles in der Familiengruft an der Straße von Athen nach Dekeleia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Von den wahrscheinlich 113 Dramen, die Sophokles geschrieben hat, sind nur sieben Stücke vollständig erhalten. Immerhin sind die [http://de.wikipedia.org/wiki/Sophokles#Die_verlorenen_bzw._fragmentarisch_.C3.BCberlieferten_Werke Titel von über 100 nicht oder nur fragmentarisch erhaltenen Stücken] überliefert. Die vollständig erhaltenen Stücke sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aias]] (455-450 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* Die Trachinierinnen (vor 442 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Antigone]] (442 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* [[König Ödipus]] (429-425 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Elektra]] (ca 420 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* Philoktetes  (409 v. Chr.)&lt;br /&gt;
* Ödipus auf Kolonos (401 v. Chr. postum aufgeführt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antigone, König Ödipus und Ödipus auf Kolonos bilden die sogenannte Thebanische Trilogie. Wie Aischylos entnahm Sophokles den Stoff für seine Stücke vornehmlich den griechischen Götter- und Heldensagen, die den Zuschauern bekannt waren. Ödipus, Iokaste, Kreon, Antigone, Ismene, die Hauptfiguren der Thebanischen Trilogie, waren Gestalten des Herrschergeschlechts von Theben im antiken Böotien, nordwestlich von Athen. Das Interesse der Zuschauer richtete sich daher nicht auf den bekannten Stoff, sondern auf die Art der Aufführung. Und gerade darin waren Sophokles&#039; Dramen revolutionär.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sophokles erneuerte die attische Tragödie in mehrfacher Hinsicht. So erweiterte er die Rollen um einen dritten Schauspieler. Ursprünglich gab es auf der Bühne nur den Chor und einen Schauspieler; ein zweiter Schauspieler war durch Aischylos eingeführt worden. Den Schauspielern und dem Dialog als dramatisches Mittel kam damit eine deutlich größere Bedeutung zu als bei den Vorgängern des Sokrates. Auch die Zahl der Chormitglieder erhöhte Sokrates von 12 auf 15. Der Chor erhielt zudem eine neue Funktion. Er wurde als Mitspieler in das tragische Geschehen einbezogen und seine Kommentare waren durch seine Rolle, z.B. die der älteren Bürger Athens, bedingt. Bei Aischylos bringt der Chor dagegen oft die Meinung des Dichters zum Ausdruck und beansprucht objektive Gültigkeit. Die neue Lebendigkeit auf der Bühne wurde noch durch die Einführung der Szenenmalerei gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als sein Vorgänger Aischylos schrieb Sophokles keine inhaltlich zusammenhängenden Tetralogien, sondern für sich stehende Einzelwerke. Damit im Zusammenhang erhöhte Sophokles die Bedeutung des tragischen Helden. Gegenüber den Göttern bekam der Mensch in den Tragödien des Sophokles ein größeres Gewicht. Das tragische Schicksal war nicht mehr wie bei Aischylos ein von den Göttern verhängter Geschlechterfluch, sondern entwickelte sich aus dem Wesen des Menschen, der mit der göttlichen Ordnung in Konflikt gerät. Zwar ist auch bei Sophokles, dem eine tiefe Frömmigkeit nachgesagt wird, das Schicksal gottgegeben, aber der Mensch wird zum ersten Mal als Persönlichkeit gesehen, die, wie z.B. Ödipus, Großes leistet und dabei auch große Schuld auf sich lädt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie vor allem beim &amp;quot;König Ödipus&amp;quot; handelt es sich bei den Tragödien des Sophokles mehr oder weniger ausgeprägt um analytische Dramen, bei denen die ‚Wahrheit’ erst im Verlauf der Handlung sichtbar wird. Das wesentliche Ereignis liegt in der Vorgeschichte, und die Handlung dient der Aufklärung des vor Dramenbeginn liegenden Konflikts. Das weist darauf hin, dass Sophokles’ Helden oft Verblendete sind und ihr Ringen das Ringen um Erkenntnis darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Wirkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.sophokles Sophokles] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Sophokles Sophokles auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Nadine_Gordimer&amp;diff=4459</id>
		<title>Nadine Gordimer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Nadine_Gordimer&amp;diff=4459"/>
		<updated>2009-05-07T11:11:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 79.211.150.215 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Nadine Gordimer&#039;&#039;&#039; (* 20. November 1923 in Springs, Provinz Gauteng, früher Transvaal) ist die wohl bekannteste südafrikanische Schriftstellerin. Ihre Romane, Erzählungen und Essays behandeln vor allem die südafrikanische Apartheidpolitik und deren zerstörerische Folgen sowohl für die schwarze als auch für die weiße Bevölkerung. 1974 bekam Nadine Gordimer den Booker Prize, 1991 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
===Familie und frühe Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Vater war ein jüdischer Juwelier der als Dreizehnjähriger aus Litauen emigrierte, ihre Mutter war Engländerin. Gordimer wuchs in ihrer Geburtsstadt Springs, östlich von Johannesburg auf, einer der Orte entlang des Höhenzugs Witwatersrand, die Ende des 19. Jahrhunderts durch den Goldbergbau entstanden. Sie wurde nicht jüdisch erzogen und ging auf eine kostenpflichtige Konventschule. Sie verbrachte eine sorgenfreie Kindheit und Jugend in der behüteten Umgebung der weißen südafrikanischen Minderheit. Sie wurde wegen einer vermeintlichen Herzschwäche jahrelang von ihrer Mutter zuhause unterrichtet. Ihre relative Isolation gab ihr die Gelegenheit alles zu lesen, was ihr in die Hände fiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits als Neunjährige begann sie zu schreiben und mit 14 Jahren erschien ihre erste Kurzgeschichte (Come Again Tomorrow) auf den Kinderseiten der Zeitschrift Forum (Johannesburg). Seit 1948 lebt sie in Johannesburg, wo 1949 ihre erste Kurzgeschichtensammlung Face to Face verlegt wurde. Mit The Lying Days veröffentlichte sie 1953 ihren ersten Roman. 1951 brachte der New Yorker erstmals eine Geschichte, viele weitere sollten folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Studium===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Studium schrieb sie sich an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg ein, die sie jedoch ohne Abschluss nach nur einem Jahr verließ. Sie reiste viel in Afrika, Europa und den USA, wo sie in den 1960ern und 1970ern auch mehrfach an Universitäten lehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Widerstand gegen die Apartheid===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beinahe ihr gesamtes Leben lebte und schrieb sie in einem Südafrika, das von Apartheid gespalten war. Gordimer gehörte in den 1950ern zu einer kleinen Gruppe, die bewusst die damaligen Apartheidgesetze missachtete, um diese zu unterhöhlen. Mit den Massenverhaftungen von 1956 und dem Verbot des African National Congress (1960) wurde dieses Vorgehen vehement unterbunden. Gordimers konsequentes Eintreten für das Recht auf freie Meinungsäußerung brachte ihr mehrfach Publikationsverbote in ihrem Heimatland ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den sechziger Jahren wurde die schwarze Widerstandsbewegung radikaler in ihren Methoden, wandte z.B. Industriesabotage an, wie sie im Roman The Late Bourgeois World (1966) beschrieben wird, und setzte vielfach nicht mehr auf die Unterstützung durch liberale Weiße, so z. B. der 1959 gegründete Pan Africanist Congress. Gordimer fühlte sich folglich doppelt ausgegrenzt: durch die Weißen aufgrund des Apartheidregimes, durch die Schwarzen wegen ihrer Hautfarbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausgrenzung progressiver Weißer intensivierte sich in den 1970ern mit der Geburt der black consciousness Bewegung. Diese Bewegung erstrebte die Befreiung der Schwarzen auch auf einer psychologischen Ebene und sah die Beteiligung Weißer, die im Namen Schwarzer sprachen und handelten, als Verschärfung deren psychologischer Abhängigkeit. Gordimer akzeptierte, dass die Schwarzen ihre Zukunft selber bestimmen mussten: ein künftiges Südafrika, in dem &#039;Rasse&#039; keine Rolle mehr spiele, sondern das durch die schwarze Mehrheit auf der Basis eines gleichen Wahlrechts geführt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den späten achtziger Jahren kam es wieder zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Schwarzen und den Weißen im Widerstand. Gordimer nahm eine prominentere Stellung in der Bewegung ein und nutzte ihren Ruhm als Schriftstellerin, um politische und kulturelle Gruppierungen finanziell und öffentlichkeits-wirksam zu unterstützen. Sie kämpfte auch gegen das südafrikanische Zensurgesetz. Aber ihr Schreiben blieb ihre wichtigste Waffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Interviews bekräftigte sie, dass es nicht ihre Absicht sei, als Propagandistin andere von ihren politischen Idealen zu überzeugen. Sie wolle stattdessen die Wirklichkeit auf ehrliche Weise darstellen und verborgene Aspekte beleuchten. Sie interessierte sich besonders für die psychologischen und gesellschaftlichen Aspekte von Konfliktsituationen, so z.B. in Die Hauswaffe (1998). Der Roman spielt im „neuen“, immer noch von Gewalt geschüttelten Südafrika nach der Apartheid und beschreibt die emotionalen Verwirrung eines Ehepaars, dessen Sohn des Mordes bezichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Apartheid in ihrem schriftstellerischen Werk===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Werk zeigt sie, dass Apartheid kein statischer, starrer Begriff ist, sondern etwas das sich ständig weiterentwickelt. Die Realität in ihrem Werk ist nie schwarz-weiß, sondern mit vielen Grautönen durchsetzt. Im Studium von Gordimers Gesamtwerk lässt sich gut nachvollziehen, wie sich ihr Gedankengut und ethnisches Bewusstsein weiterentwickelt. 1991 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, aufgrund der offenen und ironischen Art, mit der sie soziales Unrecht beschreibt. Ihr Werk ist in über dreißig Sprachen übersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Wirkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.gordimer Nadine Gordimer] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Afrikanische Literatur|Gordimer, Nadine]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Der_Kirschgarten&amp;diff=4456</id>
		<title>Der Kirschgarten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Der_Kirschgarten&amp;diff=4456"/>
		<updated>2009-04-28T18:33:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 80.187.105.95 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Kirschgarten&#039;&#039;&#039; ist eine Komödie in vier Akten von [[Anton Tschechow]]. Es ist Tschechows letztes Werk und wurde zu seinem 44. Geburtstag 1904 in Moskau uraufgeführt. Der Autor starb ein halbes Jahr nach der Uraufführung an Tuberkulose.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Die Idee, für das Moskauer Künstlertheater unter der Leitung von Stanislawskij und Nemirowitsch-Dantschenko eine Komödie zu schreiben, geht auf den Beginn des Jahres 1901 zurück. Aber erst im Februar 1903 begann Tschechow mit der Niederschrift und brauchte acht Monaten zur Fertigstellung des Stückes. Die Arbeit an der Komödie war überschattet von Tschechows Lungentuberkolose, die ihm seit Jahren zu schaffen machte und um die Jahrhundertwende immer stärker zum Ausdruck kam und der er im Juli 1904 erlag. So ist die Untergangsthematik dieser tragischen Komödie auch durch Tschechows eigene Lebenssituation geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Das Stück spielt um 1900 auf einem russischen Adelssitz mit einem großen Kirschgarten. Die Besitzerin, Ljubow Andrejewna, lebt nach dem Tod ihres Mannes und nach dem tödlichen Unfall ihres Sohnes seit fünf Jahren in einer unglücklichen Beziehung mit ihrem Geliebten in Paris. Sie wird von ihrer Tochter Anja nach Russland zurückgerufen, da das Langut hoch verschuldet ist und versteigert werden soll. Bei ihrer Ankunft zu Beginn des Stückes wird Ljubow Andrejewna von Kindheitserinnerungen überwältigt. Aber das Landgut scheint nicht mehr zu retten zu sein. Sie selbst und ihr Bruder Gajew haben ihr Vermögen verschwendet, sie an ihren Geliebten, Gajew durch seine leichtsinnige Lebensweise. Lopachin, der Sohn eines früheren Leibeigenen, der es als Kaufmann zu einem gewissen Wohlstand gebracht hat, macht ihr den Vorschlag, den Kirschgarten abzuholzen, das Land zu parzellieren und für Datschen (Ferienhäuser) zu verpachten. Die Erinnerung an die alte Zeit und der blühende Kirschgarten lässt die Geschwister den Vorschlag zurückweisen. So kommt es zur Versteigerung, bei der das Gut an Lopachin fällt. Zum Abschied gibt die Gutsbesitzerin ein großes Fest, bei der jedoch keine festliche Stimmung aufkommen will, da der Grund und Boden, auf dem man tanzt, unrettbar verloren ist. Nach einer langen Abschiedszene, bei der im Hintergrund bereits die Axtschläge der Holzfäller im Kirschgarten zu hören sind, zerstreut sich die Familie in alle Richtungen. Ljubow Andrejewna geht zu ihrem untreuen und sie ausnutzenden Geliebten nach Paris zurück, Gajew tritt eine Stelle in einer Bank an und die Dienerschaft begibt sich auf die Suche nach neuen Beschäftigungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Interpretation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Bodo Zelinsky (2003): Der Kirschgarten, in: Bodo Zelinsky (Hrg.): Tschechows Dramen, Stuttgart 2003, S. 103-142&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Michail_Afanasjewitsch_Bulgakow&amp;diff=4453</id>
		<title>Michail Afanasjewitsch Bulgakow</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Michail_Afanasjewitsch_Bulgakow&amp;diff=4453"/>
		<updated>2009-04-24T16:24:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Michail Afanasjewitsch Bulgakow&#039;&#039;&#039; (* 3. Mai/15. Mai 1891 in Kiew, Ukraine; † 10. März 1940 in Moskau) war ein russischer Schriftsteller, der in der Ukraine geboren wurde, ab 1921 aber in Moskau lebte. Er gilt als einer der großen Satiriker der russischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Michail Bulgakow kommt als Sohn von Afanas Iwanowitsch Bulgakow, einem Dozenten an der Kiewer Geistlichen Akademie, und dessen Frau Warwara Michajlowna (geborene Pokrowska) zur Welt. Nach dem Abitur am Kiewer Ersten Gymnasium 1909 schreibt er sich an der Medizinischen Fakultät der Kiewer Universität ein. 1916 erhält er das Diplom eines Arztes und tritt eine Stelle auf dem Land im Gebiet Smolensk an bevor er in dem Ort Wjasma praktiziert.1915 heiratet er seine erste Frau Tatjana Nikolajewna Lappa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Russischen Bürgerkrieges wird Bulgakow im Februar 1919 als Arzt in die Ukrainische Republikanische Armee einberufen. Er desertiert nach kurzer Zeit und schafft es in selbiger Funktion in der Roten Armee unterzukommen. Schließlich landet Bulgakow bei den südrussischen Weißen Garden. Eine gewisse Zeit verbringt er bei den Kosaken in Tschetschenien, später verschlägt es ihn nach Wladikawkas. Ende Oktober 1921 zieht Bulgakow nach Moskau und beginnt für eine Reihe von Zeitungen (Sirene, Arbeiter) sowie Zeitschriften (Der Medizinische Arbeiter, Russland‚ Wiedergeburt) zu arbeiten. In dieser Zeit publiziert er vereinzelte Prosastücke in der in Berlin erscheinenden Exilantenzeitung Am Vortag. Zwischen 1922 und 1926 druckt die Sirene mehr als 120 seiner Reportagen, Essays und Kolumnen. 1923 tritt Bulgakow dem Allrussischen Schriftstellerverband bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 trifft er Ljubow Jewgenjewna Beloserskaja, die er im Jahr darauf heiratet. 1928 bereist das Paar den Kaukasus und besucht die Städte Tiflis, Batumi, Wladikawkas und Gudermes. In Moskau findet im selben Jahr die Premiere von Багровый остров (Blutrote Insel) statt. Der Autor entwickelt in dieser Zeit die ersten Ideen zu Der Meister und Margarita und beginnt die Arbeit an einem Stück über [[Molière]] mit dem Titel Кабала святош (Sklaverei der Frömmler). 1929 begegnet er Jelena Sergejewna Schilowskaja, die 1932 seine dritte Frau wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1930 werden die Werke Bulgakows nicht mehr veröffentlicht, seine Stücke (darunter: Бег, Зойкина квартира, Багровый остров, und das Spektakel Дни Турбиных) verschwinden von den Spielplänen der Theater. In Briefen an seinen in Paris lebenden Bruder Nikolai beklagt sich Bulgakow über die für ihn undankbare Situation und seine beschwerliche materielle Lage. Zur selben Zeit wendet er sich auch an die politische Führung der UdSSR mit der Bitte, ihm entweder die Emigration oder eine Arbeit als Regie-Assistent am МХАТ (Московский художественный театр им. Чехова) zu verschaffen. Iosif Wissarionowitsch Stalin persönlich ruft Bulgakow an und verspricht Hilfe. Der Autor arbeitet 1930 zunächst im Zentraltheater der werktätigen Jugend TRAM, dann bis 1936 im MXAT in der Funktion eines Regie-Assistenten. 1932 ist er an der Inszenierung von Gogols Tote Geister beteiligt. Ab 1936 findet er sich im Bolschoi-Theater als Librettist und Übersetzer wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936 findet die Premiere von Molière statt. 1937 arbeitet er an Libretti für Минин и Пожарский und Пётр I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1939 arbeitet Bulgakow an dem Libretto Рашель und an einem Stück über Stalin (Batum). Entgegen der Erwartung des Autors werden Veröffentlichung und Aufführung verboten. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Die Ärzte diagnostizieren Nephrosklerose. Er beginnt, seiner Frau Jelena Sergejewna die letzten Varianten seines Romans Der Meister und Margarita in den Block zu diktieren. Ab Februar 1940 halten Freunde und Verwandte Wache am Krankenbett. Am 10. März stirbt Bulgakow. Einen Tag darauf hält der Sowjetische Schriftstellerverband eine zivile Totenmesse ab. Zuvor formt der Bildhauer S. D. Merkurow vom Antlitz des Verstorbenen die Totenmaske ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bulgakows groteske Darstellungen des Alltagslebens in der jungen Sowjetunion haben oftmals fantastische oder absurde Züge - in der russischsprachigen Literatur seit Gogol eine typische Art, Gesellschaftskritik zu üben. Hundeherz entstand bereits 1925, wurde in der Sowjetunion jedoch erst 1987 gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wohl bekannteste und weltweit berühmteste Werk ist &amp;quot;Der Meister und Margarita&amp;quot;, eine satirisch-groteske Aufnahme des Faustmotivs, eine Reise durch die Zeiten. Das Werk erschien gedruckt erstmalig 1966/67 in Fortsetzungen in der Literaturzeitschrift Moskwá - fast 30 Jahre nach dem Tod des Autors - in gekürzter Fassung. Die ungekürzte Version erschien in Buchform erstmals 1973. Kurz nach der sowjetischen Ausgabe wurde der Roman 1968 auch in der deutschen Übersetzung von Thomas Reschke veröffentlicht. Nicht wenige Kritiker halten das Buch für das beste sowjetische Werk des 20. Jahrhunderts. Eines seiner Leitmotive war &amp;quot;Manuskripte brennen nicht&amp;quot; (Рукописи не горят).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Meister und Margarita&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.bulgakow Michail Afanasjewitsch Bulgakow] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Literatur|Bulgakow, Michail Afanasjewitsch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Racine&amp;diff=4452</id>
		<title>Jean Racine</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Racine&amp;diff=4452"/>
		<updated>2009-04-24T16:23:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Jean Racine&#039;&#039;&#039; (* 21. Dezember 1639 in La Ferté-Milon; † 21. April 1699 in Paris) war einer der bedeutendsten Autoren der französischen Klassik. Er gilt den Franzosen als ihr größter Tragödienautor neben oder gar vor Pierre Corneille.&lt;br /&gt;
[[Bild:Jean_racine.jpg|thumb|200px|Jean Racine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Racine wurde geboren in La Ferté-Milon als Sohn eines dem niederen Amtsadel angehörenden königlichen Salzsteuer-Beamten. Auch seine Mutter stammte aus diesen Kreisen, doch verlor Racine sie als Zweijähriger bei der Geburt einer Schwester. Mit vier verlor er auch seinen Vater und kam zu den Großeltern Racine. Als 1649 der Großvater starb, zog sich die Großmutter in das jansenistische Kloster Port Royal des Champs nahe Versailles zurück und nahm Racine mit. Sicherlich traumatisiert durch die Verluste fast aller Bezugspersonen und der Heimat, besuchte er dort die Schule, die von den „solitaires“ (= Einsiedlern) betrieben wurde, jansenistischen Gelehrten, Theologen und Asketen (z. B. Lemaistre de Sacy oder Claude Lancelot), die sich um das Kloster herum angesiedelt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1653/1654, nachdem er solide Latein- und auch Griechischkenntnisse erworben hatte, absolvierte er das „rhétorique“ heißende Schuljahr als Internatsschüler im Pariser Collège de Beauvais. 1655, sechzehnjährig, kam er zurück nach Port-Royal, wo er wieder bei den Jansenisten lernte und von ihnen tief geprägt wurde, aber auch klassische lateinische und griechische Theaterstücke las. Zugleich erlebte er die Schikanierung der Jansenisten durch die Staatsgewalt mit und wurde 1658 von der Schließung der Schule von Port-Royal betroffen. Er wechselte nach Paris auf das jansenistische Collège d&#039;Harcourt, um seine Schulzeit mit der „philosophie“ abzuschließen (1659).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach fand er Aufnahme bei einem älteren Cousin, der Vermögensverwalter einer Grafenfamilie war und durch den er Zugang zu einigen adeligen Häusern, zur Welt des Theaters und zu schöngeistigen Zirkeln erhielt, wo er u. a. [[Jean de La Fontaine]] kennenlernte, einen entfernten Verwandten. Racine war angetan von seinem neuen mondänen Leben und begann dem strengen Jansenismus den Rücken zu kehren. Selbstverständlich schrieb er schon seit längerem, bis dahin allerdings hauptsächlich Lyrik. Jetzt versuchte er sich an einer ersten Tragödie (Théagène et Chariclée, 1660), die jedoch nicht angenommen wurde und verloren ging. Immerhin fiel er dem alten Jean Chapelain positiv auf mit der Ode La nymphe de la Seine à la reine, in der er eine Seine-Nymphe die Ankunft der spanischen Prinzessin Maria-Theresa sowie ihre Hochzeit mit Ludwig XIV. besingen lässt, was ihm eine Gratifikation eintrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Verwandten und seine jansenistischen Lehrer waren allerdings entsetzt über so viel Opportunismus. Sie schickten ihn 1661 nach Uzès in Südfrankreich zu einem Onkel, der Großvikar (Stellvertreter) des dortigen Bischofs war und ihn auf die Priesterweihe vorbereiten sowie ihm dann eine Pfründe beschaffen sollte, damit er für den Rest seines Lebens versorgt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge als Dramatiker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens in Uzès jedoch, wo er sich wie im Exil fühlte, wurde sich Racine seiner schriftstellerischen Ambitionen bewusst. Er kehrte also 1663 nach Paris zurück und versuchte, seine Kontakte wiederzubeleben und neue zu knüpfen, wobei er u. a. Nicolas Boileau und [[Molière]] kennen lernte. Für dessen Truppe verfasste er die von dem blutigen Streit der Ödipus-Söhne handelnde Tragödie La Thébaïde ou les frères ennemis (= Die Thebais oder die feindlichen Brüder, 1663/1664). Das Stück hatte nur geringen Erfolg, doch erlangte Racine mit seiner Ode sur la convalescence du Roi (= Ode über die Genesung des Königs) erneut den Beifall Chapelains und kam auf dessen Vorschlag mit 600 Francs jährlich auf die königliche Pensions-Liste für verdiente Literaten. Wenig später wurde er durch einen hochadeligen Gönner am Hof eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein nächstes Stück, Alexandre (1665), war eher romanesk. Immerhin übte sich Racine in der nuancierten Darstellung der Liebe, die in den nachfolgenden Stücken eine Schlüsselrolle spielen sollte. Regisseur war wiederum Molière, doch war Racine trotz des passablen Erfolgs mit der Inszenierung nicht zufrieden. In Zukunft gab er seine Stücke deshalb der Truppe des Hôtel de Bourgogne, die auf Tragödien spezialisiert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1667 erzielte er dort mit Andromaque seinen Durchbruch. Zugleich hatte er sein Thema gefunden: das der schicksalhaften, leidenschaftlichen, aber unerfüllten und eifersüchtigen Liebe, die die Liebenden in ihrer Eifersucht bis zum Äußersten und in den Untergang treibt. Die Rolle der Titelheldin spielte Mlle du Parc, eine junge Schauspielerin, die Racine bei [[Molière]] abgeworben hatte und die bis zu ihrem frühen Tod Ende 1668 seine Geliebte war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Zeit des Erfolgs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erfolg von Andromaque wurde Racine von seinen Bewunderern auf eine Stufe gestellt mit seinem älteren Kollegen [[Pierre Corneille]]. Er verkehrte am Hof und erhielt ab 1667 800 und ab 1668 sogar 1200 Livres jährlich aus der königlichen Schatulle. Bei den Jansenisten war er allerdings unbeliebt, nachdem er 1666 einen ironischen offenen Brief an den jansenistischen Moral-Theologen Nicole verfasst hatte, der Romanciers und Dramatiker als „Seelenvergifter der Gläubigen“ gebrandmarkt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Erfolge beflügelt, versuchte Racine 1668, auch [[Molière]] Konkurrenz zu machen mit der von [[Aristophanes]]&#039; Wespen inspirierten Komödie Les plaideurs (= Die Prozesshansel). 1669 begab er sich mit der Tragödie Britannicus auf Corneilles Spezialgebiet, die Verarbeitung römischer Stoffe. Auch das nächste, „römische“ Stück, Bérénice (1670), war eine Herausforderung an Corneille, der zur gleichen Zeit von Molière ein ähnliches Stück, Tite et Bérénice, herausbringen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Racine tatsächlich Corneille in der Gunst des Publikums geschlagen hatte (und inzwischen auch bei dem allmächtigen Minister Colbert aus und ein ging), wechselte er mit dem Intrigenstück Bajazet (1672) in die jüngere türkische Geschichte. Frankreich war nämlich gerade mit dem Sultan gegen den deutschen Kaiser verbündet, und „turqueries“ waren in Mode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erfolg von Bajazet war Racine Herr der Pariser Bühne. 1673 wurde er in die Académie française gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Mithridate (1673) schrieb er nochmals ein „römisches“, Corneille Konkurrenz machendes Stück, kehrte dann aber in die Welt der griechischen Mythologie zurück mit Iphigénie en Aulide (= Iphigénie in Aulis), die auf einem Fest des Königs anlässlich der formellen Annexion der Franche-Comté (1674) uraufgeführt wurde. Im selben Jahr 1674 erhielt er von Ludwig XIV. das nicht unbedeutende, ihn selbst aber kaum mit Arbeit belastende Amt eines trésorier de France (= Schatzmeister von Frankreich) zugewiesen. 1676 erschien eine Sammelausgabe seiner Stücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1677 wurde Phèdre aufgeführt, sein neben Andromaque wohl bestes Stück. Der Erfolg war jedoch nur gering. Als dagegen ein gleichnamiges mittelmäßiges Stück von Pradon ostentativ gelobt und beklatscht wurde, zog sich Racine zugunsten seiner anderen Aktivitäten vom Theater zurück. Auch heiratete er: die fromme und reiche, entfernt verwandte Catherine de Romanet, mit der er sieben Kinder haben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die späteren Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1676 war er, zusammen mit dem befreundeten Boileau, zum Historiographe du roi (= Königlicher Chronist) ernannt worden und musste hinfort an den Feldzügen von Ludwig XIV. teilnehmen, um sie zu protokollieren (1678 Belagerung von Gent, 1692 Belagerung von Namur). Seine und Boileaus Aufzeichnungen wurden später jedoch bei einem Brand vernichtet. Ab 1685 war Racine Vorleser bei Ludwig und seiner „linker Hand“ (morganatisch) angetrauten frommen Gattin Madame de Maintenon. Von dieser ließ er sich 1688 und 1690 nochmals zum Stückeschreiben bewegen und verfasste die religiöse Stoffe behandelnden Esther und Athalie, die zur Aufführung in dem adeligen Kloster und Mädchenpensionat Saint-Cyr bestimmt waren und dort erfolgreich von Pensionärinnen aufgeführt wurden. Theologen bekrittelten sie allerdings als weltliche Profanierung geistlicher Gegenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1690 erreichte Racine den Höhepunkt seiner Höflingskarriere mit der Ernennung zum königlichen Kammerherrn (gentilhomme ordinaire de la chambre du roi), womit die Erhebung in den Adelsstand verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war er wieder fromm geworden und verfasste entsprechend geistliche Lyrik (Chants spirituels, 1694). Allmählich, zunächst aber nur heimlich, näherte er sich wieder dem strenggläubigen Jansenismus seiner Jugendzeit an. 1694 erregte er den Unwillen des Königs, weil er beim Pariser Erzbischof für das nach wie vor als geistiges Zentrum der Jansenisten fungierende Kloster Port Royal einzutreten versucht hatte. Als er 1698 mit einem Abrégé de l&#039;histoire de Port-Royal (= Abriss der Geschichte von Port-Royal) seine Sympathien auch öffentlich zeigte, ließ ihn Ludwig in Ungnade fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abseits vom Hof verlebte Racine seine letzten Monate in Verbitterung, wenn auch als reicher Mann und als Patriarch im Kreis seiner großen Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Phaedra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.racine Jean Racine] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Racine, Jean]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Pierre_Corneille&amp;diff=4451</id>
		<title>Pierre Corneille</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Pierre_Corneille&amp;diff=4451"/>
		<updated>2009-04-24T16:14:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Pierre Corneille&#039;&#039;&#039; (* 6. Juni 1606 in Rouen; † 1. Oktober 1684 in Paris) gilt neben Jean Racine als der bedeutendste Dramatiker der französischen Klassik.&lt;br /&gt;
[[Bild:Pierre Corneille 2.jpg|thumb|200px|Pierre Corneille]]&lt;br /&gt;
== Leben und Schaffen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pierre Corneille wurde geboren als Sohn eines wohlhabenden königlichen Beamten, erhielt seine Schulbildung im Jesuitenkolleg seiner Heimatstadt, studierte hier auch Jura und bekam von seinem Vater zwei kleinere königliche Ämter gekauft. Schon im Winter 1629/30 erreichte er die erfolgreiche Aufführung seines ersten Stücks, der Komödie Mélite, durch die Truppe des berühmten Schauspielers Mondory im Pariser Théâtre du Marais.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Reihe anderer, heute als unbedeutend eingestufter Komödien und einer ersten Tragödie, Médée (1634), erzielte Corneille 1636/37 seinen Durchbruch mit der Tragikomödie (tragicomédie) Le Cid. Die Handlung spielt im 11. Jh. um den spanischen Nationalhelden El Cid und beruht auf einer spanischen Vorlage, Las Mocedades del Cid von Guillén de Castro, 1618. Sie zeigt den Konflikt zwischen Liebe und Pflicht der jungen Adeligen Chimène, die beim König ihren (Fast-)Verlobten Rodrigue anklagen muss, weil der ihren Vater, der seinen schon alten Vater beleidigt hatte, zum Duell gefordert und tödlich verletzt hat. Der König begnadigt jedoch nach einigem Hin und Her den angeklagten Rodrigue, weil der sich inzwischen gerade große Verdienste als Heerführer gegen die Mauren erworben hat, und verlobt ihn, im Sinne der Staatsraison handelnd, mit Chimène.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der enorme Erfolg des Stücks, das immer noch als Corneilles Meisterwerk gilt, mobilisierte viele Neider; die letztlich positive Darstellung des Duells unter Adeligen verärgerte den allmächtigen Minister Kardinal Richelieu, der das Duellieren gerade einmal mehr verboten hatte. Beide Faktoren lösten eine heftige Kontroverse aus, die „querelle du Cid“ (= Streit um den Cid), in der Corneille vordergründig mit dem Argument attackiert wurde, er habe die Regeln der „bienséance“ (= Anstand) verletzt und zudem die drei Einheiten – vor allem die des Orts und der Zeit – nicht respektiert. Richelieu beauftragte die neugegründete Académie française, ein Urteil abzugeben (das erwartungsgemäß negativ ausfiel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst vier Jahre später (1640) schrieb der verschreckte Corneille das nächste Stück, Horace, wiederum eine Tragödie um den Konflikt zwischen Liebe und Pflicht, Menschlichkeit und Staatsräson. Er beachtete diesmal die Einheiten peinlich genau und widmete das Stück Richelieu. Ebenfalls 1640 entstand Cinna, die Geschichte einer Verschwörung republikanischer römischer Patrizier gegen Kaiser Augustus und der großmütigen Vergebung des Letzteren, als er die Verschwörung entdeckt (eine Handlung, in der sich ein zeitgenössisches Adelskomplott gegen Ludwig XIII. bzw. gegen Richelieu und dessen zentralistischen Absolutismus spiegelt). 1641 wurde Polyeucte, eine Märtyrer-Tragödie mit eingebauter Liebesgeschichte, zwar beim Publikum ein Erfolg, der Klerus aber tadelte Corneille für die Profanierung eines religiösen Stoffes durch Darstellung auf der Bühne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Jahren beherrschte Corneille die Pariser Bühne mit seinen Stücken um heroische Willensmenschen, die den Konflikt zwischen Leidenschaft und Pflicht zugunsten der Letzteren entscheiden, ganz im Sinne der Ethik von René Descartes. 1642 beendet er La Mort de Pompée (= Der Tod des Pompejus; Tragödie); 1643 Le Menteur (= Der Lügner; gilt als die erste Charakter-Komödie vor [[Molière]]); 1644 Rodogune (Tragödie). 1647 wurde er in die Académie Française aufgenommen. 1651 ließ er Nicomède folgen (Tragödie) und 1652 Pertharite, roi des Lombards (= Pertharite, König der Langobarden; Tragödie). Der Pertharite geriet zum Misserfolg, Corneille zog sich für sieben Jahre schmollend nach Rouen zurück und überließ seinen Platz in Paris u.a. seinem erheblich jüngeren Bruder Thomas Corneille, der ebenfalls Dramatiker war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1659 kehrte er auf Drängen des neuen Pariser Groß-Mäzens, des Finanzministers Nicolas Fouquet, zurück mit der Tragödie Œdipe, die ein Erfolg wurde. Danach schrieb er noch zahlreiche Stücke, wiederum vor allem über Stoffe aus der römischen Geschichte, doch sein Ruhm verblasste allmählich neben dem der neuen Star-Dramatiker [[Molière]] und vor allem [[Jean Racine|Racine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
* [[Le Cid]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.corneille Pierre Corneille] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Corneille, Pierre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlo_Goldoni&amp;diff=4450</id>
		<title>Carlo Goldoni</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlo_Goldoni&amp;diff=4450"/>
		<updated>2009-04-24T16:12:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Carlo Goldoni&#039;&#039;&#039; (* 25. Februar 1707 in Venedig; † 6. Februar 1793 in Paris) war ein berühmter italienischer Komödiendichter und Librettist.&lt;br /&gt;
[[Bild:Carlo_Goldoni.jpg|thumb|200px|Goldoni]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goldoni erhielt seine erste wissenschaftliche Bildung an jesuitischen und dominikanischen Kollegien in Perugia und Rimini, widmete sich dann in Venedig und Pavia dem Studium der Rechte und der Philosophie. Zunächst schlug er eine Jura-Karriere ein: Er wurde Sekretär des Vizekanzlers des Kriminalgerichts in Chioggia, dem er 1729 nach Feltre folgte. Währenddessen versuchte er sich auf einem Liebhabertheater in der von ihm selbst zur Ausführung ohne Musik eingerichteten Oper Metastasios Didone e Siroe als Schauspieler und verfasste die beiden Lustspiele II buon padre und La cantatrice, welche großen Beifall fanden. Nachdem er 1731 in Padua promoviert hatte, praktizierte er einige Zeit als Advokat in Venedig, ohne dabei seiner Lieblingsbeschäftigung, der dramatischen Dichtung, zu entsagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr bald aber nötigte ihn eine unglückliche Liebesangelegenheit, Venedig plötzlich zu verlassen. 1734 schloss er sich einer Commedia dell&#039;arte-Truppe an, die er mit gesprochenen und gesungenen Texten versorgte, und wurde als Assistent von Domenico Lalli verpflichtet, dem Hausdichter des bedeutendsten Opernhauses von Venedig, S. Giovanni Grisostomo. Seine Tätigkeit dort bestand hauptsächlich im Einrichten von opere serie anderer Librettisten. In Venedig wurden auch seine ersten größeren dramatischen Versuche: Il gondoliere veneziano, Belisarlo, Rosamunda unter anderem durch eine Schauspielertruppe, die er in Verona kennen gelernt hatte, zur Aufführung gebracht und zum Teil mit großem Beifall aufgenommen. Immer literarisch beschäftigt, lebte Goldoni mehrere Jahre in verschiedenen Städten Oberitaliens, bis er in Genua die Bekanntschaft der Tochter eines Notars machte, die er 1736 heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzielle Zwänge bewegten ihn 1743, Venedig zu verlassen und sich als Advokat in der Toskana niederzulassen. Erst als es ihm 1748 gelang, in ein festes Verhältnis zu der Madebachschen Truppe zu treten, die im Theater Sant&#039; Angelo in Venedig spielte, gab er die Advokatur ganz auf, um sich ausschließlich der Arbeit für diese Bühne zu widmen. Er schrieb nun eine große Anzahl Stücke, die dem Geschmack des Publikums endlich eine entschiedene Wendung zugunsten der neuen Richtung gaben. Etwa um diese Zeit begann auch die Zusammenarbeit zunächst mit Ciampi, dann aber mit Baldassare Galuppi, auf deren opere buffe der Hauptteil seiner Bedeutung als Librettist begründet ist. Dieser Zusammenarbeit entsprangen über die nächsten sieben Jahre einige der erfolgreichsten Buffo-Opern Italiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ruhm verbreitete sich bald auch über Italiens Grenzen hinaus und verschaffte ihm 1761 einen Ruf nach Paris, um für das dortige Italienische Theater zu arbeiten, dem Goldoni folgte und wo er die letzten 30 Jahre seines Lebens verbrachte. Hier schrieb er noch mehrere italienische Stücke und zwei französische, von denen eins, Le bourru blenfaisant, 1771 mit großem Erfolg in Fontainebleau aufgeführt wurde (Der gutherzige Murrkopf, Augsb. 1785). Als sein Kontrakt mit der dortigen Bühne abgelaufen war, ernannte ihn Ludwig XVI. zum italienischen Sprachlehrer seiner Töchter und setzte ihm ein Jahrgeld von 3600 Livres aus, das er durch die Revolution jedoch wieder verlor, bis es ihm aufgrund eines Beschlusses des Konvents wieder zugebilligt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Komödien===&lt;br /&gt;
In seinem theatralischen Wirken mit dem Mittelpunkt Venedig (oft auf venezianisch) fiel Goldoni die Rolle eines Reformators des italienischen Lustspiels zu. Er vertrat an Stelle der Commedia dell&#039; arte mit ihren Harlekinaden und Possenreißereien, ihren Unanständigkeiten und phantastischen Erfindungen die Charakter- und Sittenkomödie nach [[Molière]]s Vorbild. Während des jahrelangen, mühevollen Kampfes, den er gegen die bisherige Form zu führen hatte, und in welchem Carlo Gozzi sein Hauptgegner war, wechselte er, auch von mancherlei persönlichem Missgeschick verfolgt, häufig seinen Aufenthaltsort, neben seiner Tätigkeit für die Bühne auch immer noch als Advokat praktizierend. Erst nach seiner Rückkehr nach Venedig 1748 wurden seine Bemühungen allmählich von Erfolg gekrönt, und er konnte von seiner literarischen Tätigkeit sein Einkommen bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goldoni hat gegen 200 Stücke geschrieben und sich in allen dramatischen Gattungen versucht. Sein Ruhm beruht aber vorzugsweise auf seinen Lustspielen, von denen ein Teil noch der alten Gattung der Maskenspiele, wenn auch in wesentlich verbesserter Gestalt, angehört. Sein Hauptverdienst besteht in der Einführung des regelmäßigen Lustspiels, besonders der Sitten- und Charakterkomödie. Bei seiner außerordentlichen Produktivität arbeitete er oft flüchtig und ungleich; auch fehlt es ihm, namentlich mit [[Molière]] verglichen, an komischer Kraft und echtem Humor, wenn auch nicht an manchen guten Einfällen. Die Sitten seiner Zeit und Nation hat er mit großer Wahrheit und scharfen Umrissen, in natürlicher Sprache und lebendigem Dialog gezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin verarbeiten Goldonis Komödien auch Einflüsse ihrer Zeit, zum Beispiel der Aufklärung, ebenso porträtieren seine Komödien immer wieder den Niedergang des Adels und den Aufstieg des Bürgertums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Libretti===&lt;br /&gt;
Goldoni war Mitglied der berühmten Accademia dell&#039;Arcadia und signierte seine Libretti deshalb, anders als seine Werke für das Sprechtheater, mit dem Pseudonym Polisseno Fegejo, unter dem er dieser literarischen Gesellschaft angehörte. Allerdings sprach er in seinen autobiographischen Schriften eher geringschätzig von ihnen als lukrativer Nebenbeschäftigung. Viele der von ihm verfassten Textbücher, namentlich diejenigen aus der Zusammenarbeit mit Galuppi, wurden - entgegen der sonstigen Praxis in der Opera buffa - mehrfach neuvertont u.a. von Tozzi, Dittersdorf, Haydn, Mozart, Paisiello, Portugal, Piccini, Salieri und Cimarosa. Im Laufe dieser Neuvertonungen wurden seine ursprünglichen Libretti oft stark abgewandelt, was ihn dazu bewog, in seinen Mémoires (Paris, 1787) explizit vor Verfälschungen zu warnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lieferte den Komponisten zuverlässig abwechslungsreiches, oft in der Sphäre des Phantastischen angesiedeltes Material mit viel Spektakel und unerwarteten Wendungen der Handlung. Goldoni war der erste, der den Terminus dramma giocoso konsistent als Gattungsbezeichnung verwendete, und sein Verständnis dieses Begriffs als Mischung verschiedener Rollentypen von serio bis buffo wurde stilbildend für andere Librettisten, zum Beispiel Giovanni Bertati und Lorenzo Da Ponte. Meistens beginnt ein typisches (originales) Goldoni-Libretto mit einem eröffnenden Ensemble, gefolgt von einem farbigen Tableau und einer ersten Ahnung der dramatischen Zuspitzung. Typischerweise ist die ganze dreiaktige Form mit reichlich Ensemble-Anteilen versehen, und der dritte Akt beinhaltet ein Duett der zwei Hauptcharaktere unmittelbar vor dem Finale. Sein Hauptbeitrag zur Opera buffa jener Zeit aber waren die ausgedehnten, mit reichlich Aktion angereicherten finali, die für ununterbrochene Musik konzipiert waren. Diese Neuerung zwang die Komponisten jener Zeit, sich auch im Rahmen einer musikalischen „Nummer“ mit Aktion oder plötzlichen Ereignissen auseinanderzusetzen und diese dramatischen Wendepunkte nicht, wie bisher üblich, im Rezitativ abzuhandeln. Insofern hat Goldoni ohne Zweifel einen großen Anteil an der Entwicklung der Opera buffa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Diener zweier Herren]]&#039;&#039; (1745)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lügner (Theaterstück)|Der Lügner]]&#039;&#039; (1750)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Mirandolina]]&#039;&#039; (1752)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Viel Lärm in Chiozza]]&#039;&#039; (1761)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Trilogie der Sommerfrische]]&#039;&#039; (1745)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Kaffeehaus]]&#039;&#039; (1750)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.goldoni Carlo Goldoni] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italienische_Literatur|Goldoni, Carlo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Honor%C3%A9_de_Balzac&amp;diff=4449</id>
		<title>Honoré de Balzac</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Honor%C3%A9_de_Balzac&amp;diff=4449"/>
		<updated>2009-04-24T16:11:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Die Anfänge als Schriftsteller und erste Schulden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Honoré de Balzac&#039;&#039;&#039; (* 20. Mai 1799 in Tours; † 18. August 1850 in Paris) war ein französischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
[[Bild:Balzac.jpg|thumb|200px|Honoré de Balzac 1842]]&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
Honoré Balzac (so sein Geburtsname) war, da ein 1798 geborener Bruder schon im Säuglingsalter starb, ältestes Kind von Bernard-François Balzac, einem Bauernsohn aus dem südwestfranzösischen Département Tarn, und von Anne-Charlotte-Laure Sallambier, einer Pariserin aus gutbürgerlicher Familie. Der Vater, der es schon vor der Revolution vom Notariatsangestellten zum Sekretär eines hohen Beamten gebracht hatte, war nach 1789 Sekretär eines Marineministers und dann leitender Beamter in der Verwaltung der Revolutionsarmee geworden. Schon um 1780 hatte er seinen eigentlichen Namen Balssa französisiert zu Balzac, das er spätestens ab 1803 gern mit einem de verzierte. Erst 1797 hatte er mit 50 geheiratet. Die Mutter, eine offenbar hübsche und gebildete Frau, war bei ihrer Heirat 18. Sie gab den neugeborenen Honoré sowie danach auch seine 1800 und 1802 geborenen Schwestern zu Ammen in Pflege. 1807, einige Monate bevor sie einen offenbar außerehelich empfangenen Sohn zur Welt brachte, schickte sie ihren eben achtjährigen Ältesten in ein Internat der Oratorianer in Vendôme. Von dort wechselte er mit 13, sitzengeblieben und kränkelnd, in eine Pariser Schülerpension und besuchte, wiederum nur wenig erfolgreich, das Lycée Charlemagne. Insgesamt erlebte Balzac seine Kindheit und Jugend als freudlos und entwickelte einen tiefsitzenden Groll gegen seine Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1814 erhielt der Vater, der zuletzt in Tours Verwaltungschef des Krankenhauses und stellvertretender Bürgermeister gewesen war, einen guten Posten in Paris, und die Familie zog um in die Hauptstadt. Hier beendete Balzac 1816 seine Schulzeit und nahm ein Jurastudium an der Juristischen Hochschule (École de Droit) auf. Er besuchte jedoch auch Vorlesungen an der Pariser Philosophisch-philologischen Fakultät (Faculté des lettres) und am Collège de France und begann, nebenher philosophische Überlegungen zu Papier zu bringen. Ab 1817 arbeitete er zudem stundenweise als Hilfskraft, zunächst bei einem Anwalt (wo er den späteren Komödienautor Eugène Scribe als Kollegen hatte) und dann bei einem mit der Familie befreundeten Notar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge als Schriftsteller und erste Schulden===&lt;br /&gt;
Anfang 1819 legte er das „baccalauréat en droit“ ab, die Zulassungsprüfung für den letzten Studienabschnitt vor der „licence“, dem eigentlichen Abschluss. Nach Vorlesungsende im Sommer brach er jedoch das Studium ab, denn er hatte beschlossen, Schriftsteller zu werden. Nachdem sich der Vater bereit gefunden hatte, ihm zwei Probejahre zu finanzieren, zog Balzac in eine Mansarde und begann zu schreiben. Das Ergebnis war allerlei Feuilletonistisches und Lyrisches, Fragmente eines Opernlibrettos und einer Tragödie sowie vor allem ein Drama in Versen, &#039;&#039;Cromwell&#039;&#039;. Dieses rezitierte er 1820 vor der Familie (wo er inzwischen wieder wohnte) und einigen sachverständigen Freunden des Hauses, erntete aber nichts als Kritik. Er blieb trotzdem bei seinem Entschluss, wechselte allerdings das Genre und versuchte sich in Romanen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1821 lernte er den schon erfahreneren Autor Auguste Lepoitevin kennen. Mit ihm zusammen und unter dessen Pseudonym „Viellerglé“ produzierte er in den Folgejahren mehrere Romane, versuchte es daneben aber auch mit eigenen, die er „Lord R&#039;Hoone“ oder „Horace de Saint-Aubin“ zeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1822 machte er die Bekanntschaft der 45-jährigen Mme de Berny, die seine Geliebte wurde und ihm eine „éducation sentimentale“ angedeihen ließ. Sie blieb ihm bis kurz vor ihrem Tod 1836 als mütterliche Freundin verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1823 versuchte sich Balzac erneut als Dramatiker mit dem Stück &#039;&#039;Le Nègre&#039;&#039;, das aber nicht angenommen wurde. Ein weiterer Ausflug in ein anderes Genre, das epische Gedicht &#039;&#039;Fœdora&#039;&#039;, wurde nicht fertig. Nebenher schrieb er Kritiken für das Feuilleton &#039;&#039;littéraire&#039;&#039; des jungen Publizisten Horace Raisson, mit dem zusammen er auch andere literarische Projekte verfolgte. Immerhin verdiente er inzwischen so viel, dass er in der Lage war, seinen Eltern 100 Franc Kostgeld monatlich zu zahlen, ein gewisses gesellschaftliches Leben zu führen und diese oder jene Reise zu den Landsitzen adeliger oder großbürgerlicher Gastgeber zu unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den erhofften Durchbruch als Autor schaffte er trotz seiner fleißig fortgesetzten Romanproduktion jedoch weiterhin nicht. Ende 1824 scheint er deshalb in eine Depression verfallen zu sein. Auch nachträglich haben seine Jugendwerke keine Geltung erlangt, obwohl er darin oft schon Themen behandelt, z.B. das Streben nach Anerkennung und Geld, und Typen gestaltet, z.B. den energiegeladenen jungen Aufsteiger, die später typisch für ihn waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1825 lernte er über seine Schwester Laure in Versailles die Duchesse d’Abrantès kennen, die ein Verhältnis mit ihm einging und ihm Einblicke in die Welt des Adels verschaffte. Im August starb mit 23 seine jüngste Schwester, Laurence de Montzaigle, deren 1821 geschlossene Ehe unglücklich gewesen war. Im Herbst begann Balzac hieraufhin ein leicht zynisches und illusionsloses Ehehandbuch für noch ledige Männer: &#039;&#039;Physiologie du mariage&#039;&#039;, das er jedoch erst 1829 fertigstellte und anonym publizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 1825 versuchte sich Balzac als Compagnon eines Pariser Verlegers und gab je eine illustrierte und kommentierte [[Molière]]- und [[Jean de La Fontaine|La Fontaine]]-Ausgabe heraus. Auf den Geschmack als Verleger gekommen, kaufte er 1826 mit Darlehen Mme de Bernys und vor allem seiner Mutter eine Druckerei, der er 1827 eine Letterngießerei angliederte. Schon 1828 jedoch (inzwischen herrschte Wirtschaftskrise) musste er Konkurs anmelden, die Gießerei an den Sohn Mme de Bernys abtreten und die Druckerei schließen. Er blieb lebenslang Schuldner seiner Mutter, die seinen Vater († 1829) und ihn selbst überlebte. Immerhin hatte er in seiner Eigenschaft als Verleger Kontakt zu mehreren Autoren der Schule der Romantiker erhalten, darunter [[Victor Hugo]] und Alfred de Vigny.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Zeit des Erfolgs===&lt;br /&gt;
[[Bild:Auguste_Rodin-Balzac_Bust_1892_%28photo%29.jpg|thumb|300px|Honoré de Balzac: Büste von Rodin]]&lt;br /&gt;
Er konzentrierte sich nun wieder auf das Schreiben. 1829 hatte er endlich Erfolg mit &#039;&#039;Le dernier Chouan, ou La Bretagne en 1800&#039;&#039; (später überarbeitet und umbenannt in &#039;&#039;Les Chouans, ou La Bretagne en 1799&#039;&#039;). Es ist ein historischer Roman nach der neuen Machart Walter Scotts, der mit einem jungen Adeligen als Protagonisten das tragische Ende eines der letzten königstreuen Widerständler gegen das Revolutionsregime schildert. &#039;&#039;Les Chouans&#039;&#039; war zugleich das erste Werk, das Balzac mit seinem Namen zeichnete. Diesem setzte er rasch ein „de“ voran, als ihm der Erfolg die Pariser Salons zu öffnen begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Jahren führte er eine äußerst vielfältige und bewegte Existenz. So gründete er 1830, im Jahr der Julirevolution, mit dem späteren Zeitungsmagnaten Girardin eine politische Zeitschrift. 1831 und nochmals 1832 erwog er, für ein Abgeordnetenmandat zu kandidieren, beschränkte sich dann aber auf eine Rolle als sehr aktiver Journalist, wobei er 1835 sogar Mehrheitsaktionär einer politischen und literarischen Zeitschrift wurde, die jedoch schon 1836 einging. Seine politische Position rückte in diesen Jahren deutlich nach rechts, denn 1832 hatte er, der pseudoadelige Bourgeois, über eine adelige Freundin, die Marquise de Castries, Anschluss an Kreise der Legitimisten gefunden, d.h. Adeliger aus meist alten Familien, die den 1830 zurückgetretenen Charles X weiterhin als legitimen König betrachteten und sich dem neuen „Bürgerkönig“ Louis-Philippe verweigerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben war Balzac viel unterwegs, um Gast in den Sommerresidenzen vornehmer Leuten zu sein und/oder einer der zahlreichen, meist verheirateten Damen zu folgen, mit denen er Verhältnisse anstrebte oder unterhielt. Hierbei wurde er offenbar auch Vater außerehelich gezeugter Kinder, und zwar 1834 einer Marie du Fresnay und 1836 eines Lionel-Richard Guidoboni-Visconti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1832 trat brieflich die ukrainische Gräfin Eva Hanska mit ihm in Kontakt, die nach ihrem ersten Treffen im Winter 1833/34 in der Schweiz und einem weiteren Treffen 1835 in Wien eine wichtige Figur in seinem Leben wurde und ihn, nach ihrer Verwitwung 1841, 1850 schließlich auch heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aber schrieb Balzac. Nach dem Erfolg der &#039;&#039;Chouans&#039;&#039; passabel bezahlt und zunehmend anerkannt, verfasste er Erzählungen und Romane, die in der Regel zunächst als Fortsetzungen in Zeitschriften herauskamen, ehe sie in Buchform erschienen. Schon früh entwickelte er die Gewohnheit, jeweils mehrere schon gedruckte Werke unter Gruppentiteln zusammengefasst nochmals zu vermarkten, so 1830 die zweibändigen &#039;&#039;Scènes de la vie privée&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;La Maison du chat qui pelote&#039;&#039; und &#039;&#039;Gobseck&#039;&#039;), 1831 die &#039;&#039;Romans et contes philosophiques&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;La Peau de chagrin&#039;&#039;), 1832 einen ersten Band &#039;&#039;Contes drôlatiques&#039;&#039; und 1833 die zweibändigen &#039;&#039;Scènes de la vie de Province&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;Eugénie Grandet&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1833 schloss Balzac einen Verlagsvertrag, wonach er aus vorhandenen und noch zu schreibenden Werken eine drei mal vier, d.h. insgesamt zwölf Bände umfassende Sammlung von „Szenen“ zu erstellen hatte, die unter dem Generaltitel &#039;&#039;Études de mœurs au XIXe siècle&#039;&#039; erscheinen sollten. Noch 1833 lieferte er zwei Bände &#039;&#039;Scènes de la vie de province&#039;&#039;, 1834 begann er die &#039;&#039;Scènes de la vie parisienne&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr 1834 hatte er beim Schreiben eines seiner besten Romane, &#039;&#039;Le Père Goriot&#039;&#039;, die Idee, die Figuren seiner bis dahin verfassten und der künftigen erzählenden Werke immer wieder neu auftreten zu lassen, um mit ihnen und um sie herum eine überschaubare Welt entstehen zu lassen. Wirklich schuf er so im Lauf der Zeit ein Universum von gut 2000 Figuren, die zugleich Repräsentanten der nachrevolutionären französischen Gesellschaft sein sollten und in der Tat eine plastische Vorstellung vom Leben zumindest der zeitgenössischen bürgerlichen und adeligen Schichten samt ihrer Domestiken vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sinne dieser Idee wählte Balzac, als er 1841 mit einer Verlegergruppe eine neue Gesamtausgabe seines vorhandenen und geplanten erzählerischen Œuvres vereinbarte und diese 1842 mit drei ersten Bänden eröffnete, den Obertitel &#039;&#039;La Comédie humaine&#039;&#039;. Hierbei sollten die einzelnen Romane und Erzählungen nicht nur zu Großgruppen zusammengefasst werden (&#039;&#039;Études philosophiques&#039;&#039;, &#039;&#039;Études analytiques&#039;&#039; und &#039;&#039;Études de mœurs&#039;&#039;), sondern auch noch zu Untergruppen (&#039;&#039;Scènes de la vie privée&#039;&#039; usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Verwirklichung dieses Projektes schrieb Balzac in den nächsten Jahren wie besessen. Sein infernalischer Arbeitsrhythmus (oft 15 bis 17 Stunden am Tag), den er wie symbolisch in einer Art Mönchskutte absolvierte, und sein enormer Kaffeeverbrauch wurden legendär.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die außergewöhnliche Vitalität und Schaffenskraft Balzacs beschränkten sich im Übrigen nicht auf seine literarische Aktivität als Erzähler, Journalist und gelegentlicher (allerdings stets erfolgloser) Dramatiker. Vielmehr war er auch ein Lebemann, der trotz seiner ständig wachsenden Schulden einen luxuriösen Lebensstil mit Kutsche, guter Kleidung, eleganten Wohnungen und sogar einem Landsitz zu unterhalten versuchte und ein aufwändiges gesellschaftliches Leben pflegte. Auch hatte er bis ca. 1843 fast ständig Geliebte, wobei er es immer wieder schaffte, aufopferungswillige und oft auch zu finanziellen Hilfeleistungen bereite Frauen aus den besten Kreisen an sich zu binden. 1839 betätigte er sich als Vorsitzender des neugegründeten Schriftstellerverbandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die letzten Jahre===&lt;br /&gt;
Spätestens 1843 und verstärkt 1844 bekam er aufgrund seiner ständigen Überanstrengung und seines exzessiven Kaffeeverbrauchs Gesundheitsprobleme. Er versuchte jedoch, sie mit Arbeit zu betäuben oder auf Reisen zu und mit Mme Hanska zu vergessen, die ab 1845 seine feste, allerdings niemals ständig mit ihm zusammenlebende Partnerin wurde. Mit ihr bereiste er in drei Sommern Frankreich, Deutschland, Italien und die Schweiz und bei ihr auf ihrem ukrainischen Schloss Wierzchownia bei Berdytschew (im damaligen Russischen Reich) verbrachte er den Winter 1847/48 und das ganze Jahr 1849. Seine Hoffnung, sich dort gesundpflegen zu lassen, erfüllte sich jedoch nicht. Er starb kurz nach seiner offenbar strapaziösen Rückreise nach Paris, nachdem er Mme Hanska im März 1850 noch geheiratet und zur Alleinerbin eingesetzt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt. Die Trauerrede hielt [[Victor Hugo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme in die Académie française war Balzac trotz mehrerer Anläufe (zuletzt in Abwesenheit 1849) nicht vergönnt: Sein Stil, dem man in der Tat die Eile anmerkt, mit der er schrieb, galt bei der professionellen Literaturkritik der Zeit als unseriös und zu formlos. Immerhin wurde Balzac 1845 mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aller Wahrscheinlichkeit nach bezog seine Witwe größere Einkünfte aus seiner Schriftstellerei als er zu seinen Lebzeiten selbst erzielt hatte. Er pflegte nämlich seine im Prinzip recht ordentlichen Honorare ganz erheblich dadurch zu schmälern, dass er auf den Korrekturfahnen (d.h. den Probeausdrucken) seiner Texte so viele Verbesserungen anbrachte, dass das Ganze jeweils neu gesetzt werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon zu Lebzeiten wurde Balzac mehrfach von Malern porträtiert. Auch Karikaturisten nahmen ihn häufig aufs Korn. Die bekannteste Darstellung ist wohl die Statue, die Auguste Rodin zwischen 1893 und 1897 schuf und die heute im Rodin-Museum in Paris zu sehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Comédie Humaine&#039;&#039; (&#039;&#039;Die menschliche Komödie&#039;&#039;) sollte Balzacs Lebenswerk werden, das er jedoch nicht mehr vollenden konnte. „Nur“ 91 der geplanten 137 Romane und Erzählungen vermochte er fertigzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Balzac verbindet die einzelnen Texte zu einem Zyklus, indem er viele Figuren mehrfach auftreten lässt. Mit dieser literarischen Innovation wollte er ein System schaffen, das seiner Intention entsprach, ein umfassendes (Sitten-)Gemälde seiner Zeit zu entwerfen: „Die Unermesslichkeit eines Planes, der zugleich die Geschichte und die Kritik der Gesellschaft, die Analyse ihrer Übel und die Erörterung ihrer Prinzipien umfasst, berechtigt mich, so scheint es mir, meinem Werk den Titel zu geben, unter dem es heute erscheint: ›Die menschliche Komödie‹.“ (Balzac, Vorrede zur menschlichen Komödie)&lt;br /&gt;
* [[Die menschliche Komödie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
Balzac gilt den Franzosen neben [[Molière]] und [[Victor Hugo]] als einer ihrer größten Autoren überhaupt und bildet, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem 17 Jahre älteren [[Stendhal]] und dem 22 Jahre jüngeren [[Gustave Flaubert|Flaubert]] das Dreigestirn der großen französischen Realisten. Sein Hauptwerk ist der rund 90 Titel umfassende, aber unvollendete Zyklus La Comédie humaine (dt.: Die menschliche Komödie), dessen Romane und Erzählungen ein Gesamtbild der Gesellschaft im Frankreich seiner Zeit zu zeichnen versuchen.&lt;br /&gt;
Balzacs Erzählweise gilt in der Literaturgeschichte als prototypisch für den traditionellen Roman „à la Balzac“, d.h. einen Roman mit interessanten, nicht eben Durchschnittstypen verkörpernden Protagonisten, einer interessanten und mehr oder minder zielstrebigen Handlung sowie einem eindeutigen Vorherrschen der auktorialen Erzählsituation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner ungeschminkten Darstellung der gesellschaftlichen Realität prägte Balzac Generationen nicht nur französischer Autoren und bereitete den Naturalismus vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Prinzip der Verbindung einer ganzen Serie von Romanen durch ein System wiederkehrender Figuren wurde von [[Émile Zola]] in dessen Zyklus der &#039;&#039;Rougon-Macquart&#039;&#039; nachgeahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.balzac Honoré de Balzac] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Balzac,+Honor%C3%A9+de Honoré de Balzac] Biographie und Werktexte bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Balzac, Honoré de]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Honor%C3%A9_de_Balzac&amp;diff=4448</id>
		<title>Honoré de Balzac</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Honor%C3%A9_de_Balzac&amp;diff=4448"/>
		<updated>2009-04-24T16:10:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Honoré de Balzac&#039;&#039;&#039; (* 20. Mai 1799 in Tours; † 18. August 1850 in Paris) war ein französischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
[[Bild:Balzac.jpg|thumb|200px|Honoré de Balzac 1842]]&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
Honoré Balzac (so sein Geburtsname) war, da ein 1798 geborener Bruder schon im Säuglingsalter starb, ältestes Kind von Bernard-François Balzac, einem Bauernsohn aus dem südwestfranzösischen Département Tarn, und von Anne-Charlotte-Laure Sallambier, einer Pariserin aus gutbürgerlicher Familie. Der Vater, der es schon vor der Revolution vom Notariatsangestellten zum Sekretär eines hohen Beamten gebracht hatte, war nach 1789 Sekretär eines Marineministers und dann leitender Beamter in der Verwaltung der Revolutionsarmee geworden. Schon um 1780 hatte er seinen eigentlichen Namen Balssa französisiert zu Balzac, das er spätestens ab 1803 gern mit einem de verzierte. Erst 1797 hatte er mit 50 geheiratet. Die Mutter, eine offenbar hübsche und gebildete Frau, war bei ihrer Heirat 18. Sie gab den neugeborenen Honoré sowie danach auch seine 1800 und 1802 geborenen Schwestern zu Ammen in Pflege. 1807, einige Monate bevor sie einen offenbar außerehelich empfangenen Sohn zur Welt brachte, schickte sie ihren eben achtjährigen Ältesten in ein Internat der Oratorianer in Vendôme. Von dort wechselte er mit 13, sitzengeblieben und kränkelnd, in eine Pariser Schülerpension und besuchte, wiederum nur wenig erfolgreich, das Lycée Charlemagne. Insgesamt erlebte Balzac seine Kindheit und Jugend als freudlos und entwickelte einen tiefsitzenden Groll gegen seine Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1814 erhielt der Vater, der zuletzt in Tours Verwaltungschef des Krankenhauses und stellvertretender Bürgermeister gewesen war, einen guten Posten in Paris, und die Familie zog um in die Hauptstadt. Hier beendete Balzac 1816 seine Schulzeit und nahm ein Jurastudium an der Juristischen Hochschule (École de Droit) auf. Er besuchte jedoch auch Vorlesungen an der Pariser Philosophisch-philologischen Fakultät (Faculté des lettres) und am Collège de France und begann, nebenher philosophische Überlegungen zu Papier zu bringen. Ab 1817 arbeitete er zudem stundenweise als Hilfskraft, zunächst bei einem Anwalt (wo er den späteren Komödienautor Eugène Scribe als Kollegen hatte) und dann bei einem mit der Familie befreundeten Notar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge als Schriftsteller und erste Schulden===&lt;br /&gt;
Anfang 1819 legte er das „baccalauréat en droit“ ab, die Zulassungsprüfung für den letzten Studienabschnitt vor der „licence“, dem eigentlichen Abschluss. Nach Vorlesungsende im Sommer brach er jedoch das Studium ab, denn er hatte beschlossen, Schriftsteller zu werden. Nachdem sich der Vater bereit gefunden hatte, ihm zwei Probejahre zu finanzieren, zog Balzac in eine Mansarde und begann zu schreiben. Das Ergebnis war allerlei Feuilletonistisches und Lyrisches, Fragmente eines Opernlibrettos und einer Tragödie sowie vor allem ein Drama in Versen, &#039;&#039;Cromwell&#039;&#039;. Dieses rezitierte er 1820 vor der Familie (wo er inzwischen wieder wohnte) und einigen sachverständigen Freunden des Hauses, erntete aber nichts als Kritik. Er blieb trotzdem bei seinem Entschluss, wechselte allerdings das Genre und versuchte sich in Romanen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1821 lernte er den schon erfahreneren Autor Auguste Lepoitevin kennen. Mit ihm zusammen und unter dessen Pseudonym „Viellerglé“ produzierte er in den Folgejahren mehrere Romane, versuchte es daneben aber auch mit eigenen, die er „Lord R&#039;Hoone“ oder „Horace de Saint-Aubin“ zeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1822 machte er die Bekanntschaft der 45-jährigen Mme de Berny, die seine Geliebte wurde und ihm eine „éducation sentimentale“ angedeihen ließ. Sie blieb ihm bis kurz vor ihrem Tod 1836 als mütterliche Freundin verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1823 versuchte sich Balzac erneut als Dramatiker mit dem Stück &#039;&#039;Le Nègre&#039;&#039;, das aber nicht angenommen wurde. Ein weiterer Ausflug in ein anderes Genre, das epische Gedicht &#039;&#039;Fœdora&#039;&#039;, wurde nicht fertig. Nebenher schrieb er Kritiken für das Feuilleton &#039;&#039;littéraire&#039;&#039; des jungen Publizisten Horace Raisson, mit dem zusammen er auch andere literarische Projekte verfolgte. Immerhin verdiente er inzwischen so viel, dass er in der Lage war, seinen Eltern 100 Franc Kostgeld monatlich zu zahlen, ein gewisses gesellschaftliches Leben zu führen und diese oder jene Reise zu den Landsitzen adeliger oder großbürgerlicher Gastgeber zu unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den erhofften Durchbruch als Autor schaffte er trotz seiner fleißig fortgesetzten Romanproduktion jedoch weiterhin nicht. Ende 1824 scheint er deshalb in eine Depression verfallen zu sein. Auch nachträglich haben seine Jugendwerke keine Geltung erlangt, obwohl er darin oft schon Themen behandelt, z.B. das Streben nach Anerkennung und Geld, und Typen gestaltet, z.B. den energiegeladenen jungen Aufsteiger, die später typisch für ihn waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1825 lernte er über seine Schwester Laure in Versailles die Duchesse d’Abrantès kennen, die ein Verhältnis mit ihm einging und ihm Einblicke in die Welt des Adels verschaffte. Im August starb mit 23 seine jüngste Schwester, Laurence de Montzaigle, deren 1821 geschlossene Ehe unglücklich gewesen war. Im Herbst begann Balzac hieraufhin ein leicht zynisches und illusionsloses Ehehandbuch für noch ledige Männer: &#039;&#039;Physiologie du mariage&#039;&#039;, das er jedoch erst 1829 fertigstellte und anonym publizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 1825 versuchte sich Balzac als Compagnon eines Pariser Verlegers und gab je eine illustrierte und kommentierte [[Molière]]- und Jean de [[La Fontaine|La Fontaine]]-Ausgabe heraus. Auf den Geschmack als Verleger gekommen, kaufte er 1826 mit Darlehen Mme de Bernys und vor allem seiner Mutter eine Druckerei, der er 1827 eine Letterngießerei angliederte. Schon 1828 jedoch (inzwischen herrschte Wirtschaftskrise) musste er Konkurs anmelden, die Gießerei an den Sohn Mme de Bernys abtreten und die Druckerei schließen. Er blieb lebenslang Schuldner seiner Mutter, die seinen Vater († 1829) und ihn selbst überlebte. Immerhin hatte er in seiner Eigenschaft als Verleger Kontakt zu mehreren Autoren der Schule der Romantiker erhalten, darunter [[Victor Hugo]] und Alfred de Vigny.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Zeit des Erfolgs===&lt;br /&gt;
[[Bild:Auguste_Rodin-Balzac_Bust_1892_%28photo%29.jpg|thumb|300px|Honoré de Balzac: Büste von Rodin]]&lt;br /&gt;
Er konzentrierte sich nun wieder auf das Schreiben. 1829 hatte er endlich Erfolg mit &#039;&#039;Le dernier Chouan, ou La Bretagne en 1800&#039;&#039; (später überarbeitet und umbenannt in &#039;&#039;Les Chouans, ou La Bretagne en 1799&#039;&#039;). Es ist ein historischer Roman nach der neuen Machart Walter Scotts, der mit einem jungen Adeligen als Protagonisten das tragische Ende eines der letzten königstreuen Widerständler gegen das Revolutionsregime schildert. &#039;&#039;Les Chouans&#039;&#039; war zugleich das erste Werk, das Balzac mit seinem Namen zeichnete. Diesem setzte er rasch ein „de“ voran, als ihm der Erfolg die Pariser Salons zu öffnen begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Jahren führte er eine äußerst vielfältige und bewegte Existenz. So gründete er 1830, im Jahr der Julirevolution, mit dem späteren Zeitungsmagnaten Girardin eine politische Zeitschrift. 1831 und nochmals 1832 erwog er, für ein Abgeordnetenmandat zu kandidieren, beschränkte sich dann aber auf eine Rolle als sehr aktiver Journalist, wobei er 1835 sogar Mehrheitsaktionär einer politischen und literarischen Zeitschrift wurde, die jedoch schon 1836 einging. Seine politische Position rückte in diesen Jahren deutlich nach rechts, denn 1832 hatte er, der pseudoadelige Bourgeois, über eine adelige Freundin, die Marquise de Castries, Anschluss an Kreise der Legitimisten gefunden, d.h. Adeliger aus meist alten Familien, die den 1830 zurückgetretenen Charles X weiterhin als legitimen König betrachteten und sich dem neuen „Bürgerkönig“ Louis-Philippe verweigerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben war Balzac viel unterwegs, um Gast in den Sommerresidenzen vornehmer Leuten zu sein und/oder einer der zahlreichen, meist verheirateten Damen zu folgen, mit denen er Verhältnisse anstrebte oder unterhielt. Hierbei wurde er offenbar auch Vater außerehelich gezeugter Kinder, und zwar 1834 einer Marie du Fresnay und 1836 eines Lionel-Richard Guidoboni-Visconti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1832 trat brieflich die ukrainische Gräfin Eva Hanska mit ihm in Kontakt, die nach ihrem ersten Treffen im Winter 1833/34 in der Schweiz und einem weiteren Treffen 1835 in Wien eine wichtige Figur in seinem Leben wurde und ihn, nach ihrer Verwitwung 1841, 1850 schließlich auch heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aber schrieb Balzac. Nach dem Erfolg der &#039;&#039;Chouans&#039;&#039; passabel bezahlt und zunehmend anerkannt, verfasste er Erzählungen und Romane, die in der Regel zunächst als Fortsetzungen in Zeitschriften herauskamen, ehe sie in Buchform erschienen. Schon früh entwickelte er die Gewohnheit, jeweils mehrere schon gedruckte Werke unter Gruppentiteln zusammengefasst nochmals zu vermarkten, so 1830 die zweibändigen &#039;&#039;Scènes de la vie privée&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;La Maison du chat qui pelote&#039;&#039; und &#039;&#039;Gobseck&#039;&#039;), 1831 die &#039;&#039;Romans et contes philosophiques&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;La Peau de chagrin&#039;&#039;), 1832 einen ersten Band &#039;&#039;Contes drôlatiques&#039;&#039; und 1833 die zweibändigen &#039;&#039;Scènes de la vie de Province&#039;&#039; (mit u.a. &#039;&#039;Eugénie Grandet&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1833 schloss Balzac einen Verlagsvertrag, wonach er aus vorhandenen und noch zu schreibenden Werken eine drei mal vier, d.h. insgesamt zwölf Bände umfassende Sammlung von „Szenen“ zu erstellen hatte, die unter dem Generaltitel &#039;&#039;Études de mœurs au XIXe siècle&#039;&#039; erscheinen sollten. Noch 1833 lieferte er zwei Bände &#039;&#039;Scènes de la vie de province&#039;&#039;, 1834 begann er die &#039;&#039;Scènes de la vie parisienne&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr 1834 hatte er beim Schreiben eines seiner besten Romane, &#039;&#039;Le Père Goriot&#039;&#039;, die Idee, die Figuren seiner bis dahin verfassten und der künftigen erzählenden Werke immer wieder neu auftreten zu lassen, um mit ihnen und um sie herum eine überschaubare Welt entstehen zu lassen. Wirklich schuf er so im Lauf der Zeit ein Universum von gut 2000 Figuren, die zugleich Repräsentanten der nachrevolutionären französischen Gesellschaft sein sollten und in der Tat eine plastische Vorstellung vom Leben zumindest der zeitgenössischen bürgerlichen und adeligen Schichten samt ihrer Domestiken vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sinne dieser Idee wählte Balzac, als er 1841 mit einer Verlegergruppe eine neue Gesamtausgabe seines vorhandenen und geplanten erzählerischen Œuvres vereinbarte und diese 1842 mit drei ersten Bänden eröffnete, den Obertitel &#039;&#039;La Comédie humaine&#039;&#039;. Hierbei sollten die einzelnen Romane und Erzählungen nicht nur zu Großgruppen zusammengefasst werden (&#039;&#039;Études philosophiques&#039;&#039;, &#039;&#039;Études analytiques&#039;&#039; und &#039;&#039;Études de mœurs&#039;&#039;), sondern auch noch zu Untergruppen (&#039;&#039;Scènes de la vie privée&#039;&#039; usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Verwirklichung dieses Projektes schrieb Balzac in den nächsten Jahren wie besessen. Sein infernalischer Arbeitsrhythmus (oft 15 bis 17 Stunden am Tag), den er wie symbolisch in einer Art Mönchskutte absolvierte, und sein enormer Kaffeeverbrauch wurden legendär.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die außergewöhnliche Vitalität und Schaffenskraft Balzacs beschränkten sich im Übrigen nicht auf seine literarische Aktivität als Erzähler, Journalist und gelegentlicher (allerdings stets erfolgloser) Dramatiker. Vielmehr war er auch ein Lebemann, der trotz seiner ständig wachsenden Schulden einen luxuriösen Lebensstil mit Kutsche, guter Kleidung, eleganten Wohnungen und sogar einem Landsitz zu unterhalten versuchte und ein aufwändiges gesellschaftliches Leben pflegte. Auch hatte er bis ca. 1843 fast ständig Geliebte, wobei er es immer wieder schaffte, aufopferungswillige und oft auch zu finanziellen Hilfeleistungen bereite Frauen aus den besten Kreisen an sich zu binden. 1839 betätigte er sich als Vorsitzender des neugegründeten Schriftstellerverbandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die letzten Jahre===&lt;br /&gt;
Spätestens 1843 und verstärkt 1844 bekam er aufgrund seiner ständigen Überanstrengung und seines exzessiven Kaffeeverbrauchs Gesundheitsprobleme. Er versuchte jedoch, sie mit Arbeit zu betäuben oder auf Reisen zu und mit Mme Hanska zu vergessen, die ab 1845 seine feste, allerdings niemals ständig mit ihm zusammenlebende Partnerin wurde. Mit ihr bereiste er in drei Sommern Frankreich, Deutschland, Italien und die Schweiz und bei ihr auf ihrem ukrainischen Schloss Wierzchownia bei Berdytschew (im damaligen Russischen Reich) verbrachte er den Winter 1847/48 und das ganze Jahr 1849. Seine Hoffnung, sich dort gesundpflegen zu lassen, erfüllte sich jedoch nicht. Er starb kurz nach seiner offenbar strapaziösen Rückreise nach Paris, nachdem er Mme Hanska im März 1850 noch geheiratet und zur Alleinerbin eingesetzt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt. Die Trauerrede hielt [[Victor Hugo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme in die Académie française war Balzac trotz mehrerer Anläufe (zuletzt in Abwesenheit 1849) nicht vergönnt: Sein Stil, dem man in der Tat die Eile anmerkt, mit der er schrieb, galt bei der professionellen Literaturkritik der Zeit als unseriös und zu formlos. Immerhin wurde Balzac 1845 mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aller Wahrscheinlichkeit nach bezog seine Witwe größere Einkünfte aus seiner Schriftstellerei als er zu seinen Lebzeiten selbst erzielt hatte. Er pflegte nämlich seine im Prinzip recht ordentlichen Honorare ganz erheblich dadurch zu schmälern, dass er auf den Korrekturfahnen (d.h. den Probeausdrucken) seiner Texte so viele Verbesserungen anbrachte, dass das Ganze jeweils neu gesetzt werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon zu Lebzeiten wurde Balzac mehrfach von Malern porträtiert. Auch Karikaturisten nahmen ihn häufig aufs Korn. Die bekannteste Darstellung ist wohl die Statue, die Auguste Rodin zwischen 1893 und 1897 schuf und die heute im Rodin-Museum in Paris zu sehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Comédie Humaine&#039;&#039; (&#039;&#039;Die menschliche Komödie&#039;&#039;) sollte Balzacs Lebenswerk werden, das er jedoch nicht mehr vollenden konnte. „Nur“ 91 der geplanten 137 Romane und Erzählungen vermochte er fertigzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Balzac verbindet die einzelnen Texte zu einem Zyklus, indem er viele Figuren mehrfach auftreten lässt. Mit dieser literarischen Innovation wollte er ein System schaffen, das seiner Intention entsprach, ein umfassendes (Sitten-)Gemälde seiner Zeit zu entwerfen: „Die Unermesslichkeit eines Planes, der zugleich die Geschichte und die Kritik der Gesellschaft, die Analyse ihrer Übel und die Erörterung ihrer Prinzipien umfasst, berechtigt mich, so scheint es mir, meinem Werk den Titel zu geben, unter dem es heute erscheint: ›Die menschliche Komödie‹.“ (Balzac, Vorrede zur menschlichen Komödie)&lt;br /&gt;
* [[Die menschliche Komödie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
Balzac gilt den Franzosen neben [[Molière]] und [[Victor Hugo]] als einer ihrer größten Autoren überhaupt und bildet, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem 17 Jahre älteren [[Stendhal]] und dem 22 Jahre jüngeren [[Gustave Flaubert|Flaubert]] das Dreigestirn der großen französischen Realisten. Sein Hauptwerk ist der rund 90 Titel umfassende, aber unvollendete Zyklus La Comédie humaine (dt.: Die menschliche Komödie), dessen Romane und Erzählungen ein Gesamtbild der Gesellschaft im Frankreich seiner Zeit zu zeichnen versuchen.&lt;br /&gt;
Balzacs Erzählweise gilt in der Literaturgeschichte als prototypisch für den traditionellen Roman „à la Balzac“, d.h. einen Roman mit interessanten, nicht eben Durchschnittstypen verkörpernden Protagonisten, einer interessanten und mehr oder minder zielstrebigen Handlung sowie einem eindeutigen Vorherrschen der auktorialen Erzählsituation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner ungeschminkten Darstellung der gesellschaftlichen Realität prägte Balzac Generationen nicht nur französischer Autoren und bereitete den Naturalismus vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Prinzip der Verbindung einer ganzen Serie von Romanen durch ein System wiederkehrender Figuren wurde von [[Émile Zola]] in dessen Zyklus der &#039;&#039;Rougon-Macquart&#039;&#039; nachgeahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.balzac Honoré de Balzac] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Balzac,+Honor%C3%A9+de Honoré de Balzac] Biographie und Werktexte bei Zeno.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Balzac, Honoré de]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Racine&amp;diff=4447</id>
		<title>Jean Racine</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Racine&amp;diff=4447"/>
		<updated>2009-04-24T15:52:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Jean Racine&#039;&#039;&#039; (* 21. Dezember 1639 in La Ferté-Milon; † 21. April 1699 in Paris) war einer der bedeutendsten Autoren der französischen Klassik. Er gilt den Franzosen als ihr größter Tragödienautor neben oder gar vor Pierre Corneille.&lt;br /&gt;
[[Bild:Jean_racine.jpg|thumb|200px|Jean Racine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit und Jugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Racine wurde geboren in La Ferté-Milon als Sohn eines dem niederen Amtsadel angehörenden königlichen Salzsteuer-Beamten. Auch seine Mutter stammte aus diesen Kreisen, doch verlor Racine sie als Zweijähriger bei der Geburt einer Schwester. Mit vier verlor er auch seinen Vater und kam zu den Großeltern Racine. Als 1649 der Großvater starb, zog sich die Großmutter in das jansenistische Kloster Port Royal des Champs nahe Versailles zurück und nahm Racine mit. Sicherlich traumatisiert durch die Verluste fast aller Bezugspersonen und der Heimat, besuchte er dort die Schule, die von den „solitaires“ (= Einsiedlern) betrieben wurde, jansenistischen Gelehrten, Theologen und Asketen (z. B. Lemaistre de Sacy oder Claude Lancelot), die sich um das Kloster herum angesiedelt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1653/1654, nachdem er solide Latein- und auch Griechischkenntnisse erworben hatte, absolvierte er das „rhétorique“ heißende Schuljahr als Internatsschüler im Pariser Collège de Beauvais. 1655, sechzehnjährig, kam er zurück nach Port-Royal, wo er wieder bei den Jansenisten lernte und von ihnen tief geprägt wurde, aber auch klassische lateinische und griechische Theaterstücke las. Zugleich erlebte er die Schikanierung der Jansenisten durch die Staatsgewalt mit und wurde 1658 von der Schließung der Schule von Port-Royal betroffen. Er wechselte nach Paris auf das jansenistische Collège d&#039;Harcourt, um seine Schulzeit mit der „philosophie“ abzuschließen (1659).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach fand er Aufnahme bei einem älteren Cousin, der Vermögensverwalter einer Grafenfamilie war und durch den er Zugang zu einigen adeligen Häusern, zur Welt des Theaters und zu schöngeistigen Zirkeln erhielt, wo er u. a. [[Jean de La Fontaine]] kennenlernte, einen entfernten Verwandten. Racine war angetan von seinem neuen mondänen Leben und begann dem strengen Jansenismus den Rücken zu kehren. Selbstverständlich schrieb er schon seit längerem, bis dahin allerdings hauptsächlich Lyrik. Jetzt versuchte er sich an einer ersten Tragödie (Théagène et Chariclée, 1660), die jedoch nicht angenommen wurde und verloren ging. Immerhin fiel er dem alten Jean Chapelain positiv auf mit der Ode La nymphe de la Seine à la reine, in der er eine Seine-Nymphe die Ankunft der spanischen Prinzessin Maria-Theresa sowie ihre Hochzeit mit Ludwig XIV. besingen lässt, was ihm eine Gratifikation eintrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Verwandten und seine jansenistischen Lehrer waren allerdings entsetzt über so viel Opportunismus. Sie schickten ihn 1661 nach Uzès in Südfrankreich zu einem Onkel, der Großvikar (Stellvertreter) des dortigen Bischofs war und ihn auf die Priesterweihe vorbereiten sowie ihm dann eine Pfründe beschaffen sollte, damit er für den Rest seines Lebens versorgt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Anfänge als Dramatiker===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens in Uzès jedoch, wo er sich wie im Exil fühlte, wurde sich Racine seiner schriftstellerischen Ambitionen bewusst. Er kehrte also 1663 nach Paris zurück und versuchte, seine Kontakte wiederzubeleben und neue zu knüpfen, wobei er u. a. Nicolas Boileau und Molière kennen lernte. Für dessen Truppe verfasste er die von dem blutigen Streit der Ödipus-Söhne handelnde Tragödie La Thébaïde ou les frères ennemis (= Die Thebais oder die feindlichen Brüder, 1663/1664). Das Stück hatte nur geringen Erfolg, doch erlangte Racine mit seiner Ode sur la convalescence du Roi (= Ode über die Genesung des Königs) erneut den Beifall Chapelains und kam auf dessen Vorschlag mit 600 Francs jährlich auf die königliche Pensions-Liste für verdiente Literaten. Wenig später wurde er durch einen hochadeligen Gönner am Hof eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein nächstes Stück, Alexandre (1665), war eher romanesk. Immerhin übte sich Racine in der nuancierten Darstellung der Liebe, die in den nachfolgenden Stücken eine Schlüsselrolle spielen sollte. Regisseur war wiederum Molière, doch war Racine trotz des passablen Erfolgs mit der Inszenierung nicht zufrieden. In Zukunft gab er seine Stücke deshalb der Truppe des Hôtel de Bourgogne, die auf Tragödien spezialisiert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1667 erzielte er dort mit Andromaque seinen Durchbruch. Zugleich hatte er sein Thema gefunden: das der schicksalhaften, leidenschaftlichen, aber unerfüllten und eifersüchtigen Liebe, die die Liebenden in ihrer Eifersucht bis zum Äußersten und in den Untergang treibt. Die Rolle der Titelheldin spielte Mlle du Parc, eine junge Schauspielerin, die Racine bei Molière abgeworben hatte und die bis zu ihrem frühen Tod Ende 1668 seine Geliebte war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Zeit des Erfolgs===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erfolg von Andromaque wurde Racine von seinen Bewunderern auf eine Stufe gestellt mit seinem älteren Kollegen Pierre Corneille. Er verkehrte am Hof und erhielt ab 1667 800 und ab 1668 sogar 1200 Livres jährlich aus der königlichen Schatulle. Bei den Jansenisten war er allerdings unbeliebt, nachdem er 1666 einen ironischen offenen Brief an den jansenistischen Moral-Theologen Nicole verfasst hatte, der Romanciers und Dramatiker als „Seelenvergifter der Gläubigen“ gebrandmarkt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Erfolge beflügelt, versuchte Racine 1668, auch Molière Konkurrenz zu machen mit der von [[Aristophanes]]&#039; Wespen inspirierten Komödie Les plaideurs (= Die Prozesshansel). 1669 begab er sich mit der Tragödie Britannicus auf Corneilles Spezialgebiet, die Verarbeitung römischer Stoffe. Auch das nächste, „römische“ Stück, Bérénice (1670), war eine Herausforderung an Corneille, der zur gleichen Zeit von Molière ein ähnliches Stück, Tite et Bérénice, herausbringen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Racine tatsächlich Corneille in der Gunst des Publikums geschlagen hatte (und inzwischen auch bei dem allmächtigen Minister Colbert aus und ein ging), wechselte er mit dem Intrigenstück Bajazet (1672) in die jüngere türkische Geschichte. Frankreich war nämlich gerade mit dem Sultan gegen den deutschen Kaiser verbündet, und „turqueries“ waren in Mode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erfolg von Bajazet war Racine Herr der Pariser Bühne. 1673 wurde er in die Académie française gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Mithridate (1673) schrieb er nochmals ein „römisches“, Corneille Konkurrenz machendes Stück, kehrte dann aber in die Welt der griechischen Mythologie zurück mit Iphigénie en Aulide (= Iphigénie in Aulis), die auf einem Fest des Königs anlässlich der formellen Annexion der Franche-Comté (1674) uraufgeführt wurde. Im selben Jahr 1674 erhielt er von Ludwig XIV. das nicht unbedeutende, ihn selbst aber kaum mit Arbeit belastende Amt eines trésorier de France (= Schatzmeister von Frankreich) zugewiesen. 1676 erschien eine Sammelausgabe seiner Stücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1677 wurde Phèdre aufgeführt, sein neben Andromaque wohl bestes Stück. Der Erfolg war jedoch nur gering. Als dagegen ein gleichnamiges mittelmäßiges Stück von Pradon ostentativ gelobt und beklatscht wurde, zog sich Racine zugunsten seiner anderen Aktivitäten vom Theater zurück. Auch heiratete er: die fromme und reiche, entfernt verwandte Catherine de Romanet, mit der er sieben Kinder haben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die späteren Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1676 war er, zusammen mit dem befreundeten Boileau, zum Historiographe du roi (= Königlicher Chronist) ernannt worden und musste hinfort an den Feldzügen von Ludwig XIV. teilnehmen, um sie zu protokollieren (1678 Belagerung von Gent, 1692 Belagerung von Namur). Seine und Boileaus Aufzeichnungen wurden später jedoch bei einem Brand vernichtet. Ab 1685 war Racine Vorleser bei Ludwig und seiner „linker Hand“ (morganatisch) angetrauten frommen Gattin Madame de Maintenon. Von dieser ließ er sich 1688 und 1690 nochmals zum Stückeschreiben bewegen und verfasste die religiöse Stoffe behandelnden Esther und Athalie, die zur Aufführung in dem adeligen Kloster und Mädchenpensionat Saint-Cyr bestimmt waren und dort erfolgreich von Pensionärinnen aufgeführt wurden. Theologen bekrittelten sie allerdings als weltliche Profanierung geistlicher Gegenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1690 erreichte Racine den Höhepunkt seiner Höflingskarriere mit der Ernennung zum königlichen Kammerherrn (gentilhomme ordinaire de la chambre du roi), womit die Erhebung in den Adelsstand verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen war er wieder fromm geworden und verfasste entsprechend geistliche Lyrik (Chants spirituels, 1694). Allmählich, zunächst aber nur heimlich, näherte er sich wieder dem strenggläubigen Jansenismus seiner Jugendzeit an. 1694 erregte er den Unwillen des Königs, weil er beim Pariser Erzbischof für das nach wie vor als geistiges Zentrum der Jansenisten fungierende Kloster Port Royal einzutreten versucht hatte. Als er 1698 mit einem Abrégé de l&#039;histoire de Port-Royal (= Abriss der Geschichte von Port-Royal) seine Sympathien auch öffentlich zeigte, ließ ihn Ludwig in Ungnade fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abseits vom Hof verlebte Racine seine letzten Monate in Verbitterung, wenn auch als reicher Mann und als Patriarch im Kreis seiner großen Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Phaedra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.racine Jean Racine] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Racine, Jean]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Anouilh&amp;diff=4446</id>
		<title>Jean Anouilh</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Jean_Anouilh&amp;diff=4446"/>
		<updated>2009-04-24T15:51:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Jean Marie Lucien Pierre Anouilh&#039;&#039;&#039; (* 23. Juni 1910 in Bordeaux; † 3. Oktober 1987 in Lausanne) war ein französischer Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Theaterautoren des 20. Jahrhunderts. Von den französischen Dramatikern wurde dieser begabte Bühnenschriftsteller „der skeptischste Mann des Jahrhunderts“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
Anouilh ist das Kind eines Schneiders und einer Geigerin. Früh erhält er Kontakt zur Theaterwelt. Nach dem Umzug nach Paris studiert er einige Jahre Rechtswissenschaften und arbeitet in einem Verlagshaus. Später arbeitet Anouilh als Texter und Assistent des Schauspielers und Regisseurs Louis Jouvet in Paris.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1932 arbeitet er als freier Schriftsteller und veröffentlicht noch im selben Jahr das Drama &#039;&#039;Das Weib Jesebel&#039;&#039;. Weiters hat er in diesem Jahr sein Theater-Debüt mit dem Stück &#039;&#039;Der Hermelin&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1942 bis 1946 veröffentlicht Anouilh vor allem die griechischen Werke &#039;&#039;Euridike&#039;&#039;, &#039;&#039;Antigone&#039;&#039;, &#039;&#039;Orest&#039;&#039; und &#039;&#039;Medea&#039;&#039;. Antigone wird zum Inbegriff des Widerstandes gegen die deutsche Besatzungsmacht und die Verurteilung der Gegenwart wird hier am radikalsten ausgesprochen. Auch &#039;&#039;Le Chêne et le Roseau&#039;&#039;, ein Gedicht, das Jean Anouilh in Anlehnung an [[Jean de La Fontaine]] während eines Urlaubsaufenthalts schrieb, richtet sich gegen &amp;quot;Le pli de l&#039;humaine nature&amp;quot; (Die Unterwerfung der menschlichen Natur).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Stücken hat er die Perspektiven der Dummheit, des Misstrauens und vor allem Enttäuschung durch die Liebe immer wieder abgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Banale Handlungen kann Anouilh durch kluge Einfälle, elegante Rhetorik, poetische Passagen und realistische Effekte zu hinreißenden Wirkungen steigern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Jahren veröffentlicht er noch zahlreiche weitere Werke und wird 1970 mit dem Grand Prix mondial Cino del Duca-Preis ausgezeichnet. 1987 veröffentlicht er mit Das Leben ist unerhört sein letztes Werk, eine Ansammlung von Jugenderinnerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jean Anouilh stirbt im selben Jahr in Lausanne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
* [[Antigone]]&lt;br /&gt;
* [[Jeanne oder Die Lerche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Volker Canaris, &#039;&#039;Jean Anouilh&#039;&#039;, Velber bei Hannover 1968&lt;br /&gt;
* Ulrich Fischer, &#039;&#039;Der Fortschritt im Jeanne d’Arc-Drama des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.anouilh Jean Anouilh] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Literatur|Anouilh, Jean]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Euripides&amp;diff=4445</id>
		<title>Euripides</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Euripides&amp;diff=4445"/>
		<updated>2009-04-24T15:47:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Euripides.jpg|thumb|200px|Euripides]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Euripides&#039;&#039;&#039; ist nach Aischylos und Sopkokles der jüngste der drei großen griechischen Tragödiendichter. Er wurde 484 oder 480 v. Chr. auf der Insel Salamis geboren und starb 406 v. Chr. im mazedonischen Pella. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euripides lebte in seiner Jugend zurückgezogen auf dem Landgut seines Vaters auf Salamis. Auch später, nachdem er sich in Athen niedergelassen hatte, beteiligte er sich anders als Sophokles weder am politischen noch am  militärischen Geschehen der Stadt. Die antike Überlieferung beschreibt ihn als ernsten Einzelgänger, der sich von der Gesellschaft fernhielt und ganz dem Lesen und Schreiben widmete. Anders als Aischylos und Sopkokles war er auch als Tragödiendichter zu Lebzeiten wenig erfolgreich. 455 nahm er zum ersten Mal am Tragödienagon teil und führte seitdem regelmäßig bei den Wettbewerben in Athen Tetralogien auf, die aus einer Tragödien-Trilogie und einem Satyrspiel bestanden. Ein Sieg gelang ihm jedoch erst 441, dem nur noch drei weitere und ein ihm posthum zugesprochener erster Platz folgten. Euripides erlebte fast den ganzen Pelopponesischen Krieg (431-404), was die pessimistische Grundhaltung in seinen Stücken geprägt haben dürfte. Auch vorher schon stand Euripides ähnlich wie sein Zeitgenosse Sokrates der moralisch-politischen Situation in Athen sehr kritisch gegenüber. Das dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass er 408 einer Einladung des makedonischen Königs Archelaos nach Pella folgte, wo er zwei Jahre später starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euripides hat insgesamt etwa 90 Tragödien verfasst. Davon sind 18 Stücke erhalten, ein weiteres wahrscheinlich unecht und aus dem 4. Jahrhundert stammend. Fast ausnahmslos stammen die erhaltenen Werke aus der späteren Schaffensperiode. Wie seine Vorgänger war auch Euripides bemüht, die Tragödie zu reformieren. Der Chor verlor weiter an Bedeutung. Bei Euripides gewann dafür der Sologesang an Gewicht. Die Sprache seiner Dichtungen wagt eine Annäherung an die Alltagssprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch inhaltlich bewegen sich die Stücke des Euripides auf das Alltagsleben zu. Zwar behandelt auch er die Stoffe der griechischen Mythologie, wenn auch z.T. weniger bekannte Geschichten daraus. Aber im Gegensatz zu den übermenschlichen Heroen des Sophokles sind seine Helden häufig gebrochene Charaktere mit menschlichen Schwächen und teilweise höchst verwerflichen Zügen. Und erstmals nehmen auch Gestalten aus dem Volk wie Ammen und Erzieher wichtige Rollen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Euripides Werk zeichnet sich auch dadurch aus, dass in ihm Frauen oft eine dominierende Rolle einnehmen und die männlichen Mitspieler nicht selten zu Nebenfiguren degradieren, was etwa für Alkestis, Phaidra, Kassandra oder Medea zutrifft. Wie kein anderer Autor seiner Zeit befasst er sich in einer von Männern dominierten Welt mit der Psyche und den Leidenschaften der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch deutlicher rückt Euripides von der Tradition in seiner theologischen Grundhaltung ab, was ihm sogar den Vorwurf des Atheismus eingebracht hat. Anders als bei Aischylos klafft bei Euripides zwischen Menschen- und Götterwelt ein Riss. Der Mensch ist nur noch Spielball der Götter und des Schicksals. In seinem Leiden kann er keinen Sinn mehr erkennen – so in „Hippolytos“ und den „Bakchen“ -, wie andrerseits die Götter nicht in der Lage sind, den Menschen in seinen Gefühlen und Beweggründen zu erfassen. Dieser agnostische Ansatz, der ganz im Gegensatz zu den Erkenntnistragödien eines Sophokles steht,  steht unter dem Einfluss der Diskussion über die Erkennbarkeit  der Welt zur Zeit der Sophisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der pessimistische Grundzug zeigt sich auch in den Kriegsdramen und politischen Stücken des Euripides, mit denen er auf den Peloponnesischen Krieg und die innenpolitische Krise Athens Bezug nimmt. So schrieb er 415 mit den „Troerinnen“ ein Stück gegen die damals noch in Athen herrschende Kriegseuphorie und zeigt, dass militärische Siege vergänglich sind und von Katastrophen gefolgt werden können, wie es für Athen im Krieg gegen Sparta dann auch wenig später tatsächlich geschah. Mit „Orestes“ (411) klagt er die dunklen Machenschaften und skrupellosen Intrigen der politischen Elite in Athen an. Nur das Machtwort Apollons, den Euripides hier ironisch als ersten deus ex machina der europäischen Dramengeschichte einführt, bewahrt die Menschen vor dem völligen Chaos, in das ihr eigenes Handeln sie geführt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* [[Alkestis]] (438 v.Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Medea]]  (431 v.Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Die Troerinnen]]  (415 v.Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Die Bakchen]] (407 v.Chr.)&lt;br /&gt;
* [[Iphigenie in Aulis]]  (407 v.Chr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als zu Lebzeiten wurde Euripides im 4. und 3. Jahrhundert der populärste und meistgespielte Tragödiendichter. Um 330 v. Chr. wurde ihm neben den Statuen des Aischylos und Sophokles eine Statue im Dionysos-Theater von Athen errichtet. In der Folgezeit stand sein Einfluss auf die abendländische Tragödie und Komödie nicht hinter dem der anderen beiden großen antiken Tragiker zurück. Bedeutend ist seine Wirkung auf die Tragödiendichter der französischen Klassik, [[Jean Racine|Racine]] und [[Pierre Corneille|Corneille]], sowie auf Goethe, der den Stoff der „Iphigenie bei den Taurern“ neu gestaltete. Auch im 20. Jahrhundert fanden unter dem Eindruck der beiden Weltkriege seine Kriegsstücke wie &amp;quot;Die Troerinnen&amp;quot; und &amp;quot;Hekabe&amp;quot; große Beachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Thomas Paulsen: Geschichte der griechischen Literatur, Stuttgart 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.euripides Euripides] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tod_eines_Handlungsreisenden&amp;diff=4443</id>
		<title>Tod eines Handlungsreisenden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Tod_eines_Handlungsreisenden&amp;diff=4443"/>
		<updated>2009-04-16T19:45:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Änderungen von 89.182.26.215 (Diskussion) rückgängig gemacht und letzte Version von Dieter Kasang wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Tod eines Handlungsreisenden&#039;&#039;&#039; (Originaltitel: Death of a Salesman) ist das bekannteste Drama [[Arthur Miller]]s aus dem Jahre 1949, für das er noch im selben Jahr mit dem Pulitzer-Preis für Theater ausgezeichnet wurde. Die Welturaufführung am Broadway wurde 1949 von Elia Kazan inszeniert. Die Hauptrolle des Willy Loman spielte in dieser Inszenierung Lee J. Cobb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handlung ==&lt;br /&gt;
Tod eines Handlungsreisenden beschreibt den Konflikt zwischen dem 63 Jahre alten Handlungsreisenden William &amp;quot;Willy&amp;quot; Loman und dessen 34-jährigen Sohn Biff. Willy Loman ist ein innerlich zerrissener Mensch, dessen Leben in einer Welt stattfindet, in der sich für ihn Vergangenheit und Gegenwart vermischen (in mehreren Szenen spricht er mit Personen, die nur in seiner Vorstellung anwesend sind, oder es werden Rückblicke gezeigt, manchmal vermischt sich auch beides). Biff hat seinem Vater nie verziehen, dass er einst seine Mutter mit einer anderen Frau während einer Geschäftsreise betrogen hat, geht deswegen nicht zur Sommerschule, bekommt seinen Abschluss nicht, kann nicht studieren und schlägt sich mit vielen verschiedenen Jobs durchs Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Dramas spitzt sich der Vater-Sohn-Konflikt zu, bis Biff seinem Vater zeigt, wie sehr er ihn liebt. Er bewegt ihn dazu, Wahrheit und Realität zu akzeptieren und verabschiedet sich für voraussichtlich lange Zeit von ihm. Willy Loman ist zum Selbstmord entschlossen, damit seine verarmte Familie, vor allem Biff, aufgrund eines vorgetäuschten Autounfalls seine Lebensversicherung ausgezahlt bekommt. Sein toter Bruder Ben, den er wie einen Vater bewundert und kaum gekannt hat und mit welchem er sich mehrfach &amp;quot;unterhält&amp;quot;, erinnert ihn an sein Vorhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Drama endet mit der Totenmesse für Willy: nur wenige, sein erfolgreicher alter Freund und Willys Familie kommen zu der Beerdigung. Als Abschluss steht ein letzter Monolog von Linda, Willys Witwe, in dem sie einerseits die Befreiung von weiteren Rechnungen und andererseits die Befreiung ihrer Familie von Willy beschreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
Das Drama beschreibt exemplarisch einen in jungen Jahren erfolgreichen und im Alter erfolglosen Verkäufer (Fluch des Vertriebs), der den ausbleibenden Erfolg bis hin zum Verlust seines Arbeitsplatzes durch den neuen jungen Chef durch eine einzige Lebenslüge nach dem Motto mehr Schein als Sein zu kaschieren sucht. So ist Willy sogar zu stolz, den ihm von seinem erfolgreichen alten Freund und Firmenchef angebotenen Arbeitsplatz anzunehmen, schnorrt stattdessen weiterhin Geld von diesem und gibt seiner Familie vor, weiterhin jeden Tag zu seiner verlorenen Arbeit zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ist die Kritik am &amp;quot;American Dream&amp;quot; ein zentraler Punkt des Dramas. Willy Loman hängt zu sehr an den Träumen der ersten Siedler und kann nicht begreifen, dass diese in seiner Zeit so nicht mehr realisierbar sind. Dieses Problem macht sich bei Willy insofern bemerkbar, als er zuletzt keine Lebensgrundlage und dadurch keine Identität mehr hat. Am amerikanischen Traum wird somit kritisiert, dass seine Wertvorstellungen nicht menschliche Schwächen wie Unsicherheit oder Zweifel berücksichtigen. Willy bezahlt seinen Glauben an den &amp;quot;American Dream&amp;quot; vielmehr mit seinem Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Henry_Miller&amp;diff=4433</id>
		<title>Henry Miller</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Henry_Miller&amp;diff=4433"/>
		<updated>2009-04-05T09:27:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Henry Valentine Miller&#039;&#039;&#039; (* 26. Dezember 1891 in New York; † 7. Juni 1980 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Maler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die frühen Jahre===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henry Miller wurde am 26. Dezember 1891 in Yorkville/New York, in einfachen Verhältnissen geboren. Seine Eltern stammen aus Deutschland - die Mutter aus dem Norden und der Vater, der von Beruf Schneider war, aus Bayern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Schulzeit lebte er in Brooklyn. Nach dem Abitur begann Henry Miller ein Studium an der Universität von New York, welches er jedoch nach 2 Monaten wieder abbrach. Er verließ die Universität, da ihm die vorgegebene Lese-Liste nicht gefiel. Zitat Miller: &amp;quot;Wenn ich solche Lektüre lesen muss,&amp;quot; sagte er, womit er sich auf &#039;Faerie Queene&#039; von Edmund Spenser bezog, &amp;quot;gebe ich auf.&amp;quot; Unfähig, die akademische Ausbildung zu ertragen, fing er an, für einige Jahre als Landstreicher durch die USA zu reisen, und übte in dieser Zeit die verschiedensten Tätigkeiten aus, die er aber für sich als unpassend empfand, wie z.B. als Goldgräber in Alaska, als Bettler, Totengräber, Milchmann oder als Küchenhilfe. Dieses unstete Leben führte er von 1909 bis 1920. Nach seiner Rückkehr begann er bei seinem Vater, in der Schneiderei zu arbeiten, wo er seine Vorliebe für feine Stoffe und Anzüge entdeckte, welche er ein Leben lang beibehalten sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 - mit 26 Jahren heiratete H.Miller die erste von fünf Frauen, Beatrice Sylvas Wickens, mit der er ein Kind hat. Er hielt sie für ein &#039;gutes Mädchen&#039;, welches seiner Mutter gefallen würde, und die Ehe bewahrte ihn davor, in den Krieg eingezogen zu werden. Doch nach der Heirat schlug sein erster Eindruck um, er hatte nun ein Gefühl, &#039;als lebe er wieder bei seiner Mutter&#039;. Beatrice war ihm gegenüber kritisch und fordernd und spottete über die Bestrebungen von Henry, schreiben zu wollen. Er war außer Stande, einen Job für längere Zeit zu behalten, um sie zu besänftigen - immer wieder ließ er sich entlassen, um zu schreiben oder philosophische Schriften zu studieren. Aus dieser Ehe stammt die erste Tochter namens Barbara.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920, nachdem das Schneider-Geschäft seines Vaters scheiterte, bewarb sich H.Miller um einen Job als Bote bei der Western Union Telegraph Company - New York, worauf er eine Absage bekam. Er ging daraufhin wütend zu dieser Firma zurück, um sich im höherer Stelle darüber zu beschweren, dass man ihn für einen so leichten Job nicht einstellte. Dies machte Eindruck, und man gab ihn den Arbeitsplatz, bei dem er vorher abgelehnt wurde. Er wurde der neue Betriebsleiter des Boten-Dienstes. Seine Aufgabe war es, mit gewissen Einstellungsmethoden die Bewerber &#039;auszuspionieren&#039;. Diese Anstellung gilt als die Basis seines Romans &amp;quot;Wendekreis des Steinbocks&amp;quot;, den er einige Jahre später schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Chef der Telegraph Company kam eines Tages mit der Idee zu ihm, dass jemand ein Buch über Boten schreiben sollte - es sollte etwas in der Art von Horatio Alger sein. Miller schrieb das Buch innerhalb von drei Wochen, wofür er von seinem Arbeitgeber beurlaubt wurde. Was Miller präsentierte, war ein Buch namens &#039;&#039;Clipped Wings&#039;&#039;, in dessen Inhalt es sich um zwölf Boten einer Telegraphengesellschaft handelte. Miller schrieb über &amp;quot;sanfte Seelen, welche beleidigt und verletzt sind, die Amok laufen oder Gewalt ertragen/erleiden; Geschichten voller Leid und Bitterkeit, in denen die Menschen entweder zu Mördern werden oder sich selbst umbringen, gewöhnlich beides&amp;quot; (George Wickes 1974:170-192). Miller sah diese Arbeit als einen Misserfolg an, da er nichts über das Schreiben wusste; doch dieser erste Versuch erzeugte in ihm einen starken Drang, das Schreiben zu erlernen, mehr darüber zu erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Miller arbeitete vier Jahre für die Telegraphengesellschaft, bis zum Treffen mit seiner zweiten Frau June Edith Smith Mansfield. June war von Beruf &amp;quot;Taxigirl&amp;quot; (genauer eine Tänzerin - welche für einen Tanz gemietet werden konnte). Sie ermunterte ihn dazu, seinen Job aufzugeben und zu schreiben. Sie unterstützte Miller, so dass er seiner autodidaktische Bildung (Henry Miller galt als sehr belesen.) und seinem Traum von der Schriftstellerei intensiver nachgehen konnte. In dieser Zeit begann er damit, kürzere Arbeiten auf eigene Kosten drucken zu lassen und in Form von kleinen Subskriptionen zu veröffentlichen; welche er mit Hilfe seiner Frau June und ein paar Freunden auf der Straße, in Restaurants und in Bars vertrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1928 sparte June genug Geld für beide, um 1928 und 1929 für mehrere Monate in Paris Urlaub zu machen, um Miller einen Geschmack dessen zu geben, was er als wahres Leben für sich in Betracht zog, nämlich das Leben der Boheme. Durch June reiste Miller 1930 dann für längere Zeit nach Paris (Er besuchte aber auch andere Länder Europas), wo er ganztags seine Karriere als Schriftsteller von mehr als 36 kreativen und analytischen Werken fortsetzte. 1931 bekam Miller einen Job bei der Zeitschrift &amp;quot;Chikago Tribune&amp;quot; (Pariser Ausgabe) als Korrektor dank seines Freundes Alfred Perlès, der dort arbeitete. In Paris fühlte er sich besonders den unkonventionellen Künstlerinnen und Künstlern nahe. Es war die Zeit, in der er seinen ganz eigenen schriftstellerischen Stil entwickelte. Eine seiner Hauptförderer war die französische Schriftstellerin Anais Nin, mit der er und seine Frau June eine intensive sexuelle Beziehung pflegten. Anais Nin verfasste das &amp;quot;Vorwort&amp;quot; für Millers erstes Buch. Während des Europa-Aufenthaltes entstanden Werke wie &#039;&#039;Wendekreis des Krebses&#039;&#039; (1934), &#039;&#039;Schwarzer Frühling&#039;&#039; (1936) und &#039;&#039;Wendekreis des Steinbocks&#039;&#039; (1939), in denen er viele eigene sexuelle Erfahrungen, aber auch philosophische Erkenntnisse niederschrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zurück in Amerika===&lt;br /&gt;
1939 zog Henry Miller nach Griechenland und im Jahr darauf kehrte er wegen des 2. Weltkrieges in die USA zurück. 1942 ließ er sich in dem kalifornischen Küstenort Big Sur nieder und setzte seine Schriftstellertätigkeit fort. Die Hauptarbeit Millers in dieser Periode ist das dreibändige Werk im Original &#039;&#039;The Rosy Crucifixion&#039;&#039;; welches &#039;&#039;Sexus&#039;&#039; (1949), &#039;&#039;Plexus&#039;&#039; (1953) und &#039;&#039;Nexus&#039;&#039; (1960) umfasst. Diese drei Bände beinhalten seine früheren Abenteuer. Außerdem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lawrence Durrell/Henry Miller - Briefe 1935-1959&#039;&#039;, wurde 1962 veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Briefe an Anaïs Nin - 1903-1977&#039;&#039;, wurden 1965 veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Welt des Lawrence: Eine leidenschaftliche Anerkennung&#039;&#039;, wurde 1980 veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opus Pistorum&#039;&#039; - 1984 posthum veröffentlicht. Die meisten Kritiker bezweifeln bei diesem rein pornografischen Werk, ob es sich hierbei wirklich um Millers Arbeit handelt. Bekannt ist nur, dass Miller dem Verleger dieses Buches angeblich immer mal wieder einzelne Seiten verkauft haben soll. Einzelheiten dazu unter &#039;&#039;Opus Pistorum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Veröffentlichung des Buches &#039;&#039;Wendekreis des Krebses&#039;&#039; in den Vereinigten Staaten führte 1961 zu einer Reihe von Gerichtsverhandlungen, da die amerikanische Justiz das Buch wegen des schockierenden, alle sexuelle Tabus verletzenden Inhalts zu prüfen hatte. Das oberste Gericht der USA erklärte das Buch, im Jahre 1964, für nicht obszön und als Teil der modernen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sprachliche Offenheit bei erotischen Beschreibungen führte dazu, dass Millers Bücher bis in die 1960er Jahre in den USA und in UK verboten waren. In Frankreich war sein Buch &#039;&#039;Sexus&#039;&#039; 18 Jahre lang nicht für die Veröffentlichung zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die späten Jahre===&lt;br /&gt;
In den späteren Jahren wurde Miller hauptsächlich wegen seiner Rolle als Sprecher und Denker bewundert. Dem leeren Materialismus (Fokus auf dem Erwerben des persönlichen Besitzes) der modernen Existenz kritisierend, verlangte er eine neue Religion des Körpers und Geistes, beruhend auf den Ideen des Philologen und Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900), sowie den beiden Schriftstellern [[Walt Whitman]] (1819-1892) und [[D. H. Lawrence]] (1885-1930).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Miller lebte seine letzten Jahre allein und ging seinem lebenslangen Interesses, der Aquarellmalerei, nach. Er starb am 7. Juni 1980, in Pacific Palisades Kalifornien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu seinen literarischen Werken war Miller ein Maler (sah sich nach eigener Aussage jedoch nicht als Maler) und schrieb Bücher über seine Malerei. Er war ein enger Freund des französischen Malers Grégoire Michonze. Außerdem war er ein Amateur-Pianist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Millers Stil umfasst eine stark naturalistische Schreibweise mit surrealen Visionen und lyrisch gefärbter Prosa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess des Schreibens und das Phänomen der Kreativität selbst spielt in Millers Werk eine große Rolle. Fast kann man glauben, dass sein Schreiben eine mitunter verzweifelte, manchmal ausgelassen fröhliche Auseinandersetzung mit dem Leben und seinem Weg ist, ein Schriftsteller zu werden. Dabei betont er aber immer den Vorrang des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der alle Formen verachtenden Schreibweise offenbart sich bei genauerem Hinsehen die bedingungslose Hingabe an das Leben selbst, das in seinem ungeordneten Nebeneinander von Hohem und Niedrigem, Grausamem und Zärtlichem, Lächerlichem und Anbetungswertem bejaht und vor den Augen des Lesers in seiner ganzen Mannigfaltigkeit und Intensität ausgebreitet wird. Hierin ist Miller ein Seelenverwandter von Männern wie [[Walt Whitman]], Ralph Waldo Emerson oder [[François Rabelais|Rabelais]], deren Ringen um Unabhängigkeit und Freiheit er teilt. In diesem Zusammenhang betrachtet er Kunst und zumal Literatur vor allem auch als Akt der Befreiung von gesellschaftlichen Fesseln, Konventionen und Zwängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Werk spiegelt, fast ausschließlich in der Form einer Autobiographie oder eines Tagebuchs gehalten, seine mitunter surreale Gefühls- und Gedankenwelt. Millers Schriften sind stark gesellschaftskritisch und psychoanalytisch. Die verschiedensten Charaktere, die in seinen Büchern zu finden sind, weisen eine unverkennbare Physiognomie auf, die das Dasein meistern oder an ihm scheitern. Ihm geht es nach eigenem Bekunden darum, das Leben so darzustellen, wie es sich ihm darbietet und eine künstliche Stilisierung zu vermeiden. Seine bewusst provozierend-realistische Schilderung von Sexualität ist dabei Teil seiner selbst erklärten Bestrebung, ein als verlogen und falsch empfundenes bürgerliches Wertesystem zu entlarven und durch einen ebenso nüchternen wie poetischen Individualismus zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Miller, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, wirkte ob seiner provokanten Sprache und seiner nonkonformistischen Haltung und Lebensweise auf viele Autoren der Beat Generation und des sogenannten Postmodernismus, welche wie er die Werte der Mittelstandsgesellschaft verachteten. Bekannte Vertreter der Beat Generation sind unter anderem die Schriftsteller [[Jack Kerouac]] (1922-1969) und [[Allen Ginsberg]] (1926-1997).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* Wendekreis des Krebses&lt;br /&gt;
* Wendekreis des Steinbocks&lt;br /&gt;
* Roman-Trilogie Sexus, Plexus und Nexus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Mary Dearborn: &#039;&#039;Henry Miller: eine Biographie&#039;&#039;. München 1991.                           &lt;br /&gt;
* Walter Schmiele: &#039;&#039;Henry Miller in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&#039;&#039;. Reinbek: Rowohlt 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.miller_h Henry Miller] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur|Miller, Henry]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Juan_Ram%C3%B3n_Jim%C3%A9nez&amp;diff=4432</id>
		<title>Juan Ramón Jiménez</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Juan_Ram%C3%B3n_Jim%C3%A9nez&amp;diff=4432"/>
		<updated>2009-04-05T09:11:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Juan Ramón Jiménez&#039;&#039;&#039; (23.12.1881 - 29.5.1958) ist ein spanischer Lyriker und Essayist, der 1956 den Literaturnobelpreis erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
Juan Ramón Jiménez wurde am 23.12.1881 als Sohn eines Weinhändlers in der Provinz Huelva in Andalusien geboren. Seit seinem 10. Lebensjahr besuchte er das Jesuitenkolleg von El Puerto de Santa Maria bei Cádiz. Die Einsamkeit in dem Kolleg verstärkte seine angeborene Neigung zu Depressionen. 1896 begann er ein Jurastudium in Sevilla, das er aber schon nach zwei Monaten abbrach. Er widmete sich stattdessen zunächst der Malerei und dann ganz der Poesie. 1910 ging er in seinen Geburtsort zurück, und nach dem Tod seines Vaters zwei Jahre später zog er nach Madrid. Hier begegnete er zahlreichen Künstlern der Zeit, dem Maler Salvador Dalí, dem Dichter [[Federico García Lorca]], dem Philosophen José Ortega y Gasset u.a. Und er lernte hier Zenobia Camprubí, die Tochter einer Nordamerikanerin und eines spanischen Ingenieurs, der in Puerto Rico lebte, kennen, die wenig später seine Frau wurde. Für die Hochzeit reisten beide 1916 in die Vereinigten Staaten, eine Reise, die für Jiménez&#039; Schaffen einen wichtigen Wendepunkt bedeutete. Vor dem Spanischen Bürgerkrieg floh das Ehepaar ebenfalls in die USA, lebte dann aber in verschiedenen Ländern Lateinamerikas und ließ sich ab 1951 endgültig in San Juan de Puerto Rico nieder, wo Juan Ramón Jiménez nur eineinhalb Jahre nach dem Tod seiner Frau starb. Den Nobelpreis am 10. Dezember 1956 in Stockholm nahm Jiménez nicht selbst entgegen, da er um seine gerade verstorbene Frau trauerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Das Werk von Juan Ramón Jiménez lässt sich in zwei Phasen einteilen. Seine ersten Gedichtbände &#039;&#039;Almas de violeta&#039;&#039; (Violette Seelen) von 1900, &#039;&#039;Baladas de primavera&#039;&#039; (Balladen des Frühlings) von 1907 u.a. standen ganz im Zeichen des Modernismus. Ihre Sprache war durch Musikalität und Klangmalerei bestimmt und beschrieb die Seelenzustände des lyrischen Ich. Die Hochzeitsreise in die Vereinigten Staaten brachte die Abkehr vom Modernismus. Jiménez&#039; stilistisches Ideal wurde die &amp;quot;nackte Poesie&amp;quot; mit ihrer klaren und schlichten Sprache, die die Symbolüberladung des Modernismus zu vermeiden trachtete und die Dinge direkt beim Namen zu nennen suchte. Dieser neue Stil manifestierte sich sehr deutlich in dem &#039;&#039;Diario de un poeta recién casado&#039;&#039; (Tagebuch eines jungverheirateten Dichters) von 1917, in dem Jiménez seine Amerika-Reise verarbeitete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internatinal erfolgreich wurde Jiménez mit seiner &amp;quot;andalusischen Elegie&amp;quot; &#039;&#039;Platero y yo&#039;&#039; (&#039;&#039;Platero und ich&#039;&#039;) von 1917. Die eingängige Sprache und die einfache Geschichte, die an die Struktur von Märchen und Fabeln erinnert, sicherten den großen Erfolg dieser Prosadichtung bei den Lesern und die Übersetzung in zahlreiche Sprachen. Sie gilt als das ausschlaggebende Werk für die Verleihung des Literaturnobelpreises. Auf seinen Reisen in Lateinamerika erstaunte Jiménez die Volkstümlichkeit seines Werkes, das es als Bilder- und Lesebuch zur verbreiteten Schullektüre gebracht hatte. In 138 Abschnitten lyrischer Prosa wird in &#039;&#039;Platero y yo&#039;&#039; die Reise des Erzählers mit seinem Esel Platero über ein Jahr durch die andalusischen Heimat des Autors dargestellt. Traurigkeit und Melancholie bestimmen die Grundstimmung des Buches. Es schildert mit liebevoller Hinwendung die Landschaft mit ihren Quellen und Wiesen, Äckern, Bergen und Brücken. Höhepunkt sind die Darstellungen der Feste in dem ländlich-kleinstädtischen Milieu und die Hinwendung zu den oft traurigen Schicksalen von Kindern. Gedanklich ist es durchzogen von einer direkten Hinwendung zum Ding und einer pantheistischen Naturmystik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Martin Diz Vidal: Jiménez, Juan Ramón, in: Metzler Lexikon Weltliteratur, Bd. 2, Stuttgart Weimar 2006, S. 312-313&lt;br /&gt;
* Platero y y, in: Kindlers Literaturlexikon, Bd. 17, München 1974, S. 7559-7560&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dieterwunderlich.de/Jimenez_Platero.htm Juan Ramón Jiménez: Platero und ich] Dieter Wunderlich: Buchtipps &amp;amp; Filmtipps&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Federico_Garc%C3%ADa_Lorca&amp;diff=4431</id>
		<title>Federico García Lorca</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Federico_Garc%C3%ADa_Lorca&amp;diff=4431"/>
		<updated>2009-04-05T09:08:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Biographie==&lt;br /&gt;
[[Bild:Garcialorca madrid lou.jpg|thumb|200px|Federico García Lorca]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
García Lorca wurde am 5. Juni 1898 (auch wenn der Dichter selbst oft das Jahr 1900 als sein Geburtsjahr angab) in Fuente Vaqueros geboren. Lorca begann 1914 ein Universitätsstudium in Rechtswissenschaft, Philosophie sowie Literaturwissenschaft an der Universität Granada. Ausgedehnte Reisen durch das ganze Land schlossen sich an. Bis 1928 studierte er an der Universität Complutense Madrid. Dort machte er die Bekanntschaft des Schriftstellers [[Juan Ramón Jiménez]] und des Regisseurs Luis Buñuel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herkunftsregion spielt eine große Rolle in Lorcas Werk, angefangen bei Ersten Liedern (&#039;&#039;Primeras Canciones&#039;&#039;) bis zu &#039;&#039;Bernarda Albas Haus&#039;&#039; (&#039;&#039;La casa de Bernarda Alba&#039;&#039;), das zusammen mit &#039;&#039;Yerma&#039;&#039; und der &#039;&#039;Bluthochzeit&#039;&#039; (&#039;&#039;Bodas de Sangre&#039;&#039;) eine Trilogie bildet, die die Stellung der Frau in der ländlichen Bevölkerung zum Thema hat. Lorcas Stil ist durch eine Kombination aus säkularer Tradition und dem Modernismus des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine ersten literarischen Werke entstanden in Madrid, das &#039;&#039;Libro de poemas&#039;&#039; und sein erstes Theaterstück &#039;&#039;Mariana Pineda&#039;&#039; (1928). Außerdem veröffentlichte er &#039;&#039;Romancero gitano&#039;&#039; (1928), &#039;&#039;Poemas del Cante Jondo&#039;&#039; (1931) und &#039;&#039;Llanto por Ignacio Sánchez Mejías&#039;&#039; (1935). Letzteres stellt sein berühmtestes lyrisches Werk dar. Es ist einem spanischen Torero gewidmet, der ein Freund Lorcas war sowie ein Mäzen der Madrider Kunstwelt. Er starb bei der Ausübung seines Berufes.&lt;br /&gt;
In Madrid lernte Lorca auch den surrealistischen Künstler Salvador Dalí kennen. Beide verband eine enge Freundschaft. Der Dichter widmete dem jungen aufstrebenden Künstler seine Ode an Salvador Dalí (1926), dieser veröffentlichte in einer von Lorca gegründeten Literaturzeitschrift (gallo) sein Manifesto anti-artistico catalán&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Romancero gitano&#039;&#039; war nicht nur das erfolgreichste Werk von Garcia Lorca, sondern auch das erfolgreichste Werk das ein Dichter der Generación del 27 geschrieben hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Zeit in Madrid ging Lorca im Sommer 1929 nach New York, wo er an der Columbia University studierte und Vorträge hielt. In New York fühlte er sich jedoch nicht wohl. Die Stadt war ihm zu groß, er vermisste die Natur, deren Zerstörung durch Technologie und Fortschritt er in seinem surrealistischen Werk &#039;&#039;Poeta en Nueva York&#039;&#039; beklagt. 1930 reiste er nach Kuba. Seine tiefe Verbundenheit zur spanischen Landbevölkerung, insbesondere zu den Gitanos, drückt sich auch in einem ehrgeizigen Theater-Projekt aus, welches er, initiiert von der damaligen Provisorischen Regierung der Republik 1931 als Regisseur leitete. Ziel dieses reisenden Studenten-Theaters (&#039;&#039;La Barraca&#039;&#039;) war es, Kultur und Bildung auch in die ländlichen Regionen zu bringen, es wurden vor allem klassische spanische Bühnenwerke von [[Miguel de Cervantes|Cervantes]] und [[Pedro Calderón de la Barca |Calderón]] aufgeführt. 1933 feierte er Triumphe in Buenos Aires anlässlich einer Reise nach Argentinien. Sein Drama &#039;&#039;Yerma&#039;&#039; war bis dahin 100 Mal aufgeführt worden. Von seinen Dramen sind weiterhin zu nennen &#039;&#039;La Zapatera prodigiosa&#039;&#039; (Urauff. 1930, publ. posth. 1940) und &#039;&#039;Bodas de sangre&#039;&#039; (1933).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Dichtkunst galt Lorca auch als ein begnadeter Musiker, er improvisierte auf der Gitarre und auf dem Klavier und komponierte zudem einige Lieder. Er war mit dem spanischen Komponisten Manuel de Falla befreundet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine gesellschaftskritischen Arbeiten hatten Lorca bei der politischen Rechten unbeliebt gemacht. Dies und wohl auch seine Homosexualität führten zu seiner Ermordung am 19. August 1936, zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, durch spanische Nationalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
* [[Bluthochzeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung und Wirkung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterricht==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.lorca Federico García Lorca] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Literatur|Lorca, Federico Garcia]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Pedro_Calder%C3%B3n_de_la_Barca&amp;diff=4430</id>
		<title>Pedro Calderón de la Barca</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Pedro_Calder%C3%B3n_de_la_Barca&amp;diff=4430"/>
		<updated>2009-04-05T09:04:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Pedro Calderón de la Barca&#039;&#039;&#039; (* 17. Januar 1600 in Madrid; † 25. Mai 1681 ebenda) war ein spanischer Dramatiker und Poet.&lt;br /&gt;
[[Bild:Pedro Calderón de la Barca 01.jpg|thumb|200px|Pedro Calderón de la Barca]]&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Calderón stammte aus einer spanischen Adelsfamilie. Sein Vater hatte das Amt eines Schatzmeisters am spanischen Hof inne. Er verlor jedoch seine Eltern relativ früh: Seine Mutter, die flämischer Herkunft war (aus Mons/Hennegau - daher der Namenszusatz Henao), starb bereits 1610. Sein Vater verschied nur fünf Jahre später. Calderón besuchte ab 1614 das Jesuitenkolleg in Madrid mit dem Ziel Priester zu werden. Bereits während dieser Zeit begann er sich mit Literatur zu beschäftigen. Er setzte seine Ausbildung durch ein Jurastudium an der Universität Alcalá de Henares und der Universität Salamanca fort, brach es jedoch 1620 ab, um Soldat bei der Marineinfanterie zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nahm 1620 bis 1622 mit Erfolg an einem Literaturwettbewerb teil, der zu Ehren von St. Isidor in Madrid abgehalten wurde. [[Lope de Vega]], der der Organisator dieses Wettbewerbs war, schrieb: „Ein Preis wurde an Don Pedro Calderón vergeben, der in seinem Alter Lorbeeren gewinnt, welche die Zeit nur ergrautem Haare zu geben pflegt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die folgenden Jahre in Calderóns Leben gibt es zwei verschiedene Versionen:&lt;br /&gt;
* Laut seinem Biografen Vera Tassis diente er von 1625 bis 1635 in der Spanischen Armee und war als Soldat in Flandern und Italien.&lt;br /&gt;
* Es existieren jedoch verschiedene Urkunden und Dokumente, welche belegen können, dass Calderón während dieser Zeit tatsächlich in Madrid gelebt hat. 1629 wurde sein Bruder Diego erstochen. Der Täter suchte Zuflucht in dem Nonnenkloster der Heiligen Dreieinigkeit. Calderón drang zusammen mit Freunden in das Kloster ein und versuchte, den Täter gefangenzunehmen. Diese Verletzung von heiligem Boden wurde durch den bekannten Priester Hortensio Félix Paravicino während einer Predigt dem spanischen König Philipp IV. gemeldet. Calderón verteidigte sich daraufhin mit der Schrift El Príncipe constante gegen die Anschuldigungen des Priesters, wurde aber dennoch eingesperrt. Er blieb jedoch nur kurze Zeit im Gefängnis und gewann in den folgenden Jahren rasch Ansehen als hervorragender Dramatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von [[Lope de Vega]] 1635 übernahm er dessen Stelle als Hofdramatiker. Er wurde als der beste Dramatiker seiner Zeit anerkannt. Ein Band seiner Stücke, den sein Bruder José 1636 herausgab, enthielt die zur damaligen Zeit gefeierten Werke wie La Vida es sueño (Das Leben ein Traum), El Purgatorio de San Patricio, La Devoción de la Cruz, La Dama duende (Dame Kobold) und Peor está que estaba. 1636 bis 1637 wurde Calderón von Philipp IV. zum Ritter des Santiago-Ordens gemacht, der bereits eine Reihe von Stücken für das königliche Theater in Buen Retiro in Auftrag gegeben hatte. Er war beim Publikum genauso beliebt wie Lope de Vega auf dem Höhepunkt seines Ruhms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Stellung trat er am 28. Mai 1640 einer Einheit von berittenen Kürassieren bei, die vom spanischen Feldherrn Olivares zusammengestellt wurde. Er nahm an dem spanischen Feldzug gegen das abtrünnige Katalonien teil und tat sich vor allem durch seinen Edelmut in der Stadt Tarragona hervor. Als seine Gesundheit schwer angeschlagen war (einige Biografen sprechen von einer Verwundung), trat er im November 1642 aus der spanischen Armee aus. Drei Jahre später erhielt er für seine geleisteten Dienste eine Pension.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte seines Lebens während der nächsten Jahre liegt weitgehend im Dunkeln. Es scheint, dass er durch den Tod seiner Frau in den Jahren 1648 und 1649 bedingt durch die Trauer mit schweren persönlichen Problemen zu kämpfen hatte. Diese schwere Zeit brachte ihn dazu, sich wieder stärker der Kirche zuzuwenden. Im Jahr 1650 trat er dem Franziskaner-Orden bei und verwirklichte sein ursprüngliches Vorhaben, ein geistliches Amt auszuüben. 1651 wurde er zum Priester geweiht und übernahm eine Gemeinde in dem Ort San Salvador in Madrid. Er hatte die Absicht sich nie wieder ein Stück für das Theater zu schreiben. Er hielt sich an dieses Gelübde, bis er 1653 Kaplan in Toledo wurde. Danach begann er einen großen Teil seiner Zeit mit der Erstellung von Autos sacramentales zu verbringen, allegorischen Stücken, in denen das Mysterium des christlichen heiligen Abendmahls auf dramatische Weise illustriert worden ist. Sie wurden mit großem Aufwand an Fronleichnam und den darauffolgenden Wochen aufgeführt. 1662 wurden zwei von Calderóns autos (Las órdenes militares und Mística y real Babilonia) zum Gegenstand einer Ermittlung der spanischen Inquisition. Man zensierte das Erste der beiden Stücke und konfiszierte die Manuskripte. 1671 wurde das Urteil jedoch wieder aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1663 ernannte der spanische König Philip IV. Calderón zum Hofkaplan. Dieses Amt behielt er auch nach dem 1665 erfolgten Regierungsantritt von Karl II.. Im Alter von 81 Jahren schrieb er sein letztes weltliches Stück, Hado y Divisa de Leonido y Marfisa zu Ehren der Heirat von Karl II. mit Marie-Louise von Bourbon. Trotz seiner Position am Hof verbrachte er seine letzten Jahre in Armut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* [[Das Leben ist ein Traum]], 1636&lt;br /&gt;
* [[El alcalde de Zalamea|Der Richter von Zalamea]], 1651&lt;br /&gt;
* Das große Welttheater, 1655&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Wirkung ==&lt;br /&gt;
Calderón bildet den Höhepunkt des spanischen Theaters. Im Vergleich mit dem volkstümlicheren und oft originelleren [[Lope de Vega]] (Vega Carpio) verkörpert er die strengere Kunst gepaart mit tiefgründiger Philosophie. Von Calderón sind ca. 120 Dramen (sog. Comedias), 80 geistliche Festspiele (Autos sacramentales) erhalten. Zudem schrieb er etliche Kurzszenenfolgen (Zarzuelas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert galt Calderón als der unbezweifelte König des spanischen Theaters; erst die deutsche Klassik und Romantik hat ihn wiederentdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Armin Gebhardt: Calderon, Spaniens bedeutendster Dichter. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2002&lt;br /&gt;
* Christoph Strosetzki: Calderón. Metzler-Verlag, Stuttgart 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Literatur/M/Calder%C3%B3n+de+la+Barca,+Pedro?hl=calderon Pedro Calderón de la Barca] Biographie und Texte in deutscher Übersetzung bei Zeno.org&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.calderon Pedro Calderón de la Barca] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Literatur|Calderón de la Barca, Pedro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlos_Fuentes&amp;diff=4429</id>
		<title>Carlos Fuentes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlos_Fuentes&amp;diff=4429"/>
		<updated>2009-04-05T09:03:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Werke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Carlos Fuentes Macías&#039;&#039;&#039; (* 11. November 1928 in Panama-Stadt) ist einer der renommiertesten mexikanischen Schriftsteller der Gegenwart.&lt;br /&gt;
[[Bild:Carlos_Fuentes.jpg|thumb|200px|Carlos Fuentes]]&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater war Diplomat und in den 30er-Jahren auch mexikanischer Botschafter in Washington D.C.. Carlos Fuentes lernte deshalb als Kind und Jugendlicher zahlreiche Länder Mittel- und Südamerikas, wie auch die USA inklusive deren Kultur und Literatur kennen, und stand in eigenen ersten literarischen Versuchen u.a. unter dem Einfluss von Pablo Neruda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine höhere Schulausbildung schloss er in Mexiko-Stadt ab. Während dieser Zeit arbeitete er an der Zeitschrift &amp;quot;Hoy&amp;quot; mit und erhielt einen ersten Literaturpreis vom Colegio Francés Morelos. Anschliessend studierte er Jura in der Schweiz (Genf) und in Mexiko.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst arbeitete Fuentes wie sein Vater als Diplomat. Ab 1959 betätigte er sich als Schriftsteller und Drehbuchautor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weltbürger Fuentes lebte in den 60er-Jahren in Paris, Venedig, London und Mexiko-Stadt. In den 70ern arbeitete er am Institut Woodrow Wilson in Washington. Außerdem vertrat er sein Land - er hat sich immer als Mexikaner gesehen - als Botschafter in Frankreich (1972-1978), gab den Posten jedoch wieder auf, als der Expräsident Gustavo Díaz Ordaz zum Botschafter Mexikos in Spanien ernannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1990 lebt Fuentes in Europa. Im Jahre 2004 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuentes beschäftigt sich in seinen Erzählungen, Essays und Romanen mit dem Alltag und der Geschichte Mexikos. Als ein wichtiger Vertreter der mexikanischen Gegenwartsliteratur weist er mit verschiedenen stilistischen Mitteln auf die Problematik des mexikanischen Lebens hin. Später widmete er sich in seinen Romanen auch dem Verhältnis zwischen Europa und Amerika und nahm auch Stellung zum Nord-Süd-Konflikt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine ersten Erzählungen veröffentlichte er 1954 in dem Band &#039;&#039;Verhüllte Tage&#039;&#039;, das zu einem Bestseller im Heimatland wurde. Das galt auch für seinen ersten Roman &#039;&#039;Landschaft in klarem Licht&#039;&#039;, der als erster ein umfassenderes Bild des modernen Mexiko-Stadt zeichnete. Bald leitete er Zeitschriften wie &amp;quot;Revista Mexicana de Literatura&amp;quot; und &amp;quot;El Espectador&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eines seiner wichtigsten und interessantesten Werke kann der Roman &#039;&#039;Terra Nostra&#039;&#039; betrachtet werden, in dem er in kunstvoller Montage das Mexiko der Gegenwart mit der mexikanischen Kolonisationsgeschichte verwebt. &#039;&#039;Christoph, Ungeborn&#039;&#039; vermittelte eine Bechreibung des Mexikos der 80er- und 90er-Jahre. Der Roman &#039;&#039;Der alte Gringo&#039;&#039; (1985) über den Autoren Ambrose Bierce wurde 1989 mit Jane Fonda und Gregory Peck mit dem Titel &amp;quot;&#039;&#039;Old Gringo&#039;&#039;&amp;quot; verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuentes hat sich im Allgemeinen als politisch links verstanden und in seinen Werken oft die Sache des kleinen Mannes und der Gewerkschaften vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sein Werk erhielt er zahlreiche Literaturpreise, darunter einige der angesehensten überhaupt in der spanischsprachigen Welt wie den &#039;&#039;Premio Cervantes&#039;&#039; (1987).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Terra Nostra&#039;&#039; (1975)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Jahre mit Laura Díaz&#039;&#039; (1999)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.fuentes Carlos Fuentes] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinamerikanische Literatur|Fuentes, Carlos]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlos_Fuentes&amp;diff=4428</id>
		<title>Carlos Fuentes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Carlos_Fuentes&amp;diff=4428"/>
		<updated>2009-04-05T09:02:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Carlos Fuentes Macías&#039;&#039;&#039; (* 11. November 1928 in Panama-Stadt) ist einer der renommiertesten mexikanischen Schriftsteller der Gegenwart.&lt;br /&gt;
[[Bild:Carlos_Fuentes.jpg|thumb|200px|Carlos Fuentes]]&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater war Diplomat und in den 30er-Jahren auch mexikanischer Botschafter in Washington D.C.. Carlos Fuentes lernte deshalb als Kind und Jugendlicher zahlreiche Länder Mittel- und Südamerikas, wie auch die USA inklusive deren Kultur und Literatur kennen, und stand in eigenen ersten literarischen Versuchen u.a. unter dem Einfluss von Pablo Neruda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine höhere Schulausbildung schloss er in Mexiko-Stadt ab. Während dieser Zeit arbeitete er an der Zeitschrift &amp;quot;Hoy&amp;quot; mit und erhielt einen ersten Literaturpreis vom Colegio Francés Morelos. Anschliessend studierte er Jura in der Schweiz (Genf) und in Mexiko.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst arbeitete Fuentes wie sein Vater als Diplomat. Ab 1959 betätigte er sich als Schriftsteller und Drehbuchautor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weltbürger Fuentes lebte in den 60er-Jahren in Paris, Venedig, London und Mexiko-Stadt. In den 70ern arbeitete er am Institut Woodrow Wilson in Washington. Außerdem vertrat er sein Land - er hat sich immer als Mexikaner gesehen - als Botschafter in Frankreich (1972-1978), gab den Posten jedoch wieder auf, als der Expräsident Gustavo Díaz Ordaz zum Botschafter Mexikos in Spanien ernannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1990 lebt Fuentes in Europa. Im Jahre 2004 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuentes beschäftigt sich in seinen Erzählungen, Essays und Romanen mit dem Alltag und der Geschichte Mexikos. Als ein wichtiger Vertreter der mexikanischen Gegenwartsliteratur weist er mit verschiedenen stilistischen Mitteln auf die Problematik des mexikanischen Lebens hin. Später widmete er sich in seinen Romanen auch dem Verhältnis zwischen Europa und Amerika und nahm auch Stellung zum Nord-Süd-Konflikt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine ersten Erzählungen veröffentlichte er 1954 in dem Band &#039;&#039;Verhüllte Tage&#039;&#039;, das zu einem Bestseller im Heimatland wurde. Das galt auch für seinen ersten Roman &#039;&#039;Landschaft in klarem Licht&#039;&#039;, der als erster ein umfassenderes Bild des modernen Mexiko-Stadt zeichnete. Bald leitete er Zeitschriften wie &amp;quot;Revista Mexicana de Literatura&amp;quot; und &amp;quot;El Espectador&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eines seiner wichtigsten und interessantesten Werke kann der Roman &#039;&#039;Terra Nostra&#039;&#039; betrachtet werden, in dem er in kunstvoller Montage das Mexiko der Gegenwart mit der mexikanischen Kolonisationsgeschichte verwebt. &#039;&#039;Christoph, Ungeborn&#039;&#039; vermittelte eine Bechreibung des Mexikos der 80er- und 90er-Jahre. Der Roman &#039;&#039;Der alte Gringo&#039;&#039; (1985) über den Autoren Ambrose Bierce wurde 1989 mit Jane Fonda und Gregory Peck mit dem Titel &amp;quot;&#039;&#039;Old Gringo&#039;&#039;&amp;quot; verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuentes hat sich im Allgemeinen als politisch links verstanden und in seinen Werken oft die Sache des kleinen Mannes und der Gewerkschaften vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sein Werk erhielt er zahlreiche Literaturpreise, darunter einige der angesehensten überhaupt in der spanischsprachigen Welt wie den &#039;&#039;Premio Cervantes&#039;&#039; (1987).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* Terra Nostra (1975)&lt;br /&gt;
* Die Jahre mit Laura Díaz (1999)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=faecher.deutsch.fuentes Carlos Fuentes] Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinamerikanische Literatur|Fuentes, Carlos]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Moby_Dick&amp;diff=4427</id>
		<title>Moby Dick</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php?title=Moby_Dick&amp;diff=4427"/>
		<updated>2009-04-05T08:58:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Moby-Dick oder der Wal&#039;&#039;&#039; (englisch Moby-Dick; or, The Whale) ist ein 1851 in London und New York erschienener Roman von [[Herman Melville]]. Das erzählerische Rückgrat des Romans ist die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes „Pequod“, dessen einbeiniger Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal jagt, der ihm das Bein abgerissen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieses erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, zu denen noch viele subjektive, mal lyrische, mal auch ironische Betrachtungen des Autors kommen. In diesem Rahmen wird auch die Welt des Walfangs im 18. und 19. Jahrhundert detailreich dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reale Hintergründe ==&lt;br /&gt;
Reale Hintergründe für die Schilderungen in Moby Dick waren Melvilles eigene Erfahrungen sowie mehrere ihm bekanntgewordene Ereignisse bzw. Geschichten, die ihrerseits auf wahren Begebenheiten beruhten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eigenes Erleben===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1841 heuerte Melville in Nantucket auf dem Walfänger Acushnet an. Die Bedingungen an Bord auf der Fangfahrt in den Pazifik erschienen Melville unzumutbar, und er desertierte 1842 beim ersten Zwischenhalt auf der Insel Nukuhiva (Marquesas), wo er zusammen mit einem weiteren Matrosen mehrere Wochen bei einem der Volksstämme der Insel als eine Art gefangener Gast verbrachte. Er entkam auf dem australischen Walfänger Lucy Ann und gelangte nach Tahiti. Dort heuerte er als Bootssteuerer auf dem Walfänger Charles and Henry aus Nantucket an und ließ sich im April 1843 auf Hawaii wieder abmustern. Die Erlebnisse auf der Insel wurden vor allem in seinem Buch Typee verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Untergang der Essex===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Walfangschiff „Essex“ aus Nantucket wurde am 20. November 1820 durch Rammstöße eines Pottwals versenkt. Nach der Versenkung der Essex flüchtete die 20köpfige Besatzung in drei Walfangbooten. Nur fünf Männer in zwei Booten wurden nach drei Monaten Irrfahrt durch den Südpazifischen Ozean gerettet. Die Männer überlebten nur, weil sie sich von ihren unterwegs verhungerten und einem erschossenen Kameraden ernährten. Drei weitere Männer überlebten auf einer kleinen Insel, auf der sie freiwillig zurück blieben. Melville begegnete 1841 dem Sohn des seinerzeitigen Steuermanns Owen Chase und erhielt von diesem das Buch seines Vaters über die Ereignisse auf der Essex. Ein Jahr nach dem Erscheinen von Moby Dick begegnete Melville in Nantucket auch dem seinerzeitigen Kapitän George Pollard.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mocha Dick===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1839 erschien im New York Knickerbocker Magazine der Artikel „Mocha Dick: or The White Whale of the Pacific“ von Jeremiah Reynolds. Darin wird die Jagd auf einen weißen Wal dargestellt, der unter den Walfängern für seine Wildheit besonders bekannt war, häufig vor der Insel Mocha vor der Küste Chiles auftauchte und deshalb Mocha Dick genannt wurde. Die darin geschilderten Einzelheiten ähneln teilweise den Darstellungen von Melville. Während „Dick“ als rein generische Namensbezeichnung wie „Tom“ oder „Jack“ betrachtet wird, gibt es keine Erkenntnisse, was Melville dazu veranlasste, „Mocha“ in „Moby“ umzuwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die United States South Sea Exploring Expedition===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weitere Quelle für Romandetails wird auf den Bericht von der United States South Sea Exploring Expedition (U.S. Ex. Ex.) von 1838 bis 1842 hingewiesen. Von den 100 Exemplaren der offiziellen Narrative of the United States South Sea Exploring Expedition besorgte sich Melville ein Exemplar. Literaturwissenschaftlern zufolge sind in Melvilles Werk immer wieder Einflüsse aus diesem Expeditionsbericht zu entdecken. So soll beispielsweise die Beschreibung von Queequeg, Ismaels polynesischem Gefährten, von dem Stich eines tätowierten Maorihäuptlings in Band zwei der Narratives inspiriert sein. Es wird auch vermutet, dass der sehr umstrittene Expeditionsleiter Charles Wilkes als Vorbild für die tragische Figur des Kapitän Ahab diente (nach Nathaniel Philbrick, „Dämonen der See“, Blessing Verlag 2004).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moby Dick beginnt mit einem der berühmtesten ersten Sätze der Weltliteratur: „Call me Ishmael“ („So nennt mich denn Ismael“). Es folgt die Ich-Erzählung des Matrosen Ismael (sein richtiger Name wird nie genannt), der ursprünglich aus einer guten Familie stammt, sich aber aus Gründen, die nie ganz klar werden, dazu entschlossen hat, als einfacher Matrose zur See zu fahren. Er selbst spricht von einem unbändigen Drang in ihm, der ihn überkomme, wenn er des Festlands überdrüssig sei. Ismael hat bereits einige Fahrten auf Handelsschiffen hinter sich, will nun aber auf einem Walfänger anheuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg auf die Walfängerinsel Nantucket an der amerikanischen Ostküste lernt er in New Bedford den Harpunier Queequeg kennen. Queequeg ist ein über und über tätowierter Südseeinsulaner, trotz seines furchteinflößenden Äußeren jedoch das Idealbild eines „edlen Wilden“ oder, in Melvilles Worten, „ein George Washington im Gewand eines Kannibalen“. Ismael und Queequeg werden quasi zu Blutsbrüdern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nantucket heuern beide auf dem bizarr dekorierten Walfänger Pequod, benannt nach den Pequot-Indianern, an – und das obwohl ein möglicherweise Verrückter, der sich nach dem Propheten Elias nennt, sie wiederholt davor warnt. Die Fahrt beginnt zu Weihnachten. Der Kapitän Ahab lässt sich anfangs nicht an Bord blicken. Erst nach einiger Zeit auf See kommt er aus seiner Kabine und erklärt der Mannschaft das Ziel der Fahrt. Er will Moby Dick, den weißen Wal, der ihm das Bein abriss, jagen und erlegen. Als Anreiz für die Mannschaft nagelt er eine Golddublone an den Hauptmast, die derjenige erhalten soll, der den Wal als erster sichtet. Die Mannschaft, aufgeheizt durch den charismatischen und wahnsinnigen Kapitän, schwört sich auf Ahab und dessen Ziel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahabs Gegenpart ist der erste Maat, Starbuck, ein kühner und erfahrener Seemann, der nüchtern und rational denkt und durch seine Religiosität auffällt. In der Folge kommt es zu mehreren Konfrontationen zwischen Ahab und Starbuck. Einmal erwägt Starbuck sogar, Ahab zu töten, lässt aber im letzten Moment davon ab. Die Mannschaft der Pequod stammt aus allen Teilen und Schichten der USA und der Welt. Neben einem Indianer und zwei schwarzhäutigen Afrikanern sind Seeleute aus Holland, Frankreich, Island, Malta, Sizilien, den Azoren, China, der Isle of Man, aus dem Nahen Osten, aus Tahiti, Portugal, Dänemark, England, Spanien und den Philippinen an Bord. Das Schiff bildet die Vielfalt der Welt als Mikrokosmos ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Schiff das Kap der Guten Hoffnung umrundet hat, erfolgen mehrfache Sichtungen von Walen, die auch von der Mannschaft gejagt und erlegt werden. In diesem Zusammenhang werden Fang und Verarbeitung der Wale detailliert beschrieben. Unterbrochen wird die Fahrt regelmäßig durch Begegnungen mit anderen Schiffen, deren Kapitäne Ahab jedes Mal nach dem Weißen Wal befragt. Im letzten Teil des Romans wird Queequeg todkrank. Auf seinen Wunsch hin wird ihm ein Sarg gezimmert. Letztlich überlebt Queequeg (weil er noch Dinge zu erledigen habe, wie er selbst behauptet), und sein Sarg wird als Ersatz für den verlorengegangenen Rettungsring genutzt. Nach einer Fahrt durch den Indischen Ozean und durch die indonesischen Inseln bekommt die Pequod östlich von Japan endlich Kunde von einer Sichtung des Weißen Wals. Die Jagd auf ihn dauert drei Tage. Dabei wird Ahab von Moby Dick unter Wasser gezogen, und der Wal rammt und versenkt die Pequod. Als einziger überlebt Ismael die Katastrophe. Er rettet sich auf den Sarg Queequegs und wird später von einem Walfänger entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
===Aufbau===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch Moby-Dick besteht bei einem Gesamtumfang von über 900 Seiten aus 135 Kapiteln mit Überschriften und einem Epilog. Letzterer fehlte in der britischen Originalausgabe. Dem Roman vorgeschaltet ist ein Abschnitt über die Etymologie des Worts &amp;quot;Wal&amp;quot; sowie ein Abschnitt mit 81 Zitaten über den Wal aus literarischen, religiösen, fachwissenschaftlichen und anderen Werken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erzählform===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist eine Ich-Erzählung, der Erzähler der Matrose Ismael. Diese Erzählform wird jedoch immer wieder durchbrochen, wird durchsetzt mit wissenschaftlichen und anderen Exkursen - die immer wieder wie eingeschobene Essays oder Traktate wirken - und mit dramatischen Szenen, die wie bei einem Theaterstück Regieanweisungen enthalten und die durchgehend dialogisch gestaltet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den erzählerischen und essayistischen Abschnitten gibt es oft lange, verschachtelte Satzperioden, die von zahlreichen literarischen und biblischen Anspielungen durchzogen sind und häufig in komplexen Metaphern enden. Melville zieht dabei oft alle Register und versucht, mehrere Fachsprachen - die des Walfangs, der Seefahrt, der religiösen, wissenschaftlichen und lyrischen Sprache - zu kombinieren mit einer Reihe von Dialekten und Soziolekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sprachstil des Romans lässt sich vergleichen mit der bunt zusammengewürfelten Mannschaft der Pequod: Er ist ähnlich disparat und facettenreich, wird aber – wie die Mannschaft – zusammengehalten durch das Ziel der Reise, die Jagd auf den Weißen Wal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besprechung einer neueren deutschen Ausgabe bezeichnete das Werk zusammenfassend als &amp;quot;... diesen phantastischen Bastard aus Abenteuerroman, neubarocker Allegorie und &amp;quot;Great American Novel&amp;quot; [1].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
Der Roman erschien 1851 zuerst in London und kurz danach in New York. Während die britischen Rezensionen im Ganzen eher freundlich bis neutral ausfielen, waren fast alle Besprechungen in den USA sehr negativ - wobei, ein Zeichen der noch wenig entwickelten US-amerikanischen Literaturkritik, als Beleg häufig die zwei negativsten britischen Rezensionen als autoritative Quellen zitiert wurden. Das vernichtende Urteil der US-amerikanischen Kritiker hatte vor allem zwei Gründe. Zum einen war der Literaturbetrieb in den USA seinerzeit stark religiös geprägt. Melville aber spottet in Moby-Dick immer wieder über traditionelle Religion und erklärt den Götzendienst Queequegs als dem Christentum gleichwertig. Viele negative Kritiken bezogen sich hierauf (was die gemäßigten Kritiken der britischen Rezensionen erklärt, denn in der Londoner Ausgabe waren, im Gegensatz zur amerikanischen, fast alle religionskritischen Aussagen herausgenommen). Zum anderen war Melville durch stark autobiografische Romane aus der Südsee bekannt geworden, die großen Erfolg hatten. Moby-Dick jedoch war ein ganz anderes und auch neuartiges Buch, was (wenn nicht auf Ablehnung, so doch) auf Verständnislosigkeit stieß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die negative Rezeption führte dazu, dass Melville und Moby-Dick rasch in Vergessenheit gerieten. Noch in einer Geschichte der US-amerikanischen Literatur von 1909 findet sich auf 500 Seiten gerade einmal gut eine Seite über Melville; dort ist zu lesen, dass Moby-Dick, das zwar als sein „Meisterwerk“ bezeichnet wird, ein „unausgeglichenes Werk von übertriebener Länge“ sei, geschrieben in einem „teils bemühten Stil“ (Theodore Stanton: A Manual of American Literature, S. 189).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Melville, der 1891 starb, erlebte die Wiederentdeckung seines größten Buchs nicht mehr. Sie begann allmählich ab den 1890er Jahren, als die erste Neuausgabe erschien. Bis 1919, dem 100. Geburtstag Melvilles, hatte sie bereits an Bedeutung gewonnen. Ab den 1920er Jahren wurde das Buch als Klassiker der US-amerikanischen und der Weltliteratur allgemein anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem verspäteten Durchbruch dürfte beigetragen haben, dass Stil und Form des Moby-Dick nicht unähnlich dem mehrerer großer Romane der klassischen Moderne sind. Wie [[John Dos Passos]], Alfred Döblin und [[James Joyce]] hat Melville in Moby-Dick versucht, die ganze komplexe moderne Welt in ihrer Vielfalt und Zersplitterung abzubilden und dieses Durcheinander gleichzeitig durch literarische Verweise auf Mythologie, Religion und alte Literatur wieder zu einem Ganzen zu formen. Ein anderer Vertreter der klassischen Moderne, [[William Faulkner]], erklärte 1927 Moby-Dick zu dem Buch, das er am liebsten selbst geschrieben hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus heutiger Sicht bleibt anzumerken, dass Melvilles Moby-Dick – neben [[Daniel Defoe|Defoes]] [[Robinson Crusoe]] und [[Miguel de Cervantes|Cervantes]]&#039; [[Don Quijote]] – als Paradebeispiel für einen literarischen Stoff angesehen werden kann, dessen grobes Handlungsgerüst beinahe jedem bekannt ist, diese Bekanntheit jedoch nicht von dem Original, also dem Roman selbst, erreicht wurde. Vielmehr waren es zahlreiche Bearbeitungen als Jugendbuch, vor allem aber auch für Film, Fernsehen und Hörspiel, die den Stoff dem Publikum des 20. und 21. Jahrhunderts nahegebracht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Vorlage:Lizenzhinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nordamerikanische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
</feed>