Tropen

Aus Klimawandel
Tropische Klimazone der Erde

Die Tropen (v. gr.: tropai heliou: Sonnenwendegebiete) gehören zu den Klimazonen der Erde. Sie erstrecken sich zwichen den Wendekreisen (23°27' nördlicher und südlicher Breite) und umfassen somit etwa 40% der gesamten Erdoberfläche.

Eigenschaften und Bedeutung

Mittag in den Tropen (auf den Philippinen), die Sonne steht fast im Zenit

Die Tropen stellen im System der atmosphärischen Zirkulation den Bereich zwischen den beiden subtropisch-randtropischen Hochdruckgürteln der Nord- und Südhalbkugel der Erde dar.

Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass die Sonne weitgehend zweimal pro Jahr im Zenit steht, d.h. die Sonne steht dann senkrecht zum Erdboden, mit Ausnahme der Wendekreise, wo die Sonne nur einmal pro Jahr im Zenit steht. Durch den steilen Einfallswinkel der Sonnenstrahlung schwankt die jährliche Tageslänge in diesem Bereich nur gering zwischen 10,5 und 13,5 Stunden und sorgt für eine ganzjährig hohe Sonneneinstrahlung. Deshalb können sich keine thermischen Jahreszeiten (25 °C Jahresmittel) bilden, hingegen treten aber höhere tageszeitliche Temperaturänderungen auf. Aufgrund der vor allem in den äquatornahen Bereichen intensiven Sonneneinstrahlung während des ganzen Jahres, die zu einer starken Verdunstung besonders über den tropischen Ozeanen führt, wirken die Tropen entscheidend auf den Wärme- und Wasserhaushalt des Erdsystems ein. Der Haupttransport latenter und fühlbarer Wärme erfolgt in der äquatorialen Tiefdruckrinne im Zusammenhang mit starker Konvektionsbewölkung von der Erdoberfläche in die hohe tropische Atmosphäre.

Vegetationszonen der Tropen

Innerhalb der Tropen gibt es verschiedene Vegetationszonen. Diese hängen ab von der Zeit, in der den Pflanzen ausreichend Wasser zum Wachstum zur Verfügung steht. Man unterscheidet nach Anzahl der ariden und humiden Monate: 12 bis 9 1/2 humide Monate = tropischer Regenwald, 9 1/2 bis 7 humide Monate = Feuchtsavanne, 7 bis 4 1/2 humide Monate = Trockensavanne, 4 1/2 bis 2 humide Monate = Dornsavanne und 2 bis 0 humide Monate = Wüste. Bestimmend hierfür ist der Zenitalniederschlag.

Unterteilung der Tropen

Innerhalb der Tropen werden die äquatornahen immerfeuchten von den zu den Wendekreisen hin wechselfeuchten bzw. trockenen Tropen unterschieden, die sich in unterschiedlichen Ökozonen von den tropischen Wäldern über die verschiedenen Savannentypen bis zu den tropischen Halbwüsten und Wüsten zeigen.

In den immerfeuchten Tropen, die sich mit Ausnahme Ostafrikas und der Anden überall am Äquator befinden, bilden sich Tropische Regenwälder. Typisch für die wechselfeuchten Tropen, in denen Trocken- und Regenzeit die Jahreszeiten bilden, sind Savannen, Trockenwälder und Monsunwälder, die die tropischen Regenwälder säumen, aber auch das Feuchtgebiet des Pantanal in Südamerika befindet sich in dieser Zone. Die trockenen Tropen sind Wüsten- und Halbwüstengebiete, die im Jahresverlauf gleichbleibend temperiert sind.

Natur

Auf 1 ha Regenwald gibt es etwa 250 verschiedene Baumarten, 100 verschiedene Käferarten & 60-70 verschiedene Vogelarten. Zum Vergleich: In einem deutschen Mischwald gibt es ca. 5 verschiedene Baumarten, 1-4 verschiedene Käferarten & 1-4 verschiedene Vogelarten.

Auf 6% der Erdfläche leben bis zu 90% aller Tierarten. Die Geologin und Botanikerin Warda Bleser-Bircher hat beschrieben, wie in einem Garten in El Saff, Ägypten, über 2.000 tropische, früchtetragende Bäume oder essbare Pflanzen aus den gesamten Tropen gehegt werden können.



Literatur

  • P.-M. Geade (2008) GEO Themenlexikon: Wetter und Klima, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG


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