Lachgas

Aus Klimawandel
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1 Atmosphärische Konzentrationszunahme

Distickstoffoxid (N2O), auch Lachgas genannt, gehört zu den langlebigen Treibhausgasen. Es besitzt gegenüber CO2 pro Molekül eine 298mal so große Treibhauswirkung und eine Verweilzeit in der Atmosphäre von 114 Jahren. Wie Kohlendioxid kommt es in der Atmosphäre daher überall gut durchmischt vor. Eisbohrkerndaten der letzten 2000 Jahre zeigen, dass sich vor der Industrialisierung der N2O-Gehalt der Atmosphäre kaum verändert hat. Von 1750 bis 2005 dagegen ist die Konzentration von 270 ppb auf 319 ppb um 18% angestiegen. Die Wachstumsrate der atmosphärischen Konzentration lag in den letzten Jahrzehnten nahezu linear bei 0,8 ppb/Jahr. Der Strahlungsantrieb beträgt +0.16 W/m2, womit Distickstoffoxid nach CO2, CH4 und den FCKWs das viertwichtigste langlebige Treibhausgas ist.[1]

2 Quellen und Senken

Distickstoffoxid besitzt wie Methan sowohl natürliche wie anthropogene Quellen und wird ebenfalls durch chemische Reaktionen aus der Atmosphäre wieder entfernt. Die gesamten Emissionen werden für das Jahr 1994 auf 17,7 Tg pro Jahr geschätzt.[2] Davon entfallen etwas mehr als die Hälfte auf natürliche Quellen wie den Ozean und Böden der tropischen und gemäßigten Zone, der Rest auf anthropogene Quellen wie landwirtschaftliche Böden und industrielle Produktion. Auffällig ist die Zunahme der Emissionen aus sowohl natürlich wie agrarisch genutzten Böden. Die Ursache wird im vermehrten Eintrag von Stickstoff (N) aus der Luft und in der Landwirtschaft zusätzlich im gestiegenen Gebrauch von Stickstoffdünger gesehen. Außerdem wird die N2O-Emission durch Temperatur und Bodenfeuchte geregelt und reagiert damit auch auf klimatische Veränderungen. Industrielle Quellen für N2O sind die Nylon-Produktion, die Salpetersäure-Produktion und die Verbrennung fossiler Rohstoffe.

Die hohe Treibhauswirkung von N2O liegt vor allem an der langen atmopshärischen Verweilzeit von ca. 120 Jahren, die darin begründet ist, dass Distickstoffoxid ausschließlich in der Stratosphäre durch Photolyse bzw. durch die Reaktion mit atomarem Sauerstoff abbaubar ist.
  1. nach IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 7.4.2
  2. IPCC (2001): Climate Change 2001: The Scientific Basis. Contribution of the Working Group I to the Third Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (Houghton, J.T. et al., eds), Cambridge and New York 2001, 4.2.1.2
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