Klimaprojektionen Asien: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 13. Mai 2009, 14:07 Uhr

Datei:Asien temp ns.jpg
Nach dem IPCC-Szenario A1B berechnete Veränderung der mittleren Jahrestemperatur in °C sowie der Niederschläge in den Sommer- (JJA) und Wintermonaten (DJF) in % bis 2100 in den einzelnen Großregionen Asiens.

1 Temperatur

Insgesamt ist in Asien im 21. Jahrhundert mit einem über dem globalen Mittel liegenden Temperaturanstieg zu rechnen. Nur in Südostasien wird eine Erwärmung erwartet, die im Bereich des globalen Mittels liegt; in den übrigen Regionen ist sie deutlich stärker. In Südasien etwa wird nach dem A1B-Szenario eine Temperatursteigerung von 2,7 °C im Sommer und von 3,6 °C im Winter berechnet. Ähnlich sehen die Werte für Ostasien aus, mit einer allerdings höheren Temperaturzunahme von 3 °C im Sommer. Die stärkste Erwärmung zeigen die Modelle mit 3,8 °C mittlerer Jahrestemperatur im Hochland von Tibet und mit 4,3 °C für Nordasien (Sibirien), was primär mit der Schnee- und Eis-Albedo-Rückkopplung zusammenhängt.[1]

2 Niederschlag

Die Niederschläge werden nach diesen Modellberechnungen in Asien insgesamt zunehmen. Eine Ausnahme ist Mittelasien, wo die Sommerniederschläge stark abnehmen werden und im Frühling, Sommer und Herbst mit großer Trockenheit gerechnet wird. In Südasien nehmen die Niederschläge in der trockenen Jahreszeit, d.h. im Winter, zwar um -5 % ab, im Sommer dagegen um 11 % zu. Eine Zunahme wird von den Modellen auch bei den extremen Niederschlägen und ihrer Intensität und für den Golf von Bengalen bei Häufigkeit und Stärke der tropischen Wirbelstürme simuliert. In Ostasien wird der Niederschlag im Jahresmittel um 9-10 % höher ausfallen, in Südostasien um 7 %. Die Ursache für die Niederschlagszunahmen in Ost-, Südost- und Südasien wird vor allem in der Entwicklung des Monsuns in einer wärmeren Welt gesehen, auf den daher im Folgenden näher eingegangen werden soll.[2]

3 Monsunentwicklung

Folgen der globalen Erwärmung auf den südasiatischen Monsun und seine Niederschläge

In Ost-, Südost- und Südasien ist der Monsun das bestimmende klimatische Phänomen, und seine Niederschläge sind von entscheidender Bedeutung für die Ernährung von 50-60 % der Weltbevölkerung. Die Faktoren, die den Monsun bestimmen, sind grundlegend für ein Verständnis des künftigen Klimawandels über weite Teile Asiens. Der Monsun wird angetrieben durch den Temperatur- und Druckgegensatz zwischen Land und Meer, der je nach Jahreszeit wechselt. Im Winter herrschen tiefere Temperaturen und höherer Druck über dem Land, im Sommer über dem Meer. Der Monsun weht daher im Winter vom Land aufs Meer, im Sommer vom Meer aufs Land. Während der Wintermonsun trocken ist, bringt der Sommermonsun starke Niederschläge über die an den Indischen und Pazifischen Ozean angrenzenden Landmassen. Vor dem Beginn des Sommermonsuns beträgt die Temperaturdifferenz z.B. zwischen dem Indischen Ozean und Zentral-Indien 8-10 °C.[3]

Die Niederschläge des asiatischen Sommermonsuns sind einerseits von der Stärke der Monsunströmung, andererseits aber auch von der Menge des transportierten Wasserdampfes abhängig. Diese Faktoren wiederum werden u.a. vom El-Niño-Phänomen beeinflusst, einer ungewöhnlichen Erwärmung der Meeresoberflächentemperatur im östlichen äquatorialen Pazifik. El-Niño-Ereignisse verursachen in der Regel eine Schwächung der indischen Monsunströmung im Sommer. Eine stärkere Erwärmung im Ostpazifik, wie für das 21. Jahrhundert simuliert, hätte damit einen abschwächenden Effekt auf den Monsun. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Schneebedeckung auf dem eurasischen Kontinent. Eine ausgedehnte Schneedecke in Eurasien im Frühjahr verzögert die sommerliche kontinentale Erwärmung und damit die Monsunentwicklung. Im 21. Jahrhundert wird jedoch mit einer deutlichen Erwärmung des eurasischen Kontinents mit bis zu 6 °C in Nordost-Asien und einer Reduktion der Schneedecke gerechnet. Die Folge wäre eine Verstärkung des asiatischen Sommermonsuns. Die gegensätzlichen Effekte von möglicherweise stärkeren El Niños und verringerter Schneedecke führen nach Modellberechnungen zu einer Schwächung der Monsunzirkulation in der oberen und einer geringen Änderung in der unteren Atmosphäre.[4]

Trotzdem wird für die nächsten 100 Jahre mit stärkeren Niederschlägen in den Monsungebieten gerechnet. Ursache ist ein erhöhter Transport von Wasserdampf vom Meer Richtung Land, wie besonders für Südasien gezeigt werden konnte. Der Grund dafür wird in einer deutlichen Erwärmung des Indischen Ozeans und der darüber liegenden Atmosphäre gesehen. Dadurch kann mehr Wasser verdunsten und von der Atmosphäre aufgenommen werden, das dann mit den Monsunwinden Richtung Indien transportiert wird. Die Erhöhung des Niederschlags über Südasien wird in einer Auswertung von acht Modellen auf 0,8 mm pro Tag bzw. 13 % geschätzt.[5]

4 Einzelnachweise

  1. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 11.4.3.1
  2. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 11.4.3.2
  3. May, W. (2004): Potential future changes on the Indian summer monsoon due to greenhouse warming: Analysis of mechanisms in a global timeslice experiment, Climate Dynamics, 22, 389– 414
  4. May, W. (2004): Potential future changes on the Indian summer monsoon due to greenhouse warming: Analysis of mechanisms in a global timeslice experiment, Climate Dynamics, 22, 389– 414
  5. Ueda, H., et al. (2006): Impact of anthropogenic forcing on the Asian summer monsoon as simulated by eight GCMs, Geophysical Research Letters 33, L06703, doi:10.1029/2005GL02533

5 Siehe auch

6 Lizenzhinweis

Dieser Artikel ist ein Originalartikel des Klima-Wiki und steht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland. Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können in einigen Fällen durch Anklicken dieser Mediendateien abgerufen werden und sind andernfalls über Dieter Kasang zu erfragen. CC-by-sa.png
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