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	<title>Entwässerungs- oder Schwammlandschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-10-17T21:38:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Klimawandel</subtitle>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Entw%C3%A4sserungs-_oder_Schwammlandschaft&amp;diff=35584&amp;oldid=prev</id>
		<title>Dieter Kasang: Die Seite wurde neu angelegt: „== Klimaextreme und Bodenbearbeitung == Die Schwammstadt ist inzwischen vielen ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass das Konzept inzwischen auf die Landgebiete zwischen den Städten ausgeweitet wurde und heute vielfach die Umwandlung der vorherrschenden Entwässerungslandschaft zur Schwammlandschaft gefordert wird.&lt;ref name=&quot;Vormeier 2024&quot;&gt;Vormeier, P., C. Mathan &amp; J. Völker et al. (2024): Renaturierte Fließgewässer und Feuchtgebiete - ihr Beitrag zum…“</title>
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		<updated>2026-10-17T19:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „== Klimaextreme und Bodenbearbeitung == Die Schwammstadt ist inzwischen vielen ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass das Konzept inzwischen auf die Landgebiete zwischen den Städten ausgeweitet wurde und heute vielfach die Umwandlung der vorherrschenden Entwässerungslandschaft zur Schwammlandschaft gefordert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vormeier 2024&amp;quot;&amp;gt;Vormeier, P., C. Mathan &amp;amp; J. Völker et al. (2024): Renaturierte Fließgewässer und Feuchtgebiete - ihr Beitrag zum…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;== Klimaextreme und Bodenbearbeitung ==&lt;br /&gt;
Die Schwammstadt ist inzwischen vielen ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass das Konzept inzwischen auf die Landgebiete zwischen den Städten ausgeweitet wurde und heute vielfach die Umwandlung der vorherrschenden Entwässerungslandschaft zur Schwammlandschaft gefordert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vormeier 2024&amp;quot;&amp;gt;Vormeier, P., C. Mathan &amp;amp; J. Völker et al. (2024): Renaturierte Fließgewässer und Feuchtgebiete - ihr Beitrag zum Wasserrückhalt.  In: J.L. Lozán, H. Grassl, D. Kasang et al. (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 277-283, https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16416 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Folgen des Klimawandels betreffen auch die weiten ländlichen Räume, die in unseren Breiten zumeist landwirtschaftlich genutzt werden. Ähnlich wie in Städten machen sich auch hier die Temperaturzunahme und die Veränderung von Wetterextremen bemerkbar. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Abb.: Eine „graue“ Landschaft: Die Beseitigung von Vegetation und Feuchtgebieten, die Kanalisation der Wasserwege, die Versiegelung durch Straßen und Wege und ein Fichtenwald macht die Landschaft abgreifbar durch Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Städten treffen Hitzewellen, Dürren und Starkniederschläge auf bauliche Strukturen, die auf die neuen Extreme nicht vorbereitet sind, ja in vielen Fällen Extremereignisse in ihrer Wirkung noch verstärken. Versiegelte Flächen und eine immer weiter ausgebaute Kanalisation sorgen in unseren Städten für ein schnelles Abfließen von Wassermassen bei Starkregen, die sich nicht selten ungeplant ansammeln und zu Überschwemmungen führen. Die Wohn- und Bürogebäude sind darauf ausgelegt, die Wärme im Winter im Innern zu halten, nicht sie im Sommer gar nicht erst reinzulassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb.: Die grün-blaue Landschaft: Wind- und Solarenergie, klimafreundliche Verkehrsmittel, eine hohe Artenvielfalt der Pflanzenbedeckung und Tierpopulation auf dem Land und im Wasser macht die Landschaft widerstandsfähig gegen Extremereignisse durch den Klimawandel.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Ähnlich haben die modernen landwirtschaftlichen Bearbeitungsmethoden besonders in den letzten Jahrzehnten die ländlichen Räume so stark verändert, dass sie den Herausforderungen des Klimawandels immer weniger gewachsen sind. Diese bestehen einerseits aus höheren Temperaturen und längeren und intensiveren Trockenphasen, andererseits in stärkeren Niederschlägen und Überschwemmungen. Das trifft auf Böden zu, die zunehmend durch Entwässerungsgräben und Beseitigung der natürlichen Vegetation trockengelegt wurden. Besonders bei Starkregen wird dadurch von der Agrarlandschaft weniger Niederschlagswasser aufgenommen und fließt stattdessen vermehrt ab. Als Folge versickert weniger Wasser in den Boden, das den Pflanzen bei Trockenheit zugutekommen könnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BLE 2025&amp;quot;&amp;gt;Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (2025): Der landnutzungsgetriebene Klimawandel, https://www.praxis-agrar.de/klima-und-umwelt/klimawandel/landnutzungsgetriebener-klimawandel&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer schwerere landwirtschaftliche Maschinen haben zudem die landwirtschaftlichen Böden stark verdichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Torres 2026&amp;quot;&amp;gt;Torres, L.C., S. Bickel, T. Colombi,et al. (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18860 Warnsignal Klima– Bodenverdichtung und Klimawandel]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 97-101&amp;lt;/ref&amp;gt;  So haben sich seit den 1950er Jahren die Radlasten landwirtschaftlicher Maschinen verzehnfacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fiener 2026&amp;quot;&amp;gt;Fiener, P. &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18858 Bodenerosion und Klimawandel]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 91-96. &amp;lt;/ref&amp;gt;   Außerdem werden auch auf dem Land Flächen immer stärker versiegelt. Die Mechanisierung von Land- und Forstwirtschaft hat dazu geführt, dass immer mehr befestigte Wege und Straßen angelegt wurden, auf denen das Wasser oberflächlich abfließt. Begleitet werden die Wege und Straßen beidseitig von Entwässerungsgräben, die Hochwasser auf den befahrenen Strecken verhindern und möglichst schnell abfließen lassen sollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BLE 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenverdichtung behindert nicht nur die Wasserversorgung der Anbaupflanzen. Sie verlangsamt auch das Wurzelwachstum. Bei gesunden Böden brauchen Wurzeln nur 14 Tage, um an das Wasser in 50 Zentimeter Tiefe zu gelangen. Auf verdichtetem Boden sind es über zwei Monate. Vielfach nehmen sich die Pflanzen dann das nötige Wasser aus dem Oberboden, soweit es, z.B. durch Bewässerung, vorhanden ist. Dadurch wird der Oberboden bei fehlendem Niederschlag schnell trocken, und bei nachfolgendem Starkregen dringt das Wasser kaum noch in den Boden ein. Der dadurch bedingte stärkere Abfluss begünstigt die Erosion.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BLE 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
== Anpassungsmaßnahmen in Agrarlandschaften ==&lt;br /&gt;
Böden sind die Grundlage der Bewirtschaftung des Agrarlandes. Sie brauchen genügend Wasser und einen möglichst hohen Humusanteil, um die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Wichtig ist, die Bodenverdichtung zu vermeiden, damit die obere Bodenschicht mehr Wasser aufnehmen kann. Das Bundesumweltamt empfiehlt dafür u.a. landwirtschaftliche Maschinen mit breiteren Reifen. Weniger Pflügen und die Bedeckung mit einer Mulchschicht können die Verdunstung und Erosionsgefahr reduzieren und den Humusaufbau fördern. Bei der Bewässerung sollte möglichst eine wassersparende Tröpfchenbewässerung angewendet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2022&amp;quot;&amp;gt;UBA (2022): Anpassung: Handlungsfeld Landwirtschaft, https://www.uba.de/n16691de &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt ist die Bewässerung in Deutschland noch wenig verbreitet. Sie reicht von 2% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Bayern bis 14% in Niedersachsen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann 2024&amp;quot;&amp;gt;Hillmann, M. &amp;amp; E. Fricke (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16412 Verschiedene Maßnahmen zum Wassermanagement in der Forst- und Landwirtschaft]. In: J.L. Lozán, H. Grassl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 264-269&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuletzt sollte die Auswahl der Anbaukulturen an die neuen klimatischen Bedingungen angepasst werden. So sollten zunehmend gegenüber Wärme und Trockenheit resistente Pflanzenarten wie Mais, Hirse oder Soja ausgewählt werden. Typische Zwischenfrüchte wie Leguminosen können den Boden auflockern und Nährstoffe binden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2022&amp;quot;/&amp;gt;  Manche Anbaufrüchte können nur oberflächennahes Wasser nutzen, Raps oder Zuckerrüben erschließen Wasservorräte noch in 1 bis 2 m Tiefe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann 2024&amp;quot;/&amp;gt;   Nach einer Untersuchung über die tatsächlich angewendeten Maßnahmen in Deutschland steht an der Spitze die rotierende Fruchtfolge. An zweiter Stelle befindet sich die konservierende Bodenbearbeitung, bei der weitgehend auf das Pflügen verzichtet wird und ein hoher Anteil der vorhergegangenen Kultur auf dem Feld liegen bleibt. Am wenigsten kommen Bewässerung und der gemischte Anbau mit zwei oder mehr Kulturen gleichzeitig zur Anwendung, wahrscheinlich, weil hier die Kosten zu hoch sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stetter 2024&amp;quot;&amp;gt;Stetter, C., &amp;amp; C. Cronauer (2024): [https://doi.org/10.1111/agec.12870 Climate and soil conditions shape farmers’ climate change adaptation preferences]. Agricultural Economics, 1–23&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Anpassungsmaßnahme mit einer breiten Wirkung und seit vielen Jahrhunderten nahezu weltweit bekannt ist die Agroforstwirtschaft. Dabei werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Die Agroforstwirtschaft dient primär dem Schutz des Bodens vor Erosion durch Wind und Wasser. Außerdem nehmen Bäume und Sträucher bei Niederschlag mehr Wasser auf als Anbaupflanzen, speichern es länger und geben es nur verzögert durch Verdunsten und Versickern wieder ab. Der Schatten von Holzgewächsen bremst zudem die Austrocknung der angrenzende Felder und Weiden und verringert Hitzestress bei Anbaupflanzen und Weidetieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fiener 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuchtgebiete ==&lt;br /&gt;
=== Moore ===&lt;br /&gt;
Die heutige Entwässerungslandschaft hat nicht zuletzt die Feuchtgebiete weitgehend zum Verschwinden gebracht oder in ihrer natürlichen Funktion stark eingeschränkt. Bach- und Flussläufe wurden begradigt oder gar kanalisiert. Flussauen und Sümpfe wurden trockengelegt. Am stärksten traf es die Moore. Sie sind zu einem erheblichen Teil trockengelegt und werden landwirtschaftlich als Weide oder Ackerland genutzt. In Zeiten des Klimawandels sind Moore von großer Bedeutung. Allein in Deutschland speichern sie 1,3 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Böll 2023&amp;quot;&amp;gt;Heinrich-Böll-Stiftung (2023): [https://www.boell.de/de/mooratlas Der Mooratlas 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trockenlegung führt dazu, dass jährlich ein großer Teil Kohlenstoff (hauptsächlich CO2, aber auch ein kleiner Anteil Methan) freigesetzt wird. In Deutschland sind das ein Drittel der gesamten Emissionen aus der Landwirtschaft. In nassen Mooren verrotten tote Pflanzenteile nur sehr langsam. Der Kohlenstoff ist daher in den Mooren konserviert. In trockenen Mooren gelangt dagegen Sauerstoff in den Boden. Dabei werden Mikroorganismen aktiviert und zersetzen den Torf der Moore, wodurch CO2 freigesetzt wird. In Deutschland machen die Emissionen aus entwässerten Mooren ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Emissionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Böll 2023&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anpassung ====&lt;br /&gt;
Etwa 95% der Moore in Deutschland wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte trockengelegt und werden hauptsächlich land- und forstwirtschaftlich genutzt. Heute bemüht man sich stark um eine Wiedervernässung und Renaturierung der Moore. Der wichtigste Grund ist der Klimaschutz, da trockengelegte Moore große Mengen an CO2 emittieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2023&amp;quot;&amp;gt;UBA (2023): [https://www.umweltbundesamt.de/publikationen Landnutzung und Klimaschutz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Moore sind außerdem wichtige Lebensräume für zahlreiche Tiere und Insekten und spezifische Pflanzenarten. Und Moore sind in der Lage, bei Niederschlag große Mengen Wasser über lange Zeiträume zu speichern. Damit verhindern sie nicht nur Überschwemmungen, sondern geben bei Trockenheit durch Verdunstung und Versickern Wasserdampf und Wasser an die Atmosphäre und Böden ab. Die Verdunstung kühlt zudem bei Hitze die Luft ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man Moore wiedervernässen, müssen zunächst die vorhandenen Entwässerungsgräben zugestaut und Drainagerohre beseitigt werden. Durch Zufuhr vom Grundwasser und Niederschlag kann sich dann wieder Wasser sammeln. Bei Starkregen saugt sich das Moor wie ein Schwamm mit Wasser voll, ohne dass nennenswerte Mengen in die Umgebung abfließen. Allerdings kann der Wasserspiegel bei größeren Trockenperioden durch absinkendes Grundwasser auch wieder abnehmen. Moorlandschaften können allerdings die zunehmenden Winterniederschläge in Deutschland auch bis in die wärmeren Jahreszeiten speichern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Böll 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flussauen ===&lt;br /&gt;
Flüsse und ihre Auenbereiche sind von Natur aus eng miteinander verbunden. Bei Starkregen und Hochwasser werden Auen mit Flusswasser überschwemmt. Wasser wird im Auenbereich gespeichert, Nährstoffe und Sedimente werden abgelagert und erhalten das Bodenniveau und den Bewuchs der Auen. Bei Trockenheit und Niedrigwasserphasen geben Auen Wasser an den Fluss ab. Das zuvor gespeicherte Wasser versorgt die Vegetation, die wiederum die ufernahen Bereiche des Flusses durch Beschattung kühl hält. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch menschliche Nutzung ist dieser Austausch jedoch erheblich gestört. Auen und Flüsse wurden entkoppelt. Oft werden Auen bis zum Flussufer land- oder forstwirtschaftlich genutzt und vom Fluss z.B. durch Deiche abgetrennt. Gräben entwässern das Feuchtgebiet der Auen, so dass ihre Wasserspeicherfunktion in vielen Fällen stark reduziert ist. Die Flüsse sind häufig begradigt und verbaut, was die Fließgeschwindigkeit erhöht und das Wasser schneller abführt. Insgesamt wird dadurch die Entwässerung der Landschaft gefördert und der Rückhalt des Wassers in der Fläche reduziert. Bei großen Hochwasserereignissen können in Deutschland nur noch ein Drittel der früheren Überflutungsflächen überschwemmt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vormeier 2024&amp;quot;/&amp;gt;  Die Auen haben ihre Pufferfunktion verloren. Eine Folge zeigt sich im Pendeln der Flüsse zwischen extremen Niedrig- und Hochwasserständen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stojakowits 2026&amp;quot;&amp;gt;Stojakowits, P. &amp;amp; A. Friedmann (2026): Renaturierung von Mooren und anderen Feuchtgebieten. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 356-360 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anpassung ====&lt;br /&gt;
Feuchtgebiete sollten renaturiert werden - wieder so werden, wie sie von Natur aus waren. Flussauen sollten nicht mehr entwässert werden. Sie sollten mit dem Fluss in einem natürlichen Austausch stehen, bei Hochwasser Wasser aufnehmen, bei Trockenheit Wasser an den Fluss abgeben. Dazu müssten Entwässerungsgräben beseitigt, Dämme und Deiche zurückverlegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wälder ==&lt;br /&gt;
Wälder sind ein dominierendes Element der globalen Bodenbedeckung. Sie nehmen 32% der globalen Landfläche von 13 Milliarden ha ein, übertroffen nur durch die landwirtschaftliche Nutzfläche von 36%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FAO 2026&amp;quot;&amp;gt;FAO (2026): [https://doi.org/10.4060/ce0789en Land statistics 2001–2024 – Global, regional and country trends]. FAOSTAT Analytical Briefs, No. 129. Rome.&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Deutschland bedeckt der Wald ebenfalls etwa ein Drittel der Landfläche, die Landwirtschaft über die Hälfte. 79% der Waldfläche werden in Deutschland von Mischwald eingenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BMEL 2024&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2024): [https://www.bmel.de/publikationen Der Wald in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Nutzen von Wäldern für Natur und Mensch, die sogenannten Ökosystemleistungen des Waldes, sind vielfältig. Sie spielen zum einen eine zentrale Rolle für die Biodiversität. In deutschen Wäldern kommen fast 2.900 Pflanzenarten, 140 Wirbeltier- und unzählige Insektenarten vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen ist angesichts de Klimawandels die enorme Fähigkeit des Waldes, Wasser zu speichern, von großer Bedeutung. Wälder nehmen das Niederschlagswasser wie ein Schwamm auf. Ein Teil verdunstet und erhöht den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre. Der nicht verdunstete Teil versickert im Waldboden, wird von Pflanzen aufgenommen oder speist das Grundwasser. Waldböden sind Deutschlands größter Süßwasserspeicher, der bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter speichern kann. Dabei ist die Grundwasserneubildung in Mischwäldern höher als in reinen Nadelwäldern. Bei Dürren ist der Waldboden eine elementare Wasserressource für die Bäume.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BMEL 2021&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021): [https://www.bmleh.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldbericht2021.html Waldbericht der Bundesregierung 2021]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wälder in Deutschland und Europa, aber auch weltweit wurden durch menschliche Eingriffe erheblich verändert. Große Waldgebiete wurden abgebrannt und abgeholzt und werden als Weiden oder Anbauland genutzt. Die Waldbestände selbst wurden in vielen Fällen umgebaut. Dabei mussten oft die natürlichen Bestände Monokulturen weichen, die der Holzgewinnung dienen. Im Mittelalter etwa gab es ein Ver¬hältnis von Laubholz zu Nadelholz von 75 % zu 25 %. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich das Verhältnis umgedreht. In den letzten Jahrzehnten hat der Nadelwaldbestand vor allem durch Fichten und Kiefern noch weiter zugenommen. Seit den 1990er Jahren wird dagegen der Anbau von Mischwäldern stark vorangetrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beirat 2021&amp;quot;&amp;gt;Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik (2021): [https://wald.fnr.de/wissen/wissenswertes/artikel/gutachten-zur-anpassung-von-waeldern-und-waldwirtschaft-an-den-klimawandel Die Anpassung von Wäldern undWaldwirtschaft an den Klimawandel]. Berlin&amp;lt;/ref&amp;gt;   Waldgebiete wurden mit Straßen und Wegen durchzogen. Als Folge können die Wälder ihre Ökosystemleistungen nur noch eingeschränkt erfüllen. Und sie sind weniger in der Lage, den negativen Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren oder Waldbränden Widerstand zu leisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldmonokulturen und in Deutschland in erster Linie die Fichte sind den Risiken des Klimawandels durch hohe Temperaturen, Dürren, Waldbrände und Windschäden besonders stark ausgesetzt. Die Fichte wurde als schnell wachsender Nadelbaum aus höheren Breiten nach Mitteleuropa eingeführt. Laubbäume wie Buchen und Eichen oder Mischwälder sind dagegen wesentlich widerstandsfähiger. Geschädigte Bäume werden anschließend häufig von Borkenkäfern befallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beirat 2021&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassung ===&lt;br /&gt;
Wichtig ist es zunächst, die Wasserversorgung des Waldes zu gewährleisten. Dafür sollten Entwässerungsgräben möglichst beseitigt und Wasserentnahmen aus Grundwasser unter dem Wald vermieden werden. Durch Abholzungen oder infolge von Dürren, Waldbränden oder Sturmschäden entstandene Lücken sollten als Chance genutzt und mit neuen Beständen geschlossen werden. Damit der Boden nicht austrocknet und die Feuchtigkeit aus den Baumbeständen und Pflanzenresten verdunstet, sollten die Lücken möglichst umgehend geschlossen werden. Eine geschlossene Vegetationsdecke schützt den Boden vor Austrocknung. Bei der Räumung von Ästen, Wurzeln etc. sollten möglichst keine neuen Fahrstreifen entstehen, damit der Boden nicht verdichtet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beirat 2021&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Neuanpflanzung sollte es zu einer sorgfältigen Auswahl von Bäumen kommen, die an die neuen Klimabedingungen angepasst sind. Baumarten unterschiedlicher Herkunft sind bei der Wiederaufforstung zu bevorzugen. Sie sollten gegenüber Hitze, Dürren und Borkenkäfern unterschiedliche Widerstandskraft besitzen, damit sie dem nächsten Extremereignis nicht alle auf gleiche Weise zum Opfer fallen. Letztlich läuft die Wiederbewaldung auf die Ausweitung des Bestands von Mischwäldern hinaus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beirat 2021&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Waldumbau geht es daher in erster Linie um die Umwandlung von den in Deutschland stark verbreiteten Fichten- oder Kiefernmonokulturen zu artenreichen, mehrschichtigen und naturnahen Mischwäldern mit einer breiteren strukturellen und genetischen Vielfalt. Eine natürliche Verjüngung des Bestands schafft jedoch oft nicht die nötige Vielfalt der Baumarten und braucht Zeit. Daher ermöglicht die aktive Aufforstung z.B. mit Schwarzkiefern, Ahorn und Winterlinden, Lärchen, Stieleichen und Bergahorn eine größere Resilienz der neuen Bestände. Tiefer wurzelnde Arten, wie zum Beispiel Eichen, können mehr Wasser als sie selbst benötigen aus tiefer liegenden Bodenschichten über ihr Wurzelsystem in obere Bodenschichten transportieren. Flacher wurzelnde Arten wie zum Beispiel Buchen profitieren hier von der &amp;quot;Nachbarschaft&amp;quot; mit der Eiche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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