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	<title>Klimawandel - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Algen_als_CO2-Speicher&amp;diff=35579</id>
		<title>Algen als CO2-Speicher</title>
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		<updated>2026-09-29T18:47:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Anbau und Wiederherstellung von Tang-Wäldern */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Kelp canopy.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Kelp-Wedel mit Stengel und gasgefüllten Blasen]]&lt;br /&gt;
== Makroalgen als Kohlenstoffspeicher ==&lt;br /&gt;
Neben Küstenökosystemen wie [[Mangroven im Klimawandel|Mangroven]] und [[CO2-Entnahme durch Küstenfeuchtgebiete|Seegraswiesen]] gelten in jüngster Zeit auch Makroalgen als bedeutende ozeanische Kohlenstoffsenke. Zwei Arten mit einem hohen Speicherpotential sind Tang-Wälder (auch Allgen-, Kelp- oder Seetang-Wälder) in gemäßigten bis kühlen Küstengewässern und Sargassum in tropischen und gemäßigten Küstengebieten. Sargassum zeichnet sich durch eine schwimmende Lebensweise aus und kann dadurch z.B. durch [[Meeresströmungen]] und Wind zu Algenmatten mit Dicken von 0,1 bis 2 m zusammengetrieben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christianson 2022&amp;quot;&amp;gt;Christianson, A.B., A. Cabré, B. Bernal et al. (2022): The Promise of Blue Carbon Climate Solutions: Where the Science Supports Ocean-Climate Policy. Front. Mar. Sci. 9:851448. doi: 10.3389/fmars.2022.851448&amp;lt;/ref&amp;gt;  Tang-Wälder verankern sich mit wurzelartigen Haftorganen am felsigen Meeresboden und nutzen Stiele und blattartige Wedel, um das Sonnenlicht unterhalb der Meeresoberfläche zu erreichen. Viele Arten verfügen zudem über gasgefüllte Blasen, die die Wedel unter der Wasseroberfläche aufrecht halten (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Makroalgen bedeckten Flächen und Speicherpotentiale für [[Kohlendioxid]] sind nur grob bekannt und werden auf 600-722 Millionen Hektar bzw. 61-268 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rischer 2026&amp;quot;&amp;gt;Rischer, C., I.S. Gonzatti, D.A. Friess et al. (2026): [https://doi.org/10.1039/D5EE04922A An ecosystem of carbon dioxide removal reviews – part 2: CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; removal via blue carbon ecosystems], Energy Environ. Sci., 2026, Advance Article&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein großer Teil des in Makroalgen ursprünglich gespeicherten Kohlenstoffs wird von Meeresströmungen in größere Entfernungen verfrachtet, gelangt in die marine Nahrungskette und in größere Meerestiefen. Ein Viertel soll nach jüngeren Schätzungen sogar die Sedimente der Tiefsee unter 4000 m erreichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christianson 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tang-Wälder ==&lt;br /&gt;
=== CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung durch Tang-Wälder ===&lt;br /&gt;
Tang- oder Kelp-Wälder wachsen in den Uferzonen der Meere. In Europa finden sich die größten Algenwälder vor den Küsten Norwegens, Islands und Grönlands. In der Nordsee kommen die Seetang-Wälder in der Deutschen Bucht bei Helgoland und in der Ostsee unter anderem im Biosphärenreservat Südost-Rügen vor. Sie können bis zu 30 m hoch sein (Abb. 2) und besitzen eine enorm große Artenvielfalt. Oft werden sie deshalb auch als &amp;quot;Regenwälder der Meere&amp;quot; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Matera 2024&amp;quot;&amp;gt;Matera, E. (2024): [https://www.gmx.net/magazine/wissen/klima/seetangwaelder-klimaschuetzer-unterschaetzten-oekosysteme-39754776 Seetang-Wälder als Klimaschützer: Die unterschätzten Ökosysteme]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Anders als die tropischen Regenwälder finden Tang-Wälder jedoch nur wenig Aufmerksamkeit und Unterstützung für ihre Erhaltung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eger 2024&amp;quot;&amp;gt;Eger, A.M., N. Eddy, T.A. McHugh et al. (2024): [https://doi.org/10.1016/j.oneear.2024.10.008 State of the world’s kelp forests], One Earth 7, 11&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Giant kelp.jpg|thumb|380 px|Abb. 2: Der Riesentang – die weltweit größte Meeresalgenart – zählt zu den am schnellsten wachsenden Lebewesen der Erde. Er kann an einem einzigen Tag bis zu 60 Zentimeter (zwei Fuß) wachsen und gewaltige Unterwasserwälder bilden, die zahlreichen Meeresbewohnern als Lebensraum dienen. Photo: Steve Lonhart/NOAA]]||[[Bild:Kelp-CO2-Austausch.jpg|thumb|510 px|Abb. 3: Felsiger Untergrund der Kelp-Pflanzen sowie CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Abgabe bei Kelp-Wäldern ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Für die Kohlenstoffaufnahme durch den Ozean spielen sie eine wichtige Rolle. Tang-Wälder weisen ein ungewöhnlich schnelles Wachstum auf. Der zu den Tang-Wäldern zählende Riesentang z.B. kann an einem einzigen Tag bis zu 60 Zentimeter wachsen und so gewaltige Unterwasserwälder bilden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NOAA&amp;quot;&amp;gt;NOAA (o.J.): [https://sanctuaries.noaa.gov/visit/ecosystems/kelpdesc.html Kelp Forests]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Großalgenwälder assimilieren aufgrund ihrer außergewöhnlichen Produktivität und großen räumlichen Ausdehnung beträchtliche Mengen an Kohlenstoff in der Küstenzone. Die starke CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme führt dazu, dass in dem darüber liegenden Wasser die CO2-Konzentration sinkt. Das wiederum bewirkt, dass dieses Wasser mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Watanabe 2020&amp;quot;&amp;gt;Watanabe, K., G. Yoshida, M. Hori et al. (2020): [https://doi.org/10.5194/bg-17-2425-2020 Macroalgal metabolism and lateral carbon flows can create significant carbon sinks], Biogeosciences, 17, 2425–2440&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was aber passiert, wenn das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; durch Veratmung, Zerstörung und Zersetzung der Tang-Wälder wieder freigesetzt wird? Drei Mechanismen bestimmen den Verbleib des Kohlenstoffs (Abb. 3):&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pessarrodona 2023&amp;quot;&amp;gt;Pessarrodona, A., R.M. Franco-Santos, L.S. Wright et al. (2023): Carbon sequestration and climate change mitigation using macroalgae: a state of knowledge review, Biol. Rev., 98, 1945 —1971, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/brv.12990&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
#	Z.T. wird CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in Küstengewässern gelöst und kann direkt an die Atmosphäre abgegeben werden. &lt;br /&gt;
#	Ein anderer Teil kann als Pflanzenpartikel in die Nahrungskette gelangen oder in marine Sedimente in Küstennähe eingebettet werden, wodurch die Abgabe von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; an die Atmosphäre stark eingeschränkt wird. Da die meisten Makroalgen auf felsigen Untergrund wachsen, ist dafür ein Transport in entferntere Sedimentablagerungen erforderlich. &lt;br /&gt;
#	Schließlich wird ein dritter Teil durch Strömungen in Tiefen unterhalb von 1000 m und mehr transportieret und in Sedimenten der Tiefsee eingeschlossen und über Jahrzehnte oder 100 Jahre gespeichert. Die Einbettung von organischem Kohlenstoff in Sedimenten ist einer der wichtigsten Wege zur langfristigen Kohlenstoffbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefährdung von Tang-Wäldern ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kelp-lost-heat-wave.jpg|thumb|420 px|Abb. 4: Links: gesunder Kelp-Wald; rechts: durch Hitzewellen zerstörter Kelp-Wald]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Tang-Wälder unterliegen allerdings verschiedenen Risiken, die ihre Funktion als Kohlenstoff-speicher bedrohen. Zum einen handelt es sich dabei um direkte menschliche Eingriffe wie Änderungen der [[Landnutzung]], Meeresverschmutzung, [[Fischerei|Überfischung]] und direkte Nutzung der Algen als Nahrung, wovon 40-60% der Tang-Wälder betroffen sind. Zum anderen stellt der [[Klimawandel]] eine wachsende Bedrohung dar. So können Stürme Teile von Tang-Wäldern abreißen und verfrachten. Auch die [[Ozeanversauerung|Versauerung der Meere]] durch die erhöhte Kohlendioxid-Aufnahme beeinträchtigt das Wachstum von Tang-Wäldern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CDRmare 2022&amp;quot;&amp;gt;CDRmare (2022): [https://oceanrep.geomar.de/id/eprint/56988/ Verstärkte Kohlenstoff-Speicherung durch die Ausweitung der Wiesen und Wälder des Meeres]. DOI 10.3289/CDRmare.08&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Bedrohung für Tang-Wälder geht jedoch von der [[Erwärmung des Ozeans|Erhöhung der Ozeantemperatur]] und besonders von [[Marine Hitzewellen|marinen Hitzewellen]] aus (Abb. 4). Marine Hitzewellen unterscheiden sich von [[Hitzewellen]] auf dem Land. Da Meerwasser Wärme langsamer aufnimmt und abgibt als Luft, sind Temperaturextreme im Ozean weniger ausgeprägt als an Land. Sie dauern jedoch oft über Wochen oder Monate hinweg an und breiten sich über große Gebiete aus. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Häufigkeit von marinen Hitzewellen verdoppelt; sie sind zudem intensiver, dauern länger an und erstrecken sich über größere Gebiete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Oceans and Coastal Ecosystems and Their Services, 3.4.2.3&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kelp-in-Seeigelwüste.jpg|thumb|840px|Abb. 5: Umwandlung von Kelp-Wäldern in Seeigelwüsten durch Marine Hitzewellen und Seeigel-Fraß]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Durch Erwärmung und Hitzewellen ändern sich die [[Marine Ökosysteme|marinen Ökosysteme]] und die Nahrungskette.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Arafeh-Dalmau 2025&amp;quot;&amp;gt;Arafeh-Dalmau, N., J.C. Villaseñor-Derbez, D.S. Schoeman et al. (2025): [https://doi.org/10.1038/s41467-025-58054-4 Global floating kelp forests have limited protection despite intensifying marine heatwave threats]. Nat Commun 16, 3173&amp;lt;/ref&amp;gt;  So kann die Verbreitung von Seesternen und Ottern durch höhere Temperaturen abnehmen, was wiederum den wärmeliebenden Seeigeln erlaubt, sich stärker auszubreiten. Seeigel sind jedoch die Hauptfressfeinde für Tang-Wälder (Abb. 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;/&amp;gt;  In verschiedenen Küstengewässern der Welt haben Seeigel Tang-Wälder so stark geschädigt, dass nur noch regelrechte Seeigelwüsten übrigblieben. Das war etwa bei den Kelpwäldern des „Great Southern Reef“ der Fall, das sich entlang der Küsten Südaustraliens und Tasmaniens erstreckt.&amp;lt;ref name=Freitas 2023&amp;quot;&amp;gt;Freitas, C., M. O’Brien, S. Andrews and P. Francis (2023): A [https://kids.frontiersin.org/articles/10.3389/frym.2023.933489/full Reef Like no Other: The Great Southern Reef]. Front. Young Minds. 11:933489&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ähnlich sind die Kelp-Bestände in Nordkalifornien als Folge der über mehrere Jahre anhaltenden extremen Ozeanerwärmung [[Marine Hitzewellen|„The Blob“]] um 95% geschrumpft.&amp;lt;ref&amp;gt;Schiffmann, R. (2026): [https://e360.yale.edu/features/kelp-restoration Efforts to Save Kelp Forests from Ocean Warming Are Ramping Up]&amp;lt;/ref&amp;gt;, &amp;lt;ref name=&amp;quot;Arafeh-Dalmau 2025&amp;quot;/&amp;gt;, &amp;lt;ref name=&amp;quot;Michaud 2022&amp;quot;&amp;gt;Michaud, K.M., D.C. Reed &amp;amp; R.J. Miller (2022): [https://doi.org/10.1038/s42003-022-04107-z The Blob marine heatwave transforms California kelp forest ecosystems], Commun Biol 5, 1143&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anbau und Wiederherstellung von Tang-Wäldern ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Seaweed farm zanzibar.jpg|thumb|520 px|Abb. 6: Seetang-Farm in Sansibar ]]&lt;br /&gt;
Unter den ozeanbasierten CDR&amp;lt;ref&amp;gt;CDR=Carbon Dioxid Removal (Kohlendioxid-Entnahme)&amp;lt;/ref&amp;gt;-Ansätzen stößt die großflächige Aufforstung der Ozeane mit Makroalgen auf ein begrenztes, aber wachsendes Interesse. Makroalgen können eine photosynthetische Produktivität aufweisen, die mit der eines tropischen Regenwaldes vergleichbar ist, und verfügen über einen hohen Kohlenstoffgehalt, was sie zu potenziellen Kandidaten für ozeanbasierte CDR-Maßnahmen macht. Zudem konkurrieren sie nicht mit landwirtschaftlichen Nutzflächen und können lokale Vorteile bieten, wie etwa eine Verringerung von Eutrophierung und Versauerung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Berger 2023&amp;quot;&amp;gt;Berger, M., L. Kwiatkowski, D.T. Ho and L. Bopp (2023): [https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/acb06e Ocean dynamics and biological feedbacks limit the potential of macroalgae carbon dioxide removal], Environ. Res. Lett.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem können geerntete Makroalgen als Ersatz für synthetischer Düngemittel dienen und senken die Methanemissionen von Rindern, wenn sie Futtermitteln beigemischt werden. Darüber hinaus tragen sie zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie die Wellenenergie dämpfen und Küstenlinien schützen. So wurde etwa in Norwegen beobachtet, dass Tang-Wälder Wellenhöhen um 60% reduzieren können. Da sie eine hohe Artenvielfalt unterstützen, schützen sie z.B.   Krustentiere vor der Ozeanversauerung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duarte 2017&amp;quot;&amp;gt;Duarte, C.M., J. Wu, X. Xiao et al. (2017): [https://doi.org/10.3389/fmars.2017.00100 Can Seaweed Farming Play a Role in Climate Change Mitigation and Adaptation?] Front. Marine Sci. 4, 1-8&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Algenzucht (Abb. 6) derzeit eine weitaus geringere Fläche einnimmt als natürliche Makroalgen – weltweit geschätzt 2000 km² –, bietet sie ein erhebliches Expansionspotenzial sowohl in Küstengewässern als auch im Offshore-Bereich. Jährlich werden rund 1,5 Mt Kohlenstoff (MtC) fixiert und in die geerntete Makroalgenbiomasse eingebaut. Ein Teil dieses Kohlenstoffs geht vor der Ernte verloren und kann sich in den darunterliegenden Sedimenten ablagern; dort kann er sich unter günstigen Bedingungen mit Raten zwischen 25 und 71 gC m⁻² Jahr⁻¹ anreichern und langfristig gespeichert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rischer 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Maßnahmen, Tang-Wälder zu schützen oder ihre Verbreitung zu erweitern. Eine Möglichkeit besteht darin, die Überweidung von Kelpbeständen durch Seeigel einzudämmen. Praktiziert werden dabei die manuelle Tötung von Seeigeln sowie der Einsatz chemischer Mittel oder die Umsiedlung der Seeigel. Die meisten solcher Maßnahmen werden räumlich nur sehr begrenzt angewandt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass dadurch die Tang-Wälder in den meisten Fällen zugenommen haben. Die zugrunde liegende Ursache wird dadurch jedoch nicht berührt, weshalb die Erfolge nur kurzfristig anhalten. Der Schutz von Seeigel-Fressfeinden kann das Wiederwachsen von Makroalgen dagegen nachhaltiger ermöglichen. Viele Fressfeinde von Seeigeln wie Ottern werden stark überfischt. So hat die Wiederansiedlung von Seeottern auf den Aleuten zu einem Rückgang der Seeigel und einer Zunahme von Kelp geführt. Eine aktive Wiederansiedlung von Kelp bietet zusätzliche Möglichkeiten, die Erholung der Kelpbestände nach der Entfernung von Seeigeln zu unterstützen. Dazu gehören die Umpflanzung oder erneute Aussaat von Kelp aus Wild- oder Zuchtbeständen sowie die Möglichkeit, neue Stämme zu entwickeln, die sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Miller 2022&amp;quot;&amp;gt;Miller, K.I., C.O. Blain and N.T. Shears (2022): [https://www.frontiersin.org/journals/marine-science/articles/10.3389/fmars.2022.831001/full Sea Urchin Removal as a Tool for Macroalgal Restoration: A Review on Removing “the Spiny Enemies”]. Front. Mar. Sci. 9:831001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Angesichts des weltweiten Rückgangs von Kelpwäldern ist eine wirksame Wiederherstellung erforderlich. Kelpwälder sind eine wichtige Stütze für viele unserer Küstenökosysteme in gemäßigten Breiten. Die vielfältigen Leistungen von Kelpwäldern (z. B. hohe Produktivität, Funktion als Ökosystemgrundlage, Kohlenstoffbindung, Unterstützung der Küstenfischerei) lassen die Entfernung von Seeigeln in vielen Situationen sinnvoll erscheinen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Miller 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sargassum ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Verbreitung ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Sargasso Sea GASB.jpg|thumb|620 px|Abb. 7: Sargassosee (grün) und der Große Atlantische Sargassum-Gürtel (braun)]]&lt;br /&gt;
Schwimmende Sargassum-Algen kamen ursprünglich in der Sargassosee vor (Abb. 7). Dabei handelt es sich um einen subtropischen Wirbel im Nordatlantik, in dem sich um eine gewaltige Wassermasse kreisförmige Wirbel im Uhrzeigersinn drehen. Die Sargassosee bildet den Lebensraum für verschiedene Arten von Braunalgen, die frei im Wasser schweben und eine enorme Vielfalt an Meereslebewesen beherbergen.&amp;lt;ref&amp;gt;Robledo, D., E. Vázquez-Delfín, Y. Freile-Pelegrín et al. (2021): [https://doi.org/10.3389/fmars.2021.699664 Challenges and Opportunities in Relation to Sargassum Events Along the Caribbean Sea]. Front. Mar. Sci. 8:699664&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist außerdem bekannt als Aufzuchtgebiet der europäischen Aale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 kam es zu einem großen sogenannten Sargasso-Ereignisse. Dabei wurden große Teile der Biomasse der Sargasso-Algen aus der Sargassosee herausgetrieben und verbreiteten sich über den gesamten tropischen Atlantik von Westafrika bis zur Karibik. Das Ereignis war verbunden mit einer massenhaften Blüte und tritt seitdem immer wieder auf. Das neue Verbreitungsgebiet der Sargasso-Algen ist als der Große Atlantische Sargassum-Gürtel (Abb. 7) bekannt und erstreckt sich über 8.000 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Winde verfrachteten die Algen-Teppiche an zahlreiche Küsten der Region. Als Ursachen für die übermäßige Vermehrung der Sargassum-Biomasse und deren Transport an die Küsten werden ein Anstieg der Nährstoffkonzentrationen im Meerwasser und höhere Meeresoberflächentemperatur, Veränderungen der [[Atmosphärische Zirkulation|Windmuster]] und [[Meeresströmungen]], [[Hurrikane im Atlantik|Hurrikans]] sowie der Schiffsverkehr angenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robledo 2021&amp;quot;&amp;gt;Robledo, D., E. Vázquez-Delfín, Y. Freile-Pelegrín et al. (2021): [https://doi.org/10.3389/fmars.2021.699664 Challenges and Opportunities in Relation to Sargassum Events Along the Caribbean Sea]. Front. Mar. Sci. 8:699664&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sargassum als Belastung für die Umwelt ===&lt;br /&gt;
Die massiven Ansammlungen von angespülter Algenbiomasse in der Karibik, im Golf von Mexiko und in Westafrika haben der Umwelt, der menschlichen Gesundheit sowie der lokalen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. Etliche Länder in der Karibik haben den nationalen Notstand aufgrund des Zustroms von Sargassum-Algen ausgerufen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;&amp;gt;UNEP - Caribbean Environment Programme (2021): [https://wedocs.unep.org/items/06beffcf-f98a-463f-a70f-f742165894c5 Sargassum White Paper – Turning the crisis into an opportunity]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Durch die Anhäufung und Verrottung von Braunalgen entstehen Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak und weitere organische Substanzen, was zur Geruchsbelästigung und Eutrophierung führt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robledo 2021&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Sargassum-Folgen-Küste.jpg|thumb|740 px|Abb. 8: Sargassum-Folgen an touristischen Küsten: Sargassum-Seetang an Stränden zersetzt sich nach wenigen Tagen. Die dabei entstehenden Sickerwässer belasten den Boden und gelangen ins Meer, wo sie die küstennahe Flora und Fauna und Korallenriffe beeinträchtigen. Eine Entsorgung des Seetangs in Mangroven-Wäldern verunreinigen Böden und Abflüsse. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen ist davon die vom Tourismus abhängige Wirtschaft der Karibikländer. Große Mengen an Sargassum werden an den Stränden von Sand bedeckt oder verrotten im Wasser. Dabei entstehen braune Küstengewässer und Schwefelemissionen verbreiten unangenehme Gerüche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;&amp;gt;Fernández Mendez, M., J. Schnetzer &amp;amp; V. Smetacek (2023): Sequestrierung und Speicherung von Kohlenstoff im Meer durch Sargassum-Aquakulturen. In: Lozán J. L., H. Graßl, S.-W. Breckle, D. Kasang &amp;amp; M. Quante (Hrsg.). Warnsignal Klima. S. 96-102.www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.climate.engineering.14&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Entstehung von Schwefelwasserstoff beeinträchtigt die Luftqualität; eine längerfristige Exposition ist gesundheitsschädlich, insbesondere für Personen mit vorbestehenden Atemwegserkrankungen. Dies stellt eine Belastung für Küstenbewohner und Strandbesucher dar. Hinzu kommt der abstoßende visuelle Eindruck von Sargasso-Anhäufungen auf Badegäste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Aber auch die Fischerei und küstennahen Ökosysteme werden geschädigt. Die Aufräum- und Entsorgungsarbeiten verursachten für die Kommunen erhebliche Kosten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oxenford 2021&amp;quot;&amp;gt;Oxenford, H.A., S.-A. Cox, B.I. van Tussenbroek, and A. Desrochers (2021): [https://doi.org/10.3390/phycology1010003 Challenges of Turning the Sargassum Crisis into Gold: Current Constraints and Implications for the Caribbean], Phycology 1, no. 1: 27-48.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ausgedehnte Sargassum-Matten verhindern zudem das Eindringen von Sonnenlicht in die obere Wasserschicht, wodurch die Photosynthese anderer Meerespflanzen behindert wird. Als Folgen sind z.B. bei einer massiven Algenblüte 2015 in großem Maße Seegraswiesen vor Mexiko abgestorben. Große Sargassum-Mengen an Stränden verhindern etwa frisch geschlüpfte Schildkröten daran, das Meer zu erreichen. Umgekehrt wurden Fische und Schildkröten mit den Sargassum-Matten an die Küsten gedrückt und verendeten dort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Sargassum St.Martin Antillen.jpg|thumb|520 px|Abb. 9: Sargassum-Teppiche bei den Antillen ]]||[[Bild:Sargassum stranded biomass.jpg|thumb|380 px|Abb. 10: Angeschwemmte Sargassum-Biomasse an der mexikanischen Karibikküste, die zu Ballen gepresst in die Tiefsee versenkt wird. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte jedoch zwischen angeschwemmtem und frei schwimmendem Sargassum unterscheiden. Letzteres besitzt eher positive Eigenschaften und wurde als wertvolle Ressource identifiziert und wurde oft als „schwimmender goldener Regenwald“ bezeichnet. Die Sargassosee bietet Lebensräume, Laichgebiete, Wanderrouten und Nahrungsgründe für eine vielfältige Flora und Fauna, darunter endemische, gefährdete und wirtschaftlich bedeutende Arten. Ähnliche Vorteile ergeben sich auch durch das frei treibenden Sargassum im Golf von Mexiko. Auch ökonomisch bestehen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem in der Landwirtschaft, der Bioenergieerzeugung, der Biokunststoffherstellung sowie im Bauwesen und in der Kosmetikindustrie. Somit könnte der großflächige Transport dieser Algen durch natürliche Prozesse in die Karibik auch eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung darstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;   Nicht zuletzt wurde Sargassum aber auch als langfristiger Kohlenstoffspeicher entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kohlenstoffbindung ===&lt;br /&gt;
Das schnell Biomasse bildende Sargassum stellt wie andere Makroalgen eine wichtige [[CO2-Aufnahme im offenen Ozean|ozeanische Kohlenstoffsenke]] dar. Die Biomasse von Sargassum kann sich in bis zu 50 Tagen verdoppeln. Durch die Nutzung als Brennmaterial kann es fossile Brennstoffe ersetzen. Das natürlich auftretende Absinken in die Tiefsee kann durch Zusammenpressen des Materials zu größeren Ballen und Versenken gefördert werden. In Tiefen über 3000 m könnte die Biomasse bis 750 Jahre gespeichert bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:CDR-efficacy-Sargassum-dt.jpg|thumb|620 px|Abb. 11: CDR-Effekte durch Sargassum (s. Text)]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Einige Autoren betonen allerdings, dass die beteiligten Prozesse der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung z.T. noch nicht verstanden sind und sich kaum messen lassen. Abb. 11 veranschaulicht wichtige Schritte der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung durch Sargassum-Algen. Die Ziffern in den schwarzen Kreisen in der Abb. 11 bedeuten:  &#039;&#039;&#039;1.&#039;&#039;&#039; Die photosynthetische Kohlenstofffixierung durch Sargassum verbraucht im Meerwasser gelöstes CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. &#039;&#039;&#039;2.&#039;&#039;&#039; Sargassum bietet krustenbildenden Organismen einen Lebensraum. Deren Kalkbildung bindet Kohlenstoff, das für die Photosynthese der Algen nicht mehr zur Verfügung steht. &#039;&#039;&#039;3.&#039;&#039;&#039; Sargassum braucht für sein Wachstum Nährstoffe, die dem Phytoplankton fehlen, wodurch die natürliche Kohlenstoffbindung durch Phytoplankton verringert wird und weniger CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in die Tiefe absinkt. &#039;&#039;&#039;4.&#039;&#039;&#039; Durch die starke CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme von Sargassum nimmt der Kohlenstoffgehalt des Meerwassers ab. Dieses könnte unter die Oberflächenschicht absinken, bevor es ein vollständiges Gleichgewicht mit dem atmosphärischen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; erreicht hat. &#039;&#039;&#039;5.&#039;&#039;&#039; Sargassum-Biomasse kann geerntet, an Land transportiert und für Bioenergie mit CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) genutzt werden. Bei der Nutzung als Bioenergie würde CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; wieder in die Atmosphäre freigesetzt werden. &#039;&#039;&#039;6.&#039;&#039;&#039; Alternativ könnte Sargassum am Meeresboden abgelagert werden und erst nach Jahrhunderten bis Jahrtausenden wieder an die Oberfläche gelangen. Im Vergleich zu einer landbasierten Aufforstung sind das wesentlich längere Zeiträume, die das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; der Atmosphäre entzogen wäre. &#039;&#039;&#039;7.&#039;&#039;&#039; Im Gegensatz zur Aufforstung auf dem Land, wo Wälder eine dunkle Oberfläche besitzen und daher die Albedo verringern, erhöht Sargassum die Albedo an der Meeresoberfläche und verstärkt damit die CDR-Maßnahme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bach 2021&amp;quot;&amp;gt;Bach, L.T., V. Tamsitt, J. Gower et al. (2021): [https://doi.org/10.1038/s41467-021-22837-2 Testing the climate intervention potential of ocean afforestation using the Great Atlantic Sargassum Belt]. Nat Commun 12, 2556&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Atmosphäre, Ozean&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Teil von=Climate Engineering&lt;br /&gt;
|Teil von=CO2-Entnahme und -Speicherung&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Kohlendioxid-Konzentration&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Kohlendioxidentzug durch Aufforstung&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Mangroven im Klimawandel&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=CO2-Entnahme durch Küstenfeuchtgebiete&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Algen_als_CO2-Speicher&amp;diff=35578</id>
		<title>Algen als CO2-Speicher</title>
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		<updated>2026-09-29T18:43:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* CO2-Aufnahme und -Speicherung durch Tang-Wälder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Kelp canopy.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Kelp-Wedel mit Stengel und gasgefüllten Blasen]]&lt;br /&gt;
== Makroalgen als Kohlenstoffspeicher ==&lt;br /&gt;
Neben Küstenökosystemen wie [[Mangroven im Klimawandel|Mangroven]] und [[CO2-Entnahme durch Küstenfeuchtgebiete|Seegraswiesen]] gelten in jüngster Zeit auch Makroalgen als bedeutende ozeanische Kohlenstoffsenke. Zwei Arten mit einem hohen Speicherpotential sind Tang-Wälder (auch Allgen-, Kelp- oder Seetang-Wälder) in gemäßigten bis kühlen Küstengewässern und Sargassum in tropischen und gemäßigten Küstengebieten. Sargassum zeichnet sich durch eine schwimmende Lebensweise aus und kann dadurch z.B. durch [[Meeresströmungen]] und Wind zu Algenmatten mit Dicken von 0,1 bis 2 m zusammengetrieben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christianson 2022&amp;quot;&amp;gt;Christianson, A.B., A. Cabré, B. Bernal et al. (2022): The Promise of Blue Carbon Climate Solutions: Where the Science Supports Ocean-Climate Policy. Front. Mar. Sci. 9:851448. doi: 10.3389/fmars.2022.851448&amp;lt;/ref&amp;gt;  Tang-Wälder verankern sich mit wurzelartigen Haftorganen am felsigen Meeresboden und nutzen Stiele und blattartige Wedel, um das Sonnenlicht unterhalb der Meeresoberfläche zu erreichen. Viele Arten verfügen zudem über gasgefüllte Blasen, die die Wedel unter der Wasseroberfläche aufrecht halten (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Makroalgen bedeckten Flächen und Speicherpotentiale für [[Kohlendioxid]] sind nur grob bekannt und werden auf 600-722 Millionen Hektar bzw. 61-268 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rischer 2026&amp;quot;&amp;gt;Rischer, C., I.S. Gonzatti, D.A. Friess et al. (2026): [https://doi.org/10.1039/D5EE04922A An ecosystem of carbon dioxide removal reviews – part 2: CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; removal via blue carbon ecosystems], Energy Environ. Sci., 2026, Advance Article&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein großer Teil des in Makroalgen ursprünglich gespeicherten Kohlenstoffs wird von Meeresströmungen in größere Entfernungen verfrachtet, gelangt in die marine Nahrungskette und in größere Meerestiefen. Ein Viertel soll nach jüngeren Schätzungen sogar die Sedimente der Tiefsee unter 4000 m erreichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christianson 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tang-Wälder ==&lt;br /&gt;
=== CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung durch Tang-Wälder ===&lt;br /&gt;
Tang- oder Kelp-Wälder wachsen in den Uferzonen der Meere. In Europa finden sich die größten Algenwälder vor den Küsten Norwegens, Islands und Grönlands. In der Nordsee kommen die Seetang-Wälder in der Deutschen Bucht bei Helgoland und in der Ostsee unter anderem im Biosphärenreservat Südost-Rügen vor. Sie können bis zu 30 m hoch sein (Abb. 2) und besitzen eine enorm große Artenvielfalt. Oft werden sie deshalb auch als &amp;quot;Regenwälder der Meere&amp;quot; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Matera 2024&amp;quot;&amp;gt;Matera, E. (2024): [https://www.gmx.net/magazine/wissen/klima/seetangwaelder-klimaschuetzer-unterschaetzten-oekosysteme-39754776 Seetang-Wälder als Klimaschützer: Die unterschätzten Ökosysteme]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Anders als die tropischen Regenwälder finden Tang-Wälder jedoch nur wenig Aufmerksamkeit und Unterstützung für ihre Erhaltung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eger 2024&amp;quot;&amp;gt;Eger, A.M., N. Eddy, T.A. McHugh et al. (2024): [https://doi.org/10.1016/j.oneear.2024.10.008 State of the world’s kelp forests], One Earth 7, 11&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Giant kelp.jpg|thumb|380 px|Abb. 2: Der Riesentang – die weltweit größte Meeresalgenart – zählt zu den am schnellsten wachsenden Lebewesen der Erde. Er kann an einem einzigen Tag bis zu 60 Zentimeter (zwei Fuß) wachsen und gewaltige Unterwasserwälder bilden, die zahlreichen Meeresbewohnern als Lebensraum dienen. Photo: Steve Lonhart/NOAA]]||[[Bild:Kelp-CO2-Austausch.jpg|thumb|510 px|Abb. 3: Felsiger Untergrund der Kelp-Pflanzen sowie CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Abgabe bei Kelp-Wäldern ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Für die Kohlenstoffaufnahme durch den Ozean spielen sie eine wichtige Rolle. Tang-Wälder weisen ein ungewöhnlich schnelles Wachstum auf. Der zu den Tang-Wäldern zählende Riesentang z.B. kann an einem einzigen Tag bis zu 60 Zentimeter wachsen und so gewaltige Unterwasserwälder bilden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NOAA&amp;quot;&amp;gt;NOAA (o.J.): [https://sanctuaries.noaa.gov/visit/ecosystems/kelpdesc.html Kelp Forests]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Großalgenwälder assimilieren aufgrund ihrer außergewöhnlichen Produktivität und großen räumlichen Ausdehnung beträchtliche Mengen an Kohlenstoff in der Küstenzone. Die starke CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme führt dazu, dass in dem darüber liegenden Wasser die CO2-Konzentration sinkt. Das wiederum bewirkt, dass dieses Wasser mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Watanabe 2020&amp;quot;&amp;gt;Watanabe, K., G. Yoshida, M. Hori et al. (2020): [https://doi.org/10.5194/bg-17-2425-2020 Macroalgal metabolism and lateral carbon flows can create significant carbon sinks], Biogeosciences, 17, 2425–2440&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was aber passiert, wenn das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; durch Veratmung, Zerstörung und Zersetzung der Tang-Wälder wieder freigesetzt wird? Drei Mechanismen bestimmen den Verbleib des Kohlenstoffs (Abb. 3):&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pessarrodona 2023&amp;quot;&amp;gt;Pessarrodona, A., R.M. Franco-Santos, L.S. Wright et al. (2023): Carbon sequestration and climate change mitigation using macroalgae: a state of knowledge review, Biol. Rev., 98, 1945 —1971, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/brv.12990&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
#	Z.T. wird CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in Küstengewässern gelöst und kann direkt an die Atmosphäre abgegeben werden. &lt;br /&gt;
#	Ein anderer Teil kann als Pflanzenpartikel in die Nahrungskette gelangen oder in marine Sedimente in Küstennähe eingebettet werden, wodurch die Abgabe von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; an die Atmosphäre stark eingeschränkt wird. Da die meisten Makroalgen auf felsigen Untergrund wachsen, ist dafür ein Transport in entferntere Sedimentablagerungen erforderlich. &lt;br /&gt;
#	Schließlich wird ein dritter Teil durch Strömungen in Tiefen unterhalb von 1000 m und mehr transportieret und in Sedimenten der Tiefsee eingeschlossen und über Jahrzehnte oder 100 Jahre gespeichert. Die Einbettung von organischem Kohlenstoff in Sedimenten ist einer der wichtigsten Wege zur langfristigen Kohlenstoffbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefährdung von Tang-Wäldern ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kelp-lost-heat-wave.jpg|thumb|420 px|Abb. 4: Links: gesunder Kelp-Wald; rechts: durch Hitzewellen zerstörter Kelp-Wald]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Tang-Wälder unterliegen allerdings verschiedenen Risiken, die ihre Funktion als Kohlenstoff-speicher bedrohen. Zum einen handelt es sich dabei um direkte menschliche Eingriffe wie Änderungen der [[Landnutzung]], Meeresverschmutzung, [[Fischerei|Überfischung]] und direkte Nutzung der Algen als Nahrung, wovon 40-60% der Tang-Wälder betroffen sind. Zum anderen stellt der [[Klimawandel]] eine wachsende Bedrohung dar. So können Stürme Teile von Tang-Wäldern abreißen und verfrachten. Auch die [[Ozeanversauerung|Versauerung der Meere]] durch die erhöhte Kohlendioxid-Aufnahme beeinträchtigt das Wachstum von Tang-Wäldern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CDRmare 2022&amp;quot;&amp;gt;CDRmare (2022): [https://oceanrep.geomar.de/id/eprint/56988/ Verstärkte Kohlenstoff-Speicherung durch die Ausweitung der Wiesen und Wälder des Meeres]. DOI 10.3289/CDRmare.08&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Bedrohung für Tang-Wälder geht jedoch von der [[Erwärmung des Ozeans|Erhöhung der Ozeantemperatur]] und besonders von [[Marine Hitzewellen|marinen Hitzewellen]] aus (Abb. 4). Marine Hitzewellen unterscheiden sich von [[Hitzewellen]] auf dem Land. Da Meerwasser Wärme langsamer aufnimmt und abgibt als Luft, sind Temperaturextreme im Ozean weniger ausgeprägt als an Land. Sie dauern jedoch oft über Wochen oder Monate hinweg an und breiten sich über große Gebiete aus. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Häufigkeit von marinen Hitzewellen verdoppelt; sie sind zudem intensiver, dauern länger an und erstrecken sich über größere Gebiete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Oceans and Coastal Ecosystems and Their Services, 3.4.2.3&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kelp-in-Seeigelwüste.jpg|thumb|840px|Abb. 5: Umwandlung von Kelp-Wäldern in Seeigelwüsten durch Marine Hitzewellen und Seeigel-Fraß]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Durch Erwärmung und Hitzewellen ändern sich die [[Marine Ökosysteme|marinen Ökosysteme]] und die Nahrungskette.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Arafeh-Dalmau 2025&amp;quot;&amp;gt;Arafeh-Dalmau, N., J.C. Villaseñor-Derbez, D.S. Schoeman et al. (2025): [https://doi.org/10.1038/s41467-025-58054-4 Global floating kelp forests have limited protection despite intensifying marine heatwave threats]. Nat Commun 16, 3173&amp;lt;/ref&amp;gt;  So kann die Verbreitung von Seesternen und Ottern durch höhere Temperaturen abnehmen, was wiederum den wärmeliebenden Seeigeln erlaubt, sich stärker auszubreiten. Seeigel sind jedoch die Hauptfressfeinde für Tang-Wälder (Abb. 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;/&amp;gt;  In verschiedenen Küstengewässern der Welt haben Seeigel Tang-Wälder so stark geschädigt, dass nur noch regelrechte Seeigelwüsten übrigblieben. Das war etwa bei den Kelpwäldern des „Great Southern Reef“ der Fall, das sich entlang der Küsten Südaustraliens und Tasmaniens erstreckt.&amp;lt;ref name=Freitas 2023&amp;quot;&amp;gt;Freitas, C., M. O’Brien, S. Andrews and P. Francis (2023): A [https://kids.frontiersin.org/articles/10.3389/frym.2023.933489/full Reef Like no Other: The Great Southern Reef]. Front. Young Minds. 11:933489&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ähnlich sind die Kelp-Bestände in Nordkalifornien als Folge der über mehrere Jahre anhaltenden extremen Ozeanerwärmung [[Marine Hitzewellen|„The Blob“]] um 95% geschrumpft.&amp;lt;ref&amp;gt;Schiffmann, R. (2026): [https://e360.yale.edu/features/kelp-restoration Efforts to Save Kelp Forests from Ocean Warming Are Ramping Up]&amp;lt;/ref&amp;gt;, &amp;lt;ref name=&amp;quot;Arafeh-Dalmau 2025&amp;quot;/&amp;gt;, &amp;lt;ref name=&amp;quot;Michaud 2022&amp;quot;&amp;gt;Michaud, K.M., D.C. Reed &amp;amp; R.J. Miller (2022): [https://doi.org/10.1038/s42003-022-04107-z The Blob marine heatwave transforms California kelp forest ecosystems], Commun Biol 5, 1143&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anbau und Wiederherstellung von Tang-Wäldern ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Seaweed farm zanzibar.jpg|thumb|520 px|Abb. 6: Seetang-Farm in Sansibar ]]&lt;br /&gt;
Unter den ozeanbasierten CDR&amp;lt;ref&amp;gt;CDR=Carbon Dioxid Removal (Kohlendioxid-Entnahme)&amp;lt;/ref&amp;gt;-Ansätzen stößt die großflächige Aufforstung der Ozeane mit Makroalgen auf ein begrenztes, aber wachsendes Interesse. Makroalgen können eine photosynthetische Produktivität aufweisen, die mit der eines tropischen Regenwaldes vergleichbar ist, und verfügen über einen hohen Kohlenstoffgehalt, was sie zu potenziellen Kandidaten für ozeanbasierte CDR-Maßnahmen macht. Zudem konkurrieren sie nicht mit landwirtschaftlichen Nutzflächen und können lokale Vorteile bieten, wie etwa eine Verringerung von Eutrophierung und Versauerung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Berger 2023&amp;quot;&amp;gt;Berger, M., L. Kwiatkowski, D.T. Ho and L. Bopp (2023): [https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/acb06e Ocean dynamics and biological feedbacks limit the potential of macroalgae carbon dioxide removal], Environ. Res. Lett.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem können geerntete Makroalgen als Ersatz für synthetischer Düngemittel dienen und senken die Methanemissionen von Rindern, wenn sie Futtermitteln beigemischt werden. Darüber hinaus tragen sie zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie die Wellenenergie dämpfen und Küstenlinien schützen. So wurde etwa in Norwegen beobachtet, dass Tang-Wälder Wellenhöhen um 60% reduzieren können. Da sie eine hohe Artenvielfalt unterstützen, schützen sie z.B.   Krustentiere vor der Ozeanversauerung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duarte 2017&amp;quot;&amp;gt;Duarte, C.M., J. Wu, X. Xiao et al. (2017): [https://doi.org/10.3389/fmars.2017.00100 Can Seaweed Farming Play a Role in Climate Change Mitigation and Adaptation?] Front. Marine Sci. 4, 1-8&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Algenzucht (Abb. 6) derzeit eine weitaus geringere Fläche einnimmt als natürliche Makroalgen – weltweit geschätzt 2000 km² –, bietet sie ein erhebliches Expansionspotenzial sowohl in Küstengewässern als auch im Offshore-Bereich. Jährlich werden rund 1,5 Mt Kohlenstoff (MtC) fixiert und in die geerntete Makroalgenbiomasse eingebaut. Ein Teil dieses Kohlenstoffs geht vor der Ernte verloren und kann sich in den darunterliegenden Sedimenten ablagern; dort kann er sich unter günstigen Bedingungen mit Raten zwischen 25 und 71 gC m⁻² Jahr⁻¹ anreichern und langfristig gespeichert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rischer 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Maßnahmen, Tang-Wälder zu schützen oder ihre Verbreitung zu erweitern. Eine Möglichkeit besteht darin, die Überweidung von Kelpbeständen durch Seeigel einzudämmen. Praktiziert werden dabei die manuelle Tötung von Seeigeln sowie der Einsatz chemischer Mittel oder die Umsiedlung der Seeigel. Die meisten solcher Maßnahmen werden räumlich nur sehr begrenzt angewandt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass dadurch die Tang-Wälder in den meisten Fällen zugenommen haben. Die zugrunde liegende Ursache wird dadurch jedoch nicht berührt, weshalb die Erfolge nur kurzfristig anhalten. Der Schutz von Seeigel-Fressfeinden kann das Wiederwachsen von Makroalgen dagegen nachhaltiger ermöglichen. Viele Fressfeinde von Seeigeln wie Ottern oder werden stark überfischt. So hat die Wiederansiedlung von Seeottern auf den Aleuten zu einem Rückgang der Seeigel und einer Zunahme von Kelp geführt. Eine aktive Wiederansiedlung von Kelp bietet zusätzliche Möglichkeiten, die Erholung der Kelpbestände nach der Entfernung von Seeigeln zu unterstützen. Dazu gehören die Umpflanzung oder erneute Aussaat von Kelp aus Wild- oder Zuchtbeständen sowie die Möglichkeit, neue Stämme zu entwickeln, die sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Miller 2022&amp;quot;&amp;gt;Miller, K.I., C.O. Blain and N.T. Shears (2022): [https://www.frontiersin.org/journals/marine-science/articles/10.3389/fmars.2022.831001/full Sea Urchin Removal as a Tool for Macroalgal Restoration: A Review on Removing “the Spiny Enemies”]. Front. Mar. Sci. 9:831001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Angesichts des weltweiten Rückgangs von Kelpwäldern ist eine wirksame Wiederherstellung erforderlich. Kelpwälder sind eine wichtige Stütze für viele unserer Küstenökosysteme in gemäßigten Breiten. Die vielfältigen Leistungen von Kelpwäldern (z. B. hohe Produktivität, Funktion als Ökosystemgrundlage, Kohlenstoffbindung, Unterstützung der Küstenfischerei) lassen die Entfernung von Seeigeln in vielen Situationen sinnvoll erscheinen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Miller 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sargassum ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Verbreitung ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Sargasso Sea GASB.jpg|thumb|620 px|Abb. 7: Sargassosee (grün) und der Große Atlantische Sargassum-Gürtel (braun)]]&lt;br /&gt;
Schwimmende Sargassum-Algen kamen ursprünglich in der Sargassosee vor (Abb. 7). Dabei handelt es sich um einen subtropischen Wirbel im Nordatlantik, in dem sich um eine gewaltige Wassermasse kreisförmige Wirbel im Uhrzeigersinn drehen. Die Sargassosee bildet den Lebensraum für verschiedene Arten von Braunalgen, die frei im Wasser schweben und eine enorme Vielfalt an Meereslebewesen beherbergen.&amp;lt;ref&amp;gt;Robledo, D., E. Vázquez-Delfín, Y. Freile-Pelegrín et al. (2021): [https://doi.org/10.3389/fmars.2021.699664 Challenges and Opportunities in Relation to Sargassum Events Along the Caribbean Sea]. Front. Mar. Sci. 8:699664&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist außerdem bekannt als Aufzuchtgebiet der europäischen Aale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 kam es zu einem großen sogenannten Sargasso-Ereignisse. Dabei wurden große Teile der Biomasse der Sargasso-Algen aus der Sargassosee herausgetrieben und verbreiteten sich über den gesamten tropischen Atlantik von Westafrika bis zur Karibik. Das Ereignis war verbunden mit einer massenhaften Blüte und tritt seitdem immer wieder auf. Das neue Verbreitungsgebiet der Sargasso-Algen ist als der Große Atlantische Sargassum-Gürtel (Abb. 7) bekannt und erstreckt sich über 8.000 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Winde verfrachteten die Algen-Teppiche an zahlreiche Küsten der Region. Als Ursachen für die übermäßige Vermehrung der Sargassum-Biomasse und deren Transport an die Küsten werden ein Anstieg der Nährstoffkonzentrationen im Meerwasser und höhere Meeresoberflächentemperatur, Veränderungen der [[Atmosphärische Zirkulation|Windmuster]] und [[Meeresströmungen]], [[Hurrikane im Atlantik|Hurrikans]] sowie der Schiffsverkehr angenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robledo 2021&amp;quot;&amp;gt;Robledo, D., E. Vázquez-Delfín, Y. Freile-Pelegrín et al. (2021): [https://doi.org/10.3389/fmars.2021.699664 Challenges and Opportunities in Relation to Sargassum Events Along the Caribbean Sea]. Front. Mar. Sci. 8:699664&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sargassum als Belastung für die Umwelt ===&lt;br /&gt;
Die massiven Ansammlungen von angespülter Algenbiomasse in der Karibik, im Golf von Mexiko und in Westafrika haben der Umwelt, der menschlichen Gesundheit sowie der lokalen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. Etliche Länder in der Karibik haben den nationalen Notstand aufgrund des Zustroms von Sargassum-Algen ausgerufen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;&amp;gt;UNEP - Caribbean Environment Programme (2021): [https://wedocs.unep.org/items/06beffcf-f98a-463f-a70f-f742165894c5 Sargassum White Paper – Turning the crisis into an opportunity]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Durch die Anhäufung und Verrottung von Braunalgen entstehen Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak und weitere organische Substanzen, was zur Geruchsbelästigung und Eutrophierung führt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robledo 2021&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Sargassum-Folgen-Küste.jpg|thumb|740 px|Abb. 8: Sargassum-Folgen an touristischen Küsten: Sargassum-Seetang an Stränden zersetzt sich nach wenigen Tagen. Die dabei entstehenden Sickerwässer belasten den Boden und gelangen ins Meer, wo sie die küstennahe Flora und Fauna und Korallenriffe beeinträchtigen. Eine Entsorgung des Seetangs in Mangroven-Wäldern verunreinigen Böden und Abflüsse. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen ist davon die vom Tourismus abhängige Wirtschaft der Karibikländer. Große Mengen an Sargassum werden an den Stränden von Sand bedeckt oder verrotten im Wasser. Dabei entstehen braune Küstengewässer und Schwefelemissionen verbreiten unangenehme Gerüche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;&amp;gt;Fernández Mendez, M., J. Schnetzer &amp;amp; V. Smetacek (2023): Sequestrierung und Speicherung von Kohlenstoff im Meer durch Sargassum-Aquakulturen. In: Lozán J. L., H. Graßl, S.-W. Breckle, D. Kasang &amp;amp; M. Quante (Hrsg.). Warnsignal Klima. S. 96-102.www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.climate.engineering.14&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Entstehung von Schwefelwasserstoff beeinträchtigt die Luftqualität; eine längerfristige Exposition ist gesundheitsschädlich, insbesondere für Personen mit vorbestehenden Atemwegserkrankungen. Dies stellt eine Belastung für Küstenbewohner und Strandbesucher dar. Hinzu kommt der abstoßende visuelle Eindruck von Sargasso-Anhäufungen auf Badegäste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Aber auch die Fischerei und küstennahen Ökosysteme werden geschädigt. Die Aufräum- und Entsorgungsarbeiten verursachten für die Kommunen erhebliche Kosten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oxenford 2021&amp;quot;&amp;gt;Oxenford, H.A., S.-A. Cox, B.I. van Tussenbroek, and A. Desrochers (2021): [https://doi.org/10.3390/phycology1010003 Challenges of Turning the Sargassum Crisis into Gold: Current Constraints and Implications for the Caribbean], Phycology 1, no. 1: 27-48.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ausgedehnte Sargassum-Matten verhindern zudem das Eindringen von Sonnenlicht in die obere Wasserschicht, wodurch die Photosynthese anderer Meerespflanzen behindert wird. Als Folgen sind z.B. bei einer massiven Algenblüte 2015 in großem Maße Seegraswiesen vor Mexiko abgestorben. Große Sargassum-Mengen an Stränden verhindern etwa frisch geschlüpfte Schildkröten daran, das Meer zu erreichen. Umgekehrt wurden Fische und Schildkröten mit den Sargassum-Matten an die Küsten gedrückt und verendeten dort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:Sargassum St.Martin Antillen.jpg|thumb|520 px|Abb. 9: Sargassum-Teppiche bei den Antillen ]]||[[Bild:Sargassum stranded biomass.jpg|thumb|380 px|Abb. 10: Angeschwemmte Sargassum-Biomasse an der mexikanischen Karibikküste, die zu Ballen gepresst in die Tiefsee versenkt wird. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte jedoch zwischen angeschwemmtem und frei schwimmendem Sargassum unterscheiden. Letzteres besitzt eher positive Eigenschaften und wurde als wertvolle Ressource identifiziert und wurde oft als „schwimmender goldener Regenwald“ bezeichnet. Die Sargassosee bietet Lebensräume, Laichgebiete, Wanderrouten und Nahrungsgründe für eine vielfältige Flora und Fauna, darunter endemische, gefährdete und wirtschaftlich bedeutende Arten. Ähnliche Vorteile ergeben sich auch durch das frei treibenden Sargassum im Golf von Mexiko. Auch ökonomisch bestehen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem in der Landwirtschaft, der Bioenergieerzeugung, der Biokunststoffherstellung sowie im Bauwesen und in der Kosmetikindustrie. Somit könnte der großflächige Transport dieser Algen durch natürliche Prozesse in die Karibik auch eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung darstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNEP 2021&amp;quot;/&amp;gt;   Nicht zuletzt wurde Sargassum aber auch als langfristiger Kohlenstoffspeicher entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kohlenstoffbindung ===&lt;br /&gt;
Das schnell Biomasse bildende Sargassum stellt wie andere Makroalgen eine wichtige [[CO2-Aufnahme im offenen Ozean|ozeanische Kohlenstoffsenke]] dar. Die Biomasse von Sargassum kann sich in bis zu 50 Tagen verdoppeln. Durch die Nutzung als Brennmaterial kann es fossile Brennstoffe ersetzen. Das natürlich auftretende Absinken in die Tiefsee kann durch Zusammenpressen des Materials zu größeren Ballen und Versenken gefördert werden. In Tiefen über 3000 m könnte die Biomasse bis 750 Jahre gespeichert bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fernández 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bild:CDR-efficacy-Sargassum-dt.jpg|thumb|620 px|Abb. 11: CDR-Effekte durch Sargassum (s. Text)]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Einige Autoren betonen allerdings, dass die beteiligten Prozesse der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung z.T. noch nicht verstanden sind und sich kaum messen lassen. Abb. 11 veranschaulicht wichtige Schritte der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme und -Speicherung durch Sargassum-Algen. Die Ziffern in den schwarzen Kreisen in der Abb. 11 bedeuten:  &#039;&#039;&#039;1.&#039;&#039;&#039; Die photosynthetische Kohlenstofffixierung durch Sargassum verbraucht im Meerwasser gelöstes CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. &#039;&#039;&#039;2.&#039;&#039;&#039; Sargassum bietet krustenbildenden Organismen einen Lebensraum. Deren Kalkbildung bindet Kohlenstoff, das für die Photosynthese der Algen nicht mehr zur Verfügung steht. &#039;&#039;&#039;3.&#039;&#039;&#039; Sargassum braucht für sein Wachstum Nährstoffe, die dem Phytoplankton fehlen, wodurch die natürliche Kohlenstoffbindung durch Phytoplankton verringert wird und weniger CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in die Tiefe absinkt. &#039;&#039;&#039;4.&#039;&#039;&#039; Durch die starke CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme von Sargassum nimmt der Kohlenstoffgehalt des Meerwassers ab. Dieses könnte unter die Oberflächenschicht absinken, bevor es ein vollständiges Gleichgewicht mit dem atmosphärischen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; erreicht hat. &#039;&#039;&#039;5.&#039;&#039;&#039; Sargassum-Biomasse kann geerntet, an Land transportiert und für Bioenergie mit CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) genutzt werden. Bei der Nutzung als Bioenergie würde CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; wieder in die Atmosphäre freigesetzt werden. &#039;&#039;&#039;6.&#039;&#039;&#039; Alternativ könnte Sargassum am Meeresboden abgelagert werden und erst nach Jahrhunderten bis Jahrtausenden wieder an die Oberfläche gelangen. Im Vergleich zu einer landbasierten Aufforstung sind das wesentlich längere Zeiträume, die das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; der Atmosphäre entzogen wäre. &#039;&#039;&#039;7.&#039;&#039;&#039; Im Gegensatz zur Aufforstung auf dem Land, wo Wälder eine dunkle Oberfläche besitzen und daher die Albedo verringern, erhöht Sargassum die Albedo an der Meeresoberfläche und verstärkt damit die CDR-Maßnahme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bach 2021&amp;quot;&amp;gt;Bach, L.T., V. Tamsitt, J. Gower et al. (2021): [https://doi.org/10.1038/s41467-021-22837-2 Testing the climate intervention potential of ocean afforestation using the Great Atlantic Sargassum Belt]. Nat Commun 12, 2556&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Atmosphäre, Ozean&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Teil von=Climate Engineering&lt;br /&gt;
|Teil von=CO2-Entnahme und -Speicherung&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Kohlendioxid-Konzentration&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Kohlendioxidentzug durch Aufforstung&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Mangroven im Klimawandel&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=CO2-Entnahme durch Küstenfeuchtgebiete&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Schwammstadt_als_Anpassungsma%C3%9Fnahme&amp;diff=35577</id>
		<title>Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Schwammstadt_als_Anpassungsma%C3%9Fnahme&amp;diff=35577"/>
		<updated>2026-09-24T16:32:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Hamburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Monaco.jpg|thumb|480px|Abb. 1: Urbane Dachgärten in Monaco mit üppigem Pflanzenbewuchs]]&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Der [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Sommer 2026]] hat erneut vor Augen geführt, dass der Klimawandel längst auch bei uns angekommen ist. Schon im Frühsommer haben Hitzewellen in Europa und nicht zuletzt auch in Deutschland Tausende von Toten gefordert. In [[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Frankreich und Spanien wurden durch Brände riesige Waldgebiete verwüstet und unzählige Häuser zerstört]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Wheather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt;  In früheren Jahren haben auch Starkniederschläge und Überschwemmungen Landschaften und Siedlungen verwüstet und verursachten etwa im [[Starkregen_und_Hochwasser_in_Deutschland#Das_Hochwasser_im_Juli_2021|Ahrtal 2021]] Schäden von 33 Milliarden Euro nur in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eiserbeck 2024&amp;quot;&amp;gt;Eiserbeck, L. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16329 Das Hochwasser an Ahr und Erft 2021 - Entstehung, Ausprägung und Folgen]. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang et al. (Hrsg.): Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neue Szenarien für den 7. IPCC-Bericht|Wissenschaftler haben 2026 festgestellt]], dass die Menschheit es nicht mehr schaffen wird, die globale Erwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.&amp;lt;ref&amp;gt;van Vuuren, D.P., B.C. O&#039;Neill, C. Tebaldi et al. (2026): [https://doi.org/10.5194/gmd-19-2627-2026 The Scenario Model Intercomparison Project for CMIP7 (ScenarioMIP-CMIP7)], Geosci. Model Dev., 19, 2627–2656&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[2-Grad-Ziel|Erwärmung von 1,5 °C]] gegenüber der vorindustriellen Zeit wird in wenigen Jahren überschritten. Die gegenwärtige Weltklimapolitik ist auf dem Weg zu einer globalen Erwärmung von 2,8 °C. Die heutigen Extremereignisse lassen erahnen, welche Klimakatastrophen bei einer Erwärmung um fast 3 Grad drohen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tandon 2026&amp;quot;&amp;gt;Tandon, A., CarbonBrief (2026): [https://www.carbonbrief.org/limiting-global-warming-to-2c-would-not-rule-out-extreme-impacts Limiting global warming to 2C would not ‘rule out’ extreme impacts]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss daher durch mehr Klimaschutz als bisher alles getan werden, um eine solche Zukunft zu vermeiden. Dennoch lassen sich viele Folgen des Klimawandels nicht mehr aufhalten. Darum ist die Anpassung an den Klimawadel und seine Folgen unvermeidlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Maßnahme, die in großen Städten gegen zahlreiche Klimarisiken schützen kann, ist die sogenannte Schwammstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist eine Schwammstadt? ==&lt;br /&gt;
=== Schutz gegen Starkregen ===&lt;br /&gt;
Bei der Schwammstadt ging es zunächst um einen besseren Umgang mit Wasser in der Stadt. In früheren Zeiten versuchte man, das Wasser durch Niederschläge möglichst schnell aus der Stadt abzuleiten und baute dafür ein umfangreiches Kanalisationsnetz, das auch Abwasser aufnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meilinger 2024&amp;quot;&amp;gt;Meilinger, V., N.G. Soler &amp;amp; A. Vetter (2024): [https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ziele-politikinstrumente-fur-klimaresiliente Ziele und Politikinstrumente für klimaresiliente Schwammstädte]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit dem Wachstum der Städte und [[Starkniederschläge und Hochwasser|zunehmendem Starkregen]] durch den Klimawandel war die Kanalisation jedoch oft überfordert. Eine hohe Versiegelung der Städte durch Bebauung, Straßen und Plätze verhinderte das Versickern und verstärkte den Abfluss. Es kam zu überschwemmten Straßen und Schäden an Infrastruktur und Gebäuden. Regenwasser mischte sich in der Kanalisation mit Abwasser. Beim Überlaufen wurden Straßen, Gärten, Keller verschmutzt und städtische Ökosysteme belastet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karzai 2026&amp;quot;&amp;gt;Karzai, T., A. Dehnhardt, R. Leineweber &amp;amp; J. Wagner (2026): [https://doi.org/10.60810/openumwelt-8769 Der Weg zur klimaresilienten Schwammstadt]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Das Schwammstadtkonzept kann hier Abhilfe schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwammstadt ist darauf ausgelegt, Regenwasser im städtischen Gelände möglichst lange zu halten. Statt schnell in die Kanalisation abzulaufen versickert es langsam in den Boden und verdunstet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karzai 2026&amp;quot;/&amp;gt;  Das Ziel ist, den städtischen [[Wasserkreislauf]] an den natürlichen Kreislauf anzunähern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meilinger 2024&amp;quot;/&amp;gt;  Dafür muss die hohe Bodenversiegelung in den Städten zurückgedrängt werden. Beton- und Asphaltflächen werden in bisherigen Maßnahmen durch Rasen, Sandbedeckung und poröse Bodenbedeckung ersetzt. Bodenvertiefungen und renaturierte Gewässer speichern den Niederschlag und geben ihn an den Boden durch Versickerung und durch [[Verdunstung]] an die Atmosphäre ab. Z.T. wurde auch unter der Oberfläche von Sport- und Spielplätzen Zisternen angelegt, die bei Starkregen Überschwemmungen verhinderten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lang 2014&amp;quot;&amp;gt;Lang, G. (2014): [https://stadtundgruen.de/artikel/ein-kooperationsprojekt-zwischen-hamburgwasser-und-bezirksamt-harburg-regenwassermanagement-in-hamburg-8911 Regenwassermanagement in Hamburg], Stadt+Grün 05/2014&amp;lt;/ref&amp;gt;  Dächer und Fassaden von Gebäuden wurden begrünt und dienten ebenfalls der Wasseraufnahme, -speicherung und -verdunstung. &lt;br /&gt;
=== Abkühlung bei Hitzewellen ===&lt;br /&gt;
Die Schwammstadt erwies sich jedoch auch gegen [[Hitzewellen|Hitze]] und [[Dürren|Trockenheit]] als ein geeignetes Konzept.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LAWA 2021&amp;quot;&amp;gt;LAWA (2021): [https://henry.baw.de/bitstreams/126539a9-5dbf-4741-b34e-6973a4ec131f/download Auf dem Weg zur wassersensiblen Stadtentwicklung. Positionspapier. Bund/Länder- Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der zunehmenden globalen Erwärmung kam es in jüngster Zeit zu immer häufigeren Hitzewellen. Davon waren besonders die großen Städte betroffen, die durch den [[Hitzewellen in großen Städten|städtischen Wärmeinsel-Effekt]] die hohen Temperaturen noch verstärkten. Da hohe Temperaturen auch die Verdunstung antreiben, war damit häufig auch starke Trockenheit verbunden. Die in einer Schwammstadt erweiterten Möglichkeiten zur Verdunstung durch Begrünung und neue Wasserflächen kühlten die Luft ab. Durch [[Verdunstung]] wird Energie verbraucht, die der Umgebungsluft entzogen wird. Die Energie wird in dem entstehenden Wasserdampft als sogenannte latente Energie gespeichert und in der Höhe bei [[Kondensation]] wieder abgegeben. Dadurch wird Wärme von unten nach oben transportiert und die unteren Luftschichten abgekühlt. In den letzten Jahren hat die Kühlfunktion der Schwammstadt mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meilinger 2024&amp;quot;/&amp;gt; Hinzu kommt, dass der verdunstete Wasserdampf in der Höhe zu Wolkenbildung und Niederschlag beiträgt. &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Graue+blau-grüneStadt.jpg|thumb|820px|Abb. 2: Das Schwammstadt-Konzept: von der grauen zur blau-grünen Stadt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer vielfältigen Wirkung wurde die Schwammstadt zunehmend als multifunktionales „Dachkonzept“ verstanden und entwickelte sich zu einem Leitbild einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meilinger 2024&amp;quot;/&amp;gt; Als Ziel wurde ausgegeben, eine graue in eine grüne und blaue Stadt umzuwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== China ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Parkanlage Shenzen.jpg|thumb|480px|Abb. 3: Parkanlage in der südchinesischen 17-Millionen-Stadt Shenzen]]&lt;br /&gt;
Historisch hat China als erstes Land das Schwammstadt-Konzept in großem Stil entwickelt und angewendet. China erlebte seit den 1980er Jahren eine großflächige Urbanisierung und eine starke Zunahme der städtischen Bevölkerung. Die wachsenden Städte standen vor der Aufgabe, die Bevölkerung einerseits mit ausreichend Wasser zu versorgen und sie andererseits vor Überschwemmungen zu schützen, die mit dem Klimawandel häufiger und intensiver wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Yu 2025&amp;quot;&amp;gt;Yu, C., W. Zhang, N. Song et al. (2025): [https://doi.org/10.1002/joc.8902 Future Climate Change Impacts on Extreme Precipitation: Exposure Risks for Urban Populations and Cropland in North China]. International Journal of Climatology 45, 10&amp;lt;/ref&amp;gt;  Verheerende Hochwasser betrafen mehr als die Hälfte der chinesischen Städte. Die veralteten Wasser- und Abwasserleitungen waren damit stark überfordert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2017&amp;quot;&amp;gt;Li, H., L. Ding, M. Ren et al. (2017): Sponge City Construction in China: A Survey of the Challenges and Opportunities&amp;quot; Water 9, no. 9: 594. https://doi.org/10.3390/w9090594&amp;lt;/ref&amp;gt;  Vor diesem Hintergrund entwickelte China in den 2000er Jahren das Prinzip der Schwammstadt. Im Fokus stand dabei der Schutz vor Überflutungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meilinger 2024&amp;quot;/&amp;gt;  Aber auch die Verbesserung der städtischen Wasserqualität und die Abschwächung des städtischen Wärmeinsel-Effekts wurden wichtige Ziele.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2017&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Olympia-Park Huzhou.jpg|thumb|640px|Abb. 4: Kartenentwurf des Olympia-Parks in Huzhou im Yangtse-Delta (a) und Flusslandschaften in Huzhou (b – d) ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Maßnahmen bei der Umsetzung des Konzepts bestanden zum einen im &lt;br /&gt;
Rückhalt von 70–90 % des durchschnittlichen jährlichen Niederschlagswassers vor Ort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2017&amp;quot;/&amp;gt; Erreicht wurde das durch eine grüne Infrastruktur: durch Parkanlagen, grüne Dächer, künstliche Feuchtgebiete, wasserdurchlässige Beläge statt herkömmlicher Betonstraßen und Wege, Regenrückhaltebecken etc. Dadurch wurden nicht nur die Versickerung und Verdunstung erhöht und der Abfluss verringert. Das Wasser wurde auch gereinigt und als Brauchwasser wiederverwendet. Die Versickerung diente auch der Erneuerung des Grundwassers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pinto 2026&amp;quot;&amp;gt;Pinto, H., J. Elston, O.S. Sunday &amp;amp; C. Nogueira (2026): [https://doi.org/10.3390/urbansci10030135 From Concept to Practice: Evidence and Lessons from Sponge City Implementation in Shenzhen], China, Urban Science 10, 3: 135. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umsetzung des Schwammstadt-Konzepts war allerding mit etlichen Schwierigkeiten verbunden. Das war vor allem in älteren Stadtvierteln der Fall. Platzmangel, versiegelte Flächen und veraltete unterirdische Leitungsnetze hemmten die Implementierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pinto 2026&amp;quot;/&amp;gt;   Wenig erfolgreich war das Ziel, durch Verdunstung eine merkliche Abkühlung zu bewirken. In den meisten Fällen haben die „Schwammstadt“-Projekte nicht zu einer statistisch signifikanten Senkung der städtischen Lufttemperatur geführt. Die einzige Ausnahme bildet nach einer Untersuchung die 2-Millionen-Stadt Xiamen im Südosten Chinas, in der die städtische Lufttemperatur nach der Umsetzung der Maßnahmen im Sommer um 0,18 °C zurückging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ou 2026&amp;quot;&amp;gt;Ou, Y., X. Li, A. Zhang, et al. (2026): [https://doi.org/10.1016/j.cacint.2026.100454 Impacts of China&#039;s Sponge City projects on urban thermal environments: a synthetic control approach], City and Environment Interactions, 31&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hamburg ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
In Europa haben sich vor allem Kopenhagen und Rotterdam einen Namen als Schwammstadt gemacht. In Deutschland gelten Hamburg und Berlin als führend in der Umsetzung des Schwammstadt-Konzepts. Hamburg ist bekannt für sein Gründach-Konzept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in anderen Metropolen auch ist Wohnraum in Hamburg ein knappes Gut. Jährlich werden deshalb bis zu 8.000 Wohnungen gebaut. Dabei werden bevorzugt innerstädtische Gebiete verdichtet. Bereits stark bebaute Flächen werden dadurch noch weiter zugebaut. Die Folgen sind eine stärkere Versiegelung und das Zurückdrängen von Grünflächen und versickerungsfähigen Böden. Allein dadurch kommt es bei extremen Niederschlägen vermehrt zu Überflutungen und Überhitzungen.&amp;lt;ref name=Kruse 2017&amp;quot;&amp;gt;Kruse, E., Z.R. Castillejos et al. (2017): [https://repos.hcu-hamburg.de/handle/hcu/462 Überflutungs- und Hitzevorsorge in Hamburger Stadtquartieren]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. Extreme Starkregenereignisse werden häufiger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2021&amp;quot;&amp;gt;DWD (2021): Klimareport Hamburg; Deutscher Wetterdienst, Offenbach am Main&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten die Winterniederschläge um 12-38% zunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;von Storch 2018&amp;quot;&amp;gt;von Storch, H., I. Meinke, M. Claußen, Hrsg. (2018): Hamburger Klimabericht – Wissen über Klima, Klimawandel und Auswirkungen in Hamburg und Norddeutschland&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zugleich verstärkt sich der städtische Wärmeinseleffekt. Gegenüber dem Umland ist Hamburg im Mittel 1-4 °C wärmer, bei bestimmten Wetterlagen und nachts können das auch 10 °C sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klimabeirat 2024&amp;quot;&amp;gt;Klimabeirat Hamburg, Hrsg. (2024): [https://www.klimabeirat.hamburg Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Hamburg]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Gründach mit Solaranlage.png|thumb|520px|Abb. 5: Gründach mit Solaranlage, modellhaft]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Neue Grün- und Wasserflächen sollen die Probleme durch den Klimawandel und einer sich verdichtenden Stadt ausgleichen. In Hamburg steht schon seit längerem die Begrünung von Dächern und Fassaden im Fokus. Gründächer halten Regenwasser zurück, verdunsten es und leiten es nur verzögert über Regenrinnen ab. Dadurch verringert sich das Überflutungsrisiko auf den Straßen und die Überlastung der Kanalisation. Außerdem isoliert die Begrünung die darunter liegenden Wohnräume, kühlt sie im Sommer und verringert den Wärmeverlust im Winter. Ein begrüntes Dach kann die Erwärmung von Dachgeschosswohnungen um 30-60% senken. Pflanzen auf dem Dach steigern zudem die Biodiversität in der Stadt, durch die Bepflanzung selbst und indem sie Nahrung für Insekten und Vögel bieten. Gründächer werden in Hamburg teilweise mit Solarmodulen kombiniert. Damit wird nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz gleistet, sondern auch die Dachbepflanzung vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt. Die Verdunstung der Gründächer wiederum kühlt die Photovoltaikmodule und steigert damit ihre Leistung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BUKEA 2021&amp;quot;&amp;gt;BUKEA (2021): [https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/hamburgs-gruen/gruendach-und-gruene-fassaden/mediathek Clever kombiniert: Klimaschutz und Klimaanpassung – Flächensynergien am Gebäude und im Quartier]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch wurde in Hamburg das Schwammstadt-Konzept nicht flächendeckend umgesetzt. Es sind mehr oder weniger große Inseln, die den Charakter einer Schwammstadt besitzen. Dabei sind einige „Leuchtturmprojekte“ erwähnenswert. So wurde bereits 2013 am südöstlichen Stadtrand in Neugraben-Fischbek zum ersten Mal in Deutschland ein Spielplatz als Niederschlagsspeicher umgestaltet. Ein Bach leitet hier bei Überflutungen in der Umgebung das Wasser in den Spielplatzbereich, wo es von einem Sickerbecken und einer Regenwassermulde aufgefangen und verzögert in ein Brunnenschutzgebiet weitergeleitet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RISA&amp;quot;&amp;gt;RISA: [https://www.risa-hamburg.de/projekte/projekte-detail-ansicht/regenspielplatz-fischbeker-holtweg Deutschlands erster Regenspielplatz]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Bunker St. Pauli.jpg|thumb|480px|Abb. 6: Grüner Bunker in Hamburg St. Pauli ]]&lt;br /&gt;
Besonderes Aufsehen erregte nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit die Begrünung eines Bunkers aus dem 2. Weltkrieg am Rande der Innenstadt. Nach Aussage der Hamburger Umwelt- und Wasserbehörden gilt die Umgestaltung des einstigen kriegsbestimmten Bauwerks „als Vorbild und als wissenschaftliches Fallbeispiel für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Großstädten“.&amp;lt;ref&amp;gt;RISA: [https://www.risa-hamburg.de/projekte/projekte-detail-ansicht/bunker-st-pauli Ein grünes Aushängeschild für Hamburgs Zukunft]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Bunker wurde pyramidenartig aufgestockt, auf jedem neu entstandenen Stockwerk üppig begrünt und ist bis hin auf das ebenfalls grüne Dach begehbar. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem sorgt für die Bewässerung der Blumen und Sträucher und entlastet die Kanalisation. Oben auf dem Dach befindet sich ein kleiner öffentlicher Stadtgarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35576</id>
		<title>Anpassung an den Wassermangel in der Landwirtschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35576"/>
		<updated>2026-09-24T13:26:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Wassermangel global ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserstress-Bankrott.jpg|thumb|540px|Abb. 1: Vom Wasserstress und der Wasserkrise zum Wasserbankrott ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &#039;&#039;Wasserstress&#039;&#039; und der &#039;&#039;Wasserkrise&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO in einem Bericht das Zeitalter des Globalen &#039;&#039;Wasserbankrotts&#039;&#039; ausgerufen. Damit ist ein neuer Begriff geschaffen, der als Weckruf das globale Wasserproblem in das Bewusstsein der Welt rücken soll. Die Begriffe Stress und Krise seien nicht mehr hinreichend, um die katastrophale und bedrohliche Lage der Wasserversorgung zu beschreiben. Die sei inzwischen vergleichbar mit einem Menschen, dessen Ausgaben viel höher als die Einnahmen sind und dessen Konto tief im Minus steckt, bei versigenden Finanzquellen. In vielen Regionen der Welt haben die Menschen seit Jahrzehnten mehr Süßwasser entnommen, als durch erneuerbare Zuflüsse nachgeliefert wurde. Und dieser Prozess ist nach Einschätzung der UNO unumkehrbar. Dagegen beschreiben Stress und Krise Zustände, die im Prinzip noch rückgängig gemacht werden können.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserdefizit2001-2010.jpg|thumb|540px|Abb. 2: Wasser-Defizit in wichtigen Abflussbecken in km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;/Jahr 2001-2010]]||[[Bild:Agriculture water withdrawals.jpg|thumb|420px|Abb. 3: Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten in %]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der UN-Bericht macht die neue Situation des Globalen Wasserbankrotts u.a. an folgenden Punkten fest: Für Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung zum Problem geworden. So ist für 2,2 Milliarden Menschen die Trinkwasserversorgung nicht gesichert. Außerdem schrumpfen die Oberflächengewässer und Feuchtgebiete in großem Stil. Große Flüsse münden in einigen Fällen nicht mehr ins Meer, Feuchtgebiete von zusammengefasst der Fläche der EU wurden zerstört. Das Grundwasser, das vielfach das abnehmende Oberflächenwasser ersetzt, sinkt stetig ab. Dadurch ist es bereits zu Bodenabsenkungen im Umfang von 6 Millionen km2 gekommen, was in vielen Fällen ehemalige Grundwasserspeicher unbrauchbar macht. Gebirgsgletscher, in manchen Regionen unverzichtbare Wasserspeicher, haben seit 1970 30% ihrer Masse verloren. Nicht zuletzt macht die Verschmutzung zahlreicher Wasserressourcen einen Teil des Trinkwassers für Menschen und Tiere unbrauchbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen durch den Wassermangel ist die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist weltweit der wichtigste Wasserverbraucher. Etwa 70 % der globalen Süßwasserentnahmen entfallen auf den landwirtschaftlichen Sektor. 170 Millionen ha bewässerte Anbaufläche, eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, sind einem hohen bis sehr hohen Wasserstress ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung in der Landwirtschaft == &lt;br /&gt;
Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für die zunehmende Wasserproblematik. Das eine sind die direkten menschlichen Eingriffe in das Wassersystem. Dazu gehören etwa die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Kanalisierung und Umlenkung von Flüssen, die Übernutzung des Grundwassers und die Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen. Das andere ist der Einfluss des ebenfalls durch den Menschen verursachten Klimawandels. Zunehmende Hitzewellen und Dürren verursachen oft über große Gebiete eine höhere Verdunstung und langanhaltende Trockenheit. Als Folge trocknen Wasserreservoire aus und Anbaufrüchte auf den Feldern verdorren. Aber auch das Gegenteil, enorme Überschwemmungen durch Starkregen, können ganze Ernten zerstören. Derartige Extremereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die klimabedingte und nicht klimabedingte Wasserunsicherheit ergreifen Menschen und Regierungen weltweit seit Jahrzehnten unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Water, 4.6&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insbesondere in der Landwirtschaft hat die Anpassung an klimatische Verhältnisse und Änderungen eine lange Tradition. Sie entsteht zumeist aus der lokalen Erfahrung. Der Klimawandel hat die Notwenigkeit zur Anpassung erhöht und neue Wege entstehen lassen. Dazu gehören insbesondere Trockenregionen, aber zunehmend auch die mittleren Breiten. Im Folgenden wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Bauern vor Ort mit abnehmendem Niederschlag, geringeren Zuflüssen oder erschöpften Grundwasserreserven umgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Die Sahelzone ===&lt;br /&gt;
Die Sahelzone gehört zu den bekanntesten Dürregebieten der Welt. Die mehrjährigen katastrophalen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren über 100.000 Toten haben dieses Bild geprägt. Es gibt immer noch Dürren im Sahel. Durch den Klimawandel hat sich jedoch inzwischen die Situation geändert. Dürren wechseln gegenwärtig mit Starkregen und Überschwemmungen. Durch die Erfahrung mit den Dürren der Vergangenheit haben die Bauern im Sahel ein reiches Wissen über klimatische Änderungen gesammelt und spezifische Anpassungsmaßnahmen entwickelt.&amp;lt;ref name=Zougmoré 2023&amp;quot;&amp;gt;Zougmoré, R., A.C. Segnon, P. Thornton (2023): Harnessing indigenous knowledge and practices for effective adaptation in the Sahel, Current Opinion in Environmental Sustainability 65, https://doi.org/10.1016/j.cosust.2023.101389&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die meisten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Wasser zu speichern, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zai pits Burkina Faso millet.jpg|thumb|420px|Abb. 4: Zaï Pflanzgruben mit Hirse-Pflanzen in Burkina Faso ]]||[[Bild:Agroforestry maize Burkina Faso.jpg|thumb|420px|Abb. 5: Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Zu den verbreitetsten Techniken gehören die 20-30 cm breiten Zaï-Pflanzgruben, von denen sich pro ha oft mehrere Tausend auf den Feldern finden (Abb.). Die kleinen Gruben sammeln während der Niederschlagszeit Regenwasser, das statt abzufließen im Boden versickert und von Pflanzenwurzeln über längere Zeit nutzbar bleibt. Zugleich reduzieren die Gruben bei Starkregen die Erosion und die Gefahr von Hochwasser in den Vorflutern. In der Trockenzeit werden sie mit Tierdung oder Ernteabfall gefüllt, worauf mit Beginn der Regenzeit Saatgut ausgebracht wird. Der Dung in den Pflanzgruben zieht Termiten an, die den Untergrund durchwühlen und das Eindringen von Regenwasser erleichtern. In Burkina Faso wurde durch die Anwendung von Zaï eine Zunahme der Hirseernte um bis zu 100% erzielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abubakar 2023&amp;quot;&amp;gt;Abubakar, A., M.Y. Ishak, M.K. Uddin et al. (2023): Impact of climate change and adaptations for cultivation of millets in Central Sahel. Environmental Sustainability 6, 441–454, https://doi.org/10.1007/s42398-023-00291-8 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Dem Auffangen von abfließendem Regenwasser dienen auch langgestreckte Steinwälle auf Hirse- und Reisfeldern an flachen Hängen. Durch sie wird ebenfalls der Wasserabfluss verringert und damit die Produktivität der Böden erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend verbreitet und wichtige Stütze der ökonomischen Entwicklung ist im Sahel die Agroforstwirtschaft. Während der Kolonialzeit hat der Sahel sehr viel an Baumbewuchs verloren, da die Kolonialregime primär an der Exportproduktion interessiert waren und Monokulturen vorantrieben. Erst in jüngeren Jahrzehnten wurde damit begonnen, wieder mehr Bäume zu pflanzen. Erfolgreich waren die Bemühungen besonders in Burkina Faso, Mali und Niger. Begünstigend waren dabei seit den 1990er Jahren auch die zunehmenden Niederschläge. Bäume spenden Schatten für Mensch und Tier. Bäume und Büsche sind auch darin nützlich, tiefe Wasservorkommen für Kulturpflanzen mit weniger tief reichenden Wurzeln zu erschließen. Dadurch kann die Produktivität einiger Anbaupflanzen wie Hirse, Erdnüsse, Sesam und Maniok gesteigert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ellison 2020&amp;quot;&amp;gt;Ellison, D., C. I. Speranza (2020): From blue to green water and back again: Promoting tree, shrub and forest-based landscape resilience in the Sahel, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.140002 , Science of The Total Environment 739&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Norditalien erlebte 2022 besonders in der Poebene eine Jahrhundertdürre. Ursache waren starke Niederschlagsdefizite im Winter und ein geringer Schneefall in den Alpen. Hinzu kamen hohe sommerliche Temperaturen, die die Verdunstung erhöhten und die Austrock¬nung des Bodens sowie einen extremen Wassermangel auf den Feldern bewirkten. Das Anzapfen des Grundwassers führte dazu, dass vielfach eine Bewässerung der Kulturpflanzen nicht mehr möglich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Wassermangel zu begegnen, wurden in der Poebene verschieden Anpassungsmaßnahmen angewandt. So wurden die Felder bereits im Winterhalbjahr geflutet und nicht erst wie üblich im Frühling und Sommer. Dadurch versickerte mehr Wasser in das Grundwasser, das im trockenen Frühling oder Sommer zu einem großen Teil verdunstet wäre. So aber wurde es im Grundwasser gespeichert und stand in den trockenen Jahreszeiten für die Bewässerung zur Verfügung. Messungen haben dabei ergeben, dass der Grundwasserspiegel am Ende des Winters um bis zu 26 cm höher lag und zu Beginn des Sommers immerhin nach um 2 cm als in Vergleichsgebieten ohne vorgezogene Grundwasserauffüllung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Colombo 2024&amp;quot;&amp;gt;Colombo, P., P. Mazzon &amp;amp; L. Alberti (2024): Off-season irrigation as a climate adaptation strategy for future groundwater management in Northern Italy, Adv. Geosci., 64, 27–31, https://doi.org/10.5194/adgeo-64-27-2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit eines verbesserten Wassermanagements bestand in der bekannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht in Kanälen und Gräben zu den Feldern geleitet und verteilt, sondern über Schläuche und Rohrleitungen und nur tröpfchenweise und nach Bedarf den Pflanzen direkt zugeführt. Dabei kann der Wasserverbrauch um wesentlich mehr als die Hälfte verringert werden. Und mehr als das Doppelte der den Pflanzen zugeführten Wassermenge wird von diesen genutzt. Allerdings ist für die Bewässerungsanlage deutlich mehr Material für Pumpen, Schläuche und Filter nötig. Und der Betrieb kostet mehr Energie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vigo 2026&amp;quot;&amp;gt;Vigo, F., L. Ferraro &amp;amp; J. Bacenetti (2026): Surface and Drip Irrigation Method in Maize Cultivation: Comparison of Environmental Performance, Sustainability 2026, 18(2), 580; https://doi.org/10.3390/su18020580&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:AWD-wet-dry.jpg|thumb|840px|Abb. 6: Alternate Wetting and Drying (AWD) ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch bei der Reisproduktion um 30 % zu senken]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Poebene ist das Zentrum des italienischen Reisanbaus und das wichtigste Reisanbaugebiet der Europäischen Union. Der in Monokultur angebaute Reis braucht besonders viel Wasser. Als Möglichkeit, auch bei Dürre die italienischen Reisfelder zu bewässern wurde auch der Wechsel zwischen Bewässerungs- und Trockenphasen gesehen (VICENTE et al. 2025). Diese alternierende Bewässerungs-Methode ist hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitet, wurde aber auch in Spanien erfolgreich angewendet. Dabei werden die Felder zunächst unter Wasser gesetzt und das verdunstende und versickernde Wasser zunächst nicht ersetzt, bis die oberste Bodenschicht von ca. 15 oder 20 cm trockengefallen ist (Abb. 5). Erst danach erfolgt eine erneute Bewässerung. Dadurch wurde deutlich weniger Wasser verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vicent 2025&amp;quot;&amp;gt;Vicente, L., D. Peña, D. Fernández et al. (2025): Alternate wetting and drying irrigation with field aged biochar may enhance water and rice productivity. Agronomy for Sustainable Development 45, 6, https://doi.org/10.1007/s13593-024-01000-3&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Bodentrockenheit-8-2026.jpg|thumb|340px|Abb. 7: Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) im August 2028 nach Wiederkehrperioden&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung&amp;lt;/small&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
Deutschland hat es bis jetzt nicht mit derart extremer Trockenheit wie in Westafrika oder im Mittelmeerraum zu tun. Das Land erhält immer noch grundsätzlich ausreichende Niederschläge und verfügt über genügend Wasserressourcen in Form von Flüssen, Seen und Grundwasser. Dennoch macht sich auch hier der Klimawandel durch zunehmende Trockenphasen gerade in der Wachstumszeit bemerkbar. Ein Grund ist die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter, der andere hohe Sommertemperaturen bis hin zu Hitzewellen verbunden mit geringen Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Die Folge sind zunehmend trockene Böden, die in manchen Jahren durchaus extrem sein können und das Pflanzenwachstum behindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch steigt der Bewässerungsbedarf als Anpassungsmaßnahme. So hat die Bewässerungsfläche seit 2009 bis 2022 um 24% zugenommen, besitzt aber immer noch einen geringen Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche von 3,3%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Bernhardt, J.J. (2026): Status quo der bewässerten Landwirtschaft in Deutschland. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 310-315. https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18933&amp;lt;/ref&amp;gt;  Fast zur Hälfte befindet sich die bewässerte Fläche in Niedersachsen. Zu etwa einem Viertel wird sie im Getreideanbau genutzt, gefolgt von Kartoffeln. Das Wasser stammt zu mehr als 50% aus nahegelegenem Grundwasser. Oberflächengewässer und gesammeltes Regenwasser spielen nur eine geringe Rolle. Hauptsächlich wird das Wasser über Beregnungsanlagen wie z. B. Regenkanonen verteilt. Dabei geht jedoch viel Wasser durch Verdunstung und Verwehung verloren. Dagen gewinnt die Tröpfchenbewässerung, die den Pflanzen direkt zukommt, eine stärkere Bedeutung. Sie wird aber wegen ihrer hohen Kosten eher bei Sonderkulturen angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Klimaanpassung wurde in Deutschland die Agroforstwirtschaft wiederentdeckt, nachdem sie lange durch die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Maschineneinsatz zurückgedrängt wurde. Bekannte Beispiele sind Hecken und Knicks im Norden und Streuobstwiesen eher in Süddeutschland. Bäume und Sträucher speichern mit ihren tieferen Wurzeln dichter Belaubung mehr Feuchtigkeit als Anbaufrüchte. Ihre stärkere Verdunstung fördert Wolkenbildung und Niederschlag und senkt die Temperatur. Dadurch ergeben sich nachweislich höhere Erträge auf den benachbarten Äckern und Weiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Gerhardt, P., S. Franke &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18931 Agroforstwirtschaft als Instrument der Klimaanpassung in der Landwirtschaft]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 305-309&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Anlehnung an die Schwammstadt wird inzwischen für eine wasserspeichernde Landwirtschaft der Begriff der Schwammlandschaft gebräuchlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2025&amp;quot;&amp;gt;Umweltbundesamt (2025): [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/landschaftswasserhaushalt-stabilisieren Landschaftswasserhaushalt stabilisieren]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Bodentrockenheit-8-2026.jpg&amp;diff=35575</id>
		<title>Datei:Bodentrockenheit-8-2026.jpg</title>
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		<updated>2026-09-24T13:23:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) im August 2028 nach Wiederkehrperioden.&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle: UFZ-Dürremonitor/Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung 82026): [https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Dürremonitor Deutschland]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: Die Grafiken können im Rahmen von Wissenschaft und Forschung sowie für redaktionelle Zwecke unter Angabe des folgenden Vermerks unentgeltlich genutzt werden: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bitte beachten Sie, dass der Quellenvermerk direkt an den Karten stehen muss.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-24T13:20:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) im August 2028 nach Wiederkehrperioden.&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle: UFZ-Dürremonitor/ [https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: Die Grafiken können im Rahmen von Wissenschaft und Forschung sowie für redaktionelle Zwecke unter Angabe des folgenden Vermerks unentgeltlich genutzt werden: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bitte beachten Sie, dass der Quellenvermerk direkt an den Karten stehen muss.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-24T13:19:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) im August 2028 nach Wiederkehrperioden.
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
| Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, https://www.ufz.de/index.php?de=37937&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: Die Grafiken können im Rahmen von Wissenschaft und Forschung sowie für redaktionelle Zwecke unter Angabe des folgenden Vermerks unentgeltlich genutzt werden: UFZ-Dürr…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Dürrezustand des Gesamtbodens (bis 1,8 m Tiefe) im August 2028 nach Wiederkehrperioden.&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, https://www.ufz.de/index.php?de=37937&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: Die Grafiken können im Rahmen von Wissenschaft und Forschung sowie für redaktionelle Zwecke unter Angabe des folgenden Vermerks unentgeltlich genutzt werden: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bitte beachten Sie, dass der Quellenvermerk direkt an den Karten stehen muss.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35572</id>
		<title>Anpassung an den Wassermangel in der Landwirtschaft</title>
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		<updated>2026-09-24T13:06:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Wassermangel global ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserstress-Bankrott.jpg|thumb|540px|Abb. 1: Vom Wasserstress und der Wasserkrise zum Wasserbankrott ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &#039;&#039;Wasserstress&#039;&#039; und der &#039;&#039;Wasserkrise&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO in einem Bericht das Zeitalter des Globalen &#039;&#039;Wasserbankrotts&#039;&#039; ausgerufen. Damit ist ein neuer Begriff geschaffen, der als Weckruf das globale Wasserproblem in das Bewusstsein der Welt rücken soll. Die Begriffe Stress und Krise seien nicht mehr hinreichend, um die katastrophale und bedrohliche Lage der Wasserversorgung zu beschreiben. Die sei inzwischen vergleichbar mit einem Menschen, dessen Ausgaben viel höher als die Einnahmen sind und dessen Konto tief im Minus steckt, bei versigenden Finanzquellen. In vielen Regionen der Welt haben die Menschen seit Jahrzehnten mehr Süßwasser entnommen, als durch erneuerbare Zuflüsse nachgeliefert wurde. Und dieser Prozess ist nach Einschätzung der UNO unumkehrbar. Dagegen beschreiben Stress und Krise Zustände, die im Prinzip noch rückgängig gemacht werden können.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserdefizit2001-2010.jpg|thumb|540px|Abb. 2: Wasser-Defizit in wichtigen Abflussbecken in km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;/Jahr 2001-2010]]||[[Bild:Agriculture water withdrawals.jpg|thumb|420px|Abb. 3: Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten in %]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der UN-Bericht macht die neue Situation des Globalen Wasserbankrotts u.a. an folgenden Punkten fest: Für Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung zum Problem geworden. So ist für 2,2 Milliarden Menschen die Trinkwasserversorgung nicht gesichert. Außerdem schrumpfen die Oberflächengewässer und Feuchtgebiete in großem Stil. Große Flüsse münden in einigen Fällen nicht mehr ins Meer, Feuchtgebiete von zusammengefasst der Fläche der EU wurden zerstört. Das Grundwasser, das vielfach das abnehmende Oberflächenwasser ersetzt, sinkt stetig ab. Dadurch ist es bereits zu Bodenabsenkungen im Umfang von 6 Millionen km2 gekommen, was in vielen Fällen ehemalige Grundwasserspeicher unbrauchbar macht. Gebirgsgletscher, in manchen Regionen unverzichtbare Wasserspeicher, haben seit 1970 30% ihrer Masse verloren. Nicht zuletzt macht die Verschmutzung zahlreicher Wasserressourcen einen Teil des Trinkwassers für Menschen und Tiere unbrauchbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen durch den Wassermangel ist die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist weltweit der wichtigste Wasserverbraucher. Etwa 70 % der globalen Süßwasserentnahmen entfallen auf den landwirtschaftlichen Sektor. 170 Millionen ha bewässerte Anbaufläche, eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, sind einem hohen bis sehr hohen Wasserstress ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung in der Landwirtschaft == &lt;br /&gt;
Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für die zunehmende Wasserproblematik. Das eine sind die direkten menschlichen Eingriffe in das Wassersystem. Dazu gehören etwa die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Kanalisierung und Umlenkung von Flüssen, die Übernutzung des Grundwassers und die Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen. Das andere ist der Einfluss des ebenfalls durch den Menschen verursachten Klimawandels. Zunehmende Hitzewellen und Dürren verursachen oft über große Gebiete eine höhere Verdunstung und langanhaltende Trockenheit. Als Folge trocknen Wasserreservoire aus und Anbaufrüchte auf den Feldern verdorren. Aber auch das Gegenteil, enorme Überschwemmungen durch Starkregen, können ganze Ernten zerstören. Derartige Extremereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die klimabedingte und nicht klimabedingte Wasserunsicherheit ergreifen Menschen und Regierungen weltweit seit Jahrzehnten unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Water, 4.6&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insbesondere in der Landwirtschaft hat die Anpassung an klimatische Verhältnisse und Änderungen eine lange Tradition. Sie entsteht zumeist aus der lokalen Erfahrung. Der Klimawandel hat die Notwenigkeit zur Anpassung erhöht und neue Wege entstehen lassen. Dazu gehören insbesondere Trockenregionen, aber zunehmend auch die mittleren Breiten. Im Folgenden wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Bauern vor Ort mit abnehmendem Niederschlag, geringeren Zuflüssen oder erschöpften Grundwasserreserven umgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Die Sahelzone ===&lt;br /&gt;
Die Sahelzone gehört zu den bekanntesten Dürregebieten der Welt. Die mehrjährigen katastrophalen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren über 100.000 Toten haben dieses Bild geprägt. Es gibt immer noch Dürren im Sahel. Durch den Klimawandel hat sich jedoch inzwischen die Situation geändert. Dürren wechseln gegenwärtig mit Starkregen und Überschwemmungen. Durch die Erfahrung mit den Dürren der Vergangenheit haben die Bauern im Sahel ein reiches Wissen über klimatische Änderungen gesammelt und spezifische Anpassungsmaßnahmen entwickelt.&amp;lt;ref name=Zougmoré 2023&amp;quot;&amp;gt;Zougmoré, R., A.C. Segnon, P. Thornton (2023): Harnessing indigenous knowledge and practices for effective adaptation in the Sahel, Current Opinion in Environmental Sustainability 65, https://doi.org/10.1016/j.cosust.2023.101389&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die meisten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Wasser zu speichern, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zai pits Burkina Faso millet.jpg|thumb|420px|Abb. 4: Zaï Pflanzgruben mit Hirse-Pflanzen in Burkina Faso ]]||[[Bild:Agroforestry maize Burkina Faso.jpg|thumb|420px|Abb. 5: Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Zu den verbreitetsten Techniken gehören die 20-30 cm breiten Zaï-Pflanzgruben, von denen sich pro ha oft mehrere Tausend auf den Feldern finden (Abb.). Die kleinen Gruben sammeln während der Niederschlagszeit Regenwasser, das statt abzufließen im Boden versickert und von Pflanzenwurzeln über längere Zeit nutzbar bleibt. Zugleich reduzieren die Gruben bei Starkregen die Erosion und die Gefahr von Hochwasser in den Vorflutern. In der Trockenzeit werden sie mit Tierdung oder Ernteabfall gefüllt, worauf mit Beginn der Regenzeit Saatgut ausgebracht wird. Der Dung in den Pflanzgruben zieht Termiten an, die den Untergrund durchwühlen und das Eindringen von Regenwasser erleichtern. In Burkina Faso wurde durch die Anwendung von Zaï eine Zunahme der Hirseernte um bis zu 100% erzielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abubakar 2023&amp;quot;&amp;gt;Abubakar, A., M.Y. Ishak, M.K. Uddin et al. (2023): Impact of climate change and adaptations for cultivation of millets in Central Sahel. Environmental Sustainability 6, 441–454, https://doi.org/10.1007/s42398-023-00291-8 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Dem Auffangen von abfließendem Regenwasser dienen auch langgestreckte Steinwälle auf Hirse- und Reisfeldern an flachen Hängen. Durch sie wird ebenfalls der Wasserabfluss verringert und damit die Produktivität der Böden erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend verbreitet und wichtige Stütze der ökonomischen Entwicklung ist im Sahel die Agroforstwirtschaft. Während der Kolonialzeit hat der Sahel sehr viel an Baumbewuchs verloren, da die Kolonialregime primär an der Exportproduktion interessiert waren und Monokulturen vorantrieben. Erst in jüngeren Jahrzehnten wurde damit begonnen, wieder mehr Bäume zu pflanzen. Erfolgreich waren die Bemühungen besonders in Burkina Faso, Mali und Niger. Begünstigend waren dabei seit den 1990er Jahren auch die zunehmenden Niederschläge. Bäume spenden Schatten für Mensch und Tier. Bäume und Büsche sind auch darin nützlich, tiefe Wasservorkommen für Kulturpflanzen mit weniger tief reichenden Wurzeln zu erschließen. Dadurch kann die Produktivität einiger Anbaupflanzen wie Hirse, Erdnüsse, Sesam und Maniok gesteigert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ellison 2020&amp;quot;&amp;gt;Ellison, D., C. I. Speranza (2020): From blue to green water and back again: Promoting tree, shrub and forest-based landscape resilience in the Sahel, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.140002 , Science of The Total Environment 739&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Norditalien erlebte 2022 besonders in der Poebene eine Jahrhundertdürre. Ursache waren starke Niederschlagsdefizite im Winter und ein geringer Schneefall in den Alpen. Hinzu kamen hohe sommerliche Temperaturen, die die Verdunstung erhöhten und die Austrock¬nung des Bodens sowie einen extremen Wassermangel auf den Feldern bewirkten. Das Anzapfen des Grundwassers führte dazu, dass vielfach eine Bewässerung der Kulturpflanzen nicht mehr möglich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Wassermangel zu begegnen, wurden in der Poebene verschieden Anpassungsmaßnahmen angewandt. So wurden die Felder bereits im Winterhalbjahr geflutet und nicht erst wie üblich im Frühling und Sommer. Dadurch versickerte mehr Wasser in das Grundwasser, das im trockenen Frühling oder Sommer zu einem großen Teil verdunstet wäre. So aber wurde es im Grundwasser gespeichert und stand in den trockenen Jahreszeiten für die Bewässerung zur Verfügung. Messungen haben dabei ergeben, dass der Grundwasserspiegel am Ende des Winters um bis zu 26 cm höher lag und zu Beginn des Sommers immerhin nach um 2 cm als in Vergleichsgebieten ohne vorgezogene Grundwasserauffüllung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Colombo 2024&amp;quot;&amp;gt;Colombo, P., P. Mazzon &amp;amp; L. Alberti (2024): Off-season irrigation as a climate adaptation strategy for future groundwater management in Northern Italy, Adv. Geosci., 64, 27–31, https://doi.org/10.5194/adgeo-64-27-2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit eines verbesserten Wassermanagements bestand in der bekannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht in Kanälen und Gräben zu den Feldern geleitet und verteilt, sondern über Schläuche und Rohrleitungen und nur tröpfchenweise und nach Bedarf den Pflanzen direkt zugeführt. Dabei kann der Wasserverbrauch um wesentlich mehr als die Hälfte verringert werden. Und mehr als das Doppelte der den Pflanzen zugeführten Wassermenge wird von diesen genutzt. Allerdings ist für die Bewässerungsanlage deutlich mehr Material für Pumpen, Schläuche und Filter nötig. Und der Betrieb kostet mehr Energie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vigo 2026&amp;quot;&amp;gt;Vigo, F., L. Ferraro &amp;amp; J. Bacenetti (2026): Surface and Drip Irrigation Method in Maize Cultivation: Comparison of Environmental Performance, Sustainability 2026, 18(2), 580; https://doi.org/10.3390/su18020580&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:AWD-wet-dry.jpg|thumb|840px|Abb. 6: Alternate Wetting and Drying (AWD) ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch bei der Reisproduktion um 30 % zu senken]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Poebene ist das Zentrum des italienischen Reisanbaus und das wichtigste Reisanbaugebiet der Europäischen Union. Der in Monokultur angebaute Reis braucht besonders viel Wasser. Als Möglichkeit, auch bei Dürre die italienischen Reisfelder zu bewässern wurde auch der Wechsel zwischen Bewässerungs- und Trockenphasen gesehen (VICENTE et al. 2025). Diese alternierende Bewässerungs-Methode ist hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitet, wurde aber auch in Spanien erfolgreich angewendet. Dabei werden die Felder zunächst unter Wasser gesetzt und das verdunstende und versickernde Wasser zunächst nicht ersetzt, bis die oberste Bodenschicht von ca. 15 oder 20 cm trockengefallen ist (Abb. 5). Erst danach erfolgt eine erneute Bewässerung. Dadurch wurde deutlich weniger Wasser verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vicent 2025&amp;quot;&amp;gt;Vicente, L., D. Peña, D. Fernández et al. (2025): Alternate wetting and drying irrigation with field aged biochar may enhance water and rice productivity. Agronomy for Sustainable Development 45, 6, https://doi.org/10.1007/s13593-024-01000-3&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Deutschland hat es bis jetzt nicht mit derart extremer Trockenheit wie in Westafrika oder im Mittelmeerraum zu tun. Das Land erhält immer noch grundsätzlich ausreichende Niederschläge und verfügt über genügend Wasserressourcen in Form von Flüssen, Seen und Grundwasser. Dennoch macht sich auch hier der Klimawandel durch zunehmende Trockenphasen gerade in der Wachstumszeit bemerkbar. Ein Grund ist die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter, der andere hohe Sommertemperaturen bis hin zu Hitzewellen verbunden mit geringen Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Die Folge sind zunehmend trockene Böden, die in manchen Jahren durchaus extrem sein können und das Pflanzenwachstum behindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch steigt der Bewässerungsbedarf als Anpassungsmaßnahme. So hat die Bewässerungsfläche seit 2009 bis 2022 um 24% zugenommen, besitzt aber immer noch einen geringen Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche von 3,3%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Bernhardt, J.J. (2026): Status quo der bewässerten Landwirtschaft in Deutschland. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 310-315. https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18933&amp;lt;/ref&amp;gt;  Fast zur Hälfte befindet sich die bewässerte Fläche in Niedersachsen. Zu etwa einem Viertel wird sie im Getreideanbau genutzt, gefolgt von Kartoffeln. Das Wasser stammt zu mehr als 50% aus nahegelegenem Grundwasser. Oberflächengewässer und gesammeltes Regenwasser spielen nur eine geringe Rolle. Hauptsächlich wird das Wasser über Beregnungsanlagen wie z. B. Regenkanonen verteilt. Dabei geht jedoch viel Wasser durch Verdunstung und Verwehung verloren. Dagen gewinnt die Tröpfchenbewässerung, die den Pflanzen direkt zukommt, eine stärkere Bedeutung. Sie wird aber wegen ihrer hohen Kosten eher bei Sonderkulturen angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Klimaanpassung wurde in Deutschland die Agroforstwirtschaft wiederentdeckt, nachdem sie lange durch die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Maschineneinsatz zurückgedrängt wurde. Bekannte Beispiele sind Hecken und Knicks im Norden und Streuobstwiesen eher in Süddeutschland. Bäume und Sträucher speichern mit ihren tieferen Wurzeln dichter Belaubung mehr Feuchtigkeit als Anbaufrüchte. Ihre stärkere Verdunstung fördert Wolkenbildung und Niederschlag und senkt die Temperatur. Dadurch ergeben sich nachweislich höhere Erträge auf den benachbarten Äckern und Weiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Gerhardt, P., S. Franke &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18931 Agroforstwirtschaft als Instrument der Klimaanpassung in der Landwirtschaft]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 305-309&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Anlehnung an die Schwammstadt wird inzwischen für eine wasserspeichernde Landwirtschaft der Begriff der Schwammlandschaft gebräuchlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2025&amp;quot;&amp;gt;Umweltbundesamt (2025): [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/landschaftswasserhaushalt-stabilisieren Landschaftswasserhaushalt stabilisieren]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:AWD-wet-dry.jpg&amp;diff=35571</id>
		<title>Datei:AWD-wet-dry.jpg</title>
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		<updated>2026-09-24T12:35:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Alternate Wetting and Drying (AWD) ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch bei der Reisproduktion um 30 % zu senken&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle: Riaz, A., A. Khaliq, S. Fiaz et al. (2018): [https://www.scielo.br/j/pd/a/ndM78sj9gvkfBPRsGzLF3mg/?lang=en Weed Management in Direct Seeded Rice Grown under Varying Tillage Systems and Alternate Water Regimes], Planta daninha 36&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:AWD-wet-dry.jpg&amp;diff=35570</id>
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		<updated>2026-09-24T12:34:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Alternate Wetting and Drying (AWD) ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch bei der Reisproduktion um 30 % zu senken
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
| Quelle: Riaz, A., A. Khaliq, S. Fiaz et al. (2018): Weed Management in Direct Seeded Rice Grown under Varying Tillage Systems and Alternate Water Regimes, Planta daninha 36, 2018: https://www.scielo.br/j/pd/a/ndM78sj9gvkfBP…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Alternate Wetting and Drying (AWD) ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, den Wasserverbrauch bei der Reisproduktion um 30 % zu senken&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle: Riaz, A., A. Khaliq, S. Fiaz et al. (2018): Weed Management in Direct Seeded Rice Grown under Varying Tillage Systems and Alternate Water Regimes, Planta daninha 36, 2018: https://www.scielo.br/j/pd/a/ndM78sj9gvkfBPRsGzLF3mg/?lang=en &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35569</id>
		<title>Anpassung an den Wassermangel in der Landwirtschaft</title>
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		<updated>2026-09-24T10:58:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Wassermangel global ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserstress-Bankrott.jpg|thumb|540px|Abb. 1: Vom Wasserstress und der Wasserkrise zum Wasserbankrott ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &#039;&#039;Wasserstress&#039;&#039; und der &#039;&#039;Wasserkrise&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO in einem Bericht das Zeitalter des Globalen &#039;&#039;Wasserbankrotts&#039;&#039; ausgerufen. Damit ist ein neuer Begriff geschaffen, der als Weckruf das globale Wasserproblem in das Bewusstsein der Welt rücken soll. Die Begriffe Stress und Krise seien nicht mehr hinreichend, um die katastrophale und bedrohliche Lage der Wasserversorgung zu beschreiben. Die sei inzwischen vergleichbar mit einem Menschen, dessen Ausgaben viel höher als die Einnahmen sind und dessen Konto tief im Minus steckt, bei versigenden Finanzquellen. In vielen Regionen der Welt haben die Menschen seit Jahrzehnten mehr Süßwasser entnommen, als durch erneuerbare Zuflüsse nachgeliefert wurde. Und dieser Prozess ist nach Einschätzung der UNO unumkehrbar. Dagegen beschreiben Stress und Krise Zustände, die im Prinzip noch rückgängig gemacht werden können.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserdefizit2001-2010.jpg|thumb|540px|Abb. 2: Wasser-Defizit in wichtigen Abflussbecken in km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;/Jahr 2001-2010]]||[[Bild:Agriculture water withdrawals.jpg|thumb|420px|Abb. 3: Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten in %]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der UN-Bericht macht die neue Situation des Globalen Wasserbankrotts u.a. an folgenden Punkten fest: Für Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung zum Problem geworden. So ist für 2,2 Milliarden Menschen die Trinkwasserversorgung nicht gesichert. Außerdem schrumpfen die Oberflächengewässer und Feuchtgebiete in großem Stil. Große Flüsse münden in einigen Fällen nicht mehr ins Meer, Feuchtgebiete von zusammengefasst der Fläche der EU wurden zerstört. Das Grundwasser, das vielfach das abnehmende Oberflächenwasser ersetzt, sinkt stetig ab. Dadurch ist es bereits zu Bodenabsenkungen im Umfang von 6 Millionen km2 gekommen, was in vielen Fällen ehemalige Grundwasserspeicher unbrauchbar macht. Gebirgsgletscher, in manchen Regionen unverzichtbare Wasserspeicher, haben seit 1970 30% ihrer Masse verloren. Nicht zuletzt macht die Verschmutzung zahlreicher Wasserressourcen einen Teil des Trinkwassers für Menschen und Tiere unbrauchbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen durch den Wassermangel ist die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist weltweit der wichtigste Wasserverbraucher. Etwa 70 % der globalen Süßwasserentnahmen entfallen auf den landwirtschaftlichen Sektor. 170 Millionen ha bewässerte Anbaufläche, eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, sind einem hohen bis sehr hohen Wasserstress ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung in der Landwirtschaft == &lt;br /&gt;
Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für die zunehmende Wasserproblematik. Das eine sind die direkten menschlichen Eingriffe in das Wassersystem. Dazu gehören etwa die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Kanalisierung und Umlenkung von Flüssen, die Übernutzung des Grundwassers und die Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen. Das andere ist der Einfluss des ebenfalls durch den Menschen verursachten Klimawandels. Zunehmende Hitzewellen und Dürren verursachen oft über große Gebiete eine höhere Verdunstung und langanhaltende Trockenheit. Als Folge trocknen Wasserreservoire aus und Anbaufrüchte auf den Feldern verdorren. Aber auch das Gegenteil, enorme Überschwemmungen durch Starkregen, können ganze Ernten zerstören. Derartige Extremereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die klimabedingte und nicht klimabedingte Wasserunsicherheit ergreifen Menschen und Regierungen weltweit seit Jahrzehnten unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Water, 4.6&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insbesondere in der Landwirtschaft hat die Anpassung an klimatische Verhältnisse und Änderungen eine lange Tradition. Sie entsteht zumeist aus der lokalen Erfahrung. Der Klimawandel hat die Notwenigkeit zur Anpassung erhöht und neue Wege entstehen lassen. Dazu gehören insbesondere Trockenregionen, aber zunehmend auch die mittleren Breiten. Im Folgenden wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Bauern vor Ort mit abnehmendem Niederschlag, geringeren Zuflüssen oder erschöpften Grundwasserreserven umgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Die Sahelzone ===&lt;br /&gt;
Die Sahelzone gehört zu den bekanntesten Dürregebieten der Welt. Die mehrjährigen katastrophalen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren über 100.000 Toten haben dieses Bild geprägt. Es gibt immer noch Dürren im Sahel. Durch den Klimawandel hat sich jedoch inzwischen die Situation geändert. Dürren wechseln gegenwärtig mit Starkregen und Überschwemmungen. Durch die Erfahrung mit den Dürren der Vergangenheit haben die Bauern im Sahel ein reiches Wissen über klimatische Änderungen gesammelt und spezifische Anpassungsmaßnahmen entwickelt.&amp;lt;ref name=Zougmoré 2023&amp;quot;&amp;gt;Zougmoré, R., A.C. Segnon, P. Thornton (2023): Harnessing indigenous knowledge and practices for effective adaptation in the Sahel, Current Opinion in Environmental Sustainability 65, https://doi.org/10.1016/j.cosust.2023.101389&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die meisten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Wasser zu speichern, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Zai pits Burkina Faso millet.jpg|thumb|420px|Abb. 4: Zaï Pflanzgruben mit Hirse-Pflanzen in Burkina Faso ]]||[[Bild:Agroforestry maize Burkina Faso.jpg|thumb|420px|Abb. 5: Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Zu den verbreitetsten Techniken gehören die 20-30 cm breiten Zaï-Pflanzgruben, von denen sich pro ha oft mehrere Tausend auf den Feldern finden (Abb.). Die kleinen Gruben sammeln während der Niederschlagszeit Regenwasser, das statt abzufließen im Boden versickert und von Pflanzenwurzeln über längere Zeit nutzbar bleibt. Zugleich reduzieren die Gruben bei Starkregen die Erosion und die Gefahr von Hochwasser in den Vorflutern. In der Trockenzeit werden sie mit Tierdung oder Ernteabfall gefüllt, worauf mit Beginn der Regenzeit Saatgut ausgebracht wird. Der Dung in den Pflanzgruben zieht Termiten an, die den Untergrund durchwühlen und das Eindringen von Regenwasser erleichtern. In Burkina Faso wurde durch die Anwendung von Zaï eine Zunahme der Hirseernte um bis zu 100% erzielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abubakar 2023&amp;quot;&amp;gt;Abubakar, A., M.Y. Ishak, M.K. Uddin et al. (2023): Impact of climate change and adaptations for cultivation of millets in Central Sahel. Environmental Sustainability 6, 441–454, https://doi.org/10.1007/s42398-023-00291-8 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Dem Auffangen von abfließendem Regenwasser dienen auch langgestreckte Steinwälle auf Hirse- und Reisfeldern an flachen Hängen. Durch sie wird ebenfalls der Wasserabfluss verringert und damit die Produktivität der Böden erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend verbreitet und wichtige Stütze der ökonomischen Entwicklung ist im Sahel die Agroforstwirtschaft. Während der Kolonialzeit hat der Sahel sehr viel an Baumbewuchs verloren, da die Kolonialregime primär an der Exportproduktion interessiert waren und Monokulturen vorantrieben. Erst in jüngeren Jahrzehnten wurde damit begonnen, wieder mehr Bäume zu pflanzen. Erfolgreich waren die Bemühungen besonders in Burkina Faso, Mali und Niger. Begünstigend waren dabei seit den 1990er Jahren auch die zunehmenden Niederschläge. Bäume spenden Schatten für Mensch und Tier. Bäume und Büsche sind auch darin nützlich, tiefe Wasservorkommen für Kulturpflanzen mit weniger tief reichenden Wurzeln zu erschließen. Dadurch kann die Produktivität einiger Anbaupflanzen wie Hirse, Erdnüsse, Sesam und Maniok gesteigert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ellison 2020&amp;quot;&amp;gt;Ellison, D., C. I. Speranza (2020): From blue to green water and back again: Promoting tree, shrub and forest-based landscape resilience in the Sahel, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.140002 , Science of The Total Environment 739&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Norditalien erlebte 2022 besonders in der Poebene eine Jahrhundertdürre. Ursache waren starke Niederschlagsdefizite im Winter und ein geringer Schneefall in den Alpen. Hinzu kamen hohe sommerliche Temperaturen, die die Verdunstung erhöhten und die Austrock¬nung des Bodens sowie einen extremen Wassermangel auf den Feldern bewirkten. Das Anzapfen des Grundwassers führte dazu, dass vielfach eine Bewässerung der Kulturpflanzen nicht mehr möglich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Wassermangel zu begegnen, wurden in der Poebene verschieden Anpassungsmaßnahmen angewandt. So wurden die Felder bereits im Winterhalbjahr geflutet und nicht erst wie üblich im Frühling und Sommer. Dadurch versickerte mehr Wasser in das Grundwasser, das im trockenen Frühling oder Sommer zu einem großen Teil verdunstet wäre. So aber wurde es im Grundwasser gespeichert und stand in den trockenen Jahreszeiten für die Bewässerung zur Verfügung. Messungen haben dabei ergeben, dass der Grundwasserspiegel am Ende des Winters um bis zu 26 cm höher lag und zu Beginn des Sommers immerhin nach um 2 cm als in Vergleichsgebieten ohne vorgezogene Grundwasserauffüllung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Colombo 2024&amp;quot;&amp;gt;Colombo, P., P. Mazzon &amp;amp; L. Alberti (2024): Off-season irrigation as a climate adaptation strategy for future groundwater management in Northern Italy, Adv. Geosci., 64, 27–31, https://doi.org/10.5194/adgeo-64-27-2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit eines verbesserten Wassermanagements bestand in der bekannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht in Kanälen und Gräben zu den Feldern geleitet und verteilt, sondern über Schläuche und Rohrleitungen und nur tröpfchenweise und nach Bedarf den Pflanzen direkt zugeführt. Dabei kann der Wasserverbrauch um wesentlich mehr als die Hälfte verringert werden. Und mehr als das Doppelte der den Pflanzen zugeführten Wassermenge wird von diesen genutzt. Allerdings ist für die Bewässerungsanlage deutlich mehr Material für Pumpen, Schläuche und Filter nötig. Und der Betrieb kostet mehr Energie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vigo 2026&amp;quot;&amp;gt;Vigo, F., L. Ferraro &amp;amp; J. Bacenetti (2026): Surface and Drip Irrigation Method in Maize Cultivation: Comparison of Environmental Performance, Sustainability 2026, 18(2), 580; https://doi.org/10.3390/su18020580&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Poebene ist das Zentrum des italienischen Reisanbaus und das wichtigste Reisanbaugebiet der Europäischen Union. Der in Monokultur angebaute Reis braucht besonders viel Wasser. Als Möglichkeit, auch bei Dürre die italienischen Reisfelder zu bewässern wurde auch der Wechsel zwischen Bewässerungs- und Trockenphasen gesehen (VICENTE et al. 2025). Diese alternierende Bewässerungs-Methode ist hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitet, wurde aber auch in Spanien erfolgreich angewendet. Dabei werden die Felder zunächst unter Wasser gesetzt und das verdunstende und versickernde Wasser zunächst nicht ersetzt, bis die oberste Bodenschicht von ca. 15 oder 20 cm trockengefallen ist (Abb. 5). Erst danach erfolgt eine erneute Bewässerung. Dadurch wurde deutlich weniger Wasser verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vicent 2025&amp;quot;&amp;gt;Vicente, L., D. Peña, D. Fernández et al. (2025): Alternate wetting and drying irrigation with field aged biochar may enhance water and rice productivity. Agronomy for Sustainable Development 45, 6, https://doi.org/10.1007/s13593-024-01000-3&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Deutschland hat es bis jetzt nicht mit derart extremer Trockenheit wie in Westafrika oder im Mittelmeerraum zu tun. Das Land erhält immer noch grundsätzlich ausreichende Niederschläge und verfügt über genügend Wasserressourcen in Form von Flüssen, Seen und Grundwasser. Dennoch macht sich auch hier der Klimawandel durch zunehmende Trockenphasen gerade in der Wachstumszeit bemerkbar. Ein Grund ist die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter, der andere hohe Sommertemperaturen bis hin zu Hitzewellen verbunden mit geringen Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Die Folge sind zunehmend trockene Böden, die in manchen Jahren durchaus extrem sein können und das Pflanzenwachstum behindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch steigt der Bewässerungsbedarf als Anpassungsmaßnahme. So hat die Bewässerungsfläche seit 2009 bis 2022 um 24% zugenommen, besitzt aber immer noch einen geringen Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche von 3,3%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Bernhardt, J.J. (2026): Status quo der bewässerten Landwirtschaft in Deutschland. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 310-315. https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18933&amp;lt;/ref&amp;gt;  Fast zur Hälfte befindet sich die bewässerte Fläche in Niedersachsen. Zu etwa einem Viertel wird sie im Getreideanbau genutzt, gefolgt von Kartoffeln. Das Wasser stammt zu mehr als 50% aus nahegelegenem Grundwasser. Oberflächengewässer und gesammeltes Regenwasser spielen nur eine geringe Rolle. Hauptsächlich wird das Wasser über Beregnungsanlagen wie z. B. Regenkanonen verteilt. Dabei geht jedoch viel Wasser durch Verdunstung und Verwehung verloren. Dagen gewinnt die Tröpfchenbewässerung, die den Pflanzen direkt zukommt, eine stärkere Bedeutung. Sie wird aber wegen ihrer hohen Kosten eher bei Sonderkulturen angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Klimaanpassung wurde in Deutschland die Agroforstwirtschaft wiederentdeckt, nachdem sie lange durch die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Maschineneinsatz zurückgedrängt wurde. Bekannte Beispiele sind Hecken und Knicks im Norden und Streuobstwiesen eher in Süddeutschland. Bäume und Sträucher speichern mit ihren tieferen Wurzeln dichter Belaubung mehr Feuchtigkeit als Anbaufrüchte. Ihre stärkere Verdunstung fördert Wolkenbildung und Niederschlag und senkt die Temperatur. Dadurch ergeben sich nachweislich höhere Erträge auf den benachbarten Äckern und Weiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Gerhardt, P., S. Franke &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18931 Agroforstwirtschaft als Instrument der Klimaanpassung in der Landwirtschaft]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 305-309&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Anlehnung an die Schwammstadt wird inzwischen für eine wasserspeichernde Landwirtschaft der Begriff der Schwammlandschaft gebräuchlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2025&amp;quot;&amp;gt;Umweltbundesamt (2025): [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/landschaftswasserhaushalt-stabilisieren Landschaftswasserhaushalt stabilisieren]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Agroforestry_maize_Burkina_Faso.jpg&amp;diff=35568</id>
		<title>Datei:Agroforestry maize Burkina Faso.jpg</title>
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		<updated>2026-09-24T10:51:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle:  WikimediaCommons (2008): [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Faidherbia_albida.JPG Agroforestry in Burkina Faso], Autor: Marco Schmidt, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en CC BY SA] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<title>Datei:Agroforestry maize Burkina Faso.jpg</title>
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		<updated>2026-09-24T10:47:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
| Quelle:  WikimediaCommons (2008): Agroforestry in Burkina Faso, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Faidherbia_albida.JPG  , Autor: Marco Schmidt, &amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: CC BY SA https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Agroforstwirtschaft mit Maisfeld in Burkina Faso&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Quelle:  WikimediaCommons (2008): Agroforestry in Burkina Faso, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Faidherbia_albida.JPG  , Autor: Marco Schmidt, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY SA https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Wasserstress-Bankrott.jpg&amp;diff=35565</id>
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		<updated>2026-09-24T10:24:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Vom Wasser-Stress und der Wasser-Krise zum Wasserbankrott&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Madani, K. (2026): [https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era], United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH), übersetzt &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: This publication may be copied, adapted, reproduced in whole or in part and in any form for educational or non-profit services without special permission from the copyright holder, provided acknowledgement of the source is properly made&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35564</id>
		<title>Anpassung an den Wassermangel in der Landwirtschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35564"/>
		<updated>2026-09-24T10:21:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Wassermangel global ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserstress-Bankrott.jpg|thumb|540px|Abb. 2: Vom Wasserstress und der Wasserkrise zum Wasserbankrott ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &#039;&#039;Wasserstress&#039;&#039; und der &#039;&#039;Wasserkrise&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO in einem Bericht das Zeitalter des Globalen &#039;&#039;Wasserbankrotts&#039;&#039; ausgerufen. Damit ist ein neuer Begriff geschaffen, der als Weckruf das globale Wasserproblem in das Bewusstsein der Welt rücken soll. Die Begriffe Stress und Krise seien nicht mehr hinreichend, um die katastrophale und bedrohliche Lage der Wasserversorgung zu beschreiben. Die sei inzwischen vergleichbar mit einem Menschen, dessen Ausgaben viel höher als die Einnahmen sind und dessen Konto tief im Minus steckt, bei versigenden Finanzquellen. In vielen Regionen der Welt haben die Menschen seit Jahrzehnten mehr Süßwasser entnommen, als durch erneuerbare Zuflüsse nachgeliefert wurde. Und dieser Prozess ist nach Einschätzung der UNO unumkehrbar. Dagegen beschreiben Stress und Krise Zustände, die im Prinzip noch rückgängig gemacht werden können.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der UN-Bericht macht die neue Situation des Globalen Wasserbankrotts u.a. an folgenden Punkten fest: Für Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung zum Problem geworden. So ist für 2,2 Milliarden Menschen die Trinkwasserversorgung nicht gesichert. Außerdem schrumpfen die Oberflächengewässer und Feuchtgebiete in großem Stil. Große Flüsse münden in einigen Fällen nicht mehr ins Meer, Feuchtgebiete von zusammengefasst der Fläche der EU wurden zerstört. Das Grundwasser, das vielfach das abnehmende Oberflächenwasser ersetzt, sinkt stetig ab. Dadurch ist es bereits zu Bodenabsenkungen im Umfang von 6 Millionen km2 gekommen, was in vielen Fällen ehemalige Grundwasserspeicher unbrauchbar macht. Gebirgsgletscher, in manchen Regionen unverzichtbare Wasserspeicher, haben seit 1970 30% ihrer Masse verloren. Nicht zuletzt macht die Verschmutzung zahlreicher Wasserressourcen einen Teil des Trinkwassers für Menschen und Tiere unbrauchbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen durch den Wassermangel ist die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist weltweit der wichtigste Wasserverbraucher. Etwa 70 % der globalen Süßwasserentnahmen entfallen auf den landwirtschaftlichen Sektor. 170 Millionen ha bewässerte Anbaufläche, eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, sind einem hohen bis sehr hohen Wasserstress ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung in der Landwirtschaft == &lt;br /&gt;
Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für die zunehmende Wasserproblematik. Das eine sind die direkten menschlichen Eingriffe in das Wassersystem. Dazu gehören etwa die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Kanalisierung und Umlenkung von Flüssen, die Übernutzung des Grundwassers und die Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen. Das andere ist der Einfluss des ebenfalls durch den Menschen verursachten Klimawandels. Zunehmende Hitzewellen und Dürren verursachen oft über große Gebiete eine höhere Verdunstung und langanhaltende Trockenheit. Als Folge trocknen Wasserreservoire aus und Anbaufrüchte auf den Feldern verdorren. Aber auch das Gegenteil, enorme Überschwemmungen durch Starkregen, können ganze Ernten zerstören. Derartige Extremereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die klimabedingte und nicht klimabedingte Wasserunsicherheit ergreifen Menschen und Regierungen weltweit seit Jahrzehnten unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Water, 4.6&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insbesondere in der Landwirtschaft hat die Anpassung an klimatische Verhältnisse und Änderungen eine lange Tradition. Sie entsteht zumeist aus der lokalen Erfahrung. Der Klimawandel hat die Notwenigkeit zur Anpassung erhöht und neue Wege entstehen lassen. Dazu gehören insbesondere Trockenregionen, aber zunehmend auch die mittleren Breiten. Im Folgenden wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Bauern vor Ort mit abnehmendem Niederschlag, geringeren Zuflüssen oder erschöpften Grundwasserreserven umgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Die Sahelzone ===&lt;br /&gt;
Die Sahelzone gehört zu den bekanntesten Dürregebieten der Welt. Die mehrjährigen katastrophalen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren über 100.000 Toten haben dieses Bild geprägt. Es gibt immer noch Dürren im Sahel. Durch den Klimawandel hat sich jedoch inzwischen die Situation geändert. Dürren wechseln gegenwärtig mit Starkregen und Überschwemmungen. Durch die Erfahrung mit den Dürren der Vergangenheit haben die Bauern im Sahel ein reiches Wissen über klimatische Änderungen gesammelt und spezifische Anpassungsmaßnahmen entwickelt.&amp;lt;ref name=Zougmoré 2023&amp;quot;&amp;gt;Zougmoré, R., A.C. Segnon, P. Thornton (2023): Harnessing indigenous knowledge and practices for effective adaptation in the Sahel, Current Opinion in Environmental Sustainability 65, https://doi.org/10.1016/j.cosust.2023.101389&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die meisten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Wasser zu speichern, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den verbreitetsten Techniken gehören die 20-30 cm breiten Zaï-Pflanzgruben, von denen sich pro ha oft mehrere Tausend auf den Feldern finden (Abb.). Die kleinen Gruben sammeln während der Niederschlagszeit Regenwasser, das statt abzufließen im Boden versickert und von Pflanzenwurzeln über längere Zeit nutzbar bleibt. Zugleich reduzieren die Gruben bei Starkregen die Erosion und die Gefahr von Hochwasser in den Vorflutern. In der Trockenzeit werden sie mit Tierdung oder Ernteabfall gefüllt, worauf mit Beginn der Regenzeit Saatgut ausgebracht wird. Der Dung in den Pflanzgruben zieht Termiten an, die den Untergrund durchwühlen und das Eindringen von Regenwasser erleichtern. In Burkina Faso wurde durch die Anwendung von Zaï eine Zunahme der Hirseernte um bis zu 100% erzielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abubakar 2023&amp;quot;&amp;gt;Abubakar, A., M.Y. Ishak, M.K. Uddin et al. (2023): Impact of climate change and adaptations for cultivation of millets in Central Sahel. Environmental Sustainability 6, 441–454, https://doi.org/10.1007/s42398-023-00291-8 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Dem Auffangen von abfließendem Regenwasser dienen auch langgestreckte Steinwälle auf Hirse- und Reisfeldern an flachen Hängen. Durch sie wird ebenfalls der Wasserabfluss verringert und damit die Produktivität der Böden erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend verbreitet und wichtige Stütze der ökonomischen Entwicklung ist im Sahel die Agroforstwirtschaft. Während der Kolonialzeit hat der Sahel sehr viel an Baumbewuchs verloren, da die Kolonialregime primär an der Exportproduktion interessiert waren und Monokulturen vorantrieben. Erst in jüngeren Jahrzehnten wurde damit begonnen, wieder mehr Bäume zu pflanzen. Erfolgreich waren die Bemühungen besonders in Burkina Faso, Mali und Niger. Begünstigend waren dabei seit den 1990er Jahren auch die zunehmenden Niederschläge. Bäume spenden Schatten für Mensch und Tier. Bäume und Büsche sind auch darin nützlich, tiefe Wasservorkommen für Kulturpflanzen mit weniger tief reichenden Wurzeln zu erschließen. Dadurch kann die Produktivität einiger Anbaupflanzen wie Hirse, Erdnüsse, Sesam und Maniok gesteigert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ellison 2020&amp;quot;&amp;gt;Ellison, D., C. I. Speranza (2020): From blue to green water and back again: Promoting tree, shrub and forest-based landscape resilience in the Sahel, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.140002 , Science of The Total Environment 739&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Norditalien erlebte 2022 besonders in der Poebene eine Jahrhundertdürre. Ursache waren starke Niederschlagsdefizite im Winter und ein geringer Schneefall in den Alpen. Hinzu kamen hohe sommerliche Temperaturen, die die Verdunstung erhöhten und die Austrock¬nung des Bodens sowie einen extremen Wassermangel auf den Feldern bewirkten. Das Anzapfen des Grundwassers führte dazu, dass vielfach eine Bewässerung der Kulturpflanzen nicht mehr möglich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Wassermangel zu begegnen, wurden in der Poebene verschieden Anpassungsmaßnahmen angewandt. So wurden die Felder bereits im Winterhalbjahr geflutet und nicht erst wie üblich im Frühling und Sommer. Dadurch versickerte mehr Wasser in das Grundwasser, das im trockenen Frühling oder Sommer zu einem großen Teil verdunstet wäre. So aber wurde es im Grundwasser gespeichert und stand in den trockenen Jahreszeiten für die Bewässerung zur Verfügung. Messungen haben dabei ergeben, dass der Grundwasserspiegel am Ende des Winters um bis zu 26 cm höher lag und zu Beginn des Sommers immerhin nach um 2 cm als in Vergleichsgebieten ohne vorgezogene Grundwasserauffüllung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Colombo 2024&amp;quot;&amp;gt;Colombo, P., P. Mazzon &amp;amp; L. Alberti (2024): Off-season irrigation as a climate adaptation strategy for future groundwater management in Northern Italy, Adv. Geosci., 64, 27–31, https://doi.org/10.5194/adgeo-64-27-2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit eines verbesserten Wassermanagements bestand in der bekannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht in Kanälen und Gräben zu den Feldern geleitet und verteilt, sondern über Schläuche und Rohrleitungen und nur tröpfchenweise und nach Bedarf den Pflanzen direkt zugeführt. Dabei kann der Wasserverbrauch um wesentlich mehr als die Hälfte verringert werden. Und mehr als das Doppelte der den Pflanzen zugeführten Wassermenge wird von diesen genutzt. Allerdings ist für die Bewässerungsanlage deutlich mehr Material für Pumpen, Schläuche und Filter nötig. Und der Betrieb kostet mehr Energie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vigo 2026&amp;quot;&amp;gt;Vigo, F., L. Ferraro &amp;amp; J. Bacenetti (2026): Surface and Drip Irrigation Method in Maize Cultivation: Comparison of Environmental Performance, Sustainability 2026, 18(2), 580; https://doi.org/10.3390/su18020580&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Poebene ist das Zentrum des italienischen Reisanbaus und das wichtigste Reisanbaugebiet der Europäischen Union. Der in Monokultur angebaute Reis braucht besonders viel Wasser. Als Möglichkeit, auch bei Dürre die italienischen Reisfelder zu bewässern wurde auch der Wechsel zwischen Bewässerungs- und Trockenphasen gesehen (VICENTE et al. 2025). Diese alternierende Bewässerungs-Methode ist hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitet, wurde aber auch in Spanien erfolgreich angewendet. Dabei werden die Felder zunächst unter Wasser gesetzt und das verdunstende und versickernde Wasser zunächst nicht ersetzt, bis die oberste Bodenschicht von ca. 15 oder 20 cm trockengefallen ist (Abb. 5). Erst danach erfolgt eine erneute Bewässerung. Dadurch wurde deutlich weniger Wasser verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vicent 2025&amp;quot;&amp;gt;Vicente, L., D. Peña, D. Fernández et al. (2025): Alternate wetting and drying irrigation with field aged biochar may enhance water and rice productivity. Agronomy for Sustainable Development 45, 6, https://doi.org/10.1007/s13593-024-01000-3&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Deutschland hat es bis jetzt nicht mit derart extremer Trockenheit wie in Westafrika oder im Mittelmeerraum zu tun. Das Land erhält immer noch grundsätzlich ausreichende Niederschläge und verfügt über genügend Wasserressourcen in Form von Flüssen, Seen und Grundwasser. Dennoch macht sich auch hier der Klimawandel durch zunehmende Trockenphasen gerade in der Wachstumszeit bemerkbar. Ein Grund ist die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter, der andere hohe Sommertemperaturen bis hin zu Hitzewellen verbunden mit geringen Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Die Folge sind zunehmend trockene Böden, die in manchen Jahren durchaus extrem sein können und das Pflanzenwachstum behindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch steigt der Bewässerungsbedarf als Anpassungsmaßnahme. So hat die Bewässerungsfläche seit 2009 bis 2022 um 24% zugenommen, besitzt aber immer noch einen geringen Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche von 3,3%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Bernhardt, J.J. (2026): Status quo der bewässerten Landwirtschaft in Deutschland. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 310-315. https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18933&amp;lt;/ref&amp;gt;  Fast zur Hälfte befindet sich die bewässerte Fläche in Niedersachsen. Zu etwa einem Viertel wird sie im Getreideanbau genutzt, gefolgt von Kartoffeln. Das Wasser stammt zu mehr als 50% aus nahegelegenem Grundwasser. Oberflächengewässer und gesammeltes Regenwasser spielen nur eine geringe Rolle. Hauptsächlich wird das Wasser über Beregnungsanlagen wie z. B. Regenkanonen verteilt. Dabei geht jedoch viel Wasser durch Verdunstung und Verwehung verloren. Dagen gewinnt die Tröpfchenbewässerung, die den Pflanzen direkt zukommt, eine stärkere Bedeutung. Sie wird aber wegen ihrer hohen Kosten eher bei Sonderkulturen angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Klimaanpassung wurde in Deutschland die Agroforstwirtschaft wiederentdeckt, nachdem sie lange durch die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Maschineneinsatz zurückgedrängt wurde. Bekannte Beispiele sind Hecken und Knicks im Norden und Streuobstwiesen eher in Süddeutschland. Bäume und Sträucher speichern mit ihren tieferen Wurzeln dichter Belaubung mehr Feuchtigkeit als Anbaufrüchte. Ihre stärkere Verdunstung fördert Wolkenbildung und Niederschlag und senkt die Temperatur. Dadurch ergeben sich nachweislich höhere Erträge auf den benachbarten Äckern und Weiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Gerhardt, P., S. Franke &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18931 Agroforstwirtschaft als Instrument der Klimaanpassung in der Landwirtschaft]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 305-309&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Anlehnung an die Schwammstadt wird inzwischen für eine wasserspeichernde Landwirtschaft der Begriff der Schwammlandschaft gebräuchlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2025&amp;quot;&amp;gt;Umweltbundesamt (2025): [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/landschaftswasserhaushalt-stabilisieren Landschaftswasserhaushalt stabilisieren]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Wasserstress-Bankrott.jpg&amp;diff=35563</id>
		<title>Datei:Wasserstress-Bankrott.jpg</title>
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		<updated>2026-09-24T10:18:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Vom Wasser-Stress und der Wasser-Krise zum Wasserbankrott&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Madani, K. (2026): [https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era], United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH), übersetzt &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: This publication may be copied, adapted, reproduced in whole or in part and in any form for educational or non-profit services without special permission from the copyright holder, provided acknowledgement of the source is properly made&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-24T10:17:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Vom Wasser-Stress und der Wasser-Krise zum Wasserbankrott
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Madani, K. (2026): Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era, United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH), übersetzt, https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy 
&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: This publication may be copied, ad…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Vom Wasser-Stress und der Wasser-Krise zum Wasserbankrott&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Madani, K. (2026): Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era, United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH), übersetzt, https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: This publication may be copied, adapted, reproduced in whole or in part and in any form for educational or non-profit services without special permission from the copyright holder, provided acknowledgement of the source is properly made&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Anpassung_an_den_Wassermangel_in_der_Landwirtschaft&amp;diff=35561</id>
		<title>Anpassung an den Wassermangel in der Landwirtschaft</title>
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		<updated>2026-09-23T19:17:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Die Seite wurde neu angelegt: „== Wassermangel global == Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &amp;#039;&amp;#039;Wasserstress&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Wasserkrise&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Wassermangel global ==&lt;br /&gt;
Der Wassermangel in vielen Regionen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Seit langem spricht man vom &#039;&#039;Wasserstress&#039;&#039; und der &#039;&#039;Wasserkrise&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;&amp;gt;Madani, K. (2026a): Der Globale Wasserbankrott: Leben über unsere hydrologischen Verhältnisse im Zeitalter des Krisenfolgezustands,  https://unu.edu/publication/der-globale-wasserbankrott&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu Beginn des Jahres 2026 hat nun die UNO in einem Bericht das Zeitalter des Globalen Wasserbankrotts ausgerufen. Damit ist ein neuer Begriff geschaffen, der als Weckruf das globale Wasserproblem in das Bewusstsein der Welt rücken soll. Die Begriffe Stress und Krise seien nicht mehr hinreichend, um die katastrophale und bedrohliche Lage der Wasserversorgung zu beschreiben. Die sei inzwischen vergleichbar mit einem Menschen, dessen Ausgaben viel höher als die Einnahmen sind und dessen Konto tief im Minus steckt, bei versigenden Finanzquellen. In vielen Regionen der Welt haben die Menschen seit Jahrzehnten mehr Süßwasser entnommen, als durch erneuerbare Zuflüsse nachgeliefert wurde. Und dieser Prozess ist nach Einschätzung der UNO unumkehrbar. Dagegen beschreiben Stress und Krise Zustände, die im Prinzip noch rückgängig gemacht werden können.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der UN-Bericht macht die neue Situation des Globalen Wasserbankrotts u.a. an folgenden Punkten fest: Für Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung zum Problem geworden. So ist für 2,2 Milliarden Menschen die Trinkwasserversorgung nicht gesichert. Außerdem schrumpfen die Oberflächengewässer und Feuchtgebiete in großem Stil. Große Flüsse münden in einigen Fällen nicht mehr ins Meer, Feuchtgebiete von zusammengefasst der Fläche der EU wurden zerstört. Das Grundwasser, das vielfach das abnehmende Oberflächenwasser ersetzt, sinkt stetig ab. Dadurch ist es bereits zu Bodenabsenkungen im Umfang von 6 Millionen km2 gekommen, was in vielen Fällen ehemalige Grundwasserspeicher unbrauchbar macht. Gebirgsgletscher, in manchen Regionen unverzichtbare Wasserspeicher, haben seit 1970 30% ihrer Masse verloren. Nicht zuletzt macht die Verschmutzung zahlreicher Wasserressourcen einen Teil des Trinkwassers für Menschen und Tiere unbrauchbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen durch den Wassermangel ist die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist weltweit der wichtigste Wasserverbraucher. Etwa 70 % der globalen Süßwasserentnahmen entfallen auf den landwirtschaftlichen Sektor. 170 Millionen ha bewässerte Anbaufläche, eine Fläche so groß wie die von Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, sind einem hohen bis sehr hohen Wasserstress ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Madani 2026a&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassung in der Landwirtschaft == &lt;br /&gt;
Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für die zunehmende Wasserproblematik. Das eine sind die direkten menschlichen Eingriffe in das Wassersystem. Dazu gehören etwa die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Kanalisierung und Umlenkung von Flüssen, die Übernutzung des Grundwassers und die Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen. Das andere ist der Einfluss des ebenfalls durch den Menschen verursachten Klimawandels. Zunehmende Hitzewellen und Dürren verursachen oft über große Gebiete eine höhere Verdunstung und langanhaltende Trockenheit. Als Folge trocknen Wasserreservoire aus und Anbaufrüchte auf den Feldern verdorren. Aber auch das Gegenteil, enorme Überschwemmungen durch Starkregen, können ganze Ernten zerstören. Derartige Extremereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die klimabedingte und nicht klimabedingte Wasserunsicherheit ergreifen Menschen und Regierungen weltweit seit Jahrzehnten unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Water, 4.6&amp;lt;/ref&amp;gt;  Insbesondere in der Landwirtschaft hat die Anpassung an klimatische Verhältnisse und Änderungen eine lange Tradition. Sie entsteht zumeist aus der lokalen Erfahrung. Der Klimawandel hat die Notwenigkeit zur Anpassung erhöht und neue Wege entstehen lassen. Dazu gehören insbesondere Trockenregionen, aber zunehmend auch die mittleren Breiten. Im Folgenden wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Bauern vor Ort mit abnehmendem Niederschlag, geringeren Zuflüssen oder erschöpften Grundwasserreserven umgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Die Sahelzone ===&lt;br /&gt;
Die Sahelzone gehört zu den bekanntesten Dürregebieten der Welt. Die mehrjährigen katastrophalen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren mit ihren über 100.000 Toten haben dieses Bild geprägt. Es gibt immer noch Dürren im Sahel. Durch den Klimawandel hat sich jedoch inzwischen die Situation geändert. Dürren wechseln gegenwärtig mit Starkregen und Überschwemmungen. Durch die Erfahrung mit den Dürren der Vergangenheit haben die Bauern im Sahel ein reiches Wissen über klimatische Änderungen gesammelt und spezifische Anpassungsmaßnahmen entwickelt.&amp;lt;ref name=Zougmoré 2023&amp;quot;&amp;gt;Zougmoré, R., A.C. Segnon, P. Thornton (2023): Harnessing indigenous knowledge and practices for effective adaptation in the Sahel, Current Opinion in Environmental Sustainability 65, https://doi.org/10.1016/j.cosust.2023.101389&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die meisten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Wasser zu speichern, die Bodenerosion zu verringern und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den verbreitetsten Techniken gehören die 20-30 cm breiten Zaï-Pflanzgruben, von denen sich pro ha oft mehrere Tausend auf den Feldern finden (Abb.). Die kleinen Gruben sammeln während der Niederschlagszeit Regenwasser, das statt abzufließen im Boden versickert und von Pflanzenwurzeln über längere Zeit nutzbar bleibt. Zugleich reduzieren die Gruben bei Starkregen die Erosion und die Gefahr von Hochwasser in den Vorflutern. In der Trockenzeit werden sie mit Tierdung oder Ernteabfall gefüllt, worauf mit Beginn der Regenzeit Saatgut ausgebracht wird. Der Dung in den Pflanzgruben zieht Termiten an, die den Untergrund durchwühlen und das Eindringen von Regenwasser erleichtern. In Burkina Faso wurde durch die Anwendung von Zaï eine Zunahme der Hirseernte um bis zu 100% erzielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abubakar 2023&amp;quot;&amp;gt;Abubakar, A., M.Y. Ishak, M.K. Uddin et al. (2023): Impact of climate change and adaptations for cultivation of millets in Central Sahel. Environmental Sustainability 6, 441–454, https://doi.org/10.1007/s42398-023-00291-8 &amp;lt;/ref&amp;gt;  Dem Auffangen von abfließendem Regenwasser dienen auch langgestreckte Steinwälle auf Hirse- und Reisfeldern an flachen Hängen. Durch sie wird ebenfalls der Wasserabfluss verringert und damit die Produktivität der Böden erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend verbreitet und wichtige Stütze der ökonomischen Entwicklung ist im Sahel die Agroforstwirtschaft. Während der Kolonialzeit hat der Sahel sehr viel an Baumbewuchs verloren, da die Kolonialregime primär an der Exportproduktion interessiert waren und Monokulturen vorantrieben. Erst in jüngeren Jahrzehnten wurde damit begonnen, wieder mehr Bäume zu pflanzen. Erfolgreich waren die Bemühungen besonders in Burkina Faso, Mali und Niger. Begünstigend waren dabei seit den 1990er Jahren auch die zunehmenden Niederschläge. Bäume spenden Schatten für Mensch und Tier. Bäume und Büsche sind auch darin nützlich, tiefe Wasservorkommen für Kulturpflanzen mit weniger tief reichenden Wurzeln zu erschließen. Dadurch kann die Produktivität einiger Anbaupflanzen wie Hirse, Erdnüsse, Sesam und Maniok gesteigert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ellison 2020&amp;quot;&amp;gt;Ellison, D., C. I. Speranza (2020): From blue to green water and back again: Promoting tree, shrub and forest-based landscape resilience in the Sahel, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.140002 , Science of The Total Environment 739&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Norditalien erlebte 2022 besonders in der Poebene eine Jahrhundertdürre. Ursache waren starke Niederschlagsdefizite im Winter und ein geringer Schneefall in den Alpen. Hinzu kamen hohe sommerliche Temperaturen, die die Verdunstung erhöhten und die Austrock¬nung des Bodens sowie einen extremen Wassermangel auf den Feldern bewirkten. Das Anzapfen des Grundwassers führte dazu, dass vielfach eine Bewässerung der Kulturpflanzen nicht mehr möglich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Wassermangel zu begegnen, wurden in der Poebene verschieden Anpassungsmaßnahmen angewandt. So wurden die Felder bereits im Winterhalbjahr geflutet und nicht erst wie üblich im Frühling und Sommer. Dadurch versickerte mehr Wasser in das Grundwasser, das im trockenen Frühling oder Sommer zu einem großen Teil verdunstet wäre. So aber wurde es im Grundwasser gespeichert und stand in den trockenen Jahreszeiten für die Bewässerung zur Verfügung. Messungen haben dabei ergeben, dass der Grundwasserspiegel am Ende des Winters um bis zu 26 cm höher lag und zu Beginn des Sommers immerhin nach um 2 cm als in Vergleichsgebieten ohne vorgezogene Grundwasserauffüllung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Colombo 2024&amp;quot;&amp;gt;Colombo, P., P. Mazzon &amp;amp; L. Alberti (2024): Off-season irrigation as a climate adaptation strategy for future groundwater management in Northern Italy, Adv. Geosci., 64, 27–31, https://doi.org/10.5194/adgeo-64-27-2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit eines verbesserten Wassermanagements bestand in der bekannten Tröpfchenbewässerung. Dabei wird das Wasser nicht in Kanälen und Gräben zu den Feldern geleitet und verteilt, sondern über Schläuche und Rohrleitungen und nur tröpfchenweise und nach Bedarf den Pflanzen direkt zugeführt. Dabei kann der Wasserverbrauch um wesentlich mehr als die Hälfte verringert werden. Und mehr als das Doppelte der den Pflanzen zugeführten Wassermenge wird von diesen genutzt. Allerdings ist für die Bewässerungsanlage deutlich mehr Material für Pumpen, Schläuche und Filter nötig. Und der Betrieb kostet mehr Energie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vigo 2026&amp;quot;&amp;gt;Vigo, F., L. Ferraro &amp;amp; J. Bacenetti (2026): Surface and Drip Irrigation Method in Maize Cultivation: Comparison of Environmental Performance, Sustainability 2026, 18(2), 580; https://doi.org/10.3390/su18020580&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Poebene ist das Zentrum des italienischen Reisanbaus und das wichtigste Reisanbaugebiet der Europäischen Union. Der in Monokultur angebaute Reis braucht besonders viel Wasser. Als Möglichkeit, auch bei Dürre die italienischen Reisfelder zu bewässern wurde auch der Wechsel zwischen Bewässerungs- und Trockenphasen gesehen (VICENTE et al. 2025). Diese alternierende Bewässerungs-Methode ist hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitet, wurde aber auch in Spanien erfolgreich angewendet. Dabei werden die Felder zunächst unter Wasser gesetzt und das verdunstende und versickernde Wasser zunächst nicht ersetzt, bis die oberste Bodenschicht von ca. 15 oder 20 cm trockengefallen ist (Abb. 5). Erst danach erfolgt eine erneute Bewässerung. Dadurch wurde deutlich weniger Wasser verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vicent 2025&amp;quot;&amp;gt;Vicente, L., D. Peña, D. Fernández et al. (2025): Alternate wetting and drying irrigation with field aged biochar may enhance water and rice productivity. Agronomy for Sustainable Development 45, 6, https://doi.org/10.1007/s13593-024-01000-3&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Deutschland hat es bis jetzt nicht mit derart extremer Trockenheit wie in Westafrika oder im Mittelmeerraum zu tun. Das Land erhält immer noch grundsätzlich ausreichende Niederschläge und verfügt über genügend Wasserressourcen in Form von Flüssen, Seen und Grundwasser. Dennoch macht sich auch hier der Klimawandel durch zunehmende Trockenphasen gerade in der Wachstumszeit bemerkbar. Ein Grund ist die Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter, der andere hohe Sommertemperaturen bis hin zu Hitzewellen verbunden mit geringen Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Die Folge sind zunehmend trockene Böden, die in manchen Jahren durchaus extrem sein können und das Pflanzenwachstum behindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch steigt der Bewässerungsbedarf als Anpassungsmaßnahme. So hat die Bewässerungsfläche seit 2009 bis 2022 um 24% zugenommen, besitzt aber immer noch einen geringen Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche von 3,3%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Bernhardt, J.J. (2026): Status quo der bewässerten Landwirtschaft in Deutschland. In: J.L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 310-315. https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18933&amp;lt;/ref&amp;gt;  Fast zur Hälfte befindet sich die bewässerte Fläche in Niedersachsen. Zu etwa einem Viertel wird sie im Getreideanbau genutzt, gefolgt von Kartoffeln. Das Wasser stammt zu mehr als 50% aus nahegelegenem Grundwasser. Oberflächengewässer und gesammeltes Regenwasser spielen nur eine geringe Rolle. Hauptsächlich wird das Wasser über Beregnungsanlagen wie z. B. Regenkanonen verteilt. Dabei geht jedoch viel Wasser durch Verdunstung und Verwehung verloren. Dagen gewinnt die Tröpfchenbewässerung, die den Pflanzen direkt zukommt, eine stärkere Bedeutung. Sie wird aber wegen ihrer hohen Kosten eher bei Sonderkulturen angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernhardt 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Klimaanpassung wurde in Deutschland die Agroforstwirtschaft wiederentdeckt, nachdem sie lange durch die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Maschineneinsatz zurückgedrängt wurde. Bekannte Beispiele sind Hecken und Knicks im Norden und Streuobstwiesen eher in Süddeutschland. Bäume und Sträucher speichern mit ihren tieferen Wurzeln dichter Belaubung mehr Feuchtigkeit als Anbaufrüchte. Ihre stärkere Verdunstung fördert Wolkenbildung und Niederschlag und senkt die Temperatur. Dadurch ergeben sich nachweislich höhere Erträge auf den benachbarten Äckern und Weiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerhardt 2026&amp;quot;&amp;gt;Gerhardt, P., S. Franke &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/18931 Agroforstwirtschaft als Instrument der Klimaanpassung in der Landwirtschaft]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 305-309&amp;lt;/ref&amp;gt;  In Anlehnung an die Schwammstadt wird inzwischen für eine wasserspeichernde Landwirtschaft der Begriff der Schwammlandschaft gebräuchlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2025&amp;quot;&amp;gt;Umweltbundesamt (2025): [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/extremereignisseklimawandel/landschaftswasserhaushalt-stabilisieren Landschaftswasserhaushalt stabilisieren]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Wassernutzung&amp;diff=35560</id>
		<title>Wassernutzung</title>
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		<updated>2026-09-21T16:54:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Wasserverbrauch nach Sektoren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mwamongu water source.jpg|thumb|520px|Tansania: Trinkwasser aus einem offenen Wasserloch]]&lt;br /&gt;
== Globaler Wasserverbrauch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der globale Wasserverbrauch wird auf etwa 4200 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; im Jahr geschätzt. Das sind etwa ein Drittel der zugänglichen erneuerbaren Süßwasserreserven von 13 000 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Kunstmann (2007): [http://edoc.hu-berlin.de/miscellanies/klimawandel-28044/67/PDF/67.pdf Regionale Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit in klimasensitiven Gebieten] in: Endlicher , W. und F. Gerstengarbe:  [http://www.pik-potsdam.de/infothek/broschueren/broschuere_cms_100.pdf Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach neiner neueren Modellberechnung belief sich die globale Wasserentnahme jedoch &amp;quot;nur&amp;quot; auf 3300 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; (Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 )&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 20. Jahrhundert ist die Bevölkerung um etwa das Dreifache, der Wasserverbrauch aber um das Sechsfache gestiegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot;&amp;gt;Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], 6.2.1.2 hat sich die Süßwassernutzung sogar fast verachtfacht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Setzt sich diese Tendenz in den nächsten Jahrzehnten fort, steuert die Welt auf ein massives Wasserproblem zu. Entsprechend hat der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 die ausreichende Wasserversorgung als eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Einige Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Prognosen in den 1970er Jahren über den globalen Wasserverbrauch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sich als zu hoch erwiesen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gründe liegen u.a. in verbesserten Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, in effektiveren Produktionstechnologien bei der Energie- und Stahlerzeugung oder auch im Rückgang der Nachfrage in armen Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Ungleichheiten ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserentnahme globale Regionen.jpg|thumb|820px|Regionale Trends bei der Wasserentnahme (entsalztes Wasser, Oberflächenwasser und Grundwasser) 1979-2010. Globale Werte: unten links.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Auf der globalen Ebene ist auf absehbare Zeit genügend Wasser vorhanden. Das Problem liegt in der ungleichen Verteilung der Ressourcen, das bereits zu ernsthaften Versorgungsproblemen führt. Auch zwischenstaatliche Konflikte um knappe Wasservorräte gibt es, vor allem in Nordafrika und Vorderasien, bereits heute, so zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan um das Nilwasser, zwischen dem Iran, Syrien und der Türkei um das Wasser von Euphrat und Tigris, zwischen Israel, Syrien und dem Libanon um den Jordan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In machen Regionen hat in den letzten Jahrzehnten vor allem die Grundwassernutzung zugenommen, oft weil die Oberflächenwasserressourcen erschöpft waren. Das gilt besonders für Nord- und Mittel-Amerika, West- und Ostasien. In Nord- und Mittel-Amerika ist die Grundwassernutzung, die 60 bzw. 70 % der gesamten Ressourcen ausmacht, in den letzten 30 Jahren um 40 % gestiegen. In Westasien hat sich die Grundwassernutzung verdreifacht und macht inzwischen 70 % der gesamten Nutzung aus. In Süd- und Ostasien, wo die Wassernutzung mehr als die Hälfte der globalen Wasservernutzung ausmacht, haben sich Oberflächen- und Grundwassernutzung zwischen 1979 und 2010 nahezu verdoppelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis der Wassernutzung zu den (durch Oberflächen- und Grundwasserzufluss) erneuerbaren Wasserressourcen erlaubt eine Klassifizierung der Gefährdung der Wasserversorgung.&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC (2008): Climate Change and Water. Technical Paper of the Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC Secretariat, Geneva - auch [http://www.ipcc.ch/pdf/technical-papers/climate-change-water-en.pdf Online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Keine Gefährdung: bei Nutzung geringer als 10 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Geringe Wasserversorgung: bei Nutzung von 10-20 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Mittelmäßige Wasserversorgung: bei Nutzung von 20-40 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Stark gefährdete Wasserversorgung: bei Nutzung von  über 40 % der Ressourcen.&lt;br /&gt;
Ein anderer Maßstab für Wassermangel ist die zur Verfügung stehende Wassermenge pro Kopf. Liegt diese unter 1000 m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; im Jahr, spricht man von einem hohen Wasserstress. Gebiete, die solchermaßen von Wasserstress betroffen sind, finden sich vor allem in Nordafrika, im Mittelmeerraum, im Mittleren und Nahen Osten, in Südasien, Nord-China,  Australien, den USA, Nordost-Brasilien und an der Westküste von Südamerika. In diesen Gebieten leben etwa 1,4 bis 2,1 Milliarden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserverbrauch nach Sektoren ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Agriculture water withdrawals.jpg|thumb|420px|Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten, in % der gesamten Wasserentnahme]]&lt;br /&gt;
Die gesamte Oberflächen- und Grundwassermenge wird gegenwärtig zu 70% durch die Landwirtschaft, zu&lt;br /&gt;
20% durch die Industrie und zu 10% durch den privaten Verbrauch in Haushalten genutzt. Auch hier gibt es große Unterschiede, und zwar vor allem in Abhängigkeit vom Entwicklungsgrad und Wohlstand der einzelnen Länder. In Ländern mit hohem Einkommen liegt der Anteil der Landwirtschaft nur bei 30%, der der Industrie bei 69% und der der Haushalte bei 11%. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nutzt die Landwirtschaft sogar 85%, die Industrie nur 10 und die Haushalte 8% der verfügbaren Wasserressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Fast 40% der weltweiten Nahrungsmittel werden heute auf bewässerten Flächen erzeugt, bei allerdings großen regionalen Unterschieden. In den Trockengebieten der Erde ist die Bewässerungslandwirtschaft besonders stark verbreitet. Bei kurzen Regenzeiten ist man vielerorts darauf angewiesen, das Wasser für den Rest des Jahres aufzufangen und in Stauseen zu speichern. Oder man nutzt Flüsse, die aus anderen Klimazonen gespeist werden wie z.B. der Nil. Das Anzapfen von fossilem Grundwasser in tiefen Brunnen ist vor allem in reinen Wüstengebieten verbreitet. Die intensive Nutzung des Wassers durch die Landwirtschaft hat dazu geführt, dass in ariden Staaten die Landwirtschaft teilweise über 85% der Süßwasserressourcen verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot;&amp;gt;F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den gemäßigten Breiten sind dagegen die Niederschläge über das ganze Jahr verteilt und Bewässerung spielt nur eine Nebenrolle. In Deutschland werden nur 4% der Süßwasservorräte für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Dieser Anteil kann allerdings in Trockenperioden stark ansteigen. So kam es in dem trockenen und heißen Jahr 2003 vor allem in Ostdeutschland zu einem starken zusätzlichen Wasserbedarf in der Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Industrie===&lt;br /&gt;
[[Bild:Wasser_industrie.jpg|thumb|420px|Wasserentnahme für die Industrie nach Ländern]]&lt;br /&gt;
In der Industrie wird nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Süßwassers im Produktionsprozess selbst verbraucht. Der bei weitem größte Teil wird zur Erzeugung von Energie in Wasserkraftanlagen oder als Kühlwasser in fossilen oder Kernkraftwerken benötigt, in der EU etwa das Dreifache der Wassermenge für Produktionsprozesse. Neue Produktionstechnologien haben in den 1980 und 1990er Jahren dazu geführt, dass in vielen Industrieländern der Wasserverbrauch in der Produktion selber deutlich zurückgegangen ist. So brauchte man vor dem 2. Weltkrieg für die Produktion einer Tonne Stahl zwischen 60 und 100 Tonnen Wasser, heute dagegen nur noch 6 Tonnen. Vor allem die rasante Industrialisierung in einigen Schwellenländern wie China und Indien hat hier die industrielle Wassernutzung stark ansteigen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Haushalte===&lt;br /&gt;
Der Wasser-Bedarf der privaten Haushalte unterscheidet sich stark nach dem Wohlstandsgefälle und klimatischen Bedingungen. In den ländlichen Regionen afrikanische Trockengebiete stehen der Bevölkerung nur 20 l/Tag zur Verfügung. Ein US-Bürger verbraucht dagegen 300 l/Tag, ein EU-Bürger 150 Liter. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 129 l/Tag und ist in den letzten 10 Jahren um 15 Liter zurückgegangen. In privaten Haushalten wird, wiederum je nach gesellschaftlichem Entwicklungsstand, nur ein geringer Teil der Wasserressourcen für Trinken und Kochen gebraucht. In Deutschland entfallen vom gesamten privaten Verbrauch hierauf nur 3%, während 62% für Toilettenspülung und Baden und Duschen genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künftige weltweite Wassernutzung wird sich in den meisten Sektoren erhöhen. Ein wesentlicher Grund wird die wachsende Bevölkerung und ihre zunehmende Konzentration in großen Ballungsräumen sein. Bis zum Jahr 2025 wird sich die&lt;br /&gt;
Wassernutzung in der Landwirtschaft, vor allem aufgrund der Ausdehnung der bewässerten Fläche, nach neueren Prognoserechnungen auf 3655 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; bzw. gegenüber 1995 um 18% erhöhen, mit starken regionalen Unterschieden. Während die landwirtschaftliche Wasserentnahme in den Industriestaaten aufgrund von Effizienzsteigerungen zurückgehen wird, wird sie vor allem in Afrika (südlich der Sahara) und Südamerika stark zunehmen, wo die bewässerte Fläche  um 114% bzw. 180% zunehmen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung in den Entwicklungsländern, durch die die Wasserentnahme im industriellen Sektor trotz einer rückläufigen Entwicklung in den Industrieländern etwa die gleiche Größenordnung wie die in der Landwirtschaft erreichen wird, wird ebenfalls zu einer deutlichen Erhöhung der Wassernutzung beitragen. Der Nutzungsssteigerung entgegen wirken Verbesserung der Effizienz in Landwirtschaft und Industrie und ein sorgfältigerer Umgang mit den vorhandenen Vorräten, besonders in den westlichen Industrieländern. Die größte prozentuale Zunahme wird in Afrika erwartet, die größte absolute Zunahme der Wassernutzung in Südostasien. Szenarienrechnungen ergeben eine Erhöhung der weltweiten Wassernutzung bis 2025 um 35% und bis 2050 um 67%, ohne dass dabei Auswirkungen des Klimawandels auf die Wassernutzung berücksichtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004 - Aktualisierte Version 2011 [http://www.climate-service-center.de/012389/index_0012389.html.de online]&lt;br /&gt;
* Konfliktkonstellation &amp;quot;Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen&amp;quot;, in: WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], S. 83-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (1997): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg1997.html Welt im Wandel: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Süßwasser]&lt;br /&gt;
* F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Siebert und P. Döll (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.6_Siebert.pdf Bewässerungswassernutzung - eine globale Perspektive] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Malz und U. Scheele (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.2_Malz_Scheele.pdf Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Wasserressourcen&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserkreislauf und Klima&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserkreislauf&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserressourcen&lt;br /&gt;
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|beeinflusst=Wasserressourcen und Klima&lt;br /&gt;
|umfasst=Wasserprobleme (regional)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Wasserkreislauf und Klima, Wasserverbrauch, Wasserressourcen und Klima, Wasserprobleme (regional)&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserkreislauf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserressourcen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Agriculture_water_withdrawals.jpg&amp;diff=35559</id>
		<title>Datei:Agriculture water withdrawals.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Agriculture_water_withdrawals.jpg&amp;diff=35559"/>
		<updated>2026-09-20T11:21:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten, in % der gesamten Wasserentnahme&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Madani, K. (2026): [https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era], United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: This publication may be copied, adapted, reproduced in whole or in part and in any form for educational or non-profit services without special permission from the copyright holder, provided acknowledgement of the source is properly made.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Wassernutzung&amp;diff=35558</id>
		<title>Wassernutzung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Wassernutzung&amp;diff=35558"/>
		<updated>2026-09-20T11:11:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Wasserverbrauch nach Sektoren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mwamongu water source.jpg|thumb|520px|Tansania: Trinkwasser aus einem offenen Wasserloch]]&lt;br /&gt;
== Globaler Wasserverbrauch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der globale Wasserverbrauch wird auf etwa 4200 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; im Jahr geschätzt. Das sind etwa ein Drittel der zugänglichen erneuerbaren Süßwasserreserven von 13 000 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Kunstmann (2007): [http://edoc.hu-berlin.de/miscellanies/klimawandel-28044/67/PDF/67.pdf Regionale Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit in klimasensitiven Gebieten] in: Endlicher , W. und F. Gerstengarbe:  [http://www.pik-potsdam.de/infothek/broschueren/broschuere_cms_100.pdf Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach neiner neueren Modellberechnung belief sich die globale Wasserentnahme jedoch &amp;quot;nur&amp;quot; auf 3300 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; (Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 )&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 20. Jahrhundert ist die Bevölkerung um etwa das Dreifache, der Wasserverbrauch aber um das Sechsfache gestiegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot;&amp;gt;Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], 6.2.1.2 hat sich die Süßwassernutzung sogar fast verachtfacht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Setzt sich diese Tendenz in den nächsten Jahrzehnten fort, steuert die Welt auf ein massives Wasserproblem zu. Entsprechend hat der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 die ausreichende Wasserversorgung als eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Einige Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Prognosen in den 1970er Jahren über den globalen Wasserverbrauch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sich als zu hoch erwiesen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gründe liegen u.a. in verbesserten Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, in effektiveren Produktionstechnologien bei der Energie- und Stahlerzeugung oder auch im Rückgang der Nachfrage in armen Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Ungleichheiten ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserentnahme globale Regionen.jpg|thumb|820px|Regionale Trends bei der Wasserentnahme (entsalztes Wasser, Oberflächenwasser und Grundwasser) 1979-2010. Globale Werte: unten links.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Auf der globalen Ebene ist auf absehbare Zeit genügend Wasser vorhanden. Das Problem liegt in der ungleichen Verteilung der Ressourcen, das bereits zu ernsthaften Versorgungsproblemen führt. Auch zwischenstaatliche Konflikte um knappe Wasservorräte gibt es, vor allem in Nordafrika und Vorderasien, bereits heute, so zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan um das Nilwasser, zwischen dem Iran, Syrien und der Türkei um das Wasser von Euphrat und Tigris, zwischen Israel, Syrien und dem Libanon um den Jordan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In machen Regionen hat in den letzten Jahrzehnten vor allem die Grundwassernutzung zugenommen, oft weil die Oberflächenwasserressourcen erschöpft waren. Das gilt besonders für Nord- und Mittel-Amerika, West- und Ostasien. In Nord- und Mittel-Amerika ist die Grundwassernutzung, die 60 bzw. 70 % der gesamten Ressourcen ausmacht, in den letzten 30 Jahren um 40 % gestiegen. In Westasien hat sich die Grundwassernutzung verdreifacht und macht inzwischen 70 % der gesamten Nutzung aus. In Süd- und Ostasien, wo die Wassernutzung mehr als die Hälfte der globalen Wasservernutzung ausmacht, haben sich Oberflächen- und Grundwassernutzung zwischen 1979 und 2010 nahezu verdoppelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis der Wassernutzung zu den (durch Oberflächen- und Grundwasserzufluss) erneuerbaren Wasserressourcen erlaubt eine Klassifizierung der Gefährdung der Wasserversorgung.&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC (2008): Climate Change and Water. Technical Paper of the Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC Secretariat, Geneva - auch [http://www.ipcc.ch/pdf/technical-papers/climate-change-water-en.pdf Online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Keine Gefährdung: bei Nutzung geringer als 10 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Geringe Wasserversorgung: bei Nutzung von 10-20 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Mittelmäßige Wasserversorgung: bei Nutzung von 20-40 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Stark gefährdete Wasserversorgung: bei Nutzung von  über 40 % der Ressourcen.&lt;br /&gt;
Ein anderer Maßstab für Wassermangel ist die zur Verfügung stehende Wassermenge pro Kopf. Liegt diese unter 1000 m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; im Jahr, spricht man von einem hohen Wasserstress. Gebiete, die solchermaßen von Wasserstress betroffen sind, finden sich vor allem in Nordafrika, im Mittelmeerraum, im Mittleren und Nahen Osten, in Südasien, Nord-China,  Australien, den USA, Nordost-Brasilien und an der Westküste von Südamerika. In diesen Gebieten leben etwa 1,4 bis 2,1 Milliarden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserverbrauch nach Sektoren ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Agriculture water withdrawals.jpg|thumb|420px|Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wasserentnahme nach Staaten, in % der gesamten Wasserentnahme]]&lt;br /&gt;
Die gesamte Oberflächen- und Grundwassermenge wird gegenwärtig zu 70% durch die Landwirtschaft, zu&lt;br /&gt;
20% durch die Industrie und zu 10% durch den privaten Verbrauch in Haushalten genutzt. Auch hier gibt es große Unterschiede, und zwar vor allem in Abhängigkeit vom Entwicklungsgrad und Wohlstand der einzelnen Länder. In Ländern mit hohem Einkommen liegt der Anteil der Lndwirtschaft nur bei 30%, der der Industrie bei 69% und der der Haushalte bei 11%. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nutzt die Landwirtschaft sogar 85%, die Industrie nur 10 und die Haushalte 8% der verfügbaren Wasserressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Fast 40% der weltweiten Nahrungsmittel werden heute auf bewässerten Flächen erzeugt, bei allerdings großen regionalen Unterschieden. In den Trockengebieten der Erde ist die Bewässerungslandwirtschaft besonders stark verbreitet. Bei kurzen Regenzeiten ist man vielerorts darauf angewiesen, das Wasser für den Rest des Jahres aufzufangen und in Stauseen zu speichern. Oder man nutzt Flüsse, die aus anderen Klimazonen gespeist werden wie z.B. der Nil. Das Anzapfen von fossilem Grundwasser in tiefen Brunnen ist vor allem in reinen Wüstengebieten verbreitet. Die intensive Nutzung des Wassers durch die Landwirtschaft hat dazu geführt, dass in ariden Staaten die Landwirtschaft teilweise über 85% der Süßwasserressourcen verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot;&amp;gt;F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den gemäßigten Breiten sind dagegen die Niederschläge über das ganze Jahr verteilt und Bewässerung spielt nur eine Nebenrolle. In Deutschland werden nur 4% der Süßwasservorräte für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Dieser Anteil kann allerdings in Trockenperioden stark ansteigen. So kam es in dem trockenen und heißen Jahr 2003 vor allem in Ostdeutschland zu einem starken zusätzlichen Wasserbedarf in der Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Industrie===&lt;br /&gt;
[[Bild:Wasser_industrie.jpg|thumb|420px|Wasserentnahme für die Industrie nach Ländern]]&lt;br /&gt;
In der Industrie wird nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Süßwassers im Produktionsprozess selbst verbraucht. Der bei weitem größte Teil wird zur Erzeugung von Energie in Wasserkraftanlagen oder als Kühlwasser in fossilen oder Kernkraftwerken benötigt, in der EU etwa das Dreifache der Wassermenge für Produktionsprozesse. Neue Produktionstechnologien haben in den 1980 und 1990er Jahren dazu geführt, dass in vielen Industrieländern der Wasserverbrauch in der Produktion selber deutlich zurückgegangen ist. So brauchte man vor dem 2. Weltkrieg für die Produktion einer Tonne Stahl zwischen 60 und 100 Tonnen Wasser, heute dagegen nur noch 6 Tonnen. Vor allem die rasante Industrialisierung in einigen Schwellenländern wie China und Indien hat hier die industrielle Wassernutzung stark ansteigen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Haushalte===&lt;br /&gt;
Der Wasser-Bedarf der privaten Haushalte unterscheidet sich stark nach dem Wohlstandsgefälle und klimatischen Bedingungen. In den ländlichen Regionen afrikanische Trockengebiete stehen der Bevölkerung nur 20 l/Tag zur Verfügung. Ein US-Bürger verbraucht dagegen 300 l/Tag, ein EU-Bürger 150 Liter. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 129 l/Tag und ist in den letzten 10 Jahren um 15 Liter zurückgegangen. In privaten Haushalten wird, wiederum je nach gesellschaftlichem Entwicklungsstand, nur ein geringer Teil der Wasserressourcen für Trinken und Kochen gebraucht. In Deutschland entfallen vom gesamten privaten Verbrauch hierauf nur 3%, während 62% für Toilettenspülung und Baden und Duschen genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künftige weltweite Wassernutzung wird sich in den meisten Sektoren erhöhen. Ein wesentlicher Grund wird die wachsende Bevölkerung und ihre zunehmende Konzentration in großen Ballungsräumen sein. Bis zum Jahr 2025 wird sich die&lt;br /&gt;
Wassernutzung in der Landwirtschaft, vor allem aufgrund der Ausdehnung der bewässerten Fläche, nach neueren Prognoserechnungen auf 3655 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; bzw. gegenüber 1995 um 18% erhöhen, mit starken regionalen Unterschieden. Während die landwirtschaftliche Wasserentnahme in den Industriestaaten aufgrund von Effizienzsteigerungen zurückgehen wird, wird sie vor allem in Afrika (südlich der Sahara) und Südamerika stark zunehmen, wo die bewässerte Fläche  um 114% bzw. 180% zunehmen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung in den Entwicklungsländern, durch die die Wasserentnahme im industriellen Sektor trotz einer rückläufigen Entwicklung in den Industrieländern etwa die gleiche Größenordnung wie die in der Landwirtschaft erreichen wird, wird ebenfalls zu einer deutlichen Erhöhung der Wassernutzung beitragen. Der Nutzungsssteigerung entgegen wirken Verbesserung der Effizienz in Landwirtschaft und Industrie und ein sorgfältigerer Umgang mit den vorhandenen Vorräten, besonders in den westlichen Industrieländern. Die größte prozentuale Zunahme wird in Afrika erwartet, die größte absolute Zunahme der Wassernutzung in Südostasien. Szenarienrechnungen ergeben eine Erhöhung der weltweiten Wassernutzung bis 2025 um 35% und bis 2050 um 67%, ohne dass dabei Auswirkungen des Klimawandels auf die Wassernutzung berücksichtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004 - Aktualisierte Version 2011 [http://www.climate-service-center.de/012389/index_0012389.html.de online]&lt;br /&gt;
* Konfliktkonstellation &amp;quot;Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen&amp;quot;, in: WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], S. 83-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (1997): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg1997.html Welt im Wandel: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Süßwasser]&lt;br /&gt;
* F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Siebert und P. Döll (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.6_Siebert.pdf Bewässerungswassernutzung - eine globale Perspektive] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Malz und U. Scheele (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.2_Malz_Scheele.pdf Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Wasserressourcen&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserkreislauf und Klima&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserkreislauf&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserressourcen&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Wasserressourcen und Klima&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Wasserressourcen und Klima&lt;br /&gt;
|umfasst=Wasserprobleme (regional)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Wasserkreislauf und Klima, Wasserverbrauch, Wasserressourcen und Klima, Wasserprobleme (regional)&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserkreislauf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserressourcen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Agriculture_water_withdrawals.jpg&amp;diff=35557</id>
		<title>Datei:Agriculture water withdrawals.jpg</title>
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		<updated>2026-09-20T11:10:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Madani, K. (2026): [https://unu.edu/inweh/collection/global-water-bankruptcy Global Water Bankruptcy: Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era], United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: This publication may be copied, adapted, reproduced in whole or in part and in any form for educational or non-profit services without special permission from the copyright holder, provided acknowledgement of the source is properly made.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
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		<title>Datei:Agriculture water withdrawals.jpg</title>
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		<updated>2026-09-20T11:06:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Der landwirtschaftliche Sektor verbraucht bei weitem am meisten Süßwasser, hauptsächlich für Bewässerung von Ackerland. Das Bild zeigt den Anteil des Wasserverbrauchs durch die Landwirtschaft am gesamten Süßwasserverbrauch nach Ländern im Jahre 2000.
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|
Philippe Rekacewicz, Delphine Digout, UNEP/GRID-Arendal (2005): [https://www.grida.no/resources/5817 Freshwater withdrawal in agriculture,…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der landwirtschaftliche Sektor verbraucht bei weitem am meisten Süßwasser, hauptsächlich für Bewässerung von Ackerland. Das Bild zeigt den Anteil des Wasserverbrauchs durch die Landwirtschaft am gesamten Süßwasserverbrauch nach Ländern im Jahre 2000.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Philippe Rekacewicz, Delphine Digout, UNEP/GRID-Arendal (2005): [https://www.grida.no/resources/5817 Freshwater withdrawal in agriculture, industry and domestic use] aus UNEP/GRID-Arendal Maps and Graphics Library, verändert&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-NC-SA (bei Flickr: https://www.flickr.com/photos/gridarendal/31551477883/)&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
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		<title>Wassernutzung</title>
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		<updated>2026-09-20T10:39:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Regionale Ungleichheiten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mwamongu water source.jpg|thumb|520px|Tansania: Trinkwasser aus einem offenen Wasserloch]]&lt;br /&gt;
== Globaler Wasserverbrauch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der globale Wasserverbrauch wird auf etwa 4200 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; im Jahr geschätzt. Das sind etwa ein Drittel der zugänglichen erneuerbaren Süßwasserreserven von 13 000 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Kunstmann (2007): [http://edoc.hu-berlin.de/miscellanies/klimawandel-28044/67/PDF/67.pdf Regionale Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit in klimasensitiven Gebieten] in: Endlicher , W. und F. Gerstengarbe:  [http://www.pik-potsdam.de/infothek/broschueren/broschuere_cms_100.pdf Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach neiner neueren Modellberechnung belief sich die globale Wasserentnahme jedoch &amp;quot;nur&amp;quot; auf 3300 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; (Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 )&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 20. Jahrhundert ist die Bevölkerung um etwa das Dreifache, der Wasserverbrauch aber um das Sechsfache gestiegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot;&amp;gt;Wada1,Y., D.Wisser, and M.F.P. Bierkens (2014): Global modeling of withdrawal, allocation and consumptive use of surface water and groundwater resources, Earth System Dynamics 5, 15–40, doi:10.5194/esd-5-15-2014 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nach WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], 6.2.1.2 hat sich die Süßwassernutzung sogar fast verachtfacht.&amp;lt;/ref&amp;gt; Setzt sich diese Tendenz in den nächsten Jahrzehnten fort, steuert die Welt auf ein massives Wasserproblem zu. Entsprechend hat der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 die ausreichende Wasserversorgung als eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Einige Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Prognosen in den 1970er Jahren über den globalen Wasserverbrauch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sich als zu hoch erwiesen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gründe liegen u.a. in verbesserten Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, in effektiveren Produktionstechnologien bei der Energie- und Stahlerzeugung oder auch im Rückgang der Nachfrage in armen Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Ungleichheiten ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wasserentnahme globale Regionen.jpg|thumb|820px|Regionale Trends bei der Wasserentnahme (entsalztes Wasser, Oberflächenwasser und Grundwasser) 1979-2010. Globale Werte: unten links.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Auf der globalen Ebene ist auf absehbare Zeit genügend Wasser vorhanden. Das Problem liegt in der ungleichen Verteilung der Ressourcen, das bereits zu ernsthaften Versorgungsproblemen führt. Auch zwischenstaatliche Konflikte um knappe Wasservorräte gibt es, vor allem in Nordafrika und Vorderasien, bereits heute, so zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan um das Nilwasser, zwischen dem Iran, Syrien und der Türkei um das Wasser von Euphrat und Tigris, zwischen Israel, Syrien und dem Libanon um den Jordan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In machen Regionen hat in den letzten Jahrzehnten vor allem die Grundwassernutzung zugenommen, oft weil die Oberflächenwasserressourcen erschöpft waren. Das gilt besonders für Nord- und Mittel-Amerika, West- und Ostasien. In Nord- und Mittel-Amerika ist die Grundwassernutzung, die 60 bzw. 70 % der gesamten Ressourcen ausmacht, in den letzten 30 Jahren um 40 % gestiegen. In Westasien hat sich die Grundwassernutzung verdreifacht und macht inzwischen 70 % der gesamten Nutzung aus. In Süd- und Ostasien, wo die Wassernutzung mehr als die Hälfte der globalen Wasservernutzung ausmacht, haben sich Oberflächen- und Grundwassernutzung zwischen 1979 und 2010 nahezu verdoppelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadal 2014&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis der Wassernutzung zu den (durch Oberflächen- und Grundwasserzufluss) erneuerbaren Wasserressourcen erlaubt eine Klassifizierung der Gefährdung der Wasserversorgung.&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC (2008): Climate Change and Water. Technical Paper of the Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC Secretariat, Geneva - auch [http://www.ipcc.ch/pdf/technical-papers/climate-change-water-en.pdf Online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Keine Gefährdung: bei Nutzung geringer als 10 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Geringe Wasserversorgung: bei Nutzung von 10-20 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Mittelmäßige Wasserversorgung: bei Nutzung von 20-40 % der Ressourcen,&lt;br /&gt;
* Stark gefährdete Wasserversorgung: bei Nutzung von  über 40 % der Ressourcen.&lt;br /&gt;
Ein anderer Maßstab für Wassermangel ist die zur Verfügung stehende Wassermenge pro Kopf. Liegt diese unter 1000 m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; im Jahr, spricht man von einem hohen Wasserstress. Gebiete, die solchermaßen von Wasserstress betroffen sind, finden sich vor allem in Nordafrika, im Mittelmeerraum, im Mittleren und Nahen Osten, in Südasien, Nord-China,  Australien, den USA, Nordost-Brasilien und an der Westküste von Südamerika. In diesen Gebieten leben etwa 1,4 bis 2,1 Milliarden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserverbrauch nach Sektoren ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Wasser_landwirtschaft.jpg|thumb|420px|Wasserentnahme für die Landwirtschaft nach Ländern]]&lt;br /&gt;
Die gesamte Oberflächen- und Grundwassermenge wird gegenwärtig zu 70% durch die Landwirtschaft, zu&lt;br /&gt;
20% durch die Industrie und zu 10% durch den privaten Verbrauch in Haushalten genutzt. Auch hier gibt es große Unterschiede, und zwar vor allem in Abhängigkeit vom Entwicklungsgrad und Wohlstand der einzelnen Länder. In Ländern mit hohem Einkommen liegt der Anteil der Lndwirtschaft nur bei 30%, der der Industrie bei 69% und der der Haushalte bei 11%. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nutzt die Landwirtschaft sogar 85%, die Industrie nur 10 und die Haushalte 8% der verfügbaren Wasserressourcen.&amp;lt;ref&amp;gt;Scheele, U. und S. Malz: Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern, in: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004, S. 91-95&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Fast 40% der weltweiten Nahrungsmittel werden heute auf bewässerten Flächen erzeugt, bei allerdings großen regionalen Unterschieden. In den Trockengebieten der Erde ist die Bewässerungslandwirtschaft besonders stark verbreitet. Bei kurzen Regenzeiten ist man vielerorts darauf angewiesen, das Wasser für den Rest des Jahres aufzufangen und in Stauseen zu speichern. Oder man nutzt Flüsse, die aus anderen Klimazonen gespeist werden wie z.B. der Nil. Das Anzapfen von fossilem Grundwasser in tiefen Brunnen ist vor allem in reinen Wüstengebieten verbreitet. Die intensive Nutzung des Wassers durch die Landwirtschaft hat dazu geführt, dass in ariden Staaten die Landwirtschaft teilweise über 85% der Süßwasserressourcen verbraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot;&amp;gt;F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den gemäßigten Breiten sind dagegen die Niederschläge über das ganze Jahr verteilt und Bewässerung spielt nur eine Nebenrolle. In Deutschland werden nur 4% der Süßwasservorräte für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Dieser Anteil kann allerdings in Trockenperioden stark ansteigen. So kam es in dem trockenen und heißen Jahr 2003 vor allem in Ostdeutschland zu einem starken zusätzlichen Wasserbedarf in der Landwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Industrie===&lt;br /&gt;
[[Bild:Wasser_industrie.jpg|thumb|420px|Wasserentnahme für die Industrie nach Ländern]]&lt;br /&gt;
In der Industrie wird nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Süßwassers im Produktionsprozess selbst verbraucht. Der bei weitem größte Teil wird zur Erzeugung von Energie in Wasserkraftanlagen oder als Kühlwasser in fossilen oder Kernkraftwerken benötigt, in der EU etwa das Dreifache der Wassermenge für Produktionsprozesse. Neue Produktionstechnologien haben in den 1980 und 1990er Jahren dazu geführt, dass in vielen Industrieländern der Wasserverbrauch in der Produktion selber deutlich zurückgegangen ist. So brauchte man vor dem 2. Weltkrieg für die Produktion einer Tonne Stahl zwischen 60 und 100 Tonnen Wasser, heute dagegen nur noch 6 Tonnen. Vor allem die rasante Industrialisierung in einigen Schwellenländern wie China und Indien hat hier die industrielle Wassernutzung stark ansteigen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Haushalte===&lt;br /&gt;
Der Wasser-Bedarf der privaten Haushalte unterscheidet sich stark nach dem Wohlstandsgefälle und klimatischen Bedingungen. In den ländlichen Regionen afrikanische Trockengebiete stehen der Bevölkerung nur 20 l/Tag zur Verfügung. Ein US-Bürger verbraucht dagegen 300 l/Tag, ein EU-Bürger 150 Liter. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 129 l/Tag und ist in den letzten 10 Jahren um 15 Liter zurückgegangen. In privaten Haushalten wird, wiederum je nach gesellschaftlichem Entwicklungsstand, nur ein geringer Teil der Wasserressourcen für Trinken und Kochen gebraucht. In Deutschland entfallen vom gesamten privaten Verbrauch hierauf nur 3%, während 62% für Toilettenspülung und Baden und Duschen genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chmielewski 2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künftige weltweite Wassernutzung wird sich in den meisten Sektoren erhöhen. Ein wesentlicher Grund wird die wachsende Bevölkerung und ihre zunehmende Konzentration in großen Ballungsräumen sein. Bis zum Jahr 2025 wird sich die&lt;br /&gt;
Wassernutzung in der Landwirtschaft, vor allem aufgrund der Ausdehnung der bewässerten Fläche, nach neueren Prognoserechnungen auf 3655 km&amp;lt;SUP&amp;gt;3&amp;lt;/SUP&amp;gt; bzw. gegenüber 1995 um 18% erhöhen, mit starken regionalen Unterschieden. Während die landwirtschaftliche Wasserentnahme in den Industriestaaten aufgrund von Effizienzsteigerungen zurückgehen wird, wird sie vor allem in Afrika (südlich der Sahara) und Südamerika stark zunehmen, wo die bewässerte Fläche  um 114% bzw. 180% zunehmen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung in den Entwicklungsländern, durch die die Wasserentnahme im industriellen Sektor trotz einer rückläufigen Entwicklung in den Industrieländern etwa die gleiche Größenordnung wie die in der Landwirtschaft erreichen wird, wird ebenfalls zu einer deutlichen Erhöhung der Wassernutzung beitragen. Der Nutzungsssteigerung entgegen wirken Verbesserung der Effizienz in Landwirtschaft und Industrie und ein sorgfältigerer Umgang mit den vorhandenen Vorräten, besonders in den westlichen Industrieländern. Die größte prozentuale Zunahme wird in Afrika erwartet, die größte absolute Zunahme der Wassernutzung in Südostasien. Szenarienrechnungen ergeben eine Erhöhung der weltweiten Wassernutzung bis 2025 um 35% und bis 2050 um 67%, ohne dass dabei Auswirkungen des Klimawandels auf die Wassernutzung berücksichtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004 - Aktualisierte Version 2011 [http://www.climate-service-center.de/012389/index_0012389.html.de online]&lt;br /&gt;
* Konfliktkonstellation &amp;quot;Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen&amp;quot;, in: WBGU (2007): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html Sicherheitsrisiko Klimawandel], S. 83-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (1997): [http://www.wbgu.de/wbgu_jg1997.html Welt im Wandel: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Süßwasser]&lt;br /&gt;
* F. Chmielewski (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.3_Chmielewski.pdf Wasserbedarf in der Landwirtschaft] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Siebert und P. Döll (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.6_Siebert.pdf Bewässerungswassernutzung - eine globale Perspektive] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
* S. Malz und U. Scheele (2011): [http://www.climate-service-center.de/imperia/md/content/csc/warnsignalklima/Warnsignal_Klima_Wasser_Kap2_2.2_Malz_Scheele.pdf Wasserbedarf und Wasserverbrauch privater Haushalte und der Industrie nach Ländern] Beitrag aus: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Ludwig Karbe / Peter Hupfer / Christian-D. Schönwiese (Hrsg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle?, Neuauflage 2011&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
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|beeinflusst=Wasserressourcen&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Wasserkreislauf und Klima, Wasserverbrauch, Wasserressourcen und Klima, Wasserprobleme (regional)&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserkreislauf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserressourcen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Agroforstwirtschaft&amp;diff=35554</id>
		<title>Agroforstwirtschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Agroforstwirtschaft&amp;diff=35554"/>
		<updated>2026-09-20T09:55:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Sahelzone */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Knicks Schleswig-Holstein.jpg|thumb|540px|Abb. 1: Knicklandschaft in Schleswig-Holstein ]]&lt;br /&gt;
== Was ist Agroforstwirtschaft? ==&lt;br /&gt;
Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Die Agroforstwirtschaft gibt es seit der Antike auf fast allen Kontinenten. Nach Angaben der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, wird sie gegenwärtig weltweit von mehr als 1,2 Milliarden Menschen auf einer Fläche von rund 1 Milliarde Hektar (ha) betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FAO 2017&amp;quot;&amp;gt;Hillbrand, A. et al., FAO (2017): [https://www.fao.org/sustainable-forest-management/toolbox/tools/tool-detail/zh/c/1103703/ Agroforestry for landscape restoration]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der Kombination von Holzgewächsen mit der Feld- und Weidewirtschaft ist primär der Schutz des Bodens vor Erosion durch Wind und Wasser. Zugleich nehmen Bäume und Sträucher bei Niederschlag mehr Wasser auf als Anbaupflanzen, speichern es länger und geben es nur verzögert durch Verdunsten und Versickern wieder ab. Der Schatten von Holzgewächsen bremst die Austrocknung der angrenzende Felder und Weiden und verringert Hitzestress bei Weidetieren. Herabfallende Blätter und Zweige fördern die Bodenfruchtbarkeit. Zugleich bieten Bäume und Sträucher kleineren Wildtieren wie Feldhasen Schutz vor Fressfeinden und Insekten und Vögeln Nahrung, so dass sie auch die Biodiversität begünstigen. Für die Bauern sind z.B. Obstbäume und -sträucher in vielen Fällen zusätzliche Nahrung und Einnahmequellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von agroforstwirtschaftlichen Systemen. Die &#039;&#039;&#039;silvopastorale Agroforstwirtschaft&#039;&#039;&#039; kombiniert den Anbau von Bäumen und Sträuchern mit der Erzeugung von Tierfutter und Weidewirtschaft. Die &#039;&#039;&#039;silvoarable Agroforstwirtschaft&#039;&#039;&#039; verbindet die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern mit dem Anbau landwirtschaftlicher Kulturen. Innerhalb dieser beiden Grundsysteme gibt es zahlreiche besondere Formen der Agroforstwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Agroforstwirtschaft als Klimaschutz und Klimaanpassung ==&lt;br /&gt;
Die Landnutzung (Land- und Forstwirtschaft) ist mit ca. 25% erheblich an der gesamten [[Treibhausgasemissionen|Emission von Treibhausgasen]] beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Pongratz, Julia, J.E.M.S.Nabel, &amp;amp; W. Obermeier (2021): [http://doi.org/10.25592/uhhfdm.9955 Treibhausgaseffekte von Landnutzung], In: Warnsignal Klima: Boden &amp;amp; Landnutzung&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Agroforstwirtschaft kann sowohl die Emissionen aus der Landnutzung mindern als auch den Folgen des Klimawandels entgegenwirken. Agroforstsysteme integrieren sowohl Klimaschutz- als auch Anpassungsmaßnahmen (Abb. 2). Sie weisen eine 3- bis 4-mal so hohe Biomasse auf als traditioneller Anbau und binden entsprechend mehr [[Kohlendioxidemissionen|Kohlenstoff]]. Auf der anderen Seite dienen sie als Anpassung an die Folgen des Klimawandels und verringern Bodenerosion, Hitzeschäden, Austrocknung und Überschwemmungen.&lt;br /&gt;
[[Bild:Agroforestry-organic-inputs.jpg|thumb|540px|Abb. 2: Klimaschutz und Klimaanpassung durch Agroforstwirtschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimaschutz durch Agroforstwirtschaft ===&lt;br /&gt;
Agroforstsysteme weisen sowohl im oberirdischen Pflanzenwuchs als auch im Boden gegenüber Monokulturen wie reine Mais- oder Weizenfelder einen deutlich höheren Gehalt an Kohlenstoff auf. Zum einen nehmen die Bäume und Sträucher durch ihre größere Biomasse mehr Kohlendioxid auf als Anbaukulturen. Zum anderen wird durch herabfallendes Laub und Äste, die mit der Zeit zersetzt werden, die organische Substanz im Boden erhöht und damit Kohlenstoff dauerhaft gebunden. Die Menge des in Agroforstsystemen gebundenen Kohlenstoffs kann zwischen 37 und 332 Tonnen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; pro Hektar variieren. Sie können damit einen Teil der landwirtschaftlichen Emissionen von Treibhausgasen ausgleichen. In Böden unter Baumkronen und unter Hecken liegt der Gehalt an organischem Kohlenstoff nach Untersuchungen um fast ein Drittel höher als außerhalb der Kronenbereiche. Die Kohlenstoffbindung durch Pappeln z.B. wurde im Vergleich zu baumlosen Produktionssystemen sogar verdoppelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bubalo 2026&amp;quot;&amp;gt;Bubalo, A., I. Jug, H. Žalac et al. (2026): [https://doi.org/10.3390/cli14060130 Agroforestry Systems as Integrated Solutions for Climate Change Adaptation and Mitigation], Climate 14, no. 6: 130&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Agroforstsysteme mit Hecken speichern bei zunehmendem Alter zunehmend mehr Bodenkohlenstoff. Der Gehalt an organischem Bodenkohlenstoff in Heckensystemen liegt nach einer Untersuchung in England im Durchschnitt um ca. 31% höher als auf angrenzendem Grasland. In den ersten Jahren betrug die Differenz nur 3,3%, während sich der Unterschied bei 37 Jahre alten Hecken auf 45 % erhöhte und bei den ältesten Heckensystemen sogar 57% betrug. Bei einer Ausweitung der englischen Heckensystemen um 40% in den nächsten 40 Jahren könnten bis 6% der landwirtschaftlichen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen kompensiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Biffi, S., P. Chapman, R.P. Grayson &amp;amp; G. Ziv (2022): [https://doi.org/10.1016/j.jenvman.2022.114484 Soil carbon sequestration potential of planting hedgerows in agricultural landscapes]. J. Environ. Manag. 2022, 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Agroforstwirtschaft als Klimaanpassung ===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel ändert die Verteilung der Niederschläge und erhöht die Temperatur. Die Folge ist oft eine Zunahme von Intensität und Häufigkeit von Extremereignissen wie [[Hitzewellen]], [[Dürren]], [[Starkniederschläge und Hochwasser|Starkniederschläge]]n und [[Außertropische Stürme|Stürmen]]. Modellberechnungen haben ergeben, dass ein Temperaturanstieg um 2 °C zu einer 1,7-mal höheren Wahrscheinlichkeit für Starkregenereignisse führen könnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dobhal 2024&amp;quot;&amp;gt;Dobhal, S., R. Kumar, A.K. Bhardwaj et al. (2024): [https://www.frontiersin.org/journals/forests-and-global-change/articles/10.3389/ffgc.2024.1379741 Global assessment of production benefits and risk reduction in agroforestry during extreme weather events under climate change scenarios]. Front. For. Glob. Change 7:1379741&amp;lt;/ref&amp;gt;  Dadurch kann es zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft kommen, manchmal sogar zum Ausfall ganzer Ernten. Insbesondere können Dürren, Starkniederschläge und Stürme Bodenerosion bewirken. Die Agroforstwirtschaft erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber derartigen Klimarisiken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022a&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): Food, Fibre, and Other Ecosystem Products, Executive Summary, doi:10.1017/9781009325844.007&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hohe Temperaturen ====&lt;br /&gt;
Die steigenden Temperaturen bei Tag und Nacht haben erhebliche Auswirkungen auf die Produktivität von Pflanzen und Tieren. Die Erträge bei Weizen, Reis, Mais und Sojabohnen könnten nach verschiedenen Studien um 3,2 %, 7,4 %, 6,0 % und 3,1 % pro 1 °C Anstieg der der [[Globale Mitteltemperatur|globalen Mitteltemperatur]] abnehmen. Insbesondere können Temperaturen über 30 °C zu Pollensterilität und einem Rückgang des Samenertrags führen. Das Vorhandensein von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen verringert Temperaturschwankungen auf vielfältige Weise. Das Baumkronendach wirkt als Puffer gegen rasche Veränderungen der Höchst- und Tiefsttemperaturen und schützt die darunterliegende Vegetation vor den negativen Auswirkungen hoher Temperaturen. Die Temperatur in einem auf Pappeln basierenden Agroforstsystem an heißen Sommertagen war nach Messungen um 3,4 °C niedriger als in einem reinen Weizenbestand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dobhal 2024&amp;quot;/&amp;gt;   In Agroforstsystemen mit Weidenutzung (Silvopastoral-Systemen) spenden Bäume zudem Schatten, was für die Weidetiere den Hitzestress reduziert und sie vor direkter Sonnenstrahlung schützt.&amp;lt;ref name=Le 2025&amp;quot;&amp;gt;Le, T.H., G. Bonari, M. Sauerwein et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s10457-025-01335-0 Traditional agroforestry systems in Europe revisited: a systematic review]. Agroforest Syst 99, 236&amp;lt;/ref&amp;gt;  Dadurch wird nachweislich die Tiergesundheit gefördert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blake-Rath 2026&amp;quot;&amp;gt;Blake-Rath, R., Seegers, R., Grote, U. et al. (2026): [https://doi.org/10.1007/s10457-026-01437-3 Agroforestry literature in the European Union: a bibliometric review and content analysis of key research areas and developments from 1984 to 2025]. Agroforest Syst 100, 55&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Agroforestry Flickr2.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Pflügen von Grasland zwischen Haselnusstreifen]]||[[Bild:Agroforestry Flickr3.jpg|thumb|450px|Abb. 4: Kartoffelanbau zwischen Haselnusssträuchern mit Schattenwurf ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bäume und Sträucher als Erosionsschutz ====&lt;br /&gt;
Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass in den letzten 40 Jahren global auf ein Drittel des Anbaulands der Boden durch Erosion verloren gegangen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillbrand 2017&amp;quot;&amp;gt;Hillbrand, A. et al., FAO (2017): [https://www.fao.org/sustainable-forest-management/toolbox/tools/tool-detail/zh/c/1103703/ Agroforestry for landscape restoration]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Ursache ist dabei nicht immer der Klimawandel; die Bodenbearbeitung spielt eine mindestens ebenso wichtige Rolle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fiener 2026&amp;quot;&amp;gt;Fiener, P. &amp;amp; K. Auerswald (2026): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-landwirtschaft/bodenerosion-und-klimawandel/ Bodenerosion und Klimawandel]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;  Dürren, Starkniederschläge und Stürme werden jedoch durch den Klimawandel zunehmend wichtiger. Bäume können helfen, diesen Prozess zu reduzieren und die Bodenerosion abzuschwächen.  Sie wirken als Schutz gegen starken Wind und vermindern den Abfluss von Regenwasser nach Starkniederschlägen. Dabei sind Hecken und Windschutzstreifen aus linear angeordneten Sträuchern und Bäumen besonders wirksam. Hinzu kommt, dass herabfallende Zweige und Blätter den Boden vor Austrocknung schützen und stabilisieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blake-Rath 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agroforstwirtschaft sorgt zudem für verflochtene Wurzelsysteme und eine verstärkte Vegetationsdecke, welche den Boden festigen und die durch Wind und Wasser verursachte Erosion abschwächen. In Agroforstsystemen gepflanzte Bäume und Sträucher verringern zudem die [[Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen|Sonneneinstrahlung]] und Lufttemperaturen und erhöhen die Luftfeuchtigkeit, wodurch günstigere Bedingungen für die Pflanzenproduktion geschaffen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bubalo 2026&amp;quot;/&amp;gt;  Die Kombination von Bäumen, Pflanzen und Nutztieren minimiert insgesamt Schäden durch Überschwemmungen und verbessert die Wasserspeicherung, was die Produktivität erhöht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Climate ADAPT 2022&amp;quot;&amp;gt;Climate ADAPT (2022): [https://climate-adapt.eea.europa.eu/de/metadata/adaptation-options/agro-forestry-and-crop-diversification Agroforstwirtschaft]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schutz vor Dürren ====&lt;br /&gt;
Ein weiteres Problem für die Landwirtschaft durch den Klimawandel sind Dürren und Wassermangel. Dürren führen zu starken Ernteverlusten, wovon zwischen 1983 und 2009 75% der globalen Anbaufläche betroffen waren. Besonders schädlich hat sich die Kombination von Dürren mit Hitzewellen erwiesen. So lagen dadurch die weltweiten Ernteverluste von Weizen und Mais in derselben Zeitperiode bei 9% bzw. 12%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022b&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022a): Food, Fibre, and Other Ecosystem Products, 5.4.1, doi:10.1017/9781009325844.007&amp;lt;/ref&amp;gt;  Projektionen von Hitze- und Dürreereignissen zeigen bei einer Erwärmung von 1.5-2 °C eine Verdoppelung solcher Ereignisse in Südasien und eine Verdreifachung in Ostasien. Problematisch für die Ernährung der Weltbevölkerung wird es vor allem dann, wenn Hitze und Trockenheit in wichtigen Kornkammerregionen wie Mitteleuropa, Ostasien und das zentrale Nordamerika gleichzeitig auftreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dietz 2025&amp;quot;&amp;gt;Dietz, V., J. Baehr &amp;amp; L. Suarez-Gutierrez et al. (2025): [https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/adda63 The future of hot and dry events in the breadbasket regions of maize], Environmental Research Letters, 20, 7&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Dürrebedingungen bietet die Integration von Bäumen in Anbausysteme zahlreiche Vorteile, wie etwa Schatten und Schutz vor starkem Wind, was zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit beiträgt. Diese Abmilderung des Mikroklimas erhöht die Widerstandsfähigkeit der Kulturen gegenüber dürrebedingten Risiken. Insbesondere kann Agroforstwirtschaft den Wasserbedarf der Pflanzen während heißer und trockener Phasen des Anbauzyklus senken. Ein Beispiel hierfür sind Windschutzstreifen: Sie bewahren die Bodenfeuchtigkeit, indem sie die Windgeschwindigkeit verringern – einen wesentlichen Faktor, der die Bodenverdunstung und die Transpiration der Pflanzen steuert (Brandle et al., 2009) – und können sich unter Wassermangel als äußerst wertvoll erweisen. Zudem schafft das Baumkronendach in wasserarmen Umgebungen ein günstiges Milieu für die biologische Aktivität im Boden. Bäume beziehen Wasser und Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten und tragen so dazu bei, die Auswirkungen von Dürreperioden abzumildern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dobhal 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bäume und Sträucher weisen eine hohe Wasserspeicherkapazität auf. Wasserknappheit ist besonders in ariden Regionen eines der Kernprobleme der Landwirtschaft. Auch hier kann die Agroforstwirtschaft von Nutzen sein. Bäume nehmen sehr viel Wasser auf und speichern es in der oberirdischen Biomasse sowie im Wurzelwerk, von wo sie es an den Boden weitergeben. In Trockenzeiten können ihre tiefreichenden Wurzeln Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen und es an die oberirdische Pflanze und auch an Anbaupflanzen weitergeben. Die Kronen von Bäumen und Sträuchern und das herabgefallene Laub schützen zudem den Boden effektiv vor Verdunstung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bubalo 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Beispiele ==&lt;br /&gt;
Agroforstsysteme sind besonders in Südostasien sowie in Mittel- und Südamerika verbreitet, wo mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen agroforstwirtschaftlich genutzt wird. Im vergangenen Jahrzehnt hat diese Praxis erheblich an Ausbreitung gewonnen. Agroforstsysteme gibt es in großer Vielfalt auch in Indien auf einer Gesamtfläche von ca. 10 Millionen Hektar. In einigen Ländern Afrikas sind Agroforstsysteme ebenfalls stark verbreitet, in Niger und Mali auf etwa 5 Millionen Hektar. Das entspricht in Mali rund 90 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bubalo 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europa ===&lt;br /&gt;
==== Verbreitung ====&lt;br /&gt;
In Europa war die Agroforstwirtschaft in früheren Zeiten weit verbreitet. Die Modernisierung der Landwirtschaft mit ihrem starken Einsatz von Maschinen hatte jedoch seit den 1960er Jahren eine radikale Flurbereinigung und Beseitigung der oft störenden Holzgewächse zur Folge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Augère-Granier 2020&amp;quot;&amp;gt;Augère-Granier, M.-L. (2020): Agroforestry in the European Union, https://climate-adapt.eea.europa.eu/de/metadata/adaptation-options/agro-forestry-and-crop-diversification &amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Fläche von Agroforstsystemen in der Europäischen Union (EU) wird gegenwärtig auf rund 15 Millionen Hektar geschätzt, was etwa 9% der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ausmacht. Agroforstsysteme finden sich hier vorwiegend im Mittelmeerraum. Allein Spanien verfügt mit rund 5,6 Millionen Hektar über ein Drittel der gesamten europäischen agroforstwirtschaftlichen Fläche. Frankreich, Griechenland, Italien und Portugal weisen aber immer noch mehr als 1 Million Hektar Agroforstflächen auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bubalo 2026&amp;quot;/&amp;gt;  In Deutschland bedecken Agroforstsysteme nach Schätzungen nur 490.00 ha bzw. 1,2% der landwirtschaftlichen Fläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Obladen 2025&amp;quot;&amp;gt;Obladen, N., Schindler, Z., Sheppard, J.P. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s10457-025-01358-7 Hidden gems: small woody landscape features on agricultural land are overlooked in current assessments of agroforestry in Germany]. Agroforest Syst 99, 267&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Formen der Agroforstwirtschaft in Europa ====&lt;br /&gt;
Die 15,4 Millionen Hektar in Europa werden in verschiedenen Formen der silvopastoralen Agroforstwirtschaft bewirtschaftet (die mit 15,1 Millionen Hektar bei weitem die vorherrschende Form der Agroforstwirtschaft in Europa darstellt), während ein kleinerer Teil – 358.000 Hektar – der silvoarablen Agroforstwirtschaft zuzuordnen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Augère-Granier 2020&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Streuobstwiese bei Tübingen.jpg|thumb|500px|Abb. 5: Streuobstwiese bei Tübingen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Streuobstwiesen eine wichtige Nahrungsergänzung mit Steinobst. ]]||[[Bild:Dehesa Spanien.jpg|thumb|450px|Abb. 6: Dehesa: Kombination aus Weiden und Bäumen im Südwesten Spaniens mit Rinderhaltung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In der EU gibt es eine Vielzahl von Agroforstsystemen. Auf der Iberischen Halbinsel sind die die Dehesas (Spanien) und Montados (Portugal) verbreitet. Das sind traditionelle mediterrane Agroforstsysteme, bei denen zwischen verstreut stehenden Korkeichen Rinder, Schweine und Schafe weiden. Diese beiden Systeme entstanden ursprünglich durch die Rodung natürlicher Wälder und sind heute offene Waldlandschaften, die Nahrungsmittel, Futter, Holz und Kork liefern. Darüber hinaus zeigen sie eine hohe Artenvielfalt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blake-Rath 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agrosilvopastorale Systeme in Südeuropa bieten zahlreichen Vogelarten Lebensraum. In Rumänien wurden auf einer Fläche von etwa 3 Hektar 65 Vogelarten nachgewiesen. In einer Dehesa konnten auf einer Fläche von 150 Hektar 60 Bienenarten festgestellt werden. In Dehesa-Systemen, die von Korkeichen und Steineichen geprägt sind, gab es auch seltene und gefährdete Arten, darunter verschiedene Adlerarten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Le 2025&amp;quot;&amp;gt;Le, T.H., G. Bonari, M. Sauerwein et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s10457-025-01335-0 Traditional agroforestry systems in Europe revisited: a systematic review]. Agroforest Syst 99, 236&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Mitteleuropa sind Streuobstwiesen als traditionelle Agroforstsysteme typisch, die sich aus verstreut stehenden Nuss- und Obstbäumen und Grünland zusammensetzen. Ähnlich wie Dehesas und Montados zeichnen sich Streuobstwiesen durch eine hohe Biodiversität aus. Außerdem ist die Kombination von Baumstreifen auf Ackerflächen verbreitet, auf denen Nutzpflanzen angebaut werden. Die streifenförmige Anordnung erleichtert den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blake-Rath 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hecken und Windschutzstreifen sind weitere agroforstwirtschaftliche Strukturen, die aus linear angeordneten Bäumen oder Sträuchern bestehen (Abb. 1). Bei Hecken wird die Gehölzvegetation oft dazu genutzt, landwirtschaftliche Flächen von Grünland zu trennen. Windschutzstreifen finden sich an Feldrändern, um Böden und Kulturen vor Winderosion zu schützen. Am Rand von Weiden bieten sie bei starker Hitze Abkühlung für die weidenden Tiere.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blake-Rath 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sahelzone ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Agroforestry Burkina Faso.jpg|thumb|520px|Abb. 14: Agroforstwirtschaft im südwestlichen Burkina Faso ]]&lt;br /&gt;
Aufgrund der gewaltigen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren herrscht auch heutzutage im öffentlichen Bewusstsein von der Sahelzone oft noch das Bild einer dürregeplagten Region. Das ist inzwischen nur noch die halbe Wahrheit. Es gibt im Sahel immer noch Dürren, aber ebenso leidet die Region unter Starkregen und Überschwemmungen. Insgesamt fallen deutlich mehr Niederschläge als in den 1980er Jahren. Satellitenbilder belegen zudem, dass das Gebiet grüner geworden ist. Dazu haben auch Veränderungen landwirtschaftlicher Methoden beigetragen. Zum Teil wurde dieser Prozess von den Regierungen der Sahel-Länder gesteuert, durch die die Landwirte angehalten wurden, ihre Agrarflächen mit Bäumen und Büschen zu bepflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2024&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., R. Baumhauer &amp;amp; B. Rühl (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16436 Anpassungsmaßnahmen in Afrika gegen Wetterextreme am Beispiel des westafrikanischen Sahel]. In: J. L. Lozán, H. Grassl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.): Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. 313-318&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Die Ausbreitung der Agroforstwirtschaft zeigt sich etwa im Norden von Burkina Faso. Hier hat sich die Baumdichte auf den Feldern stark erhöht. Wasserdurchlässige Steindämme wurden als Schutz gegen Erosion entlang der Geländekonturen errichtet. Zugleich wuchsen heimische Bäume, Sträucher und Gräser und die Umgebung von Dörfern wandelten sich teilweise in eine agroforstwirtschaftliche Parklandschaft um. In manchen Regionen im Senegal und Mali kam es zu Aufforstungen von bis zu 250 Bäumen pro ha.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeng 2023&amp;quot;&amp;gt;Zeng, Y., L. Jia, M. Menenti et al. (2023): [https://doi.org/10.1007/s10113-023-02084-5 Changes in vegetation greenness related to climatic and non-climatic factors in the Sudano-Sahelian region]. Reg Environ Change 23, 92&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Agroforstwirtschaft hat sich in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft für den Anbau von Grundnahrungsmitteln erwiesen. In der Trockenzeit absorbieren die tiefreichenden Wurzeln der Bäume Mineralstoffe, die für Getreidepflanzen außer Reichweite sind, und speichern sie in ihren Früchten und Blättern. Einige Bäume nehmen auch Stickstoff aus der Luft auf und reichern damit den Oberboden an. Die herabfallenden Blätter dienen als Mulch und liefern dann Nährstoffe in der feuchten Jahreszeit (Nyamekye et al. 2018). Bäume begünstigen durch ihr Blätterdach und Verdunstung Niederschläge und senken in der Regenzeit die Temperatur ab. Für die Dorfbewohner bieten sie Brenn- und Bauholz, Schatten und Früchte, die sich auch auf dem Markt verkaufen lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2024&amp;quot;/&amp;gt; Von den Kleinbauern wird das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern bewusst als Maßnahme gegen Klimaschwankungen gesehen, da sie die Folgen von Dürren sowie Wind- und Wassererosion abschwächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Papa 2020&amp;quot;&amp;gt;Papa, C., Nzokou, P. &amp;amp; Mbow, C. (2020): [https://doi.org/10.1007/s00267-020-01302-8 Farmer Livelihood Strategies and Attitudes in Response to Climate Change in Agroforestry Systems in Kedougou, Senegal]. Environmental Management 66, 218–231&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaanpassung]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35553</id>
		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2026-09-18T07:19:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Agroforestry-organic-inputs.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Agroforstwirtschaft]]&#039;&#039;&#039; Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Diese Form der Landwirtschaft ist auf der Welt weit verbreitet und wird seit Jahrhunderten praktiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch die Modernisierung der Landwirtschaft zurückgedrängt, weil Bäume und Sträucher den Einsatz von Maschinen behinderten. In jüngster Zeit wurden ihre Vorteile als Kliamaschutz- und Klimaanpassungs-Maßnahme jedoch wiederentdeckt. Bäume und Sträucher nehmen durch ihre größere Biomasse mehr Kohlenstoff auf als Anbaukulturen und Gräser. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion. Sie sind in der Lage viel Niederschlag zu speichern und geben ihn bei Dürren wieder ab. Nicht zuletzt verdunsten Bäume und Sträucher viel Wasser und spenden Schatten. Dadurch bewahren sie bei Hitzewellen Anbaupflanzen und Weidetiere vor allzu hohen Temperaturen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Monaco.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme]]&#039;&#039;&#039; Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt: Der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Wir müssen alles tun, um seine weitere Verstärkung abzuschwächen. Aber bestimmte Folgen wie Hitzewellen und Waldbrände sind nicht mehr zu vermeiden. Daher braucht es Maßnahmen, um die Wirkung dieser Folgen möglichst zu begrenzen. Eine wichtige Maßnahme ist das Konzept der Schwammstadt. Es zielt zum einen darauf, den städtischen Wasserkreislauf dem natürlichen Kreislauf wieder anzunähern, und zum anderen, im Sommer das Stadtklima herunterzukühlen. Dazu dient die Umwandlung der Stadt von einer grauen Stadt mit viel Beton und Asphalt in eine grün-blaue Stadt mit vielen Pflanzen und Wasserflächen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Waldbrände in Frankreich und Spanien 2026]]&#039;&#039;&#039; Bereits bis Ende Juli 2026 hat es im westlichen Mittelmeerraum gewaltige Waldbrände gegeben. Betroffen waren vor allem der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien, wo starke Waldbrände sich auf die Metropolen Bordeaux und Madrid zubewegten. Allein in Frankreich mussten 220.000 Einwohner und Touristen evakuiert werden, in Spanien 80.000 Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an diesen Rekordfeuern wesentlich der Klimawandel beteiligt war. Starke Regenfälle im Winter ließen vor allem in Frankreich die Vegetation üppig wachsen, Dürren und mehrere Hitzewellen trockneten dann das reichlich vorhandene Brennmaterial extrem aus. Trotz der in beiden Ländern weit entwickelten Maßnahmen zur Brandbekämpfung wurde in großem Umfang Wald- und Buschvegetation vernichtet und zahlreiche Häuser zerstört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
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|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
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Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
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		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-17T06:11:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Agroforestry-organic-inputs.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Agroforstwirtschaft]]&#039;&#039;&#039; Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Diese Form der Landwirtschaft ist auf der Welt weit verbreitet und wird seit Jahrhunderten praktiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch die Modernisierung der Landwirtschaft zurückgedrängt, weil Bäume und Sträucher den Einsatz von Maschinen behinderten. In jüngster Zeit wurden ihre Vorteile als Kliamaschutz- und Klimaanpassungs-Maßnahme jedoch wiederentdeckt. Bäume und Sträucher nehmen durch ihre größere Biomasse mehr Kohlenstoff auf als Anbaukulturen und Gräser. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion. Sie sind in der Lage viel Niederschlag zu speichern und geben es bei Dürren wieder ab. Nicht zuletzt verdunsten Bäume und Sträucher viel Wasser und spenden Schatten. Dadurch bewahren sie bei Hitzewellen Anbaupflanzen und Weidetiere vor allzu hohen Temperaturen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Monaco.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme]]&#039;&#039;&#039; Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt: Der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Wir müssen alles tun, um seine weitere Verstärkung abzuschwächen. Aber bestimmte Folgen wie Hitzewellen und Waldbrände sind nicht mehr zu vermeiden. Daher braucht es Maßnahmen, um die Wirkung dieser Folgen möglichst zu begrenzen. Eine wichtige Maßnahme ist das Konzept der Schwammstadt. Es zielt zum einen darauf, den städtischen Wasserkreislauf dem natürlichen Kreislauf wieder anzunähern, und zum anderen, im Sommer das Stadtklima herunterzukühlen. Dazu dient die Umwandlung der Stadt von einer grauen Stadt mit viel Beton und Asphalt in eine grün-blaue Stadt mit vielen Pflanzen und Wasserflächen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Waldbrände in Frankreich und Spanien 2026]]&#039;&#039;&#039; Bereits bis Ende Juli 2026 hat es im westlichen Mittelmeerraum gewaltige Waldbrände gegeben. Betroffen waren vor allem der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien, wo starke Waldbrände sich auf die Metropolen Bordeaux und Madrid zubewegten. Allein in Frankreich mussten 220.000 Einwohner und Touristen evakuiert werden, in Spanien 80.000 Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an diesen Rekordfeuern wesentlich der Klimawandel beteiligt war. Starke Regenfälle im Winter ließen vor allem in Frankreich die Vegetation üppig wachsen, Dürren und mehrere Hitzewellen trockneten dann das reichlich vorhandene Brennmaterial extrem aus. Trotz der in beiden Ländern weit entwickelten Maßnahmen zur Brandbekämpfung wurde in großem Umfang Wald- und Buschvegetation vernichtet und zahlreiche Häuser zerstört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
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In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35551</id>
		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2026-09-17T06:08:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Agroforestry-organic-inputs.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Agroforstwirtschaft]]&#039;&#039;&#039; Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Diese Form der Landwirtschaft ist auf der Welt weit verbreitet und wird seit Jahrhunderten praktiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch die Modernisierung der Landwirtschaft zurückgedrängt, weil Bäume und Sträucher den Einsatz von Maschinen behinderten. In jüngster Zeit wurden ihre Vorteile als Kliamaschutz- und Klimaanpassungs-Maßnahme jedoch neu entdeckt, und sie breitet sich wieder aus. Bäume und Sträucher nehmen durch ihre größere Biomasse mehr Kohlenstoff auf als Anbaukulturen und Gräser. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion. Sie sind in der Lage viel Niederschlag zu speichern und geben es bei Dürren wieder ab. Nicht zuletzt verdunsten Bäume und Sträucher viel Wasser und spenden Schatten. Dadurch bewahren sie bei Hitzewellen Anbaupflanzen und Weidetiere vor allzu hohen Temperaturen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Monaco.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme]]&#039;&#039;&#039; Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt: Der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Wir müssen alles tun, um seine weitere Verstärkung abzuschwächen. Aber bestimmte Folgen wie Hitzewellen und Waldbrände sind nicht mehr zu vermeiden. Daher braucht es Maßnahmen, um die Wirkung dieser Folgen möglichst zu begrenzen. Eine wichtige Maßnahme ist das Konzept der Schwammstadt. Es zielt zum einen darauf, den städtischen Wasserkreislauf dem natürlichen Kreislauf wieder anzunähern, und zum anderen, im Sommer das Stadtklima herunterzukühlen. Dazu dient die Umwandlung der Stadt von einer grauen Stadt mit viel Beton und Asphalt in eine grün-blaue Stadt mit vielen Pflanzen und Wasserflächen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Waldbrände in Frankreich und Spanien 2026]]&#039;&#039;&#039; Bereits bis Ende Juli 2026 hat es im westlichen Mittelmeerraum gewaltige Waldbrände gegeben. Betroffen waren vor allem der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien, wo starke Waldbrände sich auf die Metropolen Bordeaux und Madrid zubewegten. Allein in Frankreich mussten 220.000 Einwohner und Touristen evakuiert werden, in Spanien 80.000 Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an diesen Rekordfeuern wesentlich der Klimawandel beteiligt war. Starke Regenfälle im Winter ließen vor allem in Frankreich die Vegetation üppig wachsen, Dürren und mehrere Hitzewellen trockneten dann das reichlich vorhandene Brennmaterial extrem aus. Trotz der in beiden Ländern weit entwickelten Maßnahmen zur Brandbekämpfung wurde in großem Umfang Wald- und Buschvegetation vernichtet und zahlreiche Häuser zerstört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--min_count=5&lt;br /&gt;
exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35550</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35550"/>
		<updated>2026-09-17T03:46:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Waldbrände 2026 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Angekohlte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Foto: Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Foto: Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Foto: Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Foto: Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landnutzung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu weniger Niederschlägen. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Eine höhere Temperatur verstärkt die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und verstärkt damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Somit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem mittleren Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
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|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Zerst%C3%B6rter_PKW_F_2026.jpg&amp;diff=35549</id>
		<title>Datei:Zerstörter PKW F 2026.jpg</title>
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		<updated>2026-09-16T10:49:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zerstörter PKW, Le Porge&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Foto © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2026-09-16T10:48:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Agroforestry-organic-inputs.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Agroforstwirtschaft]]&#039;&#039;&#039; Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Diese Form der Landwirtschaft ist auf der Welt weit verbreitet und wird seit Jahrhunderten praktiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch die Modernisierung der Landwirtschaft zurückgedrängt, weil Bäume und Sträucher den Einsatz von Maschinen behinderten. In jüngster Zeit wurden ihre Vorteile als Kliamschutz- und Klimaanpassungs-Maßnahme jedoch neu entdeckt, und sie breitet sich wieder aus. Bäume und Sträucher nehmen durch ihre größere Biomasse mehr Kohlenstoff auf als Anbaukulturen und Gräser. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion. Sie sind in der Lage viel Niederschlag zu speichern und geben es bei Dürren wieder ab. Nicht zuletzt verdunsten Bäume und Sträucher viel Wasser und spenden Schatten. Dadurch bewahren sie bei Hitzewellen Anbaupflanzen und Weidetiere vor allzu hohen Temperaturen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Monaco.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme]]&#039;&#039;&#039; Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt: Der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Wir müssen alles tun, um seine weitere Verstärkung abzuschwächen. Aber bestimmte Folgen wie Hitzewellen und Waldbrände sind nicht mehr zu vermeiden. Daher braucht es Maßnahmen, um die Wirkung dieser Folgen möglichst zu begrenzen. Eine wichtige Maßnahme ist das Konzept der Schwammstadt. Es zielt zum einen darauf, den städtischen Wasserkreislauf dem natürlichen Kreislauf wieder anzunähern, und zum anderen, im Sommer das Stadtklima herunterzukühlen. Dazu dient die Umwandlung der Stadt von einer grauen Stadt mit viel Beton und Asphalt in eine grün-blaue Stadt mit vielen Pflanzen und Wasserflächen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Waldbrände in Frankreich und Spanien 2026]]&#039;&#039;&#039; Bereits bis Ende Juli 2026 hat es im westlichen Mittelmeerraum gewaltige Waldbrände gegeben. Betroffen waren vor allem der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien, wo starke Waldbrände sich auf die Metropolen Bordeaux und Madrid zubewegten. Allein in Frankreich mussten 220.000 Einwohner und Touristen evakuiert werden, in Spanien 80.000 Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an diesen Rekordfeuern wesentlich der Klimawandel beteiligt war. Starke Regenfälle im Winter ließen vor allem in Frankreich die Vegetation üppig wachsen, Dürren und mehrere Hitzewellen trockneten dann das reichlich vorhandene Brennmaterial extrem aus. Trotz der in beiden Ländern weit entwickelten Maßnahmen zur Brandbekämpfung wurde in großem Umfang Wald- und Buschvegetation vernichtet und zahlreiche Häuser zerstört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
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exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
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|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
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{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35547</id>
		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2026-09-16T10:41:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Agroforestry-organic-inputs.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Agroforstwirtschaft]]&#039;&#039;&#039; Bei der Agroforstwirtschaft werden auf demselben Stück Land Bäume und Sträucher mit Ackerbau und Viehzucht kombiniert. Diese Form der Landwirtschaft ist auf der Welt weit verbreitet und wird seit Jahrhunderten praktiziert. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch die Modernisierung der Landwirtschaft zurückgedrängt, weil Bäume und Sträucher den Einsatz von Maschinen behinderten. In jüngster Zeit wurden ihre Vorteile als Kliamschutz- und Klimaanpassungs-Maßnahme jedoch neu entdeckt, und sie breitet sich wieder aus. Bäume und Sträucher nehmen durch ihre größere Biomasse mehr Kohlenstoff auf als Anbaukulturen und Gräser. Außerdem schützen sie den Boden vor Erosion. Sie sind in der Lage viel Niederschlag zu speichern und geben es bei Dürren wieder ab. Nicht zuletzt verdunsten Bäume und Sträucher viel Wasser und spenden Schatten. Dadurch bewahren sie bei Hitzewellen Anbaupflanzen und Weidetiere vor allzu hohen Temperaturen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Monaco.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Schwammstadt als Anpassungsmaßnahme]]&#039;&#039;&#039; Der Sommer 2026 hat erneut gezeigt: Der Klimawandel ist längst auch bei uns angekommen. Wir müssen alles tun, um seine weitere Verstärkung abzuschwächen. Aber bestimmte Folgen wie Hitzewellen und Waldbrände sind nicht mehr zu vermeiden. Daher braucht es Maßnahmen, um die Wirkung dieser Folgen möglichst zu begrenzen. Eine wichtige Maßnahme ist das Konzept der Schwammstadt. Es zielt zum einen darauf, den städtischen Wasserkreislauf dem natürlichen Kreislauf wieder anzunähern, und zum anderen, im Sommer das Stadtklima herunterzukühlen. Dazu dient die Umwandlung der Stadt von einer grauen Stadt mit viel Beton und Asphalt in eine grün-blaue Stadt mit vielen Pflanzen und Wasserflächen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Camping_Le_Brasilia_2.July_2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Waldbrände_im_Mittelmeerraum#Waldbrände_2026|Waldbrände in Frankreich und Spanien 2026]]&#039;&#039;&#039; Bereits bis Ende Juli hat es im westlichen Mittelmeerraum gewaltige Waldbrände gegeben. Betroffen waren vor allem der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien, wo starke Waldbrände sich auf die Metropolen Bordeaux und Madrid zubewegten. Allein in Frankreich mussten 220.000 Einwohner und Touristen evakuiert werden, in Spanien 80.000 Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass an diesen Rekordfeuern wesentlich der Klimawandel beteiligt war. Starke Regenfälle im Winter ließen vor allem in Frankreich die Vegetation üppig wachsen, Dürren und mehrere Hitzewellen trockneten dann das reichlich vorhandene Brennmaterial extrem aus. Trotz der in beiden Ländern weit entwickelten Maßnahmen zur Brandbekämpfung wurde in großem Umfang Wald- und Buschvegetaion vernichtet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
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|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
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[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!--min_count=5&lt;br /&gt;
exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35546</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35546"/>
		<updated>2026-09-16T08:13:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Projektionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Angekohlte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landnutzung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu weniger Niederschlägen. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Eine höhere Temperatur verstärkt die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und verstärkt damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Somit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem mittleren Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35545</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
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		<updated>2026-09-16T08:10:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Angekohlte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landnutzung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu weniger Niederschlägen. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Eine höhere Temperatur verstärkt die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und verstärkt damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Somit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35544</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35544"/>
		<updated>2026-09-16T08:06:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Waldbrände 2026 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Angekohlte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu weniger Niederschlägen. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Eine höhere Temperatur verstärkt die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und verstärkt damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Somit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35543</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35543"/>
		<updated>2026-09-15T16:50:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Projektionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu weniger Niederschlägen. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Eine höhere Temperatur verstärkt die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und verstärkt damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Somit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35542</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35542"/>
		<updated>2026-09-15T16:44:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Projektionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektionen]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35541</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35541"/>
		<updated>2026-09-15T16:44:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Klimatische Ursachen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände zusätzlich angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35540</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35540"/>
		<updated>2026-09-15T16:40:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Feuerereignisse bis 2023 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35539</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
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		<updated>2026-09-15T16:39:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 3).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 4, 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35538</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35538"/>
		<updated>2026-09-15T16:19:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Waldbrände 2026 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 4).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Matthes&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35537</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35537"/>
		<updated>2026-09-15T15:57:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Feuerereignisse bis 2023 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 4).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme bei Le Porge, September 2026]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Dürren im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35536</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35536"/>
		<updated>2026-09-15T15:56:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelne Waldbrandereignisse ==&lt;br /&gt;
=== Feuerereignisse bis 2023===&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 3: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 4).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl es im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2025 ===&lt;br /&gt;
==== Östlicher Mittelmeerraum ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha. In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spanien und Portugal ====&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 12: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldbrände 2026 ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Camping Le Brasilia 2.July 2026.jpg|thumb|320px|Abb. 14: Durch Waldbrand zerstörter Campingplatz Le Brasilia (bei Perpignan) am 2. Juli 2026]]||[[Bild:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png|thumb|520px|Abb. 15: Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum haben sich 2026 schon bis zu diesem Zeitpunkt (Ende Juli) aufsehenerregende Brände ereignet. Besonders betroffen waren der Südwesten Frankreichs und das zentrale Spanien. Nach Monaten der Dürre und mehreren [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Hitzewellen]] brachen im Juli 2026 im Südwesten Frankreichs und in Zentral-Spanien umfangreiche und starke Waldbrände aus, die sich zu einer Bedrohung der Metropolen Bordeaux und Madrid entwickelten. In Frankreich entstanden die Brände nahe der Atlantikküste und erfassten 40.000 ha, die zweitgrößte Fläche, die seit dem Zweiten Weltkrieg durch einen Waldbrand zerstört wurde. Wobei in ganz Frankreich bis Ende Juli 2026 über 90.000 ha betroffen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EFFIS 2026&amp;quot;&amp;gt;EFFIS (2026): [https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.statistics/estimates/ Annual Statistics for France]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das betroffene Gebiet zwischen Bordeaux und der Atlantikküste ist stark touristisch geprägt, mit zahlreichen Campingplätzen und Ferienunterkünften. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kieferplantagen. 240 Häuser wurden zerstört und 220.000 Anwohner und Touristen mussten evakuiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;WWA (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-increases-likelihood-of-compounding-drivers-of-severe-wildfire-conditions-in-france-and-spain/ Climate change increases likelihood of compounding drivers of severe wildfire conditions in France and Spain]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Verbrannte Kiefernstämme F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 16: Verbrannte Kiefernstämme bei Le Porge, September 2026]]||[[Bild:Zerstörtes Haus F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 17: Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge]]||[[Bild:Abgebranntes Unterholz F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 18: Abgebranntes Unterholz, Le Porge]]||[[Bild:Zerstörter PKW F 2026.jpg|thumb|225px|Abb. 19: Zerstörter PKW, Le Porge, Le Porge]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Spanien fielen bei Madrid und nördlich von Valencia 140.000 ha den Flammen zum Opfer. Ein einziges Megafeuer nordwestlich von Madrid breitete sich auf einer Fläche von 40.000 ha aus und wurde als das größte und verheerendste Feuer in der spanischen Geschichte bezeichnet. 80.000 Menschen mussten evakuiert werden. Anders als in Frankreich ging den Bränden keine lange Dürre voraus. Vielmehr war der Winter sehr feucht, was das Pflanzenwachstum stark förderte und eine große Ansammlung Brennmaterial schuf. Der nachfolgende Sommer wurde dann enorm heiß und trocken und sorgte für eine extreme Austrocknung der Pflanzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Fire-area-number FRA 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 20: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Frankreich 2006-2026]]||[[Bild:Fire-area-number ESP 2006 2026.jpg|thumb|450px|Abb. 21: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände in Spanien 2006-2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Grundlegend für die umfangreichen und intensiven Waldbrände ist der Klimawandel, der die Wahrscheinlichkeit heißer und trockener Bedingungen im Vorweg der Brände deutlich erhöht hat. Solche klimatischen Bedingungen sind in Spanien durch den Klimawandel 20mal wahrscheinlicher geworden als in vorindustriellen Zeiten. In Frankreich war der Juni 2026 der heißeste Juni seit Beginn der Messungen. Eine [[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Die_Juni-Hitzewelle_2026|Hitzewelle wie im Juni 2026]] wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2025&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmenden Feuerwetterbedingungen bedeuten nicht unbedingt, dass auch die verbrannten Flächen zunehmen. In einigen Ländern wie Italien haben die verbrannten Flächen in jüngster Zeit abgenommen. Grund sind eine erfolgreichere Bekämpfung der Brände und eine verbesserte Vorsorge durch eine feuerangepasste Landschaftspflege. Möglichkeiten bestehen im Umbau von Plantagen in Mischwälder, im Beseitigen von Unterholz, im länderübergreifenden Einsatz von Löschflugzeugen etc. Dennoch ist für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände zu rechnen. Die klimatischen Änderungen werden die Feuersaison früher beginnen und später enden lassen (Abb. 18); Trockenheit und starke Winde werden zunehmen. Und die Brände der Zukunft werden eventuell die Möglichkeiten überfordern, sie einzudämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 22: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden (Abb. 17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 23: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 18).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 24: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 19).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
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|Beeinflusst von=Hitzewellen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-15T15:45:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: NASA (2026): [https://svs.gsfc.nasa.gov/5666/ Smoke from Record-Breaking Wildfires in Spain and France] &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://www.nasa.gov/nasa-brand-center/images-and-media/ NASA-Lizenz] &lt;br /&gt;
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		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<title>Datei:BordeauxWildfires 26.7.26 NASA.png</title>
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		<updated>2026-09-15T15:44:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: NASA (2026): Smoke from Record-Breaking Wildfires in Spain and France, &amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: NASA-Lizenz https://www.nasa.gov/nasa-brand-center/images-and-media/ 
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Brandfläche am 29. Juli 2026 westlich von Bordeaux&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: NASA (2026): Smoke from Record-Breaking Wildfires in Spain and France, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: NASA-Lizenz https://www.nasa.gov/nasa-brand-center/images-and-media/ &lt;br /&gt;
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		<updated>2026-09-15T15:35:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Abgebranntes Unterholz, bei Le Porge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
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Zerstörter PKW, Le Porge
== Lizenzhinweis ==
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|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: CC BY-SA 
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zerstörter PKW, Le Porge&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
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|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
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		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-15T15:25:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Abgebranntes_Unterholz, bei Le Porge
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: CC BY-SA 
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Abgebranntes_Unterholz, bei Le Porge&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-15T15:23:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge
== Lizenzhinweis ==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: CC BY-SA 
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zerstörtes Wohnhaus, Le Porge&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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		<updated>2026-09-15T15:21:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Verbrannte Kiefernstämme bei Le Porge, September 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Foto: © Matthes&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
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