<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-x-formal">
	<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Dieter+Kasang</id>
	<title>Klimawandel - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Dieter+Kasang"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Dieter_Kasang"/>
	<updated>2026-08-01T14:58:41Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.45.4</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Der_Mittelmeerraum_als_Hotspot_des_Klimawandels_(einfach)&amp;diff=35410</id>
		<title>Der Mittelmeerraum als Hotspot des Klimawandels (einfach)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Der_Mittelmeerraum_als_Hotspot_des_Klimawandels_(einfach)&amp;diff=35410"/>
		<updated>2026-08-01T10:24:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Ein Hotspot des Klimawandels ==&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum besitzt weltweit die größte Anziehungskraft auf den weltweiten Tourismus. Seine Attraktivität für Touristen wird aber wohl bald durch den Klimawandel gefährdet sein. Denn der Mittelmeerraum hat sich zu einem Hotspot des Klimawandels entwickelt. Das heißt, im Mittelmeerraum schlägt der Klimawandel besonders heftig zu. Die Temperaturen sind schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt, fast um das Doppelte. Sie liegen gegenwärtig bereits deutlich um 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau. Die Niederschläge haben sich bisher im Jahresmittel kaum geändert. Aber die hohen Temperaturen lassen immer mehr Wasser verdunsten und sorgen so für zunehmende Trockenheit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGII (2022): [https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/chapter/ccp4/ Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aber werden die Länder rund um das Mittelmeer von extremen Wetterereignissen erfasst. Hitzewellen und Dürren treten immer öfter auf und werden intensiver. Das Wasser des Mittelmeers erreichte an der Oberfläche in den letzten Jahren mehr als 28 °C. Das heiße und trockene Klima Nordafrikas schiebt sich nach Norden bis nach Spanien hinein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Hauptartikel&#039;&#039;&#039;: [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen und Dürren ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Bild:Lago-di-Montespluga2013-22.jpg|thumb|800px|Abb. 1: Der italienische Stausee Lago di Montespluga 2013 (links) und während der Po-Dürre 2022 (rechts)]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Fast jedes Jahr gibt es Hitzewellen in Ländern wie Spanien, Italien, Marokko oder Griechenland. Temperaturen über 40 °C sind dann keine Seltenheit. Und die Höchsttemperaturen nähern sich tatsächlich der 50-Grad-Marke. So wurde auf der italienischen Insel Sizilien im August 2021 unglaubliche 48,8 °C gemessen und ein neuer europäischer Rekord aufgestellt. Hitzetage mit mehr als 50 Grad kennt man sonst aus dem Nahen Osten, aus Ländern wie Kuwait oder Iran. Wann wird es in den beliebten Urlaubsländern am Mittelmeer so weit sein? Und können wir dann dort noch Urlaub machen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Klimawandel spüren aber nicht nur Einheimische und Urlauber in den großen Städten und an Stränden. Besonders leidet im Sommer zunehmend die Landwirtschaft. Hitzewellen treten dann oft zugleich mit Dürren auf. Durch heiße Luft verdunstet auch das letzte Wasser aus dem Boden und von den Pflanzen. Flüsse versiegen und Staudämme trocknen aus. Für die Bewässerung der Reisfelder in der Poebene im Norden Italiens oder der Tomaten im Süden fehlt dann das Wasser. Und manche Städte auf Sizilien haben sogar Touristen zurückgewiesen, weil sie kein Wasser mehr für sie hatten.  &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Hauptartikel&#039;&#039;&#039;: [[Hitzewellen im Mittelmeerraum]], [[Dürren im Mittelmeerraum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldbrände ==&lt;br /&gt;
Hitze und Trockenheit sind auch die idealen Bedingungen für Waldbrände, denen in den letzten Jahren immer mehr Wälder, Strauchvegetation, Gebäude, aber auch Menschen zum Opfer fielen. Nirgendwo in Europa brechen so viele und so starke Feuer aus wie in den Mittelmeerländern. Besonders betroffen sind Portugal und Spanien im Westen und Griechenland im Osten. Ausgelöst wurden die Feuer fast immer durch menschliches Fehlverhalten. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Hauptartikel&#039;&#039;&#039;: [[Waldbrände im Mittelmeerraum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|350px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]||[[Bild:Valencia flood 2024 cars sm.jpg|thumb|260px|Abb. 3: Durch Wassermassen zusammengeschobene PKWs bei Valencia am 30.10.2024]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Starke Niederschläge und Überschwemmungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer durch Hitze, Trockenheit und Feuer sind manche Länder am Mittelmeer aber auch durch zu viel Regen und Stürme betroffen, die oft die meisten Todesopfer fordern. Aus dem warmen Mittelmeer verdunstet sehr viel Wasser, das bei bestimmten Wetterlagen dann auch wieder ausregnet. Dabei können an einem Tag fast so viele Niederschläge fallen wie in Deutschland in einem Jahr. In Erinnerung sind vielleicht noch die verheerenden Niederschläge und Überschwemmungen im spanischen Valencia im Oktober 2024. Fast 500 mm Niederschlag in nur 8 Stunden verwandelten die Straßen mancher Orte in reißende Ströme. 200 Menschen überlebten die Fluten nicht. Gewaltige Niederschläge können im Mittelmeergebiet auch durch besondere Stürme ausgelöst werden, die sonst nur in den Tropen auftreten. Diese Medicanes ähneln den Hurrikanen der Karibik. Der [[Medicanes#Der_Medicane_Daniel|Medicane Daniel]] hat im September 2023 die libysche Küstenstadt Derna verwüstet und forderte weit über 10.000 Tote.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Hauptartikel&#039;&#039;&#039;: [[Starkregen und Hochwasser im Mittelmeerraum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einfache Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimaänderungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35409</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35409"/>
		<updated>2026-07-30T16:25:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Das Robert Koch Institut meldet für Deutschland für den Zeitraum vom 6. April bis zum 19. Juli 9800 Sterbefälle durch hohe Temperaturen.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Koch Institut (2026): [https://www.rki.de Wochenbericht zur hitze­bedingten Morta­lität]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35408</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35408"/>
		<updated>2026-07-30T16:19:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Das Robert Koch Institut meldet für Deutschland für den Zeitraum vom 6. April bis zum 19. Juli 9800 Sterbefälle durch hohe Temperaturen.[https://www.rki.de Robert Koch Instituts] &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35407</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35407"/>
		<updated>2026-07-30T16:12:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Das Robert Koch Institut meldet für Deutschland liegen für den Zeitraum vom 6. April bis zum 19. Juli 9800 Sterbefälle durch hohe Temperaturen.[https://www.rki.de Robert Koch Instituts] Danach fielen 5.120 Menschen der Hitzewelle zum Opfer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html Wochenbericht zur hitze­bedingten Morta­lität]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35406</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35406"/>
		<updated>2026-07-29T08:13:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Klimatische Ursachen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuerereignisse bis 2023==&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 4: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 10: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldbrände 2025 ==&lt;br /&gt;
=== Östlicher Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 12: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha (Abb.). In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien und Portugal ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 14: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 11: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt in Europa deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 12: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 13: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 9).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35405</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35405"/>
		<updated>2026-07-29T08:08:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Spanien und Portugal */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuerereignisse bis 2023==&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 4: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 10: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldbrände 2025 ==&lt;br /&gt;
=== Östlicher Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 12: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha (Abb.). In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien und Portugal ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten 2025 wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 14: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 11: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 12: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 13: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 9).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Aufbau_Atmosph%C3%A4re.png&amp;diff=35404</id>
		<title>Datei:Aufbau Atmosphäre.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Aufbau_Atmosph%C3%A4re.png&amp;diff=35404"/>
		<updated>2026-07-28T15:16:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Aufbau der Atmosphäre&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: ESKP: [https://www.eskp.de/schadstoffe/forschungsthema-atmosphaere-935771/ Forschungsthema: Atmosphäre]&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY 4.0]   &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Aufbau_Atmosph%C3%A4re.png&amp;diff=35403</id>
		<title>Datei:Aufbau Atmosphäre.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Aufbau_Atmosph%C3%A4re.png&amp;diff=35403"/>
		<updated>2026-07-28T15:15:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Aufbau der Atmosphäre
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|
Quelle: ESKP: Forschungsthema: Atmosphäre, https://www.eskp.de/schadstoffe/forschungsthema-atmosphaere-935771/&amp;lt;br&amp;gt;  
Lizenz: CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/  
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Aufbau der Atmosphäre&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: ESKP: Forschungsthema: Atmosphäre, https://www.eskp.de/schadstoffe/forschungsthema-atmosphaere-935771/&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/  &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35402</id>
		<title>Waldbrände im Mittelmeerraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_im_Mittelmeerraum&amp;diff=35402"/>
		<updated>2026-07-28T09:35:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Feuerereignisse bis 2023 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Carrascal fire Portugal Aug 2023.jpg|thumb|780px|Abb. 1: Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation.]]||[[Bild:Wildfire 2021 Sardinia.png|thumb|550px|Abb. 2: Waldbrände 2021 auf Sardinien]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Frühe Feuernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die klimatischen Bedingungen mit einem milden und regenreichen Frühling und trockenem Sommer sind Feuer ein natürlicher Bestandteil der mediterranen Landschaft und haben die Pflanzeneigenschaften deutlich mitgeprägt. Andererseits unterscheiden sich die Landschaften des Mittelmeerraumes von ähnlichen Ökosystemen wie etwa in Kalifornien oder West-Australien durch die Jahrtausende lange Geschichte mehr oder weniger intensiver Landnutzung durch den Menschen, die die Feuerregime entscheidend beeinflusst haben. Im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in der Region des „Fruchtbaren Halbmonds“, die sich vom Südosten der heutigen Türkei über Nordsyrien bis zum Nordirak erstreckte, hat sich der für die Geschichte der Menschheit umwälzende Prozess der [[Anthropozän#Das_&amp;quot;frühe&amp;quot;_Anthropozän|„Neolithische Revolution“]] vollzogen. Hier änderten Jäger und Sammler vor etwa elf Jahrtausenden ihr Leben grundlegend und wurden sesshafte Bauern, die Getreide anbauten, Vieh züchteten und Vorratshaltung betrieben. Von hier breitete sich die neue Agrargesellschaft bis 5700 vh. über die meisten Gebiete Europas aus, zunächst im mediterranen Raum, dann aber auch über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln. Diese Umwälzungen waren mit einer verstärkten Anwendung des Feuers zur Beseitigung der ursprünglich vorhandenen Wälder verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weisdorf 2005&amp;quot;&amp;gt;Weisdorf, J.L. (2005): From Foraging to Farming: Explaining the Neolithic Revolution, Journal of Economic Surveys 19, 562-686&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Landwirtschaft und Klima|Landwirtschaft]] vor ca. 11.000 Jahren wurden im Rahmen der Neolithischen Revolution, ausgehend vom Nahen Osten, im Mittelmeerraum zunehmend große Waldflächen durch vom Menschen gelegte Feuer beseitigt. Dem Gebrauch des Feuers fielen nach Schätzungen 85% der ursprünglichen Wälder zum Opfer und es entstand eine artenreiche Feld-, Wiesen- und Macciavegetation. Dieser Prozess intensivierte sich mit Beginn der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die moderne Bewirtschaftung führte jedoch dazu, dass die [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Biodiversität]] wieder abnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D., L. Teckentrup &amp;amp; M. Adloff (2016): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/die-biodiversitaet/kapitel-2-6-fruehe-waldvernichtung-biodiversitaet-und-klima/ Frühe Waldvernichtung, Biodiversität und Klima]. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller &amp;amp; E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 96-101&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum hatten schon historisch vor allem menschliche Ursachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;&amp;gt;Iglesias-Merchan, C., J. López-Santiago, R. Silván-Rico et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/f15111938 Impact of Depopulation on Forest Fires in Spain: Primary School Distribution as a Potential Socioeconomic Indicator], Forests 15, no. 11: 1938&amp;lt;/ref&amp;gt;  Historisch haben Feuer im mediterranen Raum eine positive Rolle gespielt. Sie wurden in der Landwirtschaft genutzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und das Wachstum wilder Pflanzen zu kontrollieren. Frühere Gesellschaften waren an die Nutzung des Feuers gewöhnt. Die zunehmend häufiger auftretenden und mit ernsthaften Folgen für die Gesellschaft, die Wirtschaft und [[Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme|Ökosysteme]] verbundenen  extremen Feuer der jüngsten Zeit machen jedoch eine Anpassung schwieriger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;&amp;gt;Meier, S., E. Strobl, R.J.R. Elliott &amp;amp; N. Kettridge (2023): [[https://doi.org/10.1111/risa.14075|Cross-country risk quantification of extreme wildfires in Mediterranean Europe]]. Risk Analysis, 43, 1745–1762&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuerereignisse bis 2023==&lt;br /&gt;
Der Mittelmeerraum ist die durch [[Waldbrände]] am stärksten gefährdete Region in Europa. Über 60% der Gesamtzahl der europäischen Waldbrände in den letzten sechs Jahren (2018-2023) konzentrieren sich auf die sechs größten zu Europa gehörenden mediterranen Länder Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Zugleich lagen hier über 80% der verbrannten Fläche in Europa, besonders in Spanien, Italien und Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;&amp;gt;Abrham, J., J. Soukupova and P. Prochazka (2025): [https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/wildfires-and-tourism-in-the-mediterranean-balancing-conservation-and-economic-interests/ Wildfires and Tourism in the Mediterranean: Balancing Conservation and Economic Interests], BioResources 20(1), 500-526&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Waldbrände zeigt sich z.B. an der Feuersaison 2017 in Portugal mit einer gesamten Brandfläche von ungefähr 140.000 ha oder 2018 mit den fatalen Feuern in Griechenland, denen 100 Menschen zum Opfer fielen. In Portugal ereignete sich im Oktober 2017 auch das größte Einzelfeuer im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2019, das 67.521 ha umfasste. Über den gesamten Zeitraum ereigneten sich rund 10.000 Brände in den fünf untersuchten Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich, die meisten mit knapp über 3.000 in Italien und Portugal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Brandfläche-Mittelmeerraum.jpg|thumb|720px|Abb. 4: Brandfläche der europäischen Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien 2006-2019 in ha. ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feueraktivität im Mittelmeerraum zeigt einen zunehmenden Trend in den 1980er und 1990er Jahren. Darauf folgten in den 2000er Jahren nur geringe Veränderungen und in den 2010er Jahren eine Abnahme der Feueraktivität. In den 2020er Jahren hat dann die Anzahl von großen Bränden wieder zugenommen, wobei Frankreich und Griechenland die von den untersuchten Ländern Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien die größten Zunahmen zeigten. 2022 fiel fast die Hälfte der Brände in den sechs Ländern auf Frankreich. Griechenland hatte im Jahr 2023 mit 175.000 ha die größte Brandfläche  unter den Mittelmeerländern. Über die letzten Jahrzehnte insgesamt waren allerdings Spanien, Portugal und Italien am stärksten von Feuern betroffen (Abb. 5).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; Ein charakteristischer Zug der jüngsten Entwicklung ist die Zunahme von sog. Megafeuern mit einer Fläche von über 5.000 ha. So nahmen Brände mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha zwischen 2008 und 2023 um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42% zu. Derartige Megafeuer kommen vor allem in Spanien und Portugal vor (Abb. 7, 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;&amp;gt;Costa-Saura, J.M., Bacciu, V., Sirca, C. et al. (2025): [https://doi.org/10.1007/s11069-025-07488-6 The growing link between heatwaves and megafires: evidence from southern Mediterranean countries of Europe]. Nat Hazards&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:EU-Mediterranean fires 1980-2022.jpg|thumb|400px|Abb. 5: Anzahl der Brände ab 5 ha in den fünf großen Mediterranen EU-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland 1980-2023.]]||[[Bild:Mediterranean forest fires.jpg|thumb|400px|Abb. 6: Geographische Verbreitung von Brandflächen im Mittelmeerraum 2023 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Brandentwicklung in einigen ausgewählten Ländern, zeigen sich durchaus Unterschiede. Portugal wird regelmäßig von großen und zerstörerischen Waldbränden heimgesucht. Seit 1980 belief sich die jährlich verbrannte Fläche im Mittel auf 115.000 ha. Weit über dem Durchschnitt lagen die Jahre 2003 mit 425.000 ha und 2017 mit 540.000 ha (vgl. auch Abb. 7). Die Brandfläche des Jahres 2017 betrug 60% der gesamten in Europa von Waldbränden betroffenen Fläche. Das lag auch daran, dass es 2017 im Juni und Oktober in Portugal zu zwei großen Feuerereignissen kam, die außerhalb der von Juli bis September reichenden offiziellen Feuersaison lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;&amp;gt;Ramos, A.M., A. Russo, C.C. DaCamara et al. (2023): [https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.106141 The compound event that triggered the destructive fires of October 2017 in Portugal], iScience, 26, 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Trend lässt sich bei der jährlichen Brandfläche in Portugal zwischen 1980 und 2023 eher nicht festtellen. Das sieht bei der Anzahl der Feuer in Portugal anders aus (Abb. 5, 8). Seit den 1980er Jahren nimmt die Zahl der Brände über zwei Jahrzehnte bis zur Jahrhundertwende stark zu, um in den folgenden 20 Jahren ähnlich deutlich wieder abzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca et al. (2024): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139704 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2023], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2024, doi:10.2760/8027062, JRC139704&amp;lt;/ref&amp;gt; In Spanien zeigt die Anzahl der Brände seit den 1980er Jahren einen sehr ähnlichen Verlauf wie in Portugal (Abb. 10). Die Brandfläche nahm seit den den 1980er Jahren jedoch deutlich und kontinuierlich ab (Abb. 9).&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2024&amp;quot;/&amp;gt; Regional fielen die meisten Feuer im Zeitraum 2008-2021 auf den Nordwesten des Landes, die wenigsten auf den mediterranen Osten. So gab es in Galizien über die gesamte Periode 732 und in der Region Murcia nur 12 Brände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;&amp;gt;Hammed, R.A., G.L. Alawode, L.E. Montoya et al. (2024): [https://doi.org/10.3390/land13060762 Exploring Drivers of Wildfires in Spain], Land 13, no. 6: 762&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal lagen die Brandstellen z.B. 2023 hauptsächlich im Nordwesten des Landes. Obwohl im Nordwesten der Iberischen Halbinsel nicht besonders trocken ist, steht hier jedoch aufgrund der Winterniederschläge genügend Brennholz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Portugal1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 7: Verbrannte Fläche in Portugal 1980-2023]]||[[Bild:Portugal Anzahl Brände 1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 8: Anzahl der Brände in Portugal 1980-2023]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Italien gab es im Zeitraum 2007-2017 ca. 7.800 Feuer pro Jahr. Davon waren nur 0,3% große Feuer, die jedoch ein Viertel der verbrannten Fläche betrafen. 90% der durch Feuer in ganz Italien erfassten Gebiete befanden sich in den südlichen Provinzen, während in den nördlichen alpinen Provinzen davon nur 5% lagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ascoli 2024&amp;quot;&amp;gt;Ascoli, D., Moris, J. V., M. Marchetti &amp;amp; L. Sallustio (2024): [https://doi.org/10.12899/asr-2264 Land use change towards forests and wooded land correlates with large and frequent wildfires in Italy]. Annals of Silvicultural Research, 46(2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Feuerfläche zeigt seit 1980 einen ähnlichen Trend wie in Spanien, mit hohen Werten in den 1980er Jahren und einem abnehmenden Trend seit der Jahrhundertwende. Die Anzahl der Brände folgt diesem Muster noch deutlicher und halbierte sich zwischen den 1980er und den 2010er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;San-Miguel-Ayanz 2022&amp;quot;&amp;gt;San-Miguel-Ayanz, J., T. Durrant, R. Boca (2022): [https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC130846 Forest Fires in Europe, Middle East and North Africa 2021], Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Burnt area Spain1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 9: Verbrannte Fläche in Spanien 1980-2023 ]]||[[Bild:Spain fire number1980-2023.jpg|thumb|400px|Abb. 10: Anzahl der Brände in Spanien 1980-2023  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldbrände 2025 ==&lt;br /&gt;
=== Östlicher Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire-Cyprus-2025b.jpg|thumb|420px|Abb. 11: Waldbrände auf Zypern bei Malia in der Provinz Limassol am 24.7.2025. ]]||[[Bild:Waldbrände-Zypern-2006-2025.jpg|thumb|420px|Abb. 12: Verbrannte Fläche und Anzahl der Brände auf Zypern 2006-2025. Berücksichtigt sind Brände ab 30 ha.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Juli 2025 waren Griechenland, die Türkei und Zypern mit einer der stärksten Waldbrandkrisen der letzten Zeit konfrontiert. Extreme Hitze von über 45 °C in Griechenland, eine ausgedehnten Dürre und starke Winde haben Bedingungen geschaffen, die verheerende Flammen über dem östlichen Mittelmeer angetrieben haben. In Griechenland mussten 32.000 Menschen evakuiert werden, einschließlich 5000 Touristen auf Kreta. Tausende ha Anbauland, Wohnhäuser und Touristenressorts wurden von den Flammen zerstört. In Zypern wüteten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und trieben die Einwohner von 14 Dörfern in die Flucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;&amp;gt;Keeping, T., C. Bergin, I. Pinto et al. (2025): [https://www.worldweatherattribution.org/weather-conditions-leading-to-deadly-wildfires-in-turkiye-cyprus-and-greece-made-10-times-more-likely-due-to-climate-change/ Weather conditions leading to deadly wildfires in Türkiye, Cyprus and Greece made 10 times more likely due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Innerhalb von zwei Tagen verzeichnete die Insel die höchsten jährlichen Waldbrandemissionen, die je gemessen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): Copernicus: North America and Europe experience large wildfires in June and July, https://atmosphere.copernicus.eu/copernicus-north-america-and-europe-experience-large-wildfires-june-and-july &amp;lt;/ref&amp;gt;  Insgesamt zerstörten die Juli-Feuer eine Fläche von mehr als 13.000 ha (Abb.). In der Türkei brachen im Juli über 600 Feuer aus, die die Evakuierung von 50.000 Einwohnern erzwangen und 17 Menschen den Tod brachten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;  Hier wurde mit 50,5 °C ein neuer Landesrekord gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2025b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2025): [https://atmosphere.copernicus.eu/cams-tracks-extreme-july-wildfire-activity-both-sides-atlantic CAMS tracks extreme July wildfire activity on both sides of Atlantic]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Berechnungen mit Computermodllen hat der Klimawandel dazu geführt, dass die Waldbrände im östlichen Mittelmeeraum im Juli 2025 gegenüber einer Welt ohne Klimawandel 10 Mal wahrscheinlicher geworden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien und Portugal ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Sommers 2025 war von Waldbränden besonders die Iberische Halbinsel betroffen. So breiteten sich im Nordwesten Spaniens und Norden Portugals die größten und verheerendsten Brände seit langem aus. In Spanien brannten bis zum 1. September insgesamt 380.000 ha, in Portugal 260.000 ha. Das waren auf der Iberischen Halbinsel insgesamt 640.000 ha und damit Zweidrittel der in ganz Europa 2025 von Feuern betroffenen Gebiete. Portugal ist das Land in Europa mit den größten Brandflächen in den letzten 20 Jahren von 2006 bis 2024. Insgesamt waren hier in diesem Zeitraum mehr als 1,8 Mio. ha von Feuern betroffen, gefolgt von Spanien mit 1,5 Mio. ha und Italien und Griechenland mit jeweils 1 Mio. ha. In Spanien mussten wegen der Brände 36.000 Menschen evakuiert werden, in Portugal 1.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;&amp;gt;Keeping T., D.G. García, R. Trigo et al. (2025):  [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-fire-weather-conditions-in-spain-and-portugal-now-common-due-to-climate-change/ Extreme fire weather conditions in Spain and Portugal now common due to climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Wildfire NW-Spain August 2025.jpg|thumb|450px|Abb. 14: Waldbrände bedrohen ein Dorf in Nordwest-Spanien im August 2025]]||[[Bild:Spain 2025 particulate matter PM2.5.jpg|thumb|480px|Abb. 13: Verbreitung der Brände in Nordwest-Spanien und Nord-Portugal am 17.8.2025, gezeigt anhand von Feinstaubpartikeln.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine wesentliche Ursache für die Waldbrände in Spanien war eine extreme, 16 Tage andauernde Hitzewelle im August 2025. Sie war die längste und stärkste Hitzewelle der letzten Jahrzehnte. Im gegenwärtigen, vom Menschen beeinflussten Klima kann eine solche Hitzewelle alle 15 Jahre einmal vorkommen. In einem Klima ohne die globale Erwärmung wären die 10 heißesten Tage der Hitzewelle nur einmal in 2500 Jahren möglich. Hohe Temperaturen trocknen durch extreme Verdunstung die Vegetation stark aus, wodurch das Ausbrechen und die Verbreitung von Feuern sehr erleichtert wird. Hinzu kam eine deutliche Abnahme der Sommerniederschläge und starke Winde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich spielt aber auch die Entvölkerung auf dem Land in Teilen Portugals und Spaniens eine Rolle, verbunden mit einer Überalterung der verbliebenen Bewohner. Dadurch wurden traditionelle landwirtschaftliche Praktiken wie die Beweidung und die Beseitigung von Vegetation zur Verhinderung von Bränden stark reduziert. Mit der fehlenden Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft hängt auch zusammen, dass 90% der Feuer in Spanien durch den Menschen verursacht wurden, 24% sogar durch Brandstiftung. In Portugal sind nur 2% der Feuer, von denen die Ursachen bekannt sind, natürlichen Ursprungs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Keeping 2025b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klimatische Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursachen für die Waldbrände im Mittelmeerraum kommen sowohl klimatische wie ökologische und  sozioökonomische Faktoren infrage. Grundlegend ist das [[Klimaänderungen im Mittelmeerraum|mediterrane Klima]] mit seinen trockenen und heißen Sommern und milden und feuchten Wintern. Vor allem die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden in jüngster Zeit durch die globale Erwärmung verstärkt. Der Mittelmeerraum wird im jüngsten Bericht des Weltklimarates [[IPCC]] als Hotspot des [[Klimawandel]]s klassifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2022&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGII (2022): Cross-Chapter Paper 4: Mediterranean Region, FAQ CCP4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bisher ist die Mitteltemperatur im Mittelmeerraum schneller angestiegen als im weltweiten Durchschnitt,  im östlichen Mittelmeerraum sogar um das Doppelte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cramer 2024&amp;quot;&amp;gt;Cramer, W. (2024): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/mittelmeerraum-hitze-trockenheit-2023/ Mittelmeerraum: Hitze &amp;amp; Trockenheit 2023 brechen aller Rekorde]. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, M. Quante &amp;amp; J. Sillmann (Hrsg.). Warnsignal Klima: Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen. S. 19-23&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;&amp;gt;Founda, D., G. Katavoutas, F. Pierros &amp;amp; N. Mihalopoulos (2022): The extreme heat wave of summer 2021 in Athens (Greece): cumulative heat and exposure to heat stress. Sustainability, 14, 7766&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zudem macht sich in der Region durch den Klimawandel besonders die Verschiebung der [[Klimazonen]] nach Norden bemerkbar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cui 2021&amp;quot;&amp;gt;Cui, D., S. Liang &amp;amp; D. Wang (2021): [https://doi.org/10.1002/wcc.701 Observed and projected changes in global climate zones based on Köppen climate classification], WIREs Climate Change, 12(3)&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch sie zunehmend unter den Einfluss des trockenen [[Subtropen|subtropischen Klimas]] gerät. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mittelmeerregion auch in starkem Maße von [[Wetterextreme und Klimawandel|Extremereignissen]] betroffen ist und nach Modellsimulationen die sommerliche Erwärmungsrate im Mittelmeerraum um 50% höher ausfallen wird als global.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Founda 2022&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Anzahl der Tage mit hohen und sehr hohen Temperaturen hat sich im Vergleich zu früheren Jahrhunderten verdoppelt. Hohe Temperaturen führen durch starke [[Verdunstung]] zur Austrocknung des Bodens und des Brennmaterials. Durch die längeren und wärmeren Sommer werden auch die häufig auftretenden Dürren intensiver.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Zwischen [[Hitzewellen im Mittelmeerraum|Hitzewellen]] und Megafeuern, Bränden mit mehr als 5.000 ha Brandfläche, zeigt sich eine enge Beziehung. Beide treten in letzter Zeit (2008-2023) regional gehäuft auf, wobei Hitzewellen den Bränden um einige Tage vorausgehen. Betroffen sind davon vor allem Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland. Megafeuer mit einer Ausdehnung von über 5.000 oder 10.000 ha kommen hauptsächlich in Spanien und Portugal vor. Die Zunahme des nahezu gleichzeitigen Auftretens von Hitzewellen und Megafeuern ist am stärksten, je größer die Brände sind. So nahm die Ausdehnung aller Feuer, die von Hitzewellen beeinflusst waren, zwischen 2008 und 2023 um 12% zu, diejenigen mit einer Ausdehnung von mehr als 5.000 ha um 33% und diejenigen mit mehr als 10.000 ha um 42%. Die Jahre 2012, 2017, 2021, 2022 und 2023 ragen dabei besonders hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hurrikan Ophelia E-Atlantik.png|thumb|420px|Abb. 11: Hurrikan Ophelia vor der europäischen Westküste am 14. Oktober 2017. ]]&lt;br /&gt;
Die Iberische Halbinsel zeigt deutlich die höchste Anzahl an Megafeuern im Zusammenhang mit Hitzewellen. Der starke Einfluss des Atlantiks im westlichen Mittelmeerraum sorgt für einen Wechsel von Perioden, in denen durch ergiebigen Niederschlag das Pflanzenwachstum gefördert wird und bei einem starken Azorenhoch im Sommer intensive [[Dürren im Mittelmeerraum|Trockenphasen]] das reichlich vorhandene Brennholz austrocknen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Costa-Saura 2025&amp;quot;/&amp;gt; 97% der extremen Waldbrände sind in Portugal in der Periode 1981-2010 während Hitzewellen entstanden. Die hohen Temperaturen sind teilweise durch das Eindringen warmer und trockener Luft von Kontinentaleuropa und Nordafrika bedingt. Auch die außergewöhnlichen Feuerjahre 2003, 2005 und 2017 waren mit ungewöhnlich heißen und trockenen Sommern verbunden, aber auch mit einer hohen Verfügbarkeit von Brennmaterial. Diese Bedingungen haben in jüngster Zeit durch den Klimawandel zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;&amp;gt;Ermitão, T., P. Páscoa, I. Trigo et al. (2023): [https://doi.org/10.3390/fire6070254 Mapping the Most Susceptible Regions to Fire in Portugal], Fire 6, no. 7: 254&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für das späte Auftreten von Waldbränden im Oktober 2017 in Portugal war zudem ein weiteres seltenes klimatisches Phänomen mitverantwortlich, die ungewöhnlich nach Osten und Norden verschobene Zugbahn des [[Hurrikane_im_Atlantik#Die_Hurrikan-Saison_2017|Hurrikans Ophelia]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ramos 2023&amp;quot;/&amp;gt; durch dessen starke Winde die Flammen der portugiesischen Waldbrände angefacht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landbedeckungs- und Landnutzungsänderungen ==&lt;br /&gt;
Klimatische Bedingungen allein erklären die Brände im Mittelmeerraum jedoch nicht hinreichend. Ein wichtiger zusätzlicher Faktor ist die Landbedeckung. Die mediterrane Vegetation ist schon seit der Ausbreitung der Landwirtschaft stark durch den Menschen geprägt. Der primär durch den Gebrauch des Feuers verursachten frühen Entwaldung fielen hier über die Jahrtausende wahrscheinlich 85 % der ursprünglichen Wälder zum Opfer. Und es entstanden neue, offene und mosaikartige Lebensräume mit unterschiedlicher anthropogener Nutzung und an die landwirtschaftlichen Aktivitäten des Menschen angepasste Ökosysteme mit einer verbreiteten Macchia-Vegetation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kasang 2016&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es durch sozioökonomische Prozesse zu einer erneuten Änderung der Bodenbedeckung. Die Industrialisierung der großen Städte bewirkte eine Landflucht. Bewirtschaftete Agrarlandschaften nahmen ab und wurden durch teilweise wild wuchernde Buschvegetation und Wald, insbesondere Eukalyptusbäume, ersetzt, wodurch das Feuerrisiko erheblich erhöht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ermitão 2023&amp;quot;/&amp;gt;   In Spanien kam es zur Entvölkerung großer Landstriche, so dass auf fast der Hälfte des Territoriums gegenwärtig nur 2,7% der Bevölkerung leben. Das hat zu einer Überwucherung von früherem Agrarland durch Sträucher und Bäume geführt. Frühere Wälder wurden zudem nicht mehr durch Holzschlag gelichtet und das Wachstum von Unterholz durch herumstreifende Tiere nicht mehr kurz gehalten. Die ländliche Entvölkerung ist nach Einschätzung mancher Autoren möglicherweise wichtiger für die Feueraktivität geworden als der Klimawandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Iglesias-Merchan 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pausas 2021&amp;quot;&amp;gt;Pausas, J.G.; J.E. Keeley (2021): [https://doi.org/10.1002/fee.2359 Wildfires and global change]. Front. Ecol. Environ. 2021, 19, 387–395&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass sich in den teilweise leeren Räumen neue Aktivitäten der städtischen Bevölkerung und von Touristen entfalteten. Es entstanden Freizeiteinrichtungen, vielfach kam es zu einer illegalen Abfallverbrennung, sorglosem Umgang mit Feuer oder sogar gezielter Brandstiftung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Abrham 2025&amp;quot;/&amp;gt; In diesem Zusammenhang erwiesen sich die Grenzräume zwischen städtischer und ländlicher Besiedlung als besonders anfällig gegenüber Feuerausbrüchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meier 2023&amp;quot;/&amp;gt; Als Folge werden nach Einschätzung von Hammed et al. (2024)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hammed 2024&amp;quot;/&amp;gt; 95% der Feuer-Ereignisse im Mittelmeerraum durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, nur 5% sind durch Blitze bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Im Mittelmeerraum wird sich nach [[Erdsystemmodelle|Modellberechnungen]] pro 1 °C Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von extremen Feuer-Ereignissen verdoppeln. [[Klimaprojektionen Mittelmeerraum|Projektion]] zeigen zudem einen Trend zu mehr Trockenheit. Primär wird das Risiko von extremen Bränden jedoch von der Temperaturzunahme angetrieben. Das liegt daran, dass die Region bereits im Sommer sehr trockene Bedingungen besitzt, so dass eine weitere Austrocknung nur noch begrenzte Auswirkungen hat. Eine höhere Temperatur verstärkt dagegen die Verdunstung vom Boden und die Transpiration der Pflanzen und reduziert damit die Bodentrockenheit, wodurch die Pflanzen noch trockener werden. Damit steht mehr trockenes Brennmaterial zur Verfügung, wodurch Feuer leichter ausbrechen und sich verbreiten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;&amp;gt;El Garroussi, S., F. Di Giuseppe, C. Barnard et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41612-024-00575-8 Europe faces up to tenfold increase in extreme fires in a warming climate]. npj Clim Atmos Sci 7, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Med-Ausdehnung-Feuersaison2.jpg|thumb|820px|Abb. 12: Ausdehnung der Feuersaison im Mittelmeerraum in der nahen (2036-2065) und der fernen Zukunft (2070-2099) in Tagen. Die Simulation basiert auf dem Szenario SSP2-4.5 mit einer Erwärmung von 2°C in der nahen und 3°C in der fernen Zukunft.  ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bis 2100 wird sich das mittlere Risiko für den Ausbruch starker Feuer verdreifachen. Außerdem verlängert sich durch die Erhöhung der Temperatur im Frühjahr und Herbst die Feuersaison. Schon bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sie sich nach Modellberechnungen über große Teile des Mittelmeerraums um 12-16 Tage verlängern. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es in manchen Regionen wie in Südwest-Frankreich und dem mediterranen Spanien sogar zu einer Ausweitung um bis zu 22 Tage kommen (Abb. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;El Garroussi 2024&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Feuerwetter-Häufigkeit-RCP4.jpg|thumb|820px|Abb. 13: Feuerwetter-Häufigkeit in der Gegenwart 1985-2015 in % und Änderung der Feuerwetter-Häufigkeit nach den Szenarien RCP4.5 und RCP8.5 bis Ende des 21. Jahrhunderts in %. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Dass die Feueraktivität im Mittelmeerraum durch den Klimawandel zunehmen wird, haben zahlreiche Studien gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turco 2018&amp;quot;&amp;gt;Turco, M., J.J. Rosa-Cánovas, J. Bedia et al. (2018): [https://www.nature.com/articles/s41467-018-06358-z Exacerbated fires in Mediterranean Europe due to anthropogenic warming projected with non-stationary climate-fire models.] Nat. Commun. 9, 1–9&amp;lt;/ref&amp;gt;;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupuy 2020&amp;quot;&amp;gt;Dupuy, J.-L., H. Fargeon, N. Martin-StPaul et al. (2020): [https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-020-00933-5 Climate change impact on future wildfire danger and activity in southern Europe: A review.] Ann. For. Sci. 77, 1–49&amp;lt;/ref&amp;gt;  Grundlage ist das häufigere Auftreten von Feuerwetter, das durch Hitzewellen, Dürren, relative Feuchtigkeit und Wind bestimmt ist und den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden begünstigt. Nach Modellberechnungen bei dem mittleren [[RCP-Szenarien|Szenario RCP4.5]] werden sich Feuerwetter-Bedingungen um 14% und bei dem hohen Szenario RCP8.5 um 30% zunehmen. Die Anzahl von Waldbränden könnte bei dem hohen Szenario RCP8.5 bis zum Ende des Jahrhunderts in Frankreich um 91%, um 29% in Griechenland und um 21% in Portugal häufiger werden (Abb. 9).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==	 &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Matzarakis, A. (2024): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16321 Griechenland: Hitze, Brände und Hochwasser 2023]. In: [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/herausforderung-wetterextreme/ Herausforderung Wetterextreme – Ursachen, Auswirkungen &amp;amp; Handlungsoptionen]. S. 24-28. www.warnsignal-klima.de. DOI:10.25592/warnsignal.klima.wetterextreme.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Waldbrände&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in hohen Breiten&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände in den Tropen&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Waldbrände im Amazonas-Regenwald&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|Beeinflusst von=Klimaprojektionen Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Waldbrände in hohen Breiten, Waldbrände in den Tropen, Klimaänderungen Europa, Klimaprojektionen Mittelmeerraum, Ökosysteme, Vegetation, Biosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Ursachen_des_aktuellen_Meeresspiegelanstiegs&amp;diff=35401</id>
		<title>Ursachen des aktuellen Meeresspiegelanstiegs</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Ursachen_des_aktuellen_Meeresspiegelanstiegs&amp;diff=35401"/>
		<updated>2026-07-28T09:17:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Bilanz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Grundsätzlich gibt es drei Ursachen des globalen Meeresspiegelanstiegs: &lt;br /&gt;
# Die thermale Expansion durch die Erwärmung des Ozeans, der sog. sterische Meeresspiegelanstieg, &lt;br /&gt;
# das Schmelzen von Landeis, der eustatische Meeresspiegelanstieg, und &lt;br /&gt;
# die durch natürliche oder anthropogene Ursachen sich verändernde Wasserspeicherung auf dem Land. &lt;br /&gt;
Regional spielt auch der halosterische, durch die Änderung des Salzgehalts bedingte Einfluss eine Rolle. Er beträgt im globalen Mittel jedoch Null, da der totale Salzgehalt des Ozeans konstant bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cazenave 2022&amp;quot;&amp;gt;Cazenave, A. and L. Moreira (2022): [http://doi.org/10.1098/rspa.2022.0049 Contemporary sea-level changes from global to local scales: a review], Proc. R. Soc. A.4782022004920220049&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sterischer Meeresspiegelanstieg ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Decadal ocean heat uptake.jpg|thumb|400px|Abb. 1: Wärmeaufnahme in den oberen 2000 m des Ozeans 1955-2020 nach Jahrzehnten in 10&amp;lt;sup&amp;gt;22&amp;lt;/sup&amp;gt; Joule bezogen auf das Mittel von 2016-2020 nach verschiedenen Datensätzen. Rot: Wärmegehalt des Ozeans, vertikale schmale Balken: Unsicherheitsbereich.]]||[[Bild:Steric sea level 1993-2017.jpg|thumb|420px|Abb. 2: Sterischer Meeresspiegelanstieg 1993-2017 nach verschiedenen Datensätzen aus Beobachtungen und Modellrechnungen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
===Thermosterischer Meeresspiegelanstieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sterische Meerespiegeländerungen ändert sich das Volumen, aber nicht die Wassersmasse. Der sterische Meeresspiegelanstieg ist im Wesentlichen auf die [[Erwärmung des Ozeans]] zurückzuführen, da Änderungen des Salzgehalts nur für regionale Änderungen des Meeresspiegels eine Rolle spielen. Die Erwärmung des Ozeans zeigt seit den 1950er Jahren einen deutlichen Trend (Abb. 1), der hauptsächlich auf die Zunahme von [[Treibhausgase]]n in der Atmosphäre zurückgeführt werden kann, also anthropogen bedingt ist. Es spielen offensichtlich aber auch [[Natürliche Klimaschwankungen|natürliche Schwankungen]] von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine Rolle, die wahrscheinlich mit dynamischen Prozessen des Ozeans ([[Meeresströmungen]]) zusammenhängen. Bei einer Erwärmung des Meerwassers nehmen die Dichte ab und das Volumen bei gleicher Masse zu. Die hohe Wärmekapazität des Ozeans verzögert die Weitergabe einer Erwärmung des Oberflächenwassers in tiefere Schichten, wodurch es zu signifikanten zeitlichen Verzögerungen bei der Weitergabe der Ausdehnung kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60% der Erwärmung des Ozeans in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts fanden daher in den oberen 700 m statt. Der sterische Meeresspiegelanstieg (Abb. 2) wurde bis in die Mitte der 2000er Jahre durch Schiffsmessungen festgestellt, die im Wesentlichen auf die oberen 700 m begrenzt waren. Seit den 2000er Jahren wurden jedoch Tausende von autonom schwimmenden Messtationen implementiert und damit die Messtechnik erheblich verbessert. Gegenwärtig (um 2020) gibt es weltweit 4000 solcher Stationen, die zwischen 60 °N und 60 °S systematisch Temperatur und Salzgehalt bis in eine Tiefe von 2000 m messen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cazenave 2022&amp;quot;/&amp;gt; Vor dem Satellitenzeitalter zwischen 1901 und 1990 betrug der sterische Meeresspiegelanstieg schätzungsweise 0,36 mm/Jahr. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1993 bis 2018 erhöhte sich die Anstiegsrate mit 1,31 mm/Jahr auf etwa das Dreieinhalbfach. Der Anteil des sterischen Meeresspiegelanstiegs betrug vor dem Satellitenzeitalter nach Darstellung des Weltklimarats IPCC (2021) 32% und erhöhte sich zwischen 1993 und 2018 auf 46%.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 9.6&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGI (2021): Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Ocean, Cryosphere and Sea Level Change, 9.6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Global-SLR-2005-2021dt.jpg|thumb|460px|Abb. 3: Eustatischer und thermosterischer Meeresspiegelanstieg 2005-2021]]||[[Bild:Ocean-MB-2005-2019dt.jpg|thumb|400px|Abb. 4: Eustatischer Meeresspiegelanstieg nach Summe der Komponenten und Schwerefeldmessungen (GRACE) sowie Änderung durch einzelne Komponenten.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eustatischer Meeresspiegelanstieg ==&lt;br /&gt;
Der eustatische Meeresspiegelanstieg ist durch die Zunahme von Wasser in den Ozeanen bedingt. Die Hauptursache ist das Abschmelzen von Landeis, d.h. von [[Gletscher im Klimawandel|Gletschern]] und den beiden großen Eisschilden auf [[Grönländischer Eisschild|Grönland]] und der [[Antarktischer Eisschild|Antarktis]] (Abb. 4). Das Abschmelzen von Eis, das im Meer schwimmt wie das [[Meereis]] im Arktischen Ozean oder rund um die Antarktis, hat keinen Einfluss auf den Meeresspiegel, da es vor dem Abschmelzen so viel Wasser verdrängt, wie es nach dem Abschmelzen als Wasser einnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gletscher===&lt;br /&gt;
* Hauptartikel [[Gletscher im Klimawandel]]&lt;br /&gt;
Gletscher gibt es auf der Erde einerseits in hohen nördlichen und südlichen Breiten, andererseits in Hochgebirgen. Sie nehmen eine Fläche von etwa 706 000 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; ein. Ihr Volumen entspricht einem Meeresspiegelanstieg von ca. 40 cm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zemp 2019&amp;quot;&amp;gt;Zemp, M., Huss, M., Thibert, E., et al. (2019): [https://doi.org/10.1038/s41586-019-1071-0 Global glacier mass changes and their contributions to sea-level rise from 1961 to 2016], Nature, 568, 382–386&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des 20. Jahrhunderts bis ca. 1990 war das Abschmelzen der Gletscher mit 52% bzw. 5,2 cm die Hauptursache für den vom Menschen verursachten Meeresspiegelanstieg, der in diesem Zeitraum bei etwa 10 cm lag. Dieser Anteil schwächte sich im Satellitenzeitalter 1993-2018 auf 19% ab,&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 9.6&amp;quot;/&amp;gt; auch wenn der Massenverlust der Gletscher in den 2010er Jahren deutlich zugenommen hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cazenave 2022&amp;quot;/&amp;gt; Im letzten Jahrzehnt betrug der Beitrag zum Meeresspiegelanstieg nach neueren Untersuchungen ca. 0,75 cm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 9.6&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jakob 2023&amp;quot;&amp;gt; Jakob, L., &amp;amp; N. Gourmelen (2023): [https://doi.org/10.1029/2023GL102954 Glacier mass loss between 2010 and 2020 dominated by atmospheric forcing], Geophys. Res. Lett., 50, Article e2023GL102954&amp;lt;/ref&amp;gt; Den größten Verlust an Eis hatte [[Gletscher in Alaska|Alaska]] mit 83 Gt/Jahr zu verzeichnen, was einen Meeresspiegelanstieg von 2,3 mm zur Folge hatte. Darauf folgte die [[Gletscher_in_Nordamerika#Der_kanadisch-arktische_Archipel|kanadische Arktis]] mit 47 Gt/Jahr und einem Anstieg des Meresspiegels um 1,3 mm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jakob 2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eisschilde: Grönland und Antarktis===&lt;br /&gt;
[[Bild:Antarctica Greenland MB SLR.jpg|thumb|540px|Abb. 5: Massenbilanz und Beitrag zum Meeresspiegelanstieg des Grönländischen Eisschilds und der einzelnen Antarktischen Eisschilde 2002-2021.]]&lt;br /&gt;
* Hauptartikel [[Eisschilde]]&lt;br /&gt;
Auch wenn die Gletscher der Erde gegenwärtig noch fast so viel Eis verlieren wie der Grönländische Eisschild (Abb. 4), so wird ihr Anteil am Meeresspiegelanstieg in den folgenden Jahrzehnten zunehmend sinken. Die Hauptgefahr für einen gefährlichen Meeresspiegelanstieg in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten geht von den beiden großen Eisschilden auf Grönland und der Antarktis aus, deren vollständiges Abschmelzen einen Anstieg des globalen Meeresspiegels um ca. 65 m ausmachen würde,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023a&amp;quot;&amp;gt;Otosaka, I.N., M. Horwath, R. Mottram et al. (2023): [https://doi.org/10.1007/s10712-023-09795-8 Mass Balances of the Antarctic and Greenland Ice Sheets Monitored from Space]. Surv Geophys 44, 1615–1652&amp;lt;/ref&amp;gt; gegenüber nur 40 cm durch das Abschmelzen aller Gletscher (s.o.). Der Grönländische Eisschild bedeckt gegenwärtig eine Fläche von 1,7 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; und speichert eine Eismasse von 3 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;. Das vollständige Abschmelzen der Eismasse würde einen Meeresspiegelanstieg von 7,42 m bewirken. Der Antarktische Eisschild dehnt sich über 12,4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; aus und beinhaltet eine Eismasse von 26,5 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;, die beim Abschmelzen den Meeresspiegel um 57,9 m ansteigen lassen würde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023a&amp;quot;/&amp;gt; Allerdings würde sich das völlige Abschmelzen der Eisschilde über einige Jahrtausende hinziehen (vgl. Projektionen zu [[Grönländischer_Eisschild#Projektionen|Grönland]] und [[Antarktischer_Eisschild#Projektionen|Antarktis]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert war der Grönländische Eisschild mit 29% am Meeresspiegelantieg beteiligt, während der Antarktische Eisschild eine fast ausgeglichene Massenbilanz aufwies, bei der der Gewinn an Eismasse durch Schneefall ebenso groß war wie der Verlust durch Schmelzprozesse. Mit dem Beginn der Satellitenära gewann der Antarktische Eisschild jedoch an Bedeutung für den Meeresspiegelanstieg. Während der letzten im Bericht des Weltklimarats von 2021 betrachteten Zeitspanne 2006-2018 fielen 17% des Meeresspiegelanstiegs auf das Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds und 10% auf die Antarktis, während der Massenverlust der Gletscher mit 17% nur noch ebensoviel ausmachte wie der Beitrag Grönlands allein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 9.6&amp;quot;/&amp;gt; Nach jüngsten Berechnungen hat der Grönländische Eisschild 1992-2020 mit 4892 Gt fast doppelt so viel Eis verloren wie die Antarktis, bei einer mittleren Rate von 169 Gt/Jahr. Zusammen haben die beiden Eisschilde zwischen 1992 und 2020 bei einem Eisverlust von 7563 Gt den globalen Meeresspiegel um 2,1 cm ansteigen lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023b&amp;quot;&amp;gt;Otosaka, I.N., A. Shepherd, E.R. Ivins et al. (2023): [https://doi.org/10.5194/essd-15-1597-2023 Mass balance of the Greenland and Antarctic ice sheets from 1992 to 2020], Earth Syst. Sci. Data, 15, 1597–1616&amp;lt;/ref&amp;gt; Das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Meeresspiegelanstiegs von 1993 bis 2018 von 8,1 cm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 9.6&amp;quot;/&amp;gt; Dabei haben sich die Eisverluste sowohl des Grönländischen wie des Antarktischen Eisschilds seit der Jahrhundertwende deutlich gesteigert. Zwischen 1997 und 2001 betrugen sie für Grönland 48 Gt/Jahr und für die Antarktis 19 Gt/Jahr, zwischen 2017 und 2020 waren es 257 bzw. 115 Gt/Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023b&amp;quot;/&amp;gt; Vor allem die Antarktis unterliegt jedoch auch starken jährlichen Schwankungen bei der Akkumulation durch Schneefall. So wies der Eisschild wischen 2021 und 2022 durch ungewöhnlich hohe Niederschläge eine Rekordzunahme an Eismasse von 130 Gt/Jahr auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wang 2023&amp;quot;&amp;gt;Wang, W., Y. Shen, Q. Chen &amp;amp; F. Wang (2023): [https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ad0863 Unprecedented mass gain over the Antarctic ice sheet between 2021 and 2022 caused by large precipitation anomalies], Environmental Research Letters 18, 12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antarktische Eisschilde besteht aus drei sehr unterschiedlich großen Teilen, die, wie Abb. 5 zeigt, sehr ungleich an der Änderung der Massenbilanz seit Ende der 2010er Jahre beteiligt sind. Den größten Verlust weist mit Abstand die [[Antarktischer_Eisschild#Westantarktischer_Eisschild|Westantarktis]] mit über 2000 Gt Eis zwischen 2002 und 2021 auf, was einem Meeresspiegelanstieg von 6 mm entspricht. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass große Gletscher der Westantarktis direkt in den Ozean münden und dabei auch durch das sich erwärmende Wasser abschmelzen. Das ist zwar ähnlich wie bei der [[Antarktischer_Eisschild#Die_Antarktische_Halbinsel|Antarktischen Halbinsel]], die jedoch wesentlich kleiner ist und deren Eismasse durch vollständiges Abschmelzen den globalen Meeresspiegel nur um 24 cm steigen lassen würde, gegenüber 4,3 m durch das Eis der Westantarktis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Turner 2017&amp;quot;&amp;gt;Turner, J., A. Orr, G. H. Gudmundsson, A. Jenkins, R. G. Bingham, C.-D. Hillenbrand, and T. J. Bracegirdle (2017): Atmosphere-ocean-ice interactions in the Amundsen Sea Embayment, West Antarctica, Rev. Geophys., 55, 235-276, doi:10.1002/2016RG000532&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Davies 2014&amp;quot;&amp;gt;Davies, B. (2014): [http://www.antarcticglaciers.org/antarctica/antarctic-peninsula-2/ Antarctic Peninsula Ice Sheet]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mit großem Abstand größte Eismasse birgt mit ihrer kilometerdicken Eisschicht die [[Antarktischer_Eisschild#Der_Ostantarktische_Eisschild|Ostantarktis]], die das Potential hat, den Meeresspiegel um 53 m ansteigen zu lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Davies 2014&amp;quot; /&amp;gt; Die Ostantarktis verzeichnet gegenwärtig jedoch noch eine positive Massenbilanz (Abb. 5), da der Schneefall im Innern des Eisschildes das Abschmelzen von Eis an den Rändern übertrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wasserspeicherung auf dem Land===&lt;br /&gt;
Wasser wird nicht nur in Form von Eis auf dem Land gespeichert, sondern auch in flüssigem Aggregatzustand in Wasserspeichern wie Seen, Flüssen, Feuchtgebieten, Schneelagen, Böden, Grundwasser und Stauseen. Sie werden einerseits durch direkte menschliche Aktivitäten verändert bzw. wie Stauseen überhaupt erst geschaffen, andererseits durch klimatische Änderungen und damit teilweise indirekt durch den Menschen beeinflusst. Soweit die Bilanz der Änderung des auf dem Land gespeicherten Wassers negativ ist, trägt es ähnlich wie das Landeis zum eustatischen Meeresspiegelanstieg bei (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Grundwasserentnahme ====&lt;br /&gt;
Direkte menschliche Eingriffe betreffen vor allem die Grundwasserentnahme und die Anlage von Wasserreservoiren, die zu einer Erhöhung bzw. Absenkung des Meeresspiegels führen können. Oberflächennahes Grundwasser steht zumeist in einem Austausch mit dem Wasserkreislauf und kann kurzfristig durch Niederschlag erneuert werden. In größeren Tiefen liegendes fossiles Grundwasser ist dagegen über Hunderte bis Tausende von Jahren vom Wasserkreislauf isoliert gewesen. Durch die Grundwasserentnahme, z.B. zur Bewässerung von Agrarflächen, wird dieses Wasser wieder Teil des Wasserkreislaufs und trägt über Verdunstung und Niederschlag zum Meeresspiegelanstieg bei. Daneben werden relevante Mengen an Grundwasser auch für die Wasserversorgung vor allem der stark wachsenden städtischen Bevölkerung genutzt und gelangen teilweise auch auf diesem Weg letztlich in den Ozean. Außerdem wird auf dem Land gespeichertes Wasser auch durch die Entwässerung von Feuchtgebieten (z.B. von Mooren) dem Abflusssystem zugeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zunehmende Süßwasserentnahme vor allem für die Bewässerung von Anbauland hat zu einer Grundwasserentnahme von 100-300 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; pro Jahr geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021, 8.3&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6, WGI (2021): Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Ch. 8: Water Cycle Changes, 8.3&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von Verdunstung über bewässerten Agrargebieten in Trockenregionen, Niederschlag und Abfluss wurde für die Zeit um 2000 ein Meeresspiegelanstieg von 0,3-0,9 mm/Jahr geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bierkens 2019&amp;quot;&amp;gt;Bierkens, M.F.P., &amp;amp; Y. Wada (2019): Non-renewable groundwater use and groundwater depletion: a review, Environmental Research Letters 14, 6, https://dx.doi.org/10.1088/1748-9326/ab1a5f &amp;lt;/ref&amp;gt;  Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Sun et al. (2022) für den Zeitraum 2002-2020, die einen Meeresspiegelanstieg durch Grundwasserentnahme und Entwässerung von Feuchtbieten von 0,84 mm/Jahr berechnet haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sun 2022&amp;quot;&amp;gt;Sun, J., L. Wang, Z. Peng et al. (2022): [https://doi.org/10.1007/s00024-022-03123-8 The Sea Level Fingerprints of Global Terrestrial Water Storage Changes Detected by GRACE and GRACE-FO Data]. Pure Appl. Geophys. 179, 3493–3509&amp;lt;/ref&amp;gt;  Durch die Grundwasserentnahme kann der Meeresspiegel in Küstengebieten indirekt auch dadurch beeinflusst werden, dass die Wasserförderung den Boden absinken lässt. Das ist besonders in [[Hochwasser in Deltagebieten|Deltagebieten]] wie dem [[Hochwasser im Mekong-Delta|Mekong-Delta]] oder dem [[Hochwasser im Ganges-Brahmaputra-Meghna-Delta|Ganges-Bramaputra-Delta]] ein Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Dams surface water change.jpg|thumb|640px|Abb. 6: Änderung des Oberflächenwassers durch Staudämme 1984-2018 nach Ländern. Die gelben Kreise zeigen die Anzahl der Staudämme pro Land an, die blauen Farbabstufungen die Änderungen der Wasserobefläche durch die Errichtung von Staudämmen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stauseen ====&lt;br /&gt;
Ein anderer gravierender Eingriff in den terrestrischen Wasserhaushalt ist die Anlage von Stauseen, die anders als die Grundwasserförderung zu einer Absenkung des Meeresspiegels führt. Sie dienen der Bewässerung von Anbauland, der Erzeugung von Hydroenergie, der kommunalen Wasserversorgung, der Abflusskontrolle u.a. Zwecken. Die Stromerzeugung durch Staudämme macht einen Anteil von 16% an der globalen elektrischen Energieproduktion aus, der nach Schätzungen zu einer Einsparung von 2,8 Mrd. CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen jährlich beiträgt. Allerdings bewirken einige Staudämme durch die geringere Albedo der Wasseroberfläche eher einen positiven Strahlungsantrieb und verstärken damit die globale Erwärmung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zhang 2023&amp;quot;&amp;gt;Zhang, A.T., &amp;amp; V.X. Gu (2023): [https://doi.org/10.1038/s41597-023-02008-2 Global Dam Tracker: A database of more than 35,000 dams with location, catchment, and attribute information]. Sci Data 10, 111&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Beginn des 21. Jahrhunderts zeigte die Wasserspeicherung in größeren Stauseen (&amp;gt;1 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;) eine Zunahme der Wassermasse von 211 Gt/Jahr. Die Anlage von Stauseen bewirkte 2002-2020 eine Absenkung des Meeresspiegels um -0,56 mm/Jahr. Sie sind regional konzentriert im südlichen Nordamerika, westlichen Südamerika, Westeuropa und Ostasien. Es ist davon auszugehen, dass sie in Zukunft erheblich an Bedeutung gewinnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sun 2022&amp;quot;/&amp;gt; Eine aktuelle Datenbank umfasst 35.000 Staudämme weltweit, wovon sich fast 10.000 in Asien befinden, gefolgt von Nordamerika mit über 8.300 und Südamerika mit 7.500. Die Fläche der gesamten Stauseen umfasst hiernach 518.000 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Gegenüber der ursprünglichen Wasserfläche in den betroffenen Flusssystemen hat die Errichtung von Staudämmen zwischen 1984 und 2018 den Umfang es Oberflächenwassers um rund 50.000 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; verändert. Fast die Hälfte davon hat Asien zu verzeichnen, vor allem in Indien und China.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zhang 2023&amp;quot;/&amp;gt; Das in den Stauseen gesammelte Wasser wird am direkten Abfluss ins Meer gehindert, wobei ein Teil durch Verdunstung in den Wasserkreislauf gelangt, ein anderer Teil durch die Nutzung aber im Boden versickert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Klimatische Einflüsse ====  &lt;br /&gt;
[[Bild:2011 ln water.png|thumb|520 px|Abb. 7: Änderung der Wassermasse auf den Kontinenten durch Niederschlag in 2011 (Januar, Februar, März Durchschnitt) im Vergleich zu 2010 (März, April, Mai Durchschnitt) durch den Übergang von einem El-Niño zu einer La Niña. Blau zeigt einen vorübergehenden Stau der Wassermasse auf den Kontinenten, gelb bis rot eine Abnahme. Der stärkere Wasserstau hat zu einem kurzfristigen Absinken des Meersspiegels um 0,5 cm geführt.]]&lt;br /&gt;
Die Wasserspeicherung an Land wird auch durch Änderungen des Klimas beeinflusst. Ein längerfristiger klimatisch bedingter Trend konnte bei den Landreserven nicht ermittelt werden, jedoch jährliche und dekadische Schwankungen. Die jährlichen Schwankungen werden, wie aktuelle Forschung gezeigt hat, vor allem durch [[ENSO]] beeinflusst, jener periodisch wiederkehrenden ungewöhnlichen Erwärmung (El Niño) bzw. Abkühlung (La Niña) der Meeresoberfläche im östlichen tropischen Pazifik. Während eines El-Niño-Ereignisses nehmen die Niederschläge in den Tropen über dem Ozean zu und über dem Land ab. Die Folge ist ein höherer Meeresspiegel. Während eines La-Niña-Ereignisses sind die Niederschläge in den Tropen höher über dem Land und geringer über dem Ozean, wodurch der Meeresspiegel absinkt, weil mehr Wasser auf dem Land gespeichert wird. Die Kurve der natürlichen Wasserspeicherung auf dem Land in Abb. 4 zeigt 2010/11 und 2016/17 deutliche Schwankungen, die auf eine Folge von El-Niño- und La-Niña-Ereignissen verweisen. Der Abfall des globalen Meeresspiegels 2010/11 um ca. 5 mm ist im wesentlichen auf die Speicherung von erheblichen Niederschlägen auf dem Land zurückzuführen, wie aus Messungen des GRACE-Projekts&amp;lt;ref&amp;gt;GRACE steht für &#039;&#039;Gravity Recovery And Climate Experiment&#039;&#039;; vgl. Die [http://www.dlr.de/rb/desktopdefault.aspx/tabid-6813/11188_read-6309/ Infoseite bei der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft DLR]&amp;lt;/ref&amp;gt; hervorgeht. Dafür wird das La-Niña-Phänomen von Mitte 2010 bis Anfang 2012 als Ursache gesehen, das nach zahlreichen Messungen als das bis dahin stärkste La-Niña-Ereignis seit 80 Jahren gilt. Es verursachte starke Niederschläge über tropischen Landgebieten, vor allem über dem nördlichen Südamerika, Südostasien und Australien, die teilweise verspätet oder gar nicht ins Meer abflossen (Abb. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Yi 2015&amp;quot;&amp;gt;Yi, S., W. Sun, K. Heki, and A. Qian (2015): An increase in the rate of global mean sea level rise since 2010, Geophysical Research Letters, 10.1002/2015GL063902&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Boening 2012&amp;quot;&amp;gt;Boening, C., J. K. Willis, F. W. Landerer, R. S. Nerem, and J. Fasullo (2012), The 2011 La Niña: So strong, the oceans fell, Geophys. Res. Lett., 39, L19602, doi:10.1029/2012GL053055&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Niederschlagswasser wurde in besonders hohem Maße in den australischen, weitgehend abflusslosen Becken des Landesinnern gespeichert.&amp;lt;ref&amp;gt;Fasullo, J. T., C. Boening, F. W. Landerer, and R. S. Nerem (2013), Australia’s unique influence on global sea level in 2010–2011, Geophysical Research Letters, 40, 4368–4373, doi:10.1002/grl.50834&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der abgeschwächte Meeresspiegelanstieg ab 2016 und ab 2020 wird auf eine La-Niña-Phase zurückgeführt, die z.B. ab 2020 über einige Jahre anhielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ludwigsen 2024&amp;quot;&amp;gt;Ludwigsen, C.B., Andersen, O.B., Marzeion, B. et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41467-024-45726-w Global and regional ocean mass budget closure since 2003]. Nat Commun 15, 1416&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilanz ==&lt;br /&gt;
Mehrere Prozesse tragen zum Meeresspiegelanstieg bei, wobei das Abschmelzen von Gletschern und Eisschilden inzwischen die dominierende Quelle darstellt. Das Abschmelzen von Eis trug von 2006 bis 2018 ca. 1,6 mm/Jahr zum Anstieg bei und übertrifft nun die thermische Ausdehnung der Ozeane (ca. 1,4 mm/Jahr). Kleinere Gebirgsgletscher und Eiskappen dominierten im 20. Jahrhundert den Beitrag der Kryosphäre zum Meeresspiegelanstieg. Sie werden weiterhin rapide schrumpfen, was ihren Beitrag zum Meeresspiegelanstieg verringert, aber tiefgreifende Auswirkungen auf Wasserressourcen und die Landwirtschaft haben wird. Besonders besorgniserregend ist, dass der kombinierte Meeresspiegelanstieg durch Eisschilde (~11,9 mm von 2006 bis 2018) mittlerweile größer ist als der durch Gebirgsgletscher und Eiskappen (~7,5 mm im gleichen Zeitraum) und zudem viermal höher als in den 1990er Jahren. Denn das Eisreservoir der Eisschilde beträgt 65 m Meeresspiegelanstieg, das der Gebirgsgletscher und Eiskappen nur 32 cm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stokes 2025&amp;quot;&amp;gt;Stokes, C.R., L.L. Bamber, J.L., A. Dutton et al. (2025): [https://doi.org/10.1038/s43247-025-02299-w Warming of +1.5 °C is too high for polar ice sheets]. Commun Earth Environ 6, 351&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Langfristiger Meeresspiegelanstieg ==&lt;br /&gt;
* Hauptartikel: [[Langfristiger Meeresspiegelanstieg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
einfach=Ursachen des Meeresspiegelanstiegs (einfach)&lt;br /&gt;
|Folge von=Erwärmung des Ozeans&lt;br /&gt;
|Folge von=Kryosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|Folge von=Grönländischer Eisschild&lt;br /&gt;
|Folge von=Antarktischer Eisschild&lt;br /&gt;
|Folge von=Eisschilde&lt;br /&gt;
|Folge von=Gletscher im Klimawandel&lt;br /&gt;
|verursacht=Aktueller Meeresspiegelanstieg&lt;br /&gt;
|verursacht=Meeresspiegeländerungen&lt;br /&gt;
|verursacht=Meeresspiegel der Zukunft&lt;br /&gt;
|verursacht=Folgen des Meeresspiegelanstiegs (einfach)&lt;br /&gt;
|verursacht=Folgen des Meeresspiegelanstiegs&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Ursachen des Meeresspiegelanstiegs (einfach), Meeresspiegeländerungen, Meeresspiegel der Zukunft, Folgen des Meeresspiegelanstiegs (einfach), Ozean&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ozean]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Aktuelle_Klimadaten&amp;diff=35400</id>
		<title>Aktuelle Klimadaten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Aktuelle_Klimadaten&amp;diff=35400"/>
		<updated>2026-07-28T07:34:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Überblick */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Weltklimarat [[IPCC]] veröffentlicht alle 6-8 Jahre einen Bericht über die Änderung des Klimas durch menschliche Aktivitäten. Da in den nächsten Jahren so dringend wie nie zuvor entscheidende Weichen für eine wirksame Klimapolitik gestellt werden müssen, fehlen in der Zwischenzeit aktuelle Daten als Grundlage des Handelns. Eine Gruppe von Klimaforschern aus 17 Ländern, die alle an dem letzten IPCC-Bericht von 2021&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC Reports&amp;quot;&amp;gt;IPCC: [https://www.ipcc.ch/reports/ Reports]&amp;lt;/ref&amp;gt; beteiligt waren, hat daher beschlossen, wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Berichten, beginnend mit dem Jahr 2023, zu veröffentlichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2025&amp;quot;&amp;gt;Forster, P. M., C.J. Smith, T. Walsh et al. (2025): [https://doi.org/10.5194/essd-17-2641-2025 Indicators of Global Climate Change 2024: Annual update of large-scale indicators of the state of the climate system and the human influence], Earth System Science Data 16, 2625–2658&amp;lt;/ref&amp;gt; - An dieser Stelle wird der jeweils letzte Berichte zusammengefasst und vereinfacht dargestellt, aktuell die Studie von Forster et al. (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;&amp;gt;Forster, T. Walsh, C. Smith,  et al. (2026): [https://doi.org/10.5194/essd-18-3889-2026 Indicators of Global Climate Change 2025: annual update of key indicators of the state of the climate system and human influence], Earth System Science Data 18, 6,  3889–3933&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei Bedarf wird auch auf andere Quellen zurückgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Treibhausgase ==&lt;br /&gt;
=== Emissionen ===&lt;br /&gt;
Die Emissionen von klimawirksamen [[Treibhausgase]]n ([[Kohlendioxid]], [[Methan]], [[Lachgas|Distickstoffoxid]] u.a.) lagen 2024 bei 56,8 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;Äq (Äquivalent)&amp;lt;ref&amp;gt;CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Äquivalent ist ein Maß für die Klimawirksamkeit verschiedener Treibhausgase gemessen an der Klimawirksamkeit von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;, bezogen auf 100 Jahre. So ist die Klimawirkung von Methan (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;) 28 mal höher, die von Distickstoffoxid 265 mal höher und die von FCKW sogar um 4660 mal höher als die von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Die wichtigsten Anteile hatten die fossilen, d.h. aus der Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Öl und Gas entstandenen, CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen mit 38,6 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. Zusammen mit den [[Kohlendioxidemissionen|Kohlendioxidemissionen]] aus der [[Landnutzung|Landnutzungsänderung]] von 4,6 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; betrugen die gesamten CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen 43,2 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. Darauf folgten Methan (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;) mit 9,3 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;Äq, Distickstoffoxid (N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O) mit 2,6 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;Äq und fluorierte Treibhausgase&amp;lt;ref&amp;gt;UBA (2023): [https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/emissionen-fluorierter-treibhausgase-f-gase Emissionen fluorierter Treibhausgase]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 1,7 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;Äq. Über das gesamte Jahrzehnt 2015-2024 gemittelt beliefen sich die mittleren jährlichen [[Treibhausgasemissionen]] auf 54,6 CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;Äq (Tab. 1).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;&amp;gt;Forster, T. Walsh, C. Smith,  et al. (2026): [https://doi.org/10.5194/essd-18-3889-2026 Indicators of Global Climate Change 2025: annual update of key indicators of the state of the climate system and human influence], Earth System Science Data 18, 6,  3889–3933&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Global THG emissions2024.jpg|thumb|360px|Abb. 1: Treibhausgasemissionen 1970 bis 2024. F-gases = fluorierte Kohlenwasserstoffe, N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O = Distickstoffoxid, CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;= Methan, CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-LULUCF = CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus Landnutzungsänderungen, CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-FFI = fossile und industrielle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;/&amp;gt;]]||[[Bild:THG-Emissionen 2000-2024.jpg|thumb|460px|Tab. 1: Mittlere jährliche Treibhausgasemissionen 2000-2009, 2015-2024 und 2024 in Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Äquivalent&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;/&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Treibhausgaskonzentration ===&lt;br /&gt;
Alle anthropogenen [[Treibhausgase]] mit Ausnahme von [[Troposphärisches Ozon|troposphärischem Ozon]] werden direkt in die Atmosphäre emittiert. Ozon entsteht in der Atmosphäre aus einer Reihe von Vorläuferstoffen wie Methan (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;), Stickstoffoxiden (NO&amp;lt;sub&amp;gt;x&amp;lt;/sub&amp;gt;), Kohlenmonoxid (CO) und VOC (VOC=Volatile Organic Compounds (flüchtige organische Verbindungen)) durch chemische Reaktion unter Einfluss der [[Sonnenenergie|Sonnenstrahlung]]. Mit Ausnahme von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; werden die vom Menschen verursachten Treibhausgase aus der Atmosphäre durch chemische Reaktionen entfernt. Dabei spielt für einige Gase wie besonders für das troposphärische Ozon, aber auch für Methan das Hydroxylradikal OH eine entscheidende Rolle, das auch als &amp;quot;Waschmittel&amp;quot; der Atmosphäre bezeichnet wird. CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; ist dagegen in der Atmosphäre chemisch inert, reagiert also nicht mit anderen Substanzen, und wird nur durch Lösung im Wasser und die Photosynthese der Pflanzen aus der Atmosphäre entfernt. Auch die [[FCKW]]s gehen in der Troposphäre keine chemische Reaktion ein, werden aber in der Stratosphäre unter Einfluss der [[Sonnenenergie|Sonnenstrahlung]] chemisch umgewandelt. Vorwiegend in der Stratosphäre wird auch N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O abgebaut. Das unterschiedliche Verhalten der Treibhausgase in der Atmosphäre bestimmt, wieviel von den emittierten Gasen wie lange in der Atmosphäre verbleibt und damit ihre Konzentration. &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;div class=&amp;quot;tleft&amp;quot; style=&amp;quot;clear:none&amp;quot;&amp;gt;[[Bild:THG-Konzentration-1985-2025.jpg|thumb|800 px|Abb. 2: Änderung der globalen Konzentration der drei wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) 1985 bis 2025. (WMO 2025)&amp;lt;ref&amp;gt;World Meteorological Organization, WMO (2025): [https://wmo.int/files/greenhouse-gas-bulletin-no-21  Greenhouse Gas Bulletin - No. 21]&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Aus dem Verhalten in der Atmosphäre resultiert die atmosphärische Verweilzeit (lifetime): Zusammen mit CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; gehören einige dieser Gase wie Methan (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;), Distickstoffoxid (N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O) und die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zu den langlebigen Treibhausgasen, d.h. ihre Verweilzeit in der Atmosphäre dauert mehrere Jahre, so dass sie rund um den Globus in der Atmosphäre gut durchmischt vorkommen. Aufgrund dieser langen Verweilzeiten sorgen z.B. Kohlendioxid und Distickstoffoxid global für einen langfristig erhöhten Strahlungsantrieb. Dagegen ist ein so wichtiges Treibhausgas wie das troposphärische Ozon (O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) nur sehr kurzlebig, so dass seine atmosphärische Konzentration in der Nähe des Entstehungsortes wesentlich höher ist als in größerer Entfernung davon.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Bild:THG-Konzentration 2025.jpg|thumb|320px|Tab. 2: Treibhausgas-Konzentration 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;/&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strahlungsantrieb ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Strahlungsantrieb-1750-2025.jpg|thumb|460px|Abb. 3: Historischer Strahlungsantrieb durch Treibhausgase, Landnutzung, Aerosole und die Sonne 1750 bis 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;/&amp;gt;]]||[[Bild:Strahlungsantrieb1750-2025.jpg|thumb|320px|Tab. 3: Anthropogener Strahlungsantrieb 1750 bis 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot;/&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Änderungen der atmosphärischen [[Treibhausgase|Treibhausgas]]- und [[Aerosole|Aerosolkonzentrationen]] und der [[Landnutzung]] verändern die Energiebilanz des [[Klimasystem]]s und treiben den Klimawandel an. Sie beeinflussen die [[Absorption]], Streuung und Emission von [[Strahlung]] innerhalb der [[Atmosphäre]] und an der Erdoberfläche. Die resultierenden positiven oder negativen Änderungen in der Energiebilanz aufgrund dieser Faktoren werden in Form des [[Strahlungsantrieb]]s ausgedrückt, der für den Vergleich von wärmenden oder kühlenden Einflüssen auf das Weltklima herangezogen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC-AR4-SYR&amp;quot;&amp;gt;Text nach: [https://www.de-ipcc.de/media/content/IPCC-SynRepComplete_final.pdf Klimaänderung 2007:  Synthesebericht, Seite 40 (48 von 117 der PDF-Datei)] Kapitel 2.2 Antriebe des Klimawandels (offizielle deutsche Übersetzung der [http://www.de-ipcc.de Deutschen IPCC Koordinierungsstelle])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Energy-accumulation-1971-2020.jpg|thumb|360px|Abb. 4: Verteilung der anthropogen bedingten zusätzlichen Energie im Erdsystem in Zetajoule (10&amp;lt;sup&amp;gt;21&amp;lt;/sup&amp;gt; Joule) 1971-2020 ]]&lt;br /&gt;
Der anthropogene [[Strahlungsantrieb]] hat sich zwischen der vorindustriellen Zeit (hier 1750) und 2025 durch die Zunahme der Konzentration langlebiger Treibhausgase in der Atmosphäre um 3,58 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; erhöht. Den mit Abstand wichtigsten Anteil daran hat Kohlendioxid mit 2,37 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;, gefolgt von Methan mit 0,57 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Dem haben die Zunahme von anthropogen bedingten [[Aerosole]]n mit -0,96 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; sowie Landnutzungsänderungen (besonders die Umwandlung von dunklen Wald- in hellere Agrarflächen) mit -0,19 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; entgegengewirkt. In der Summe betrug der anthropogene Antrieb 1750 bis 2025 3,10 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Demgegenüber spielten die natürlichen Einflussfaktoren durch Änderungen der [[Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen|Sonneneinstrahlung]] und [[Vulkanismus|Vulkanausbrüche]] eine sehr untergeordnete Rolle von weniger als 0,1 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Im Vergleich zum letzten IPCC-Bericht von 2021 hat sich der anthropogene Strahlungsantrieb durch langlebige Treibhausgase in den letzten vier Jahren von 3,32 auf 3,58 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; erhöht. Anthropogene Aerosole haben zwar weiterhin eine abkühlende Wirkung, aber sie nimmt seit den 1980er Jahren ab. Insofern besitzt die Änderung des Aerosol-Antriebs einen erwärmenden Effekt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den anthropogenen Antrieb ergibt sich ein Strahlungsungleichgewicht an der Obergrenze der Atmosphäre. Das bedeutet, dass das Erdsystem durch anthropogene Antriebe mehr Energie aufnimmt, als es an den Weltraum wieder abgibt. Diese Differenz betrug im Zeitraum 1971-2006 0,50 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Sie erhöhte sich bis 2013-2025 um mehr als das Doppelte auf 1,12 W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. 91% dieser zusätzlichen Energie wurden vom [[Ozean im Klimasystem|Ozean]] aufgenommen, 5% von der Landoberfläche, 3% von der [[Kryosphäre im Klimasystem|Kryosphäre]] (Eis und Schnee) und 1% von der [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]] (Abb. 4). Die Folge des Strahlungsungleichgewicht ist eine Erwärmung von Atmosphäre, Land und Ozean und ein Abschmelzen von Eis. Dabei erwärmen sich die Atmosphäre und die Landoberfläche am schnellsten. Der Ozean erwärmt sich aufgrund seiner hohen Wärmekapazität und seiner großen Wassermasse nur sehr langsam, nimmt aber den allergrößten Teil der zusätzlichen Wärme auf, die sich zunehmend auch im tiefen Ozean verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot; /&amp;gt;  Das Abschmelzen von größeren Eismassen erfolgt über noch längere Zeiträume von Jahrhunderten bis Jahrtausenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Temperatur ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Global mean temp 2024.png|thumb|360px|Abb. 5: Globale Jahresmitteltemperatur 1850-2024, relativ zum Mittel 1850-1900 (vorindustriell) nach 6 Datensätzen.]]||[[Bild:Temperatur 2025.jpg|thumb|400px|Tab. 4: Die globale Mitteltemperatur 2016-2025 und 2023 und 2024 und ihre Ursachen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit 1850-1900&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Daten nach [https://berkeleyearth.org/global-temperature-report-for-2023/ Berkeley Earth 2023] und [https://berkeleyearth.org/global-temperature-report-for-2024/ 2024]]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der letzte IPCC-Bericht AR6 (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC Reports&amp;quot; /&amp;gt; definiert die globale Erwärmung durch den Menschen als die Differenz zwischen der Mitteltemperatur der jeweils letzten 10-Jahresperiode im Vergleich zu der als vorindustriell definierten Periode 1850-1900. Im AR6 ist die letzte 10-Jahresperiode 2010-2019 und der Temperaturanstieg gegenüber vorindustriell beträgt 1,09 °C. In der Aktualisierung von Forster et al. (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot; /&amp;gt; ist es die Dekade 2016-2025. Hiernach hat sich die globale Mitteltemperatur 2016-2025 gegenüber 1850-1900 um 1,26 °C erhöht. Die Mitteltemperatur über dem Land ist um 1,81 °C und die über dem Ozean um 1,03 °C gestiegen. Herausragend sind dabei die Jahre 2023 und 2024 mit einer Temperaturzunahme um 1,44 °C bzw. 1,51 °C gegenüber vorindustriell.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die natürlichen Antriebe durch die Solarstrahlung, Vulkanausbrüche und [[Natürliche Klimaschwankungen|natürliche Schwankungen]] besitzen über den Zeitraum von 1850-1900 bis 2015-2024 mit 0,04 °C so gut wie keinen Anteil an der Veränderung der globalen Mitteltemperatur. Verursacht wird die anthropogene Erwärmung mit 1,52 °C hauptsächlich durch die langlebigen Treibhausgase, während anthropogene Aerosole und Landnutzungsänderungen mit -0,28 °C einen negativen Beitrag leisten. Die Rate der vom Menschen verursachten Erwärmung betrug für das Jahrzehnt 2016-2025 0,27 °C pro Dekade, konsistent mit der Zunahme der Treibhausgasemissionen über die letzten Jahrzehnte und nahezu identisch mit dem beobachteten Trend von 0,26 °C/Jahrzehnt. Diese Anstiegsrate entspricht zudem dem Pojektionszenario SSP2-4.5 für die nächsten 20 Jahre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das verbleibende Carbon-Budget ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Verbleibendes-Budget.jpg|thumb|520px|Abb. 6: Die Graphik zeigt die historischen Kohlendioxid-Emissionen in Gt C&amp;lt;ref&amp;gt;1 Gt C = 3,667 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen 1850 und 2024 und das verbleibende Kohlenstoffbudget, um die Klimaziele des Paris-Abkommens mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% zu erreichen. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate von 11 Gt C/Jahr wäre das Budget für das 1,5-Grad-Ziel 2031 und für das 2-Grad-Ziel 2052 aufgebraucht. Eigene Darstellung (Bildidee: IPCC WGI (2022): FAQ 5.4; Daten nach Forster et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2025&amp;quot; /&amp;gt;, sowie eigene Berechnungen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der 21. Konferenz der Vertragsstaaten zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Dezember 2015 in Paris bekannten sich alle anwesenden 193 Vertragsstaaten zu dem Ziel, einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden und daher die globale Erwärmung auf wesentlich unter 2 °C, möglichst sogar auf 1,5 °C zu begrenzen. Bisher ist die Welt nicht auf dem Weg, diese Ziele zu erreichen. Die bisherigen Anstrengungen der wichtigsten staatlichen Emittenten lassen eine Erwärmung von eher 2,8 °C bis 2100 erwarten, und auch die versprochenen Maßnahmen reichen keineswegs für das 2°C-Ziel aus.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wieviel CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; darf die Menschheit noch emittieren, ohne die Pariser Klimaziele einer globalen Erwärmung von 1,5 bzw. 2,0 °C über das vorindustrielle Niveau bis 2100 zu verfehlen? Jedes Jahr werden weiterhin über 42 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; emittiert. Das verbleibende Kohlenstoff-Budget, welches die Menschheit noch ausgeben darf, um die selbst gesteckten Klimaziele einzuhalten, schmilzt zusehends dahin. Nach dem AR6&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC Reports&amp;quot; /&amp;gt; betrug das Budget, um das 1,5-Grad-Ziel ab 2020 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% zu erreichen, noch 500 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. Nach Berechnungen von Forster et al. (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forster 2026&amp;quot; /&amp;gt; ist das verbleibende Kohlenstoffbudget ab Anfang 2026 auf 130 Gt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; und damit auf fast ein Viertel zusammengeschrumpft. Bei den gegenwärtigen Emissionsraten wäre das Budget in ca. 3 Jahren aufgebraucht. Der Grund liegt nicht nur in den weiteren Emissionen der letzten drei Jahre, sondern auch in der weiteren Erhöhung der globalen Mitteltemperatur, die den Abstand auf 1,5 °C weiter verringert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;div class=&amp;quot;tleft&amp;quot; style=&amp;quot;clear:none&amp;quot;&amp;gt;[[Bild:Klimaindikatoren-2025-dt.jpg|thumb|640px|Abb. 7: Übersicht über Schlüsselindikatoren des anthropogenen Klimawandels. AR6 = 6. Bericht des Weltklimarates IPCC von 2021&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC Reports&amp;quot; /&amp;gt;; Now = 2025.]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
beeinflusst von=IPCC&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Aktuelle Klimaänderungen, Klimaantrieb, Kohlendioxid, Treibhausgase, Methan, Lachgas, FCKW, Ursachen von Klimaänderungen, Klimaprojektionen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimaänderungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gr%C3%B6nl%C3%A4ndischer_Eisschild&amp;diff=35399</id>
		<title>Grönländischer Eisschild</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gr%C3%B6nl%C3%A4ndischer_Eisschild&amp;diff=35399"/>
		<updated>2026-07-22T16:16:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Überblick über die Ursachen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Auslassgletscher Karal.jpg|thumb|520px|Abb. 1: Gletscherzunge der Auslassgletscher Karal und Knut Rasmussen an der Ostküste Grönlands]]&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS-Masse-2002-2025.jpg|thumb|520px|Abb. 2: Änderung der Massenbilanz des Grönländischen Eisschildes 2002-2025 ]]&lt;br /&gt;
== Historische und aktuelle Änderungen == &lt;br /&gt;
Im gegenwärtigen Klima gibt es auf der Erde nur die beiden [[Eisschilde]] auf Grönland und der Antarktis. Während der [[Eiszeitalter|letzten Kaltzeit]] lagen auch über große Teile Nordamerikas und Eurasiens mächtige Inlandeismassen, und das Eisvolumen während des letzten glazialen Maximums um 21000 Jahre vh. war mehr als doppelt so groß wie heute. Während dieser Zeit war das Eisvolumen Grönlands so groß, dass es bei seinem Abschmelzen einen Meeresspiegelanstieg von 12 m bewirkt hätte. Die heutige Eismasse Grönlands würde nur zu einem Anstieg von 7,4 m führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGI (2021): Ocean, Cryosphere and Sea Level Change, 9.4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Auf einer Fläche von 1,7 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; speichert der Grönländische Eisschild eine Eismasse von 3 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023a&amp;quot;&amp;gt;Otosaka, I.N., M. Horwath, R. Mottram et al. (2023): [https://doi.org/10.1007/s10712-023-09795-8 Mass Balances of the Antarctic and Greenland Ice Sheets Monitored from Space]. Surv Geophys 44, 1615–1652&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahrzehnten hat der Eisschild auf Grönland deutlich an Masse verloren. Höhen- und Schwerefeldmessungen durch Satelliten zwischen 2003 bis 2023 haben einen Massenverlust von 4362 Mrd. Tonnen Eis festgestellt. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von 1,2 cm, über alle Ozeane verteilt. Die Ränder des Eisschilds verloren einige Meter an Höhe, die in den Ozean mündenden Auslassgletscher wurden sogar um 20-40 m dünner. Der Jakobshavn Isbrae an der Westküste Grönlands verlor eine Höhe von fast 70 m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Khan 2025&amp;quot;&amp;gt;Khan, S. A., H. Seroussi, M. Morlighem et al. (2025): [https://doi.org/10.5194/essd-17-3047-2025 Smoothed monthly Greenland ice sheet elevation changes during 2003–2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei der [[Antarktischer Eisschild|Antarktis]] ist das aufgrund der geographischen Lage um 10-15°C wärmere Klima Grönlands eher fremdbestimmt und wird stark durch die nordamerikanische und eurasische Landmasse und vor allem den Nordatlantik beeinflusst. Einerseits sind daher die Niederschläge deutlich höher als über der Antarktis, andererseits gibt es im Sommer umfangreiche Schmelzvorgänge an der Oberfläche, die sich über nahezu die Hälfte des Eisschildes erstrecken können und deren Wasser größtenteils ins Meer abfließt. Ein anderer Teil des Eises geht auch durch Kalben und Gletscherabflüsse ins Meer verloren. Während der antarktische Eisschild mit Ausnahme einiger Randgebiete der Westantarktis nur sehr verzögert auf Klimaänderungen reagiert, zeigt der Eisschild auf Grönland deutlich stärker die Folgen des aktuellen Klimawandels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Melt Stream Greenland.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick über die Ursachen ==&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen der Eismassen auf Grönland geschieht durch zwei grundlegend verschiedene Prozesse:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039; 1. Das Eis schmilzt an der Oberfläche des Eisschilds ab. Daran sind verschiedene Prozesse beteiligt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Atmosphärische Prozesse: Die Lufttemperatur nimmt zu, und es fällt mehr Regen als Schnee.&lt;br /&gt;
* Durch schneefreie Eisoberflächen, Ruß- und Staubablagerungen und Algenblüte verringert sich die Albedo. Es werden mehr Sonnenstrahlen absorbiert, die das Schmelzen verstärken.&lt;br /&gt;
* Geologische Prozesse: Durch das Abschmelzen des Eises sinkt die Eisoberfläche auf geringere Höhen ab. Dort ist es wärmer, wodurch mehr Eis abschmilzt. Diesem Vorgang wirkt in geringerem Maße entgegen, dass durch das Abschmelzen von Eis der Untergrund entlastet wird und sich etwas anhebt.  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039; 2. Der Grönländische Eisschild ist über 3000 m hoch. Dadurch fließt das Eis langsam Richtung Meer ab.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Schmelzwasser kann durch Gletscherspalten bis auf den Boden gelangen und das Abfließen beschleunigen (Abb. 3).  &lt;br /&gt;
* Durch die Randgebirge ins Meer mündende Gletscher nennt man Auslassgletscher. Sie werden durch die wärmere Luft über dem Wasser und durch das warme Ozeanwasser weiter abgeschmolzen.&lt;br /&gt;
* Schwimmende Gletscherzungen brechen durch Kalben ab und lösen sich im Meerwasser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abschmelzen an der Oberfläche ==&lt;br /&gt;
Der Massenverlust des Grönländischen Eisschilds wird zunehmend durch eine verstärkte Oberflächenschmelze dominiert. Während der letzten 40 Jahre wurden rund 35 % des beobachteten Massenverlusts auf Veränderungen der Oberflächenmassenbilanz zurückgeführt, und 65 % auf eine Zunahme der Abflussströme des Eisschilds.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2021&amp;quot;&amp;gt;Zeitz, M., R. Reese, J. Beckmann et al. (2021): [https://doi.org/10.5194/tc-15-5739-2021 Impact of the melt–albedo feedback on the future evolution of the Greenland Ice Sheet with PISM-dEBM-simple], The Cryosphere, 15, 5739–5764&amp;lt;/ref&amp;gt;  Im Zeitraum 2009–2012 hat der Anteil des Abschmelzens an der Oberfläche auf 68% zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Das Abschmelzen an der Eisoberfläche hat nach 1990 um ca. 8 Gt pro Jahr zugenommen. Besonders stark war die Zunahme durch extreme Schmelzereignisse wie 2012, 2019 und 2023 mit über 100 Gt/Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zhang 2025&amp;quot;&amp;gt;Zhang, Q.-L., M.-H. Ding, M.R. van den Broeke et al. (2025): [https://doi.org/10.1016/j.accre.2025.05.004 Variations in Greenland surface melt and extreme events from 1958 to 2023], Advances in Climate Change Research, 16, 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Wetterlagen ===&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen ist stark durch den Zustand der Atmosphäre über dem Eisschild bedingt. Auf Grönland wirken sich dabei die Veränderungen in der Arktis aus. Keine Großregion der Erde hat sich so stark durch den Klimawandel erwärmt wie die Arktis. Im Vergleich zum globalen Durchschnitt war die Erwärmung in der Arktis fast viermal so stark.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rantanen 2022&amp;quot;&amp;gt;Rantanen, M., Karpechko, A.Y., Lipponen, A. et al. (2022): [https://doi.org/10.1038/s43247-022-00498-3 The Arctic has warmed nearly four times faster than the globe since 1979]. Commun Earth Environ 3, 168&amp;lt;/ref&amp;gt;  Auch die Niederschläge und besonders extreme Niederschläge haben zugenommen. Durch die höheren Temperaturen fallen die Niederschläge zunehmend als Regen. Durch höhere Temperaturen und Regen geht die Schneebedeckung zurück. So hat die Dauer der Schneebedeckung seit den 1960er Jahren um 50% abgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Druckenmiller 2025&amp;quot;&amp;gt;Druckenmiller, M.L., R.L. Thoman and T.A. Moon (2025): [https://doi.org/10.25923/nrzf-j897 NOAA Arctic Report Card 2025]: Executive Summary&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Greenland-melting-4-years.jpg|thumb|640px|Abb. 4: Höhenänderung der Oberfläche Grönlands durch das Abschmelzen von Eis in m/Jahr. 2012 und 2019 waren die Jahre mit dem stärksten Abschmelzen an der Oberfläche des Eisschildes. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle für das lokale Klima über Grönland spielen kurzfristige Wetterlagen, deren Trend auf ein verändertes Klima weist. Ein besonderes Ereignis war der erste Regen am 14. August 2021 über dem höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes. In einer Höhe von 3.216 m erreichte die Temperatur an diesem Tag +0,5°C über dem Gefrierpunkt und lag damit rund 15°C über dem langfristigen Mittel für den Monat August.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;&amp;gt;AWI (2021): [https://www.arctic-office.de/fileadmin/user%20upload/www.arctic-office.de/PDF%20uploads/Fact%20Sheets/FactSheet%20GROCE%20deutsch.pdf Das Grönländische Eis]&amp;lt;/ref&amp;gt;  In jüngster Zeit kam es in den Jahren 2012, 2019 und 2023 zu extremen Schmelzereignissen. 2012 wurden mehr als 20 Gt Schmelzwasser erzeugt und 98,6% der Fläche Grönlands waren vom oberflächlichen Abschmelzen betroffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;&amp;gt;Mchedlishvili, A., Vountas, M., and Bösch, H. (2025): [https://doi.org/10.5194/egusphere-2025-6424 The Anomalously Warm Summer of 2023 Over Greenland as Compared to Previous Record Melt Summers of 2012 and 2019], EGUsphere [preprint]&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ursache für die extremen Schmelzereignisse werden Änderungen der atmosphärischen Zirkulation diskutiert. Durch sie entstünden Atmosphärische Flüsse, die feucht-warme Luftmassen vom Nordatlantik nach Grönland lenken. Beim Anheben über dem Eisschild kühlen diese sich ab und bilden Wolken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Die Wolkendecke führt zu einer erhöhten abwärts gerichteten langwelligen Strahlung, was Erwärmung in Bodennähe und Schmelzprozesse bewirkt oder das Wiedergefrieren verhindert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch ein wolkenloser Himmel kann eine Erwärmung und das Abschmelzen von Eis verstärken, da dadurch die direkte Sonneneinstrahlung erhöht wird. Solche Situationen sind oft mit blockierenden Hochdruckgebieten verbunden, in denen Luftmassen absinken und sich dadurch erwärmen. Bei allen drei extremen Schmelzereignissen der Jahre 2012, 2019 und 2013 spielten Hochdruckverhältnisse eine Rolle.  Durch den Klimawandel wird es zu häufigeren Hochdruckverhältnissen kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Die Hochdruckgebiete verharren zunehmend durch sich abschwächende großräumige Luftströmungen am selben Ort und sorgen für stabiles Strahlungswetter. U.a. sind blockierende Hochdruckwetterlagen mit einer sich abschwächenden Nordatlantischen Oszillation (NAO) in Verbindung gebracht worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beckmann 2023&amp;quot;&amp;gt;Beckmann, J. and R. Winkelmann (2023): [https://doi.org/10.5194/tc-17-3083-2023 Effects of extreme melt events on ice flow and sea level rise of the Greenland Ice Sheet], The Cryosphere, 17, 3083–3099&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Grönland-Prozesse.jpg|thumb|640px|Abb. 5: Die Abb. zeigt Prozesse, die zum Abschmelzen eines Eisschilds beitragen. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Änderungen der Oberflächenalbedo ===&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen des Grönlandeises wird auch dadurch verstärkt, dass die Eisoberfläche dunkler wird und damit weniger Sonnenstrahlung reflektiert und mehr absorbiert. Dadurch erwärmt sich die Luft über dem Eis. Der wichtigste Grund ist das Abschmelzen selbst. Eine mit Neuschnee bedeckte Eisoberfläche besitzt eine Albedo von bis zu 95%, d.h. sie reflektiert 95% der Sonneneinstrahlung. Sauberes blankes Eis weist nur noch eine Albedo von 45-55% auf, absorbiert also die Hälfte der Solarstrahlung. Wenn dieses Eis noch durch Ruß, Staub und Algenwachstum verschmutzt wird, kann die Albedo noch weiter auf 27% sinken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Zusätzlich können sich dunklere Flächen auch dadurch bilden, dass sich das Schmelzwasser in Seen auf der Oberfläche des Eisschildes sammelt.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:W-Greenland fire 3.8.2017.jpg|thumb|640px|Abb. 6: Feuer an der Westküste Grönlands am 3. August 2017]]||[[Bild:GIS-algal-bloom-2016.jpg|thumb|460px|Abb. 7: Dunkle Eisoberfläche auf dem Grönländischen Eisschild durch Algenblüte im Sommer 2016 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Rußablagerungen entstehen vor allem durch Waldbrände. Diese treten in jüngster Zeit als Busch- und Moorbrände auch auf Grönland auf wie z.B. im August 2017.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NASA 2017&amp;quot;&amp;gt;NASA Earth Observatory (2017): [https://science.nasa.gov/earth/earth-observatory/fire-and-ice-in-greenland-90709/ Fire and Ice in Greenland]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Hauptsächlich sind jedoch die großen Waldbrände in den letzten Jahren in Kanada und anderen arktischen Regionen für Rußablagerungen auf dem grönländischen Eis verantwortlich. Rauchschwaden der Rekord-Brände in Kanada 2023 reichten bis nach Europa. Ein viel untersuchtes Phänomen auf dem grönländischen Eisschild ist das Algenwachstum, das zu einer dunkleren Oberfläche führt und mehr Sonnenlicht absorbiert. Das Wachstums purpurfarbenen Algen wurde seit 20 Jahren beobachtet. Es wird angetrieben durch zunehmende Phosphor- und Stickstoffnährstoffe, die vor allem aus dem abschmelzenden älteren Eis freigesetzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gill-Olivas 2026&amp;quot;&amp;gt;Gill-Olivas, B., P. Forjanes, T.C. Turpin-Jelfs et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41467-026-68625-8 Ablation provides key macronutrients (nitrogen and phosphorous) to glacier ice algae in NW Greenland]. Nat Commun 17, 2129&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Höhen-Rückkopplung ===&lt;br /&gt;
Aktuell liegt der Großteil der grönländischen Eisoberfläche aufgrund der Mächtigkeit des Eisschildes in einer Höhe, in der es wie im Gebirge ganzjährlich kalt ist. Je weiter das Eis jedoch abschmilzt, desto weiter sinkt auch die Oberfläche des Eisschilds ab, was an den Rändern schon passiert ist. Werden die Luftschichten an der Eisoberfläche mit geringerer Höhe wärmer, führt das zu einer Beschleunigung der Schmelze.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Diese Schmelz-Höhen-Rückkopplung stellt einen Zusammenhang zwischen Eisdicke und Schmelzraten dar. Je geringer die Oberflächenhöhe, desto höher sind die Schmelzraten. Das führt zu einer Ausdünnung des Eises, wodurch die Eisoberfläche auf eine noch geringere Höhe absinkt, die Temperatur ansteigt und die Schmelzraten weiter zunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2022&amp;quot;&amp;gt;Zeitz, M., J.M. Haacker, J.F. Donges et al. (2022): [https://doi.org/10.5194/esd-13-1077-2022 Dynamic regimes of the Greenland Ice Sheet emerging from interacting melt–elevation and glacial isostatic adjustment feedbacks], Earth Syst. Dynam., 13, 1077–1096&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Schmelz-Höhen-Rückkopplung wirkt jedoch ein anderer Prozess entgegen. Durch das Abschmelzen von Eis ändert sich die Eislast auf den Felsuntergrund. Das löst eine sehr langsame Anhebung des Felsuntergrunds aus, die sich über lange Zeiträume von Hunderten bis Tausenden von Jahren erstreckt. Die aktuell beobachteten Hebungsraten in Grönland liegen zwischen 5,6 und 18 mm pro Jahr. Dabei spielen sich die Anhebungsraten auf zwei unterschiedlichen Zeitskalen ab. Einerseits wirkt sich heute noch immer die Entlastung durch die abgeschmolzenen Eismassen am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.000 Jahren aus. Andererseits reagiert der Felsuntergrund auch auf aktuelle Entlastungen, wie z.B. bei dem extreme Schmelzereignis des Jahres 2012.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisdynamik ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kangerlussuaq.jpg|thumb|660px|Abb. 8: Veränderung des Auslassgletschers Kangerlussuaq Glacier zwischen der Kleinen Eiszeit (gelbe Linien) und 2019 (gestrichelte Linie). Die rote Linie zeigt die Hauptfließrichtung an. ]]||[[Bild:Jacobshavn-calving.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Rückzug des Jakobshavn Isbrae 1851-2010 an der Westküste Grönlands ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Neben Abschmelzprozessen spielen dynamische Veränderungen des Eisabflusses eine wichtige Rolle. Von dem Eisverlust von 60 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; (Kubikkilometer) pro Jahr Mitte der 1990er Jahre waren etwa 24 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; dynamisch bedingt; um das Jahr 2000 gingen von den 80 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; Eisverlust pro Jahr bereits 34 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; auf das Konto des verstärkten Eisabflusses. Davon wurden allein 10 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; pro Jahr durch die Abflussveränderungen eines einzigen Gletschers, des Jakobshavn Isbrae an der Westküste, verursacht, dessen Abflussgeschwindigkeit sich in wenigen Jahren (1997-2002) von 7 auf 12 Kubikkilometer pro Jahr erhöhte.&amp;lt;ref&amp;gt;Krabill, W., Hanna, E.; Huybrechts, P., Abdalati, W., Cappelen, J., Csatho, B., Frederick, E., Manizade, S., Martin, C., Sonntag, J., Swift, R., Thomas, R., Yungel, J. (2004): Greenland Ice Sheet: Increased coastal thinning, Geophys. Res. Lett., Vol. 31, No. 24, L24402 10.1029/2004GL021533&amp;lt;/ref&amp;gt; In den letzten Jahren sind zwei Gletscher an der Ostküste mit ähnlichem Verhalten hinzugekommen, der Kangerdlugssuaq und der Helheim-Gletscher.&amp;lt;ref&amp;gt;Luckman, A., T. Murray, R. de Lange, E. Hanna (2006): Rapid and synchronous ice-dynamic changes in East Greenland, Geophys. Res. Lett., Vol. 33, No. 3, L03503, doi:10.1029/2005GL025428&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Submarines-Abschmelzen-GIS.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Abbrechen und Abschmelzen einer Eiszunge an der marinen Kante]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbaren Ursachen für die stärkere Dynamik der Eisströme sind vielfältig und noch keineswegs ganz verstanden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen ihnen aber die höheren Luft- und Wassertemperaturen seit Mitte der 1990er Jahre zugrunde. Entgegen dem globalen Trend erlebte Grönland eine Abkühlung von den 1930ern bis zur Mitte der 1990er Jahre, seitdem aber einen deutlichen Temperaturanstieg, der allerdings die außergewöhnliche Erwärmung der 1930er Jahre noch nicht erreicht hat. In jedem Fall zeigen die Beobachtungen der letzten 10 Jahre aber, dass ein relativ mäßiger Temperaturanstieg von ca. 1&amp;amp;nbsp;°C erhebliche Folgen für die Massenbilanz des Eisschildes haben kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Joughin, I. (2006): Greenland Rumbles Louder as Glaciers Accelerate, Science 311, 1719-1720&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Folge der Erwärmung ist das Abschmelzen und Zerbrechen des vorgelagerten Eisschelfs, das zur Instabilität der an der Küste mündenden Auslassgletscher führt. Eine ähnliche Folge ist die Destabilisierung von Gletscherzungen, die direkt ins Meer münden. Wahrscheinlich sind diese Prozesse hauptsächlich angetrieben durch [[Erwärmung des Ozeans|wärmeres Ozeanwasser]], das bis zur Aufsetzlinie unterhalb der schwimmenden Gletscherzunge vordringt und dort zu Abschmelzprozessen führt und die Aufsetzlinie, wie in Abb.4 gezeigt, immer weiter zurückverlegt.&amp;lt;ref&amp;gt; Bindschadler, R. (2006): Hitting the Ice Sheets Where It Hurts, Science 311, 1720-1721&amp;lt;/ref&amp;gt; Berechnungen an einzelnen Gletschern haben gezeigt, dass die submarinen Abschmelzprozesse wesentlich größer sind als die Eisschmelze an der Oberfläche. Bei einer Erwärmung des Ozeanwassers von 3 °C ist damit zu rechnen, dass einige hundert Meter der ins Meer mündenden Eiszungen pro Jahr abgeschmolzen werden. Auch das Kalben von Eis wird durch submarines Abschmelzen höchstwahrscheinlich stark beschleunigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rignot, E., et al. (2010): Rapid submarine melting of the calving faces of West Greenlands glaciers, Nature geoscience 3, 187-191&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Antrieb liegt in dem zunehmenden Eindringen von Schmelzwasser in Eisspalten bis auf den Grund, wo es unter dem Eis eine Art Schmierfilm bilden und damit die Abflussgeschwindigkeit der Gletscher beschleunigen kann. Die beobachtete Beschleunigung der Gletscherströme sind allerdings noch zu jung und die Datenreihen zu kurz, um mit Sicherheit zu entscheiden, ob es sich um eine kurzfristige Schwankung oder einen längeren Trend handelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alley&amp;quot;&amp;gt;Alley, R., P.U. Clark, P. Huybrechts and I. Joughin (2005): Ice-sheets and sea-level changes, Science 310, 456-460&amp;lt;/ref&amp;gt; Untersuchungen zum jahreszeitlichen Verhalten der Schmelzprozesse lassen allerdings vermuten, dass in einem wärmeren Klima das Wasser noch weiter im Inland unter den Eisschild gelangt und die Bewegung der Eismassen beschleuinigen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartholomew, I., et al.(2010): Seasonal evolution of subglacial drainage and acceleration in a Greenland outlet glacier, Nature Geoscience 3, 408–411&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS year 3000 RCPs.jpg|thumb|420px|Abb. 8: Eisbedeckung auf Grönland, gegenwärtig (2008) und im Jahr 3000 nach den [[RCP-Szenarien|Szenarien]] RCP2.6, RCP4.5 und RCP8.5. Blau-Weißfärbung: Wahrscheinlichkeiten der Abschätzung für die Eisbedeckung unter 16, um 50 und über 84 %. Z.B. nach dem Szenario RCP8.5 gibt es nur noch eine weniger als 16%-Wahrscheinlichkeit für eine Eisbedeckung im nordöstlichen Grönland.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen von Eis und die globalen Folgen gehören zu den ‚großen wissenschaftlichen Herausforderungen‘ des Weltklimaforschungsprogramms.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wcrp-climate.org/grand-challenges/grand-challenges-overview WCRP Grand Challenges]&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den neuen [[Erdsystemmodelle]]n für den 6. Sachstandsbericht des Weltklimarats [[IPCC]], der ab 2021 erschienen ist, werden daher auch dynamische Eisschildmodelle einbezogen. Im Mittelpunkt stehen dabei die komplexen Feedbackprozesse zwischen Eisschild und [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]] und Eisschild und [[Ozean im Klimasystem|Ozean]]. Heutige Eisschildmodelle erfassen einigermaßen gut die Oberflächenmassenbilanz, also den Prozess von Schneefall und Abschmelzen an der Oberfläche des Eisschilds in Wechselwirkung mit atmosphärischen Prozessen. Ein schwieriges Problem bleibt jedoch weiterhin die Simulation der komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Ozean und den im Meer mündenden Auslassgletschern. Hier sind zum einen die physikalischen Prozesse beim Kalben nicht vollständig verstanden und zum anderen müssten die Modelle noch höher aufgelöst gerechnet werden, um diese Prozesse adäquat abzubilden. Ein verbessertes Verständnis bedarf es auch bei den ozeanischen Prozessen, die den Transport von warmem Wasser vom offenen Ozean bis in die Fjorde und an die Gletscherfronten bestimmen und damit entscheidend zum Abtauen der Auslassgletscher beitragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goelzer 2020&amp;quot;&amp;gt;Goelzer, H., Nowicki, S., Payne, A., et al. (2020): The future sea-level contribution of the Greenland ice sheet: a multi-model ensemble study of ISMIP6, The Cryosphere Discuss., https://doi.org/10.5194/tc-2019-319&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seit dem 5. Sachstandsbericht des IPCC gerechneten Modelle stimmen darin überein, dass der Eisverlust Grönlands im 21. Jahrhundert unabhängig von den Szenarien stärker durch das oberflächliche Abschmelzen als durch die Eisdynamik bestimmt sein wird. Auf der Grundlage dieser Modellstudien wird nicht erwartet, dass der Grönländische Eisschild in einem [[RCP-Szenarien|RCP8.5-Szenario]] mehr als 20 cm zum [[Meeresspiegel der Zukunft|globalen Meeresspielanstieg im 21. Jahrhundert]] beitragen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer 2019&amp;quot;&amp;gt;Oppenheimer, M., B.C. Glavovic , J. Hinkel et al. (2019): Sea Level Rise and Implications for Low-Lying Islands, Coasts and Communities. In: IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, 4.2.3.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Nach jüngsten Projektionen mit einem Ensemble von Modellen für den 6. IPCC-Bericht wird der Grönländische Eisschild bis 2100  bei dem hohen Szenario RCP8.5 etwa 10 cm und bei dem niedrigen Szenario RCP2.6 ca. 3 cm zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen. Dabei zeigen sich nach Simulationen mit dem Szenario RCP8.5 über den Zeitraum 2015-2100 am Rande des Eisschildes starke Dickenabnahmen durch zunehmenden Schmelzwasserabfluss und den Rückzug der ins Meer mündenden Gletscher. An den äußeren, direkt ans Meer grenzenden Rändern ist die Höhenabnahme am größten und beträgt mehrere hundert Meter, während der Eisschild im Innern durch Schneeakkumulation um bis zu 10 m an Mächtigkeit gewinnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goelzer 2020&amp;quot; /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über den Eisverlust Grönlands über die nächsten 1000 Jahre kommt schon für das 21. Jahrhundert zu etwas abweichenden Ergebnissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aschwanden 2019&amp;quot;&amp;gt;Aschwanden, A., M.A. Fahnestock, M. Truffer, D.J. Brinkerhoff, R. Hock, C. Khroulev, R. Mottram, S.A. Khan  (2019): Contribution of the Greenland Ice Sheet to sea level over the next millennium, Science Advances  5 (6), DOI: 10.1126/sciadv.aav9396&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bis 2100 könnte Grönland hiernach je nach Szenario 5-33 cm zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen und wird nach dem hohen RCP8.5-Szenario in Tausend Jahren sehr wahrscheinlich eisfrei sein (Abb. 8). Grönlands Beitrag zum Meeresspiegelanstieg über die nächsten 1000 Jahre würde bei 5-7 m liegen. Im 21. Jahrhundert  wird hiernach der Massenverlust des Eisschildes etwa zu gleichen Teilen durch Schmelzwasserabfluss und Eisdynamik (Kalben und frontales Abschmelzen) bedingt sein. Bei dem Szenario RCP8.5 wird die Eisdynamik dann immer wichtiger und die Schlüsselkomponente über die nächsten Jahrhunderte darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS Eem 2models.jpg|thumb|420px|Abb. 9: Grönländischer Eisschild im Eem nach zwei Modellsimualtionen. Die Zahlen unten rechts beziehen sich auf die geologische Zeit in Tausend Jahren vh.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grönland in der geologischen Vergangenheit ==&lt;br /&gt;
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Studien über die Verhältnisse in früheren Warmzeiten, die ähnliche Klimaverhältnisse aufweisen, wie sie durch den anthropogenen Klimawandel für das 21. Jahrhundert und später erwartet werden. Der Gegenwart am nächsten liegt dabei das [[Eem]], die Warmzeit vor der letzten Eiszeit, die von 129 000 bis 116 000 Jahre vh. dauerte. Die globalen Temperaturen waren ca. 0,5-1,0 °C höher als heute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot;&amp;gt;Oppenheimer, M., B.C. Glavovic , J. Hinkel et al. (2019): Sea Level Rise and Implications for Low-Lying Islands, Coasts and Communities. In: IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, 4.2.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über große Teile der Arktischen Landgebiete war es in dieser Zeit 4-5 °C wärmer, im Norden Grönlands sogar bis zu 8 °C. Die Eisdicke auf Grönland wurde im frühen Eem auf 130 m niedriger als heute geschätzt, der Meeresspiegel auf 6-9 m höher,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot; /&amp;gt; woran die Antarktis große Anteile hatte. Die Ergebnisse von Modellrechnungen zum Anteil Grönlands liegen mit 0,4-5,6 m weit auseinander. Ebenso zeigen die Modelle große Unterschiede bei der Ausdehnung des Grönländischen Eisschildes (ABB. 6).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Plach 2019&amp;quot;&amp;gt;Plach, A., Nisancioglu, K. H., Langebroek, P. M., Born, A., and Le clec&#039;h, S. (2019): Eemian Greenland ice sheet simulated with a higher-order model shows strong sensitivity to surface mass balance forcing, The Cryosphere, 13, 2133–2148, https://doi.org/10.5194/tc-13-2133-2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Plach 2018&amp;quot;&amp;gt;Plach, A., Nisancioglu, K. H., Le clec&#039;h, S., Born, A., Langebroek, P. M., Guo, C., Imhof, M., and Stocker, T. F. (2018): Eemian Greenland SMB strongly sensitive to model choice, Clim. Past, 14, 1463–1485, https://doi.org/10.5194/cp-14-1463-2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird auch die warme Periode des [[Warmes Klima im Pliozän|mittleren Pliozäns]] (3,3-3,0 Mio. Jahre vh.) als Vergleich herangezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2013&amp;quot;&amp;gt;IPCC (2013): Climate Change 2013, Working Group I: The Science of Climate Change, 5.6.1&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Temperaturen waren 2-4 °C höher als vor der Industrialisierung und die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration lag bei 300-450 ppm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot; /&amp;gt; Nach dem 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC lag der globale Meeresspiegel wahrscheinlich um ca. 14 m, jedoch nicht mehr als 20 m höher als gegenwärtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2013&amp;quot; /&amp;gt; Modellsimulationen des Grönländischen Eischilds zeigen ein breites Spektrum von fast heutiger Ausdehnung bis zu einem eisfreien Grönland. Mittelwerte über alle Modelle ergeben einen stark reduzierten Eisschild, der sich über den Nordosten der Insel ausbreitet, verbunden mit einem Meeresspiegelanstieg nur durch den Beitrag des Grönländischen Eises von ca. 2,2-4,4 m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dolan 2015&amp;quot;&amp;gt;Dolan, A. M., Hunter, S. J., Hill, D. J., et al. (2015): Using results from the PlioMIP ensemble to investigate the Greenland Ice Sheet during the mid-Pliocene Warm Period, Clim. Past, 11, 403–424, https://doi.org/10.5194/cp-11-403-2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelms, F. (2015): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/das-eis-der-erde/kapitel-6-2-geschichtliche-und-aktuelle-veraenderungen-des-groenlaendischen-eisschildes/ Geschichtliche und aktuelle Veränderungen des Grönländischen Eisschildes]. In: Lozán, J. L., H. Grassl, D. Kasang, D. Notz &amp;amp; H. Escher-Vetter (Hrsg.). Warnsignal Klima: Das Eis der Erde. pp.224-230&lt;br /&gt;
* Mayer, C. &amp;amp; H.Oerter (2006): Die Massenbilanzen des grönländischen und antarktischen Inlandeises und der Charakter ihrer Veränderungen, in: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Hans-W. Hubberten / Peter Hupfer / Ludwig Karbe / Dieter Piepenburg (Hrsg.): Warnsignale aus den Polarregionen. Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg, 92-96); [http://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/polarregionen/polarregionen_kap2_7/ Online-Version]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_ro&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_lo&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_ru&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
			&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_lu&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
				&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildergalerie zum Thema==&lt;br /&gt;
* Bilder zu: [[Eisschilde_(Bilder)#Gr.C3.B6nland|Grönländischer Eisschild]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=visualClear&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
				&amp;lt;/div&amp;gt;  &lt;br /&gt;
			&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzangaben ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Unterrichtsmaterial=[http://www.planet-schule.de/wissenspool/klimawandel/inhalt/unterricht/groenlands-gier-reichtum-durch-klimawandel.html Grönlands Gier - Reichtum durch Klimawandel] Arbeitsmaterialien zum Klimawandel und seinen Folgen auf Grönland&lt;br /&gt;
|ähnlich wie=Antarktischer Eisschild&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Eisschilde&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Aktuelle Klimaänderungen&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen&lt;br /&gt;
|verursacht=Aktueller Meeresspiegelanstieg&lt;br /&gt;
|verursacht=Meeresspiegel der Zukunft&lt;br /&gt;
|Teil von=Ursachen des aktuellen Meeresspiegelanstiegs&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Arbeitsmaterial, Grönland, Antarktischer Eisschild, Aktuelle Klimaänderungen, Klimaprojektionen, Aktueller Meeresspiegelanstieg, Meeresspiegel der Zukunft, Ursachen Meeresspiegelanstieg, Kryosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kryosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gr%C3%B6nl%C3%A4ndischer_Eisschild&amp;diff=35398</id>
		<title>Grönländischer Eisschild</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gr%C3%B6nl%C3%A4ndischer_Eisschild&amp;diff=35398"/>
		<updated>2026-07-22T16:15:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Auslassgletscher Karal.jpg|thumb|520px|Abb. 1: Gletscherzunge der Auslassgletscher Karal und Knut Rasmussen an der Ostküste Grönlands]]&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS-Masse-2002-2025.jpg|thumb|520px|Abb. 2: Änderung der Massenbilanz des Grönländischen Eisschildes 2002-2025 ]]&lt;br /&gt;
== Historische und aktuelle Änderungen == &lt;br /&gt;
Im gegenwärtigen Klima gibt es auf der Erde nur die beiden [[Eisschilde]] auf Grönland und der Antarktis. Während der [[Eiszeitalter|letzten Kaltzeit]] lagen auch über große Teile Nordamerikas und Eurasiens mächtige Inlandeismassen, und das Eisvolumen während des letzten glazialen Maximums um 21000 Jahre vh. war mehr als doppelt so groß wie heute. Während dieser Zeit war das Eisvolumen Grönlands so groß, dass es bei seinem Abschmelzen einen Meeresspiegelanstieg von 12 m bewirkt hätte. Die heutige Eismasse Grönlands würde nur zu einem Anstieg von 7,4 m führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGI (2021): Ocean, Cryosphere and Sea Level Change, 9.4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Auf einer Fläche von 1,7 km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; speichert der Grönländische Eisschild eine Eismasse von 3 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Otosaka 2023a&amp;quot;&amp;gt;Otosaka, I.N., M. Horwath, R. Mottram et al. (2023): [https://doi.org/10.1007/s10712-023-09795-8 Mass Balances of the Antarctic and Greenland Ice Sheets Monitored from Space]. Surv Geophys 44, 1615–1652&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahrzehnten hat der Eisschild auf Grönland deutlich an Masse verloren. Höhen- und Schwerefeldmessungen durch Satelliten zwischen 2003 bis 2023 haben einen Massenverlust von 4362 Mrd. Tonnen Eis festgestellt. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von 1,2 cm, über alle Ozeane verteilt. Die Ränder des Eisschilds verloren einige Meter an Höhe, die in den Ozean mündenden Auslassgletscher wurden sogar um 20-40 m dünner. Der Jakobshavn Isbrae an der Westküste Grönlands verlor eine Höhe von fast 70 m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Khan 2025&amp;quot;&amp;gt;Khan, S. A., H. Seroussi, M. Morlighem et al. (2025): [https://doi.org/10.5194/essd-17-3047-2025 Smoothed monthly Greenland ice sheet elevation changes during 2003–2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei der [[Antarktischer Eisschild|Antarktis]] ist das aufgrund der geographischen Lage um 10-15°C wärmere Klima Grönlands eher fremdbestimmt und wird stark durch die nordamerikanische und eurasische Landmasse und vor allem den Nordatlantik beeinflusst. Einerseits sind daher die Niederschläge deutlich höher als über der Antarktis, andererseits gibt es im Sommer umfangreiche Schmelzvorgänge an der Oberfläche, die sich über nahezu die Hälfte des Eisschildes erstrecken können und deren Wasser größtenteils ins Meer abfließt. Ein anderer Teil des Eises geht auch durch Kalben und Gletscherabflüsse ins Meer verloren. Während der antarktische Eisschild mit Ausnahme einiger Randgebiete der Westantarktis nur sehr verzögert auf Klimaänderungen reagiert, zeigt der Eisschild auf Grönland deutlich stärker die Folgen des aktuellen Klimawandels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Melt Stream Greenland.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick über die Ursachen ==&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen der Eismassen auf Grönland geschieht durch zwei grundlegend verschiedene Prozesse:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039; 1. Das Eis schmilzt an der Oberfläche des Eisschilds ab. Daran sind verschiedene Prozesse beteiligt.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Atmosphärische Prozesse: Die Lufttemperatur nimmt zu, und es fällt mehr Regen als Schnee.&lt;br /&gt;
* Durch schneefreie Eisoberflächen, Ruß- und Staubablagerungen und Algenblüte verringert sich die Albedo. Es werden mehr Sonnenstrahlen absorbiert, die das Schmelzen verstärken.&lt;br /&gt;
* Geologische Prozesse: Durch das Abschmelzen des Eises sinkt die Eisoberfläche auf geringere Höhen ab. Dort ist es wärmer, wodurch mehr Eis abschmilzt. Diesem Vorgang wirkt in geringerem Maße entgegen, dass durch das Abschmelzen von Eis der Untergrund entlastet wird und sich etwas anhebt.  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039; 2. Der Grönländische Eisschild ist über 3000 m hoch. Dadurch fließt das Eis langsam Richtung Meer ab.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Schmelzwasser kann durch Gletscherspalten bis auf den Boden gelangen und das Abfließen beschleunigen.  &lt;br /&gt;
* Durch die Randgebirge ins Meer mündende Gletscher nennt man Auslassgletscher. Sie werden durch die wärmere Luft über dem Wasser und durch das warme Ozeanwasser weiter abgeschmolzen.&lt;br /&gt;
* Schwimmende Gletscherzungen brechen durch Kalben ab und lösen sich im Meerwasser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abschmelzen an der Oberfläche ==&lt;br /&gt;
Der Massenverlust des Grönländischen Eisschilds wird zunehmend durch eine verstärkte Oberflächenschmelze dominiert. Während der letzten 40 Jahre wurden rund 35 % des beobachteten Massenverlusts auf Veränderungen der Oberflächenmassenbilanz zurückgeführt, und 65 % auf eine Zunahme der Abflussströme des Eisschilds.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2021&amp;quot;&amp;gt;Zeitz, M., R. Reese, J. Beckmann et al. (2021): [https://doi.org/10.5194/tc-15-5739-2021 Impact of the melt–albedo feedback on the future evolution of the Greenland Ice Sheet with PISM-dEBM-simple], The Cryosphere, 15, 5739–5764&amp;lt;/ref&amp;gt;  Im Zeitraum 2009–2012 hat der Anteil des Abschmelzens an der Oberfläche auf 68% zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Das Abschmelzen an der Eisoberfläche hat nach 1990 um ca. 8 Gt pro Jahr zugenommen. Besonders stark war die Zunahme durch extreme Schmelzereignisse wie 2012, 2019 und 2023 mit über 100 Gt/Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zhang 2025&amp;quot;&amp;gt;Zhang, Q.-L., M.-H. Ding, M.R. van den Broeke et al. (2025): [https://doi.org/10.1016/j.accre.2025.05.004 Variations in Greenland surface melt and extreme events from 1958 to 2023], Advances in Climate Change Research, 16, 5&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Wetterlagen ===&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen ist stark durch den Zustand der Atmosphäre über dem Eisschild bedingt. Auf Grönland wirken sich dabei die Veränderungen in der Arktis aus. Keine Großregion der Erde hat sich so stark durch den Klimawandel erwärmt wie die Arktis. Im Vergleich zum globalen Durchschnitt war die Erwärmung in der Arktis fast viermal so stark.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rantanen 2022&amp;quot;&amp;gt;Rantanen, M., Karpechko, A.Y., Lipponen, A. et al. (2022): [https://doi.org/10.1038/s43247-022-00498-3 The Arctic has warmed nearly four times faster than the globe since 1979]. Commun Earth Environ 3, 168&amp;lt;/ref&amp;gt;  Auch die Niederschläge und besonders extreme Niederschläge haben zugenommen. Durch die höheren Temperaturen fallen die Niederschläge zunehmend als Regen. Durch höhere Temperaturen und Regen geht die Schneebedeckung zurück. So hat die Dauer der Schneebedeckung seit den 1960er Jahren um 50% abgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Druckenmiller 2025&amp;quot;&amp;gt;Druckenmiller, M.L., R.L. Thoman and T.A. Moon (2025): [https://doi.org/10.25923/nrzf-j897 NOAA Arctic Report Card 2025]: Executive Summary&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Greenland-melting-4-years.jpg|thumb|640px|Abb. 4: Höhenänderung der Oberfläche Grönlands durch das Abschmelzen von Eis in m/Jahr. 2012 und 2019 waren die Jahre mit dem stärksten Abschmelzen an der Oberfläche des Eisschildes. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle für das lokale Klima über Grönland spielen kurzfristige Wetterlagen, deren Trend auf ein verändertes Klima weist. Ein besonderes Ereignis war der erste Regen am 14. August 2021 über dem höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes. In einer Höhe von 3.216 m erreichte die Temperatur an diesem Tag +0,5°C über dem Gefrierpunkt und lag damit rund 15°C über dem langfristigen Mittel für den Monat August.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;&amp;gt;AWI (2021): [https://www.arctic-office.de/fileadmin/user%20upload/www.arctic-office.de/PDF%20uploads/Fact%20Sheets/FactSheet%20GROCE%20deutsch.pdf Das Grönländische Eis]&amp;lt;/ref&amp;gt;  In jüngster Zeit kam es in den Jahren 2012, 2019 und 2023 zu extremen Schmelzereignissen. 2012 wurden mehr als 20 Gt Schmelzwasser erzeugt und 98,6% der Fläche Grönlands waren vom oberflächlichen Abschmelzen betroffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;&amp;gt;Mchedlishvili, A., Vountas, M., and Bösch, H. (2025): [https://doi.org/10.5194/egusphere-2025-6424 The Anomalously Warm Summer of 2023 Over Greenland as Compared to Previous Record Melt Summers of 2012 and 2019], EGUsphere [preprint]&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ursache für die extremen Schmelzereignisse werden Änderungen der atmosphärischen Zirkulation diskutiert. Durch sie entstünden Atmosphärische Flüsse, die feucht-warme Luftmassen vom Nordatlantik nach Grönland lenken. Beim Anheben über dem Eisschild kühlen diese sich ab und bilden Wolken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Die Wolkendecke führt zu einer erhöhten abwärts gerichteten langwelligen Strahlung, was Erwärmung in Bodennähe und Schmelzprozesse bewirkt oder das Wiedergefrieren verhindert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch ein wolkenloser Himmel kann eine Erwärmung und das Abschmelzen von Eis verstärken, da dadurch die direkte Sonneneinstrahlung erhöht wird. Solche Situationen sind oft mit blockierenden Hochdruckgebieten verbunden, in denen Luftmassen absinken und sich dadurch erwärmen. Bei allen drei extremen Schmelzereignissen der Jahre 2012, 2019 und 2013 spielten Hochdruckverhältnisse eine Rolle.  Durch den Klimawandel wird es zu häufigeren Hochdruckverhältnissen kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mchedlishvili 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Die Hochdruckgebiete verharren zunehmend durch sich abschwächende großräumige Luftströmungen am selben Ort und sorgen für stabiles Strahlungswetter. U.a. sind blockierende Hochdruckwetterlagen mit einer sich abschwächenden Nordatlantischen Oszillation (NAO) in Verbindung gebracht worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beckmann 2023&amp;quot;&amp;gt;Beckmann, J. and R. Winkelmann (2023): [https://doi.org/10.5194/tc-17-3083-2023 Effects of extreme melt events on ice flow and sea level rise of the Greenland Ice Sheet], The Cryosphere, 17, 3083–3099&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Grönland-Prozesse.jpg|thumb|640px|Abb. 5: Die Abb. zeigt Prozesse, die zum Abschmelzen eines Eisschilds beitragen. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Änderungen der Oberflächenalbedo ===&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen des Grönlandeises wird auch dadurch verstärkt, dass die Eisoberfläche dunkler wird und damit weniger Sonnenstrahlung reflektiert und mehr absorbiert. Dadurch erwärmt sich die Luft über dem Eis. Der wichtigste Grund ist das Abschmelzen selbst. Eine mit Neuschnee bedeckte Eisoberfläche besitzt eine Albedo von bis zu 95%, d.h. sie reflektiert 95% der Sonneneinstrahlung. Sauberes blankes Eis weist nur noch eine Albedo von 45-55% auf, absorbiert also die Hälfte der Solarstrahlung. Wenn dieses Eis noch durch Ruß, Staub und Algenwachstum verschmutzt wird, kann die Albedo noch weiter auf 27% sinken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Zusätzlich können sich dunklere Flächen auch dadurch bilden, dass sich das Schmelzwasser in Seen auf der Oberfläche des Eisschildes sammelt.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:W-Greenland fire 3.8.2017.jpg|thumb|640px|Abb. 6: Feuer an der Westküste Grönlands am 3. August 2017]]||[[Bild:GIS-algal-bloom-2016.jpg|thumb|460px|Abb. 7: Dunkle Eisoberfläche auf dem Grönländischen Eisschild durch Algenblüte im Sommer 2016 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Rußablagerungen entstehen vor allem durch Waldbrände. Diese treten in jüngster Zeit als Busch- und Moorbrände auch auf Grönland auf wie z.B. im August 2017.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NASA 2017&amp;quot;&amp;gt;NASA Earth Observatory (2017): [https://science.nasa.gov/earth/earth-observatory/fire-and-ice-in-greenland-90709/ Fire and Ice in Greenland]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Hauptsächlich sind jedoch die großen Waldbrände in den letzten Jahren in Kanada und anderen arktischen Regionen für Rußablagerungen auf dem grönländischen Eis verantwortlich. Rauchschwaden der Rekord-Brände in Kanada 2023 reichten bis nach Europa. Ein viel untersuchtes Phänomen auf dem grönländischen Eisschild ist das Algenwachstum, das zu einer dunkleren Oberfläche führt und mehr Sonnenlicht absorbiert. Das Wachstums purpurfarbenen Algen wurde seit 20 Jahren beobachtet. Es wird angetrieben durch zunehmende Phosphor- und Stickstoffnährstoffe, die vor allem aus dem abschmelzenden älteren Eis freigesetzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gill-Olivas 2026&amp;quot;&amp;gt;Gill-Olivas, B., P. Forjanes, T.C. Turpin-Jelfs et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41467-026-68625-8 Ablation provides key macronutrients (nitrogen and phosphorous) to glacier ice algae in NW Greenland]. Nat Commun 17, 2129&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Höhen-Rückkopplung ===&lt;br /&gt;
Aktuell liegt der Großteil der grönländischen Eisoberfläche aufgrund der Mächtigkeit des Eisschildes in einer Höhe, in der es wie im Gebirge ganzjährlich kalt ist. Je weiter das Eis jedoch abschmilzt, desto weiter sinkt auch die Oberfläche des Eisschilds ab, was an den Rändern schon passiert ist. Werden die Luftschichten an der Eisoberfläche mit geringerer Höhe wärmer, führt das zu einer Beschleunigung der Schmelze.&amp;lt;ref name=AWI 2021&amp;quot;/&amp;gt;  Diese Schmelz-Höhen-Rückkopplung stellt einen Zusammenhang zwischen Eisdicke und Schmelzraten dar. Je geringer die Oberflächenhöhe, desto höher sind die Schmelzraten. Das führt zu einer Ausdünnung des Eises, wodurch die Eisoberfläche auf eine noch geringere Höhe absinkt, die Temperatur ansteigt und die Schmelzraten weiter zunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2022&amp;quot;&amp;gt;Zeitz, M., J.M. Haacker, J.F. Donges et al. (2022): [https://doi.org/10.5194/esd-13-1077-2022 Dynamic regimes of the Greenland Ice Sheet emerging from interacting melt–elevation and glacial isostatic adjustment feedbacks], Earth Syst. Dynam., 13, 1077–1096&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Schmelz-Höhen-Rückkopplung wirkt jedoch ein anderer Prozess entgegen. Durch das Abschmelzen von Eis ändert sich die Eislast auf den Felsuntergrund. Das löst eine sehr langsame Anhebung des Felsuntergrunds aus, die sich über lange Zeiträume von Hunderten bis Tausenden von Jahren erstreckt. Die aktuell beobachteten Hebungsraten in Grönland liegen zwischen 5,6 und 18 mm pro Jahr. Dabei spielen sich die Anhebungsraten auf zwei unterschiedlichen Zeitskalen ab. Einerseits wirkt sich heute noch immer die Entlastung durch die abgeschmolzenen Eismassen am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.000 Jahren aus. Andererseits reagiert der Felsuntergrund auch auf aktuelle Entlastungen, wie z.B. bei dem extreme Schmelzereignis des Jahres 2012.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitz 2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisdynamik ==&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Kangerlussuaq.jpg|thumb|660px|Abb. 8: Veränderung des Auslassgletschers Kangerlussuaq Glacier zwischen der Kleinen Eiszeit (gelbe Linien) und 2019 (gestrichelte Linie). Die rote Linie zeigt die Hauptfließrichtung an. ]]||[[Bild:Jacobshavn-calving.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Rückzug des Jakobshavn Isbrae 1851-2010 an der Westküste Grönlands ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Neben Abschmelzprozessen spielen dynamische Veränderungen des Eisabflusses eine wichtige Rolle. Von dem Eisverlust von 60 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; (Kubikkilometer) pro Jahr Mitte der 1990er Jahre waren etwa 24 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; dynamisch bedingt; um das Jahr 2000 gingen von den 80 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; Eisverlust pro Jahr bereits 34 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; auf das Konto des verstärkten Eisabflusses. Davon wurden allein 10 km&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; pro Jahr durch die Abflussveränderungen eines einzigen Gletschers, des Jakobshavn Isbrae an der Westküste, verursacht, dessen Abflussgeschwindigkeit sich in wenigen Jahren (1997-2002) von 7 auf 12 Kubikkilometer pro Jahr erhöhte.&amp;lt;ref&amp;gt;Krabill, W., Hanna, E.; Huybrechts, P., Abdalati, W., Cappelen, J., Csatho, B., Frederick, E., Manizade, S., Martin, C., Sonntag, J., Swift, R., Thomas, R., Yungel, J. (2004): Greenland Ice Sheet: Increased coastal thinning, Geophys. Res. Lett., Vol. 31, No. 24, L24402 10.1029/2004GL021533&amp;lt;/ref&amp;gt; In den letzten Jahren sind zwei Gletscher an der Ostküste mit ähnlichem Verhalten hinzugekommen, der Kangerdlugssuaq und der Helheim-Gletscher.&amp;lt;ref&amp;gt;Luckman, A., T. Murray, R. de Lange, E. Hanna (2006): Rapid and synchronous ice-dynamic changes in East Greenland, Geophys. Res. Lett., Vol. 33, No. 3, L03503, doi:10.1029/2005GL025428&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Bild:Submarines-Abschmelzen-GIS.jpg|thumb|420px|Abb. 10: Abbrechen und Abschmelzen einer Eiszunge an der marinen Kante]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbaren Ursachen für die stärkere Dynamik der Eisströme sind vielfältig und noch keineswegs ganz verstanden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen ihnen aber die höheren Luft- und Wassertemperaturen seit Mitte der 1990er Jahre zugrunde. Entgegen dem globalen Trend erlebte Grönland eine Abkühlung von den 1930ern bis zur Mitte der 1990er Jahre, seitdem aber einen deutlichen Temperaturanstieg, der allerdings die außergewöhnliche Erwärmung der 1930er Jahre noch nicht erreicht hat. In jedem Fall zeigen die Beobachtungen der letzten 10 Jahre aber, dass ein relativ mäßiger Temperaturanstieg von ca. 1&amp;amp;nbsp;°C erhebliche Folgen für die Massenbilanz des Eisschildes haben kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Joughin, I. (2006): Greenland Rumbles Louder as Glaciers Accelerate, Science 311, 1719-1720&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Folge der Erwärmung ist das Abschmelzen und Zerbrechen des vorgelagerten Eisschelfs, das zur Instabilität der an der Küste mündenden Auslassgletscher führt. Eine ähnliche Folge ist die Destabilisierung von Gletscherzungen, die direkt ins Meer münden. Wahrscheinlich sind diese Prozesse hauptsächlich angetrieben durch [[Erwärmung des Ozeans|wärmeres Ozeanwasser]], das bis zur Aufsetzlinie unterhalb der schwimmenden Gletscherzunge vordringt und dort zu Abschmelzprozessen führt und die Aufsetzlinie, wie in Abb.4 gezeigt, immer weiter zurückverlegt.&amp;lt;ref&amp;gt; Bindschadler, R. (2006): Hitting the Ice Sheets Where It Hurts, Science 311, 1720-1721&amp;lt;/ref&amp;gt; Berechnungen an einzelnen Gletschern haben gezeigt, dass die submarinen Abschmelzprozesse wesentlich größer sind als die Eisschmelze an der Oberfläche. Bei einer Erwärmung des Ozeanwassers von 3 °C ist damit zu rechnen, dass einige hundert Meter der ins Meer mündenden Eiszungen pro Jahr abgeschmolzen werden. Auch das Kalben von Eis wird durch submarines Abschmelzen höchstwahrscheinlich stark beschleunigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rignot, E., et al. (2010): Rapid submarine melting of the calving faces of West Greenlands glaciers, Nature geoscience 3, 187-191&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Antrieb liegt in dem zunehmenden Eindringen von Schmelzwasser in Eisspalten bis auf den Grund, wo es unter dem Eis eine Art Schmierfilm bilden und damit die Abflussgeschwindigkeit der Gletscher beschleunigen kann. Die beobachtete Beschleunigung der Gletscherströme sind allerdings noch zu jung und die Datenreihen zu kurz, um mit Sicherheit zu entscheiden, ob es sich um eine kurzfristige Schwankung oder einen längeren Trend handelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alley&amp;quot;&amp;gt;Alley, R., P.U. Clark, P. Huybrechts and I. Joughin (2005): Ice-sheets and sea-level changes, Science 310, 456-460&amp;lt;/ref&amp;gt; Untersuchungen zum jahreszeitlichen Verhalten der Schmelzprozesse lassen allerdings vermuten, dass in einem wärmeren Klima das Wasser noch weiter im Inland unter den Eisschild gelangt und die Bewegung der Eismassen beschleuinigen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartholomew, I., et al.(2010): Seasonal evolution of subglacial drainage and acceleration in a Greenland outlet glacier, Nature Geoscience 3, 408–411&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS year 3000 RCPs.jpg|thumb|420px|Abb. 8: Eisbedeckung auf Grönland, gegenwärtig (2008) und im Jahr 3000 nach den [[RCP-Szenarien|Szenarien]] RCP2.6, RCP4.5 und RCP8.5. Blau-Weißfärbung: Wahrscheinlichkeiten der Abschätzung für die Eisbedeckung unter 16, um 50 und über 84 %. Z.B. nach dem Szenario RCP8.5 gibt es nur noch eine weniger als 16%-Wahrscheinlichkeit für eine Eisbedeckung im nordöstlichen Grönland.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
Das Abschmelzen von Eis und die globalen Folgen gehören zu den ‚großen wissenschaftlichen Herausforderungen‘ des Weltklimaforschungsprogramms.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wcrp-climate.org/grand-challenges/grand-challenges-overview WCRP Grand Challenges]&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den neuen [[Erdsystemmodelle]]n für den 6. Sachstandsbericht des Weltklimarats [[IPCC]], der ab 2021 erschienen ist, werden daher auch dynamische Eisschildmodelle einbezogen. Im Mittelpunkt stehen dabei die komplexen Feedbackprozesse zwischen Eisschild und [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]] und Eisschild und [[Ozean im Klimasystem|Ozean]]. Heutige Eisschildmodelle erfassen einigermaßen gut die Oberflächenmassenbilanz, also den Prozess von Schneefall und Abschmelzen an der Oberfläche des Eisschilds in Wechselwirkung mit atmosphärischen Prozessen. Ein schwieriges Problem bleibt jedoch weiterhin die Simulation der komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Ozean und den im Meer mündenden Auslassgletschern. Hier sind zum einen die physikalischen Prozesse beim Kalben nicht vollständig verstanden und zum anderen müssten die Modelle noch höher aufgelöst gerechnet werden, um diese Prozesse adäquat abzubilden. Ein verbessertes Verständnis bedarf es auch bei den ozeanischen Prozessen, die den Transport von warmem Wasser vom offenen Ozean bis in die Fjorde und an die Gletscherfronten bestimmen und damit entscheidend zum Abtauen der Auslassgletscher beitragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goelzer 2020&amp;quot;&amp;gt;Goelzer, H., Nowicki, S., Payne, A., et al. (2020): The future sea-level contribution of the Greenland ice sheet: a multi-model ensemble study of ISMIP6, The Cryosphere Discuss., https://doi.org/10.5194/tc-2019-319&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seit dem 5. Sachstandsbericht des IPCC gerechneten Modelle stimmen darin überein, dass der Eisverlust Grönlands im 21. Jahrhundert unabhängig von den Szenarien stärker durch das oberflächliche Abschmelzen als durch die Eisdynamik bestimmt sein wird. Auf der Grundlage dieser Modellstudien wird nicht erwartet, dass der Grönländische Eisschild in einem [[RCP-Szenarien|RCP8.5-Szenario]] mehr als 20 cm zum [[Meeresspiegel der Zukunft|globalen Meeresspielanstieg im 21. Jahrhundert]] beitragen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer 2019&amp;quot;&amp;gt;Oppenheimer, M., B.C. Glavovic , J. Hinkel et al. (2019): Sea Level Rise and Implications for Low-Lying Islands, Coasts and Communities. In: IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, 4.2.3.1&amp;lt;/ref&amp;gt;  Nach jüngsten Projektionen mit einem Ensemble von Modellen für den 6. IPCC-Bericht wird der Grönländische Eisschild bis 2100  bei dem hohen Szenario RCP8.5 etwa 10 cm und bei dem niedrigen Szenario RCP2.6 ca. 3 cm zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen. Dabei zeigen sich nach Simulationen mit dem Szenario RCP8.5 über den Zeitraum 2015-2100 am Rande des Eisschildes starke Dickenabnahmen durch zunehmenden Schmelzwasserabfluss und den Rückzug der ins Meer mündenden Gletscher. An den äußeren, direkt ans Meer grenzenden Rändern ist die Höhenabnahme am größten und beträgt mehrere hundert Meter, während der Eisschild im Innern durch Schneeakkumulation um bis zu 10 m an Mächtigkeit gewinnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goelzer 2020&amp;quot; /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über den Eisverlust Grönlands über die nächsten 1000 Jahre kommt schon für das 21. Jahrhundert zu etwas abweichenden Ergebnissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aschwanden 2019&amp;quot;&amp;gt;Aschwanden, A., M.A. Fahnestock, M. Truffer, D.J. Brinkerhoff, R. Hock, C. Khroulev, R. Mottram, S.A. Khan  (2019): Contribution of the Greenland Ice Sheet to sea level over the next millennium, Science Advances  5 (6), DOI: 10.1126/sciadv.aav9396&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bis 2100 könnte Grönland hiernach je nach Szenario 5-33 cm zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen und wird nach dem hohen RCP8.5-Szenario in Tausend Jahren sehr wahrscheinlich eisfrei sein (Abb. 8). Grönlands Beitrag zum Meeresspiegelanstieg über die nächsten 1000 Jahre würde bei 5-7 m liegen. Im 21. Jahrhundert  wird hiernach der Massenverlust des Eisschildes etwa zu gleichen Teilen durch Schmelzwasserabfluss und Eisdynamik (Kalben und frontales Abschmelzen) bedingt sein. Bei dem Szenario RCP8.5 wird die Eisdynamik dann immer wichtiger und die Schlüsselkomponente über die nächsten Jahrhunderte darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GIS Eem 2models.jpg|thumb|420px|Abb. 9: Grönländischer Eisschild im Eem nach zwei Modellsimualtionen. Die Zahlen unten rechts beziehen sich auf die geologische Zeit in Tausend Jahren vh.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grönland in der geologischen Vergangenheit ==&lt;br /&gt;
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Studien über die Verhältnisse in früheren Warmzeiten, die ähnliche Klimaverhältnisse aufweisen, wie sie durch den anthropogenen Klimawandel für das 21. Jahrhundert und später erwartet werden. Der Gegenwart am nächsten liegt dabei das [[Eem]], die Warmzeit vor der letzten Eiszeit, die von 129 000 bis 116 000 Jahre vh. dauerte. Die globalen Temperaturen waren ca. 0,5-1,0 °C höher als heute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot;&amp;gt;Oppenheimer, M., B.C. Glavovic , J. Hinkel et al. (2019): Sea Level Rise and Implications for Low-Lying Islands, Coasts and Communities. In: IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, 4.2.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über große Teile der Arktischen Landgebiete war es in dieser Zeit 4-5 °C wärmer, im Norden Grönlands sogar bis zu 8 °C. Die Eisdicke auf Grönland wurde im frühen Eem auf 130 m niedriger als heute geschätzt, der Meeresspiegel auf 6-9 m höher,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot; /&amp;gt; woran die Antarktis große Anteile hatte. Die Ergebnisse von Modellrechnungen zum Anteil Grönlands liegen mit 0,4-5,6 m weit auseinander. Ebenso zeigen die Modelle große Unterschiede bei der Ausdehnung des Grönländischen Eisschildes (ABB. 6).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Plach 2019&amp;quot;&amp;gt;Plach, A., Nisancioglu, K. H., Langebroek, P. M., Born, A., and Le clec&#039;h, S. (2019): Eemian Greenland ice sheet simulated with a higher-order model shows strong sensitivity to surface mass balance forcing, The Cryosphere, 13, 2133–2148, https://doi.org/10.5194/tc-13-2133-2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Plach 2018&amp;quot;&amp;gt;Plach, A., Nisancioglu, K. H., Le clec&#039;h, S., Born, A., Langebroek, P. M., Guo, C., Imhof, M., and Stocker, T. F. (2018): Eemian Greenland SMB strongly sensitive to model choice, Clim. Past, 14, 1463–1485, https://doi.org/10.5194/cp-14-1463-2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wird auch die warme Periode des [[Warmes Klima im Pliozän|mittleren Pliozäns]] (3,3-3,0 Mio. Jahre vh.) als Vergleich herangezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2013&amp;quot;&amp;gt;IPCC (2013): Climate Change 2013, Working Group I: The Science of Climate Change, 5.6.1&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Temperaturen waren 2-4 °C höher als vor der Industrialisierung und die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration lag bei 300-450 ppm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer&amp;quot; /&amp;gt; Nach dem 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC lag der globale Meeresspiegel wahrscheinlich um ca. 14 m, jedoch nicht mehr als 20 m höher als gegenwärtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2013&amp;quot; /&amp;gt; Modellsimulationen des Grönländischen Eischilds zeigen ein breites Spektrum von fast heutiger Ausdehnung bis zu einem eisfreien Grönland. Mittelwerte über alle Modelle ergeben einen stark reduzierten Eisschild, der sich über den Nordosten der Insel ausbreitet, verbunden mit einem Meeresspiegelanstieg nur durch den Beitrag des Grönländischen Eises von ca. 2,2-4,4 m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dolan 2015&amp;quot;&amp;gt;Dolan, A. M., Hunter, S. J., Hill, D. J., et al. (2015): Using results from the PlioMIP ensemble to investigate the Greenland Ice Sheet during the mid-Pliocene Warm Period, Clim. Past, 11, 403–424, https://doi.org/10.5194/cp-11-403-2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelms, F. (2015): [https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/buchreihe/das-eis-der-erde/kapitel-6-2-geschichtliche-und-aktuelle-veraenderungen-des-groenlaendischen-eisschildes/ Geschichtliche und aktuelle Veränderungen des Grönländischen Eisschildes]. In: Lozán, J. L., H. Grassl, D. Kasang, D. Notz &amp;amp; H. Escher-Vetter (Hrsg.). Warnsignal Klima: Das Eis der Erde. pp.224-230&lt;br /&gt;
* Mayer, C. &amp;amp; H.Oerter (2006): Die Massenbilanzen des grönländischen und antarktischen Inlandeises und der Charakter ihrer Veränderungen, in: José L. Lozán / Hartmut Graßl / Hans-W. Hubberten / Peter Hupfer / Ludwig Karbe / Dieter Piepenburg (Hrsg.): Warnsignale aus den Polarregionen. Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg, 92-96); [http://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/polarregionen/polarregionen_kap2_7/ Online-Version]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_ro&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_lo&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_ru&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
			&amp;lt;div class=&amp;quot;db-db-wb_lu&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
				&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildergalerie zum Thema==&lt;br /&gt;
* Bilder zu: [[Eisschilde_(Bilder)#Gr.C3.B6nland|Grönländischer Eisschild]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=visualClear&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
				&amp;lt;/div&amp;gt;  &lt;br /&gt;
			&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzangaben ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Unterrichtsmaterial=[http://www.planet-schule.de/wissenspool/klimawandel/inhalt/unterricht/groenlands-gier-reichtum-durch-klimawandel.html Grönlands Gier - Reichtum durch Klimawandel] Arbeitsmaterialien zum Klimawandel und seinen Folgen auf Grönland&lt;br /&gt;
|ähnlich wie=Antarktischer Eisschild&lt;br /&gt;
|Regionales Beispiel von=Eisschilde&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Aktuelle Klimaänderungen&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen&lt;br /&gt;
|verursacht=Aktueller Meeresspiegelanstieg&lt;br /&gt;
|verursacht=Meeresspiegel der Zukunft&lt;br /&gt;
|Teil von=Ursachen des aktuellen Meeresspiegelanstiegs&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Arbeitsmaterial, Grönland, Antarktischer Eisschild, Aktuelle Klimaänderungen, Klimaprojektionen, Aktueller Meeresspiegelanstieg, Meeresspiegel der Zukunft, Ursachen Meeresspiegelanstieg, Kryosphäre, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kryosphäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35397</id>
		<title>Datei:Melt Stream Greenland.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35397"/>
		<updated>2026-07-22T16:13:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Joughin, I. (2012): [https://imaggeo.egu.eu/view/984/ Melt Stream, Greenland]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/ CC BY-NC-SA]&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35396</id>
		<title>Datei:Melt Stream Greenland.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35396"/>
		<updated>2026-07-22T16:13:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Joughin, I. (2012): [https://imaggeo.egu.eu/view/984/ Melt Stream, Greenland]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35395</id>
		<title>Datei:Melt Stream Greenland.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Melt_Stream_Greenland.jpg&amp;diff=35395"/>
		<updated>2026-07-22T16:12:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Joughin, I. (2012): Melt Stream, Greenland, https://imaggeo.egu.eu/view/984/&amp;lt;br&amp;gt;
Lizenz: CC BY-NC-SA
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Schmelzwasser auf dem Grönländischen Eisschild. Das Wasser strömt durch eine Gletscherspalte bis auf den Boden des Eisschilds und fördert dessen Abrutschen ins Meer.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Joughin, I. (2012): Melt Stream, Greenland, https://imaggeo.egu.eu/view/984/&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gletscher_in_den_Alpen_(Bilder)&amp;diff=35394</id>
		<title>Gletscher in den Alpen (Bilder)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Gletscher_in_den_Alpen_(Bilder)&amp;diff=35394"/>
		<updated>2026-07-22T12:20:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Schweizer Alpen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Artikel: [[Gletscher in den Alpen]]&lt;br /&gt;
== Bisherige Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Alps glacier glacial cycle.jpg|&#039;&#039;&#039;Vergletscherung in der letzten Eiszeit&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;und Klimaänderung bis heute&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers elevation change.jpg|&#039;&#039;&#039;Oberflächenhöhe der Gletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung 2000-2014&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers area change.jpg|&#039;&#039;&#039;Gletscherfläche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung 2000-2014&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers mass change.jpg|&#039;&#039;&#039;Gletschermasse&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung 2000-2014&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers volume change.jpg|&#039;&#039;&#039;Gletschervolumen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung 2000-2014&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers length1000-2000.jpg|&#039;&#039;&#039;Änderung der Länge&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;71 Alpengletscher zwischen 1000 und 2000&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Temp2m 1971 2000 Alpen Jahr.jpg|&#039;&#039;&#039;Jahresmitteltemperatur in den Alpen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;1971-2000 nach Modelldaten&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain&lt;br /&gt;
Überblick über die Gletscherbedeckung und die Gletschermassenbilanz in den Europäischen Alpen.jpg|&#039;&#039;&#039;Gletscherbedeckung in den Alpen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Räumliche Verteilung&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers1000-2000.jpg|&#039;&#039;&#039;Längenänderung von 5 Alpengletschern&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;1000-2000&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
MB Alpen-Gletscher1964-2014.jpg|&#039;&#039;&#039;Massenbilanz&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Bei ausgewählten Alpengletschern&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-ND&lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektionen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Alps temp year summer2100.jpg|&#039;&#039;&#039;Temperaturentwicklung bis 2100&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Jahresmittel und Sommer&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps vol area change2100.jpg|&#039;&#039;&#039;Änderung von Volumen und Fläche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Nach verschiedenen Szenarien bis 2100&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glaciers vol2100 RCP2.6 8.5.jpg|&#039;&#039;&#039;Änderung des Volumens&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Nach den Szenarien RCP2.6 und RCP8.5 bis 2100&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionen ==&lt;br /&gt;
=== Französische Alpen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Rhonegletscher_1900.jpeg|&#039;&#039;&#039;Rhonegletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Um 1900&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain&lt;br /&gt;
Rhoneglacier_2005.JPG|&#039;&#039;&#039;Rhonegletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Im Jahr 2005&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain &lt;br /&gt;
Bossons Glacier19.Jh.jpg|&#039;&#039;&#039;Bossons Gletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Datum unbekannt&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
Bossons Glacier 2014.jpg|&#039;&#039;&#039;Bossons Gletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;am 19. August 2014&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-ND&lt;br /&gt;
Merdeglace1902.jpg|&#039;&#039;&#039;Mer De Glace&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Im Jahr 1902&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain &lt;br /&gt;
Merdeglace2007.jpg|&#039;&#039;&#039;Mer De Glace&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Im Jahr 2007&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
Merdeglace 2018.jpg|&#039;&#039;&#039;Mer De Glace 2018&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Seitenmoränen und Gletscherreste&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/ CC BY-NC-ND] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweizer Alpen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Aletschgletscher 4.9.1902.jpg|&#039;&#039;&#039;Großer Aletschgletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;4. September 1902&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain, CC BY &lt;br /&gt;
Grosser Aletschgletscher 3196.jpg|&#039;&#039;&#039;Aletschgletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;22. Juli 2005&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Aletschgletscher.jpg|&#039;&#039;&#039;Aletschgletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;22. Juli 2007&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY &lt;br /&gt;
Aletsch RCP2.6 8.5 2100.jpg|&#039;&#039;&#039;Aletschgletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung von Höhe und Länge bis 2100&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichische Alpen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hintereisferner 9.9.2006.jpg|&#039;&#039;&#039;Hintereisferner&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt; 9. September 2006&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA &lt;br /&gt;
Hintereisferner 2.8.2011.jpg|&#039;&#039;&#039;Hintereisferner&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;2. August 2011 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Public domain &lt;br /&gt;
Rotmoosferner und Wasserfallferner.jpg|&#039;&#039;&#039;Rotmoosferner und Wasserfallferner&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung der Fläche und Dicke&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-ND&lt;br /&gt;
Viltragen glacier 1850-2015.jpg|&#039;&#039;&#039;Viltragengletscher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;1850 bis 2015&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Alps glacial lake Obersulzbach valley.jpg|&#039;&#039;&#039;Gletschersee&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Obersulzbachtal&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Italienische Alpen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Langenferner2012.jpg|&#039;&#039;&#039;Langenferner 2012&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Ortler Alpen, Italien&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Langenferner2005-2013.jpg|&#039;&#039;&#039;Langenferner 2005-2012&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Ausdehnung und Oberflächenhöhe&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Langenferner MB 2004-2013.jpg|&#039;&#039;&#039;Langenferner 2004-2013&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Änderung der Massenbilanz&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
&amp;lt;/Gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildergalerien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kryosphäre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Grosser_Aletschgletscher_3196.jpg&amp;diff=35393</id>
		<title>Datei:Grosser Aletschgletscher 3196.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Grosser_Aletschgletscher_3196.jpg&amp;diff=35393"/>
		<updated>2026-07-22T12:15:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: Dieter Kasang lud eine neue Version von Datei:Grosser Aletschgletscher 3196.jpg hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Großer Aletschgletscher im Juli 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Bild&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Grosser_Aletschgletscher_3196.JPG Großer Aletschgletscher] aus der freien Mediendatenbank [http://de.wikipedia.org Wikipedia]; Urheber: [http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dirk_Beyer Dirk Beyer]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Grosser_Aletschgletscher_3196.jpg&amp;diff=35392</id>
		<title>Datei:Grosser Aletschgletscher 3196.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Grosser_Aletschgletscher_3196.jpg&amp;diff=35392"/>
		<updated>2026-07-22T12:09:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Großer Aletschgletscher im Juli 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Bild&lt;br /&gt;
[http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Grosser_Aletschgletscher_3196.JPG Großer Aletschgletscher] aus der freien Mediendatenbank [http://de.wikipedia.org Wikipedia]; Urheber: [http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dirk_Beyer Dirk Beyer]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_in_hohen_Breiten_(Bilder)&amp;diff=35391</id>
		<title>Waldbrände in hohen Breiten (Bilder)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Waldbr%C3%A4nde_in_hohen_Breiten_(Bilder)&amp;diff=35391"/>
		<updated>2026-07-22T11:57:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Kanada 2023 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Artikel: [[Waldbrände in hohen Breiten]]&lt;br /&gt;
== Waldbrände in borealen Wäldern ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
N-America Eurasia boreal fire.jpg|&#039;&#039;&#039;Kronen- und Bodenfeuer in borealen Wäldern&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;in Nordamerika und Eurasien&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Arctic C-emissions 2003-2020.jpg|&#039;&#039;&#039;Kohlenstoffemissionen durch Waldbrände&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;in der Arktis 2003-2020&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: Copernicus-Lizenz&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nordamerika ==&lt;br /&gt;
=== Nordamerika ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Feuergebiete N-Amerika.jpg|&#039;&#039;&#039;Feuergebiete in Nordamerika&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Gebiete in Nordamerika, in denen es 1984-2014 gebrannt hat (rot). &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Westernfires 9Sep Weltall.jpg|&#039;&#039;&#039;Rauchwolken von Waldbränden an der US-Westküste 2020&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Blick aus dem Weltall, 9. September 2020&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
Greenland fire 3.8.2017.jpg|&#039;&#039;&#039;Feuer auf Grönland&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;3. August 2017&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kanada ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Canada wildfire area 1983-2023.jpg|&#039;&#039;&#039;Waldbrandfläche 1983-2023&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Kanada in Mio. ha bzw. acres&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
Kanada Brandfläche Feuergröße.jpg|&#039;&#039;&#039;Brandfläche und Feuergröße&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Jährlich brennende Fläche und Feuergröße in Kanada 1960-2010 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Canada area burned1981-2010.jpg|&#039;&#039;&#039;Feuerfläche in Kanada 1981-2010&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;nach Modellberechnungen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Canada area burned2071-2100.jpg|&#039;&#039;&#039;Feuerfläche in Kanada 2071-2100&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;nach Modellberechnungen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Earth observatory 1416septe2020.jpg|&#039;&#039;&#039;Rauch von Waldbränden trifft auf Hurrikane&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;14. bis 16. September 2020&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
FtMcMurrayFire 2016.jpg|&#039;&#039;&#039;Waldbrände bei Fort McMurray&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Waldbrände bei Fort McMurray am 7. Mai 2017 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-ND&lt;br /&gt;
FT.-MCMURRAYFIRE 620.png|&#039;&#039;&#039;Waldbrände bei Fort McMurray&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Waldbrände bei Fort McMurray am 4. Mai 2017 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-ND&lt;br /&gt;
NW-Territories.jpg|&#039;&#039;&#039;Waldbrände in den NW-Territorien, Kanada&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;2014 nördlich des Großen Sklavensees&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kanada 2023 ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Canada fire smoke Europe.jpg|&#039;&#039;&#039;Rauch der kanadischen Waldbrände 2023&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;vor der Iberischen Halbinsel&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
Größter-Waldbrand-2023-Kana.jpg|&#039;&#039;&#039;Größtes Feuer der kanadischen Waldbrände 2023&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;in Quebec&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
Canada fire smoke Atlantic.jpg|&#039;&#039;&#039;Rauch der kanadischen Waldbrände 2023&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;über dem Nordatlantik&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eurasien ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Siberia wildfires.jpg|&#039;&#039;&#039;Feuer in Sibirien 2020&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Satellitenbild vom 23. Juni 2020 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA 3.0 IGO&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildergalerien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Atmosph%C3%A4re_(Einfache_Bilder)&amp;diff=35390</id>
		<title>Atmosphäre (Einfache Bilder)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Atmosph%C3%A4re_(Einfache_Bilder)&amp;diff=35390"/>
		<updated>2026-07-22T11:48:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Aufbau der Atmosphäre ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
The Earth seen from Apollo 17.jpg|&#039;&#039;&#039;Blick auf die Erde mit Wolken&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;von Apollo 17 am 7. Dezember 1972 &amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
Atmosphäre Stockwerke sm.jpg|&#039;&#039;&#039;Stockwerkaufbau der Atmosphäre&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Von unten nach oben: Troposphäre, Stratosphäre, Mesosphäre&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: MPI-M&lt;br /&gt;
Atmosphäre - Aufbau.jpg|&#039;&#039;&#039;Aufbau der Atmosphäre&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;mit Temperaturangaben&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
Troposphere CIMG1853.jpg|&#039;&#039;&#039;Troposphäre der Erde&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Blick aus einem Flugzeug&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Prozesse ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Wind_blows.jpg|&#039;&#039;&#039;Aufstieg von warmer Luft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;an einer Kaltfront&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain &lt;br /&gt;
Tiefdruck.jpg|&#039;&#039;&#039;Tiefdruckgebiet&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Entstehung&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
Entstehung-Hoch-Tief.jpg|&#039;&#039;&#039;Entstehung von&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Hoch- und Tiefdruckgebiet&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Globale Zirkulation ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Atmosphaerische zirkulationszellen.jpg|&#039;&#039;&#039;Zirkulationszellen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;der Atmosphäre&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
Passat- und Westwinde.jpg|&#039;&#039;&#039;Wichtige Windsysteme&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Passat- und Westwinde&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Zirkulation und Wetterlagen ==&lt;br /&gt;
=== Tropen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hadley Zelle.jpg|&#039;&#039;&#039;Hadley Zelle&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;auf Nord- und Südhalbkugel&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain &lt;br /&gt;
Monsungebiete.jpg|&#039;&#039;&#039;Monsunregionen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;in den Tropen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC 0&lt;br /&gt;
Monsun Sommermonsun Indien.png|&#039;&#039;&#039;Sommermonsun über Indien&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;und Pakistan&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC 0&lt;br /&gt;
Monsun Wintermonsun Indien.png|&#039;&#039;&#039;Wintermonsun über Indien&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;und Pakistan&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC 0&lt;br /&gt;
Chennai Monsoon rain.jpg|&#039;&#039;&#039;Straßenszene in Chennai&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;nach einem Monsunregen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
S-Asian monsoon syste.jpg|&#039;&#039;&#039;Südasiatischder Sommermonsun&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Hauptwindrichtungen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz:  CC BY-NC-ND&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Außertropen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;160&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
Jetstream over N-America.jpg|&#039;&#039;&#039;Jetstream &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;über Nordamerika&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain&lt;br /&gt;
Jet stream pattern.jpg|&#039;&#039;&#039;Stark mäandrierender Jetstream&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;über Nordamerika&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: public domain &lt;br /&gt;
Starker-schwacher Jetstream.jpg|&#039;&#039;&#039;Starker und schwacher Jetstream&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Auswirkungen auf Wetterlagen&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY&lt;br /&gt;
Warm kalt front.jpg|&#039;&#039;&#039;Kaltfront&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;und Warmfront&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
Steigungsregen Föhn.png|&#039;&#039;&#039;Steigungsniederschläge&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;fallen als Regen oder Schnee&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-NC-SA&lt;br /&gt;
Steigungsregen.jpg|&#039;&#039;&#039;Steigungsregen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;an Küstengebirge&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
Konvektionsregen.jpg|&#039;&#039;&#039;Konvektionsregen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;mit Gewitter&amp;lt;br&amp;gt;Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einfache Bilder]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35389</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35389"/>
		<updated>2026-07-21T14:15:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des [https://www.ncei.noaa.gov/products/global-precipitation-climatology-project Global Precipitation Climatology Project] (GPCP) der NOAA - direkter Link nicht mehr aktiv. Daten: public domain&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de CC BY-SA]&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35388</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35388"/>
		<updated>2026-07-21T14:12:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des [https://www.ncei.noaa.gov/products/global-precipitation-climatology-project Global Precipitation Climatology Project] (GPCP) der NOAA - direkter Link nicht mehr aktiv. Daten: public domain&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-SA&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35387</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35387"/>
		<updated>2026-07-21T14:10:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des [https://www.ncei.noaa.gov/products/global-precipitation-climatology-project Global Precipitation Climatology Project] (GPCP) der NOAA - direkter Link nicht mehr aktiv. Daten: public domain; Abb.: CC BY-SA.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35386</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35386"/>
		<updated>2026-07-21T14:09:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des [https://www.ncei.noaa.gov/products/global-precipitation-climatology-project Global Precipitation Climatology Project] (GPCP) der NOAA - Link nicht mehr aktiv. Daten: public domain; Abb.: CC BY-SA.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35385</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35385"/>
		<updated>2026-07-21T14:08:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des Global Precipitation Climatology Project (GPCP) der NOAA - Link nicht mehr aktiv. Daten: public domain; Abb.: CC BY-SA.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35384</id>
		<title>Datei:Precipitation1990-2005.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Precipitation1990-2005.jpg&amp;diff=35384"/>
		<updated>2026-07-21T13:59:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mittlere Niederschläge 1990-2005 in mm/Tag&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Erzeugt nach Daten des Global Precipitation Climatology Project (GPCP): Time Average Map - Link nicht mehr aktiv.&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35383</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35383"/>
		<updated>2026-07-21T07:18:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Für Deutschland liegen für die beiden Hitzewellen im Mai und Juni des Jahres 2026 ebenfalls nur vorläufige Zahlen des [https://www.rki.de Robert Koch Instituts] vor. Danach fielen 5.120 Menschen der Hitzewelle zum Opfer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht%20Hitzemortalitaet.html?nn=16776990 Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35382</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35382"/>
		<updated>2026-07-21T07:16:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Folgen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|800px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Für Deutschland liegen für die beiden Hitzewellen im Mai und Juni des Jahres 2026 ebenfalls nur vorläufige Zahlen des [https://www.rki.de Robert Koch Instituts] vor. Danach fielen 5.120 Menschen der Hitzewelle zum Opfer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht%20Hitzemortalitaet.html?nn=16776990 Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Kohlenstoff_im_Ozean&amp;diff=35381</id>
		<title>Kohlenstoff im Ozean</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Kohlenstoff_im_Ozean&amp;diff=35381"/>
		<updated>2026-07-19T09:31:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Ocean-CO2-uptake-dt.jpg|thumb|520px|Abb. 2: Aufnahme von anthropogenem CO2 in der Deckschicht des Ozeans.]]&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff im [[Ozean im Klimasystem|Ozean]] bildet einen eigenen Kreislauf, der Teil des gesamten [[Kohlenstoffkreislauf]]s ist, und sich mit dem [[Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf|Terrestrischen Kohlenstoffkreislauf]] und dem Kohlendioxid in der Atmosphäre austauscht. Der Austausch mit der Atmosphäre beeinflusst stark deren [[Kohlendioxid-Konzentration]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die ozeanische Deckschicht==&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2 Kreislauf ozean.jpg|thumb|420px|Abb. 1: Der ozeanische Kohlenstoffkreislauf. Physikalische und chemische Prozesse sind rot, biologische Prozesse grün dargestellt.]]&lt;br /&gt;
Die gesamte im Ozean gelöste Menge an Kohlenstoff ist etwa 42 Mal größer als jene in der [[Atmosphäre]] und 10 Mal größer als der an Land (Vegetation und Böden) gespeicherte Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedlingstein 2025&amp;quot;&amp;gt;Friedlingstein, P., M. O&#039;Sullivan, M.W. Jones et al. (2025): Global Carbon Budget 2024, Earth Syst. Sci. Data, 17, 965–1039, https://doi.org/10.5194/essd-17-965-2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ozean tauscht Kohlendioxid (CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) mit der Atmosphäre aus und fungiert bei einer steigenden CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration in der Atmosphäre über längere Zeiträume als wichtige CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Senke (Abb. 2). Der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Austausch mit der Atmosphäre findet über die ozeanische Deckschicht statt, die je nach Region zwischen 50 und mehreren 100 m dick ist. Er wird hauptsächlich durch die Differenz im CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Partialdruck zwischen Ozean und Atmosphäre angetrieben. Ist der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Druck in der Atmosphäre niedriger als im Ozean, gast der Ozean Kohlenstoff (in Form von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) in die Atmosphäre aus, bei einem höherem CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Druck in der Atmosphäre wird Kohlendioxid im Oberflächenwasser des Ozeans aufgenommen. Der zunehmende atmosphärische CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt durch menschliche Emissionen erhöht daher die Aufnahme von Kohlendioxid durch den Ozean.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gelöstes Kohlendioxid ===&lt;br /&gt;
Die für den Austausch zwischen Atmosphäre und Ozean entscheidenden Eigenschaften von Kohlendioxid sind seine leichte Löslichkeit und seine chemische Reaktivität im Wasser. Die Löslichkeit ist bestimmt durch Temperatur, Salzgehalt, [[Luftdruck]], windabhängige Durchmischung und anderen Faktoren, wobei die Temperatur den größten Einfluss besitzt. Die durch menschliche Emissionen von Treibhausgasen verursachte Erwärmung der Atmosphäre erwärmt auch das Wasser der Ozeane. Wasser mit höherer Temperatur kann weniger Kohlenstoff aufnehmen als Wasser mit geringerer Temperatur. Die globale Erwärmung wirkt daher der Aufnahme von Kohlendioxid durch den unterschiedlichen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Partialdruck entgegen. Hinzu kommt, dass das wärmere Oberflächenwasser weniger stark in die Tiefe absinkt, wodurch auch weniger CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus den oberen Schichten in die Tiefe des Ozeans transportiert wird. Meeresströmungen werden aber nicht nur durch Temperaturunterschiede angetrieben, sondern auch durch Wind und Unterschiede im Salzgehalt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021a&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGI (2021): Global Carbon and other Biogeochemical Cycles and Feedbacks, 5.4.4&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Ocean C-Storage dt.jpg|thumb|420px|Abb. 3: Aufnahme, chemische Umwandlung und Speicherung von Kohlenstoff im Ozean. Der Ozean nimmt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus der Atmosphäre auf, das sich mit Wasser (H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O) zu Kohlensäure  (H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;CO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) verbindet. Daraus entstehen außerdem Wasserstoff-Ionen (H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;) und Hydrogencarbonat (HCO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;), auch als Bikarbonat bezeichnet. Hydrogencarbonat wird im Innern des Ozeans verteilt.]]&lt;br /&gt;
===Chemischer Puffer===&lt;br /&gt;
Die chemische Reaktivität im Wasser ist die zweite wichtige Eigenschaft von Kohlendioxid im Meerwasser. In der Atmosphäre reagiert CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; nicht mit anderen Molekülen; es ist chemisch inert. Das ist im Meerwasser ganz anders (Abb. 3). Der allergrößte Teil des Kohlendioxids, das im Meerwasser gelöst wird, reagiert chemisch mit Wassermolekülen zu Kohlensäure (H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;CO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;), Hydrogenkarbonat (HCO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) und Karbonat (CO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;). Die wichtigste Verbindung ist Hydrogenkarbonat, in dem 90% des im Ozean gespeicherten Kohlenstoffs gebunden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;CDRmare (2023): [https://cdrmare.de/wp-content/uploads/2023/06/CDRmare04_carboncy_factsheetV2_230504.pdf Der natürliche Kohlenstoffkreislauf der Erde – Kohlenstoffspeicher Ozean: So nimmt das Meer Kohlendioxid auf]&amp;lt;/ref&amp;gt; 8% sind als Karbonat (CO&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;2-&amp;lt;/sup&amp;gt;) gespeichert und nur 1% als physikalisch gelöstes CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. Bei der Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre wird das Gas also fast vollständig in andere Verbindungen umgewandelt. Das hat den positiven Effekt, dass der Ozean weiteres CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus der Atmosphäre aufnehmen kann. Die Konzentration von Karbonat, das in geringen Mengen aus der Verwitterung an Land über die Flüsse nachgeliefert wird, ist allerdings eine kritische Größe für die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahmekapazität des Ozeans. Da ein steigender CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt der Atmosphäre auch die Aufnahme von Kohlendioxid im Ozean erhöht, wird bei den chemischen Lösungsvorgängen auch mehr Karbonat verbraucht, und es steht zunehmend weniger Karbonat für die chemische Reaktion mit Kohlendioxid zur Verfügung. Weniger chemische Umwandlung bedeutet, dass mehr CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; im gelösten Zustand in der Deckschicht verbleibt, wodurch diese weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung von Kohlensäure durch die Reaktion von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; mit Meerwasser ist zudem mit einem erheblichen Problem für zahlreiche Lebewesen im Meer verbunden, vor allem für diejenigen, die Kalkschalen bilden, nämlich der [[Ozeanversauerung]]. Die Ozeanversauerung bewirkt eine zunehmende Untersättigung des Ozeanwassers mit Karbonat-Ionen, wodurch es zur Auflösung von Kalkschalen kommen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021b&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGI (2021): Global Carbon and other Biogeochemical Cycles and Feedbacks, 5.3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Biologischer Puffer===&lt;br /&gt;
Das in der ozeanischen Deckschicht gelöste atmosphärische Kohlendioxid wird aber nicht nur chemisch verwandelt, sondern auch durch die Photosynthese des Phytoplanktons gebunden. Der Kohlenstoff wird dabei in Form von Kohlendioxid oder Hydrogenkarbonat aufgenommen. Das verringert den Partialdruck von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in der oberen Wasserschicht und fördert damit die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Die [[Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf|Bruttoprimärproduktion]] durch das ozeanische Phytoplankton wird auf 103 GtC pro Jahr geschätzt, die Veratmung ([[Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf|autotrophe Respiration]]) auf 58 GtC und die [[Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf|Nettoprimärproduktion]] entsprechend auf 45 GtC pro Jahr. Der daraus resultierende und im Phytoplankton gebundene organische Kohlenstoff wird vom Zooplankton konsumiert, wobei durch [[Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf|heterotrophe Respiration]] 34 GtC pro Jahr wieder frei gesetzt werden. Der Rest wird direkt oder indirekt zu Abfall (Detritus) und sinkt für längere Zeit in größere Tiefen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die physikalischen, chemischen und biologichen Prozesse im Ozean ergeben sich drei Arten von Kohlenstoffverbindungen (Abb. 1):&lt;br /&gt;
# gelöster anorganischer Kohlenstoff (dissolved inorganic carbon = DIC), 	&lt;br /&gt;
# gelöster organischer Kohlenstoff (dissolved organic carbon = DOC) und&lt;br /&gt;
# partikulärer organischer Kohlenstoff (particulate organic carbon = POC).&lt;br /&gt;
Die überwiegende Mehrheit ist davon gelöster anorganischer, gefolgt von gelöstem organischen Kohlenstoff. DIC, DOC und POC stehen etwa im Verhältnis 2000:38:1.&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 7.3.4.1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der tiefe Ozean==&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2_Ozeantiefen.jpg|thumb|420px|Abb. 4: Anthropogener Kohlenstoff im Ozean: gemittelt über den den jeweiligen Ozean]]&lt;br /&gt;
Unterhalb der ozeanischen Deckschicht nimmt die Konzentration des gelösten anorganischen Kohlenstoffs deutlich zu. Die Ursache liegt in zwei fundamentalen Prozessen im Innern des Ozeans: der &amp;amp;quot;physikalischen Pumpe&amp;amp;quot; und der &amp;amp;quot;biologischen Pumpe&amp;amp;quot;. Bei der physikalischen Pumpe wird CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; durch absinkende Wassermassen in die Tiefe verfrachtet, bei der biologischen Pumpe durch das Absinken von organischen Substanzen, in denen Kohlenstoff gebunden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die physikalische Pumpe===&lt;br /&gt;
Die Wirkung der physikalischen Pumpe hängt u.a. von der [[Globales Förderband|thermohalinen Zirkulation]] ab. Da CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in kaltem Waser besonders gut löslich ist, wird der Transport von atmosphärischem Kohlendioxid in den tieferen Ozean vor allem durch die Bildung von kaltem Wasser mit hoher Dichte im Nordatlantik und dem Gebiet des Antarktischen Zirkumpolarstroms kontrolliert. Mit dem Absinken großer Wassermassen in die Tiefe und ihrer weiteren Ausbreitung über große Entfernungen, z.T. über alle Ozeane, wird das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; effektiv und über lange Zeiträume von Jahrzehnten bis Jahrhunderten dem Austausch mit der Atmosphäre entzogen. Das heißt aber auch, dass eine Störung des innerozeanischen Kohlenstoff-Gleichgewichts durch zusätzliche CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre erst über Zeiträume von bis zu 1000&amp;amp;nbsp;Jahren, der Umwälzzeit des Ozeans durch die thermohaline Zirkulation, wieder ausgeglichen werden kann. Die langen Austauschzeiten sind vor allem darin begründet, dass sich erstens die Wassermassen der ozeanischen Tiefenströmungen nur sehr langsam bewegen und zweitens in großen Teilen des Ozeans eine wärmere und leichtere Deckschicht das Aufsteigen von Tiefenwasser verhindert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den globalen Klimawandel wird auch das Oberflächenwasser des Ozeans erwärmt, und es bilden sich weniger kalte Wassermassen, die in die Tiefe absinken könnten. Dadurch wird der Transport von Kohlenstoff in den tieferen Ozean durch die &amp;amp;quot;physikalische Pumpe&amp;amp;quot; reduziert. Durch den kombinierten Effekt von 1. der zunehmenden chemischen Sättigung des Oberflächenwassers und 2. der zunehmenden Schichtung der Wassersäule werden zwei wichtige negative Rückkopplungen im Kohlenstoff-Klima-System geschwächt und damit die Rate der Aufnahme von anthropogenem Kohlenstoff durch den Ozean reduziert. Die Größenordnung ist entscheidend davon abhängig, wie die ozeanische Zirkulation und die chemische Mischung auf den klimatischen Antrieb reagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die biologische Pumpe===&lt;br /&gt;
Das durch die Photosynthese erzeugte organische Material sinkt als Gewebepartikel (particulate organic carbon = POC) in größere Tiefe und wird dort remineralisiert, d.h. in seine Bestandteile aufgelöst. Dieser Abwärtsfluss von organischem Kohlenstoff aus dem oberen Ozean, der etwa 25% des Kohlenstoffs, der im oberen Ozean durch Photosynthese gebunden wird, ausmacht, wird als &amp;amp;quot;biologische Pumpe&amp;amp;quot; bezeichnet und wird gegenwärtig auf etwa 11&amp;amp;nbsp;Gt&amp;amp;nbsp;C pro Jahr geschätzt. Nur ein minimaler Teil sinkt in das Sediment ab, hauptsächlich im Küstenbereich. Der restliche organische Kohlenstoff wird im tiefen Ozean durch Zersetzung in gelösten anorganischen Kohlenstoff (DIC) zurückverwandelt, der durch aufsteigendes Wasser wieder an die Oberfläche gelangt. Insgesamt sorgt die biologische Pumpe dafür, dass die atmosphärische CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration 150-200&amp;amp;nbsp;ppm unter dem Wert liegt, der ohne das ozeanische Phytoplankton herrschen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Änderungen des Austauschs zwischen Ozean und Atmosphäre==&lt;br /&gt;
[[Bild:Ocean CO2 sink.jpg|thumb|520px|Abb.5: Die ozeanische anthropogene Kohlenstoffsenke als Mittel des Jahrzehnts 2011-2020 in kg C/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;/Jahr. Grüne bis blaue Farben zeigen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Flüsse von der Atmosphäre in den Ozean, gelbe bis rote Farben vom Ozean in die Atmosphäre.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Abb. zeigt zwar nur die Kohlenstoffflüsse der anthropogenen fossilen Emissionen. Die Verteilung der Quellen und Senken und die Vorzeichen gelten aber prinzipiell auch für die natürlichen Flüsse.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
=== Regionaler Austausch ===&lt;br /&gt;
Regional sind die mittleren Breiten und besonders der nördliche Nordatlantik die wichtigsten CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Senken des Ozeans (Abb. 5). Hier erleichtern niedrige Temperaturen und hohe Windgeschwindigkeiten die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme an der Meeresoberfläche. Außerdem befördert die Bildung von Tiefenwasser das anthropogene CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; in das Innere des Ozeans, wodurch neues Kohlendioxid an der Oberfläche aus der Atmosphäre aufgenommen werden kann. Das Ausgasen von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus dem Ozean geschieht dagegen hauptsächlich in den Tropen, besonders in den äquatorialen Auftriebsgebieten, und daneben im Nordpazifik und im polaren südlichen Ozean.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedlingstein 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Änderungen ===&lt;br /&gt;
Seit 1850 hat die ozeanische Kohlenstoffsenke 185 GtC aufgenommen, was 26% der anthropogenen Emissionen entspricht. Mehr als Zweidrittel davon (130 GtC) erfolgten nach 1960. In den letzten 60 Jahren hat sich die ozeanische Kohlenstoffsenke mehr als verdreifacht. Sie betrug in den 1960er Jahren 1,2 GtC pro Jahr, im letzten Jahrzehnt (2014-2023) dagegen 2,9 GtC pro Jahr. Damit nahm der Ozean über einen längeren Zeitraum 25% der anthropogenen CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emissionen auf. Es gibt bis jetzt keine Anzeichen eines Rückgangs der ozeanischen Kohlenstoffsenke. Der Hauptgrund für die Zunahme der ozeanischen Kohlenstoffsenke ist die Erhöhung der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration in der Atmosphäre. Der globale Temperaturanstieg schwächt dagegen die ozeanische Senke um 0,17 GtC pro Jahr etwas ab. Grund dafür ist eine Erwärmung des Ozeans, wodurch weniger CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; im Wasser gelöst wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedlingstein 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ozeansenke zeigt deutliche dekadische Schwankungen, deren Ursachen aber nicht endgültig geklärt sind. Die ebenfalls beträchtlichen jährlichen Schwankungen werden hauptsächlich durch El-Niño- und La-Niña-Ereignisse verursacht. So hat der El Niño 2015/16 eine Intensivierung der ozeanischen Senke bewirkt, die anschließende La Niña dagegen eine Reduzierung der Senke. Auch das El-Niño-Jahr 2023 zeigt eine Zunahme der ozeanischen Senke.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Friedlingstein 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zukünftige Änderungen ===&lt;br /&gt;
Nach Modellprojektionen wird die Ozeansenke ab Mitte des Jahrhunderts abnehmen, besonders bei hohen Szenarien. Grund ist vor allem die Erwärmung des Ozeans, die die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Löslichkeit und damit die Aufnahme aus der Atmophäre reduziert und die ozeanische Schichtung erhöht, wodurch der Austausch zwischen der oberen Ozeanschicht und dem Inneren abgeschwächt wird. Auch die chemischen und biologischen Puffer werden bei höheren Temperaturen geringer. Regional ist es sehr wahrscheinlich, dass die abnehmende Nordatlantische Umwälzzirkulation die Aufnahme von Wärme und Kohlenstoff reduziert und damit die globale Erwärmung verstärkt. Im Südlichen Ozean wird nach Modellprojektionen die Umwälzzirkulation dagegen durch stärkere Westwinde intensiver und die Wärme- und Kohlenstoffaufnahme und -speicherung zunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2021c&amp;quot;&amp;gt;IPCC AR6 WGI (2021): Global Carbon and other Biogeochemical Cycles and Feedbacks, Cross-Chapter Box 5.3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Kasang, D. (2023): [https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/12770 Globaler Kohlenstoffkreislauf – Wieviel CO2 bleibt jährlich in der Atmosphäre und wieviel Zeit haben wir noch?] In: Lozán J. L., H. Graßl, S.-W. Breckle, D. Kasang &amp;amp; M. Quante (Hrsg.). Warnsignal Klima. S. 24-33. &lt;br /&gt;
* [http://worldoceanreview.com/ World Ocean Review]: [http://worldoceanreview.com/wor-1/meer-und-chemie/kohlendioxidspeicher/ Die Rolle des Meeres als größter CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Speicher]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Liebezeit, G. (2011): Meereschemie und globaler Klimawandel, in: José L. Lozán et al. (Hrsg.): Warnsignal Klima: Die Meere - Änderungen und Risiken. Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg, 3236&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
|Unterrichtsmaterial=[http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/didaktik_der_chemie/kernpraktikumfriese/unterrichtsentwurf_loesen_von_kohlenstoffdioxid_in_wasser.pdf Lösung von Kohlendioxid im Wasser] Unterrichtseinheit&lt;br /&gt;
|Beeinflusst=Kohlendioxid-Konzentration&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Marine Ökosysteme &lt;br /&gt;
|beeinflusst=Korallenriffe&lt;br /&gt;
|Einfach=Kohlenstoff im Ozean (einfach)&lt;br /&gt;
|Teil von=Kohlenstoffkreislauf&lt;br /&gt;
|Teil von=Ozean im Klimasystem&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf&lt;br /&gt;
|verursacht=Ozeanversauerung&lt;br /&gt;
|umfasst Prozess=Photosynthese&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Kohlendioxid-Konzentration, Marine Ökosysteme, Korallenriffe, Kohlenstoff im Ozean (einfach), Ozean im Klimasystem, Terrestrischer Kohlenstoffkreislauf, Versauerung der Meere, Photosynthese, Treibhausgase&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Treibhausgase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kohlendioxid]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ozean]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35380</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35380"/>
		<updated>2026-07-18T19:20:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Die Juni-Hitzewelle 2026 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg|thumb|800px|Abb. 9: Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche. ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Für Deutschland liegen für die beiden Hitzewellen im Mai und Juni des Jahres 2026 ebenfalls nur vorläufige Zahlen des Robert Koch Instituts vor. Danach betrafen die Todesfälle 5.120 Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht%20Hitzemortalitaet.html?nn=16776990 Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 10: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Eu-HitzeTodesf%C3%A4lle-Juni-202.jpg&amp;diff=35379</id>
		<title>Datei:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Eu-HitzeTodesf%C3%A4lle-Juni-202.jpg&amp;diff=35379"/>
		<updated>2026-07-18T19:16:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY   &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Eu-HitzeTodesf%C3%A4lle-Juni-202.jpg&amp;diff=35378</id>
		<title>Datei:Eu-HitzeTodesfälle-Juni-202.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Eu-HitzeTodesf%C3%A4lle-Juni-202.jpg&amp;diff=35378"/>
		<updated>2026-07-18T19:15:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche.
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|
Quelle: Callahan, C. (2026): Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026. Zenodo https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 
&amp;lt;br&amp;gt;  
Lizenz: CC BY   
|}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Hitzebedingte Todesfälle in Europa im Juni 2026. Links: Vergleich dritte (ohne) und vierte (mit Hitzewelle) Juni-Woche; rechts: regionale Verteilung der Hitzetoten in der 3. Juni-Woche.&lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
Quelle: Callahan, C. (2026): Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026. Zenodo https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY   &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35377</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35377"/>
		<updated>2026-07-18T18:44:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Temperaturen und Wetterlage */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629%20deutschlandwetter%20juni%20news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Für Deutschland liegen für die beiden Hitzewellen im Mai und Juni des Jahres 2026 ebenfalls nur vorläufige Zahlen des Robert Koch Instituts vor. Danach betrafen die Todesfälle 5.120 Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht%20Hitzemortalitaet.html?nn=16776990 Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35376</id>
		<title>Hitzewellen in Europa 2020er Jahre</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre&amp;diff=35376"/>
		<updated>2026-07-18T18:42:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Klimaänderung-Europa.jpg|thumb|580px|Abb. 1: Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) 1950-2022]]&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2022 ==&lt;br /&gt;
Bereits im Juni 2022 erfasste eine starke Hitzewelle die Länder im Südwesten Europas. In Portugal wurden laut Deutschem Wetterdienst&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2022&amp;quot;&amp;gt;Imbery, F., et al., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20220629_temperatur_hitzewelle-juni.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Intensive Hitzewelle im Juni 2022 in Deutschland und Mitteleuropa]&amp;lt;/ref&amp;gt;  über 42 °C gemessen, in Spanien 44,5 °C und in Biarritz an der südfranzösischen Atlantikküste Frankreichs 42,9 °C. Das sind auch für Südeuropa so früh im Jahr Temperaturen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Hitzewelle im Juni als die zweitgrößte nach 2003 für Südwesteuropa ein. Verbunden war die Hitzewelle in den betroffenen Staaten mit zahlreichen und ausgedehnten Waldbränden. Mitte Juli hatte sich das Gebiet extrem hoher Temperaturen Richtung Großbritannien und Mitteleuropa ausgedehnt. &lt;br /&gt;
[[Bild:EU strong heat stress JJA 2022.jpg|thumb|450px|Abb. 2: Anzahl der Tage mit sehr starkem Hitzestress (38-46 °C) im Sommer 2022]]&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle in Großbritannien stand im Zusammenhang mit der räumlich umfangreicheren und länger anhaltenden Hitzewelle auf dem europäischen Kontinent, die im Juli zu Spitzentemperaturen von über 40 °C in Frankreich, 45 °C in Spanien und 47 °C in Portugal geführt hat. Der frühere Rekord in Großbritannien vom Juli 2019 lag bei 38,7 °C. Er wurde im Juli 2022 von 46 Messstationen gebrochen, wobei sieben Stationen Werte von 40 °C und mehr aufwiesen. Für den Zeitraum 1991-2020 lagen die mittleren maximalen Temperaturen für den Monat Juli bei 21-22 °C. Sie wurden im Juli 2022 an zahlreichen Messstationen Großbritanniens um 14-18 °C übertroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kendon, M., Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/binaries/content/assets/metofficegovuk/pdf/weather/learn-about/uk-past-events/interesting/2022/2022_03_july_heatwave.pdf Unprecedented extreme heatwave, July 2022]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Juli 2022 wurde in Corningsby, Lincolnshire, mit 40,3 °C ein neuer Hitzerekord für England aufgestellt, der von der britischen Wetterbehörde Met Office als Meilenstein in der Klimageschichte des Landes eingestuft wurde. Mit 25,8 °C gab es im Raum London auch einen neuen landesweiten Rekord der nächtlichen Minimum-Temperaturen. In dem wesentlich weiter nördlich liegenden Schottland stiegen die Tages-Höchsttemperaturen ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert von 35 °C.&amp;lt;ref&amp;gt;Met Office (2022): [https://www.metoffice.gov.uk/about-us/press-office/news/weather-and-climate/2022/july-heat-review A milestone in UK climate history]&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Einschätzung der [https://www.worldweatherattribution.org/ World Weather Attribution (WWA)] Initiative wären die Hitzetage in England ohne den Klimawandel ein Ereignis, das höchstens einmal in 1000 Jahren vorgekommen wäre, und die hohen Temperaturen wären um 4 °C kühler als 2022 gewesen. Unter den heutigen Klimabedingungen sind sie &amp;quot;nur&amp;quot; noch ein Jahrhundertereignis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2022&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2022): [https://www.worldweatherattribution.org/without-human-caused-climate-change-temperatures-of-40c-in-the-uk-would-have-been-extremely-unlikely/ Without human-caused climate change temperatures of 40°C in the UK would have been extremely unlikely]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 kam die Hitzewelle auch in Deutschland an. Am 20 Juli 2022 wurden in mehreren Bundesländern bisher nie gemessene Rekordtemperaturen registriert, mit über 40 °C in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und mit über 39 °C in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg wurde der bisherige Rekord sogar um 3 Grad übertroffen und mit 40.1 °C ein neuer Rekord für Europa (ohne Russland) nördlich des 53. Breitengrades aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Leyser, A., DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/21.html Hitzewelle endet historisch]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Deutsche Wetterdienst stufte den Sommer 2022 als den viertwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen ein, wobei an erster Stelle immer noch der Sommer 2003 steht. Der Temperaturdurchschnitt lag im Sommer 2022 bei 19,2 °C (2003 bei 19,6 °C) und damit um 1,6 °C über dem Mittel von 1991-2020. Einen Rekord stellte der Sommer 2022 bei der Sonnenscheindauer mit 820 Stunden auf, gegenüber dem Mittel von 614 Stunden in der Periode 1961-1990.&amp;lt;ref&amp;gt;DWD (2022): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2022/20220830_deutschlandwetter_sommer2022_news.html Deutschlandwetter im Sommer 2022], Pressemitteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hitzewellen 2023 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Heatwave April 2023 W-Mediterranean.jpg|thumb|450px|Abb. 3: Abweichung der maximalen Tagestemperatur am 26.-28.4.2023 im Vergleich zum Mittel 1991-2020]]&lt;br /&gt;
=== Die Frühjahrshitzewelle im westlichen Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
Im westlichen Mittelmeerraum herrschte 2023 schon im April sowohl auf dem europäischen wie auf dem afrikanischen Kontinent eine außergewöhnliche Hitzewelle (Abb. 3). In Spanien wurden fast 39 °C, in Portugal fast 37 °C und in Marokko und Algerien über 41 °C bzw. über 40 °C gemessen. Die Temperaturen lagen damit um bis zu 20 °C über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit und um bis zu 6 °C höher als frühere Rekordtemperaturen für April. Obwohl der Mittelmeerraum in den letzten Jahren zahlreiche Hitzewellen erlebt hat, war diese Hitzewelle aufgrund ihres jahreszeitlich so frühen Auftretens auch in dem gegenwärtigen warmen Klima ein seltenes Ereignis. Unter den aktuellen klimatischen Bedingungen wurde die Wiederkehrperiode der April-Hitze im westlichen Mittelmeerraum auf 400 Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot;&amp;gt;Philip, S.,  S. Kew1, R. Vautard et al. (2023): [https://www.worldweatherattribution.org/extreme-april-heat-in-spain-portugal-morocco-algeria-almost-impossible-without-climate-change/ Extreme April heat in Spain, Portugal, Morocco &amp;amp; Algeria almost impossible without climate change]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die extremen Temperaturen verstärkten die Auswirkungen einer mehrjährigen Dürre auf die Landwirtschaft und das menschliche Wohlbefinden und folgten auf die Hitzewellen von 2022, die 4000 Tote in Spanien und 1000 Tote in Portugal gefordert hatte.&amp;lt;ref name=Kluge 2022&amp;quot;&amp;gt;Kluge, H.P. (2022): [https://www.who.int/europe/news/item/07-11-2022-statement---climate-change-is-already-killing-us--but-strong-action-now-can-prevent-more-deaths Statement – Climate change is already killing us, but strong action now can prevent more deaths]&amp;lt;/ref&amp;gt; So frühe Hitzewellen und Dürren im Jahresverlauf sind besonders kritisch, weil sie beim Getreideanbau die Phase der Kornfüllung behindern und die Bevölkerung sich noch nicht an hohe Temperaturen akklimatisiert hat. Auch die regionalen Hitzeaktionspläne waren wie z.B. in Madrid nicht auf so frühe Rekordtemperaturen vorbereitet. Die Kombination von sehr hohen Temperauren und extremer Trockenheit wirkte sich besonders kritisch für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung aus. In Spanien waren 60% der landwirtschaftlichen Fläche von der Dürre betroffen und die Wasserreservoire waren nur bis zu 50% gefüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die mediterrane Hitzewelle im Sommer 2023 ===&lt;br /&gt;
Auch im Sommer 2023 blieb der Mittelmeerraum nicht von Temperaturextremen verschont. In der zweiten Julihälfte ereignete sich eine intensive Hitzewelle nahezu rund um das gesamte Mittelmeer. Die Höchsttemperaturen lagen in etlichen europäischen Anrainerstaaten über 40 °C. Der bisherige Europa-Rekord von 48,8 °C aus dem Jahr 2021 auf Sizilien wurde dieses Mal auf Sardinien mit 48,2 °C fast erreicht. Auf Sizilien selbst wurden an mehreren Stationen Temperaturen von 47 °C und mehr gemessen. In Spanien kam es zur Überschreitung der 45-Grad-Marke. In Nordafrika gab es in Algerien und Tunesien Tageshöchsttemperaturen von mehr als 49 °C. Eine Besonderheit waren hohen Meeresoberflächentemperaturen, die über das gesamte Mittelmeer bei durchschnittlich bei 28,7 °C lagen und an der Ostküste von Korsika 30 °C erreichten und vom Deutschen Wetterdienst als „Marine Hitzewelle“ eingestuft wurden. Durch die hohen Wassertemperaturen blieb vielfach die kühlende Wirkung für die küstennahen Gebiete aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bissolli 2023&amp;quot;&amp;gt;Bissolli, P., S. Haeseler, J. Daßler u.a., DWD (2023): [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/temperatur/20230802%20bericht%20hitzewelle%20mittelmeer%20juli2023.html Erster Rückblick auf die Hitzewelle im Mittelmeerraum im Juli 2023 mit Waldbränden und Rekord Hagel in Nordost-Italien]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die marine Hitzewelle im östlichen Nordatlantik spielte eine Rolle, da dadurch der Transport kühler Atlantikluftmassen in den Mittelmeerraum weitgehend ausfiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/european-heatwave-july-2023-longer-term-context The European Heatwave of July 2023 in a longer-term context]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem warmen Mittelmeer spielte die Wetterlage in der zweiten Julihälfte 2023 eine Rolle für die Entstehung der Hitzewelle. Wichtig für die hohen Temperaturen im Juli war primär das Hochdruckgebiet über Südeuropa. Die Folge war eine reduzierte Bewölkung und hohe Sonneneinstrahlung, durch die die Erdoberfläche aufgeheizt wurde, die wiederum die darüber liegenden Luftschichten erwärmte. Das Eindringen von warmer Luft aus Nordafrika war in diesem Fall weniger wichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023a&amp;quot; /&amp;gt; Wie langfrisitge Daten zeigen, ist jedoch für die Intensität der Hitzewellen im Mittelmeerraum und die immer neuen Temerpaturrekorde die globale Erwärmung der entscheidende Faktor. Die das Mittelmeer säumenden Landstriche sind bekannt als die sich im Sommer am schnellsten erwärmenden Gebiete der Welt. Zwischen 1979 und 2023 lag die Erwärmungsrate für Juli bei 0,54 °C pro Jahrzehnt und damit dreimal so hoch wie im globalen Mittel für Juli. Der Juli 2023 war mit einer Mitteltemperatur von 25,6 °C der wärmste aller Juli-Monate.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Copernicus 2023b&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change (2023): [https://climate.copernicus.eu/surface-air-temperature-july-2023 Surface air temperature for July 2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hohe Temperaturen 2024 ==&lt;br /&gt;
Die Sommertemperaturen 2024 in Europa waren noch höher als im bisherigen Rekordjahr 2022 und lagen um 1,54 °C über dem Mittel von 1991-2020. Besonders hohe Temperaturen erlebte Südosteuropa. In vielen Regionen kam es zu starken Hitzewellen, so in Italien und in Südosteuropa mit Temperaturen bis 40 °C und mehr. Spanien, Italien und der südöstliche Mittelmeerraum litten zusätzlich unter tropischen Nächten. Die Menschen erlebten in vielen Regionen und über zwei Monate starken Hitzestress mit gefühlten Temperaturen von 32 °C und mehr. Das war an doppelt so viel Tagen wie normalerweise der Fall. Ein wichtiger Grund vor allem für die hohen Nachttemperaturen waren die ungewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen, die z.B. am 15 August über das ganze Mittelmeer gemittelt 28,5 °C betrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2024&amp;quot;&amp;gt;Copernicus (2024): [https://climate.copernicus.eu/record-warm-daytimes-southeastern-europe C3S seasonal lookback: summer 2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen in Europa 2025 ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2025.jpg|thumb|380px|Abb. 4: Die Grafik zeigt, wie stark die Temperaturen vom 17. Juni bis 2. Juli 2025 vom Durchschnitt abgewichen sind. Die Extremwerte &amp;quot;am kühlsten&amp;quot; und &amp;quot;am wärmsten&amp;quot; sind dabei mit dem Mittel derselben Tagen im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 hatte kaum begonnen, schon breiteten sich in Süd- und Westeuropa kurz hintereinander zwei Hitzewellen aus, mit Maximum-Temperaturen von 46 °C in Spanien und 48 °C in Portugal, mit Waldbränden in Griechenland und Thüringen und anderswo. In Frankreich musste ein Kernkraftwerk abgeschaltet und Schulen geschlossen werden, auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wikipedia 2025&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (2025): [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrre_und_Hitze_in_Europa_2025 Dürre und Hitze in Europa 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Hitzewelle hatte ihren Höhepunkt zwischen dem 17. und 22. Juni, die zweite ereignete sich vom 30. Juni bis zum 2. Juli. Beide Hitzewellen waren mit einem ausgedehnten Hochdruckgebiet verbunden, das von Spanien über Frankreich und den Süden Großbritanniens bis nach Deutschland reichte. Über ein großes Gebiet bildete sich eine sogenannte Hitzeglocke, die heiße Luft einschloss und durch die bei klarem Wetter die stark strahlende Sonne die unteren Luftschichten erwärmte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2025): [https://climate.copernicus.eu/heatwaves-contribute-warmest-june-record-western-europe Heatwaves contribute to the warmest June on record in western Europe]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika nach Südeuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;&amp;gt;Clarke, B., et al. (2025): [https://www.imperial.ac.uk/grantham/publications/all-publications/climate-change-tripled-heat-related-deaths-in-early-summer-european-heatwave.php Climate change tripled heat-related deaths in early summer European heatwave]. Grantham Institute report&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für den Monat Juni wurden an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen. Auch über ganz Westeuropa (s. Abb. 4) gemittelt wurde am 30. Juni mit fast 25 °C die bisher wärmste Tagestemperatur erreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Meerestemperaturen ===&lt;br /&gt;
Zur Intensität der Hitzewelle trug wesentlich das außergewöhnlich warme westliche Mittelmeer bei  . Die Meeresoberflächentemperaturen überstiegen im Golf du Lion und im Ligurischen Meer 28 °C und lagen damit um 5 °C höher als üblich. Der Durchschnitt über das ganze westliche Mittelmeer lag um fast 4 °C über dem langjährigen Mittel und war damit wärmer als je zuvor gemessen. Eine solche marine Hitzewelle verhindert die nächtliche Abkühlung auch in den küstennahen Landgebieten und verstärkt erheblich den Hitzestress für Anwohner und Urlauber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die frühe Hitzewelle ===&lt;br /&gt;
Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli sind umso bemerkenswerter, als das Jahr 2025 bis zum Frühsommer weder global noch in Europa besonders extrem warm war. Global ist der Juni 2025 der drittwärmste Juni nach den Juni-Monaten 2024 und 2023. In Europa nimmt der Juni 2025 nur den fünften Rang ein, nach 2019, 2022, 2024 und 2021. Allerdings war der Juni 2025 in einigen der von der Hitzewelle besonders betroffenen Ländern der zweitwärmste (Frankreich) oder sogar der wärmste Monat (Spanien, England).&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dennoch bereits sehr früh im Jahr in Westeuropa intensive Hitzewellen entstanden, dürfte auf andere Gründe als die globalen oder europäischen Monatstemperaturen zurückzuführen sein. Eine Rolle spielten sicher die bereits erwähnten Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche im westlichen Mittelmeer. Ein weiterer Faktor waren die trockenen Verhältnisse vor den sommerlichen Hitzewellen in West- und Südeuropa. Dadurch trockneten Böden und Pflanzen aus, so dass es kaum zur Verdunstung während der heißen Tage kam, die etwas Abkühlung bewirkt hätte. Und ein dritter Faktor dürfte die extrem niedrige Ausdehnung des arktischen Meereises gewesen sein, die Wetterlagen mit stabilen Hochdruckzellen begünstigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Tote durch den Klimawandel ===  &lt;br /&gt;
Nach Schätzung einer Studie des Grantham Instituts, London, forderte die Hitzewellen im Juni/Juli 2025 in 12 untersuchen europäischen Städten 2300 Tote. Berechnungen der Untersuchung zeigen, dass 1500 bzw. 65% davon darauf zurückzuführen sind, dass der Klimawandel die Hitzewellen wesentlich verstärkt hat. Die Gesamtzahl der Toten wurde danach durch die globale Erwärmung nahezu verdreifacht. In Mailand waren 317 der Todesfälle durch den Klimawandel bedingt, in Barcelona 286, in Paris 236 und in Frankfurt a.M. 21 Tote.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Clarke 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Todeszahlen sind vorläufige Schätzungen. Die genauere Anzahl der Toten lässt sich erst nach aufwendigen Untersuchungen feststellen. So lagen die Anzahl der Todesopfer nach Studien, die erst viele Jahre später erschienen sind,  bei der extremen Hitzewelle 2003 in Europa bei rund 70.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Robine 2008&amp;quot;&amp;gt;Robine, J.-M., et al. (2008): Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003, C. R. Biologies 331, 171–178&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Sommer 2022 hatte 61.000 Opfer zur Folge&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ballester 2023&amp;quot;&amp;gt;Ballester, J., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2023): [https://doi.org/10.1038/s41591-023-02419-z Heat-related mortality in Europe during the summer of 2022]. Nat Med 29, 1857–1866&amp;lt;/ref&amp;gt;  und 2023 waren es 47.000.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;&amp;gt;Gallo, E., M. Quijal-Zamorano, R.F. Méndez Turrubiates et al. (2024): [https://doi.org/10.1038/s41591-024-03186-1 Heat-related mortality in Europe during 2023 and the role of adaptation in protecting health]. Nat Med 30, 3101–3105&amp;lt;/ref&amp;gt;  In den letzten drei Jahren sind die Todeszahlen eher zurückgegangen, obwohl die Sommer immer wärmer wurden. Das liegt daran, dass inzwischen besonders ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen besser vor Hitze geschützt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gallo 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Hitzewellen 2026 ==&lt;br /&gt;
=== Die Hitzewelle im Mai 2026 ===&lt;br /&gt;
Das Jahr 2026 scheint zu Beginn der warmen Jahreszeit das vorangegangene Jahr fast zu wiederholen. Wieder gab es noch vor dem Ende der ersten Jahreshälfte zwei starke Hitzewellen. 2026 erlebte Westeuropa allerdings eine außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle bereits in der zweiten Maihälfte. Betroffen waren vor allem Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs und das südliche England. Die mittleren Tagestemperaturen lagen teilweise 10 °C über dem Durchschnitt. Die gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung berücksichtigt, erreichte in weiten Teilen Westeuropas Werte zwischen 35 und 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;&amp;gt;Copernicus Climate Change Service (2026): [https://climate.copernicus.eu/what-do-we-know-about-europes-early-and-intense-heatwave-may-2026 What do we know about Europe&#039;s early and intense heatwave in May 2026?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wetterlage war durch ein [[Blockierende Wetterlage|stationäres Hochdruckgebiet]] über Westeuropa bestimmt, mit starker Einstrahlung und schwachen Winden. An der Westflanke des Hochs wurde zudem heiße Luft aus Marokko nach Norden transportiert, wodurch besonders die am Atlantik gelegenen Regionen ungewöhnlich hohen Temperaturen aufwiesen. Eine Rolle spielten außerdem die hohen [[Meeresoberflächentemperatur]]en im westlichen Mittelmeer, im Golf von Biskaya und um Großbritannien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;C3S 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Juni-Hitzewelle 2026 ===&lt;br /&gt;
==== Temperaturen und Wetterlage ====&lt;br /&gt;
Nach der Hitzewelle im Mai war Europa in der zweiten Juni-Hälfte 2026 mit einer zweiten, noch stärkeren Hitzewelle konfrontiert. Der Deutsche Wetterdienst stufte die Hitzewelle „als historisch“ ein, da es nie zuvor eine solch lange und intensive Hitzewelle mit „Spitzenwerten ungekannten Ausmaßes“ so früh im Sommer gegeben habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;&amp;gt;Deutscher Wetterdienst (2026): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/6/28.html Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Juni ist in Westeuropa normalerweise nicht der heißeste Monat des Jahres. In Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Süd-England lagen die Temperaturen jedoch um 5-12 °C über dem saisonalen Mittel. Von 854 untersuchten Städten in der EU zeigte fast die Hälfte Rekordtemperaturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;&amp;gt;World Weather Attribution (2026): [https://www.worldweatherattribution.org/fossil-fuel-emissions-have-rapidly-worsened-european-heatwaves-in-just-a-few-decades/ Fossil fuel emissions have rapidly worsened European heatwaves in just a few decades]&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Max Temp Eu 21.-27.6.26.jpg|thumb|480px|Abb. 5: Maximum-Temperatur vom 21.-27. Juni 2026 in Europa ]]||[[Bild:D Maximum-Temp 27.6.2026.jpg|thumb|340px|Abb. 6: Vorhersage der Maximumtemperaturen für den 27. Juni 2026 in Deutschland mit dem Modell ICON. ]]||[[Bild:Waldbrandgefahr D Juni 2026.png|thumb|340px|Abb. 7: Waldbrandgefahrenindex für den 28.6.2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde ein landesweiter Jahresrekord mit 41,8 °C in Sachsen-Anhalt aufgestellt&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026d&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026d): [https://www.dwd.de/DE/wetter/thema%20des%20tages/2026/7/3.html Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?]&amp;lt;/ref&amp;gt;. An insgesamt 46 Stationen in elf Bundesländern wurde die Temperaturmarke von 40 °C erreicht oder übertroffen, so z.B. in Frankfurt a.M., Cottbus, Potsdam, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig, Mannheim, und an 252 Wetterstationen wurde ein neuer Allzeithöchstwert gemessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;  Auch Frankreich erlebte mit 44,3 °C einen neuen Hitzerekord.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nature 2026&amp;quot;&amp;gt;Nature (2026): [https://www.nature.com/articles/d41586-026-02046-x Europe’s record heatwave: does the continent have a new climate?]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kenntage|Tropische Nächte]] gab es mit ungewöhnlich hohen Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, in beiden Ländern mit Höchstwerten von fast 30 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026b): Deutschlandwetter im Juni 2026, https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wurde mit 29,4 Grad in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni in Sachsen (Kr. Bautzen) ein neuer Minimum-Rekord aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026c&amp;quot;&amp;gt;DWD (2026c): [https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260629_deutschlandwetter_juni_news.html Deutschlandwetter im Juni 2026]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Omega-Lage 27.6.2026.png|thumb|580px|Abb. 8: Omega-Lage während der Hitzewelle Ende Juni 2026 ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Wetterlage Ende Juni 2026 zeichnete sich durch eine Omega-Wetterlage aus (Abb. 8). Dabei erstreckt sich ein stabiles Hochdruckgebiet nach Norden und wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert. Die dadurch entstehende Höhenströmung gleicht dem griechischen Buchstaben Omega (Ω). Solche Wetterlagen sind oft mit einer blockierenden [[Atmosphärische Zirkulation|atmosphärischen Zirkulation]] verbunden und können sich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Über West- und Mitteleuropa lenken sie heiße Luft aus Nordafrika nach Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DWD 2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Klimawandels ====&lt;br /&gt;
Die Hitzewelle im Juni 2026 besaß eine Wiederkehrperiode von etwa 100 Jahren. Vor 50 Jahren wäre ein solch heißes und weiträumiges Hitzeereignis praktisch unmöglich gewesen. Selbst im Vergleich zu 2003, als sich die erste große Hitzewelle in Europa in diesem Jahrhundert ereignete, war die Hitzewelle 2026 10mal wahrscheinlicher geworden. Besonders die Tageshöchsttemperaturen sind stark angestiegen. Eine ähnliche Hitzewelle wie im Juni 2026 wäre in den 1970er Jahre um 3,5 °C und 2003 um 2 °C kühler ausgefallen. Der Grund für diese Veränderung ist die [[Klimawandel|globale Erwärmung]] durch die Emission von durch den Menschen verursachten [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgasen]]. Durch den menschengemachten Klimawandels ist die europäische Hitzewelle vom Juni 2026 deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen ====&lt;br /&gt;
Hitzewellen verursachen in Europa mehr Tote als alle anderen Naturkatastrophen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Todesfälle durch Hitzewellen in Europa|hohe Anzahl an Todesfällen]] liegt an dem [[Klimaänderungen in Europa|starken allgemeinen Temperaturanstieg]], aber auch an der alternden Bevölkerung und anderen Faktoren. Die Mega-Hitzewelle 2003 in West- und Mitteleuropa forderte über 70.000 Opfer, durch die Hitzewelle 2010 in Russland kamen nach Schätzungen 55.000 Menschen ums Leben. 2022 fielen der damaligen Hitzewelle über 60.000 Menschen zum Opfer, im Sommer 2023 waren es 47.000. Nach vorläufigen Werten gab es in der Juni-Hitzewelle 2026 vom 15.-28. Juni &amp;lt;ref name=&amp;quot;Callaham 2026&amp;quot;&amp;gt;Callahan, C. (2026): [https://doi.org/10.5281/zenodo.21266898 Heat-related mortality approaches 14,000 deaths across Europe in June 2026]. Zenodo&amp;lt;/ref&amp;gt; in ganz Europa etwa 14.000 Todesfälle, in Frankreich ca. 3.600. Für Deutschland liegen für die beiden Hitzewellen im Mai und Juni des Jahres 2026 ebenfalls nur vorläufige Zahlen des Robert Koch Instituts vor. Danach betrafen die Todesfälle 5.120 Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RKI 2026&amp;quot;&amp;gt;RKI (2026): [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht%20Hitzemortalitaet.html?nn=16776990 Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die [[Hitzewellen und Gesundheit|Hitzerisiken]] konzentrieren sich auf die Städte, da hier die [[Hitzewellen in großen Städten|städtische Wärmeinsel]] verstärkend wirkt. Die Hitzebelastung kann dabei in verschiedenen Stadtvierteln durch Wohnverhältnisse, Grünflächen und Arbeitsbedingungen unterschiedlich sein. So konzentriert sich der städtische Wärmeinsel-Effekt (UHI) in Städten wie Kopenhagen, Berlin, London und Paris besonders in einkommensschwächeren Vierteln. Europaweit wird die städtische Hitzebelastung zudem durch ältere Gebäude- und Infrastrukturanlagen verschärft, die nicht für anhaltende extreme Hitze ausgelegt sind. Historisch gesehen wurden die Gebäude so gebaut, dass sie Wärme speichern, anstatt sie abzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:NASA Wärmeinseleffekt sm.jpg|thumb|580px|Abb. 9: Städtische Wärmeinsel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit gegenüber hohen Temperaturen in Europa sind soziale Faktoren. Der Anteil älterer Menschen liegt relativ hoch; rund jeder Fünfte ist älter als 65 Jahre. Ältere Menschen leiden oft an chronischen Herz-Kreislauf-, Diabetes-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen und sind häufig Bewohner von Pflegeeinrichtungen, in denen der Schutz vor Hitzebelastungen trotz zunehmender Verbesserungen oft nur wenig entwickelt ist. Hinzu kommt, dass sich in Städten Wohnungslose sowie Menschen, die in Wohnungen mit schlechter Bausubstanz leben, konzentrieren, die ebenfalls einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Erkrankungen und Sterblichkeit ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WWA 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Extremereignisse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regionale Klimafolgen]]&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
Verursacht=Waldbrände&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen in Europa&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaänderungen im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst von=Klimaprojektionen Europa&lt;br /&gt;
|Folge von=Hochdruckgebiet&lt;br /&gt;
|Folge von=blockierende Wetterlage&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Hitzewellen und Gesundheit&lt;br /&gt;
|Verursacht=Dürren in Europa&lt;br /&gt;
|Verursacht=Waldbrände im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
|beeinflusst=Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa&lt;br /&gt;
|regionales Beispiel von=Hitzewellen&lt;br /&gt;
|Zeitlich Teil von=Hitzewellen Europa&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Nordamerika&lt;br /&gt;
|Ähnlich wie=Hitzewellen in Südasien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metakeywords&amp;gt;DBS-Wiki-KW, Dürren, Klimaänderungen in Europa, Klimaänderungen im Mittelmeerraum, Klimaprojektionen Europa, Hochdruckgebiet, blockierende Wetterlage, Waldbrände im Mittelmeerraum, Hitzewellen und Gesundheit, Klimaänderungen und Landwirtschaft Europa, Extremereignisse, Regionale Klimafolgen&amp;lt;/metakeywords&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35375</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35375"/>
		<updated>2026-07-18T12:07:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Cc--impacts-MP.jpg|Breite=280px}} &#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen und dem Klimawandel bestehen jedoch durchaus wechselseitige Beziehungen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Frühe Hitzewellen 2026]]&#039;&#039;&#039; Wie im Jahr davor ist auch der Sommer 2026 mit zwei Hitzewellen gestartet, die eine sogar schon im Mai, die andere Ende Juni. An zahlreichen Messstationen in West- und Mitteleuropa wurden vor allem während der zweiten Hitzewelle Rekordwerte gemessen, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte. In Deutschland und Frankreich wurden mit 41,8 °C bzw. 44,3 °C landesweite Jahresrekorde aufgestellt. Ohne den Klimawandel wäre eine solche Hitzeperiode nicht denkbar gewesen bzw. wesentlich weniger heiß ausgefallen. Betroffen waren vor allem Städte mit ihrer alten Bausubstanz und älteren Menschen mit Vorerkrankungen. In ländlichen Regionen kam es zu zahlreichen Waldbränden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Kelp canopy.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Algen als CO2-Speicher]]&#039;&#039;&#039; In jüngster Zeit sind Makroalgen als bedeutende ozeanische Kohlenstoffsenke in den Blick geraten. Zwei Arten mit einem hohen Speicherpotential sind Tang-Wälder und Sargassum. Die einen finden sich in mittleren bis hohen Breiten, die anderen eher in den Tropen. Während Tang-Wälder auf felsigem Meeresboden verankert sind, besitzt Sargassum eine frei schwimmende Lebensweise. Makroalgen bedecken eine Fläche von 600-722 Millionen Hektar und nehmen 61-268 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich auf. Sie bieten oft für andere Meereslebewesen wertvolle Lebensräume und werden von Menschen teilweise als Basis für Nahrungsmittel und sonstige Zwecke genutzt. Initiativen zur Verstärkung der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre stecken noch in den Anfängen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:RCP8.5-vermieden.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Neue Szenarien für den 7. IPCC-Bericht]]&#039;&#039;&#039; Etwa alle 7 Jahre gibt der Weltklimarat IPCC einen Sachstandsbericht über den aktuellen Stand der Klimaforschung heraus. Im Vorlauf des 7. Berichts, der 2028/29 erscheinen soll, erschien im April 2026 eine Darstellung neuer Szenarien, die in der Öffentlichkeit einige Aufmerksamkeit erregt hat. Grund war die Streichung des bisher höchsten Szenarios, nach dem zum Ende des Jahrhunderts eine globale Erwärmung von 4,5 °C möglich wäre. Eine solche katastrophale Klimaänderung, die dem Unterschied zwischen der letzten Eiszeit und der heutigen Warmzeit entspricht, wird nun aufgrund der Erfolge des weltweiten Klimaschutzes nicht mehr für plausibel gehalten. Allerdings wird in dem Entwurf der neuen Szenarien auch ausgeschlossen, dass das 1,5-Grad-Ziel einer nicht gefährlichen Klimaentwicklung noch erreichbar ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
&amp;lt;tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--min_count=5&lt;br /&gt;
exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35374</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35374"/>
		<updated>2026-07-17T15:00:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Cc--impacts-MP.jpg|Breite=280px}} &#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar. Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Frühe Hitzewellen 2026]]&#039;&#039;&#039; Wie im Jahr davor ist auch der Sommer 2026 mit zwei Hitzewellen gestartet, die eine sogar schon im Mai, die andere Ende Juni. An zahlreichen Messstationen in West- und Mitteleuropa wurden vor allem während der zweiten Hitzewelle Rekordwerte gemessen, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte. In Deutschland und Frankreich wurden mit 41,8 °C bzw. 44,3 °C landesweite Jahresrekorde aufgestellt. Ohne den Klimawandel wäre eine solche Hitzeperiode nicht denkbar gewesen bzw. wesentlich weniger heiß ausgefallen. Betroffen waren vor allem Städte mit ihrer alten Bausubstanz und älteren Menschen mit Vorerkrankungen. In ländlichen Regionen kam es zu zahlreichen Waldbränden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Kelp canopy.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Algen als CO2-Speicher]]&#039;&#039;&#039; In jüngster Zeit sind Makroalgen als bedeutende ozeanische Kohlenstoffsenke in den Blick geraten. Zwei Arten mit einem hohen Speicherpotential sind Tang-Wälder und Sargassum. Die einen finden sich in mittleren bis hohen Breiten, die anderen eher in den Tropen. Während Tang-Wälder auf felsigem Meeresboden verankert sind, besitzt Sargassum eine frei schwimmende Lebensweise. Makroalgen bedecken eine Fläche von 600-722 Millionen Hektar und nehmen 61-268 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich auf. Sie bieten oft für andere Meereslebewesen wertvolle Lebensräume und werden von Menschen teilweise als Basis für Nahrungsmittel und sonstige Zwecke genutzt. Initiativen zur Verstärkung der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre stecken noch in den Anfängen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:RCP8.5-vermieden.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Neue Szenarien für den 7. IPCC-Bericht]]&#039;&#039;&#039; Etwa alle 7 Jahre gibt der Weltklimarat IPCC einen Sachstandsbericht über den aktuellen Stand der Klimaforschung heraus. Im Vorlauf des 7. Berichts, der 2028/29 erscheinen soll, erschien im April 2026 eine Darstellung neuer Szenarien, die in der Öffentlichkeit einige Aufmerksamkeit erregt hat. Grund war die Streichung des bisher höchsten Szenarios, nach dem zum Ende des Jahrhunderts eine globale Erwärmung von 4,5 °C möglich wäre. Eine solche katastrophale Klimaänderung, die dem Unterschied zwischen der letzten Eiszeit und der heutigen Warmzeit entspricht, wird nun aufgrund der Erfolge des weltweiten Klimaschutzes nicht mehr für plausibel gehalten. Allerdings wird in dem Entwurf der neuen Szenarien auch ausgeschlossen, dass das 1,5-Grad-Ziel einer nicht gefährlichen Klimaentwicklung noch erreichbar ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
&amp;lt;tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--min_count=5&lt;br /&gt;
exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35373</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=35373"/>
		<updated>2026-07-17T14:57:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=KLIMAWANDEL UND KLIMAFOLGEN=&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Neue und überarbeitete Artikel - und ein neues Portal!|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Cc--impacts-MP.jpg|Breite=280px}} &#039;&#039;&#039;[[Mikroplastik und Klimawandel]]&#039;&#039;&#039; Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar. Klimawandel und die Plastikverschmutzung werden normalerweise als getrennte Problemfelder wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt. Dadurch kommt es sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall zu Treibhausgas-Emissionen. Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Hitzewelle-Juni-2026.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Hitzewellen_in_Europa_2020er_Jahre#Frühe_Hitzewellen_2026|Frühe Hitzewellen 2026]]&#039;&#039;&#039; Wie im Jahr davor ist auch der Sommer 2026 mit zwei Hitzewellen gestartet, die eine sogar schon im Mai, die andere Ende Juni. An zahlreichen Messstationen in West- und Mitteleuropa wurden vor allem während der zweiten Hitzewelle Rekordwerte gemessen, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte. In Deutschland und Frankreich wurden mit 41,8 °C bzw. 44,3 °C landesweite Jahresrekorde aufgestellt. Ohne den Klimawandel wäre eine solche Hitzeperiode nicht denkbar gewesen bzw. wesentlich weniger heiß ausgefallen. Betroffen waren vor allem Städte mit ihrer alten Bausubstanz und älteren Menschen mit Vorerkrankungen. In ländlichen Regionen kam es zu zahlreichen Waldbränden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Clipboard 07-07-2026 01 sm.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[https://www.bildungsserver.de/klima2know/ klima2know]&#039;&#039;&#039; Der Deutsche Bildungsserver hat in Kooperation mit dem Hamburger Bildungsserver ein neues Portal zum Klimawandel für junge Leute entwickelt. Es bietet verständlich aufbereitete Informationstexte und widerlegt Falschbehauptungen. Interaktive Elemente wie Quizfragen ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Klimawandel. Videos und Podcasts erweitern das Medienangebot, jüngere Zielgruppen werden über soziale Medien angesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Kelp canopy.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Algen als CO2-Speicher]]&#039;&#039;&#039; In jüngster Zeit sind Makroalgen als bedeutende ozeanische Kohlenstoffsenke in den Blick geraten. Zwei Arten mit einem hohen Speicherpotential sind Tang-Wälder und Sargassum. Die einen finden sich in mittleren bis hohen Breiten, die anderen eher in den Tropen. Während Tang-Wälder auf felsigem Meeresboden verankert sind, besitzt Sargassum eine frei schwimmende Lebensweise. Makroalgen bedecken eine Fläche von 600-722 Millionen Hektar und nehmen 61-268 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich auf. Sie bieten oft für andere Meereslebewesen wertvolle Lebensräume und werden von Menschen teilweise als Basis für Nahrungsmittel und sonstige Zwecke genutzt. Initiativen zur Verstärkung der CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre stecken noch in den Anfängen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:RCP8.5-vermieden.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Neue Szenarien für den 7. IPCC-Bericht]]&#039;&#039;&#039; Etwa alle 7 Jahre gibt der Weltklimarat IPCC einen Sachstandsbericht über den aktuellen Stand der Klimaforschung heraus. Im Vorlauf des 7. Berichts, der 2028/29 erscheinen soll, erschien im April 2026 eine Darstellung neuer Szenarien, die in der Öffentlichkeit einige Aufmerksamkeit erregt hat. Grund war die Streichung des bisher höchsten Szenarios, nach dem zum Ende des Jahrhunderts eine globale Erwärmung von 4,5 °C möglich wäre. Eine solche katastrophale Klimaänderung, die dem Unterschied zwischen der letzten Eiszeit und der heutigen Warmzeit entspricht, wird nun aufgrund der Erfolge des weltweiten Klimaschutzes nicht mehr für plausibel gehalten. Allerdings wird in dem Entwurf der neuen Szenarien auch ausgeschlossen, dass das 1,5-Grad-Ziel einer nicht gefährlichen Klimaentwicklung noch erreichbar ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Bildersammlung|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Europa temp RCP85.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Bildergalerien|Bilder mit freien Lizenzen]]&#039;&#039;&#039;: Eine Sammlung von z.Zt. ca. 2000 Abbildungen mit freien Lizenzen, die - meistens unter bestimmten Bedingungen - weiter verwendet werden können. Es gibt z.B. Bilder zu folgenden Kategorien: [[Atmosphärische Zirkulation (Bilder)|Atmosphärische Zirkulation]], [[Dürren (Bilder)|Dürren]], [[Eisschilde (Bilder)|Eisschilde]], [[Tropische Wirbelstürme (Bilder)|Tropische Wirbelstürme]] etc. Die Bilder entstammen frei zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, Plattformen von Organisationen, die weitgehend copyrightfreies Material zur Verfügung stellen, und z.T. auch Büchern. Sie sind mit Erläuterungen versehen und wichtigen Themen des Klimawiki zugeordnet, was ein Verständnis im sachlichen Kontext ermöglicht. Die Sammlung wird ausgebaut. - Eine neue Sammlung bietet [[:Kategorie:Einfache_Bilder|Einfache Bilder]] an, die komplexe Zusammenhänge auch ohne tieferes Vorwissen veranschaulichen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Aktuelle Entwicklungen|Fliesstext={{Bild-links|Bild=Klimaindikatoren-2025-Startseite.jpg|Breite=280px}}&#039;&#039;&#039;[[Aktuelle Klimadaten]]&#039;&#039;&#039; Alle 6-8 Jahre veröffentlicht der Weltklimarat IPCC einen Bericht über die Änderung des Klimas durch die menschliche Emissionen von Treibhausgasen. Der letzte Bericht ist 2021/22 erschienen, der nächste ist für 2029 geplant. Da die Klimaänderung weitergeht, veröffentlichen in der Zwischenzeit IPCC-Autoren wichtige aktuelle Klimadaten in jährlichen Darstellungen. Hier wird der jeweils letzte Berichte vereinfacht zusammengefasst. Dazu gehören die aktuellen Treibhausgasemissionen und -konzentrationen, der Strahlungsantrieb, die aktuelle globale Mitteltemperatur und das verbleibende CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Budget bis zur Erreichung des 1,5°C-Ziels.&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:CO2-konzentration aktuell.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;[[Kohlendioxid-Konzentration|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; auf Rekord-Niveau]]&#039;&#039;&#039; Nach den Messwerten auf dem Mauna Loa erreichte die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration der Atmosphäre im Jahr 2024 mit über 422 ppm einen neuen Jahresrekord. Im Mai 2025 und 2026 wurden sogar 430 ppm übertroffen. Über mindestens 800.000, evtl. sogar über 2-3 Millionen Jahre betrug dieser Wert weniger als 300 ppm, vor Beginn der Industrialiserung sogar weniger als 280 ppm. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Konzentration eine Steigerung um 50% in nur gut 200 Jahren, was gegenüber natürlichen Veränderungen geradezu explosiv ist. Mehr: [[Kohlendioxid-Konzentration]]&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Arctic Sept ice1879-2013.jpg|left|280 px]]&#039;&#039;&#039;Immer weniger Meereis&#039;&#039;&#039; Das arktische Meereis hat bisher vor allem im September, dem Monat seiner geringsten Ausdehnung, stark abgenommen. Im September 2020 wurde fast das bisherige Minimum vom September 2012 erreicht und seit Beginn der Satellitenmessungen nach 2012 zum zweiten Mal die 4 Mio. km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Grenze unterschritten. Die Eiskante lag nördlich des 85. Breitengrads weit nördlich der Inselgruppen Spitzbergen, Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja und damit so weit im Norden wie bisher noch nie in der Satellitenära. Über den Zeitraum 1979-2019 zeigte das September-Eis eine Rate von -12,9 % pro Jahrzehnt.&amp;lt;br&amp;gt; Das antarktische Meereis nahm in den letzten Jahrzehnten dagegen eher leicht zu, worüber es verschiedene Erklärungsversuche gibt. Seit 2017 nahm die Ausdehnung des Eises rund um die Antarktis jedoch bis zum aktuellen Jahr überraschenderweise deutlich ab. Mehr: [[Arktisches Meereis]], [[Antarktisches Meereis]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Global-temp-1940-2025.jpg|left|280 px]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[2023, 2024 und 2025 - die wärmsten Jahre]]&#039;&#039;&#039; 2024 hat das bisher wärmste Jahr 2023 noch einmal um 0,12 °C globale Mitteltemperatur übertroffen und ist jetzt das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die globale Mitteltemperatur lag nach dem europäischen Copernicus Climate Change Service mit 1,60 °C über den vorindustriellen (1850-1900) Temperaturen und war damit das erste Kalenderjahr, das die 1,5-Grad-Grenze des Klimaabkommens von Paris (2015) übertroffen hat. Wie im bisherige Rekordjahr 2023 waren die hohen Temperaturen auch 2024 durch einen El Niño, eine ungewöhnliche Erwärmung im tropischen Pazifik, mit beeinflusst. 2023 hatte sich ein starker El Niño entwickelt, der in das Jahr 2024 hinein angehalten hat. Grundlegend für die hohen Temperaturen in den Jahren 2023 und 2024 waren aber vor allem der Klimawandel durch die Emission anthropogener Treibhausgase. Auch die Ozeane waren in beiden Jahren historisch warm, mit besonders hohen Meeresoberflächentemperaturen im Nordatlantik.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Climate Engineering|Fliesstext={{Bild-links|Bild=CE Verfahren.jpg|Breite=280px}}[https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kategorie:Climate_Engineering Climate Engineering]: Trotz zahlreicher Warnungen aus der Wissenschaft vor den Folgen des Klimawandels zeigen die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz nur wenig Wirkung. Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt unvermindert an und liegt inzwischen bei über 420 ppm. Angesichts dieser Entwicklung halten es viele Wissenschaftler für kaum noch möglich, dass das allgemein anerkannte Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C oder gar 1,5 °C zu begrenzen, erreicht werden kann. Daher werden zunehmend Eingriffe in das Klimasystem diskutiert, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen sollen. Solche Eingriffe werden unter dem Begriff &#039;&#039;Climate Engineering&#039;&#039; zusammengefasst. Dabei geht es zum einen um die nachträgliche Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und zum anderen um die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. &lt;br /&gt;
[[Climate Engineering]], [[Solar Radiation Management (SRM)]], [[Modifikation mariner Schichtwolken]], [[Climate Engineering und Arktisches Meereis]], [[Ozeandüngung]], [[Kohlendioxidentzug durch Aufforstung]], [[Ökonomische Aspekte des Climate Engineering]], [[Politische Herausforderungen von Climate Engineering]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box2|Ueberschrift=Kategorien und weitere Zugänge|Fliesstext=&lt;br /&gt;
&amp;lt;tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--min_count=5&lt;br /&gt;
exclude=Theorien, Vorlage--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tagcloud&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;visualClear&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;hr /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[Klimawandel:Portal|Zur systematischen Übersicht: Klimawandel-Portal]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;[[:Kategorie:Unterrichtsmaterial nach Themen|Unterrichtsmaterial nach Themen]]&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{Box4|Ueberschrift=Bildungswiki Klimawandel|Fliesstext=Das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Bildungswiki Klimawandel&amp;quot;&#039;&#039;&#039; ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Bildungsserver, dem Climate Service Center und dem Hamburger Bildungsserver zum Aufbau einer Enzyklopädie über den anthropogenen Klimawandel und seine Folgen. &lt;br /&gt;
In der sachlichen Richtigkeit sind die Artikel an den Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen orientiert, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen und zumeist in die zusammenfassenden Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC eingegangen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anmeldung zur Mitarbeit bitte über [[Benutzer:Dieter_Kasang|Dieter Kasang]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
__NOEDITSECTION__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35372</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35372"/>
		<updated>2026-07-17T14:47:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgas-Emissionen]] kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]], im [[Ozean im Klimasystem|Ozean]] und im [[Boden im Klimasystem|Boden]]. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  [[Kohlendioxid]] gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch [[Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen|Sonneneinstrahlung]], als Folge der Reaktion mit [[Ozonveränderungen und Klimawandel|Ozon]] oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der [[Photosynthese]] durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O ([[Lachgas]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
[[Bild: Kelp-forests microplastic.jpg|thumb|520 px|Abb. 5: Mikroplastik in der Nahrungskette eines [[Algen als CO2-Speicher|Tang-Waldes]]: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch.]]&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die [[Erwärmung des Ozeans|Wärmeaufnahme des Ozeanwassers]]. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehende Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die [[Kohlenstoff im Ozean|biologische Pumpe]] geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere [[Kryosphäre im Klimasystem|Eis- und Schneeflächen]] befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den [[Polargebiete]]n und in [[Klimaänderungen in Hochgebirgen|Hochgebirgen]]. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der [[Arktis]] große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammen die Partikel auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. Auch arktische Meeresströmungen sind ein wichtiges Transportmittel von Mikroplastik über weite Strecken.&amp;lt;ref&amp;gt;Huserbråten, M.B.O., T. Hattermann, C. Broms. et al. (2022): [https://doi.org/10.1038/s41598-022-07080-z Trans-polar drift-pathways of riverine European microplastic]. Sci Rep 12, 3016&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 wurde Mikroplastik auch in der [[Antarktischer Eisschild|Antarktis]] entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem [[Gletscher im Himalaya|Mount Everest]] in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im [[Meereis]] entdeckt sowie im [[Permafrost]]. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch [[Meeresströmungen]] über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der [[Albedo]], also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|thumb|620px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie [[Atmosphärische Zirkulation|Luft-]] und Meeresströmungen, [[Außertropische Stürme|Stürme]] und [[Starkniederschläge und Hochwasser|Starkniederschläge]] und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen [[Hochwasser in Deltagebieten|Überschwemmungs- oder Küstenebenen]] angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg|thumb|680px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
[[Globale Mitteltemperatur|Steigende Temperaturen]] bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich, und wenn auch noch die Sonneneinstrahlung hinzukommt, zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen bewirken außerdem eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen, indem sie die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser beschleunigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Alfred-Wegener-Institut (2018): [https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse/presse-detailansicht/awi-forscher-messen-rekordkonzentration-von-mikroplastik-im-arktischen-meereis.html AWI-Forscher messen Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35371</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35371"/>
		<updated>2026-07-17T14:26:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgas-Emissionen]] kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]], im [[Ozean im Klimasystem|Ozean]] und im [[Boden im Klimasystem|Boden]]. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  [[Kohlendioxid]] gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch [[Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen|Sonneneinstrahlung]], als Folge der Reaktion mit [[Ozonveränderungen und Klimawandel|Ozon]] oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der [[Photosynthese]] durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O ([[Lachgas]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
[[Bild: Kelp-forests microplastic.jpg|thumb|520 px|Abb. 5: Mikroplastik in der Nahrungskette eines [[Algen als CO2-Speicher|Tang-Waldes]]: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch.]]&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die [[Erwärmung des Ozeans|Wärmeaufnahme des Ozeanwassers]]. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehende Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die [[Kohlenstoff im Ozean|biologische Pumpe]] geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere [[Kryosphäre im Klimasystem|Eis- und Schneeflächen]] befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den [[Polargebiete]]n und in [[Klimaänderungen in Hochgebirgen|Hochgebirgen]]. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der [[Arktis]] große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammt es aber auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. 2020 wurde Mikroplastik auch in der [[Antarktischer Eisschild|Antarktis]] entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem [[Gletscher im Himalaya|Mount Everest]] in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im [[Meereis]] entdeckt sowie im [[Permafrost]]. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch [[Meeresströmungen]] über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der [[Albedo]], also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|thumb|620px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie [[Atmosphärische Zirkulation|Luft-]] und Meeresströmungen, [[Außertropische Stürme|Stürme]] und [[Starkniederschläge und Hochwasser|Starkniederschläge]] und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen [[Hochwasser in Deltagebieten|Überschwemmungs- oder Küstenebenen]] angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg|thumb|680px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
[[Globale Mitteltemperatur|Steigende Temperaturen]] bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich, und wenn auch noch die Sonneneinstrahlung hinzukommt, zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen bewirken außerdem eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen, indem sie die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser beschleunigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökosysteme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biosphäre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35370</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35370"/>
		<updated>2026-07-17T14:09:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu [[Treibhausgasemissionen|Treibhausgas-Emissionen]] kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der [[Atmosphäre im Klimasystem|Atmosphäre]], im [[Ozean im Klimasystem|Ozean]] und im [[Boden im Klimasystem|Boden]]. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  [[Kohlendioxid]] gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch [[Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen|Sonneneinstrahlung]], als Folge der Reaktion mit [[Ozonveränderungen und Klimawandel|Ozon]] oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der [[Photosynthese]] durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O ([[Lachgas]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
[[Bild: Kelp-forests microplastic.jpg|thumb|520 px|Abb. 5: Mikroplastik in der Nahrungskette eines [[Algen als CO2-Speicher|Tang-Waldes]]: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch.]]&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die [[Erwärmung des Ozeans|Wärmeaufnahme des Ozeanwassers]]. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehende Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die biologische Pumpe geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere Eis- und Schneeflächen befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den Polargebieten und in Hochgebirgen. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der Arktis große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammt es aber auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. 2020 wurde Mikroplastik auch in der Antarktis entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem Mount Everest in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im Meereis entdeckt sowie im Permafrost. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch Meeresströmungen über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der Albedo, also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|thumb|620px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie Luft- und Meeresströmungen, Stürme und Starkniederschläge und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen Überschwemmungs- oder Küstenebenen angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg|thumb|680px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
Steigende Temperaturen bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich,&lt;br /&gt;
und wenn auch noch die Sonneneinstrahlung hinzukommt, zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen verändern jedoch nicht nur die Eigenschaften von Plastikpartikeln, sondern bewirken auch eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen. Sie beschleunigen die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35369</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35369"/>
		<updated>2026-07-17T13:22:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Einfluss steigender Temperatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu Treibhausgas-Emissionen kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO2-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten THG-Emissionen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO2 freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Kohlendioxid gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch Sonneneinstrahlung, als Folge der Reaktion mit Ozon oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der Photosynthese durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O (Lachgas).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
[[Bild: Kelp-forests microplastic.jpg|thumb|520 px|Abb. 5: Mikroplastik in der Nahrungskette eines Tang-Waldes: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch.]]&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die Wärmeaufnahme des Ozeanwassers. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehenden Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die biologische Pumpe geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere Eis- und Schneeflächen befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den Polargebieten und in Hochgebirgen. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der Arktis große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammt es aber auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. 2020 wurde Mikroplastik auch in der Antarktis entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem Mount Everest in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im Meereis entdeckt sowie im Permafrost. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch Meeresströmungen über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der Albedo, also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|thumb|620px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie Luft- und Meeresströmungen, Stürme und Starkniederschläge und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen Überschwemmungs- oder Küstenebenen angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg|thumb|680px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
Steigende Temperaturen bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich,&lt;br /&gt;
und wenn auch noch die Sonneneinstrahlung hinzukommt, zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen verändern jedoch nicht nur die Eigenschaften von Plastikpartikeln, sondern bewirken auch eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen. Sie beschleunigen die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35368</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35368"/>
		<updated>2026-07-17T09:52:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu Treibhausgas-Emissionen kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO2-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten THG-Emissionen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO2 freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Kohlendioxid gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch Sonneneinstrahlung, als Folge der Reaktion mit Ozon oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der Photosynthese durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O (Lachgas).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
[[Bild: Kelp-forests microplastic.jpg|thumb|520 px|Abb. 5: Mikroplastik in der Nahrungskette eines Tang-Waldes: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch.]]&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die Wärmeaufnahme des Ozeanwassers. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehenden Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die biologische Pumpe geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere Eis- und Schneeflächen befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den Polargebieten und in Hochgebirgen. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der Arktis große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammt es aber auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. 2020 wurde Mikroplastik auch in der Antarktis entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem Mount Everest in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im Meereis entdeckt sowie im Permafrost. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch Meeresströmungen über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der Albedo, also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Cc--impacts-MP.jpg|thumb|620px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie Luft- und Meeresströmungen, Stürme und Starkniederschläge und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen Überschwemmungs- oder Küstenebenen angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg|thumb|680px|Abb. 6: Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
Steigende Temperaturen bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen verändern jedoch nicht nur die Eigenschaften von Plastikpartikeln, sondern bewirken auch eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen. Sie beschleunigen die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg&amp;diff=35367</id>
		<title>Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg&amp;diff=35367"/>
		<updated>2026-07-17T09:50:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quellen: Pastorino, P., M. Prearo, E. Pizzul et al. (2022): [http://dx.doi.org/10.20517/wecn.2022.01 High-mountain lakes as indicators of microplastic pollution: current and future perspectives], Water Emerg. Contam. Nanoplastics 2022, 1, 3.   [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY]; Yang, H., Y. Xue, X. Sha et al. (2024): [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39968224 Influence of regional environmental variables on the radiative forcing of atmospheric microplastics]. Eco Environ Health. 9;4(1), [http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY]  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg&amp;diff=35366</id>
		<title>Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Mikroplastik-Quellen-Transport.jpg&amp;diff=35366"/>
		<updated>2026-07-17T09:46:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung 
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quellen: Pastorino, P.; Prearo, M.; Pizzul, E.; Elia, A. C.; Renzi, M.; Ginebreda, A.; Barceló D. High-mountain lakes as indicators of microplastic pollution: current and future perspectives. Water Emerg. Contam. Nano…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quellen: Pastorino, P.; Prearo, M.; Pizzul, E.; Elia, A. C.; Renzi, M.; Ginebreda, A.; Barceló D. High-mountain lakes as indicators of microplastic pollution: current and future perspectives. Water Emerg. Contam. Nanoplastics 2022, 1, 3. http://dx.doi.org/10.20517/wecn.2022.01  CC BY https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ ; Yang, H., Y. Xue, X. Sha et al. (2024): Influence of regional environmental variables on the radiative forcing of atmospheric microplastics. Eco Environ Health. 9;4(1), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39968224 / CC BY http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Cc--impacts-MP.jpg&amp;diff=35365</id>
		<title>Datei:Cc--impacts-MP.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Cc--impacts-MP.jpg&amp;diff=35365"/>
		<updated>2026-07-17T09:42:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quelle: Zhu, N., Z. Li, Y. Yu et al. (2025): [https://doi.org/10.1016/j.ecoenv.2025.118138 Fate of microplastics in soil-water systems: View from free radicals driven by global climate change, Ecotoxicology and Environmental Safety], 295, CC BY; Boctor, J., F.C. Hoyle, M.A. Farag et al. (2025): [https://doi.org/10.1186/s12302-025-01104-x Microplastics and nanoplastics: fate, transport, and governance from agricultural soil to food webs and humans]. Environ Sci Eur 37, 68, CC BY; Li, K., L. Du, C. Qin et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9, CC BY  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Cc--impacts-MP.jpg&amp;diff=35364</id>
		<title>Datei:Cc--impacts-MP.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Cc--impacts-MP.jpg&amp;diff=35364"/>
		<updated>2026-07-17T09:40:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung 
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quelle: Zhu, N., Z. Li, Y. Yu et al. (2025): Fate of microplastics in soil-water systems: View from free radicals driven by global climate change, Ecotoxicology and Environmental Safety, 295, https://doi.org/10.1016/j…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Wichtige Folgen des Klimawandels und deren Einfluss auf die Mikroplastikbelastung &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Eigene Darstellung unter Verwendung von Elementen der folgenden Quelle: Zhu, N., Z. Li, Y. Yu et al. (2025): Fate of microplastics in soil-water systems: View from free radicals driven by global climate change, Ecotoxicology and Environmental Safety, 295, https://doi.org/10.1016/j.ecoenv.2025.118138 CC BY; Boctor, J., F.C. Hoyle, M.A. Farag et al. (2025): Microplastics and nanoplastics: fate, transport, and governance from agricultural soil to food webs and humans. Environ Sci Eur 37, 68 https://doi.org/10.1186/s12302-025-01104-x  CC BY; Li, K., L. Du, C. Qin et al. (2024): Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review. Carbon Res. 3, 9 https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7  CC BY  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Kelp-forests_microplastic.jpg&amp;diff=35363</id>
		<title>Datei:Kelp-forests microplastic.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Kelp-forests_microplastic.jpg&amp;diff=35363"/>
		<updated>2026-07-17T09:33:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: /* Lizenzhinweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Mikroplastik in der Nahrungskette eines Tang-Waldes: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch. &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Lozano-Hernández E.A., N. Ramírez-Álvarez and L.C. Alarcón-Ortega (2026): [https://kids.frontiersin.org/articles/10.3389/frym.2026.1604450 The Hidden Microplastics in Kelp Forests]. Front. Young Minds. 14:1604450  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY] &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Kelp-forests_microplastic.jpg&amp;diff=35362</id>
		<title>Datei:Kelp-forests microplastic.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Datei:Kelp-forests_microplastic.jpg&amp;diff=35362"/>
		<updated>2026-07-17T09:32:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: == Beschreibung ==
Mikroplastik in der Nahrungskette eines Tang-Waldes: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch. 
==Lizenzhinweis==
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;
|Quelle: Lozano-Hernández E.A., N. Ramírez-Álvarez and L.C. Alarcón-Ortega (2026): The Hidden Microplastics in…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Mikroplastik in der Nahrungskette eines Tang-Waldes: Tangblätter nehmen Mikroplastik auf und geben es an ihre Fressfeinde, die Seeigel, weiter. Anschließend wandert das Mikroplastik in die Verdauungsorgane von deren Fressfeind, dem Kalifornischen Zahnlippfisch. &lt;br /&gt;
==Lizenzhinweis==&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border:1px solid #8888aa; background-color:#f7f8ff;padding:5px;font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Quelle: Lozano-Hernández E.A., N. Ramírez-Álvarez and L.C. Alarcón-Ortega (2026): The Hidden Microplastics in Kelp Forests. Front. Young Minds. 14:1604450, https://kids.frontiersin.org/articles/10.3389/frym.2026.1604450  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35361</id>
		<title>Mikroplastik und Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php?title=Mikroplastik_und_Klimawandel&amp;diff=35361"/>
		<updated>2026-07-17T05:01:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Dieter Kasang: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Temperature-microplastic dt.jpg|thumb|520 px|Abb. 1: Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern bei steigender Temperatur. Die farbigen Punkte zeigen verschiedene Arten von Mikroplastik an. ]]&lt;br /&gt;
== Mikroplastik und Klimawandel: zwei globale Umweltbelastungen ==&lt;br /&gt;
Der vom Menschen verursachte Klimawandel und die Plastikverschmutzung stellen große und wachsende globale Bedrohungen dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;&amp;gt;Kelly, F.J., S.L. Wright, G. Woodward &amp;amp; G.C. Fussell (2025): [https://doi.org/10.3389/fsci.2025.1636665 Plastic pollution under the influence of climate change: implications for the abundance, distribution, and hazards in terrestrial and aquatic ecosystems]. Front Sci 3:1636665&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sowohl die wichtigsten [[Treibhausgase]] als auch Mikroplastikpartikel verbreiten sich nach ihrer Emission weltweit und sind eine Belastung für den gesamten Planeten. Die [[Globale Mitteltemperatur|globale Mitteltemperatur]] ist seit Jahrzehnten und vor allem in den letzten Jahren seit 2023 stark angestiegen und hat 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Messungen um 1850 um [[2-Grad-Ziel|1,5 °C]] zugenommen. Damit ist eine Grenze überschritten, die nach dem [[2-Grad-Ziel|Pariser Klimaabkommen von 2015]] möglichst nicht überschritten werden sollte, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden – allerding nicht nur für ein Jahr, sondern als Mittelwert für einen Zeitraum von 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurden global lediglich 2 Mio. t Kunststoff produziert, 2022 400 Mio. t.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pilapitiya 024&amp;quot;&amp;gt;Pilapitiya, P.G.C.N.T., A.S. Ratnayake (2024): [https://doi.org/10.1016/j.clema.2024.100220 The world of plastic waste: A review]. Clean. Mater. 11&amp;lt;/ref&amp;gt;  Für 2050 wird nach manchen Quellen mit einer weltweiten Kunststoffproduktion von 33 Mrd. Tonnen pro Jahr gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vainberg 2025&amp;quot;&amp;gt;Vainberg, A., I. Kushnov, E. Abakumov &amp;amp; V. Polyakov (2025): [https://doi.org/10.3390/app152011025 Preliminary Proposal for Standardizing the Protocol for the Determination of Microplastics’ Influence on the CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and/or CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; Emission in Agricultural Soils], Applied Sciences 15, no. 20: 11025&amp;lt;/ref&amp;gt;  Kunststoffe werden überall gebraucht und vielfältig weiterverarbeitet. Sie werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen produziert. Ein erheblicher Teil landet als Abfall in der Umwelt. Er wird verbrannt und verrottet und wird dabei immer weiter bis hin zu kleinsten Partikeln zersetzt. Plastikpartikel unter 5 mm Größe werden als Mikroplastik bezeichnet. Teilchen, die nur Millionste mm groß sind, heißen Nanoplastik.&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:USGS Mikroplastik-dt.jpg|thumb|660px|Abb. 2: Quellen, Verbreitung und Verbleib von Mikroplastik in der Umwelt ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese beiden globalen Problemfelder, der Klimawandel und die Plastikverschmutzung, werden normalerweise als getrennte Phänomene wahrgenommen. Die Forschung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass zwischen der Herstellung und Umwandlung von Kunststoffen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln und dem Klimawandel durchaus wechselseitige Beziehungen bestehen. Kunststoffe werden in den meisten Fällen aus fossilen Rohstoffen, besonders Erdöl, hergestellt, wobei es zu Treibhausgas-Emissionen kommt. Auch beim Verbrennen und der Zersetzung von Plastikabfall entstehen Treibhausgase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;&amp;gt;da Fonseca, E.M. &amp;amp; C.C. Gaylarde (2025): [https://dx.doi.org/10.20517/eceh.2025.09 Climate change and microplastics: a two-way interaction]. Emerg. Contam. Environ. Health 2025, 4, 15&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Klimawandel wiederum beeinflusst die Verbreitung von kleineren Plastikpartikeln in der Atmosphäre, im Ozean und im Boden. Er verändert zudem die Eigenschaften von Mikroplastik und verstärkt die Aufnahme von Mikroplastik durch Organismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroplastik verstärkt den Klimawandel ==&lt;br /&gt;
=== Treibhausgas-Emissionen durch Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Mehr als 98 % der Kunststoffe werden aus Chemikalien hergestellt, die aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl und Erdgas) gewonnen werden, primär aus Erdöl. Die derzeitige Produktion von Plastik macht 12 % des weltweiten Erdölverbrauchs aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;&amp;gt;Li, K., Du, L., Qin, C. et al. (2024): [https://doi.org/10.1007/s44246-023-00097-7 Microplastic pollution as an environmental risk exacerbating the greenhouse effect and climate change: a review]. Carbon Res. 3, 9&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mikroplastik besteht zu mehr als 80 % der Masse aus Kohlenstoff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;He 2026&amp;quot;&amp;gt;He, G., M. Lu, Y. Yang et al. (2026): [https://doi.org/10.1038/s41561-026-01935-0 Impacts of microplastics on terrestrial soil carbon dynamics]. Nat. Geosci. 19, 384–389&amp;lt;/ref&amp;gt;   Grundsätzlich werden in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen Treibhausgase (THG) freigesetzt – von der Gewinnung und dem Transport fossiler Rohstoffe über die Produktion der Kunststoffe bis hin zur Nutzung und dem Verbrennen und der Zersetzung von Plastik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 2019 wurden die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen auf 1,8 Gigatonnen (Gt) CO2-Äquivalente geschätzt; dies entspricht etwa 3,7 % der weltweiten THG-Emissionen und übersteigt die gesamten Nettoemissionen der Mehrheit der einzelnen Länder. Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen (rund 90 %) stammt aus energieintensiven Produktionsverfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Bei der Produktion von 1 kg Plastik werden 1,5-3 kg CO2 freigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Auf Prozesse am Ende des Lebenszyklus entfallen die verbleibenden 10 % der Treibhausgasemissionen durch Kunststoffe. Dabei verursacht das Verbrennen der kohlenstoffhaltigen Kunststoffe die meisten Emissionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Kohlendioxid gelangt aber auch in die Atmosphäre bei der Zersetzung von Plastik durch Sonneneinstrahlung, als Folge der Reaktion mit Ozon oder bei der Zerkleinerung durch Mikroorganismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden ===&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Bild:Mulchfolien-field.jpg|thumb|520px|Abb. 3: Nutzung von Plastik in der Landwirtschaft: Mulchfolien mit Treibhaus]]||[[Bild:Abandoned greenhouses.jpg|thumb|580px|Abb. 4: Aufgegebene Treibhäuser in Italien ]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Kunststoffen sind landwirtschaftlich genutzte Böden. Der Grund ist primär die umfangreiche Nutzung von Plastikmaterialien in der Landwirtschaft. Die FAO schätzt die weltweit in der Landwirtschaft jährlich verwendete Kunststoff-Menge auf 13,4 Mio. t. Der größte Einzelfaktor ist die Foliennutzung, der zweitgrößte sind Be- und Entwässerungsanlagen. Plastikfolien werden primär in Treibhäusern genutzt, aber auch als Mulchfolien zur Abdeckung von Feldfrüchten gegen Wetterschwankungen. Mulchfolien sind in der Regel sehr dünn und werden zudem noch perforieret, damit das Regenwasser durchsickern kann. Das begünstigt die Zersetzung des Materials und die Umwandlung in Mikroplastik z.B. durch UV-Strahlen der Sonne.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;&amp;gt;Kasang, D. &amp;amp; J. L. Lozán (2026): Mikroplastik in der Landwirtschaft. In: J. L. Lozán, H. Graßl, D. Kasang, K. Auerswald &amp;amp; A. Freibauer (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Landwirtschaft. S. 198-202. www.warnsignal-klima.de, DOI:10.25592/warnsignal.klima.Landwirtschaft.31&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eine weitere Quelle sind Kompost und Klärschlämme, die oft von vornherein stark mit Mikroplastik belastet sind, aber dennoch als organischer Dünger genutzt werden. Außerdem gibt es noch externe Quellen wie den Abrieb von Autoreifen oder Textilfasern in Abwässern, die durch Wind oder Niederschlag auf die Felder gelangen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bertling 2021&amp;quot;&amp;gt;Bertling, J., T. Zimmermann &amp;amp; L. Rödig (2021): [https://doi.org/10.24406/umsicht-n-633611 Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte Böden], Oberhausen, Fraunhofer UMSICHT&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Auf Böden ausgebreitetes Mikroplastik kann durch verschiedene Prozesse in tiefere Schichten gelangen. Natürliche Prozesse sind das Versickern von Niederschlägen und der Transport durch Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Käfer und Milben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UBA 2021b&amp;quot;&amp;gt;UBA (2021b): [https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/421/publikationen/factsheet%20kunstoffe%20in%20boeden.pdf Kunststoffe in Böden: Derzeitiger Kenntnisstand zu Einträgen und Wirkungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Außerdem gelangen Plastikteilchen durch die landwirtschaftliche Bearbeitung wie Pflügen und Eggen in tiefere Bodenschichten. Eine immer weitere Zersetzung führt zur Bildung von Nanoplastik, das Pflanzen schädigen und besonders leicht in die Nahrungskette gelangen kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Kasang 2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen steigert die Belastung landwirtschaftlicher Böden mit Mikroplastik die Treibhausgasemissionen des Bodens. Das geschieht nicht nur durch die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bei der fortschreitenden Zersetzung von Mikroplastik, sondern auch durch die Störung des Pflanzenwachstums und der Photosynthese durch die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik. Dadurch absorbieren Pflanzen weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre, was eine Verstärkung des Treibhauseffekts zur Folge hat. Weniger Pflanzenwachstum führt auch dazu, dass weniger Stickstoff aus dem Boden aufgenommen wird, mit der Folge einer höheren Boden-Emission des Treibhausgases N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O (Lachgas).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Li 2024&amp;quot;/&amp;gt; Nach Berechnungen von Lv et al. (2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;&amp;gt;Lv, X., A. Lin, X. Cui et al. (2025): [https://doi.org/10.1111/gcb.70348 The Interplay Between Climate Warming Driven by Greenhouse Gas Emissions and the Ecotoxicological Effects of Microplastics: Insights From a Meta-Analysis].” Global Change Biology 31, no. 7: e70348&amp;lt;/ref&amp;gt; erhöht sich durch die Einwirkung von Mikroplastik die CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Emission des Bodens um 40%.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik im Ozean ===&lt;br /&gt;
Die meisten Mikroplastikpartikel im Ozean schwimmen an der Meeresoberfläche. Da sie in der Regel heller als die Oberfläche der Meere sind, reflektieren sie mehr Sonnenstrahlung und verringern dadurch die Wärmeaufnahme des Ozeanwassers. Zudem verhindern größere Mengen von Mikroplastik an der Meeresoberfläche die turbulente Durchmischung des Wassers. Die Folge ist, dass die oberflächennahe Konzentration von Mikroplastik weiter zunimmt. Zudem wird weniger Wärme durch absinkendes Wasser in die Tiefe abgeführt und vom Oberflächenwasser weniger Wärme aufgenommen. Insgesamt tragen diese Prozesse zu einem Temperaturanstieg in der Erdatmosphäre bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroplastik und die damit verbundenen chemischen Zusatzstoffe beeinträchtigen zudem den Stoffwechsel und das Wachstum von Phytoplankton (zumeist aus winzigen Algen bestehenden Pflanzenteilchen), indem es dessen Zellstrukturen schädigt. Zudem stört es die Nahrungsaufnahme von Zooplankton (frei schwebende tierische Lebewesen), das Mikroplastik als Nahrungsquelle aufnimmt. Dadurch wird der Transfer von Kohlenstoff auf höhere Ebenen in der Nahrungskette und die biologische Pumpe geschwächt, durch die der marine Kohlenstoff in die Tiefsee gelangt.  Eine anhaltende Mikroplastikbelastung könnte die Produktion von Phytoplankton um etwa 4 % verringern. Das wiederum reduziert den Export von Kohlenstoff in die Tiefsee um 1 Gigatonne pro Jahr. Zusammen mit der Abnahme der Photosynthese von Algen kann das die CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre erheblich reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroplastik auf Eis und Schnee ===&lt;br /&gt;
Größere Eis- und Schneeflächen befinden sich zumeist in abgelegenen, wenig vom Menschen beeinflussten Regionen wie vor allem in den Polargebieten und in Hochgebirgen. Dennoch finden sich Mikroplastikpartikel auch hier an den abgelegensten Plätzen. So enthält der Schnee in der Arktis große Mengen an Mikroplastik, das mit Schneefällen aus Nordamerika und Europa herangetragen und später über Nordgrönland sowie anderen Teilen der Arktis abgelagert wurde. Teilweise stammt es aber auch von Schiffsanstrichen aus der Arktis selbst. 2020 wurde Mikroplastik auch in der Antarktis entdeckt. Es stammte aus lokalen Quellen wie Forschungsstationen, aber auch aus 6000 km Entfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;&amp;gt;Gaylarde, C.C., J.A. Baptista Neto, E.M. da Fonseca (2023): [https://dx.doi.org/10.20517/wecn.2023.27 Microplastics in the cryosphere - a potential time bomb?] Water Emerg Contam Nanoplastics 2:20&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der Schnee auf dem Mount Everest in bis über 8.000 m Höhe enthielt Mikroplastik, das meist vom Tourismus der Region freigesetzt wurde. Kleidung und Ausrüstung der Touristen bestehen vielfach aus Kunststoffen, von denen sich Fasern auf Eis und Schnee ablagern. Ebenso wurde Mikroplastik im Meereis entdeckt sowie im Permafrost. Das Gefrieren und Tauen von Eis konserviert einerseits Mikroplastik, setzt es aber auch wieder frei und ermöglicht den Transport durch Meeresströmungen über weite Strecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gaylarde 2023&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Eis und Schnee beziehen sich vor allem auf die Veränderung der Albedo, also des Rückstrahlvermögens der Oberfläche für die Sonneneinstrahlung. Mikroplastikpartikel auf Schnee und Eis machen die Oberfläche dunkler, wodurch weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird. Dadurch wird mehr Sonnenenergie absorbiert als reflektiert, was den Schmelzprozess beschleunigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss des Klimawandels auf Mikroplastik ==&lt;br /&gt;
=== Globale Verbreitung von Mikroplastik ===&lt;br /&gt;
Die geringe Größe von Mikro- und Nanoplastikteilchen erleichtert ihre Ausbreitung nahezu überall auf der Erde, von landwirtschaftlichen Böden über das arktische Eis, die Gipfel der Hochgebirge bis in die Tiefen des Ozeans. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Klimawandel und seine Folgen an der universellen Ausbreitung von Mikroplastik stark beteiligt sind. Sie verstärken häufig natürlich Prozesse wie Luft- und Meeresströmungen, Stürme und Starkniederschläge und ändern ihre Richtungen und Verläufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürme und Überschwemmungen sind derzeit die wichtigsten natürlichen Phänomene, die zur Umverteilung von Mikroplastik beitragen. Hohe Wellen und Strömungen können im Küstenbereich im Sediment gebundenes Mikroplastik aufwirbeln und in Richtung offenes Meer transportieren. Überschwemmungen verbreiten das Material über die Erdoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;da Fonseca 2025&amp;quot;/&amp;gt;   Der Großteil der entsorgten Kunststoffe landet auf Deponien und offenen Müllkippen. Diese sind besonders anfällig für Überschwemmungen und Erosion, da sie häufig in der Nähe städtischer Zentren auf kostengünstigen, tiefgelegenen Überschwemmungs- oder Küstenebenen angelegt sind. Die (Re-)Mobilisierung von Mikroplastik dürfte daher besonders in bevölkerungsreichen, tiefgelegenen und von Überschwemmungsgebieten geprägten Regionen verbreitet sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfluss steigender Temperatur ===&lt;br /&gt;
Steigende Temperaturen bewirken, dass Plastikteilchen Risse bekommen und spröder werden. Schließlich zerfallen sie in immer kleinere Fragmente. So kann ein Temperaturanstieg von 10 °C die Abbaugeschwindigkeit von Kunststoffen verdoppeln. Eine zusätzliche UV-Strahlung durch die Sonne beschleunigt diesen Prozess noch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kelly 2025&amp;quot;/&amp;gt;  Dadurch verbreitet sich immer mehr Mikroplastik in der Umwelt und wird von Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen haben ergeben, dass die Belastung von Organismen durch höhere Temperaturen für sich verhältnismäßig gering ist, in Kombination mit Mikroplastik jedoch deutlich schädlicher ausfällt. Ein Grund ist, dass steigende Temperaturen auch die Oberflächeneigenschaften von Mikroplastik verändern, die dadurch mehr Schadstoffe aus der Umwelt aufnehmen und in den Körpern von Organismen wieder freisetzen. Höhere Temperaturen verändern jedoch nicht nur die Eigenschaften von Plastikpartikeln, sondern bewirken auch eine verstärkte Aufnahme von Mikroplastik durch die Organismen. Sie beschleunigen die Stoffwechselrate von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden und im Wasser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lv 2025&amp;quot;/&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenzhinweis ==&lt;br /&gt;
{{CC-Lizenz}}&lt;br /&gt;
{{Kontakt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#set:&lt;br /&gt;
umfasst=Klimaänderungen und Landwirtschaft&lt;br /&gt;
|umfasst=Biosphäre im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Boden im Klimasystem&lt;br /&gt;
|umfasst=Unkräuter, Schädlinge, Krankheiten (Landwirtschaft)&lt;br /&gt;
|Teil von=Ökosystem&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Dieter Kasang</name></author>
	</entry>
</feed>