Su Dongpo

Aus Weltliteratur
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Su Shi (* 1037; † 1101) war ein Dichter, Maler, Kalligraf und Politiker der chinesischen Song-Dynastie. Er ist bekannter unter seinem Beinamen Su Dongpo, den er sich gab, um darauf hinzuweisen, dass er während seiner Verbannung nach Hubei auf einer Farm am Ostufer gelebt hatte.

1 Leben

Su Shi wurde in Meishan, in der heutigen Provinz Sichuan als Sohn des Literaten Su Xun geboren. Sein Bruder Su Che wurde später ebenfalls ein berühmter Gelehrter.

Im Jahr 1057 bestand Su Shi gemeinsam mit seinem Bruder die Jinshi-Beamtenprüfung, eine Voraussetzung für ein hohes Regierungsamt. 1060 trat er in den Staatsdienst ein und übte zwanzig Jahre lang unterschiedliche Beamtenposten in ganz China aus. 1069 Wurde Su Shi Sekretär im Ministerium für das Beamtenwesen und erklärter Gegner der Reformpolitik Wang Anshis, was zu seiner Strafversetzung nach Hangzhou führte. An diese Zeit erinnert heute noch der Su-Damm. 1079 Wurde gegen Su Shi ein Verfahren wegen beleidigender Äußerungen über die Regierung angestrengt und er wurde kurze Zeit sogar ins Gefängnis gesteckt. Erst 1086, als Wang Anshi gestorben war, wurde er an den Kaiserhof in Kaifeng zurück gerufen und nahm er wieder hohe Staatsämter ein.

1094, als die Reformpartei wieder an die Macht kam, wurde Su Shi erneut der Prozess gemacht, weil er sich angeblich abschätzig über den Kaiser geäußert hatte. Dieses Mal wurde er zunächst in die heutige Provinz Guangzhou verbannt und dann auf die subtropische Insel Hainan, die damals noch außerhalb des chinesischen kulturellen Einflussgebietes lag. 1101 ließ die Kaiserinmutter Su Shi rehabilitieren, aber er starb nach seiner Begnadigung im selben Jahr in dem Ort Changzhou, in der heutigen Provinz Jiangsu.

Auch nach seinem Tod wurde Su Shi abwechselnd geächtet und geachtet. Seine Werke blieben Jahrzehnte lang verboten und sein Name wurde als der Name eines der 120 Verräter auf eine Stele eingemeißelt. Später wurde Su Shi sogar mit einem Platz im Konfuziustempel geehrt, aus dem die Tafel mit seinem Namen jedoch sechs Jahrhunderte später wieder entfernt wurde.

2 Historischer Hintergrund

Die Ursache für Sus unruhige und wechselhafte Biographie dürfte in den Wirren des ausgehenden 11. Jahrhunderts zu sehen sein. Es bildeten sich damals politische Parteien, vergleichbar mit den Gruppierungen innerhalb der heutigen Einparteiensysteme, die gegeneinander um die Durchsetzung ihrer jeweiligen Zielvorstellungen kämpften. Ein Machtwechsel zog so gut wie immer politische Säuberungsaktionen nach sich. Dies war auch der Grund, weshalb Su Shi, der immer wieder Kritik an der Regierungspolitik geübt hatte, zur Strafe versetzt, verbannt und inhaftiert wurde. Diese Strafen waren äußerst moderat im Vergleich zu denen vorhergehender Dynastien.

Anlass des Jahrzehnte dauernden Parteienstreits waren in erster Linie die Reformen des Kanzlers Wang Anshi. Für diese Angriffe entschuldigte sich Su Shi später persönlich bei Wang Anshi:

"Als die neue Politik zuerst verkündet wurde waren wir sicher zu voreingenommen. In userem Enthusiasmus für Gegenargumente schadeten wir dem Land sehr. Wir sprachen impulsiv und trafen selten die Wahrheit."

Von der ehemaligen Gegnerschaft blieb kein Groll zurück. Als sich Wang Anshi aus der aktiven Politik zurück gezogen hatte, trafen sich die beiden Dichter sogar, um über Literatur zu diskutieren.

Nach Su Dongpo benannt ist das Schweinefleischgericht "Dongporou". Der Dichter soll es erfunden haben, indem die Arbeit an einem Gedicht ihn einen Topf mit auf dem Herd schmorendem Schweinefleisch vergessen ließ. Nach mehreren Stunden hat es delikate Zartheit erlangt. Dongporou wird heute aus fettem Schweinebauch zubereitet, der mit Sojasoße, Reiswein, Zucker und Gewürzen stundenlang gekocht und anschließend meist noch gedämpft wird, bis das Fett und die Schwarte eine cremige Konsistenz annehmen.

3 Weblinks

  • Su Dongpo Linksammlung auf dem Hamburger Bildungsserver


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Su Dongpo aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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