Germinal

Aus Weltliteratur
Wechseln zu: Navigation, Suche

Germinal, 1885 erschienen, ist das Hauptwerk von Émile Zolas zwanzigbändigem Werk Das Leben der Familie Rougon-Macquart.

1 Inhalt

Protagonist der Handlung ist der Schmiedegeselle Etienne Lantier, der Sohn der Wäscherin Gervaise Coupeau, welche ihrerseits die Protagonistin des Romans "Der Totschläger" ist. Er hat Paris wegen Respektlosigkeit gegenüber seinem Arbeitgeber verlassen müssen, findet nun bei der Familie Maheu, in deren älteste Tochter Catherine er sich verliebt, Unterkunft und in der Kohlengrube von Voreux neue Arbeit. Von den unmenschlichen Lebensumständen empört und von der Idee des Sozialismus erleuchtet, stachelt er die verzagten Bergarbeiterfamilien zum Aufstand auf, der zunächst auch Erfolg hat: Die Arbeiter treten in Streik, wodurch die Kohleversorgung der ganzen Region ins Stocken gerät. Das Heer der wütenden Arbeiter zerstört die Kohlengrube von Voreux und tötet den raffgierigen Lebensmittelhändler Maigrat. Die Lebensbedingungen der Arbeiter verschlechtern sich jedoch, da sie nun überhaupt nicht mehr bezahlt werden, drastisch; die Bergbauunternehmer holen belgische Arbeiter zur Besetzung der Gruben. Als die empörten Arbeiter dagegen vorgehen wollen, greift das Militär ein. Hunger und Verzweiflung führen schließlich dazu, dass sie ihre Arbeit für noch niedrigere Löhne wieder aufnehmen müssen. Auch Etienne gibt klein bei. Zuvor ist jedoch der Bergwerksschacht von dem Anarchisten Suwarin sabotiert worden, was seinen Einsturz zur Folge hat. Bis auf Etienne, Catherine und deren Liebhaber werden alle rechtzeitig gerettet; zur Rettung der Eingeschlossenen wird ein Tunnel gegraben, der diese jedoch erst erreicht, als Etienne Chaval, den Liebhaber Catherines, in einem durch Eifersucht ausgelösten Kampf erschlagen hat und sie selbst verhungert ist. Etienne verlässt nach seiner Rettung Voreux, nach wie vor vom Endsieg des Sozialismus überzeugt. Der Roman ist wegen der sehr realistisch dargestellten Konflikte mehr als ein Zeugnis für unmenschliche Arbeitsbedingungen und menschliche Gleichgültigkeit derer, die davon profitieren.

2 Interpretation

Germinal ist der Name des in etwa dem April entsprechenden Monats des französischen Revolutionskalenders und bedeutet Keimmonat. Erst im letzten Satz des Romans wird erklärt, dass das Aufbegehren der niedrigen Bevölkerungsschichten nun einem Keim gleicht, der aus der Erde dringt.

Der Roman beschreibt die unmenschlichen Verhältnisse in französischen Bergwerken des 19. Jahrhunderts. Zugleich beleuchtet der Roman die Konflikte, die sich nicht nur zwischen arm und reich, sondern auch zwischen den verschiedenen Versuchen, gerechtere Verhältnisse herzustellen, auftun. Ein Teil der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen befürwortet einen Streik, ein anderer Teil versucht, mit den Eigentümern der Gruben Einvernehmen herzustellen und zu verhandeln. Dabei wird deutlich, dass vor allem der Eigentümer kleinerer, wenig ergiebiger Gruben den auf ihm lastenden Konkurrenzdruck an die Arbeiter und Arbeiterinnen weitergibt. Sein Argument: Wenn nicht schneller und mehr Kohle gefördert wird, muss er seine Gruben schließen, und dann haben die dort Beschäftigten gar keine Arbeit mehr.

3 Unterricht

4 Literatur

5 Weblinks

  • Germinal Text in deutscher Übersetzung bei Zeno.org


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Germinal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Meine Werkzeuge