Der Diener zweier Herren

Aus Weltliteratur
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Der Diener zweier Herren ist das berühmteste Stück des italienischen Dramatikes Carlo Goldoni. Es wurde 1746 in Mailand uraufgeführt und gilt als Höhepunkt der Commedia dell'Arte.

1 Inhalt

Florindo wird beschuldigt, den Bruder seiner Geliebten Beatrice getötet zu haben und ist vor den Anschuldigungen nach Venedig geflohen. Als Mann verkleidet reist ihm Beatrice nach, begleitet von ihrem Diener Truffaldino. Ohne dass die beiden Liebenden voneinander wissen, nehmen sie sich im selben Wirtshaus ein Zimmer. Truffaldino tritt - ohne Beatrices Wissen - auch in Florindos Dienste, da er zu schlecht bezahlt wird, als dass er angemessen leben könnte. Er wird zum Diener zweier Herren und gerät dadurch in zahlreiche Kalamitäten, aus denen er sich aber immer wieder retten kann. Er geht in seinen Lügen soweit zu behaupten, der jeweils andere Herr sei tot. Letztlich führt Truffaldino die beiden Liebenden zufällig wieder zusammen und wird belohnt, indem er die Kammerzofe Blandina heiraten darf.

2 Entstehung

Von 1745 bis 1748 arbeitete Goldoni in Pisa als Anwalt. Angeregt von dem berühmten Arlecchino- bzw. Truffaldino-Darsteller Antonio Sacchi (1708 - 1788) verfasste Goldoni 1745 dort seine erfolgreiche Komödie "Der Diener zweier Herren". Die italienische Originalfassung ist daher auch bekannt unter dem Titel Arlecchino servitore di due padroni und nimmt dabei Bezug auf den (Harlekin).

3 Aufführungsgeschichte

Johann Wolfgang von Goethe führte "Der Diener zweier Herren" in Weimar auf.

Am 1. April 1924 eröffnete Max Reinhardt das Wiener Theater in der Josefstadt nach einer großen Renovierung mit Goldonis „Der Diener zweier Herren“ mit Hermann Thimig als Truffaldino, Helene Thimig als Smeraldina, Hugo Thimig als Pantalone und Gustav Waldau als Dottore. Gastspiele in Berlin und im europäischen Ausland folgten, 1928 sogar in New York. Reinhardt eröffnete im November 1924 auch die Komödie am Kurfürstendamm in Berlin mit diesem Stück. 1946 kam es zu einer Wiederaufnahme von Reinhardts Inszenierung durch Hermann Thimig bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule, in der Ausstattung von Oskar Laske und in der Choreographie von Grete Wiesenthal.

Weltberühmt wurde eine Aufführung durch Giorgio Strehler 1947 am Piccolo Teatro in Mailand. Den Truffaldino spielte Marcello Moretti, nach dessen Tod ab 1963 Ferruccio Soleri, der in dieser Rolle bis ins Alter von 78 Jahren auftrat. Die Aufführung Strehlers im Bühnenbild Ezio Frigerios stand jahrzehntelang auf dem Spielplan und bereiste die halbe Welt.

Niels-Peter Rudolph inszenierte das Stück 1978 am Württembergische Staatstheater Stuttgart mit Peter Sattmann als Truffaldino und Martin Schwab (Pantalone), Lore Brunner (Smeraldina), Gert Voss (Dottore), Kirsten Dene (Beatrice), Martin Lüttge (Florindo) und Branko Samarovski (Brighella)

Am 15. November 2007 eröffnete das renovierte Theater in der Josefstadt mit einer Bearbeitung des Stückes von Peter Turrini.


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