Wissenschaftliche Arbeit
Als wissenschaftliche Arbeit bezeichnet man eine systematische Darstellung (in der Regel einen Text), die im Rahmen eigenständiger methodischer Forschung verfasst wird. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Allgemeinen an Hochschulen oder anderen, auch privaten, Forschungseinrichtungen und werden von Studenten, Doktoranden oder anderen Forschern verfasst, dies ist jedoch kein zwingendes Merkmal.
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1 Überblick
Generell unterscheidet man theoretische Arbeiten, die Thesen nur auf Basis vorhandener Literatur entwickeln oder überprüfen, und empirische Arbeiten, bei denen Forschung unmittelbar am Untersuchungsgegenstand betrieben wird, die dann im Rahmen der Arbeit dokumentiert wird.
Im Rahmen eines Hochschulstudiums müssen Studenten verschiedene Formen wissenschaftlicher Arbeiten erstellen. Die Palette reicht von Haus- und Seminararbeiten über Diplomarbeiten bzw. Magisterarbeiten bis zu Dissertationen und Habilitationsschriften. In Zukunft konzentrieren sich solche Arbeiten auf die Bachelor- und Masterarbeit. Wissenschaftliche Arbeiten eines Studenten (Diplomanden/Dissertanden) sind zumeist ein Teil des Hauptstudiums bzw. des Examens. Erst ab der Dissertation wird erwartet, dass die Arbeit nicht nur den Forschungsstand wiedergibt, sondern einen Erkenntnisfortschritt mit sich bringt.
Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Wissenschaftsbetrieb aber auch, wenn Forschungsergebnisse in Forschungsberichten oder in wissenschaftlichen Artikeln entsprechender Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Auch für diese Werke gelten die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und die Anforderungen der Wissenschaftlichkeit.
2 Wissenschaftliches Arbeiten
Wissenschaftliches Arbeiten ist ein Vorgehen, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden anderen objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind. Das bedeutet, Informationsquellen werden offengelegt, Experimente so beschrieben, dass sie reproduziert werden können. Wer eine wissenschaftliche Arbeit liest, kann stets erkennen, aufgrund welcher Fakten und Beweise der Autor zu seinen Schlussfolgerungen gekommen ist und auf welche anderen Wissenschaftler er sich beruft.
3 Technik des wissenschaftlichen Arbeitens
In den Geistes- und Naturwissenschaften beruht der Anspruch an wissenschaftliches Arbeiten auf dem Grundsatz, dass es zu einem Thema nie nur eine Quelle, sondern immer mehrere gibt. Die folgenden Vorgehensweisen sind dabei vor allem für Geisteswissenschaften charakteristisch.
In einem ersten Schritt sichtet der Wissenschaftler die Quellen. Er geht in die Bibliothek und sucht sich wissenschaftliche Arbeiten zu seinem Thema oder zu Aspekten seines Themas und stellt eine Bibliographie zusammen. Im Literaturverzeichnis der Arbeit sind später nur die Quellen zu verzeichnen, die auch zitiert wurden.
Im zweiten Schritt vergleicht er lesend die Quellen miteinander. Ziel des Quellenvergleichs ist es, Fehler aufzudecken, verstreute Informationen zusammenzutragen und sich selbst zu vergewissern, dass die eigene Idee, die man darstellen möchte, zuvor noch niemand anders veröffentlicht hat.
Im dritten Schritt beginnt der Autor einer wissenschaftlichen Arbeit zu schreiben. Dabei stellt er mehr oder minder kurz dar, was er an Veröffentlichungen bereits vorgefunden hat, und was sie zum eigenen Projekt beitragen können.
Möglich sind Zusammenfassungen der verschiedenen Veröffentlichungen oder auch die Zusammenfassung einzelner Kapitel oder Abschnitte, die dann den Auszügen anderer Werke gegenüber gestellt werden. Möglich ist es auch, fremde Autoren wörtlich zu zitieren.
In jedem Fall aber muss immer die Herkunft des Gedankens, Begriffs oder einer Idee benannt werden. Dies geschieht in Fußnoten oder Anmerkungen, auch Endnoten genannt. Sie geben den Autor, den Titel, den Erscheinungsort, das Erscheinungsjahr und die Seite oder Seiten an, die man verwendet hat.
Auch das Internet ist kein Steinbruch für Ideenklau. Jede Internetseite ist eine Quelle, die im eigenen wissenschaftlichen Werk angegeben werden muss (Uniform Resource Locator (URL) und Datum). Für Internetseiten gilt, was für Bücher auch gilt: Der eine schreibt vom anderen ab. Autoren machen Fehler und begehen Irrtümer, die durch den Blick in eine weitere Veröffentlichung aufgedeckt werden könnten.
Die genaue Quellenangabe ist für die Belegbarkeit einer Behauptung elementar. Eine Aussage muss zur Überprüfung bis hin zur Primärquelle, zum Beispiel Urkunden oder Untersuchungsergebnisse in Form von Messungen, zurückverfolgbar sein. Sie dient auch dem Schutz des Wissenschaftlers selbst. Hat er ungeprüft eine Falschinformation übernommen, so wird ihm der Fehler angekreidet, wenn er die Quelle nicht angegeben hat.
Zitierbar sind in der Regel alle Wissenschaftlichen Publikationen, hier insbesondere Monografien und Zeitschriftenaufsätze. In Einzelfällen kommt auch die Graue Literatur in Frage. Nichtwissenschaftliche Quellen (z. B. Populärliteratur, Boulevardzeitschriften, private Webpräsenzen, Wikipedia) gehören in der Regel nicht zu den zitierbaren Quellen.
Indirekte Zitate, also wenn der Verfasser den Gedankengang der Primärquellen in eigenen Worten wiedergibt, werden nicht in Anführungszeichen gesetzt. Am Ende des übernommenen Gedankens steht eine Hochzahl. In der Fußnote folgt der Hochzahl ein Vergleiche: vgl.
In einem vierten Schritt entwickelt der Wissenschaftler seine eigene Idee; diese Fragestellung legt das Erkenntnisinteresse des Autors offen und hat unmittelbar Einfluss auf den Aufbau seiner Argumentation. Hierfür trägt er Fakten oder Beispiele zusammen und stellt dar, was er aus den vorgelegten Fakten oder Beispielen schließt. Dabei bemüht er sich, für jede Behauptung einen Beweis bzw. Beleg vorzulegen und jedes Argument zu begründen. Der Argumentationsgang in einer wissenschaftlichen Arbeit folgt den Regeln der Logik. Unverzichtbar ist zuletzt eine Ergebnissicherung in Form eines Fazits.
In vielen wissenschaftlichen Bereichen gibt es Fachausdrücke. Es ist zwar nicht notwendig, dass wissenschaftliche Arbeiten in besonderer Weise auf Fremdwörter zurückgreifen, aber oft sind die entsprechenden Fachausdrücke innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gängig und deshalb leichter verständlich. Ein Autor kann auch eigene Begriffe einführen. Das tut er, indem er sie definiert und anschließend immer im selben Sinn verwendet.
4 Literatur
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- Bünting, Karl-Dieter : Schreiben im Studium: mit Erfolg : ein Leitfaden ; mit CD-ROM / Karl-Dieter Bünting ; Axel Bitterlich ; Ulrike Pospiech. – 3. Aufl. – Berlin : Cornelsen Scriptor, 2002. – 160 S. -(Studium kompakt). – ISBN 3-589-21690-5.
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- Seimert, Winfried: Wissenschaftliche Arbeiten mit Word. – Bonn, Dez. 2004., 208 S. – ISBN 382667362X.
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- Theisen, Manuel René: Wissenschaftliches Arbeiten : Technik, Methodik, Form. – (WiSt Taschenbücher). – 13. neubearb. Aufl. – München: Vahlen, 2006. – ISBN 3-8006-33582
- Winter, Wolfgang: Wissenschaftliche Arbeiten schreiben : Hausarbeiten, Diplom- und Magisterarbeiten, MBA-Abschlussarbeiten, Dissertationen. – (New Business Line Redline Wirtschaft). – 2., aktualis. Aufl. – Frankfurt a.M.: Redline Wirtschaftsverl., 2005. – ISBN 3-636-01276-2.
5 Weblinks
- Rüdiger Grätsch: Leitfaden für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit für Schüler, Studenten und andere Interessierte (als HTM-Dokument). – Stand: 04. Januar 2009
- Bernd Heesen: Kostenloses Template für Wissenschaftliche Arbeiten für Word 2003 und Word 2007, Hochschule Ansbach, Fakultät Wirtschaft
- Bernd Westphal (u.a.): Wie schreibe ich eine gute Diplomarbeit?, Universität Oldenburg, Fakultät II für Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
- Angelika Jordan-Riehling: Eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, OuterOffice – Das Schreibbüro, Offenbach (kommerzielle Homepage)
- Jörg Becker (u.a.): Exemplarische Umsetzungen und formale Kriterien für die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, (ZIP-Datei, 2,46 MB, für MS Word, "wiss-arb.dot" ausführen)
- Klaus Turowski: Wissenschaftliches Arbeiten ; eine praxisorientierete Einführung. – Universität Augsburg, Wirtschaftsinformatik (PDF-Datei, 28 KB)
- Peter Mandl: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten für Geographen. – Universität Klagenfurt
- Joe Wolfe: How to Write a PhD Thesis, University of New South Wales, Sydney, Australia
- Eric Robert Schulman und Caroline Virginia Cox: How to Write a Ph.D. Dissertation, Charlottesville, Virginia
- Schantz, Sebastian (u.a.): "wissenschaftliches-arbeiten.org – Anleitung zum Schreiben einer Hausarbeit]", Universität Kölnet:Teaduslik meetod
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