Werte
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Wert(e) ist ein in der Philosophie und Soziologie häufig verwendeter Begriff und wird u. a. praktischen Philosophie in der Wertphilosophie und Wertethik behandelt. Werte bestimmen die Bevorzugung einer positiven Handlung vor einer anderen auf Grundlage von Gründen, Normen, Ergebnissen einer (vorherigen, positiven) Handlung. Die Handlungen beziehen sich auf einen Gegenstand, eines Sachverhaltes oder einem andere(n) Wert(e). Dem normativen Wertebegriff stehen diskursive Wertebestimmungen und neuere empirische Messungen des Wertewandels gegenüber. Moderne Ansätze -wie z.B.die Habermassche Theorie des Kommunikativen Kandelns- gehen von einer verständigungsorientierten Werteorientierung aus. In der modernen empirischen Forschung - hier seien insbesondere die Sinusstudien genannt- wird der Wertewandel faktorenanalytisch durch eine Clusterbildung bestimmt, die als eine Kombination von Einstellungen und sozialem Status anzusehen ist. Diese Milieus lassen sich auch zur Bestimmung von potentiellen Werten in den Clustern heranziehen.
Werte in der Kompetenzbildung
Werte bestimmen unser Denken und Handeln in nahezu allen Situationen. Der Mensch richtet sich, oft mehr ahnend als wissend, danach, welchen Genuss, Nutzen, welches ethische Gefühl oder welche politische Bestärkung ihm sein Handeln zu vermitteln vermag. Ohne Werte wäre der Mensch nur ein wissensgesteuerter Automat. Einige grundlegende Bedeutungen von Werten sind:
- Werte sind Bezeichnungen dafür, "was aus verschiedenen Gründen aus der Wirklichkeit (Realität)hervorgehoben wird und als wünschenswert und notwendig für den auftritt, der die Wertung vornimmt, sei es ein Individuum, eine Gesellschaftsgruppe oder eine Institution, die einzelne Individuen oder Gruppen repräsentiert." Werte sind Resultate aus "Werteprozessen".
- Werte verknüpfen das Beziehungsfeld Objekt der Wertung, Subjekt der Wertung, Grundlagen der Wertung und die Maßstäbe der Werte. Das Resultat dieser Verknüpfung ist wiederum ein Wert.
- Es gibt eine Fülle von Werten die sich auf die Wertung von Genuss (hedonistisch), Nützlichkeit (utilitarisch), Schönheit (ästhetisch), Moral (ethisch-moralisch), Politik (politisch-weltanschaulich)beziehen können.
- Werte werden im Konstruktivismus und in der Synergetik beschrieben. "Die Synergetik fasst Werte als Ordnungsparameter (Ordner) individuellen und sozialen Handelns unter der dargelegten prinzipiellen kognitiven Unsicherheit auf.
Ohne ein Wertverständnis gibt es keine Kompetenzvermittlung oder auch Werte konstituieren kompetentes Handeln. Allerdings erscheint es aufgrund der unterschiedlichen Werte in den sozialen Milieus nicht möglich eine generelles, normatives Wertesystem oder eine Kompetenzinventar zu entwickeln, dass für alle Bevölkerungsgruppen gelten soll. Pragmatisch bietet sich dann für Unternehmen und Bildungsträger an, betriebsindividuelle Milieus zu entdecken und in einem diskursiven Prozess weiterzuentwickeln.
Literatur
- Baran, P.: Werte, In: Sandkühler, H.J. (Hrg.): Europäische Enzylopädie zu Philosophie und Wissenschaften. Hamburg, 1990 S. 805
- Erpenbeck, John, Sauter, Werner: Kompetenzentwicklung im Netz, New Blended Learning mit Web 2.0. Köln, 2007. ISBN 978-3-472-07089-4
Habermas,Theorie des Kommunikativen Handelns, Frkf.a.Main, 1981
- Haken, H.: Synergetik und Sozialwissenschaften. In: Ethik und Sozialwissenschaften 7,1996, Heft 4, S. 588,
- Iwin, A.A.: Grundlagen der Logik von Wertungen. Berlin, 1975
