Homeschooling

Aus BildungsWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Homeschooling ist ein international weit verbreiteter Sammelbegriff für Bildungsmodelle ohne regelmäßigen Besuch einer Schule, so z.B. das Lernen per Fernunterricht, unter Zuhilfenahme von Unterricht im Zuhause oder durch sog. Unschooling, meist verstanden als das Leben und Lernen ohne jeglichen schulischen Unterricht.

Ein paar Fakten:

  • Es gibt weltweit etwa 3 Mio. Homeschooler mit jährlich global 10% Zuwachs.
  • Homeschooling widerspricht keinem Menschenrecht und keiner Verfassung.
  • Wegen Homeschooling ist noch nie ein Schulsystem zusammengebrochen.
  • Durch viele verschiedene Studien wurde der vollständige Bildungserfolg des Homeschooling bewiesen.
  • Ein Schulwesen unterliegt gewöhnlich der Aufsicht des Staates, aber Bildung darf heute nicht mehr ausschließlich mit Schulbesuch gleichgesetzt werden.
  • Ein Schulwesen unterliegt immer der finanziellen Beschränkung des Steuerzahlers und bleibt daher unzulänglich.
  • Homeschooling ist in allen europäischen Nachbarstaaten und weltweit eine legale Alternative für Bildung statt Schule.
  • Die Maßnahmen zur Durchsetzung des deutschen Schulzwangs sind weltweit einzigartig und haben ihre Wurzeln nachweislich im Dritten Reich.
  • Wegen der Fähigkeiten zu selbstständigem Denken und Lernen werden Homeschooler an den Eliteuniversitäten der Welt zunehmend bevorzugt angenommen.
  • In Deutschland leben mehr strafverfolgte Homeschooler als in so manchem Land insgesamt, wo sie (weltweit) geachtet werden.

Das deutsche Bildungswesen (der alternativlosen Kombination aus Schulen und Nachhilfeunterricht) hat mathetisch wie pädagogisch versagt und musste aus folgenden Gründen versagen.

  • Eigenes Engagement von Schülern und Eltern bei der Aufgabe der Bildung wurde politisch trotz aller Sparzwänge des Schulsystems nicht einbezogen.
  • Alle Konzentration unseres verschulten Bildungswesens lag zu lange auf Methodik und Pädagogik, statt auf Lernforschung, Individualität und Persönlichkeit.
  • Eltern (und Schüler) haben sich leichtfertig auf den Staat und seine Institutionen verlassen.
  • Zentrale, pauschale, staatliche, einheitliche und enge Organisationsformen mochten ökonomisch sinnvoll, aber nicht ausreichend individuell und kindgerecht sein.
  • Jedes Zwangssystem, wenn es als solches empfunden wird, ist zum Scheitern verurteilt.

Warum Heranwachsende von Homeschooling als eine mögliche Alternative zur kollektiven Beschulung profitieren können:

  • Sie können sich ihre intrinsische Lernmotivation, ihr Interesse am Leben und seinen Möglichkeiten bewahren.
  • Sie behalten einen Großteil ihrer Selbstbestimmung, ihrer Eigenständigkeit und das Gefühl für Freiheit und Demokratie.
  • Sie können in ihren ganz realen Lebensbezügen sozial wie akademisch lernen.
  • Sie (und in jungen Jahren ihre Eltern) behalten das Gefühl, selbst verantwortlich für sich und ihre Zukunft zu sein. Das kann Schule niemals von oben vermitteln.
  • Sie können ihre Persönlichkeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in konzentrischen Kreisen aus sich selbst heraus und neigungsgerecht erweitern und entfalten.
  • Bildung wächst generationsübergreifend und familienintegrativ statt ausschließlich in der Peer-Gruppe (durch Gleichaltrigenorientierung, die Reifeprozesse fehlleitet)
  • Bildung außerhalb von Schule kann sehr sinnstiftend für Kinder und besonders in großen, intakten Familien sein, weil dies in der Natur des Menschen liegt. Nur Sinn ermöglicht vernünftiges, nachhaltiges Lernen.
  • Die Schule kann weder günstige Betreuungsschlüssel noch persönliche Zuwendung bieten, um Kinder effektiv und effizient lernen zu lassen.
  • Homeschooling bietet Freiheit von Zwang, Bevormundung und pauschaler Beschulung, die in Schulen oft an individuellen Lerntempos vorbei geht.

Was mit Homeschooling oft falsch verstanden wurde:

  • Die Begeisterung dafür kommt später aus der Praxis, während zu Beginn meist immer nur eine Unzufriedenheit oder ein Defizit des bestehenden Schulsystems steht.
  • Homeschooling schließt nicht Fernunterricht, Internetanwendungen oder Kooperationen mit Schulen und anderen Familien aus.
  • Wie in der Schule werden Kinder auch durch Homeschooling nicht isoliert. Im Gegenteil haben die Heranwachsende sogar mehr Zeit und Raum für soziale Kontakte, auch zu Menschen anderer Altersklassen, sofern gewünscht.
  • Homeschooling ist keineswegs auf die eigenen vier Wände begrenzt. Im Gegenteil steht alle Welt offen und freiwillige öffentliche Angebote werden gern beansprucht.
  • Homeschooling hat primär und letztlich nichts mit „Heim“, „Schule“ oder „Sekte“ zu tun, auch wenn dies gerne so dargestellt wurde.
  • Homeschooler brauchen weniger studierte Lehrkräfte als persönliche, vertraute und konstante Beziehungen zu Lernbegleitern.
  • Vertrauensvolle, liebevolle, anerkennende und konstante Bindungen an ältere Personen sind fundamental für nachhaltige Bildung. Ein solches Umfeld kann keine Schule bieten.
  • Homeschooling lässt sich beaufsichtigen. Seine Inhalte und Leistungen lassen sich auch messen, z.B. in Zielvereinbarungsgesprächen.
  • Homeschool-Familien sind engagiert und bildungsnah. Andere Eltern trauen sich Homeschooling nicht zu und würden diesen Ansatz nicht wagen.

Was müsste passieren?

  • Nicht Homeschooling sollte verhindert werden, sondern allenfalls der eventuelle Missbrauch dieses Familien- und Menschenrechts.
  • Auch bei der Bildung unterliegen Väter und Mütter schnell dem allgemeinen Absicherungs- und Versorgungsgeist. Subsidiarität und Engagement von Eltern auch im Bereich der Bildung kann anspornen, Mut machen, ein Vorbild geben, staatliche Ressourcen freisetzen und letztlich die Haltung der Gesellschaft verändern.
  • Kein Mensch unserer Gesellschaft kann und darf aus der Verantwortung für seine Bildung und die seiner Nachkommenschaft entlassen werden. Zu aller Verantwortung gehört natürlich die Selbstbestimmung statt staatliche Bevormundung.
  • Die Bestrafungen und Schikanen gegenüber schulfreien Bildungsinitiativen müssen sofort abgeschafft und damit der strikte Schulbesuchszwang überwunden werden.
  • Schulfreie Bildung sollte auf Antrag als Bildungsoption offiziell geregelt und zugelassen werden.


Weitere Informationen Homeschooling in Deutschland http://www.homeschooling.de

Weiterführende Literatur

  • Schirrmacher, Thomas: Bildungspflicht statt Schulzwang!, Bonn: VKW / Nürnberg: VTR, 2005, 92 S., ISBN 3-937965-27-0
  • Mohsennia, Stefanie: Schulfrei – Lernen ohne Grenzen, Königlutter: Anahita Verlag, 2004, 122 S., ISBN 3-937797-03-3
  • Pflüger, Georg: Lernen als Lebensstil, Wetzlar: Verlag deutsche fernschule, 2004, 128 S., ISBN 3-927009-01-6
  • Edel, Jan: Nur Schule? – Mut zu neuen Bildungswegen, Nürnberg: VTR, 2005, 24 S., ISBN 3-937965-20-3
  • Edel, Jan: Schulfreie Bildung - Die Vernachlässigung schulfreier Bildungskonzepte in Deutschland. MV-Verlag, 2007, 302 S., ISBN 978-3-86582-511-7
Creative Commons License

Dieser Artikel ist ein Originalartikel des Wiki-Bildungslexikons und steht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland

Meine Werkzeuge